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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Krishna-Akademie.htm  Zuletzt bearbeitet am 23.4.2007
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Der Krishna-Kult
und die Akademie für Vaishnava-Kultur


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Die "Akademie für Vaishnava-Kultur" wurde  bisher nur als Organisator von Jubiläumsveranstaltungen bekannt. Somit liegt die Annahme nahe, daß die Bezeichnung als "Akademie" den Zweck hat, die Öffentlichkeit zu täuschen.



Kein eingetragener Verein

In der Broschüre "25 JAHRE ISKCON-DEUTSCHLAND" über die Konferenz der Akademie für Vaishnava-Kultur am 29. Januar 1994 in Wiesbaden"
ist angegeben:
Konferenzbüro Frau Miriam Schütz Schiersteiner Str. 6  65187 Wiesbaden
Herausgeber: Akademie für Vaishnava-Kultur e.V.
Das Kürzel "e.V." bedeutet "eingetragener Verein".
Es handelt sich somit um eine juristische Person.

Nach einer Eintragung im Vereinregister sucht man allerdings vergeblich.

Der ISKCON e.V. hat der AGPF dazu mit Schreiben vom 24.11.99 mitgeteilt:

"Die Akademie für Vaishnava-KuItur sollte damals ins Vereinsregister eingetragen werden, was jedoch infolge von Vorstandsänderungen dann nicht mehr nachhaltig betrieben wurde Der spätere Vorstand befand sich im Irrtum in seiner Annahme, die Eintragung sei erfolgt. und so kam es zu dem unrichtigen Gebrauch des Zusatzes e.V.
Einen anderen Verein gleichen Namens gibt es nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Paul Augsburger"
In der erwähnten Broschüre "25 JAHRE ISKCON-DEUTSCHLAND"
heißt es zur "Gründung" der Akademie (Seite 63)
6. Akademie für Vaishnava-Kultur
Ein wichtiger Schritt auf dem Wege zu solch einem intensiveren Dialog mit anderen Religionen und akademischen Kreisen ist die Akademie für Vaishnava-Kultur, die 1992 in Bonn von Mitgliedern und Freunden der ISKCON gegründet wurde. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, die Bedeutung der Vaishnava-Kultur für die moderne Gesellschaft zu untersuchen und eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Rolle der ISKCON in diesem Austausch der Kulturen und Religionen zu fördern. Dies soll u. a. durch Seminare, Publikationen, Konferenzen und andere Gesprächsforen geschehen.
Sicher eignet sich der Begriff "Akademie" gut für PR-Maßnahmen in "akademischen Kreisen", insbesondere dann, wenn diese PR-Maßnahmen nicht als solche erkannt werden sollen.

Offenbar war der Maßnahme Erfolg beschieden.

Denn an der Jubiläumsveranstaltung 1999 nahmen bereits etliche Personen aus diesen Kreisen teil:

Dr. Reinhart Hummel, ehemaliger Leiter der EZW - Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungfragen.
Prof. Dr. Edmund Weber, direktor des Instituts für Wissenschaftliche Irenik an der Universität Frankfurt a.M.
Werner Höbsch, Erzbistum Köln

Dr. Hummel  hatte 1994 zwar teilgenommen, aber sich aber lediglich bei einer Diskussion zu Wort gemeldet. Das genügte immerhin, um seinen Namen zu veröffentlichen.

1999 hielt Dr. Hummel einen Vortrag: "Entwicklung der ISKCON aus der Sicht der EZW".

Es handelte sich um eine Öffentliche Veranstaltung der Akademie für Vaishnava-Kultur ("Infos bei Alice Schumann, ISKCON-Deutschland ...") im StadtRaum, Köln: "30 Jahre ISKCON in Deutschland - Rückblick und Ausblick", 29. und 30.1.99.
Es wurde 55.- DM Eintrittsgeld erhoben.

Dr. Hummels Diskussionsbeitrag ist mitgeschrieben worden.
Der von Dr. Hummel erwähnte "Berliner Dialog" (1-99, Seite 21) über die Ausführungen von Dr. Hummel: "Bestürzend und peinlich".
 
