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AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Hellinger.htm  Zuletzt bearbeitet am 29.11.2009 
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"Hellingers Verfahren ist reiner Humbug"
Bert Hellinger war jahrelang der wohl einflussreichste Psycho-Guru.
Seine "Familienaufstellung" wird von approbierten Psychotherapeuten ebenso angeboten, wie von zahllosen illegalen Seelen-Heilern, Psychomarkt-Anbietern sowie öffentlichen und privaten Fortbildungseinrichtungen.
"Protofaschist" (>>) Hellinger verharmlost Hitler und den Nationalsozialismus. Schuld an sexueller Gewalt sind für ihn das Schicksal und das Opfer. Dieses habe sich beim Täter zu entschuldigen.
Hellinger: "(Das) jüdische Volk (findet) erst dann seinen Frieden mit sich selbst, mit seinen arabischen Nachbarn und mit der Welt, wenn auch der letzte Jude für Hitler das Totengebet gesprochen hat" ("Mit der Seele gehen", 2001, S. 50).
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
 

Der Psychoguru

Anton Johann Hellinger, genannt Bert Hellinger, hat eine angebliche Psychotherapie namens "Familienaufstellung" erfunden.
Oder besser: Aus Elementen anderer Psychotherapien zusammengebaut.
"Aufstellung" ist wörtlich gemeint: Den Teilnehmern wird gesagt, wo sie sich hinzustellen haben.
Sie werden aufgestellt wie die Figuren eines Schachspieles.
Zum Beispiel auf einer Bühne oder wie auf einer Bühne.
Der Therapeut gibt präzise Regieanweisungen (vgl. Schlee >> Seite 25), der Dialog wird wie in einem Drehbuch vorgeschrieben. Die Gefahr ist gross, dass in Wahrheit garnicht auf den Kunden eingegangen wird, sondern dass auf Kosten des Kunden oder der Krankenversicherung ein für manche unterhaltsames Event veranstaltet wird.
Ein Event mit grossem Risiko, denn Psychotherapien haben Risiken und Nebenwirkungen wie Medikamente auch.
Familienaufstellen ist somit meist auch ein "Event", bei dem Akteure und Zuschauer austauschbar sind und zu bezahlen haben.
Dritte werden einbezogen, die keine Zustimmung dazu gegeben haben, die aber oft genug leicht identifizierbar sind.
Bleibt abzuwarten wann die ersten Prozesse dagegen geführt werden.
Ein solcher Prozess könnte sich durchaus auch gegen den Therapeuten richten.
Auch wenn diese statt der in der Einzeltherapie nicht vorhandenen Stellvertreter Symbole benutzen, etwa leere Stühle (>>).

2000 Therapeuten, davon nur 10 % "offizielle", wenden die Methoden eines Heilers an, der seinerseits keine Zulassung besitzt und wohl glaubt, mit Show-Heilungen das Gesetz umgehen zu können. Einnahmen für eine vom Spiegel geschilderte Show:  155.000 Euro. Auf seiner Website bot er im Oktober 2003 Videos zum Gesamtpreis von 1.275 Euro an.

Meist ernennt der Therapeut andere zu Stellvertretern, etwa des Vaters, der des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird. Hellinger sagt zwar: "Der Vater ist immer unschuldig". Aber das weiss der Beschuldigte ja nicht und wird deshalb wohl kaum kommen. Der "Klient" muss sich vor dem Vater-Stellvertreter aufstellen und der Therapeut kommandiert: "Schau ihn an". Der Therapeut sagt dem Klienten, was er dem Vater zu sagen hat: "Lieber Papa!". Autor Jörg Schlee: "Im Zusammenspiel mit dem langen Blickkontakt erzeugt dieses Arrangement einen emotionalen Überdruck, der fast immer zu Tränen und innigen Umarmungen führt" (Goldner>> S. 34). Das gilt auch für viele Talkshows.
 
 
 
 

Was ist Familienstellen?
 
Aus: Werner Haas (>>): Familienstellen - Therapie oder Okkultismus? Das Familienstellen nach Hellinger kritisch beleuchtet. Einleitung. 
Ausführlicher Auszug unter http://www.familienaufstellen.org/criticism/HellingerDestruktiverKult.pdf 


