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Sekten-Kinder
Viele Kinder sind in Sekten geboren und aufgewachsen.
Dies sind die eigentlichen "Sekten-Kinder". Viele davon sind längst selbst Eltern.
Viele Kinder werden von ihren Eltern nach Sekten-Ideologie erzogen.
Oft will dies aber nur ein Elternteil.
Auseinandersetzungen um Erziehung, Sorgerecht und Umgangsrecht sind die Folge.
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
Literatur
Stefanie Rauchfleisch / Franziska Weibel Rüf:
Kindheit in religiösen Gruppen - zwischen Abgrenzung und Ausgrenzung
Eine qualitative Studie - Dissertation
Edition Soziothek, 2002, 437 Seiten, ISBN 3-03796-000-0
29,80 Euro plus Versand
Bestellung: CH-3018 Bern Abendstr. 30 -
Tel 031-9942694 Fax 031-9942695  mail@soziothek.ch
Online-Bestellung: www.soziothek.ch
 

Dieter Spürck: Familienrechtliche Konflikte mit "Sekten und Psychokulten"
Broschüre des Familienministeriums NRW, ohne Datum, verbreitet ab 1998

Eimuth Kurt-Helmuth: Die Sekten-Kinder
Mißbraucht und betrogen - Erfahrungen und Ratschläge
Herder Freiburg 1996 ISBN 3-451-04397-1

Ilse Hruby: Meine Ehe mit einem Scientologen
Mit einer Einführung von El Awadalla und Maria Susanne Klar
Gütersloher Verlagshaus GTB September 2000, ISBN 3-579-01145-6

AJS/IDZ: AUSERWÄHLT oder AUSGELIEFERT?
Kinder in Sekten und Psychogruppen, Tagungsdokumentation 1995



Eine Ehemalige in einem E-Mail-Rundschreiben an andere Ehemalige vom März 2000:
"Also bin ich nicht die einzige, die durch CoG ins Chaos geraten ist. Ich bin jetzt 25 und seit 3 Jahren raus aus CoG. Ich bin darin geboren und wußte nichts über die Welt da draußen ..."


Klaus Holetschek ist Mitglied des Bundestages und Beauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für "Sog. Sekten und Psychogruppen".

Sekten schrecken auch vor Kindern nicht zurück

Zum Weltkindertag am 20. September 1999

Klaus Holetschek
17.09.1999
Anläßlich des 1954 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen initiierten Weltkindertags am 20. September 1999 erklärt der Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für "Sog. Sekten und Psychogruppen", Klaus Holetschek, MdB:

In der Bundesrepublik Deutschland wachsen circa 100.000 bis 200.000 Kinder und Jugendliche in sogenannten. Sekten oder Psychogruppen auf. Diese Kinder sind von der elterlichen Erziehungsgewalt abhängig und ohne ihr Einverständnis den verschiedensten Einflüssen dieser Gemeinschaften ausgesetzt.

Die Problemlagen, die sich für Kinder in Sekten oder Psychogruppen ergeben, sind sehr unterschiedlich. Häufig haben sie ihre Wurzeln in der spezifischen Sozialisation der Kinder. So werden in einigen Sekten durch die Warnung vor der Endzeit oder vor Dämonen Angst erzeugt, welche die Kinder lebenslang verfolgen. In manchen Gruppierungen gibt es Erziehungskonzepte, welche die Heranbildung von Kritik- und Konfliktfähigkeit unterbinden und auch vor dem Einsatz körperlicher Gewalt nicht zurückschrecken. Andere halten Kinder bewußt nicht zu demokratischem Verhalten an, da sie demokratische Strukturen ablehnen. In einigen Gruppierungen wiederum leben Kinder und Jugendliche unter Auflösung des Familienverbandes. Es gibt auch Sekten, in denen Kinder mißhandelt werden. So berichtet eine Sektenaussteigerin, daß ihr zweijähriges Kind zehn bis zwölf Stunden mit verbundenen Augen "meditieren" mußte. Die traumatischen Erfahrungen des Kindes haben nach dem Austritt der Mutter aus der Sekte eine Therapie erforderlich gemacht.

