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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Hunger-Projekt.htm  Zuletzt bearbeitet am 13.5.2008 
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Das Hunger Projekt und der Erhard-Kult
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
Impressum
 

Die Anfänge

"The Hunger Project" wurde 1977 während einer Vorstandssitzung von EST gegründet.
EST galt als Psychosekte.
EST stand für "Erhard Seminar Training". "Erhard" stand für Jack Rosenberg alias Werner Erhard (>>).
Aus EST wurde später Landmark, vgl. http://www.AGPF.de/Erhard-Kult.htm
Joan Holmes, EST-Mitarbeiterin und Absolventin von Werner Erhards EST-Training, wurde 1979 als Leiterin eingesetzt und ist es bis heute (>>).

"Das Hunger Projekt e.V." Deutschland wurde 1982 gegründet.
Mitglied des Direktoriums: "Werner Erhard, Werner Erhard and Associates".
Vereinszweck: "... die Beendigung des Hungers auf der Welt bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu verwirklichen" (>>).
Dieser Zweck wurde verfehlt, so dass nur Auflösung des Vereins oder Satzungsänderung blieb.
Der Verein ist im Vereinregister des Amtsgerichts Ravensburg unter VR 968 eingetragen.
Der deutsche Verein führt Joan Holmes im Briefpapier als "Gobaler Vorstand  Präsidentin des Hunger Projekts, USA".
Der deutsche Verein "Das Hunger Projekt e.V." ist hauptsächlich eine Spendensammelstelle für die amerikanische Organisation (>>).

Das Hunger Projekt ist kein Psychomarkt-Anbieter.
Hier wird über das Hunger Projekt berichtet, weil es durch durch Werner Erhard gegründet wurde.
 
 

Wer ist Werner Erhard?
 
Werner Erhard ist der Gründer zahlreicher Psychomarkt-Anbieter, aus denen auch die späteren Landmark-Firmen hervorgegangen sind. 

Abbildung rechts aus: 
http://www.rickross.com/groups/est.html 
Dort auch zum Hunger Projekt: 
http://www.rickross.com/groups/hunger_project.html

Werner Erhard wurde 1935 als John Rosenberg geboren, genannt Jack Rosenberg. Seinen neuen Name wählte er nach Werner Heisenberg, dem Physiker, und Ludwig Erhard, dem deutschen Wirtschaftswissenschaftler und Bundeskanzler, der bis heute als Vater des deutschen Wirtschaftswunders gilt.
Werner Erhard verkaufte Gebrauchwagen, Fernkurse und Lexika und war Trainer für Haustürverkäufer. Er befasste sich mit Beeinflussung, was in seiner Branche naheliegend war. Er war zeitweilig Scientology-Anhänger und soll immerhin 70 Stunden "Auditing" absolviert haben.
1971 startete er EST, die Abkürzung von Erhard Seminar Training, gründete eine Firma und später eine Stiftung, zunächst als EST Foundation bezeichnet, später als Werner Erhard Foundation.
Mehr zu Erhards Biographie und den Firmen unter http://www.AGPF.de/Erhard-Kult.htm
1977 gründete Erhard "The Hunger Project".
Erhard hat angeblich 1991 seine Firmen und/oder Beteiligungen verkauft, ist aus dem Vorstand des Hunger-Projekt ausgeschieden und verschwunden.
Über seinen Verbleib ist nichts bekannt.
Auch die Website www.wernererhard.com (Betreiber angeblich: "Friends of Werner Erhard", Inhaber der Domain im Februar 2006 Mick Miller) schreibt nichts über seinen Verbleib.
Es ist also auch keineswes ausgeschlossen, dass Rosenberg alias Erhard erneut seinen Namen gewechselt hat.
Es gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass Erhard noch heute Einfluss auf das Hunger Projekt nimmt.
Joan Holmes (>>) wurde 1979 als "Chief Executive Officer" eingesetzt (>>). Dieser Titel wurde später in "President" geändert.

Werner Erhard hatte Erfahrungen mit diversen Psychogruppen - so auch mit Scientology.
Wohl daraus entstanden das "Erhard Seminar Training" (EST), FORUM und The Centers Network.
Aus denen ging später der Psychomarkt-Anbieter Landmark hervor.
1991 hat Erhard angeblich seine Firmen verkauft und ist verschwunden.
Etwa gleichzeitig soll er auch aus dem Vorstand von The Hunger Project zurückgetreten sein.
Das Hunger Projekt und Landmark legen grossen Wert auf die Feststellung, dass beide miteinander nichts mehr zu tun haben.

Der deutsche Verein Das Hunger Projekt e.V. will Abstand von dieser Vergangenheit gewinnen.
Kein Wunder: Jahrelang hatte der Verein das Ende des weltweiten Hungers bis zum Jahr 2000 propagiert.
Das trug ihm damals den Vorwurf der sektentypischen Allmachtsphantasien ein.
Die Deutsche Welthungerhilfe qualifiziert schon 1987 das Ziel, bis zum Jahre 2000 den Hunger zu beenden, als "illusorisch und naiv". Man warne davor, zuviel des Optimismus in die Öffentlichkeit zu bringen, denn die Situation in der Dritten Welt werde nicht besser, sondern schlechter. Informieren alleine reiche nicht (>>).

Mit dem Namen "Hunger Projekt" war also ursprünglich Werner Erhards Ziel verbunden, das Ende des weltweiten Hungers bis zum Jahr 2000 herbeizuführen. Heute will der Verein nur noch "chronischen Hunger gemeinsam überwinden".

In umfangreichen Korrespondenzen mit Website-Betreibern wurde jedoch der Eindruck erweckt, als sei nie Vereinziel gewesen, den Hunger unmittelbar zu bekämpfen. Als habe es sich damals nur um eine übertriebene Formulierung gehandelt, von der man später abgerückt sei. Als habe man damals eben nur Meinungsbildung betrieben und sei nach Trennung von Werner Erhard zur Entwicklungshilfe übergegangen. Hunger-Projekt-Mitarbeiterin Oinone Buschendorff-Schaar lieferte sogar Textvorschläge.

