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Anton Johann Hellinger, genannt
Bert Hellinger, hat eine angebliche Psychotherapie namens "Familienaufstellung"
erfunden.
Oder besser: Aus Elementen
anderer Psychotherapien zusammengebaut.
"Aufstellung" ist wörtlich
gemeint: Den Teilnehmern wird gesagt, wo sie sich hinzustellen haben.
Sie werden aufgestellt wie
die Figuren eines Schachspieles.
Zum Beispiel auf einer Bühne
oder wie auf einer Bühne.
Der Therapeut gibt präzise
Regieanweisungen (vgl. Schlee >> Seite 25), der Dialog
wird wie in einem Drehbuch vorgeschrieben. Die Gefahr ist gross, dass in
Wahrheit garnicht auf den Kunden eingegangen wird, sondern dass auf Kosten
des Kunden oder der Krankenversicherung ein für manche unterhaltsames
Event veranstaltet wird.
Ein Event mit grossem Risiko,
denn Psychotherapien haben Risiken und Nebenwirkungen wie Medikamente auch.
Familienaufstellen ist somit
meist auch ein "Event", bei dem Akteure und Zuschauer austauschbar sind
und zu bezahlen haben.
Dritte werden einbezogen,
die keine Zustimmung dazu gegeben haben, die aber oft genug leicht identifizierbar
sind.
Bleibt abzuwarten wann die
ersten Prozesse dagegen geführt werden.
Ein solcher Prozess könnte
sich durchaus auch gegen den Therapeuten richten.
Auch wenn diese statt der
in der Einzeltherapie nicht vorhandenen Stellvertreter Symbole benutzen,
etwa leere Stühle (>>).
2000 Therapeuten, davon nur 10 % "offizielle", wenden die Methoden eines Heilers an, der seinerseits keine Zulassung besitzt und wohl glaubt, mit Show-Heilungen das Gesetz umgehen zu können. Einnahmen für eine vom Spiegel geschilderte Show: 155.000 Euro. Auf seiner Website bot er im Oktober 2003 Videos zum Gesamtpreis von 1.275 Euro an.
Meist ernennt der Therapeut
andere zu Stellvertretern, etwa des Vaters, der des sexuellen Missbrauchs
beschuldigt wird. Hellinger sagt zwar: "Der Vater ist immer unschuldig".
Aber das weiss der Beschuldigte ja nicht und wird deshalb wohl kaum kommen.
Der "Klient" muss sich vor dem Vater-Stellvertreter aufstellen und der
Therapeut kommandiert: "Schau ihn an". Der Therapeut sagt dem Klienten,
was er dem Vater zu sagen hat: "Lieber Papa!". Autor Jörg Schlee:
"Im Zusammenspiel mit dem langen Blickkontakt erzeugt dieses Arrangement
einen emotionalen Überdruck, der fast immer zu Tränen und innigen
Umarmungen führt" (Goldner>> S. 34). Das gilt
auch für viele Talkshows.
| Aus: Werner Haas (>>):
Familienstellen - Therapie oder Okkultismus? Das Familienstellen nach Hellinger
kritisch beleuchtet. Einleitung.
Ausführlicher Auszug unter http://www.familienaufstellen.org/criticism/HellingerDestruktiverKult.pdf Ein magisches Wort geht um: Familienstellen. Und dabei fing alles so unverdorben an. In den 50er und 60er Jahren fanden erstmals System- und kommunikationstheoretische Überlegungen explizit Eingang in die psychotherapeutische Arbeit. Probleme des Einzelnen begriff man als Problem seines Systems, d. h. vornehmlich der Familie, und dort sollte nun auch die Lösung gesucht werden. Die Familientherapie war geboren, obgleich man zunächst noch von Kommunikationstherapie sprach. Pionierarbeiten auf diesem Terrain leistete die so genannte Palo-Alto-Gruppe. Virginia Satir, eine Mitarbeiterin des dortigen Instituts, gilt für viele als Grande Dame der klassischen Familientherapie. In den 80er Jahren kam es dann zu einer Akzentverschiebung unter dem Einfluss der „Mailänder Gruppe", die den Namen „systemische Therapie" einführte. Gemäß dem hohen theoretischen Stellenwert, den man „systemischen" Zusammenhängen einräumte, suchte man in der klassischen wie systemischen Familientherapie ergänzend zu sprachlichen Techniken auch nach figural-anschaulichen Ausdrucksmitteln, um familiäre Beziehungsgeflechte räumlich darzustellen bzw. diese am räumlichen Modell zu bearbeiten. Dies konnte sich in einer Skizze konkretisieren, z. B. als „Genogramm", oder indem man Personen (ursprünglich reale Familienmitglieder) „aufstellte". Dieser methodische Ansatz wurde insbesondere durch die Arbeiten Satirs als Familienrekonstruktion bekannt. Eine daraus abgeleitete Technik war das Stellen von Familienskulpturen. Das neue Paradigma, die Anwendung von Kybernetik und Systemtheorie auf Theorie und Praxis der Psychotherapie, bekam viel Zulauf und die oben genannten Methoden fanden Eingang in das Standardrepertoire familientherapeutischer Arbeit. Trotz dieses modischen Aspekts und einiger wissenschaftstheoretischer Ungereimtheiten bemühten sich die Vertreter dieser Richtung stets um einen rationalen Diskurs und um wissenschaftliche Anbindung. So weit, so gut. Mit Hellinger und nach Hellinger mutierte plötzlich das visuelle Darstellungsmedium der Aufstellung von Familienkonstellationen zu einem kultisch inszenierten Selbstzweck, während es in der seriösen Familientherapie als hinter-fragbare Einzeltechnik in einem psychotherapeutischen Gesamtkonzept galt. Und siehe da, nun avanciert das „Familienstellen" zu einer von Hellingerianem gepachteten Methode der Aufdeckung und Lösung für alles und alle. Aufgestellt wird inzwischen neben den obligatorischen Familien samt Uropas und abgetriebenen Kindern geradezu alles, was nicht mehr niet- undnagelfest ist: Organisationen, Körperteile, Völker, Gott und, bei Hellingers Hang zum Morbiden nicht verwunderlich, der Tod höchstpersönlich. Diese inflationäre Entwicklung ist, wie noch zu zeigen sein wird, keineswegs eine Fehlentwicklung der zugrunde liegenden Okkult-Philosophie hellingerscher Prägung, sondern deren konsequente Entfaltung. Obwohl Hellinger gern mit dem Begriff „systemisch" operiert, ähnelt seine Aufstellungspraxis eher einem Mysterienspektakel, und sein Denken zeigt, wie wir noch sehen werden, größere Nähe zum Gespensterglauben als zu Kybernetik oder Systemtheorie. Wie Hellinger selbst, der weder über ein einschlägiges Grundlagenstudium noch über eine anerkannte Psychotherapieausbildung verfügt, kommt hier jeder, der sich berufen, nicht aber unbedingt durch fachliche Qualifikation legitimiert fühlt, auf seine Kosten. Daher die Verflechtung mit der Esoterikszene, wie beispielsweise eine Surf-Partie durchs Internet offenbart, wo sich Reiki-Meister, Geistheiler, Reinkarnationstherapeuten und selbst ernannte Schamanen der Methode des Familienstellens bemächtigen, wo sich das Heer der Kartenlesenden und Sterndeutenden bis hin zum weitgereisten Tantralehrer, aber auch provinziellen Wünschelrutengänger dem Trend anschließen. Darüber hinaus liebäugeln Anthroposophen, die Bagwan/Osho-Bewegung und beispielsweise die Mun-Sekte mit dem Ideengut Hellingers (vgl. Goldner, 2003a (>>), S. 89-100). |
"Familienaufstellen nach Hellinger" - so wird die Methode vielfach genannt und manche Therapeuten wollen damit angeblich aussagen, dass sie von Hellinger nur bestimmte Aspekte übernommen haben. Manche wollen sich damit gegen Hellingers obskure Weltanschauung absichern. Fritz R. Glunck bezeichnet im Titel eines Buchbeitrages (>>) nicht ohne Grund Hellinger als "Der Protofaschist": "Immer wieder drängt es ihn ... hinab in das verworrene Dunkel seiner politischen Mystik". So auch wieder 2004 (>>) und 2007 (>>).
Zahllose Sekten und Anbieter des Psychomarktes benutzen ähnliche Methoden, um emotionale Spannungen aufzubauen und diese sich nach Kommando entladen zu lassen, wodurch Wohlbefinden entsteht.
Auch Scientology-Gründer L. Ron Hubbard behauptete, eine neue Psychotherapie entwickelt zu haben. Auch dabei spielen der intensive Blickkontakt und die dadurch erzeugten emotionalen Spannungen und deren Abbau eine erhebliche Rolle, vgl. Der starre Blick.
Helllinger war lange als illegaler Therapeut tätig. Inzwischen beschränkt er sich angeblich darauf, seine Methode zu lehren. Allerdings scheint er dabei nicht selten echte Patienten zu benutzen. Ob er sich im Einzelfall wegen verbotener Heilbehandlung strafbar macht, hängt davon ab, was diese von ihm erwarten (>>). Vielleicht war er deshalb lange überwiegend im Ausland tätig.
