Das Hunger Projekt
und der Erhard-Kult
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Impressum |
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Die
Anfänge
"The Hunger Project" wurde 1977 während
einer Vorstandssitzung von EST gegründet.
EST galt als
Psychosekte.
EST stand für "Erhard Seminar
Training". "Erhard" stand für Jack Rosenberg alias Werner Erhard (>>).
Aus EST wurde später Landmark,
vgl. http://www.AGPF.de/Erhard-Kult.htm
Joan Holmes, EST-Mitarbeiterin und
Absolventin von Werner Erhards EST-Training, wurde 1979 als Leiterin eingesetzt
und ist es bis heute (>>).
"Das Hunger Projekt e.V." Deutschland
wurde 1982 gegründet.
Mitglied des Direktoriums: "Werner
Erhard, Werner Erhard and Associates".
Vereinszweck: "... die Beendigung des
Hungers auf der Welt bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu verwirklichen"
(>>).
Dieser Zweck wurde verfehlt, so dass
nur Auflösung des Vereins oder Satzungsänderung blieb.
Der Verein ist im Vereinregister des
Amtsgerichts Ravensburg unter VR 968 eingetragen.
Der deutsche Verein führt Joan
Holmes im Briefpapier als "Gobaler Vorstand Präsidentin des
Hunger Projekts, USA".
Der deutsche Verein "Das Hunger Projekt
e.V." ist hauptsächlich eine Spendensammelstelle für die amerikanische
Organisation (>>).
Das Hunger Projekt ist kein Psychomarkt-Anbieter.
Hier wird über das Hunger Projekt
berichtet, weil es durch durch Werner Erhard gegründet wurde.
Wer ist
Werner Erhard?
| Werner Erhard ist der
Gründer zahlreicher Psychomarkt-Anbieter, aus denen auch die späteren
Landmark-Firmen hervorgegangen sind.
Abbildung rechts aus:
http://www.rickross.com/groups/est.html
Dort auch zum Hunger Projekt:
http://www.rickross.com/groups/hunger_project.html |
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Werner Erhard wurde 1935 als John Rosenberg
geboren, genannt Jack Rosenberg. Seinen neuen Name wählte er nach
Werner Heisenberg, dem Physiker, und Ludwig Erhard, dem deutschen Wirtschaftswissenschaftler
und Bundeskanzler, der bis heute als Vater des deutschen Wirtschaftswunders
gilt.
Werner Erhard verkaufte Gebrauchwagen,
Fernkurse und Lexika und war Trainer für Haustürverkäufer.
Er befasste sich mit Beeinflussung, was in seiner Branche naheliegend war.
Er war zeitweilig Scientology-Anhänger und soll immerhin 70 Stunden
"Auditing" absolviert haben.
1971 startete er EST, die Abkürzung
von Erhard Seminar Training, gründete eine Firma und später eine
Stiftung, zunächst als EST Foundation bezeichnet, später als
Werner Erhard Foundation.
Mehr zu Erhards Biographie und den
Firmen unter http://www.AGPF.de/Erhard-Kult.htm
1977 gründete Erhard "The Hunger
Project".
Erhard hat angeblich 1991 seine Firmen
und/oder Beteiligungen verkauft, ist aus dem Vorstand des Hunger-Projekt
ausgeschieden und verschwunden.
Über seinen Verbleib ist nichts
bekannt.
Auch die Website www.wernererhard.com
(Betreiber angeblich: "Friends of Werner Erhard", Inhaber der Domain im
Februar 2006 Mick Miller) schreibt nichts über seinen Verbleib.
Es ist also auch keineswes ausgeschlossen,
dass Rosenberg alias Erhard erneut seinen Namen gewechselt hat.
Es gibt es keine Anhaltspunkte dafür,
dass Erhard noch heute Einfluss auf das Hunger Projekt nimmt.
Joan Holmes (>>)
wurde 1979 als "Chief Executive Officer" eingesetzt (>>).
Dieser Titel wurde später in "President" geändert.
Werner Erhard hatte Erfahrungen mit
diversen Psychogruppen - so auch mit Scientology.
Wohl daraus entstanden das "Erhard
Seminar Training" (EST), FORUM und The Centers Network.
Aus denen ging später der Psychomarkt-Anbieter
Landmark hervor.
1991 hat Erhard angeblich seine Firmen
verkauft und ist verschwunden.
Etwa gleichzeitig soll er auch aus
dem Vorstand von The Hunger Project zurückgetreten sein.
Das Hunger Projekt und Landmark legen
grossen Wert auf die Feststellung, dass beide miteinander nichts mehr zu
tun haben.
Der deutsche Verein Das Hunger Projekt
e.V. will Abstand von dieser Vergangenheit gewinnen.
Kein Wunder: Jahrelang hatte der Verein
das Ende des weltweiten Hungers bis zum Jahr 2000 propagiert.
Das trug ihm damals den Vorwurf der
sektentypischen Allmachtsphantasien ein.
Die Deutsche Welthungerhilfe qualifiziert
schon 1987 das Ziel, bis zum Jahre 2000 den Hunger zu beenden, als "illusorisch
und naiv". Man warne davor, zuviel des Optimismus in die Öffentlichkeit
zu bringen, denn die Situation in der Dritten Welt werde nicht besser,
sondern schlechter. Informieren alleine reiche nicht (>>).
Mit dem Namen "Hunger
Projekt" war also ursprünglich Werner Erhards Ziel verbunden, das
Ende des weltweiten Hungers bis zum Jahr 2000 herbeizuführen. Heute
will der Verein nur noch "chronischen Hunger gemeinsam überwinden".
In umfangreichen Korrespondenzen mit
Website-Betreibern wurde jedoch der Eindruck erweckt, als sei nie Vereinziel
gewesen, den Hunger unmittelbar zu bekämpfen. Als habe es sich damals
nur um eine übertriebene Formulierung gehandelt, von der man später
abgerückt sei. Als habe man damals eben nur Meinungsbildung betrieben
und sei nach Trennung von Werner Erhard zur Entwicklungshilfe übergegangen.
Hunger-Projekt-Mitarbeiterin Oinone Buschendorff-Schaar lieferte sogar
Textvorschläge.