Deshalb sei hier noch einmal daran erinnert, was ursprünglich in der Satzung des deutschen Verein gestanden hat:

"... die Beendigung des Hungers auf der Welt bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu verwirklichen. Dieser Satzungszweck wird erreicht durch die Bekämpfung und Beendigung des Hungers, und zwar a) ideell mittels Lehr- und Informationsveranstaltungen, Seminaren, Broschüren und sonstiger Maßnahmen, b) durch Beschaffung von Mitteln für andere steuerbegünstigte Organisationen, die ebenfalls an der Beendigung des Hungers arbeiten (z.B. deutsche Welthungerhilfe, Misereor, Brot für die Welt etc.)" (>>)
 
 

Das Hunger Projekt e.V. Spendensammelstelle für die US-Zentrale

Der deutsche Verein Das Hunger Projekt e.V. ist allerdings kaum mehr als eine Spendensammelstelle für die US-Zentrale.
Der Verein Hunger Projekt e.V. hat 80% und mehr der in Deutschland gesammelten Spenden nach Abzug von Verwaltungs- und Werbekosten an die US-amerikanische Organisation überwiesen.

Der deutsche Verein Das Hunger Projekt e.V. besitzt das "Spendensiegel" des DZI Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen.
 
 
 

US-Registerunterlagen
 
Der Verein Das Hunger Projekt e.V. hat der AGPF mehrfach Unterlagen über die amerikanische Organisation geschickt, mit Schreiben vom 28.2.2007 auch die eigentlichen Registereintragungen, als PDF (367 KB) unter http://www.AGPF.de/Hunger-Project-Incorporation-1977-1980.pdf 

Mit Schreiben vom 29.9.2006 hat der Verein Das Hunger Projekt e.V. der AGPF die rechts abgebildete Bestätigung (zum Vergrössern anklicken) des Staates Kalifornien geschickt, dass die Organisation seit dem 25.11.1977 dort eingetragen ist. 

 
 

Die Präsidentin Joan Holmes

Joan Holmes wurde 1979 als "Chief Executive Officer" eingesetzt. Dieser Titel wurde später in "President" geändert.
Nachfolgend wird mit einem Holmes-Artikel aus einer EST-Zeitschrift von 1977 belegt, dass Holmes damals für EST tätig war.
 
 
Titelseite der Zeitschrift "The Graduate Review", August 1977. 

In dieser Zeitschrift berichtete Joan Holmes erstmals über die Gründung von "The Hunger Project".

 
Unter dem Titel das Firmenzeichen "EST an educational corporation" mit dem Zeichen "TM" für Trademark, eingetragenes Markenzeichen.
 
 
Ausschnitte und Zitate aus dem Artikel 
Managing The Hunger Project: 
" ... the joy of it, the celebration" 
by Joan Holmes
aus der EST-Zeitschrift "The Graduate Review", August 1977 



Bildunterschrift: 
"Joan Holmes ist Managerin von Die est Stiftung für ein kürzlich angekündigtes Projekt, das offiziell bezeichnet wurde als Das Hunger Projekt - Das Ende des Hungers: Schaffung des Zusammenhanges von Verantwortung und hinreichendem Auskommen."

"Vor vier Jahren änderte das EST-Training alles für mich, indem es alles geändert hat, was ich besessen habe. Das exciting Spannendste für mich ist, dass es jetzt Zeit ist, damit fortzufahren. Transformiert (umgedreht) zu werden, ist grossartig und jetzt, da ich es bin, wird mir klar, dass ich es niemals nicht war.  Andererseits, "Na und?" 

"Ich bin zufrieden damit, am Hunger teilzunehmen und ich möchte, dass sie wissen, dass ich dem keine grosse Bedetung beimesse. 
Selbstversändlich bin ich nicht Leuten gebenüber gefühllose, die hungris sind und verhungern, aber die Wahrheit ist, dass es jedes Thema sein könnte. Das Verfahren ist dasselbe. Ich wäre ebenso froh, an jeden anderen Thema teilzunehmen, weil die Freude darin liegt, die Kraft zu erfahren und im Zusammenhang zum Verständnis beizutragen.

Es kommt wirklich daher, dass die Wahrheit gesagt wird. Werner hatte den Mut, die Wahrheit über den Hunger zu sagen und er schuf den Raum für mich, die Wahrheit zu sagen. Zusätzlich dazu, dass er sagt, dass er die Verantwortung für den Hunger übernehme, hat er den zusammenhang dafür geschaffen, dass jetzt der hunger bewe´seitig werde kann. Nach meiner Erfahrung sagt Werner die Wahrheit. Deshalb empfange ich um ihn herum Inspiration nd jetzt habe ich den Raum, die Wahrheuit zu sagen und bekomme Inspirationen ringsum meiner selbst.
Clips and citations from the article 
Managing The Hunger Project: 
" ... the joy of it, the celebration" 
by Joan Holmes
from the magazine "The Graduate Review", August 1977 



Image legend: 
"Joan Holmes is The est Foundation's manager for a recently announced project that has been formally named The Hunger Project — The end of starvation: Creating the context of responsibility and sufficiency.

"Four years ago, the est training altered everything for me, in that it altered the way I held everything. The exciting thing for me is that now it's time to get on with it. Being transformed is great, and now that I am, I realize that I never was not. The other part of that is, "So what?"

Im pleased to be participating with starvation, and I want you to know that I don't have any significance about it. 
Of course, I'm not insensitive to the people who are hungry and starving, but the truth is that it could be any issue. The process is the same. I would be equally joyful about participating with any issue, because the joy is in experiencing the power and the contribution of the contextual approach. 

It really comes from telling the truth. Werner had the courage to tell the truth about starvation, and he created the space for me to tell the truth. In addition to saying that he is willing to be responsible for starvation, he has created the context in which starvation can now actually be ended. In my experience Werner teils the truth. So around him I get inspiration, and now I have the space to tell the truth, and around myself I'm getting some inspiration.
 