Derzeit scheint eine Unterrichtseinrichtung
in Planung, im Aufbau oder bereits in Aktion zu sein. Das hängt wohl
auch mit Hellingers Scheidung und Wiederverheiratung zusammen. Seine neue
Ehefrau: Marie-Sophie Erdödy. Zu dieser und ihrer Firma mehr unter
www.AGPF.de/Hellingers-Gewerbe.htm#Brief
Hellinger beim Hypnosekongress in Meersburg 2007: Ansichten nicht gewandelt
Martin Baur vom Südkurier berichtete am 13.10.2007: "Bürgermeisterin spontan entsetzt über Kongress-Gast. "Gesellschaft für therapeutische Hypnose" hat Psycho-Guru Bert Hellinger in das dem Land gehörende Meersbureer Neue Schloss eingeladen".
Während eines Telefonats hatte die Bürgermeisterin sich bei der AGPF informiert: "Meersburgs Bürgermeisterin Sabine Becker informiert sich während des Telefonats mit dieser Zeitung im Internet über den ihr bisher unbekannten Hellinger und ist entsetzt. Was sie auf der Internet-Homepage der "Aktion für geistige und psychische Freiheit - Bundesverband Psychomarkt und Sektenberatung" (www.agpf.de) über ihn liest, lässt sie hörbar spontan erschauern."
Die Deutsche Gesellschaft für therapeutische Hypnose GTH sah das locker: "Hellinger ist kein Teil der GTH - solche Leute lassen wir auch deshalb auftreten, damit wir mit ihnen diskutieren können." Journalist Baur dazu: "Diskussion? Laut Programm schließt sich gleich an Hellingers Vortrag doch ein 'Geselliges Beisammensein mit Musik und Tanz' an".Der GTH-Vertreter dazu: Die Diskussionspartner seien noch nicht benannt und deshalb stünde die Diskussion bisher nicht im Programm.
Am 28.10.2007 berichtete
Holger Reile, ein Kenner der Psycho-Szene, in www.Seemoz.de über "Aufregung
um einen Psycho-Guru" (http://www.seemoz.de/deutsch/bodensee/newsseite.html?nid=431&action=print).
Inzwischen hatte Bürgermeisterin Sabine Becker ihr Grusswort abgesagt:
"Ich persönlich eröffne keinen Kongress, auf dem ein Referent
antisemitische Äußerungen mit nationalsozialistischen Versatzstücken
von sich gibt“.
Reile berichtet, der GTH
halte Hellinger
"mittlerweile für 'diskutabel', weil er seine damaligen Äußerungen unlängst relativiert habe und seit längerem eher 'spirituelle Familienaufstellung' betreibe.'Das hat uns davon überzeugt, dass wir ihn nun einladen können'. Ob man da nicht ohne Not einem Scharlatan eine Plattform biete? 'Nein', sagt Ulrike Korn, 'anschließend kann und soll ja diskutiert werden'. Doch im Programm steht bislang nichts davon, direkt an Hellingers Vortrag ist ein 'GeselligesBeisammensein mit Musik und Tanz' geplant."Auf Hellingers Äusserungen durfte man also gespannt sein, zumal "spirituell" sei einiger Zeit vielfach dort benutzt wird, wo man zuvor "esoterisch" gesagt hätte. Insbesondere, seit das Bundesverfassungsgericht Geistheiler unter bestimmten Voraussetzungen von der Zulassungspflicht als Heilpraktiker befreit hat, http://www.AGPF.de/Bundesverfassungsgericht-1BvR784-03-Geistheiler.htm
Martin Baur berichtete im Südkurier vom 6.11.2007:
"PSYCHO-GURU Ansichten nicht gewandeltBaur über den Hypnse-Verband:
Meersburg (mba) Psycho-Guru Bert Hellinger, Vater der nach ihm benannten umstrittenen „Familienaufstellung", hat seine Ansichten über Nationalsozialismus und Judenverfolgung offensichtlich nicht grundlegend geändert. Das hatte die Gesellschaft fiir therapeutische Hypnose gegenüber Bürgermeisterin Sabine Becker behauptet und so ihre Einladung begründet, nachdem Becker eine Stellungnahme zum Auftritt Hellingers gefordert hatte. Der trat nun am Sonntagabend in der Sommertalhalle auf und verharmloste wie bisher den Holocaust. Weder distanzierte er sich von seinen diesbezüglichen Theorien noch von seiner Rechtfertigung des Inzests. Stattdessen sah er ein Kesseltreiben der Medien gegen ihn."
"Damit entlarvt sich die GTH. Weder rückte Hellinger von seinen bisherigen Ansichten zum Holocaust ab, noch fand die versprochene Diskussion statt. Es war Hellinger, wie man ihn kennt: Keine Fotos, keine Fragen, keine Diskussionen. Nur Hellinger'sche Dogmen. Der Psycho-Guru konnte ein städtisches Gebäude, die Sommertalhalle, nutzen, die Opfer des Nationalsozialismus zu schmähen und blieb unwidersprochen. Dabei gab es zwischen ihm und der GTH, mit deren Ehrenvorsitzendem Werner J. Meinhold er seit 20 Jahren offensichtlich befreundet ist, keinerlei Distanz."Sylvia Floetemeyer berichtete in derselben Zeitung unter dem Titel "Psycho-Guru wird seinem schlechten Ruf gerecht", Hellinger habe gesagt,
"dass in vielen Familien, in denen es Opfer des Holocausts gibt, ein Mitglied Täter-Energie hat. Weil die Täter abgelehnt werden, übernimmt ein anderer die Energie. Alles, was wir ablehnen, werden wir selber."Sylvia Floetemeyer abschliessend: "Publikumsfragen lässt er, anders als angekündigt, nicht zu. Kritik wischt er weg: 'Was will die Presse, die gegen mich schreibt? Dass ich sterbe, dann sind sie zufrieden'."
"In Deutschland werden ja viele der Nationalsozialisten verteufelt. Wer das sagt, fühlt sich besser als die. Was macht er? Er wird aggressiv und weil er die ablehnt, merkt er gar nicht, dass er durch die Ablehnung ihnen gleich wird."
Holger Reile berichtete (http://www.seemoz.de/deutsch/bodensee/newsseite.html?nid=447&)
über "Hellingers bräunliche Märchenstunde": "Nichts Neues
also bei Hellinger, der seine Bewunderer am Nasenring durch die Manege
zieht."
Hellinger und Hitlers Reichskanzlei in Berchtesgaden
Das Buch mit der Bezeichnung Hellingers als "Protofaschist" war schon längere Zeit auf dem Markt, als bekannt wurde, dass Hellinger Hitlers "Kleine Reichskanzlei" bezogen hat. Hellingers gedankliche Nähe zu Hitler war also schon lange bekannt.
Wenn die Gerüchte
stimmen, wonach die Hellingers in der Umgebung der Reichskanzlei Immobilien
gekauft (die Villa
Askania) oder sich deren Nutzung gesichert haben (die Rede ist insbesondere
von einer benachbarten ehemaligen Kurklinik) und wenn man Hellingers esoterische
Neigungen und Erdödys berufliche Herkunft berücksichtigt, dann
muss man wohl daraus schliessen, dass dort ein grösseres Esoterik-Zentrum
geplant wird.
Dazu mehr unter http://www.AGPF.de/Hellinger+Reichskanzlei.htm
Dazu passt die Beteiligung
von Hellinger-Erdödy an einem "Heilstollen", den eine 2002 gegründete
"Heilstollen Berchtesgaden GmbH" in einem nahegelegenen Salzbergwerk am
Fuss des Obersalzberges eingerichtet hat. Mehr unter http://www.AGPF.de/Hellingers-Gewerbe.htm#Heilstollen
Inzwischen ist Hellinger
in die Villa Askania umgezogen.
Diese liegt in unmittelbarer
Nachbarschaft der erwähnten ehemaligen Kurklinik.
Hitlers ehemalige "Kleine
Reichskanzlei" wird von Hellinger offenbar nicht mehr genutzt.
"Hellingers Verfahren ist reiner Humbug"
Am 19.4.2004 hat Report
München einen Bericht von Andrea Mocellin gesendet. Darin ein Interview
mit Dipl. Psych. Colin Goldner (zu diesem siehe unten):
Reaktion
auf den Bericht von Report München: Kritikerbeschimpfung
Andrea Mocellin hat in
ihrem Film auch über einzelne Fälle berichtet.
So über eine Therapie
des Hellinger-Anhängers Dr. med. Robert Langlotz, der dazu
auch interviewt wurde. Langlotz schreibt dazu in seiner Website www.e-r-langlotz.de:
"Was ist zu tun?
1. Die IAG sollte sich, soweit möglich, mit rechtlichen Maßnahmen gegen Verleumdung und unwahre Behauptungen wehren - zu erwägen ist auch eine Schadenersatzklage, der durch die Report-Sendung entstandene Schaden - Ausfall durch Absagen von Teilnehmern – könnten durch ein Rundschreiben geklärt werden. ...