Deshalb sei hier noch einmal daran erinnert,
was ursprünglich in der Satzung des deutschen Verein gestanden hat:
"... die Beendigung des Hungers
auf der Welt bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu verwirklichen. Dieser
Satzungszweck wird erreicht durch die Bekämpfung und Beendigung des
Hungers, und zwar a) ideell mittels Lehr- und Informationsveranstaltungen,
Seminaren, Broschüren und sonstiger Maßnahmen, b) durch Beschaffung
von Mitteln für andere steuerbegünstigte Organisationen, die
ebenfalls an der Beendigung des Hungers arbeiten (z.B. deutsche Welthungerhilfe,
Misereor, Brot für die Welt etc.)" (>>)
Das
Hunger Projekt e.V. Spendensammelstelle für die US-Zentrale
Der deutsche Verein Das Hunger Projekt
e.V. ist allerdings kaum mehr als eine Spendensammelstelle für die
US-Zentrale.
Der Verein Hunger Projekt e.V. hat 80%
und mehr der in Deutschland gesammelten Spenden nach Abzug von Verwaltungs-
und Werbekosten an die US-amerikanische Organisation überwiesen.
-
2001 hat das Das Hunger Projekt e.V. über
500.000 DM an Spenden eingesammelt und davon 391.000 DM für "Transfer
Hunger Projekt New York" ausgegeben, das sind fast 80%.
-
2002 wurden über 250.000 Euro an Spenden
eingenommen. Davon "Transfer Hunger Projekt New York": 218.879,14 Euro,
also über 85%.
-
2004 betrugen Spenden, Nachlass und Schenkungen
über 316.000 Euro, 267.000 Euro wurden nach New York überwiesen,
also knapp 85 %.
-
Dazu vermerkt der Wirtschaftsprüfer:
"Im Geschäftsjahr wurden ausschliesslich Mittel an das globale Büro
in New York weitergeleitet".
-
2005: Ein atypisches Jahr, weil Karl Everding
dem Verein eine Erbschaft von 226.000 Euro hinterlassen hat. Auch 2005
ist in der Rubrik "Ausgaben für Projekte" für 352.000 Euro vermerkt
"Transfer Hunger Projekt New York".
-
2006: Einnahmen aus Spenden: 357.000 Euro,
"Transfer Hunger Projekt New York": 368.000 Euro. Erstmals ausgewiesen
ein "Transfer Hunger Projekt Bangladesch" von 41.000 Euro.
Der deutsche Verein Das Hunger Projekt e.V.
besitzt das "Spendensiegel" des DZI Deutsches Zentralinstitut für
soziale Fragen.
US-Registerunterlagen
| Der Verein Das Hunger Projekt e.V.
hat der AGPF mehrfach Unterlagen über die amerikanische Organisation
geschickt, mit Schreiben vom 28.2.2007 auch die eigentlichen Registereintragungen,
als PDF (367 KB) unter http://www.AGPF.de/Hunger-Project-Incorporation-1977-1980.pdf
Mit Schreiben vom 29.9.2006 hat der
Verein Das Hunger Projekt e.V. der AGPF die rechts abgebildete Bestätigung
(zum Vergrössern anklicken) des Staates Kalifornien geschickt, dass
die Organisation seit dem 25.11.1977 dort eingetragen ist. |
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Die
Präsidentin Joan Holmes
Joan Holmes wurde 1979 als "Chief Executive
Officer" eingesetzt. Dieser Titel wurde später in "President" geändert.
Nachfolgend wird mit einem Holmes-Artikel
aus einer EST-Zeitschrift von 1977 belegt, dass Holmes damals für
EST tätig war.
| Titelseite der Zeitschrift
"The Graduate Review", August 1977.
In dieser Zeitschrift berichtete
Joan Holmes erstmals über die Gründung von "The Hunger Project". |
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| Unter dem Titel das Firmenzeichen "EST
an educational corporation" mit dem Zeichen "TM" für Trademark, eingetragenes
Markenzeichen. |
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Ausschnitte und Zitate
aus dem Artikel
Managing The Hunger Project:
" ... the joy of it, the celebration"
by Joan Holmes
aus der EST-Zeitschrift "The Graduate Review",
August 1977
Bildunterschrift:
"Joan Holmes ist Managerin
von Die est Stiftung für ein kürzlich angekündigtes Projekt,
das offiziell bezeichnet wurde als Das Hunger Projekt - Das Ende des Hungers:
Schaffung des Zusammenhanges von Verantwortung und hinreichendem Auskommen."
"Vor vier Jahren änderte
das EST-Training alles für mich, indem es alles geändert hat,
was ich besessen habe. Das exciting Spannendste für mich ist, dass
es jetzt Zeit ist, damit fortzufahren. Transformiert (umgedreht) zu werden,
ist grossartig und jetzt, da ich es bin, wird mir klar, dass ich es niemals
nicht war. Andererseits, "Na und?"
"Ich bin zufrieden damit, am
Hunger teilzunehmen und ich möchte, dass sie wissen, dass ich dem
keine grosse Bedetung beimesse.
Selbstversändlich bin ich nicht
Leuten gebenüber gefühllose, die hungris sind und verhungern,
aber die Wahrheit ist, dass es jedes Thema sein könnte. Das Verfahren
ist dasselbe. Ich wäre ebenso froh, an jeden anderen Thema teilzunehmen,
weil die Freude darin liegt, die Kraft zu erfahren und im Zusammenhang
zum Verständnis beizutragen.
Es kommt wirklich daher, dass
die Wahrheit gesagt wird. Werner hatte den Mut, die Wahrheit über
den Hunger zu sagen und er schuf den Raum für mich, die Wahrheit zu
sagen. Zusätzlich dazu, dass er sagt, dass er die Verantwortung für
den Hunger übernehme, hat er den zusammenhang dafür geschaffen,
dass jetzt der hunger bewe´seitig werde kann. Nach meiner Erfahrung
sagt Werner die Wahrheit. Deshalb empfange ich um ihn herum Inspiration
nd jetzt habe ich den Raum, die Wahrheuit zu sagen und bekomme Inspirationen
ringsum meiner selbst.
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Clips and citations from
the article
Managing The Hunger Project:
" ... the joy of it, the celebration"
by Joan Holmes
from the magazine "The Graduate Review",
August 1977
Image legend:
"Joan Holmes is The est Foundation's
manager for a recently announced project that has been formally named The
Hunger Project — The end of starvation: Creating the context of responsibility
and sufficiency.
"Four years ago, the est training
altered everything for me, in that it altered the way I held everything.
The exciting thing for me is that now it's time to get on with it. Being
transformed is great, and now that I am, I realize that I never was not.
The other part of that is, "So what?"
Im pleased to be participating
with starvation, and I want you to know that I don't have any significance
about it.
Of course, I'm not insensitive to the
people who are hungry and starving, but the truth is that it could be any
issue. The process is the same. I would be equally joyful about participating
with any issue, because the joy is in experiencing the power and the contribution
of the contextual approach.