 
 

Werner Erhard und Joan Holmes 1984 in Deutschland als Direktoren vorgestellt
 
Aus: Eine Drehung im Wind - Die Hunger Projekt Zeitung Nr. 1 März 1984 

Die Direktoren des Hunger Projekts (Auszug) 

Werner Erhard hat die Natur der individuellen und sozialen Transformation erforscht; er entwickelte spezielle Kurse und Programme, die es den Teilnehmern ermöglichen, ihre Fähigkeiten zu entdecken und umzusetzen. Seit 1971 entwickelte er Centers Network, eine Organisation, die für diese Kurse auf der ganzen Welt verantwortlich ist. In Europa, Asien und Amerika hielt er viele Vorträge und unterstützt zahlreiche Stiftungen und Organisationen. Er ist der Initiator des Hunger Projekts. 

Joan Holmes ist Leitende Direktorin des Hunger Projekts. Gleichzeitig arbeitet sie in der Leitung von Private Agencies in International Development und ist eine Direktorin von Overseas Development Council. Zur Zeit ist sie in Indien, um dem Hunger Projektdort zu einem Durchbruch zu verhelfen. 
 
 
 

 

 
Rechts eine Abbildung der Liste des "Globalen Direktoriums" aus dem "Jahresbericht 1985" (vergrössern: Bild anklicken) des deutschen Vereins. 
Erhard hatte also fraglos massgeblichen Einfluss.
 
 
 
 

1991: Kritik in Deutschland
 
Aus: Friedrich-Wilhelm Haack und Thomas Gandow: Jugendsekten. Vorbeugen - Hilfe - Auswege, 1991, Seite 99,  
Das Erhard Seminar Training / Est 


"Die "60 Stunden, die dein Leben verändern", werden an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden abgehalten. Bei Teilnehmerzahlen um 250 und einem Preis von nahezu 1000 DM sind diese Trainings für die Bewegung von erheblichem Gewinn. Den Partizipanten wird beigebracht, "für ihr Leben selbst die Verantwortung zu übernehmen". Angehörige von Est-Absolventen haben das Ergebnis unter anderem wie folgt beschrieben: 
"Auf mich und die Kinder nimmt er seitdem überhaupt keine Rücksicht mehr. Nur was er denkt, will und fühlt, ist wichtig. Wenn man ihn auf sein Verhalten anspricht, wird man barsch abgewiesen. Man kann besser mit einer Schaufensterpuppe leben als mit einem Menschen, der für andere gefühllos geworden ist."
Bei den Programmen herrschten anfangs regelrechte Terror-Methoden. Niemand durfte den Saal verlassen, man wurde regelrecht gezwungen, den Anordnungen der Trainer Folge zu leisten. 1984 wurde das Programm entschärft und in "Das Forum" umbenannt. Eine der Est-Aktivitäten ist das "Hunger-Projekt" das zwar Spenden sammelt, jedoch keine aktive Hilfe gegen den Hunger in der Welt leistet. Es will "das Bewusstsein verändern"; dann würde der Hunger aus der Welt verschwinden.
 
 

1994: "Ende des Hungers" wird "gemessen an der Säuglingssterblichkeitsrate"
 
"Das Hunger Projekt" ist von seinem ursprünglichen Ziel, bis zum Jahre 2000 den Hunger zu beenden, stufenweise abgerückt. 
In einer Einladung zu einer Spendensammelveranstaltung ("Investitions-Treffen") von 1994 (Abbildung rechts, zum Vergrössern anklicken) hiess es, man habe es sich zum Ziel gesetzt, 
"das Ende des Hungers bis zum Jahr 2000, gemessen an der Säuglingssterblichkeitsrate (SSR) zu erreichen".
Das Abrücken von diesem Datum war allerdings schon deshalb nötig, weil in der ursprünglichen Satzung von 1982 als Zweck des Vereins eingetragen war, "die Beendigung des Hungers auf der Welt bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu verwirklichen".  Nachdem absehbar wurde, dass dieses Ziel nicht erreichbar war und der Verein deshalb zunehmend unglaubhaft wurde, war eine Änderung geboten.
 
 
 

Stellungnahme des Hunger Projekt e.V. zu Werner Erhard

Im Juni 2003 hat der Verein Betreibern deutschsprachiger Websites Aufforderungen zukommen lassen, ihre Texte zu ändern und wünscht, dass er "gar nicht mehr" im Zusammenhang mit Landmark und/oder EST genannt wird. Deren Nennung werfe "ein unwahres Licht auf die aktuelle Arbeit des Hunger Projekts und behindert diese". Man wolle mit "Informationen zur aktuellen Arbeit des Hunger Projekts ... endgültig diese Missverständnisse und Falschdarstellungen aus dem Weg ... räumen". Dazu >>
 
Aus: www.das-hunger-projekt.de/index.php@menuid=4&titleid=49#Erhard  (geladen am 4.2.2006)
"Welche Verbindung hat das Hunger Projekt mit Werner Erhard und EST / Centers Network?" 

Antwort:  
Werner Erhard war 1977 einer der drei Mitbegründer des Hunger Projekts in den USA. Er gehörte bis zu seinem Austritt im Jahr 1990 dem Globalen Vorstand an. 
Werner Erhard geriet im Verlaufe der 80er Jahren mit der von ihm Anfang der 70er Jahre gegründeten Organisation "EST/Centers Network“ in den Verdacht, "psychokultartig" vorzugehen. 
Berührungspunkte vom 1982 in Deutschland gegründeten Verein Das Hunger Projekt e.V. zu „EST/Centers Network“ bestanden in den 80er Jahren darin, dass zum Teil Materialien des Hunger Projekts in Kursen von „EST“ auslagen oder teilweise den TeilnehmerInnen die Arbeit des Hunger Projekts vorgestellt wurde. 
Aufgrund der Vorwürfe gegen Werner Erhard hat Das Hunger Projekt e.V. in Deutschland bereits im Jahre 1988 jeden Kontakt zu Werner Erhard bzw. "EST/Centers Network“ abgebrochen. Seit 1990 ist Werner Erhard auch in keinster Weise mehr im globalen Hunger Projekt aktiv.