4. Kontakt mit den Sektenbeauftragten der Kirchen um deren Kooperation mit AGPF zu unterbrechen."
Hellinger gegen Behnk
Zur fraglichen TV-Sendung
auch:
Warum bewohnt Hellinger
Hitlers Reichkanzlei? - http://www.AGPF.de/Hellinger+Reichskanzlei.htm#Warum
Aus der Website des Forum Kritische Pschologie - http://www.beepworld.de/members90/purpleshark/
"Die Klage von Bert Hellinger gegen Sektenpfarrer Wolfgang Behnk - Behnk hatte in einer Sendung des Kulturmagazins quer (Bayerischer Rundfunk) vom 6.7.2004 gegen das Familienstellen nach Hellinger kritisch Stellung bezogen - wurde nach einem von Hellinger gewünschten Gespräch "von Mensch zu Mensch und von Christ zu Christ" mit Behnk vorprozessual zurückgezogen; auch seine Klage gegen die Evangelische Landeskirche in Bayern zog Hellinger Anfang 2005 vorprozessual zurück".
Matthias Varga von Kibed gegen www.Vachss.de
Einzelheiten unter: http://www.vachss.de/mission/berichterstattung/hellinger_2.html
Landsgericht Landshut 74 O 1716/05 Urteil vom 12.08.2005: Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zurückgewiesen.
Antrag:
"(...) es zu unterlassen, im Zuge eines Internetauftritts, der Kindesmißbrauch thematisiert, den Antragsteller (d.h. Varga von Kibéd, Anm. d. Verf.) in Zusammenhang mit Personen zu bringen, die wegen ihrer Nähe zu Kindesmissbrauch kritisiert werden (...)".Das Gericht ging in seiner Urteilsbegründung davon aus, das angesichts der unstreitigen mannigfaltigen Kontakte zwischen von Kibed und Hellinger kein "Zusammenhang künstlicher Art" zwischen beiden Personen konstruiert worden sei.
In der genannten Website heisst es:
"Von Kibéd hat mithin über Jahre hinweg jenen von ihm beanstandeten "Zusammenhang zu Personen, die wegen ihre Ansichten zum Kindesmissbrauch kritisiert werden" selbst hergestellt, indem er entweder gemeinsam mit "Bert" Hellinger oder in "Instituten" und auf Kongressen auftrat, die entweder "Bert" Hellingers Namen trugen oder mit "Bert" Hellinger als Gallionsfigur warben. Von Kibéd ist bereits 1997 Mitglied der "Arbeitsgemeinschaft Systemische Lösungen nach Bert Hellinger" geworden und hat gemeinsam mit Bert Hellinger publiziert."Diese Verbindungen werden dort ausführlich dokumentiert.
Kibéd hat im Juli 2004 eine "Potsdamer Erklärung" unterzeichnete, in welcher er sich neben vielen weiteren Personen von „wesentlichen Teilen der Praxis von Bert Hellinger“ distanziert.
Kibed unterliegt offenbar
dem verbreiteten Irrtum, selbst bestimmen zu dürfen, was über
die Vergangenheit die Öffentlichekit zu interessieren hat und somit
veröffentlicht werden darf.
Ruppert gegen Weber
Das nachfolgende Flugblatt
wurde am 23.11.2004 vor der Katholischen Stiftungsfachhochschule München,
an der Franz Ruppert tätig ist, verteilt:
| Aktuelle Informationen
zur angestrengten Klage Prof. Rupperts gegen Prof. Weber
Prof. Ruppert verliert in Zweiter Instanz am 26.10.04 Worum ging es? Klaus Weber schreibt in der Veranstaltungsdokumentation „Niemand kann seinem Schicksal entgehen: Kritik an Methode und Weltbild des Bert Hellinger“ (Hg.: AStA der Uni München, Alibri-Verlag, Aschaffenburg) über Ruppert auf S. 64 folgendes: „Mit der Funktionalisierung der Opfer-Erfahrungen für die eigene Theorie korrespondiert die permanente Entlastung der deutschen Täter. Fast durchweg schreibt Ruppert, wenn er den deutschen Faschismus thematisiert, über den „Zweiten Weltkrieg“ (S. 252) beziehungsweise über „Kriegssituationen“ (S. 172). Damit liegt nahe, dass er in einem nächsten Schritt die Soldaten und deren Leiden besonders hervorhebt: „Kriegsfolgen sind die schwersten Traumafolgen. Selbst die Gruppe der Kriegsgewinner zahlt einen horrenden Preis an körperlichen, seelischen und wirtschaftlichen Schäden.“ (ebd.) Nicht nur, dass Ruppert über die Kategorien des Leids und der seelischen Verletzungen Opfer- und Täterhandlungen auf eine Stufe stellt. Darüber hinaus „vergisst“ er über seine Thematisierung des Krieges diejenigen, die gar nicht im Kriegszustand mit dem Deutschen Reich standen: die Juden. Das von ihnen Erlittene, das in kohärenter Sprache kaum zu fassen ist, weil die Erlebnisse keine Kohärenz aufweisen, wird von Ruppert schlicht und einfach übergangen. Diesem „Vergessen“ der Überlebenden-Erfahrungen steht die Behauptung gegenüber, die deutschen Täter hätten Schlimmeres erlebt als die Juden: die schwersten Traumafolgen.“ (die von Weber zitierten Stellen beziehen sich auf Rupperts Buch: „Verwirrte Seelen“, München 2002) Ruppert verklagte Klaus Weber deshalb und wollte ihm gerichtlich verbieten lassen, dies weiterhin zu behaupten. Weber wolle ihm durch „indirektes Zitieren“ Aussagen unterschieben, die er nie gemacht habe. Die erste Verhandlung (26.05.04): In der Hauptsacheverhandlung der Klage Franz Rupperts gegen Klaus Weber vom 26.5.2004 kam das Landgericht München I zu der Auffassung, bei Webers Ausführungen habe es sich nicht um eine „Meinungsäußerung im wissenschaftlichen Diskurs“ gehandelt, sondern um eine Behauptung, die “vom Empfängerhorizont” des durchschnittlich zu erwartenden Lesers her “als objektive Wiedergabe einer Behauptung des Klägers (= Ruppert) im Sinne eines indirekten Zitats verstanden werden muss” (Urteilsbegründung). Ruppert sei insofern falsch wiedergegeben worden. Es werde Weber sowie den Verlagen Argument und Alibri deshalb „bei Meidung eines Ordnungsgeldes bis zu 10.000 EUR, ersatzweise Ordnungshaft bis zu 6 Monaten”, verboten, diese Behauptung weiterhin aufzustellen. In einem Kommentar zu dem Gerichtsurteil auf seiner Homepage behauptete Ruppert, er sei zur “Zielscheibe unsachlicher Kritik, bösartiger Unterstellungen und persönlicher Verleumdungen geworden. Ausdrücke wie 'antisemitisch, völkisch, totalitär' sind dabei in Buchpublikationen wie in Flugblättern gegen mich verwendet worden. Um diesen absurden und durch nichts zu rechtfertigenden Unterstellungen entgegenzutreten, habe ich daher den Rechtsweg beschritten.” Dem durchschnittlich zu erwartenden Leser wird damit suggeriert, er habe gegen die genannten Vorwürfe geklagt und obsiegt. Tatsache ist: Verfahren und Urteil beziehen sich lediglich auf eine Zeile in Webers Habilitationsschrift (bzw. in der Erstausgabe der Alibri-Textsammlung "Niemand kann seinem Schicksal entgehen..."). Gleichwohl schrieb Ruppert auf seiner homepage “in eigener Sache” : “Die von mir geforderte Unterlassung stellt nur den Gipfel einer Serie von Unwahrheiten dar [sic!], die (...) unter dem Deckmantel der Freiheit der Wissenschaft schriftlich oder mündlich über mich in der Öffentlichkeit geäußert wurde” (Kommentar vom 6.6.2004). Die nächste Instanz (26.10.04) Weber ging in die nächste Instanz. Das Oberlandesgericht hob in einer Entscheidung vom 26.10.2004 das erstinstanzliche Urteil auf und wies damit Rupperts Klage ab. Die Richter verneinten Rupperts Behauptung, Weber habe ihm durch “indirektes Zitieren” Aussagen unterschoben, die er nie gemacht habe. Vielmehr habe Weber in wohl “zugespitzt polemischer” aber durchaus zulässiger Form seine Meinung geäußert. Ruppert hat das Verfahren in zweiter Instanz verloren. Interessant, dass Professor Ruppert den Prozess vom 26.10 mit keinem Wort auf seiner Homepage erwähnt. Das Urteil der ersten Instanz machte er dagegen über Monate hinweg in der Rubrik „In eigener Sache“ auf seiner Homepage öffentlich. Stattdessen wurde dort Anfang November 2004 Klaus Weber unterstellt, er würde versuchen, „die Erfahrungen von Juden im Nationalsozialismus für seine Polemik gegen Bert Hellinger und das Familienstellen (zu) funktionalisieren und aus(zu)beuten.“ Ruppert erklärte weiter: „Weil ihm (Klaus Weber) sein politischer Instinkt sagt, dass in Deutschland das Argument, jemand sei antisemitisch, in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit erregt, versucht er auf Biegen und Brechen einen Zusammenhang zu konstruieren, der in Wirklichkeit nicht besteht.“ (www.franz-ruppert.de/html/aktuelle_infos.htm) Das Antifa-Referat des AStA der Uni möchte in diesem Zusammenhang auf folgendes hinweisen: 1. Es ist ein weit verbreitetes
antisemitisches Vorurteil, dass diejenigen Menschen, die das Leid der Juden
im Dritten Reich thematisieren, dies nur tun, um ihre eigennützigen,
egoistischen Interessen zu bedienen. (vgl. die Debatte um Norman Finkelsteins
Buch „Die Holocaust-Industrie)
Literatur:
ViSdP.: Daniel Fritsch, Leopoldstr. 15, 80802 München |
Ein
Leserbrief: "Weltbild ins Wanken geraten"
| Ein Leserbrief
Vor einigen Tagen bin ich
auf ihre Homepage zum Thema Bert Helinger gestossen und es hat mich ziemlich
bewegt, was dort zu lesen ist.