It really comes from telling the
truth. Werner had the courage to tell the truth about starvation, and he
created the space for me to tell the truth. In addition to saying that
he is willing to be responsible for starvation, he has created the context
in which starvation can now actually be ended. In my experience Werner
teils the truth. So around him I get inspiration, and now I have the space
to tell the truth, and around myself I'm getting some inspiration.
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Werner
Erhard und Joan Holmes 1984 in Deutschland als Direktoren vorgestellt
Aus: Eine Drehung im
Wind - Die Hunger Projekt Zeitung Nr. 1 März 1984
Die Direktoren des Hunger
Projekts (Auszug)
Werner Erhard hat
die Natur der individuellen und sozialen Transformation erforscht; er entwickelte
spezielle Kurse und Programme, die es den Teilnehmern ermöglichen,
ihre Fähigkeiten zu entdecken und umzusetzen. Seit 1971 entwickelte
er Centers Network, eine Organisation, die für diese Kurse
auf der ganzen Welt verantwortlich ist. In Europa, Asien und Amerika hielt
er viele Vorträge und unterstützt zahlreiche Stiftungen und Organisationen.
Er ist der Initiator des Hunger Projekts.
Joan Holmes ist Leitende
Direktorin des Hunger Projekts. Gleichzeitig arbeitet sie in der Leitung
von Private Agencies in International Development und ist eine Direktorin
von Overseas Development Council. Zur Zeit ist sie in Indien, um
dem Hunger Projektdort zu einem Durchbruch zu verhelfen.
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Rechts eine Abbildung
der Liste des "Globalen Direktoriums" aus dem "Jahresbericht 1985" (vergrössern:
Bild anklicken) des deutschen Vereins.
Erhard hatte also fraglos
massgeblichen Einfluss. |
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1991:
Kritik in Deutschland
Aus: Friedrich-Wilhelm Haack und Thomas
Gandow: Jugendsekten. Vorbeugen - Hilfe - Auswege, 1991, Seite 99,
Das Erhard Seminar Training / Est
"Die "60 Stunden, die dein Leben verändern",
werden an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden abgehalten. Bei Teilnehmerzahlen
um 250 und einem Preis von nahezu 1000 DM sind diese Trainings für
die Bewegung von erheblichem Gewinn. Den Partizipanten wird beigebracht,
"für ihr Leben selbst die Verantwortung zu übernehmen". Angehörige
von Est-Absolventen haben das Ergebnis unter anderem wie folgt beschrieben:
"Auf mich und die Kinder nimmt
er seitdem überhaupt keine Rücksicht mehr. Nur was er denkt,
will und fühlt, ist wichtig. Wenn man ihn auf sein Verhalten anspricht,
wird man barsch abgewiesen. Man kann besser mit einer Schaufensterpuppe
leben als mit einem Menschen, der für andere gefühllos geworden
ist."
Bei den Programmen herrschten anfangs regelrechte
Terror-Methoden. Niemand durfte den Saal verlassen, man wurde regelrecht
gezwungen, den Anordnungen der Trainer Folge zu leisten. 1984 wurde das
Programm entschärft und in "Das Forum" umbenannt. Eine der Est-Aktivitäten
ist das "Hunger-Projekt" das zwar Spenden sammelt, jedoch keine aktive
Hilfe gegen den Hunger in der Welt leistet. Es will "das Bewusstsein verändern";
dann würde der Hunger aus der Welt verschwinden. |
1994:
"Ende des Hungers" wird "gemessen an der Säuglingssterblichkeitsrate"
"Das Hunger Projekt" ist von seinem
ursprünglichen Ziel, bis zum Jahre 2000 den Hunger zu beenden, stufenweise
abgerückt.
In einer Einladung zu einer Spendensammelveranstaltung
("Investitions-Treffen") von 1994 (Abbildung rechts, zum Vergrössern
anklicken) hiess es, man habe es sich zum Ziel gesetzt,
"das Ende des Hungers bis zum
Jahr 2000, gemessen an der Säuglingssterblichkeitsrate (SSR) zu erreichen".
Das Abrücken von diesem Datum war
allerdings schon deshalb nötig, weil in der ursprünglichen Satzung
von 1982 als Zweck des Vereins eingetragen war, "die Beendigung des Hungers
auf der Welt bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu verwirklichen".
Nachdem absehbar wurde, dass dieses Ziel nicht erreichbar war und der Verein
deshalb zunehmend unglaubhaft wurde, war eine Änderung geboten. |
 |
Stellungnahme
des Hunger Projekt e.V. zu Werner Erhard
Im Juni 2003 hat der Verein Betreibern
deutschsprachiger Websites Aufforderungen zukommen lassen, ihre Texte zu
ändern und wünscht, dass er "gar nicht mehr" im Zusammenhang
mit Landmark und/oder EST genannt wird. Deren Nennung werfe "ein unwahres
Licht auf die aktuelle Arbeit des Hunger Projekts und behindert diese".
Man wolle mit "Informationen zur aktuellen Arbeit des Hunger Projekts ...
endgültig diese Missverständnisse und Falschdarstellungen aus
dem Weg ... räumen". Dazu >>
| Aus: www.das-hunger-projekt.de/index.php@menuid=4&titleid=49#Erhard
(geladen am 4.2.2006) |
| "Welche Verbindung hat das Hunger Projekt
mit Werner Erhard und EST / Centers Network?"
Antwort:
Werner Erhard war 1977 einer der drei
Mitbegründer des Hunger Projekts in den USA. Er gehörte bis zu
seinem Austritt im Jahr 1990 dem Globalen Vorstand an.
Werner Erhard geriet im Verlaufe der 80er
Jahren mit der von ihm Anfang der 70er Jahre gegründeten Organisation
"EST/Centers Network“ in den Verdacht, "psychokultartig" vorzugehen.
Berührungspunkte vom 1982 in Deutschland
gegründeten Verein Das Hunger Projekt e.V. zu „EST/Centers Network“
bestanden in den 80er Jahren darin, dass zum Teil Materialien des Hunger
Projekts in Kursen von „EST“ auslagen oder teilweise den TeilnehmerInnen
die Arbeit des Hunger Projekts vorgestellt wurde.
Aufgrund der Vorwürfe gegen Werner
Erhard hat Das Hunger Projekt e.V. in Deutschland bereits im Jahre 1988
jeden Kontakt zu Werner Erhard bzw. "EST/Centers Network“ abgebrochen.