 
 

Keine Distanzierung

Der deutsche Verein Das Hunger Projekt e.V. hat sich bisher nicht in aller Deutlichkeit von Werner Erhard und seinen Methoden distanziert.
Mit wechselnden Formulierungen wurde lediglich versucht, Erhards Methoden und seine Bedeutung für das Hunger Projekt zu bagatellisieren.
So auch noch im obigen Text von 2006 (>>), wenn es heisst, Erhard sei in den "Verdacht" geraten, "psychokultartig" vorzugehen.
Oder wenn er als lediglich "einer der drei Mitbegründer" des Hunger Projekt bezeichnet wird.

Frühere Stellungnahmen:

In einem Rundschreiben vom 10.12.99 ist dann "mit der Absicht, uns als Organisation transparenter zu machen und zu bestehenden Vorwürfen und Missverständnissen Stellung zu nehmen" von dem "Gründungsmitglied Werner Erhard" die Rede.
 
 
 
 

"Missverständnisse und Falschdarstellungen"?

Das Hunger-Projekt wurde von Werner Erhard gegründet als eine der vielen Organisationen, die man den Psychogruppen zurechnen konnte. Der Name lässt die Bekämpfung akuten Hungers vermuten. Diese Vermutung wurde dadurch gefördert, dass "die Beschaffung von Mitteln für ... Deutsche Welthungerhilfe, Misereor, Brot für die Welt" sogar als Zweck des Vereins (>>) in der Vereinssatzung stand. Die EZW schrieb 1988 von Irreführung (>>). Die Süddeutsche Zeitung berichtete 1987, "bei der evangelischen Organisation 'Brot für die Welt' hat man sich vor einiger Zeit genötigt gesehen, sich 'auf das schärfste von denen zu distanzieren'." (>>)

Heute versteht der Verein seine Tätigkeit als Entwicklungshilfe und wertet es offenbar als Falschinformation, wenn seine Tätigkeit nicht entsprechend beschrieben wird.
Um die aktuellen Aktivitäten des Vereins geht es hier jedoch nicht.
Wir behaupten auch nicht, das der Verein Das Hunger Projekt e.V. eine Sekte oder Psychogruppe ist oder die Methoden von EST/Landmark anwendet.

Der Name Hunger-Projekt erweckt durchaus den Eindruck, als solle der akute Hunger bekämpft werden.
Deshalb hatte auch der Verein SINUS e.V. in www.sinus-ffm.de darauf hingewiesen, dass die Spendengelder nicht zur Linderung des akuten Hungers verwendet werden:

"1977: Erhard startet das "Hunger Project". Ziel war es, möglichst viele Teilnehmer an Seminaren zu gewinnen. Hilfe für Notleidende war nie vorgesehen".
Dazu hatte der Verein Das Hunger Projekt e.V. am 11.6.2003 mitgeteilt, dass
"das Hunger Projekt satzungsgemäss keine Organisation ist, die aktuelle Hungersnöte (im Gegensatz zu chronischem Hunger) bekämpft".
Der Verein bestätigte weiter:
"In der Zeit von 1977 bis 1990 leistete somit das Hunger Projekt keine konkrete Entwicklungshilfe, sondern entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, um das öffentliche Bewusstsein und den politischen Willen für die Beendigung des Hungers zu stärken. Das geschah z.B. durch Unterschriftensammlungen, Informationsseminaren, politische Lobbyarbeit, etc.".
Mit Schreiben an die AGPF vom 30.5.2005 wird Wert auf die Feststellung gelegt, "dass das Hunger Projekt e.V. seit 1991 tatsächlich - mit veränderter Satzung - konkrete Entwicklungshilfe leistet, zur Zeit in 13 Entwicklungsländern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas."
 
 
 
 
 

AGPF-Info von 1997
Soweit ersichtlich, wurde in diesem Text erstmals über Erhards Rolle im deutschen Hunger-Projekt berichtet.
Deshalb wird der Text hier vollständig wiedergegeben.
 
Das Hunger Projekt  
EST - Network - Forum - Landmark 

Im elektronischen Telephonbuch ETB eingetragen am 13.3.97: Das Hunger Projekt e. V. [1.... Berlin] (030) 8592725 (030) 8592733. 

"Das Hunger Projekt" Deutschland wurde 1982 gegründet und 1983 beim Amtsgericht Rheinbach bei Bonn unter VR 243 in  das Vereinsregister eingetragen. 1983 wurde auch ein Büro in München eingerichtet. In einer Information für die Presse von 1983 wurde das Direktorium vorgestellt. Mitglied: "Werner Erhard, Werner Erhard and Associates". In der Broschüre "Das Ende des Hungers" (Copyright 1982) wird Erhard als "Mitbegründer" bezeichnet. Demnach hat Erhard 1977 "die fundamentalen Gesetze, die das Fortbestehen des Hungers auf unserer Erde lenken und bestimmen" und "die Prinzipien zur Beendigung von Hunger und Hungertod auf der Erde" entdeckt: "Das Hunger-Projekt wurde von Anfang an von diesen Prinzipien und Abstraktionen  geleitet". 

Zweck des Vereins laut Satzung : "... die Beendigung des Hungers auf der Welt bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu verwirklichen. Dieser Satzungszweck wird erreicht durch die Bekämpfung und Beendigung des Hungers, und zwar a) ideell mittels Lehr- und Informationsveranstaltungen, Seminaren, Broschüren und sonstiger Maßnahmen, b) durch Beschaffung von Mitteln für andere steuerbegünstigte Organisationen, die ebenfalls an der Beendigung des Hungers arbeiten (z.B. deutsche Welthungerhilfe, Misereor, Brot für die Welt etc.)". 

1984 wurden 240.000.- DM an Spenden eingenommen und 5.000.- dafür ausgegeben. 1985 wurden 450.000.- DM an Spenden eingenommen und 11.000.- für Spenden ausgegeben. Größte Posten der Ausgaben: Telefon und Porti (84: 70.000.- DM, 85: 104.000.- DM), Personal (84: 44.000.- DM, 85: 116.000.- DM), Computer (84: 37.000.- DM, 85: 6.000.- DM), Kopiergerät (84: 34.000.- DM, 85: 11.000.- DM). 