Aus einer Podiumsdiskussion der ISKCON-Veranstaltung "30 Jahre ISKCON" am 29.1.99
Dr. Hummel:

"Nach meiner Meinung ist das Nebeneinander von ja besser qualifizierter Kritik an solchen Gruppen und schlechter qualifizierter Kritik ein durchgängiges Phänomen nicht nur bei den Kirchen. Das möchte ich als erstes sagen, damit es nicht so klingt, als wenn die Kirchen immer nur die Scharfmacher gewesen wären. Sondern es ist oft, dass eben gerade Medium, das Vorgaben leistet, mit dem wir uns dann später nur mühsam auseinandersetzen können, während also teilweise sehr kräftig gegen anstinken müssen. Wir haben in der EZW seit Jahrzehnten versucht, den Sektenbegriff aus dem Verkehr zu ziehen, es gelingt einfach nicht. Und es ist natürlich auch in gewisser Weise verursacht durch bestimmte radikale Gruppen wenn auf einmal die Selbstvernichtung des Sonnentemplerordens passiert oder bei Thakar Singh diese Kinderquälerei oder die Gifigasanschläge in Tokio, dann bekommen die Leute einen Schreck, dann steht überall dick "Sekten". Und gegen diesen öffentlichen Sektenbegriff ist schlechterdings nicht anzukommen, das ist unsere Erfahrung Ich nehme auch an, dass die Enquete-Kommission einfach deswegen weil dieser Sektenbericht so aktuell und vielsagend und bekannt ist, einfach nicht darauf verzichten konnte. Das ist also das eine, was ich sagen möchte. Bitte nicht immer nur die Kirche in Augenschein nehmen. 

Ich muß sogar gestehen, ich bekam neulich einen Schreck als ich auf dem Büchertisch meiner Kirchengemeinde als einziges Sektenbuch das von Hugo Stamm fand. Hugo Stamm ist an sich ein Journalist und richtig schön säkulär, und er müßte gegenüber religiösem Phänomen sehr neutral sein, ist er aber nicht, sondern er ist schlimmer als alle anderen in vieler Hinsicht. Ich meine, es gibt noch Schlimmere. 

Aber ich habe große Hemmungen, die ganze Sekteninformation und Sektenberatung und wenn ich dieses Wort mal so benutzen darf, einfach dem säkularen Bereich zu überlassen, in der Hoffnung, dass die es besser machen als wir, das glaube ich nicht, sondern es wird in vieler Hinsicht schlimmer, denn Religion in der Beratung und Information über Hare Krishna und andere Gruppierungen bedeutet nicht einfach, und da würde ich Dr. Eiben etwas ergänzend ins Stammbuch schreiben mögen, bedeutet nicht, dass die Diskussion auf die Ebene der Wahrheit verlagert wird und der Wahrheitsansprüche sondern auf die Ebene der religiösen Lebensvollzüge. 

Da man aber die religiösen Lebensvollzüge nicht einschätzen kann, wer also meinetwegen den Unterschied zwischen Mantrasingen und Chanten einerseits und Gehirnwäsche andererseits nicht begreift, der soll lieber seine Finger aus diesem Geschäft lassen. 

Jetzt kommt natürlich noch der Berliner Dialog, und ich muss also sagen, ich halte ihn nicht und ich habe ihn nicht gelesen. Was sich eingebürgert hat in diesem Bereich ist ein starkes Element von Einzelkämpfertum. Das war ja bei dem verstorbenen Friedrich Wilhelm Haack genauso, der war..., ( undeutlich> ein ganz genialer Typ und hatte die große Gabe, alles auf den Punkt zu bringen, und wenn er nett sein wollte, konnte er sehr nett sein, er wollte aber nicht immer. 

Aber das Problem mit Haack war, dass er natürlich dauernd Krach mit seiner Kirchenbehörde hatte, aber die Kirchenbehörde hat gegen den Mann einfach nichts ausrichten können, denn er hatte seine Öffentlichkeit und wenn irgendwo eine neue Einschätzung gefragt war, dann hat es bei Haack antelefoniert, nicht bei der EZW. Und das ist das Problem. bestimmte, sagen wir mal charismatische Gestalten in diesem Bereich reißen das Heft des Handelns und Wirkens an sich, die Presse ist froh darüber, dass sie so'n paar Leute mit 'nem Kämpferheiligenschein hat und dann geht's los. 