Diese Geschichte verfolgt
mich ziemlich. Es ist nicht so, das diese Geschichte mich psychisch belasten
würde, aber sie lässt mich einfach nicht los, weil mein bisheriges
Weltbild durch diese Ereignisse ziemlich ins Wanken geraten ist.
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Die Antwort
Wenn ich Sie richtig verstanden habe, haben Sie die Patientin und deren Familie vorher nicht gekannt. Während einer Aufstellung haben Sie plötzlich Wissen über Fakten aus der Familiengeschichte der Patientin gehabt, nämlich dass .... Solche vermeintlich unerklärlichen
Begebenheiten kann man ohne genaue Kenntnisse der Umstände nicht aufklären.
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Verband für Familientherapie: "Gefährlich für Betroffene"
Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF)
http://www.dgsf.org/themen/berufspolitik/hellinger.htm
Systemische Gesellschaft"Die reale Praxis der Familienaufstellungen ist zu einem nicht geringen Teil als kritisch, ethisch nicht vertretbar und gefährlich für die Betroffenen zu beurteilen".
Deutscher Verband für systemische Forschung, Therapie, Supervision und Beratung e.V.Im Juli 2004 folgte eine weitere Erklärung, die „Potsdamer Erklärung der Systemischen Gesellschaft zur systemischen Aufstellungsarbeit“, abrufbar unter http://www.systemische-gesellschaft.de/presse.php?y=2&mod=single&pfi_id=24 Stand: 9.9.08
Stellungnahme vom Mai 2002:"Als einer der führenden Verbände für systemische Psychotherapie distanzieren wir uns von dieser Kultur der Aufstellungsarbeit, in der unter Ablehnung persönlicher Verantwortlichkeit für mögliche Folgen und ohne jegliche Form der Qualitätssicherung und Kontrolle (z.B. durch Supervision) Menschen einer Art von „Heilungsarbeit“ ausgesetzt werden, bei der unrealistische Hoffnungen geschürt werden und - zumindest in der Verkürzung, in der dies bei den Betroffenen ankommt - extrem vereinfachende Zusammenhänge vermittelt werden".
(Quelle: http://www.systemische-gesellschaft.de/download/stellunghellinger.pdf, nicht mehr abrufbar)
"Organisationsaufstellung": Firmen-Psychotherapie oder organisiertes Mobbing?
Seit Erscheinen des kritischen Buches über Hellinger (>>) wächst die Zahl der Anfragen von Arbeitnehmern, die von ihren Arbeitgebern zu Organisationsaufstellungen beordert wurden. Diese Organisationsaufstellungen hat Frank Gerbert in besagtem Buch beschrieben: "Wundersame Hilfe in allen Lebenslagen" (S. 158 ff, die nachfolgenden Zitate beziehen sich auf diesen Beitrag).
Organisationsaufstellungen können für die Beteiligten ein erhebliches Risiko enthalten:
Eine Heilpraktikerin bietet im Internet an:
Diese Organisations-
und Strukturaufstellungen können hilfreich sein bei:
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Als Zweck der Organisationsaufstellung wird die Entscheidungsfindung genannt. Das besagt nichts, so lange man nicht weiss, welche konkrete Entscheidung gemeint ist. Falls jeder seine Unzufriedenheit mit irgend etwas nennen darf, besteht eine grosse Gefahr, dass sowohl das angebliche Problem, als auch dessen vermeintliche Lösung personalisiert wird und dass dabei massiv Gruppendruck ausgeübt wird.
Diese Gefahr besteht insbesondere auch deshalb, weil die Hellinger-Methode eben in erster Linie als Psychotherapie gedacht waren und angewandt werden und eine Therapie der Lösung persönlicher Probleme dient, in der Regel solcher mit Krankheitswert oder an der Grenze dazu.
Frank Gerbert (S.167) vermutet, dass "Organisationsaufstellungen prinzipiell die Tendenz innewohnt, zu Familienaufstellungen zu mutieren". Dass also aus der Unternehmensberatung eine Psychotherapie wird. Dies scheint auch vielfach durchaus so geplant zu sein. Darauf deutet zumindest das "sprachliche Imponiergehabe" (Gerbert S. 164) hin, welches in vielen Internet-Angeboten auffällt. Gerbert (S. 166) zitiert eine Anbieterin, die das "wissende Feld" bemüht, eine "eindeutig esoterische Erklärung". Es spricht viel dafür, dass das sprachliche Imponiergehabe Ausdruck eines vermeintlich höheren Wissens ist, welches der wissenschaftlich tätige Psychologe Andreas Hergovich in einem Buchtitel als "Der Glaube an PSI" bezeichnet und mit der "Psychologie paranormaler Überzeugungen" (Untertitel des Buches) erklärt.
Anders ausgedrückt: Manche Hellinger-Adepten wähnen sich im Besitz des sektentypischen Patentrezepts.
Wegen der typischen Tendenz, das Persönliche in die vermeintliche Unternehmensberatung einzubeziehen, müssten Vorkehrungen getroffen werden, dies zu verhindern.
In erster Linie und als einfachstes
Instrument wäre das eine konkrete Tagesordnung, an die man sich dann
auch zu halten hat.
Wobei allerdings zu bezweifeln
ist, dass das überhaupt durchführbar ist, da die persönlichen
Aspekte sich stets in den Vordergrund drängen.
Der Veranstalter wird dann
immer behaupten, diese Entwicklung der Veranstaltung sei der Wunsch der
Teilnehmer gewesen.
Es ist sehr fraglich, ob
dies dem Arbeitgeber im Schadensfall etwas nützen wird.
Kein Arbeitgeber kann sich
bei der Auswahl seines Personals auf hochtrabende Titel oder sprachliches
Imponiergehabe verlassen.
Der Arbeitgerber haftet
für seine "Erfüllungsgehilfen".
Das besagt § 287 BGB
und darauf beruht das übliche Verlangen der Arbeitgeber nach nachweisbarer
Qualifikation und letztlich das hochentwickelte Fortbildungswesen mit dem
Ziel des Qualifikationsnachweises.
Der Arbeitgeber ist verpflichtet,
sich über Qualifikation und Methoden zu informieren.
Spätestens seit Entstehen
des Psychomarktes bedeuten etliche Titel nicht viel und dies ist inzwischen
auch allgemein bekannt.
Hat der Arbeitgeber sich
nicht informiert, wird das vermutlich als grobe Fahrlässigkeit eingestuft,
für die er einzustehen hat.
Frank Gerbert (S.161) zitiert den Bericht einer Teilnehmerin:
»Die Fälle, die bearbeitet wurden, begannen damit, dass sich einer der anwesenden Männer nicht zwischen zwei Frauen entscheiden konnte. (...) Als ich monierte, dass hier der Bezug zu Firmen/Organisationen fehlte, meinte [die Leiterin des Seminars], dass dieser Mann erst dann frei für solche Themen sei, wenn er dieses Thema gelöst habe. Es wurde noch eine Blasenentzündung gestellt (ja, wirklich!) und meine Interventionen wurden abgeschmettert. (...) Ich solle doch mal meine Aggressionen aufstellen. Dann könne ich sehen, wo ich blockiert sei. (...) Ein anderer Fall war, dass eine Teilnehmerin, die ein Haus am Tegernsee bewohnte, uns mitteilte, dass sie nun wisse, woher die negativen Schwingungen dieses Hauses kämen. Es habe dort ein Durchgangslager für jüdische Frauen gegeben und deren Schreie könne man spüren«Deshalb besteht die Gefahr, dass eine Organisationsaufstellung in die Persönlichkeitsrechte von Teilnehmern eingreift und/oder sich für einzelne Mitarbeiter zu organisiertem Mobbing entwickelt.
Hellinger und seine Anhänger
berufen sich neuerdings auf Rupert Sheldrake
(vgl. auch ZEGG-SISMUS).
Einzelheiten dazu in: Colin
Goldner: "Der Wille zum Schicksal - Die Heilslehre des Bert Hellinger",
>> , Seite 102 ff.: "Kronzeuge Sheldrake".
Sheldrake hat Fritjof
Capra als Kronzeuge der Esoterik abgelöst.
Colin Goldner zählt
auf, welche Begriffe mehr oder weniger synonym zu Sheldrakes "morphogenetischen
Feld" benutzt werden:
Auch bei PSI geht es meist
um die angebliche Überwindung der Physik.