Das "Erhard Seminar Training" ("EST") wurde in einem Buch ("Das Buch EST" mit Vorwort von Werner Erhard, deutsch 1983) als das "gegenwärtig schnellstwachsende und bedeutendste, neuartige und umstrittene 'Erleuchtungs'-Programm" bezeichnet. In Deutschland berichtete erstmals der Spiegel (22.3.76: Psychotraining - Wie Zombies") über den "Sektengründer Erhard", der zunächst Autoverkäufer gewesen sei, dann Vertreter für Enzyklopädien:  "Als Jack Rosenberg in Philadelphia geboren", habe er sich "nach Werner Heisenberg und dem Bundeskanzler Erhard" umgetauft. Über seine Veranstaltungen in den USA wird dort berichtet:  "Wie in kollektiver Tobsucht wälzen sich rund 300 Menschen, aufschreiend in inneren Qualen, schluchzend, wimmernd, dann wieder geschüttelt von irrem Gelächter. Ohnmachtsanfälle, der Geruch von Urin mischt sich mit dem von Erbrochenem, mit unbeteiligten Gesichtern verteilen junge Helfer Papiertaschentücher und Spucktüten". 

Die "Münchner Rundschau" (28.10.83) berichtete über den Beginn in Deutschland: Werner Erhard in der fast ausverkauften Bayernhalle vor 2000 Zuschauern. Anschließend wird das "Training" angeboten, zu beenden mit "Graduation". 1983 wurde in Deutschland eine Firma gegründet: Werner Erhard Studienzentrum GmbH, München. Gesellschafter: Werner Erhard, Kaufmann, Sausalito, Kalifornien,USA, mit  47.500.- DM Kapital und Firma Werner Erhard Educational Associates Ltd, Vancouver, British Columbia mit 2.500.- DM Kapital. Die Eintragung im Handelsregister München erfolgte am 9.4.84 unter HRB 73251 als The Centers Network Gesellschaft für kontextuelle Studienseminare GmbH.  

Am 5.11.91 wurde der Name der Firma geändert in Landmark Education GmbH. 

Am 18.12.96 hat ein Rechtsanwaltsbüro aus München unaufgefordert eine umfangreiche Dokumentation verschickt (RA Tremmel, Martiusstr. 5 - 80802 München, Fax 089-337293). Inhalt u.a.: Gutachten von Prof. Dipl. Psych. Jürgen Hentze, Frankfurt und Prof. Dr. med. Norbert Nedopil, München, sowie Empfehlungsschreiben, z.B. von Lowell Streiker, Kalifornien. Die Gutachten waren offenbar für ein Gerichtsverfahren bestimmt. Auf die Frage nach Aktenzeichen, Stand und Gegenstand des Verfahrens:  " ... ist noch nicht entschieden". Keine Antwort auf die Fragen. Auch enthalten in der Dokumentation: ein Formular für eine von den Landmark-Mitarbeitern zu unterzeichnende Erklärung, wonach die Methoden der Scientology-Organisation und ihres Gründers Hubbard nicht angewandt, vielmehr abgelehnt werden. 

Buchhinweis: Lell, Martin:  Das Forum. Protokoll einer Gehirnwäsche.  
Der Psycho-Konzern Landmark-Education.  
DTV Mai 1997 ISBN 3-423-36021-6 DM 14.90 

Ingo Heinemann 16.4.97

 
 

Bericht über eine Veranstaltung des Hunger Projekts von 1987
 
Am 29./30. August 1987 besuchte eine Mitarbeiterin des "Sekten-Info Essen e.V." die Wochenendtagung des Hungerprojektes" in Dortmund. An dieser Tagung nahmen 68 Personen '(laut Teilnehmerliste) im Alter zwischen 20 und 40 Jahren teil, und sie fand in einem kleinen Tagungsraum innerhalb der Westfalenhalle statt. Der Teilnehmerbeitrag  betrug 30,— DM und mußte zu Beginn bezahlt werden. Die Tagung begann morgens gegen 9.00 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück (Müsli, Brötchen, Wurst), das in einem Nebenraum aufgebaut worden war. Um 10.00 Uhr wurden dann alle Teilnehmer durch drei Assistenten der Dortmunder "Hungerprojekt"-Gruppe begrüßt. Die drei äußerten, daß sie sehr erfreut und gerührt seien, daß so viele Teilnehmer nach Dortmund gekommen seien (obwohl zu dem Zeitpunkt erst 48 Teilnehmer anwesend waren), und eine junge Frau brach dabei in Tränen aus, während die anderen beiden mühsam schluckten. 

Danach wurden alle Anwesenden aufgefordert mit ihren Stühlen einen großen Kreis zu bilden und sich gegenseitig vorzustellen. Dieses Vorstellen dauerte vier Stunden und sah folgendermaßen aus: Wer wollte, ging in die Mitte des Kreises, nannte seinen Vornamen und äußerte sich ausführlich über seine Motivation und seine Erfahrungen mit dem Hungerprojekt. Die meisten Äußerungen waren extrem gefühlsbetont und für das Problem des Hungers in der Welt irrelevant. Aber jede noch so geringe Banalität wurde durch großen Beifall  der Gruppe unterstützt. Am Ende wurden die Teilnehmer, die sich bisher zurückgehalten hatten, aufgefordert, sich auch vorzustellen. Von 14.00 - 15.00 Uhr erfolgte eine Mittagspause, in der jeder essen oder Spazierengehen konnte. 

Um 15.00 Uhr folgte dann eine weitere Vorstellungsrunde derjenigen Teilnehmer, die inzwischen noch eingetroffen waren, u. a. auch W. Z. (Name der AGPF bekannt), der von seinen Anhängern zärtlich Big Jan genannt wird. Er ersparte sich seine Vorstellung, berichtete dafür aber umso ausführlicher über seine Arbeit, die er in den letzten Monaten für das Hungerprojekt geleistet hatte. Dabei schluchzte er heftig, bis schließlich sogar einige Tränen über seine Wangen flossen, da er in letzter Zeit allein und vor allem sogar nachts hatte arbeiten müssen. 

Nach seiner "Vorstellung" versicherten ihm eifrig etliche Teilnehmer, daß sie durch seine offene, ehrliche Art sehr beeindruckt seien und ihm in Zukunft bei der Arbeit mehr zur Seite stehen würden. Einige hatten dabei ebenfalls Tränen in den Augen. 

