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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Hypnose.htm  Zuletzt bearbeitet am 27.1.2005
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Hypnose


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Impressum

 

Hypnose ist eine Methode der Beeinflussung.
Die Wirkungsweise ist kaum erklärbar: Ein paar Worte, ein paar Bewegungen, und schon kann der Zahnarzt seinem Patienten auch ohne Narkose schmerzfrei einen Zahn ziehen. In Deutschland ist das wenig verbreitet, in den angelsächischen Ländern umso mehr.
Es läßt sich somit leicht beweisen, daß Hypnose "funktioniert".
Dafür ist also keine Bühnen-Hypnose oder Show-Hypnose nötig.
 
 
 

Hypnose kann mißbraucht werden.

Diskutiert wird meist, ob jemand unter Hypnose Verbrechen begehen wird.
Das ist hier nebensächlich.
Denn sicher ist:
Unter Hypnose ist jemand leichter zu täuschen, als im Wachzustand.
Klaus Thomas zitiert ein 1897 gegebenes Beispiel:

"Nur ganz wenige Menschen wären bereit, unter hypnotischem Einfluß den geliebten Hund zu erschießen. Würde ihnen jedoch eine hypnotische Halluzination eingegeben, sie würden den Hund als einen Fuchs oder gar ein wildes Tier ansehen, dann wären viele bereit zu schießen."
Bühnenhypnose und Showhypnose bieten zahlreiche Beispiele für die Leichtigkeit solcher Täuschungen. Menschen machen sich dort buchstäblich zum Affen.
 
 
 

Hypnose bei Scientology

Der Gutachter

über Scientology-"Techniken":
"Obwohl in "Dianetics" behauptet wird, dass Hypnose der dianetischen Therapie entgegenlaufe, wird ein Verfahren beschrieben und mit der Bezeichnung "Reverie" versehen, welches unzweifelhaft Hypnose-Bestandteile enthält"

 
 
Report Mainz am 19. Februar 2001 im Ersten
Showhypnose - das gefährliche Wochenendvergnügen
Die Spaßgeneration ist süchtig nach immer neuen Kicks. Eine regelrechte Erlebnisindustrie ist entstanden, ihre Angebote reichen von Abenteuersportarten und Überlebenstraining bis zur Esoterik. Die neueste Mode: Showhypnose. In Diskotheken oder auf Betriebsfesten versetzen zweifelhafte Hypnotiseure Freiwillige in Trance. Das Publikum ist platt, doch der Partygag hat oftmals schlimme Folgen. In England gab es bereits einen Todesfall, und auch in Deutschland häufen sich Fälle, wo Opfer solcher Showhypnosen psychisch krank werden. Tatjana Geßler und Jürgen Flettner berichten.

B E R I C H T:

 Eine Hypnoseshow, eine junge Frau in Trance. Der Höhepunkt: die kataleptische Brücke. Der Hypnotiseur hat dem Mädchen Todesangst suggeriert, so versteifen sich alle Muskeln. Auch wenn die Ärzte warnen, haben fast alle Hypnotiseure "die Brücke" im Programm..

Frage: Machen sie die kataleptische Brücke?.
O-Ton, "Sando Khan", Showhypnotiseur: »Ja, ja. Dreifach.«
Frage: Was heißt dreifach?.
O-Ton, "Sando Khan", Showhypnotiseur: »Na ja, zwei so längs, jemand so quer drüber und dann noch jemanden drauf.«

O-Ton, Prof. Dirk Revenstorf, Psychologe, Universität Tübingen:

»Die eine Gefahr ist, dass sich Menschen zu Situationen hergeben, die sie nachträglich bereuen, weil sie verletzt worden sind oder weil sie sich lächerlich gemacht fühlen. Die zweite Gefahr ist eher medizinischer Art, dass zum Beispiel bei der kataleptischen Brücke jemand, meinetwegen mit einem Wirbelschaden oder mit einem anderen Schaden organischerweise, der im Bauchbereich liegt, überstrapaziert wird und das nicht sofort merkt vielleicht und dann später Beschwerden davon hat. Und die dritte Gefahr ist, dass es eine Art psychische Retraumatisierung, also Wiederaktivierung eines früheren Traumas, geben kann.«
Frage: Warum ist es in Ländern wie Israel, Schweden verboten?.
O-Ton, "Kalli", Showhypnotiseur:
»Warum ist dies oder warum ist jenes verboten! Es gibt eigentlich keinen Grund. Wenn wie gesagt durch die Kollegen eine Vergewaltigung oder so etwas ist, die ist so oder so strafbar, mit Hypnose oder ohne Hypnose. Also da gibt es keine Unterschiede.«
Die Spaßgeneration und ihr ganz besonderer Kick. Showhypnose liegt im Trend. Fast täglich tingelt Mike Ascott durch Diskos. In nur wenigen Minuten versetzt er 17 Freiwillige in Trance. .