Seit 1990 ist Werner Erhard auch in keinster Weise mehr im globalen Hunger
Projekt aktiv. |
Keine
Distanzierung
Der deutsche Verein Das Hunger Projekt
e.V. hat sich bisher nicht in aller Deutlichkeit von Werner Erhard und
seinen Methoden distanziert.
Mit wechselnden Formulierungen wurde lediglich
versucht, Erhards Methoden und seine Bedeutung für das Hunger Projekt
zu bagatellisieren.
So auch noch im obigen Text von 2006 (>>),
wenn es heisst, Erhard sei in den "Verdacht" geraten, "psychokultartig"
vorzugehen.
Oder wenn er als lediglich "einer der
drei Mitbegründer" des Hunger Projekt bezeichnet wird.
Frühere Stellungnahmen:
-
"Das Hunger Projekt ist in den ersten Jahren
nach der Gründung von Herrn Erhard und 'est' unterstützt worden.
Seit 1988 wurde jedoch auf jegliche Hilfe durch 'est' bzw. 'Landmark Education'
und Herrn Erhard verzichtet" (Rundschreiben vom 15.7.98),
-
"... haben nichts mit "Werner Erhardt &
Associates (est)" bzw. "Landmark Education" zu tun, weder mit der Organisation,
noch mit dem Gedankengut, noch mit den Methoden, noch mit den finanziellen
Angelegenheiten" (Rundschreiben vom 26.7.99),
In einem Rundschreiben vom 10.12.99 ist dann
"mit der Absicht, uns als Organisation transparenter zu machen und zu bestehenden
Vorwürfen und Missverständnissen Stellung zu nehmen" von dem
"Gründungsmitglied Werner Erhard" die Rede.
"Missverständnisse
und Falschdarstellungen"?
Das Hunger-Projekt wurde von Werner Erhard
gegründet als eine der vielen Organisationen, die man den Psychogruppen
zurechnen konnte. Der Name lässt die Bekämpfung akuten Hungers
vermuten. Diese Vermutung wurde dadurch gefördert, dass "die Beschaffung
von Mitteln für ... Deutsche Welthungerhilfe, Misereor, Brot für
die Welt" sogar als Zweck des Vereins (>>)
in der Vereinssatzung stand. Die EZW schrieb 1988 von Irreführung
(>>). Die Süddeutsche Zeitung berichtete
1987, "bei der evangelischen Organisation 'Brot für die Welt' hat
man sich vor einiger Zeit genötigt gesehen, sich 'auf das schärfste
von denen zu distanzieren'." (>>)
Heute versteht der Verein seine Tätigkeit
als Entwicklungshilfe und wertet es offenbar als Falschinformation, wenn
seine Tätigkeit nicht entsprechend beschrieben wird.
Um die aktuellen Aktivitäten des
Vereins geht es hier jedoch nicht.
Wir behaupten auch nicht, das der Verein
Das Hunger Projekt e.V. eine Sekte oder Psychogruppe ist oder die Methoden
von EST/Landmark anwendet.
Der Name Hunger-Projekt erweckt durchaus
den Eindruck, als solle der akute Hunger bekämpft werden.
Deshalb hatte auch der Verein SINUS e.V.
in www.sinus-ffm.de darauf hingewiesen,
dass die Spendengelder nicht zur Linderung des akuten Hungers verwendet
werden:
"1977: Erhard startet das "Hunger
Project". Ziel war es, möglichst viele Teilnehmer an Seminaren zu
gewinnen. Hilfe für Notleidende war nie vorgesehen".
Dazu hatte der Verein Das Hunger Projekt e.V.
am 11.6.2003 mitgeteilt, dass
"das Hunger Projekt satzungsgemäss
keine Organisation ist, die aktuelle Hungersnöte (im Gegensatz zu
chronischem Hunger) bekämpft".
Der Verein bestätigte weiter:
"In der Zeit von 1977 bis 1990
leistete somit das Hunger Projekt keine konkrete Entwicklungshilfe, sondern
entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, um das
öffentliche Bewusstsein und den politischen Willen für die Beendigung
des Hungers zu stärken. Das geschah z.B. durch Unterschriftensammlungen,
Informationsseminaren, politische Lobbyarbeit, etc.".
Mit Schreiben an die AGPF vom 30.5.2005 wird
Wert auf die Feststellung gelegt, "dass das Hunger Projekt e.V. seit 1991
tatsächlich - mit veränderter Satzung - konkrete Entwicklungshilfe
leistet, zur Zeit in 13 Entwicklungsländern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas."
AGPF-Info
von 1997
Soweit ersichtlich, wurde in diesem Text
erstmals über Erhards Rolle im deutschen Hunger-Projekt berichtet.
Deshalb wird der Text hier vollständig
wiedergegeben.
Das Hunger Projekt
EST - Network - Forum
- Landmark
Im elektronischen Telephonbuch ETB eingetragen
am 13.3.97: Das Hunger Projekt e. V. [1.... Berlin] (030) 8592725 (030)
8592733.
"Das Hunger Projekt" Deutschland wurde
1982 gegründet und 1983 beim Amtsgericht Rheinbach bei Bonn unter
VR 243 in das Vereinsregister eingetragen. 1983 wurde auch ein Büro
in München eingerichtet. In einer Information für die Presse
von 1983 wurde das Direktorium vorgestellt. Mitglied: "Werner Erhard, Werner
Erhard and Associates". In der Broschüre "Das Ende des Hungers" (Copyright
1982) wird Erhard als "Mitbegründer" bezeichnet. Demnach hat Erhard
1977 "die fundamentalen Gesetze, die das Fortbestehen des Hungers auf unserer
Erde lenken und bestimmen" und "die Prinzipien zur Beendigung von Hunger
und Hungertod auf der Erde" entdeckt: "Das Hunger-Projekt wurde von Anfang
an von diesen Prinzipien und Abstraktionen geleitet".
Zweck des Vereins laut
Satzung : "... die Beendigung des Hungers auf der Welt bis zum Ende dieses
Jahrhunderts zu verwirklichen. Dieser Satzungszweck wird erreicht durch
die Bekämpfung und Beendigung des Hungers, und zwar a) ideell mittels
Lehr- und Informationsveranstaltungen, Seminaren, Broschüren und sonstiger
Maßnahmen, b) durch Beschaffung von Mitteln für andere steuerbegünstigte
Organisationen, die ebenfalls an der Beendigung des Hungers arbeiten (z.B.
deutsche Welthungerhilfe, Misereor,
Brot für die Welt etc.)".