Nur selten liegen die Dinge
so einfach, wie bei Maharishi. Dessen Anhängern habe ich 1987 brieflich
vorgeschlagen, den Beweis dadurch zu erbringen, dass man den Flieger auf
eine Waage setzt. Hebt er ab, muss der Zeiger auf Null gehen und zwar länger,
als dies bei einem Hüpfer der Fall wäre. Keine Antwort. Statt
einfacher Beweise berufen sich die Maharishi-Anhänger heute auf die
Quantenphysik.
Dazu der Berliner Physikprofessor
Prof.
Dr. Martin Lambeck: Können
Paraphänomene durch die Quantentheorie erklärt werden?
Zum kulturellen Hintergrund
auch: "Annettes Philosophenstübchen".
"Das Virtuelle Bert Hellinger Institut"
"Das Virtuelle
Bert Hellinger Institut" wurde mit den Websites www.Hellinger.com
und www.Hellinger.de betrieben.
Inhaber dieser Domains war
damals
Firma Reinecke Expertensystem GmbHDas "Virtuelle Institut" wurde inzwischen geschlossen.
Haidplatz 7a
93047 Regensburg
Geschäftsführer: Hans-Joachim Reinecke
Handelsregister HRB 4924, Amtsgericht Regensburg
Email: office@hellinger.com
Werner
Haas
Familienstellen - Therapie oder Okkultismus? Das Familienstellen nach Hellinger kritisch beleuchtet Asanger Verlag, 2005, 170Seiten ISBN3-89334-430-6 Bestellen bei Amazon Klappentext:
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Inhalt
Einleitung [Auszug oben >>] Teil I. Patriarchale Träume Eltern: Jenseits von Gut und Böse Fetisch Familie Geschlechter-Rolle rückwärts Hellingers Ideologie am Beispiel des Inzests Sexuelle Gewalt: Höhere Gewalt? Sexus, Thanatos Teil II. Hellingers Okkult-Ätiologie Klopfgeister und Sippengewissen Schuld und Sühne Tödliche Ordnungswidrigkeiten Krankheitsmodell ä la Hellinger Der Fluch der Verstrickung Teil III. Die Befragung des Orakels Von Schafgarbenstängeln und Menschen Mehrgenerationales Gruselkabinett Wer aufstellt, hat mehr vom Leben Mediale Diagnostik Schlotternde Knie und wissende Felder Hellseher mit dunklen Ahnungen Phänomenologie des Ungeistes Teil IV. Das magische Theater Haruspex und Schicksalswender Noch ein Kurs in Wundern Gehst du zur Aufstellung, vergiss die Peitsche nicht! Aufstellungsbeispiel Knochenmarkkrebs Tod in Leipzig Teil V. Hellinger - Werdegang und Wirkung Einfluss therapeutischer Schulen Systemisches und Wahnsystemisches Out of Africa oder zurück zum Tribalismus? Apocalypse now! Wie erklären sich Hellingers „Erfolge"? Schlussbemerkung Literaturverzeichnis |
| Goldner,
Colin (Hrsg.): Der Wille zum Schicksal.
Die Heilslehre des Bert Hellinger Mit Beiträgen von: El Awadalla, Thea Bauriedl, Frank Gerbert, Fritz R.Glunk, Colin Goldner, Ingo Heinemann, Micha Hilgers, Heiner Keupp, Claudia Kierspe-Goldner, Beate Lakotta, Petrus van der Let, Ursula Nuber, Arnold Retzer, Jörg Schlee, Fritz B.Simon, Hugo Stamm, Michael Utsch, Sigrid Vowinckel, Klaus Weber. Carl-Ueberreuter-Verlag, Wien, 2003. 304 S., Leinen/Schutzumschlag, Euro 22,95, ISBN 3-8000-3920-6. Bestellen bei Amazon Mehr zum Buch: http://www.AGPF.de/Goldner.htm Buchbesprechungen: www.fkpsych.de/pub_hellinger.html |
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Studentischer Sprecherrat der Universität München (Hrsg.): "Niemand kann seinem Schicksal entgehen..." Kritik an Weltbild und Methode des Bert Hellinger Alibri-Verlag 2004, 165 Seiten www.Alibri.de 2. Auflage mit zusätzlichen Beiträgen 2005 Bestellen bei Amazon Das Buch enthält die Beiträge einer Tagung in München am 4.11.2003. Cover-Text: Bert Hellinger gilt mit seiner besonderen Form der „systemischen Familienaufstellung" als absoluter „Superstar" der Therapieszene. Eine Behandlung „nach Hellinger" birgt jedoch unwägbare Risiken: der ehemalige Missionar hat keine solide therapeutische Ausbildung und verstößt gegen einfachste Regeln der Psychotherapie. Er propagiert ein erzreaktionäres Familienbild, in dem die Frau dem Mann untergeordnet ist, Konflikte nicht ausgesprochen werden dürfen und die eigene Situation (auch von Opfern von Missbrauch oder Vergewaltigung) als Schicksal „angenommen" werden muss. Seine „Erkenntnisse", gewonnen durch „höhere Eingebungen", wendet Hellinger nicht nur auf zwischenmenschliche Beziehungen an. Auch die Geschichte interpretiert er nach diesem Muster um und relativiert so die Verbrechen des Nationalsozialismus. Der Band stellt die zentralen Kritikpunkte an Hellingers Menschen- und Weltbild dar, unterzieht seine Vorstellung von systemischer Therapie einer kritischen Betrachtung und wirft einen Blick auf das Netzwerk seiner Anhänger. |
Inhaltsverzeichnis:
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Claudia
Barth: Über alles in der Welt - Esoterik und Leitkultur
Eine Einführung in die Kritik irrationaler Welterklärungen Alibri Verlag 2003 ISBN3-932710-36-3, 206 Seiten, 14 Euro Bestellen bei Amazon vgl. auch http://www.AGPF.de/Esoterik.htm |
Elisabeth Reuter: Gehirn-Wäsche. Macht und Willkür in der systemischen Psychotherapie nach Bert Hellinger Peter Lehmann Antipsychiatrieverlag 2005 ISBN 3-925931-40-6 Bestellen bei Amazon Reuter beschreibt eine Therapie
"nach Bert Hellinger" aus eigenem Erleben. Ihr Therapeut hatte in der Einsamkeit
der Therapie keine "Stellvertreter", er setzte die imaginären verstorbenen
Verwandten seiner Patientin auf seine vorhandenen 8 Stühle: "Schwer
vorzustellen, was ihm noch alles eingefallen wäre, hätte er noch
mehr Stühle besessen" S. 122).
Künstlich erzeugte
Erinnerungen und sexueller Missbrauch
Die Autorin analysiert vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der Literatur schliesslich noch Hellingers Ideologie und Praxis: "Mittlerweile gibt es hierzulande bereits Kliniken ... , in denen Hellingers Ansicht über die Unschuld der Täter und Verbrechen der Opfer verordnet wird. Bereitwillig bezahlen die Krankenkassen die Hellingersche Intervention, wonach väterlicher sexueller Kindesmissbrauch an einer Patientin in Wahrheit von der Mutter und der Patientin selbst inszeniert wurden. |
Wilfried
Nelles: Die Hellinger-Kotroverse. Fakten, Hintergründe, Klarstellungen,
2005.
Es handelt sich um ein Hellinger-Verteidigungsbuch.
2. Die AGPF war niemals in Entführungen verwickelt. Die AGPF hat vielmehr stets vor derartigen Methoden gewarnt, vgl. http://www.AGPF.de/Deprogramming.htm |
Der
kritische Kommentar zum kritischen Buch
Der nachfolgende Kommentar
stammt aus der Website www.hellinger.com "Das virtuelle Bert Hellinger
Institut" (>>).
Die Abbildung wird durch
Anklicken vergrössert.
Hellinger wurde von einigen
Fachleuten seit Jahren kritisiert.
Eine breite Öffentlichkeit
erfuhr davon jedoch erst 2002 durch einen Artikel im Spiegel: "Danke, lieber
Papi" von Beate Lakotta.
Colin
Goldner behandelt Hellinger in seinem Buch Die
Psychoszene unter demTitel "esoterischer Psychomarkt" hinter der "Festhaltetherapie"
und vor dem "Feuerlauf".
| Goldner: Die Psychoszene
Seite 271
5.20.1. Familienaufstellung
nach Hellinger
Theoretische Grundlage seiner Arbeit ist die ebenso simple wie reaktionäre Vorstellung, es gebe im Innenverhältnis jeder Familie eine "Ursprungsordnung“, in die jedes Mitglied sich widerspruchslos einzufügen habe: Die Frau sei dem Manne untergeordnet, das zweitgeborene Kind dem erstgeborenen. Jede Störung dieser Ordnung führe zu Krankheit. Desgleichen eine Störung der kindlichen "Hinbewegung“ zu den Eltern: Kinder wollen, laut Hellinger, ihre Eltern bedingungslos lieben, gleichgültig, was auch passiert ist. Ziel der Therapie sei es, die natürliche "Ordnung der Liebe“ wiederherzustellen durch gebührende Ehrerweisung dem jeweils Ranghöheren gegenüber. Sei dies geschehen, lösten sich jedwede Konflikte und Krankheiten auf. Hellinger arbeitet mit Einzelpersonen
im Rahmen einer aus dem Auditorium adhoc zusammengestellten Gruppe. Der
jeweils "arbeitende“ Klient wird aufgefordert, unter Zuhilfenahme anderer
Gruppenteilnehmer, die stellvertretend die Position von Familienmitgliedern
einnehmen, seine "Herkunftsfamilie“ aufzustellen. In einer Art räumlicher
Metapher soll sichtbar werden, wer innerhalb der Familie wem wie nahe stand.