Der Berliner Kollege hat meines Erachtens die Zukunft nicht für sich, denn ich habe das Gefühl, als wenn die Enquete-Kommission gerade zu einer Zeit gekommen ist, wo die Stimmung umzuschlagen beginnen könnte wenn alle darauf achten und wir in dieser Richtung gemeinsam wirken. Denn das alte Sektenklischee hat sich langsam verbraucht, wir haben erst gesagt "Jugendreligionen", dann haben wir "Jugendreligionen" in Anführungszeichen getan und "sogenannte" davor gehängt und inzwischen verschwindet der Begrif mehr und mehr. Ähnlich ist das mit Kulten dann. 

Also ich glaube, dass dieser gemäßigte Kurs der EZW wie ich ihn heute morgen vorgestellt habe, da so mit großer Kontinuitat von Alfred Springfeld 1972 bis zu Ulrich Dehn 1998 im Grunde ganz konstant den Kurs einhält, nach einem inneren Kompaß, daß dass sich auf die Dauer durchsetzen wird und bei den Kirchenregierungen und Kirchenbehörden usw. ist das sowieso so, die leiden doch alle unter diesen Einzelkämpfern und wissen nur, dass sie nichts gegen sie ausrichten können. Hab ich, weiß nicht, klang das zu negativ? Muß ich noch etwa Positives über den Berliner Dialog sagen? 

Roderigo:
Nein, ich hätte noch gerne eine kleine Ergänzung dazu. Ihre Einschätzung teile ich zu 100 oder sagen wir 95%. 

Meine Frage zielt aber eher in die Richtung, daß diese Einzelkämpfer, wie Sie sagen, die auch sehr gerne in den Medien gesehen werden, und ein öffentliches Publikum vorfinden, natürlich die Dialogbereitschaft maßgeblich mit beeinflussen, d.h., wenn solche Veröffentlichungen oder solche Stimme laut wird, dann ist die Frage, wie weit ist es wirklich mit der Dialogbereitschaft auf der einen Seite und meine Frage zielte darauf, was macht die jetzt bei Ihnen die ev. Kirche - sagen wir mal im intrareligiösen Dialog, damit die Dialogbereitschaft gestärkt.. Es gibt diese Einzelkämpfer, das stimmt, aber die prägen das Bild. 

Hummel:
Ich weise noch einmal darauf hin, das geschieht in der Regel gar nicht durch einen Dialog sondern durch Zitierung des betreffenden Herrn in die Amtsstuben der Kirchenbehörden und dann geht es teilweise hoch her, Die Kirchenbehörden wollen das nicht, sie wollen natürlich auch keine Klagen auf den Hals haben und insofern gibt es also ein ganz berechtigtes Eigeninteresse daran, die Wellen der Konflikte nicht zu hoch schlagen zu lassen. 

Ich würde also nicht zu sehr auf den innerkirchlichen Dialog mich verlassen, sondern das muß teilweise ausgekämpft werden und ich darf noch hinzufügen, dass was die Hare Krishna- Bewegung gegenwärtig macht, ist im Prinzip völlig richtig und das einzige Mittel an dieser Stelle um weiter zu kommen, nämlich zu sagen, wir haben ein Stück unserer Vergangenheit abgelegt, und wir bedauern das und wir erhoffen nun auch von der anderen Seite ein Echo darauf. 

Das ist eine Position, mit der man an Kirchen herantreten kann. Und dann kann es unter Umständen dahin kommen, daß die Einzelkämpfer sich aus dem Dialogbereich selbst abmelden und daß andere Foren, runde Tische und andere Kanäle der Information und Kommunikation entstehen auf denen und durch die dann interreligiöser Frieden hergestellt werden kann Wir wagen also einen zunächst mal Paziflerungsdialog, dazu müssen wir uns selbst pazifizieren. Hare Krishna tut das, wir müssen es auch tun, und Sie sehen ja, ich habe mich immer dafür eingesetzt, daß das geschieht. Ich habe nicht erst in meinem Ruhestand angefangen, die Notwendigkeit, die Änderungsprozesse in Hare Krishna anzuerkennen, gesprochen und geschrieben. Nun haben wir es 1994 getan, da war ich noch Chef der EZW. 