1984 wurden 240.000.- DM an Spenden eingenommen
und 5.000.- dafür ausgegeben. 1985 wurden 450.000.- DM an Spenden
eingenommen und 11.000.- für Spenden ausgegeben. Größte
Posten der Ausgaben: Telefon und Porti (84: 70.000.- DM, 85: 104.000.-
DM), Personal (84: 44.000.- DM, 85: 116.000.- DM), Computer (84: 37.000.-
DM, 85: 6.000.- DM), Kopiergerät (84: 34.000.- DM, 85: 11.000.- DM).
Das "Erhard Seminar Training" ("EST") wurde
in einem Buch ("Das Buch EST" mit Vorwort von Werner Erhard, deutsch 1983)
als das "gegenwärtig schnellstwachsende und bedeutendste, neuartige
und umstrittene 'Erleuchtungs'-Programm" bezeichnet. In Deutschland berichtete
erstmals der Spiegel (22.3.76: Psychotraining - Wie Zombies") über
den "Sektengründer Erhard", der zunächst Autoverkäufer gewesen
sei, dann Vertreter für Enzyklopädien: "Als Jack Rosenberg
in Philadelphia geboren", habe er sich "nach Werner Heisenberg und dem
Bundeskanzler Erhard" umgetauft. Über seine Veranstaltungen in den
USA wird dort berichtet: "Wie in kollektiver Tobsucht wälzen
sich rund 300 Menschen, aufschreiend in inneren Qualen, schluchzend, wimmernd,
dann wieder geschüttelt von irrem Gelächter. Ohnmachtsanfälle,
der Geruch von Urin mischt sich mit dem von Erbrochenem, mit unbeteiligten
Gesichtern verteilen junge Helfer Papiertaschentücher und Spucktüten".
Die "Münchner Rundschau" (28.10.83)
berichtete über den Beginn in Deutschland: Werner Erhard in der fast
ausverkauften Bayernhalle vor 2000 Zuschauern. Anschließend wird
das "Training" angeboten, zu beenden mit "Graduation". 1983 wurde in Deutschland
eine Firma gegründet: Werner Erhard Studienzentrum GmbH, München.
Gesellschafter: Werner Erhard, Kaufmann, Sausalito, Kalifornien,USA, mit
47.500.- DM Kapital und Firma Werner Erhard Educational Associates Ltd,
Vancouver, British Columbia mit 2.500.- DM Kapital. Die Eintragung im Handelsregister
München erfolgte am 9.4.84 unter HRB 73251 als The Centers Network
Gesellschaft für kontextuelle Studienseminare GmbH.
Am 5.11.91 wurde der Name der Firma geändert
in Landmark Education GmbH.
Am 18.12.96 hat ein Rechtsanwaltsbüro
aus München unaufgefordert eine umfangreiche Dokumentation verschickt
(RA Tremmel, Martiusstr. 5 - 80802 München, Fax 089-337293). Inhalt
u.a.: Gutachten von Prof. Dipl. Psych. Jürgen Hentze, Frankfurt und
Prof. Dr. med. Norbert Nedopil, München, sowie Empfehlungsschreiben,
z.B. von Lowell Streiker, Kalifornien. Die Gutachten waren offenbar für
ein Gerichtsverfahren bestimmt. Auf die Frage nach Aktenzeichen, Stand
und Gegenstand des Verfahrens: " ... ist noch nicht entschieden".
Keine Antwort auf die Fragen. Auch enthalten in der Dokumentation: ein
Formular für eine von den Landmark-Mitarbeitern zu unterzeichnende
Erklärung, wonach die Methoden der Scientology-Organisation und ihres
Gründers Hubbard nicht angewandt, vielmehr abgelehnt werden.
Buchhinweis: Lell, Martin: Das Forum.
Protokoll einer Gehirnwäsche.
Der Psycho-Konzern Landmark-Education.
DTV Mai 1997 ISBN 3-423-36021-6 DM 14.90
Ingo Heinemann 16.4.97 |
Bericht
über eine Veranstaltung des Hunger Projekts von 1987
| Am 29./30. August 1987 besuchte eine Mitarbeiterin
des "Sekten-Info Essen e.V." die Wochenendtagung des Hungerprojektes" in
Dortmund. An dieser Tagung nahmen 68 Personen '(laut Teilnehmerliste) im
Alter zwischen 20 und 40 Jahren teil, und sie fand in einem kleinen Tagungsraum
innerhalb der Westfalenhalle statt. Der Teilnehmerbeitrag betrug
30,— DM und mußte zu Beginn bezahlt werden. Die Tagung begann morgens
gegen 9.00 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück (Müsli, Brötchen,
Wurst), das in einem Nebenraum aufgebaut worden war. Um 10.00 Uhr wurden
dann alle Teilnehmer durch drei Assistenten der Dortmunder "Hungerprojekt"-Gruppe
begrüßt. Die drei äußerten, daß sie sehr erfreut
und gerührt seien, daß so viele Teilnehmer nach Dortmund gekommen
seien (obwohl zu dem Zeitpunkt erst 48 Teilnehmer anwesend waren), und
eine junge Frau brach dabei in Tränen aus, während die anderen
beiden mühsam schluckten.
Danach wurden alle Anwesenden aufgefordert
mit ihren Stühlen einen großen Kreis zu bilden und sich gegenseitig
vorzustellen. Dieses Vorstellen dauerte vier Stunden und sah folgendermaßen
aus: Wer wollte, ging in die Mitte des Kreises, nannte seinen Vornamen
und äußerte sich ausführlich über seine Motivation
und seine Erfahrungen mit dem Hungerprojekt. Die meisten Äußerungen
waren extrem gefühlsbetont und für das Problem des Hungers in
der Welt irrelevant. Aber jede noch so geringe Banalität wurde durch
großen Beifall der Gruppe unterstützt. Am Ende wurden
die Teilnehmer, die sich bisher zurückgehalten hatten, aufgefordert,
sich auch vorzustellen. Von 14.00 - 15.00 Uhr erfolgte eine Mittagspause,
in der jeder essen oder Spazierengehen konnte.
Um 15.00 Uhr folgte dann eine weitere Vorstellungsrunde
derjenigen Teilnehmer, die inzwischen noch eingetroffen waren, u. a. auch
W. Z. (Name der AGPF bekannt), der von seinen Anhängern zärtlich
Big Jan genannt wird. Er ersparte sich seine Vorstellung, berichtete dafür
aber umso ausführlicher über seine Arbeit, die er in den letzten
Monaten für das Hungerprojekt geleistet hatte. Dabei schluchzte er
heftig, bis schließlich sogar einige Tränen über seine
Wangen flossen, da er in letzter Zeit allein und vor allem sogar nachts
hatte arbeiten müssen.