 ATMO, Mike Ascott:

»Du kannst und wirst sehr gut im Stehen schlafen, solange ich es möchte. Mit jeder Berührung an dem Punkt wird dein Kopf sofort noch ein bisschen schwerer. Sowie ich dich berühre an dem Punkt zwischen den Augen, dort, wo die Nase beginnt, kippt der Kopf noch ein bisschen mehr nach vorne.«
Trance, ein schlafähnlicher Zustand, das ist das Ziel, Hypnose - die Methode der Manipulation. Das Bewusstsein schaltet die Außenwelt ab, nur noch die Stimme des Hypnotiseurs zählt. .

ATMO, Mike Ascott:

»Du wirst von jetzt an alles so sehen, so spüren und so empfinden, wie ich es sage. Egal ob mit geöffneten oder mit geschlossenen Augen. Wenn ich der Julia ans Ohr schnipse, schläft sie ein, ist auch nicht normal, oder?«.
So manipuliert Ascott: Auf Fingerschnipp wird geschlafen.
ATMO, Mike Ascott:
»Schläfst du auch immer so ein?..«
München. Wissenschaftler laufen Sturm gegen den scheinbar harmlosen Freizeitspaß. Auf dem internationalen Hypnosekongress warnen sie vor unberechenbaren Gefahren..

 O-Ton, Prof. John Cruzelier, Hirnforscher, Imperial College, London:

»Viele meinen ja, Showhypnose sei reiner Bluff, die Hypnotisierten spielten nur Theater. Aber jeder, der einen Bekannten auf der Bühne erlebt hatte, wird bestätigen, dass er plötzlich einen anderen Menschen vor sich hat. Unter Hypnose verändert sich definitiv die Persönlichkeit.«
England. Hier wird Hypnose als Bühnenklamauk schon lange kritisiert. Vor allem von Tracy O'Keefe. Die Psychologin hat 25 Betroffene interviewt und die dramatischen Folgen der Shows dokumentiert..

 O-Ton, Tracy O'Keefe, Psychologin und Buchautorin:

»Die Teilnehmer leiden unter den unterschiedlichsten Symptomen, von Depression bis Schizophrenie. Einigen wurde sogar suggeriert, sie wären Babies, und über Jahre blieben sie dann in diesem zurückgeführten Alter.
Diese Shows müssen endlich verboten werden, um unqualifizierten Bühnenhypnotiseuren das Handwerk zu legen. Stellen Sie sich vor, Sie drücken jemandem Messer und Gabel in die Hand und sagen: Du bist Chirurg. Jeder Fliesenleger kann von heute auf morgen Hypnotiseur werden.«.

 Preston bei Manchester. Hier kam es bei einer Bühnenshow zu einem tragischen Zwischenfall. Margret Harpers 24-jährige Tochter Sharon war vier Stunden lang in den Händen eines Hypnotiseurs. Um sie aus der Trance zu wecken, suggerierte ihr dieser Mann, dass ihr 10.000 Volt durch den Körper jagen. .

O-Ton, Margret Harper, Mutter eines Hypnoseopfers:

»Nach der Show klagte sie über fürchterliche Kopfschmerzen, ihr ging es sehr schlecht. Sie war streitsüchtig, sonst gar nicht ihre Art. Als sie heimkam, ging sie gleich ins Bett. Fünf Stunden später war sie tot.«
Der Fall schlug Wellen. Wissenschaftler haben keinen Zweifel, dass Sharon an den Folgen der Bühnenhypnose starb..

 O-Ton, Tracy O'Keefe, Psychologin und Buchautorin:

»Sie hatte eine Phobie, eine Todesangst vor Elektrizität, weil sie als Kind einmal einen schlimmen Schlag bekommen hatte. Wie sie starb, zeigt, dass sie am Ende der Show noch nicht wieder wach, noch in Trance war. Als sie sich schlafen legte, durchlebte sie das Kindheitstrauma erneut. Sie geriet in Panik, erbrach sich und erstickte, weil sie das Erbrochene in Trance nicht abhusten konnte.«
O-Ton, Prof. John Cruzelier, Hirnforscher, Imperial College, London:
»Während sie schlief, kamen in Tracys Träumen die alten Ängste wieder zu Vorschein. Das ist ganz offensichtlich. Der Zusammenhang zwischen Angstattacken und Hypnose ist so auch in der Fachliteratur beschrieben.«
Margret Harper hat eine Organisation gegen Showhypnose gegründet, kämpft für ein Verbot. In den letzten sechs Jahren bekam sie über 3.000 Briefe und Anrufe von Hypnoseopfern. .

 Auch in Deutschland sind mehr Menschen betroffen, als man glaubt. Sie haben Angst, über ihr Trauma zu reden. So wie die Kollegin vom Psychologen Bernhard Trenkle, die zu einem Selbstversuch an einer Show teilnahm. Sie litt danach unter Depressionen, musste behandelt werden. Vor die Kamera wollte sie nicht..