Danach mußte Herr Z. den Raum vorübergehend verlassen, da sich zwei Journalisten vom "Ruhrwort" angemeldet hatten.  

Innerhalb der Gruppe entbrannte nun eine heftige Diskussion, ob man den Presseleuten erlauben solle, an der Veranstaltung teilzunehmen oder nicht. Dabei zeigte sich, daß die Teilnehmer, die noch nicht so lange zum Hunger-Projekt gehörten (laut Vorstellungsgespräch), begeistert waren von der Idee, mit der Presse reden zu können, während die anderen dies ablehnten mit der Begründung, Journalisten hätten sowieso eine vorgefaßte Meinung und würden nur negativ über das Hungerprojekt berichten. So blieb es dabei, daß nur W. Z. als "Geübter" der Presse ein Interview geben sollte. Anschließend wurde in der Gruppe beratschlagt, wie die restliche Zeit bis zum Abendessen sinnvoll genutzt werden könnte. 

Wieder waren es die "jüngeren" Teilnehmer, die den Vorschlag machten, konkrete Projekte zu besprechen, die helfen könnten, den Hunger in der Welt zu lindern. Und wieder wurde dies durch die "Alten" energisch abgelehnt mit der Begründung, dies sei reine Zeitverschwendung. Viel wichtiger sei es, das eigene Bewußtsein zu verändern und darauf hinzuarbeiten. Lediglich das Anwerben neuer Mitglieder für die "Finanzfamilie" sei noch interessant, der Hunger in der Welt würde sich dann von selbst erledigen. 

Das anschließende Gespräch über diese Bewußtseinserweiterung verlief ungeordnet. Die "älteren" Mitglieder konnten den jüngeren nicht verständlich machen, wie denn diese Bewußtseinserweiterung auszusehen hätte. Wichtig zu erwähnen ist, daß nach einer Stunde sich folgender Vorfall ereignete: Ein junger Mann warf sich mitten auf den Boden, hämmerte mit Händen und Füßen auf den Boden und schrie: "Ich bin aber hier, um etwas gegen den Hunger zu unternehmen, helft mir, ich verstehe gar nichts mehr." Danach begann er heftig und krampfartig zu weinen. Zwei Frauen aus der Gruppe streichelten ihn daraufhin und brachten ihn zu seinem Platz zurück. Das Gespräch der anderen ging unbeeindruckt weiter. Um 18.00 Uhr schlichen viele der "jüngeren" Mitglieder offenbar deprimiert zum Abendessen. 

Um 20.00 Uhr wurde dann das Theaterstück der Dortmunder Hungerprojekt-Gruppe aufgeführt und im Anschluß daran eine Fete veranstaltet. Der Sonntag begann ebenfalls mit einem gemeinsamen Frühstück um 9.00 Uhr. Um 10.00 Uhr versammelten sich alle in dem Tagungsraum und  diesmal wurde der Tag mit einer Einstimmung begonnen: Alle gaben sich die Hand und schlossen die Augen und entspannten sich. Danach übernahm W. Z. die Leitung. 

Doch statt über die zukünftige Arbeit des Hungerprojektes zu reden, begann er mit ein paar Witzchen im Stil amerikanischer Alleinunterhalter. Innerhalb von zwanzig Minuten hatte sich die Verstimmung der meisten vom Vortage gelegt und alle schienen glücklich, daß W. zu ihnen sprach. Herr Z. redete zwei Stunden ununterbrochen über eine Vielzahl von Themen. Schüchterne Verständnisfragen von Seiten der "jüngeren" Teilnehmer  beantwortete er nicht, sondern wehrte sie durch Komplimente und Beifall ab, bis diese ihre Frage vergessen hatten und fuhr in seinem Vortrag fort. Er gab aber auch offen zu, daß seine Rede ohne Sinn sei, das Wichtigste sei nicht, seine Worte zu verstehen, sondern die Botschaft, die hinter seinen Worten stehe. Er scheute sich auch nicht, zwei Leute, die ihn ständig unterbrochen hatten, in die Mitte zu bitten und sie zum Gespött der Gruppe zu machen; als jedoch seine Freundin sich dazugesellen wollte, brach er das Spiel ab. 

Nach einer langen Mittagspause berichtete Herr Z. über sein Gespräch mit der Presse vom Vortage. Es sei schwierig gewesen, da die Presseleute so viele Vorurteile hätten, aber er habe doch etwas bewirken können und sei sehr zuversichtlich, daß endlich ein positiver Artikel über das Hungerprojekt erscheinen werde. 

Danach setzte er seinen Vortrag vom Vormittag fort bis zum Abendessen, an dem ich nicht mehr teilgenommen habe. 

Besonders aufgefallen ist mir, daß ein Lehrer, dem Zweifel an der Arbeit des Hungerprojektes gekommen waren, nie allein gelassen wurde, so daß ich nicht mit ihm reden konnte. 

Die zweite Auffälligkeit ist die besondere Sprache; z. B. alle Menschen müssen transformiert werden, den Raum halten, die Finanzfamilie erweitern! 
 

 
 
MATERIALDIENST DER EZW 2/88 
PSYCHOTRAINING 
»Hungerprojekt e.V.«. 
(Vgl. 1984, S. 78f)  Die Beendigung des Hungers ist eine Idee, deren Zeit gekommen ist." Dies ist das Motto einer Organisation, die unter dem Namen »Hungerprojekt« immer wieder und derzeit verstärkt von sich reden macht. Auch bei der EZW wird in den vergangenen Wochen und Monaten auffallend häufig um Information über diese Gruppierung nachgefragt. Was also ist das »Hungerprojekt«? 

Es handelt sich um eine 1977 in San Franzisko/Kalifornien  gegründete Organisation, die sich nach eigenen Angaben weltweit ausdehnen will und zu diesem Zweck auch in Deutschland einen Verein (Sitz in München) gegründet hat. Das »Hungerprojekt« selbst gibt weltweit über 4 Millionen „Teilnehmer" in 152 Ländern an, davon allein in der Bundesrepublik 100000. Ziel des eingetragenen Vereins ist es also, „das Ende des Hungers weltweit zu einer Idee zu machen". Für die Verbreitung dieser „Idee" wird durch aufwendige Öffentlichkeitsarbeit, in Seminaren, aber auch durch Informationsveranstaltungen in Schulen geworben und natürlich auch um Geldzuwendungen gebeten. Werbe- und Propagandachancen ergeben sich für das »Hungerprojekt« vor allem dadurch, daß der Name dieser Organisation unterstellt, es handele sich hier um ein karitatives Hungerhilfswerk. Dies ist freilich ein irreführendes Mißverständnis, das auch schon viele getäuscht hat. 