Anders als in der etablierten Familientherapie, die seit jeher derlei Techniken
einsetzt, erhält der Klient bei Hellinger keine Möglichkeit,
seine Gedanken und Gefühle weiter zu erschließen; vielmehr agiert
ausschließlich Hellinger (bzw. der Hellinger-Therapeut): Er verändert
die Position der einzelnen "Familienmitglieder“ beliebig zu einer von ihm
so bestimmten "Lösungskonstellation“ und konfrontiert den Klienten
mit apodiktisch vorgetragenen Interpretationen und Anweisungen. Diesem
bleibt lediglich die Wahl, diese anzunehmen oder nicht. Eine weitere Erörterung
oder therapeutische Bearbeitung findet nicht statt. Im Gegenteil: Etwaiges
Nach- oder Hinterfragen wird von Hellinger kategorisch unterdrückt.
1141 Ein Inzest-Opfer wird etwa ange-
Goldner: Die Psychoszene Seite 272 wiesen, sich als "kleines Mädchen“ vor seine "Mutter“ zu knien und zu sagen: "Mama, für Dich tue ich es gerne!“. Ende der Vorstellung.1142 Hellingers Vorgehensweise, gelegentlich als "systemische Familienaufstellung“ bezeichnet, wird in esoterischen Publikationen aufs Höchste gepriesen, der "Ganzheitsmediziner“ Ingfried Hobert zählt sie, zusammen mit Bach-Blütentherapie, Kinesiologie und Schamanischen Ritualen, gar zu den "Heilweisen für das neue Jahrtausend“. Von Hellingers Arbeit scheint Robert allerdings wenig Ahnung zu haben, ansonsten verwechselte er nicht ständig die Begriffe Systemik (das Familiensystem betreffend) und Systematik.1143 Letztere läßt sich in Hellingers Arbeit bei bestem Willen nicht entdecken. Die häufig anzutreffende Behauptung, Hellingers Ansatz gründe in der (seriösen) Familientherapie Virginia Satirs,1144 ist durch nichts belegbar. Suitbert "Bert“ Hellinger
bildet in seinem Verfahren keine Therapeuten aus, Praktiker, die "Familienaufstellung
nach Hellinger“ anbieten, sind - unabhängig von der Fragwürdigkeit
derartiger Inszenierungen - durch nichts und niemanden (zumindest nicht
durch Hellinger selbst) dazu autorisiert.
Ein bezeichnendes Licht auf die Risiken unkonventioneller Therapieverfahren - und die Persönlichkeitsstruktur vieler Praktiker in diesem Bereiche - wirft ein Fall, der sich im Oktober 1997 in Zusammenhang mit Bert Hellingers "Familienaufstellung“ ereignete: Goldner: Die Psychoszene Seite 273 Fachleute, grenzt an psychische Vergewaltigung, auch wenn die Teilnehmer sich "freiwillig“ der Prozedur aussetzen, gar noch extra dafür bezahlen. Er hat keine Ahnung (und wohl auch kein Interesse daran zu erfahren), wie diese seine "Eingebungen‘ verarbeiten. Ausdrücklich betont er, er brauche keine Rückmeldung seitens seiner Klienten. Hellinger kümmerte sich nicht um die junge Frau, als diese wortlos den Saal verließ. Kurz zuvor hatte er dem Publikum noch über sie gesagt: "Die Frau geht, die kann keiner mehr aufhalten (...). Das kann auch sterben bedeuten.“1146 Wenige Stunden darauf war sie tot. Auf die spätere Frage, ob er denn nicht hätte erkennen können, daß die Frau sich in einer tiefen Krise befunden habe, meinte er: "Wie denn, ich kannte sie ja nur drei Minuten.“ Im übrigen beinhalte jede Therapie auch gewisse Risiken. In einem der zahlreichen Bücher über den Hellingerschen Ansatz wird denn auch auf solche Risiken beim Aufstellen ausdrücklich hingewiesen: "Wenn einer der Mitwirkenden aus der Tür will oder aus der Tür geht, heißt das: Er ist selbstmord-gefährdet.“1147 Goldner: Die Psychoszene Seite 274 Anfang 1998 berichtete Autor Goldner in dem schweizerischen Psychologiemagazin Intra über Hellingers Ansatz und den Todesfall in Leipzig.1150 Die Reaktion der Leserlnnenschaft auf diesen Beitrag war symptomatisch. Nur selten zuvor gab es eine derartige Flut an Anfragen und Zuschriften, teils anerkennend, daß endlich einmal Klartext gesprochen wurde gegen die Umtriebe der "Familienaufstellerszene“, die sich sehr zu Unrecht mit seriösem systemischem oder familientherapeutischem Herangehen ineinssetze, aber auch kritisierend, daß erst ein Mensch zu Tode kommen mußte, bevor eine breitere Öffentlichkeit von deren Risiken erfuhr. Die Mehrzahl an Zuschriften und Anrufen beschränkte sich indes darauf, Autor Goldner zu beschimpfen: Man zieh ihn der "totalen Ignoranz“, "ideologisch verblendeter Verbohrtheit“, gar eines "inquisitorischen Fanatismus, schlimmer noch als in der Kirche“. Häufig wurden auch Ferndiagnosen erstellt, die Goldners unbewußte oder verdeckte Motivation enthüllten: vor allem "grenzenloser Haß auf alles Spirituelle“, aber auch "Konkurrenzneid“ oder "krankhaftes Hirnficken“ (was immer das sein mag). Dazu kamen (meist anonyme) Schimpftiraden, die zu wiederholen der Anstand verbietet. Ein Anrufer mutmaßte, Goldner sei "Agent der Mossad“ (israelischer Geheimdienst) oder gar Scientologe. Inhaltlich wurde kein einziges Argument gegen den Artikel vorgebracht, lediglich die Weise wurde bemäkelt, in der Hellinger angegangen worden sei: Der Text sei zu polemisch gewesen, zu wenig ausgewogen; Hellinger habe es "nicht verdient, so behandelt zu werden“, wo er doch "soviel Gutes“ bewirkt habe. Auf den Todesfall in Leipzig ging kaum jemand ein und wenn, dann in abwiegelnder Manier: sowas könne immer mal passieren. Im übrigen gebe es "keinerlei kausalen Zusammenhang“ zwischen Hellingers Invektiven und dem Suizid der Klientin. Goldner wurde vorgehalten, seine Aussagen seien "schlichtweg falsch oder irreführend“. Was genau falsch dargestellt worden sein sollte, wurde nicht gesagt. Desweiteren wurde ihm vorgehalten, Hellinger habe soviel an Leben gerettet und soviel an Lebensqualität geschaffen, da sei es ein Unding, ihm aus einem "Lapsus“ (!), wie er schließlich jedem widerfahren könne, einen Strick zu drehen. Den schieren Zynismus solchen Rechtfertigungsversuches - es geht um den Tod einer jungen Frau! - merkte man offenbar nicht. "Bert Hellingers Person und Arbeit“, wie der Herausgeber von Intra, Sandro Looser, im Editorial der Folgeausgabe seines Magazins schrieb, "scheint ganz offensichtlich das psychotherapeutisch interessierte Publikum zu spalten. Von einigen SchreiberInnen haben wir auch Hinweise erhalten, warum das so sein könnte. In einem Brief heißt es sinngemäß, Hellinger spreche in den Menschen den insgeheimen Wunsch an, die Verantwortung für die eigene Identität an eine vorgegebene Ordnung abzugeben. Diese Entlastung führe bei vielen Menschen offenbar zu einer Besserung ihres Befindens. (...) Kein Wunder, daß hier Welten aufeinanderprallen: Wer das Bild des emanzipierten Menschen (ob Klient oder Therapeutln) hochhält, dem muß der Gedanke an jegliche Unterwerfung an eine vorgegebene Ordnung - von der andere zu wissen vorgeben, wie sie aussieht - zuwiderlaufen.