Herr Höbsch:
Vielleicht noch ein Punkt zu der Dialogbereitschaft. Auch Kirche, Kirchenmitglieder sind geprägt durch öffentliche Medien. Es ist also nicht so, dass die Medien nur nach außen wirken sondern sie wirken auch nach innen, prägen Bilder, und da ist es eben auch, das sehen wir auch als Beauftragte für Weltanschauungsfragen als unsere Aufgabe an, Bilder da gerade zu rücken. Also da auch nach innen hin, ja, deutlich zu machen, welche Wandlungen sich vollzogen haben und deswegen, ich habe es eben schon mal angedeutet, mache ich ja in der Ausbildung jetzt von Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen oder auch pastoralen Kräften diese Gange, die ich immer so nenne, in die religiöse Szene außerhalb der Kirchen um authentische Erfahrungen da zu machen, nicht um zu sagen, es ist alles rosarot, ja! 

Aber um den Menschen authentische Erfahrungen zu ermöglichen und damit auch Urteile, und hier hätte ich jetzt noch - dann höre ich auf - noch eine Idee: Ich weiß nicht, ob die umsetzbar ist. Ich hab einen Bekannten, der arbeitet beim Dualen System. Das Duale System klagt über ähnliche Dinge, sagt, wie wir in den Medien dargestellt werden, ist ganz schrecklich. Dann haben die einen Weg eingeschlagen, wo er mir sagt, daß der wenigstens einiges gebracht habe, die haben Journalistenseminare durchgeführt. Und eventuell wär das auch mal ein Weg jetzt AJS oder 'ne andere, die sagen, wir laden mal ausdrücklich Journalisten ein, um dann zu diesen Begegnungen oder zu diesen Gesprächen zu kommen. Wenn man das jetzt zweitägig macht, wäre es durchaus möglich, daß dann eben auch bei Journalisten ein differenzierteres Bild hinkommt. Weiß nicht, ob das gelingen kann, aber das war mal solche Idee, die man weiter verfolgen kann. 

Antwort Frau Dr. Köster-Lossack, MdB 
(auf die Frage von Frau Roderigo an die ehemaligen Mitglieder der Enquete-Kommission "Was wird getan von Seiten der Politik, den Dialog zu fördern, wie er hier statfindet?") 

"Ja, ich will es nicht zu lang ausführen, aber ich möchte auf die Frage, was jetzt, nach der Beratung der Enquete-Kommission, nach der Veröffentlichung dieses Kommissionsberichtes geschieht, also ich für mich kann sagen, persönlich, dass ich in diesem Bereich jetzt weder Inneres und Recht noch Kultur direkt verantwortlich zeichne. Ich bin im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit vor allem jetzt verantwortlich im Bereich der Menschenrechte, und was ich gemacht habe ist, zu antworten, soweit ich das kann und auch mich zu beteiligen an Diskussionen über die Ergebnisse der Enquete-Kommission, z.B. in Heidelberg, wo ich also wohne, gibt es eine sehr lebendige Auseinandersetzung. 

Schon zum Zwischenbericht hatten wir eine Diskussion zwischen KSG, ESG und mir, ich war dort eingeladen von den Studentenpfarrern, ich bin jetzt wieder eingeladen. In der nächsten Woche werden wir diskutieren, der Herr Kahn, der in der EnqueteKommission die FDP vertreten hat als Obmann, wird an dieser Diskussion auch mit teilnehmen, wiederum vor dem Forum der ESG und KSG. 

Die Diskussion in den Gemeinden ist weiter gelaufen, aber das sind natürlich Dinge des gesellschaftlichen Dialogs wo ich praktisch von meinen Erfahrungen her auch noch mal nur anmahnen kann und auffordern kann, das, was wir auch in unserem Sondervotum gefordert haben, dass nämlich ein größerer Teil, sag ich mal, von Forschungsgeldern auch zur Verfügung gestellt wird für die religionswissenschaftliche Forschung und dass auch in diesem Bereich eben keine Diffammierungen oder ich sag mal, Ungleichgewichtigkeiten existieren sollten, dass diese Themen des interreligiösen Dialogs nicht nur angegangen werden von Initiativen aus den Kirchen sondern dass auch an den Universitäten wo ja Leute in verschiedenster Richtung studieren, bei uns auch Studierende aus dem Ausland, aus der ganzen Welt kommen, dass diese Themen mit einbezogen werden, und ich glaube, dass wir da noch sehr viel umsetzen müssen. 