Nach seiner "Vorstellung" versicherten
ihm eifrig etliche Teilnehmer, daß sie durch seine offene, ehrliche
Art sehr beeindruckt seien und ihm in Zukunft bei der Arbeit mehr zur Seite
stehen würden. Einige hatten dabei ebenfalls Tränen in den Augen.
Danach mußte Herr Z. den Raum vorübergehend
verlassen, da sich zwei Journalisten vom "Ruhrwort" angemeldet hatten.
Innerhalb der Gruppe entbrannte nun eine
heftige Diskussion, ob man den Presseleuten erlauben solle, an der Veranstaltung
teilzunehmen oder nicht. Dabei zeigte sich, daß die Teilnehmer, die
noch nicht so lange zum Hunger-Projekt gehörten (laut Vorstellungsgespräch),
begeistert waren von der Idee, mit der Presse reden zu können, während
die anderen dies ablehnten mit der Begründung, Journalisten hätten
sowieso eine vorgefaßte Meinung und würden nur negativ über
das Hungerprojekt berichten. So blieb es dabei, daß nur W. Z. als
"Geübter" der Presse ein Interview geben sollte. Anschließend
wurde in der Gruppe beratschlagt, wie die restliche Zeit bis zum Abendessen
sinnvoll genutzt werden könnte.
Wieder waren es die "jüngeren" Teilnehmer,
die den Vorschlag machten, konkrete Projekte zu besprechen, die helfen
könnten, den Hunger in der Welt zu lindern. Und wieder wurde dies
durch die "Alten" energisch abgelehnt mit der Begründung, dies sei
reine Zeitverschwendung. Viel wichtiger sei es, das eigene Bewußtsein
zu verändern und darauf hinzuarbeiten. Lediglich das Anwerben neuer
Mitglieder für die "Finanzfamilie" sei noch interessant, der Hunger
in der Welt würde sich dann von selbst erledigen.
Das anschließende Gespräch über
diese Bewußtseinserweiterung verlief ungeordnet. Die "älteren"
Mitglieder konnten den jüngeren nicht verständlich machen, wie
denn diese Bewußtseinserweiterung auszusehen hätte. Wichtig
zu erwähnen ist, daß nach einer Stunde sich folgender Vorfall
ereignete: Ein junger Mann warf sich mitten auf den Boden, hämmerte
mit Händen und Füßen auf den Boden und schrie: "Ich bin
aber hier, um etwas gegen den Hunger zu unternehmen, helft mir, ich verstehe
gar nichts mehr." Danach begann er heftig und krampfartig zu weinen. Zwei
Frauen aus der Gruppe streichelten ihn daraufhin und brachten ihn zu seinem
Platz zurück. Das Gespräch der anderen ging unbeeindruckt weiter.
Um 18.00 Uhr schlichen viele der "jüngeren" Mitglieder offenbar deprimiert
zum Abendessen.
Um 20.00 Uhr wurde dann das Theaterstück
der Dortmunder Hungerprojekt-Gruppe aufgeführt und im Anschluß
daran eine Fete veranstaltet. Der Sonntag begann ebenfalls mit einem gemeinsamen
Frühstück um 9.00 Uhr. Um 10.00 Uhr versammelten sich alle in
dem Tagungsraum und diesmal wurde der Tag mit einer Einstimmung begonnen:
Alle gaben sich die Hand und schlossen die Augen und entspannten sich.
Danach übernahm W. Z. die Leitung.
Doch statt über die zukünftige
Arbeit des Hungerprojektes zu reden, begann er mit ein paar Witzchen im
Stil amerikanischer Alleinunterhalter. Innerhalb von zwanzig Minuten hatte
sich die Verstimmung der meisten vom Vortage gelegt und alle schienen glücklich,
daß W. zu ihnen sprach. Herr Z. redete zwei Stunden ununterbrochen
über eine Vielzahl von Themen. Schüchterne Verständnisfragen
von Seiten der "jüngeren" Teilnehmer beantwortete er nicht,
sondern wehrte sie durch Komplimente und Beifall ab, bis diese ihre Frage
vergessen hatten und fuhr in seinem Vortrag fort. Er gab aber auch offen
zu, daß seine Rede ohne Sinn sei, das Wichtigste sei nicht, seine
Worte zu verstehen, sondern die Botschaft, die hinter seinen Worten stehe.
Er scheute sich auch nicht, zwei Leute, die ihn ständig unterbrochen
hatten, in die Mitte zu bitten und sie zum Gespött der Gruppe zu machen;
als jedoch seine Freundin sich dazugesellen wollte, brach er das Spiel
ab.
Nach einer langen Mittagspause berichtete
Herr Z. über sein Gespräch mit der Presse vom Vortage. Es sei
schwierig gewesen, da die Presseleute so viele Vorurteile hätten,
aber er habe doch etwas bewirken können und sei sehr zuversichtlich,
daß endlich ein positiver Artikel über das Hungerprojekt erscheinen
werde.
Danach setzte er seinen Vortrag vom Vormittag
fort bis zum Abendessen, an dem ich nicht mehr teilgenommen habe.
Besonders aufgefallen ist mir, daß
ein Lehrer, dem Zweifel an der Arbeit des Hungerprojektes gekommen waren,
nie allein gelassen wurde, so daß ich nicht mit ihm reden konnte.
Die zweite Auffälligkeit ist die besondere
Sprache; z. B. alle Menschen müssen transformiert werden, den Raum
halten, die Finanzfamilie erweitern!
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MATERIALDIENST
DER EZW 2/88
PSYCHOTRAINING
»Hungerprojekt e.V.«.
(Vgl. 1984, S. 78f) Die Beendigung
des Hungers ist eine Idee, deren Zeit gekommen ist." Dies ist das Motto
einer Organisation, die unter dem Namen »Hungerprojekt« immer
wieder und derzeit verstärkt von sich reden macht. Auch bei der EZW
wird in den vergangenen Wochen und Monaten auffallend häufig um Information
über diese Gruppierung nachgefragt. Was also ist das »Hungerprojekt«?