“1151 Auch Sandro Looser wurde wüst beschimpft. Goldner: Die Psychoszene Seite 275 Im deutschsprachigen Raum bieten mehrere hundert "Therapeuten“ ihre jeweils selbstgestrickten "Familienaufstellungen nach Hellinger“ an. Da Hellinger, um es zu wiederholen, selbst keine Ausbildungen durchführt, sind diese Praktiker durch nichts und niemanden autorisiert. (Die häufig anzutreffende Werbebehauptung, man sei "langjähriger Schüler Hellingers“‘ heißt in der Regel nichts anderes, als daß man ein paar Workshops bei ihm besucht und gegebenenfalls das ein oder andere seiner Bücher gelesen hat.) Zu großen Teilen handelt es sich bei den Hellinger-Exegeten um Figuren aus dem Osho-Rajneesh-Umfeld, die sozusagen "von Hause aus“ eine tiefverwurzelte Affinität zu autoritären Gruppenverfahren mitbringen; von ernstzunehmender Qualifikation oder dem Vorliegen einer Befugnis zur Ausübung der Heilkunde kann vielfach keine Rede sein. Am schwäbischen Johanniterhof beispielsweise, der Nachfolgeeinrichtung des Esoterikzentrums Etora auf Lanzarote, wird "Familienaufstellung nach Bert Hellinger“ gleich in zweifacher Ausfertigung angeboten: zum einen von der NLP-Trainerin Christiane "Adavanta“ Jacobsen und zum anderen von dem Rebirthing- und Money & Love-Therapeuten Günter "Sarito“ Griebl samt Ehefrau Silvana "Samadhi“. Auch in den verschiedenen Osho-Rajneesh-Zentren zählt "Familienstellen“ inzwischen zur Grundausstattung, u.a. bietet hier eine gewisse Victoria "Sneh“ Schnabel ihre Dienste an. Die schwäbische Reinkarnationstherapeutin und Geistheilerin Iris "Shanti“ Sautter, gleichfalls Anhängerin des Osho-Kults, veranstaltet "Familienaufstellung“ in einwöchigen Ferienseminaren auf Korfu. Kosten: 1.240 Mark netto. Gipfel der Chuzpe ist allerdings ein "Heilerkurs“, den die Bayerische Gesellschaft für Ganzheitliche Medizin anbietet. Hier können sich psychologische und therapeutische Laien in einem einzigen Wochenende (!) in "Systemischer Generationsperspektive nach Bert Hellinger“ schulen lassen. Der "ganzheitlich-philosophische Ausbildungsgang“ kann wahlweise mit weiteren Wochenendkursen, unter anderem in Gesicht- und Handlesen, Traumarbeit oder Hypnose, aufgestockt werden. Leiter der Hellinger-"Ausbildung“ ist Peter Kriester, vormals Gemüsegärtner und "Körpertherapeut“ am Esoterikzentrum Coloman. Besagte Gesellschaft für Ganzheitliche Medizin ist nichts anderes als eine private Esoterik- und Heilpraktikerschule im Allgäu, die als Geldbeschaffungseinrichtung der äußerst umstrittenen "Wankmiller-Sekte“ gilt. 1152Der tragische Todesfall von Leipzig unterstreicht nicht nur die Notwendigkeit einer rückhaltlosen Aufklärung über die Machenschaften der Szene, sondern auch deren radikale Eindämmung durch geeignete gesetzliche Maßnahmen. Es steht zu hoffen, daß das geplante Lebenshilfegesetz in baldiger Zukunft die parlamentarischen Hürden übersprungen haben wird (=> Was tun?). Vor dem Hintergrund der Kritik,
die nach dem Todesfall von Leipzig an Hellingers Verfahren in Fach- und
Boulevardmedien geübt worden war, gründete sich in München
eine Arbeitsgemeinschaft Systemische Lösungen nach Bert Hellinger,
deren selbstgestellte Aufgabe (laut Werbeartikel in Esotera) darin
bestehe, "Hellingers Methode seriös nach außen zu vertreten
und ihre Verbreitung und Fortentwicklung auf eine achtsame Weise zu fördern“;
desweiteren in der "Entwicklung von Kategorien für die Aus- und Weiterbildung“
1153 (die, wie man damit zugibt, bis dahin
nicht existierten!). Nicht weniger als neunzig Therapeutinnen und Therapeuten,
die im deutschsprachigen Raum Hellinger-inspirierte Dienste anbie-
Goldner: Die Psychoszene Seite 276 ten, vorneweg Jirina Prekop (=> Festhaltetherapie), finden sich auf einer von der Arbeitsgemeinschaft versandten Liste. In der von einer erstaunlich großen Anzahl akademisch vorgebildeter Praktiker durchsetzten Hellinger-Riege tauchen mithin Professor Matthias Varga von Kibed (LMU München) oder Professor Franz Ruppert (Katholische Stiftungsfachhochschule München) auf; daneben auch der oben erwähnte Peter Kriester oder die Rajneesh-Therapeuten Schnabel und Griebl/Griebl. Bemerkenswert ist auch der Umstand, daß die Züricher Psychologieprofessorin Gertraud Schottenloher "Familienstellen nach Bert Hellinger“ unter dem Signet der Rajinder-Singh-(Sekten-)Organisation => Wissenschaft der SpirituaIltät anbietet. Der in München und bei ZIST praktizierende Gestalttherapeut (und ehemalige LMU-Gastprofessor) Hunter Beaumont, ursprünglich Ausbilder am renommierten Gestalttherapie-Institut in Los Angeles, half Hellinger, den US-Markt zu erschließen: Im Frühjahr 1998 organisierte er für diesen eine - angeblich höchst erfolgreiche - Promotion-Tour quer durch die Staaten. Auch auf dem "2. Weltkongreß für Psychotherapie“ im Sommer 1999 in Wien war Hellinger vertreten, gänzlich ungeniert durfte er sich gleich in drei (Werbe-)Veranstaltungen verbreiten. Vereinzelte kritische Nachfragen (mithin von Sophie Freud) wurden entweder ignoriert oder in autoritärer Manier abgebügelt. 1154 Tatsächlich wird "Familienstellen nach Hellinger“ - neuerdings auch als "Clanning“ (= Bezugnahme auf den Familien-Glan) bezeichnet - im deutschsprachigen Raum in wachsendem Umfange angeboten: Hunderte Annoncen einschlägiger Praktiker finden sich in den Esoterik- und Szeneblättern, Exemplarisch erwähnt sei insofern die Hamburger "Psychotherapeutin“ Doris Schneider, die seit einiger Zeit in großangelegten Tourneen durch die Lande zieht und in Wochenendseminaren "Systemische Familienaufstellung nach Bert Hellinger“ anbietet (zweieinhalb Tage/350 Mark). Zur Frage etwaiger klinischer Qualifikation oder rechtlicher Befugnis zur Ausübung von Heilkunde ist in den Werbebroschüren Frau Schneiders nichts vermerkt. Seit Anfang 2000 bietet das
bayerische Esoterikzentrum => ZIST eine knapp zweijährige Fortbildung
für Arzte, Psychologen, Sozialarbeiter - und Heilpraktiker [!] - in
"Familienstellen nach Bert Hellinger“ an. Geleitet wird das (tatsächlich
nur fünf Fünfeinhalbtage-Workshops umfassende) Training von Hellinger-Freund
Beaumont (der laut Ausschreibung für die "spirituellen Aspekte des
Familienstellens“ zuständig ist), darüberhinaus u.a. von dem
Theologen Jakob Schneider und dem Psychoanalytiker Albrecht Mahr; auch
die langjährige ZIST-Mitarbeiterin Eva Madelung, ihres Zeichens Heilpraktikerin
und Primärtherapeutin, ist mit von der Partie. Kosten der Fortbildung:
7.240 Mark. 1155
Goldner-Anmerkungen:
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| Tages-Anzeiger
Zürich 4.5.2002
Blitztherapie der seltsamen Art Die esoterische «Buchhandlung im Licht» organisiert Seminare im «Familienstellen». Ein therapeutisches Wunder oder mystischer Schrott? Von Hugo Stamm Es gibt eine Familienseele, sagt Bert Hellinger, der neue Guru der Psychoszene, der vor allem ein esoterisch interessiertes Publikum fasziniert. Wer durch Rollenspiele die Familienverstrickungen aufarbeitet, löst individuelle Probleme und beeinflusst die Familienseele positiv, verkündet Hellinger. Und Hunderttausende glauben es in geistiger Verklärung. So treffen sich denn auch 20 Seminarteilnehmer in der Esoterik-Buchhandlung im Licht und üben unter Anleitung von Anja und Nicolas Kern das «Familienstellen». Das Setting ist simpel. Yasmine (Name geändert) erzählt ihre komplizierte Familiengeschichte. Der Halbbruder hatte sie vor Jahren vergewaltigt, als sie noch ein Kind war. Die Eltern wissen bis heute nichts davon, das Opfer schweigt, der Täter verdrängt den Übergriff. Ein therapeutisches Familienstellen nach Hellinger soll Lösungen herbeiführen. Yasmine muss für das Rollenspiel Kursteilnehmer aussuchen, die ihre Familienmitglieder verkörpern. Auf Anweisung der Therapeutin Anja Kern, die aus Hawaii eingeflogen ist, verteilt Yasmine die «Schauspieler» intuitiv so im Raum, dass für sie das Familienbild «stimmt». In Tränen aufgelöst Die aufgestellten Familienmitglieder - daher der Begriff «Familienstellen» - müssen nun ihre Gefühle ausdrücken. «Ich fühle mich ausgeschlossen», sagt der Vater des Halbbruders und Ex-Mann der Mutter. Der Halbbruder erklärt, er sehe sich als Aussenseiter der Familie. Die Vergewaltigung seiner Halbschwester erwähnt er aber mit keinem Wort. Yasmine, die das gruppendynamische Spiel aus Distanz betrachtet, bricht in Tränen aus. Therapeutin Kern reagiert so, als stünde die wahre Familie im Raum, als stammten die Aussagen von der echten Mutter, dem echten Halbbruder. Yasmine sagt denn auch: «Er spricht wie mein Vater, obwohl er ihn noch nie gesehen hat.» Für aussen Stehende ein Wunder der höheren Art. Doch für das Therapeutenpaar ist klar, dass Gefühle und Verhaltensweise der echten Familienmitglieder von den «gestellten Personen» übernommen werden, wenn auch