Um zu verstehen, worum es beim »Hungerprojekt« geht, ist vor allem folgender Hintergrund wichtig: Das »Hungerprojekt« steht in enger Verbindung mit dem „Psycho-Kult" E5T (heute: »Center's Network«) des Werner Erhard, vormals Jack Rosenberg (s. MD 1984, S. 73-79). Diese Erhard-Organisation wird in den USA zu den sogenannten „destructive cults" gerechnet und hat auch in Deutschland als „Psycho-Sekte" von sich reden gemacht. Werner Erhard selbst, der Gründer und charismatische Führer der EST-Bewegung, hat das »Hungerprojekt« mit ins Leben gerufen. Die Verbindungen zwischen EST (Center's Network) und »Hungerprojekt« sind vielfältig, auch wenn inzwischen die »Hungerprojekt«-Verantwortlichen auf größere Selbständigkeit zu drängen scheinen. 

Diese Verbindung ist aber vor allem deshalb wichtig, weil ohne die EST-Ideologie das „Hungerprojekt" nicht verstanden werden kann. 

Ziel des EST-Trainings (inzwischen »Forum«) ist es, aus der Rolle des „Idioten" herauszukommen und eine Art Erleuchtungserlebnis zu bekommen. Dies soll darin bestehen: Jeder trägt für sich selbst die völlige und alleinige Verantwortung, und der einzige Weg zum Glück ist, genau das zu tun, was man ohnehin tut. Die Nonsens-Philosophie Erhards heißt: „Der springende Punkt ist, bevor die Zeit nicht reif ist, gelingt nichts, was du tust, und wenn die Zeit reif ist, dann gelingt dir das, was du tust, und du wirst genau tun, was gelingt." Und die Beendigung des Hungers ist eben eine Idee, für die die Zeit reif ist- im EST-Jargon: Die Beendigung des Hungers soll durch die Beendigung des Hungers erreicht werden. Dabei wird von den »Hungerprojekt«-Propagandisten kein Gedanke an die komplexen politischen, ökonomischen und kulturellen Ursachen der Hungersnot verschwendet. Bewußtsein ist alles! Genauer noch: Nicht die Hilfe für andere ist erstes Ziel des »Hungerprojektes«. Das Ziel ist „eine Art erwachsen zu werden". So könnte man die „Idee" des »Hungerprojekts« einen Egotrip zur eigenen Erfahrung nennen, bei dem der „Welthunger" das bloße Medium darstellt. 

Das »Hungerprojekt« besteht nun darin, diese „Idee" zu verbreiten. Die gesammelten Gelder fließen erklärtermaßen zu ca. 98% nicht den Hungernden zu, kommen keinen entsprechenden Projekten zugute, sondern werden zur Propagierung der „Idee", zur Aufrechterhaltung und dem weiteren Ausbau der »Hungerprojekt«-0rganisation  verwendet. So kann der Name »Hungerprojekt« den in die Irre führen, der meint, dies sei ein humanitäres Werk, das etwa »Brot für die Welt«, »Misereor«, »Welthungerhilfe« usw. gleicht. Diese Irreführung kann diejenigen, die sich durch die Bezeichnung »Hungerprojekt« auf ihre humanitäre Hilfsbereitschaft ansprechen lassen, in die Einflußzone des EST-Psycho-Unternehmens führen. 

Dagegen ist festzuhalten: Mit dem bislang in unserer Kultur verbreiteten Gedanken humanitärer Hilfe hat das »Hungerprojekt« nichts zu tun. Es scheint aber einiges damit zu tun zu haben, daß die Teilnahme am »Hungerprojekt« die Rekrutierungschancen für den EST-Psycho-Konzern erhöht. Wer am »Hungerprojekt« teilnimmt, wer gar in öffentlicher Verantwortung stehend das »Hungerprojekt« und damit das EST-Denken fördert und seine Verbreitung bereitwillig zuläßt, muß wissen, was er tut. Er muß wissen, daß er sich damit absetzt von dem in unserer Kultur bislang gültigen und nicht zuletzt vom christlichen Humanismus geprägten Welt- und Menschenbild.  
 
 

 
 
Süddeutsche Zeitung 14.11.1987 


Spendengelder vor allem „für Aufklärung" 
Video-Show des „Hunger-Projekts" 
Große Skepsis bei den kirchlichen Hilfsorganisationen 
Die deutsche Sektion des „Hunger-Projekts" lädt für den heutigen Samstag 17.30 Uhr, in die Rudi-SedImayer-Halle am Westpark zu einer großangelegten Video-Show. Der als gemeinnützig anerkannte Veranstalter stößt aber bei den kirchlichen Organisationen wegen Sektennähe auf Skepsis. Die geplante Form des kollektiven Spendenaufrufs bedarf nicht der Genehmigung der Ordnungsbebörde. Nicht zulässig ist in diesem Fall allerdings die gezielt persönliche Aufforderung zu Spenden. 

Weltweit synchron in 60 Städte in 15 Ländern übertragen wird eine Veranstaltung im New Yorker Madison Square Garden, die für das „Hunger-Projekt" werben soll, außerdem wird eine Reihe von Video-Statements namhafter Politiker zum Thema Hunger in der Welt eingespielt. 

Das 1977 in den USA gegründete „Hunger-Projekt" möchte, so erläuterte Geschäftsführer W. Z., „ein kleiner Katalysator für alle Organisationen" sein, die sich die Bekämpfung des Hungers in der Welt zur Aufgabe gemacht haben. Die Aktion solle klarmachen: „Hunger ist beendbar." 5,2 Millionen Menschen insgesamt, in der Bundesrepublik 140 000, hätten sich per Unterschrift dem Ziel verpflichtet, diesen Zustand bis zur Jahrtausendwende zu erreichen. 