Es handelt sich um eine 1977 in San Franzisko/Kalifornien
gegründete Organisation, die sich nach eigenen Angaben weltweit ausdehnen
will und zu diesem Zweck auch in Deutschland einen Verein (Sitz in München)
gegründet hat. Das »Hungerprojekt« selbst gibt weltweit
über 4 Millionen „Teilnehmer" in 152 Ländern an, davon allein
in der Bundesrepublik 100000. Ziel des eingetragenen Vereins ist es also,
„das Ende des Hungers weltweit zu einer Idee zu machen". Für die Verbreitung
dieser „Idee" wird durch aufwendige Öffentlichkeitsarbeit, in Seminaren,
aber auch durch Informationsveranstaltungen in Schulen geworben und natürlich
auch um Geldzuwendungen gebeten. Werbe- und Propagandachancen ergeben sich
für das »Hungerprojekt« vor allem dadurch, daß der
Name dieser Organisation unterstellt, es handele sich hier um ein karitatives
Hungerhilfswerk. Dies ist freilich ein irreführendes Mißverständnis,
das auch schon viele getäuscht hat.
Um zu verstehen, worum es beim »Hungerprojekt«
geht, ist vor allem folgender Hintergrund wichtig: Das »Hungerprojekt«
steht in enger Verbindung mit dem „Psycho-Kult" E5T (heute: »Center's
Network«) des Werner Erhard, vormals Jack Rosenberg (s. MD 1984,
S. 73-79). Diese Erhard-Organisation wird in den USA zu den sogenannten
„destructive cults" gerechnet und hat auch in Deutschland als „Psycho-Sekte"
von sich reden gemacht. Werner Erhard selbst, der Gründer und charismatische
Führer der EST-Bewegung, hat das »Hungerprojekt« mit ins
Leben gerufen. Die Verbindungen zwischen EST (Center's Network) und »Hungerprojekt«
sind vielfältig, auch wenn inzwischen die »Hungerprojekt«-Verantwortlichen
auf größere Selbständigkeit zu drängen scheinen.
Diese Verbindung ist aber vor allem deshalb
wichtig, weil ohne die EST-Ideologie das „Hungerprojekt" nicht verstanden
werden kann.
Ziel des EST-Trainings (inzwischen »Forum«)
ist es, aus der Rolle des „Idioten" herauszukommen und eine Art Erleuchtungserlebnis
zu bekommen. Dies soll darin bestehen: Jeder trägt für sich selbst
die völlige und alleinige Verantwortung, und der einzige Weg zum Glück
ist, genau das zu tun, was man ohnehin tut. Die Nonsens-Philosophie Erhards
heißt: „Der springende Punkt ist, bevor die Zeit nicht reif ist,
gelingt nichts, was du tust, und wenn die Zeit reif ist, dann gelingt dir
das, was du tust, und du wirst genau tun, was gelingt." Und die Beendigung
des Hungers ist eben eine Idee, für die die Zeit reif ist- im EST-Jargon:
Die Beendigung des Hungers soll durch die Beendigung des Hungers erreicht
werden. Dabei wird von den »Hungerprojekt«-Propagandisten kein
Gedanke an die komplexen politischen, ökonomischen und kulturellen
Ursachen der Hungersnot verschwendet. Bewußtsein ist alles! Genauer
noch: Nicht die Hilfe für andere ist erstes Ziel des »Hungerprojektes«.
Das Ziel ist „eine Art erwachsen zu werden". So könnte man die „Idee"
des »Hungerprojekts« einen Egotrip zur eigenen Erfahrung nennen,
bei dem der „Welthunger" das bloße Medium darstellt.
Das »Hungerprojekt« besteht
nun darin, diese „Idee" zu verbreiten. Die gesammelten Gelder fließen
erklärtermaßen zu ca. 98% nicht den Hungernden zu, kommen keinen
entsprechenden Projekten zugute, sondern werden zur Propagierung der „Idee",
zur Aufrechterhaltung und dem weiteren Ausbau der »Hungerprojekt«-0rganisation
verwendet. So kann der Name »Hungerprojekt«
den in die Irre führen, der meint, dies sei ein humanitäres Werk,
das etwa »Brot für die Welt«, »Misereor«,
»Welthungerhilfe« usw. gleicht. Diese Irreführung kann
diejenigen, die sich durch die Bezeichnung »Hungerprojekt«
auf ihre humanitäre Hilfsbereitschaft ansprechen lassen, in die Einflußzone
des EST-Psycho-Unternehmens führen.
Dagegen ist festzuhalten: Mit dem bislang
in unserer Kultur verbreiteten Gedanken humanitärer Hilfe hat das
»Hungerprojekt« nichts zu tun. Es scheint aber einiges damit
zu tun zu haben, daß die Teilnahme am »Hungerprojekt«
die Rekrutierungschancen für den EST-Psycho-Konzern erhöht. Wer
am »Hungerprojekt« teilnimmt, wer gar in öffentlicher
Verantwortung stehend das »Hungerprojekt« und damit das EST-Denken
fördert und seine Verbreitung bereitwillig zuläßt, muß
wissen, was er tut. Er muß wissen, daß er sich damit absetzt
von dem in unserer Kultur bislang gültigen und nicht zuletzt vom christlichen
Humanismus geprägten Welt- und Menschenbild.
Kü
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Süddeutsche
Zeitung 14.11.1987
Spendengelder vor allem „für Aufklärung"
Video-Show des „Hunger-Projekts"
Große Skepsis bei den kirchlichen
Hilfsorganisationen
Die deutsche Sektion des „Hunger-Projekts"
lädt für den heutigen Samstag 17.30 Uhr, in die Rudi-SedImayer-Halle
am Westpark zu einer großangelegten Video-Show. Der als gemeinnützig
anerkannte Veranstalter stößt aber bei den kirchlichen Organisationen
wegen Sektennähe auf Skepsis. Die geplante Form des kollektiven Spendenaufrufs
bedarf nicht der Genehmigung der Ordnungsbebörde. Nicht zulässig
ist in diesem Fall allerdings die gezielt persönliche Aufforderung
zu Spenden.
Weltweit synchron in 60 Städte in
15 Ländern übertragen wird eine Veranstaltung im New Yorker Madison
Square Garden, die für das „Hunger-Projekt" werben soll, außerdem
wird eine Reihe von Video-Statements namhafter Politiker zum Thema Hunger
in der Welt eingespielt.
Das 1977 in den USA gegründete „Hunger-Projekt"
möchte, so erläuterte Geschäftsführer W. Z., „ein kleiner
Katalysator für alle Organisationen" sein, die sich die Bekämpfung
des Hungers in der Welt zur Aufgabe gemacht haben. Die Aktion solle klarmachen:
„Hunger ist beendbar." 5,2 Millionen Menschen insgesamt, in der Bundesrepublik
140 000, hätten sich per Unterschrift dem Ziel verpflichtet, diesen
Zustand bis zur Jahrtausendwende zu erreichen.