Viele Sekten sind geschlossene Systeme mit Absolutheitsanspruch, in denen jede Form des "Querdenkens" als krankhaft gilt. Eine natürliche Entwicklung der Kinder wird nicht mehr zugelassen. Kinder sind die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft und haben deshalb Anspruch auf unseren besonderen Schutz. Insgesamt wissen wir über die Situation von Kindern und Jugendlichen in Sekten leider immer noch zu wenig. Um dieses Defizit zu beheben, ist mehr Forschung und Forschungsförderung in diesem Bereich vonnöten und eine problemspezifische Weiterbildung von Erzieherinnen und Lehrern.
 



Betr.: Sorgerecht

In jüngster Zeit häufen sich die Anfragen wegen Sorgerechtsverfahren. Deshalb dazu einige Anmerkungen:

Die Zugehörigkeit eines Elternteils zu einer Bekenntnisgemeinschaft ist für die Entscheidung über das Sorgerecht grundsätzlich belanglos. Gerichte und Jugendämter vertreten sogar regelmäßig die Meinung, daß sie diese Zugehörigkeit wegen des Grundrechts der Bekenntnisfreiheit  nicht berücksichtigen dürfen. Dementsprechend wird von der Gegenseite auch argumentiert.

Der Hinweis auf die Zugehörigkeit zu einer Bekenntnisgemeinschaft erweckt leicht den Verdacht, daß hier ideologische Auseinandersetzungen auf dem Rücken des Kindes ausgetragen werden sollen.

Entscheidend ist das Wohl des Kindes. Es muß also vorgetragen werden, wodurch dieses im konkreten Fall gefährdet wird. "Vortrag" allein genügt jedoch nicht, es muß auch Beweis angeboten und im Falle des Bestreitens erbracht werden. Hier müssen oft auch die Erfahrungen der Vergangenheit geschildert werden. Dabei kommt es jedoch nicht auf die psychisch-seelische Entwicklung des Elternteils an, auch nicht auf seine Meinung zu bestimmten Fragen. Ohne unbestimmte Begriffe ("verstört") wird es häufig nicht gehen, umso wichtiger ist eine möglichst genaue Schilderung der Umstände: Wann, wo, wer, weshalb, wie oft, usw. Dazu sollte man sich rechtzeitig Notizen machen. Das Gedächtnis reicht für solche Einzelheiten meist nicht aus. Außerdem wird es durch jeweils stärkere Eindrücke leicht überlagert. Solche Einzelheiten erleichtern dem Gericht auch die Einschätzung der Glaubwürdigkeit.

Ideologische Momente können auch dann eine Rolle spielen, wenn eine Weltsicht ganz erheblich von derjenigen abweicht, wie sie beispielsweise von den Schulen vermittelt wird. Aber auch dann kommt es auf Einzelheiten und Beweise an. Es genügt nicht, zu beweisen, daß ein Elternteil dieser Weltsicht anhängt. Es muß vielmehr auch bewiesen werden, daß diese dem Kind auch tatsächlich vermittelt wurde oder werden soll.

Beispiel: Wenn ein Elternteil dem Kind im Krankheitsfall die ärztliche Behandlung verweigert, dann schadet das objektiv dem Wohl des Kindes.  Es kommt dann letztlich nicht mehr darauf an, warum die ärztliche Behandlung verweigert wird.

Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Organisation kann ein Indiz dafür sein, daß das Wohl des Kindes zukünftig mißachtet wird. Hier wird oft dargelegt werden müssen, was das Kind zum Beispiel bei Betreuung durch eine solche Gemeinschaft erwartet. Reine Glaubensfragen sind auch dabei unbeachtlich.

Zum Beweis dafür, was ein Kind dort erwartet, können "sachverständige Zeugen" benannt werden. Deren Angaben müssen dann unter Umständen noch von einem Sachverständigen daraufhin untersucht werden, ob das Wohl des Kindes dadurch voraussichtlich geschädigt wird.