auf unerklärliche Weise. Nachdem sie ihre Gefühle ausgedrückt haben, geht es allen Akteuren auf wundersame Art besser. Zum Schluss flüstert Therapeutin Kern ihnen versöhnliche Worte ein, die sie wiederholen müssen. «Ich akzeptiere dich als meinen älteren Bruder», muss das Opfer dem Täter sagen. Verzeihen darf sie ihm nicht, weil sie sich sonst über ihren älteren Halbbruder stellen würde, was nach Hellinger eine Todsünde wäre. «Wer im Familiensystem zuerst kommt, hat nach dem Prinzip des systemischen Familienverständnisses Vorrang», ergänzt die Therapeutin. Die Familienseele soll nach einem autoritären Hierarchiesystem funktionieren. «Wenn man den Eltern Ehre erweist, kommt etwas tief in der Seele in Ordnung», erklärt Hellinger in seltsamer Verklärung. Das trifft offenbar auch für eine Tochter zu, die von ihrem Vater missbraucht worden ist. Die Familienseele soll es richten Weil der Halbbruder nach dem Ordnungsprinzip Vorrang hat, kann Yasmine eine Entschuldigung für die Vergewaltigung verlangen. Die Familienseele wird es schon irgendwie richten, glauben Nicolas und Anja Kern. Die Erfahrungen würden zeigen, dass es funktioniert. Und schon bricht bei der gestellten Familie die grosse Harmonie aus. Besprochen werden die Vorgänge nicht, Worte würden die seelischen Schwingungen stören. Denn durch das «Stellen» soll die Familienseele gereinigt worden sein. Obwohl der Rest der «echten» Familie keine Ahnung davon hat. Das «therapeutische Wunder» lässt sich psychologisch nicht erklären. Mit Rollenspiel Familienseele heilen Die Psycho- und Eso-Szene ist im Hellinger-Fieber. Hellinger-Fans wollen als «Aufsteller» oder Therapeut tätig sein, also Klienten nach dem Prinzip der systemischen Familienaufstellung behandeln. Und Tausende Klienten haben schon eine Blitztherapie oder ein Seminar besucht. In Deutschland agieren laut «Spiegel» bereits 2000 Familiensteller, in der Schweiz dürften es 300 oder mehr sein. Manche therapieren, obwohl sie lediglich ein Seminar besucht und einschlägige Bücher gelesen haben. Tragische Aspekte faszinieren Ein Blick in die Liste der Anbieter bringt es an den Tag. Die meisten Hellinger-Therapeuten kommen aus der Esoterikszene und arbeiten sonst als Reiki-Meister, Heiler, Astrologen, Tarot-Berater, Atemtherapeuten, Kinesiologen usw. Seit der Eso-Boom am Abflachen ist, stürzen sich viele auf das Familienstellen und bieten lukrative Therapien oder Seminare an. Eine Ausbildung braucht es nicht. Georges A. Porret, Präsident des Hellinger-Forums, ist befremdet, dass die Hellinger-Methode vor allem im esoterischen Umfeld um sich greift. Die Faszination des Familienstellens ortet er beim tragischen Aspekt dieser Therapieform. Viele Psychologen und Psychiater begegnen der Hellinger-Methode des Familienstellens mit grosser Skepsis. Das Setting mit teilweise Dutzenden von Klienten ist für sie fragwürdig. Heikel ist auch, dass private und intime Details über ahnungslose Familienmitglieder der Kursteilnehmer verhandelt werden. Ausserdem sei der Interpretationsspielraum des Aufstellers oder Therapeuten sehr gross, was Missbrauch und Abhängigkeit begünstige. Weiter monieren Familientherapeuten die überrissenen Versprechen und die Hauruck-Therapien, die nach kurzer Zeit viel Erfolg bringen sollen. So werden oft psychische «Wunder», aber auch körperliche Heilung als Sekundärfolge versprochen. «Wenn einer vorn steht und angeblich die perfekte Lösung für seelische Probleme verkündet, wird es sektenhaft», sagte ein Paartherapeut. Es überrascht denn auch nicht, dass das «Heilpraxis-Magazin» im Artikel zum Thema «Seelische Unterstützung bei Krebs» schreibt, krank machende familiäre Beziehungen folgten unbewusst einem schicksalhaften Muster. Die Therapie mache Verstrickungen in der eigenen Familie klar, Einsichten durch das Familienstellen könnten «eine heilsame Wendung zum Guten» bewirken. Seminare rund um die Welt Bert Hellinger ist 76 Jahre alt, lebte früher in einem Kloster und arbeitete als Missionar. 1971 verliess er den Orden. Er hält seine Workshops zum systemischen Familienstellen in Sälen mit oft 1000 und mehr Personen ab. Seine jüngste Tournee führt ihn nach China, Japan, in die USA, nach Schweden, Israel, Spanien, in die Türkei und nach Neuenburg (8.-10. Nov. 2002). Kritiker werfen ihm vor, er verbreite die Aura eines Heilsbringers und vermische Religion mit Therapie. (sta.) |
Die Zeit Nr. 35/2003 Martin Buchholz: "Den Psychomarkt unterwandert".
| Betreff: Bert Hellinger,
vielen Dank und enorme Wut
Datum: Tue, 5 Oct 2004 10:01:09 EDT Von: An: Ingo.Heinemann@t-online.de Guten Tag Herr Heinemann,
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| Betreff: Ich habe Ihre web
Seite gelesen.
Datum: Sun, 12 Sep 2004 04:41:06 EDT Von: HenrykBrommer@aol.com An: Ingo.Heinemann@t-online.de Ich habe ihr web Seite gelesen und finde es bestürzend wie sie Bert Hellinger darstellen. Nun ich glaube das es etwas gibt das sie nicht verstehen oder auch nicht verstehen wollen, denn sowie Sie sich äußern ist mir klar das viel Wut und hass in ihnen aufgestaut sein muß. Eigentlich schade aber das ist wohl ihr Schicksal so zu sein, denn die Wahrheit hallten nur die wenigsten aus. Mit freundlichen Grüßen Henryk Brommer |
Betreff:
Feedback
Datum: Thu, 3 Oct 2002 18:12:37 +0200 Von: "Sebastian Obermayr jun." <sobermayr@web.de> An: <Ingo.Heinemann@t-online.de> Hallo Ingo,
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Es fehlt hier einfach an der fähigkeit, einer komplexen , revolutionären und progressiven tiefenpsychologischen sichtweise gedanklich überhaupt ansatzweise folgen zu können. Lächerlich, was Sie hier deshalb so produzieren an verdächtigungen und an den haaren herbeigezogenen zusammenhängen. Ich bin kein hellinger-klient oder je in einer familienaufstellung gewesen. Aber ich kenne leute, die das gemacht haben und sehr viel lösung und befreiung darin gefunden haben. Und das genügt mir, außer dass ich ein buch hellingers gründlich gelesen habe, um seinen ansatz als therapeutisch revolutinär und wertvoll einzustufen. Im übrigen ist sein ansatz durchaus nachvollziehbar, wenn man ahnung hat von tiefenpsychologischen verstrickungen. Wenn Sie wirklich eine ahnung von therapien hätten, dann wüssten Sie ebenso, dass nicht jede therapie oder jeder therapeut gleichermaßen für jeden klienten ideal ist, dann müssten sie zwangsläufig akzpetieren, dass hellinger eine sehr viel fundiertere ausbildung hat als die meisten medizinisch abprobierten und sonstigen therapeuten hierzulande. Dan müssten Sie auch zugeben, dass er wesentlich größere heilungserfolge hat als herkömmliche methoden, und das erzeugt nun mal neid. Ihre einstellung ist sozusagen typisch deutsch. So wie die inquisitoren im mittelalter die etablierte macht der kirche mitttels volksverhetzungund und einschüchterung vertraten, um die eigenen lügen dahinter zu verstecken, vertreten Sie hier auch nur das etablierte engstirnige weltbild der institutionen, an dem Sie sich offensichtlich festklammern, als hinge davon Ihr überleben ab. Nein, bei Ihnen geht es um Ihr problem, für das Sie sich aus irgendwelchen gründen Hellinger als Sündenbock ausgewählt haben. Denn Tatsache ist, dass S I E dies denken, was Sie hier Hellinger unterstellen möchten. Diese gedanken und kombinationen entspringen I H R E M kopf und kommen hellingers sicht nicht einmal nahe, und indem Sie die selbsternannte a u f g a b e vortäuschen, außerhalb Ihrer selbst ein böses - einen ketzer nämlich wie bert hellinger - verfolgen und bekämpfen zu müssen, wollen Sie sich damit doch bloß selber reinwaschen und Ihre konforme einfallslosigkeit legitimieren. Ich wünsche Ihnen auf jeden fall gute besserung! |