Spenden fließen laut Z. nur zum kleinen Teil in direkte Hilfe, überwiegend in Information, Aufklärung, Bildungsarbeit oder etwa in den mit 100000 Dollar dotierten „Afrika-Preis" in afrikanische Politiker mit besonderer „Führerschaft" im Sinne des „Hunger-Projekts". Der Eintritt zu der heutigen Veranstaltung ist frei, aber: "Wir erwarten eine Mindestspende von 40 Mark", heißt es in der Einladung. 25 Prozent davon sollen an die Deutsche Welthungerhilfe weitergereicht werden. Soweit die Selbstdarstellung des „Hunger-Projekts". 

Vor allem bei den anerkannten Hilfeorganisationen der Kirchen trifft das „Hunger-Projekt" auf heftige Kritik. Bei der evangelischen Organisation „Brot für die Welt" hat man sich vor einiger Zeit genötigt gesehen, sich „auf das schärfste von denen zu distanzieren". Das „Projekt" werde in den USA als Sekte eingestuft und müsse in der Bundesrepublik dem Begriff Psychokult zugeordnet werden. Auch die katholische Schwesterorganisation „Misereor" habe ebenso reagiert. 

Der Sektenbeauftragte der evangelischen Kirche, Pfarrer Friedrich Haack, bezeichnete die Organisation als „großmäulig" - sie könne keine echten Aktivitäten vorweisen. Beim „Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen", einer gemeinnützigen Stiftung, zu deren Trägern der Berliner Senat, das Bundesfamilienministerium, der Deutsche Städtetag und die Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege gehören, rät „eine in solchen Fällen notwendige Distanz" an. Die Sache stamme „aus dem Ideengarten der USA, wo so etwas besser greift". 

Bei der Deutschen Welthungerhilfe würde man vom „Hunger-Projekt" Spendengelder ebenso annehmen wie von jedem anderen auch. Im Gegensatz zu den kirchlichen Organisationen halt man sich hier bedeckter: „Es gibt in kirchlichen Kreisen eine Menge Kritik, aber was man so hört, ist schwer belegbar." Man qualifiziert das Ziel, bis zum Jahre 2000 den Hunger zu beenden, als „illusorisch und naiv". Man warne davor, zuviel des Optimismus in die Öffentlichkeit zu bringen, denn die Situation in der Dritten Welt werde nicht besser, sondern schlechter. Informieren alleine reiche nicht, man müsse auch politische Konsequenzen fordern, und das sei zum Beispiel etwas, was man bei dem „Hunger-Projekt" nicht finde. 
emj / tom

 
 
 

Der Verein YEH Youth Ending Hunger e.V.

In der Website des Hunger-Projekts heisst es dazu (www.thp.org/yeh/main.htm, Stand 3.8.03, Übersetzung Heinemann):

"Youth Ending Hunger (YEH) ist die 'Jugendbewegung' des Hungerprojekts seit 1980. Es spielte eine bedeutsame Rolle bei der Mobilisierung des internationalen Unterstützung für den "Welt Gipfel der Kinder" von 1990.
Seit 1997 ist YEH voll integriert in das umfassende strategische Programm des Hunger Projekts ..."
Der Verein YEH Youth Ending Hunger e.V. ist seit dem 2.4.1992 im Vereinsregister München eingetragen unter VR 13859.
Dort befindet sich auch das Gründungsprotokoll vom 7.7.91. Demnach hat die Gründungsversammlung stattgefunden "im Hause der Familie Wimmer, Amselweg 7, 8011 Vaterstetten". Als Gründungsmitglied eingetragen: Stephanie Wimmer, wohnhaft unter eben derselben Adresse.

Das Hunger Projekt e.V. teilt zu YEH durch Schreiben vom 16.9.2003 mit:

"YEH war in Deutschland ein eigenständiger gemeinnütziger Vereir und hat unseres Wissens im September 2002 seine Auflösung beantragt und ist als Verein nicht mehr aktiv. YEH hat sich seit seiner Gründung 1991 in Deutschland deutlich vom Hunger Projekt abgegrenzt, so dass es keine gemeinsamen Aktivitäten gab - auch wenn das in anderen Ländern durchaus anders ist, wie Ihr Zitat von der Globalen Website zeigt."
 
 

Der Verein Resultate e.V.
 


Amselstrasse 7 in Vaterstetten war auch die Adresse des Vereins Resultate e.V. (Abbildung rechts, zum Vergrössern Bild anklicken).
Dessen Vorsitzende war Nancy Wimmer.
Es handelt sich um die deutsche Filiale einer internationalen Organisation. Deren Gründer: Sam Daley-Harris.
Die New Yorker Wirtschaftsjournalistin Gina Neff schrieb 1997 dazu lapidar: " ... the Hunger Project, which Sam Daley-Harris left in order to found RESULTS" - Sam Daley-Harris verliess das Hunger Projekt mit dem Auftrag, RESULTS zu gründen.
Ob Auftrag oder nicht, auch Carol Giambalvo ("The Hunger Project: Inside Out") bestätigt, dass Daley-Harris Mitarbeiter beim Hunger Projekt und bei EST war, ebenso wie Mit-Gründer Cameron Duncan.

Der Journalist Norbert Zielke fasst zusammen (Darmstädter Echo 26.9.98):

"Da Nonprofit-Organisationen in den USA keine politische Lobbyarbeit leisten dürften, hätten Daley-Harris und Duncan das "Results" in einer Form gegründet, in der eine politische Lobbyarbeit (zur Beendigung des Hungers) möglich war."
Inzwischen hat der Verein sich offenbar in Results e.V. umbenannt oder es wurde ein neuer Verein diesen Namens gegründet.
Dessen Website http://resultsgermany.de ist wenig aussagekräftig (Stand: 5.4.2004).

Das Hunger Projekt e.V. teilt zu Resultate e.V. durch Schreiben vom 16.9.2003 mit:

"Da seit vielen Jahren keinerlei Kontakte zu Resultate e V in Deutschland bestehen wissen wir nicht ob Resultate e V in Deutschland noch aktiv ist".
 
 



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