Das Gericht entscheidet letztlich "unter Berücksichtigung des gesamten Inhalts der Verhandlungen und des Ergebnisses einer etwaigen Beweisaufnahme nach freier Überzeugung", so § 286 der Zivilprozeßordnung. Nicht bewiesen werden muß, was "zugestanden" wird. Als ein solches "gerichtliches Geständnis" kann auch eine Bemerkung gewertet werden, welcher der Betreffende keine Bedeutung beigemessen hat. Deshalb sind Äußerungen vor Gericht stets sorgfältig abzuwägen. Im Zweifel sollte nur auf Fragen geantwortet werden.

Ingo Heinemann
Stand: 15.6.93



DIE WOCHE 19.1.96
Hilferufe aus dem Paradies -
SEKTEN-KINDER sollen die verderbte Menschheit retten -
und werden dabei um ihre Jugend betrogen
VON URSULA OTT
    Der Polizeibericht las sich nüchtern: "Die drei Kinder wurden mit je einer einzigen Kugel in die Stirn getötet." In einem Waldstück bei Grenoble wurden ihre verkohlten Leichen am 23. Dezember vergangenen Jahres gefunden, zusammen mit dreizehn erwachsenen Anhängern der "Sonnentempler". "Der Tod existiert nicht, er ist reine Illusion", stand auf den Zetteln, die in den Wohnungen der Toten gefunden wurden.
    Die Kinder, unter Drogen gesetzt und dann erschossen, hatten keine Chance, sich dieser eigenwilligen Interpretation ihrer Eltern zu widersetzen - sie hätten sie noch nicht mal lesen können, denn sie waren gerade erst zwei, vier und sechs Jahre alt.
    Das vorweihnachtliche Massaker in den französischen Alpen gibt der Sektendiskussion neün Zündstoff. Erwachsenen gesteht unsere Verfassung das Recht zu, ihre Religion frei auszuüben, sich zwölf Stunden am Tag meditierend einem Guru hinzugeben, der nahenden Apokalypse entgegenzuzittern oder die gesamte Freizeit der Haustür-Mission zu opfern. Aber welchen Schaden fügen sie damit ihren Kindern zu? Längst ist eine Generation von Kindern herangewachsen, die von Geburt an nichts anderes kennengelernt haben als das geschlossene System einer Sekte.
    "Kinder", sagt der Frankfurter Sektenbeauftragte der evangelischen Kirche, Kurt-Helmuth Eimuth, "spielen im Heilsplan der Sekten eine besondere Rolle." Bei der Thakar-Singh-Sekte, die in Deutschland nach eigenen Angaben 25 000 Anhänger hat, wurden Kindern die Augen verbunden und das rechte Ohr mit Silikon verstöpselt, um sie durch Daürmeditation zu "Rettern der Menschheit" zu machen. Auch die Vereinigungskirche, unter deren Einfluss hierzulande rund 2000 Kinder aufwachsen, setzt auf die erste "sündfrei geborene" Generation. "Eine totale Überforderung der Kinder", erklärt der Sektenbeauftragte der evangelischen Kirche Berlin, Thomas Gandow, "entweder sie werden fanatisch - oder sie brechen unter dem Anspruch zusammen."
    Durch einen Anruf aus der Kinderpsychiatrie wurde der Frankfurter Sektenexperte Eimuth alarmiert. "Man berichtete mir von verstörten Kindern, die unter einem ungeheuren Gruppendruck standen." Eimuth ging der Sache nach und deckt in seinem Buch "Sekten-Kinder" (Herder-Verlag), das im Februar auf den Markt kommt, eine bislang unbekannte Infrastruktur auf: Da betreibt die streng autoritäre Guru-Gruppe Ananda Marga einen Kindergarten in Berlin, das "Universelle Leben" der "Prophetin" Gabriele Wittek hat eine eigene Grundschule in Bayern; Scientology lässt sich vorerst in Grenznähe nieder: In Österreich und Dänemark wird die Technik des Sektengründers Ron Hubbard im Privatunterricht gelehrt. Unterdessen häufen sich bei deutschen Gerichten Klageschriften, mit denen geschiedene Ehepartner dem "Sekten"- Elternteil das Umgangsrecht untersagen wollen - oder umgekehrt.
    Jutta Birlenberg (61) aus Leverkusen hat erst vor einem Jahr den Verein "Kids" (Kinder in destruktiven Sekten) gegründet. Inzwischen betreut die ehemalige Laborassistentin über 70 Sorgerechtsfälle. Alleine 50 betreffen die Zeugen Jehovas, unter deren Einfluss rund 80 000 Kinder stehen. Prozessiert wird auch gegen Scientologen, fernöstliche Kultanhänger und christliche Fundamentalisten.