 O-Ton, Bernhard Trenkle, Psychologe, Milton H. Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose:

»Der Bühnenhypnotiseur hat alle auf einen hellen Bühnenscheinwerfer fokussieren lassen. Diese Frau hatte einen Autounfall, wo sie einen Zusammenstoß hatte, danach auch in die Klinik kam, schwer verletzt. Ein entgegenkommendes Auto hatte sie geblendet, und anscheinend hatte diese Situation dieses alte Geschehnis wieder ausgelöst.«


Auch bei Alexander Cain, selbst ernannter Saubermann der Szene, müssen sich in Trance wildfremde Menschen betatschen. Solche Shows, wie hier in Fulda, sind eine tickende Zeitbombe, denn die Hypnotiseure wissen nichts über ihre Opfer. Oft spüren die erst nach Monaten die psychischen und körperlichen Folgen. Damit aber nicht genug, sagt selbst Cain..

 O-Ton, "Alexander Cain" alias Wolfgang Künzel, Showhypnotiseur:

»Die Hauptgefahr besteht aber darin, das man die Hypnose missbrauchen kann. Die Leute werden hinterher eventuell von dem Hypnotiseur noch mal hypnotisiert nach der Veranstaltung und dann zu Dingen, sagen wir mal getrieben, die sie eigentlich gar nicht möchten, sprich zum Beispiel zum Bankschalter, um Geld abzuheben.«
Frage: Kann man die auch zu dem Verbrechen verleiten?.

 O-Ton, "Kalli", Showhypnotiseur:

»Das wäre möglich, ja.«
Frage: Zum Beispiel?.

 O-Ton, "Kalli", Showhypnotiseur:

»Zu allem, was Sie möchten.«
O-Ton, "Alexander Cain" alias Wolfgang Künzel, Showhypnotiseur:
»Durch Leute, die auf mich zugekommen sind, weiß ich, dass es schon zu mehreren Vergewaltigungen gekommen ist, Gruppensex und so weiter. Und was ich als schlimm empfinde, ist, dass die Leute das eigentlich gar nicht wollten. Das wurde mir definitiv gesagt, sie wurden vorher hypnotisiert und sie haben das unter Trance gemacht.«
ATMO, "Alexander Cain" alias Wolfgang Künzel, Showhypnotiseur:
»Schlaf tief und fest...«
Menschen werden zu Marionetten. Und nach der Show wissen sie nichts mehr. Mehrere Wochen oder ein ganzes Leben - wie lang der Gedächtnisverlust anhält, weiß keiner..

 Frage: Du warst jetzt zwei Stunden hypnotisiert, kannst du dich dran erinnern?.

 ATMO, Umfrage:

»Zwei Stunden? Ne.«
»Nein, ich war drüben im "Chicos", ich war nicht da.«
»Da bin jetzt gerade selber erschrocken, dass es zwei Stunden waren.«
»Kann ich jetzt nichts zu sagen hier.«
ATMO, "Alexander Cain" alias Wolfgang Künzel, Showhypnotiseur:
»Sobald die Dame, die hier strippen soll, auf der Tanzfläche erscheint, bist du so richtig entsetzt, denn es ist deine eigene Mutter.«
Geschmacklosigkeiten und gleichzeitig Gefahren für die Psyche, täglich in Deutschland. Warum es hierzulande kein Verbot gibt? Das Bundesgesundheitsministerium sah sich auf Anfrage von REPORT außerstande, dazu überhaupt Stellung zu nehmen..

 Frage: Sind Sie der Meinung, dass Bühnenhypnose verboten werden sollte?

 O-Ton, Prof. Walter Bongartz, Psychologe, Universität Konstanz:

»Ja. Denn sehen Sie, man macht es ja auch nicht, dass man einen Blinddarm auf der Bühne operiert zur Freude der Zuschauer. Wenn hier also ein Verfahren angewendet wird, dass in der Therapie, in der Medizin ernsthaft hilft, Patienten von ihren Leiden zu befreien, ist es nicht der Platz, ist die Bühne nicht der Platz, um so was zum Ergötzen der Zuschauer darzustellen.«
Abmoderation Bernhard Nellessen:.

 Und die Bundesregierung bleibt übrigens auch unter der neuen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt bei diesem Thema sprachlos. Zum wiederholten Male blieb auch heute unsere Anfrage nach einer Stellungnahme ohne Antwort. .

 Mehr zum Thema "Showhypnose" in "REPORT nachgefragt" heute Abend 22.15 Uhr im Südwest Fernsehen. Sie können mitdiskutieren. Mailen Sie uns oder rufen Sie uns an unter der 01805 / 90 44 90..


 
 



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1. Version dieser Seite installiert am 21.2.2001





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