Spenden fließen laut Z. nur zum kleinen
Teil in direkte Hilfe, überwiegend in Information, Aufklärung,
Bildungsarbeit oder etwa in den mit 100000 Dollar dotierten „Afrika-Preis"
in afrikanische Politiker mit besonderer „Führerschaft" im Sinne des
„Hunger-Projekts". Der Eintritt zu der heutigen Veranstaltung ist frei,
aber: "Wir erwarten eine Mindestspende von 40 Mark", heißt es in
der Einladung. 25 Prozent davon sollen an die Deutsche Welthungerhilfe
weitergereicht werden. Soweit die Selbstdarstellung des „Hunger-Projekts".
Vor allem bei den anerkannten Hilfeorganisationen
der Kirchen trifft das „Hunger-Projekt" auf heftige Kritik. Bei
der evangelischen Organisation „Brot für die Welt" hat man sich vor
einiger Zeit genötigt gesehen, sich „auf das schärfste von denen
zu distanzieren". Das „Projekt" werde in den USA als Sekte eingestuft und
müsse in der Bundesrepublik dem Begriff Psychokult zugeordnet werden.
Auch die katholische Schwesterorganisation „Misereor" habe ebenso reagiert.
Der Sektenbeauftragte der evangelischen
Kirche, Pfarrer Friedrich Haack, bezeichnete die Organisation als „großmäulig"
- sie könne keine echten Aktivitäten vorweisen. Beim „Deutschen
Zentralinstitut für soziale Fragen", einer gemeinnützigen Stiftung,
zu deren Trägern der Berliner Senat, das Bundesfamilienministerium,
der Deutsche Städtetag und die Bundesarbeitsgemeinschaft der freien
Wohlfahrtspflege gehören, rät „eine in solchen Fällen notwendige
Distanz" an. Die Sache stamme „aus dem Ideengarten der USA, wo so etwas
besser greift".
Bei der Deutschen
Welthungerhilfe würde man vom „Hunger-Projekt" Spendengelder ebenso
annehmen wie von jedem anderen auch. Im Gegensatz zu den kirchlichen Organisationen
halt man sich hier bedeckter: „Es gibt in kirchlichen Kreisen eine Menge
Kritik, aber was man so hört, ist schwer belegbar." Man qualifiziert
das Ziel, bis zum Jahre 2000 den Hunger zu beenden, als „illusorisch und
naiv". Man warne davor, zuviel des Optimismus in die Öffentlichkeit
zu bringen, denn die Situation in der Dritten Welt werde nicht besser,
sondern schlechter. Informieren alleine reiche nicht, man müsse auch
politische Konsequenzen fordern, und das sei zum Beispiel etwas, was man
bei dem „Hunger-Projekt" nicht finde.
emj / tom |
Der
Verein YEH Youth Ending Hunger e.V.
In der Website des Hunger-Projekts heisst
es dazu (www.thp.org/yeh/main.htm, Stand 3.8.03, Übersetzung Heinemann):
"Youth Ending Hunger (YEH) ist
die 'Jugendbewegung' des Hungerprojekts seit 1980. Es spielte eine bedeutsame
Rolle bei der Mobilisierung des internationalen Unterstützung für
den "Welt Gipfel der Kinder" von 1990.
Seit 1997 ist YEH voll integriert in das
umfassende strategische Programm des Hunger Projekts ..."
Der Verein YEH Youth Ending Hunger e.V. ist
seit dem 2.4.1992 im Vereinsregister München eingetragen unter VR
13859.
Dort befindet sich auch das Gründungsprotokoll
vom 7.7.91. Demnach hat die Gründungsversammlung stattgefunden "im
Hause der Familie Wimmer, Amselweg 7, 8011 Vaterstetten". Als Gründungsmitglied
eingetragen: Stephanie Wimmer, wohnhaft unter eben derselben Adresse.
Das Hunger Projekt e.V. teilt zu YEH durch
Schreiben vom 16.9.2003 mit:
"YEH war in Deutschland ein eigenständiger
gemeinnütziger Vereir und hat unseres Wissens im September 2002 seine
Auflösung beantragt und ist als Verein nicht mehr aktiv. YEH hat sich
seit seiner Gründung 1991 in Deutschland deutlich vom Hunger Projekt
abgegrenzt, so dass es keine gemeinsamen Aktivitäten gab - auch wenn
das in anderen Ländern durchaus anders ist, wie Ihr Zitat von der
Globalen Website zeigt."
Der
Verein Resultate e.V.
Amselstrasse 7 in Vaterstetten war auch
die Adresse des Vereins Resultate e.V. (Abbildung rechts, zum Vergrössern
Bild anklicken).
Dessen Vorsitzende war Nancy Wimmer.
Es handelt sich um die deutsche Filiale
einer internationalen Organisation. Deren Gründer: Sam Daley-Harris.
Die New Yorker Wirtschaftsjournalistin
Gina Neff
schrieb 1997 dazu lapidar: " ... the Hunger Project, which Sam Daley-Harris
left in order to found RESULTS" - Sam Daley-Harris verliess das Hunger
Projekt mit dem Auftrag, RESULTS zu gründen.
Ob Auftrag oder nicht, auch Carol Giambalvo
("The Hunger Project:
Inside Out") bestätigt, dass Daley-Harris Mitarbeiter beim Hunger
Projekt und bei EST war, ebenso wie Mit-Gründer Cameron Duncan.
Der Journalist Norbert Zielke fasst
zusammen (Darmstädter Echo 26.9.98):
"Da Nonprofit-Organisationen in
den USA keine politische Lobbyarbeit leisten dürften, hätten
Daley-Harris und Duncan das "Results" in einer Form gegründet, in
der eine politische Lobbyarbeit (zur Beendigung des Hungers) möglich
war."
Inzwischen hat der Verein sich offenbar in
Results e.V. umbenannt oder es wurde ein neuer Verein diesen Namens
gegründet.
Dessen Website http://resultsgermany.de
ist wenig aussagekräftig (Stand: 5.4.2004).
Das Hunger Projekt e.V. teilt zu Resultate
e.V. durch Schreiben vom 16.9.2003 mit:
"Da seit vielen Jahren keinerlei
Kontakte zu Resultate e V in Deutschland bestehen wissen wir nicht ob Resultate
e V in Deutschland noch aktiv ist".
Impressum:
1. Version dieser Seite installiert am
16.12.1999
Diese Website wurde eröffnet im September
1998