    "Meine zwei Kinder", sagt Sabine Widmann* (40) aus Hildesheim, "gebe ich nicht auf." Die EDV-Dozentin wuchs in der Ex-DDR in einer Familie von Zeugen Jehovas auf, mit 18 heiratete sie einen Glaubensbruder. Als die Familie mit ihren drei Kindern in den Westen kam, hoffte sie auf Hilfe von den Zeugen Jehovas. "Aber wir waren von Anfang an Brüder zweiter Klasse", klagt Sabine Widmann, "wir hatten ja im Osten nicht alle Schulungen gemacht." Zum offenen Konflikt kommt es, als die älteste Tochter aufs Gymnasium wechseln will. "Das geht nicht", wird der Mutter erklärt, "Harmagedon" - die Vernichtung der Welt - "steht vor der Tür." Als Sabine Widmann auf einer Ausbildung für die Tochter besteht, ist es ganz aus: Schliesslich sei der Mann das Familienoberhaupt.
    1991 zieht Sabine Widmann mit ihren drei Kindern aus der gemeinsamen Wohnung aus. Mutter und älteste Tochter treten aus der Wachturmgesellschaft aus, nach Besuchs-Wochenenden beim Vater erklären die beiden jüngeren ihrer Mutter: "Du bist des Satans, wenn wir bei dir bleiben, sterben wir im Harmagedon." Vor Gericht geben sie an, sie wollten beim Vater bleiben, und auch der Richter befindet, sie seien dort besser aufgehoben, denn das Leben der Zeugen Jehovas seien sie schliesslich von klein auf gewöhnt. Seit einem Jahr hat die Mutter ihre beiden Jüngsten nicht gesehen. Ihre älteste Tochter macht ihr unterdessen Vorwürfe: "Du hast mich um meine Jugend gebracht. Immer war ich Aussenseiterin!" Sie durfte keinen Kindergeburtstag feiern, nicht ins Schullandheim fahren, nicht als Klassensprecherin kandidieren, und anstatt auf Partys zu gehen, musste sie dreimal in der Woche im "Königreichsaal" stillsitzen.
    Kinder, die mit einem solch geschlossenen Weltbild aufwachsen", so die Bonner Rechtsanwältin Ursula Gehentges, "sind später kaum in der Lage, selbst Entscheidungen zu treffen." Doch solche Argumente ziehen vor Gericht nicht. Höchste Zeit, die Sekten-Problematik in die Reform des Kindschaftsrechtes aufzunehmen. "Wenn wir über Kindeswohl reden, darf es nicht nur um körperliche, sondern es muss auch um seelische Beeinträchtigung der Kinder gehen", fordert die Bonner Anwältin. Bei den Zeugen Jehovas wird die künftig noch schwerer zu beweisen sein. Gerade hat die Sekte vor dem Berliner Oberverwaltungsgericht die Anerkennung als Körperschaft erstritten (siehe Kommentar).
    Weder Behörden noch Gerichte setzen sich damit auseinander, was im Inneren der Sekten passiert, beklagen die Experten unisono. Sibylle Salameh, Kinderschutzbeauftragte der Berliner Bürgerinitiative gegen Kindesentzug und Unterhaltsmissbrauch, griff zur Selbsthilfe. Sie betreut ein Kind, das schon zweimal von der Mutter und deren christlich-fundamentalistischer Sekte entführt wurde - einmal nach Schweden, das andere Mal ins Rheinland. Aus Schweden kam der Zehnjährige auf eigene Faust zurück, mit Fähre und Eisenbahn. Das zweite Mal liess ihn die Oma über die WDR-Sendung "Vermisst" suchen. Als Berufswunsch gibt er mittlerweile "Kripobeamter" an.
    Jutta Birlenberg von "Kids" hat derzeit die Hilferufe von sechs "Sektenkindern" auf dem Schreibtisch liegen (siehe Kasten): "Wir brauchen ein Kinderhaus!" fordert die "Kids"-Initiatorin. Denn: "Ein Kind, das die Sekte verlassen will, muss fast immer auch seine Eltern verlassen."
    Umgekehrt gilt: Ein Elternteil, das die Sekte verlässt, verliert fast immer die Kinder. Fast wortgleiche Briefe bekam Albert Groot per Einschreiben von seinen vier Kindern, nachdem er im Fernsehen über seine "20 verlorenen Jahre bei den Zeugen Jehovas" berichtet hatte. Seine Jüngste, Rahel (10), hatte orthographische Probleme beim Diktat. "Ich finde es ist kein Vater vür mich der vorm Vernsen geht. Er schädigt nicht nur uns damit das er gegen uns häzt. Ich möchte mit diesen Worten sagen das ich nicht mehr hinmöchte."