Das ist aber jetzt nicht mehr von einer zentralen Stelle aus im Rahmen jetzt der Bundesregierung zu machen. Es müssen alle, die sich mit den Fragen, die durch die Konflikte von unterschiedlichen Gruppen und von unterschiedlichen Normen und Lebensweisen gegeben, müssen sich alle beteiligen, und ich werde natürlich auch im Rahmen, sag ich mal, informeller Gespräche, auch im Rahmen des neu geschaffenen Kulturausschusses mit denjenigen von uns, die dort verantwortlich tätig sind, das ansprechen, welche Rahmenbedingungen die Politik schafft, da, denk' ich, müssen wir allem entgegentreten und allem vorbeugen, was zur stereotypen Bildung oder Vorurteilsbildung weiter beitragen könnte. Interessanterweise, ich möchte das jetzt nur mal in Erinnerung rufen oder uns bewusst machen, weil ja weder in der Enquete Kommission selbst noch in der öffentlichen Diskussion um diesen Bereich jemals vom, ich sage mal vom politisierten oder politischen Islam die Rede, also da, wo jetzt die öffentlichen, politischen Diskussionen anknüpfen, an Urängsten in der Bevölkerung, die jetzt hier durch lange kulturelle Tradierungen jetzt auch wieder anknüpfen an Gefahren, die jetzt mit der doppelten Staatsbürgerschaft also vorgestellt werden, da muss natürlich Politik dem vorbeugen und aufklären und auch den Dialog suchen mit den Gruppen, auch mit den religiösen Vertretern islamischer Gemeinden, auch verschiedener Tradidtionen, um dem entgegen zu wirken, das ist die Hauptaufgabe in der Politik. 

Was Initiativen angeht, die jetzt Beratung anbieten, wir sind 'ne Gesellschaft, in der jeder Mann und jede Frau Initiativen gründen kann. Sie dürfen da nur nicht bestimmte, ich sag mal, Qualifikationen für sich in Anspruch nehmen, nur qua Betroffenheit. Also, ich bin auch von sehr vielem betroffen, deswegen kann ich trotzdem noch kein Gesetz, kein Mediengesetz entwerfen im Moment, was sich gegen die pornographische Darstellung von Frauen und Kindern in dieser Gesellschaft richtet, also dazu, da muss ich halt mal den, den Fachleuten den Vorrang lassen. Meine Betroffenheit ist stark, aber ich kann dann höchstens meine Betroffenheit - nur mal Druck ausüben, aber das kann nicht ausreichen, es sind viel zu viele komplexe Fragen, die da behandelt werden müssen, und dazu ist ja vorher auch schon was gesagt worden hier. 

Ich glaube, "runde Tische" und Mediationsebenen schaffen ist wichtig, aber es müssen auch die Leute mit einbezogen werden können, die die Ängste entwickeln, die auch da im großen und ganzen heute allein gelassen werden und meistens spielen sich die"runden Tische" und Mediationsebenen eben auf 'nem, ich sag mal, hohen Niveau ab, im Sinne von abgehobenem Niveau von der gesellschaftlichen Realität ziemlich weit weg und was, was ich erlebt habe während der großen Diskussionen jetzt hier im Rahmen der Enquete, als wir dann den Zwischenbericht oder bevor wir den veröffentlicht haben, war, dass in der.....(?) Diskussion man es sehr schwer hatte überhaupt so weit zu kommen, überhaupt einen Dialog zu führen, weil die Ängste waren so massiv beim Gegenüber, dass man da erst mal durchdringen musste. 

Insofern ist das eine lange gesellschaftliche Anstrengung und die Politik im Sinne von Gesetzen ja nur wenig tun... außer einen politischen Dialog zu pflegen,.. insgesamt, der davon absieht, Minderheiten als Sündenböcke zu definieren und ihnen alle Verantwortung aufzulasten, für das, was in dieser Gesellschaft schief läuft. 
 


 
 



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