WORTLAUT
    Ich bin 16 Jahre alt und seit meiner Geburt bei den Zeugen Jehovas. Ich will da raus! Ich würde so gerne das machen, was meine Freunde dürfen: Weihnachten, Geburtstag, Silvester feiern. Meine Mutter kontrolliert mich, wo sie nur kann. Sie ruft bei meinen Freundinnen an und fragt, ob ich wirklich da schlafe.
    Bei den Zeugen Jehovas ist es ja so, dass man erst mit einem Jungen schlafen darf, wenn man verheiratet ist. Auch dann nur mit jemandem, der auch zu ihnen gehört. Das ganze Theater fing an, als ich mit Adrian zusammen war. Meine Mutter las mein Tagebuch, und ich musste über die ganze Geschichte mit dem Ältesten sprechen, wegen Hurerei. Ich musste ihm versprechen, dass ich es bereue. Mein Freund machte dann auch noch Schluss, ich wollte mich umbringen. Beinahe hätte ich es geschafft, doch meine Mutter kam ins Zimmer.
    Der ganze Trott geht jetzt wieder von vorne los: Dreimal in der Woche Versammlung, Predigtdienst (obwohl ich gar nicht mehr daran glaube) und persönliches Studium. Seit dem "Dilemma" muss eine andere junge Frau aus der Sekte mit mir studieren. Früher wollte ich oft nicht in die Versammlung gehen, meine Mutter ist ausgerastet. Wir schrieen uns an, und sie schlug mich. Ich lag auf dem Boden, sie schlug weiter. Das andere Mal zog sie mich an den Haaren und schleifte mich vor die Haustür, dass ich doch mitkäme.
    Wenn ich jetzt wieder anfangen würde, dass ich nicht mehr Zeuge Jehovas sein will, wär' ich nicht mehr "das Kind von meiner Mutter". Ich würde später vernichtet werden im Harmagedon. Ich will meine Familie nicht verlieren, ich liebe meine Eltern. Ich will aber auch nicht wieder Zoff bekommen und verprügelt werden. Ich brauche Hilfe!
RAT UND HILFE:
Kids e. V., Jutta Birlenberg, Bogenstr. 11, 51375 Leverkusen, Tel. 02 14/5 57 60
(c) 1993-1995 Die Woche
 
 



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