Ein magisches Wort geht um: Familienstellen. Und dabei fing alles so unverdorben an. In den 50er und 60er Jahren fanden erstmals System- und kommunikationstheoretische Überlegungen explizit Eingang in die psychotherapeutische Arbeit. Probleme des Einzelnen begriff man als Problem seines Systems, d. h. vornehmlich der Familie, und dort sollte nun auch die Lösung gesucht werden. Die Familientherapie war geboren, obgleich man zunächst noch von Kommunikationstherapie sprach. Pionierarbeiten auf diesem Terrain leistete die so genannte Palo-Alto-Gruppe. Virginia Satir, eine Mitarbeiterin des dortigen Instituts, gilt für viele als Grande Dame der klassischen Familientherapie. 
      In den 80er Jahren kam es dann zu einer Akzentverschiebung unter dem Einfluss der „Mailänder Gruppe", die den Namen „systemische Therapie" einführte. Gemäß dem hohen theoretischen Stellenwert, den man „systemischen" Zusammenhängen einräumte, suchte man in der klassischen wie systemischen Familientherapie ergänzend zu sprachlichen Techniken auch nach figural-anschaulichen Ausdrucksmitteln, um familiäre Beziehungsgeflechte räumlich darzustellen bzw. diese am räumlichen Modell zu bearbeiten. Dies konnte sich in einer Skizze konkretisieren, z. B. als „Genogramm", oder indem man Personen (ursprünglich reale Familienmitglieder) „aufstellte". Dieser methodische Ansatz wurde insbesondere durch die Arbeiten Satirs als Familienrekonstruktion bekannt. Eine daraus abgeleitete Technik war das Stellen von Familienskulpturen. 
      Das neue Paradigma, die Anwendung von Kybernetik und Systemtheorie auf Theorie und Praxis der Psychotherapie, bekam viel Zulauf und die oben genannten Methoden fanden Eingang in das Standardrepertoire familientherapeutischer Arbeit. Trotz dieses modischen Aspekts und einiger wissenschaftstheoretischer Ungereimtheiten bemühten sich die Vertreter dieser Richtung stets um einen rationalen Diskurs und um wissenschaftliche Anbindung. So weit, so gut. 
      Mit Hellinger und nach Hellinger mutierte plötzlich das visuelle Darstellungsmedium der Aufstellung von Familienkonstellationen zu einem kultisch inszenierten Selbstzweck, während es in der seriösen Familientherapie als hinter-fragbare Einzeltechnik in einem psychotherapeutischen Gesamtkonzept galt. Und siehe da, nun avanciert das „Familienstellen" zu einer von Hellingerianem gepachteten Methode der Aufdeckung und Lösung für alles und alle. Aufgestellt wird inzwischen neben den obligatorischen Familien samt Uropas und abgetriebenen Kindern geradezu alles, was nicht mehr niet- undnagelfest ist: Organisationen, Körperteile, Völker, Gott und, bei Hellingers Hang zum Morbiden nicht verwunderlich, der Tod höchstpersönlich. Diese inflationäre Entwicklung ist, wie noch zu zeigen sein wird, keineswegs eine Fehlentwicklung der zugrunde liegenden Okkult-Philosophie hellingerscher Prägung, sondern deren konsequente Entfaltung. Obwohl Hellinger gern mit dem Begriff „systemisch" operiert, ähnelt seine Aufstellungspraxis eher einem Mysterienspektakel, und sein Denken zeigt, wie wir noch sehen werden, größere Nähe zum Gespensterglauben als zu Kybernetik oder Systemtheorie. 
     Wie Hellinger selbst, der weder über ein einschlägiges Grundlagenstudium noch über eine anerkannte Psychotherapieausbildung verfügt, kommt hier jeder, der sich berufen, nicht aber unbedingt durch fachliche Qualifikation legitimiert fühlt, auf seine Kosten. Daher die Verflechtung mit der Esoterikszene, wie beispielsweise eine Surf-Partie durchs Internet offenbart, wo sich Reiki-Meister, Geistheiler, Reinkarnationstherapeuten und selbst ernannte Schamanen der Methode des Familienstellens bemächtigen, wo sich das Heer der Kartenlesenden und Sterndeutenden bis hin zum weitgereisten Tantralehrer, aber auch provinziellen Wünschelrutengänger dem Trend anschließen. Darüber hinaus liebäugeln Anthroposophen, die Bagwan/Osho-Bewegung und beispielsweise die Mun-Sekte mit dem Ideengut Hellingers (vgl. Goldner, 2003a (>>), S. 89-100).
 
 
 
 

Der Protofaschist

"Familienaufstellen nach Hellinger" - so wird die Methode vielfach genannt und manche Therapeuten wollen damit angeblich aussagen, dass sie von Hellinger nur bestimmte Aspekte übernommen haben. Manche wollen sich damit gegen Hellingers obskure Weltanschauung absichern. Fritz R. Glunck bezeichnet im Titel eines Buchbeitrages (>>) nicht ohne Grund Hellinger als "Der Protofaschist": "Immer wieder drängt es ihn ... hinab in das verworrene Dunkel seiner politischen Mystik". So auch wieder 2004 (>>) und 2007 (>>).

Zahllose Sekten und Anbieter des Psychomarktes benutzen ähnliche Methoden, um emotionale Spannungen aufzubauen und diese sich nach Kommando entladen zu lassen, wodurch Wohlbefinden entsteht.

Auch Scientology-Gründer L. Ron Hubbard behauptete, eine neue Psychotherapie entwickelt zu haben. Auch dabei spielen der intensive Blickkontakt und die dadurch erzeugten emotionalen Spannungen und deren Abbau eine erhebliche Rolle, vgl. Der starre Blick.

Helllinger war lange als illegaler Therapeut tätig. Inzwischen beschränkt er sich angeblich darauf, seine Methode zu lehren. Allerdings scheint er dabei nicht selten echte Patienten zu benutzen.  Ob er sich im Einzelfall wegen verbotener Heilbehandlung strafbar macht, hängt davon ab, was diese von ihm erwarten (>>). Vielleicht war er deshalb lange überwiegend im Ausland tätig.

Derzeit scheint eine Unterrichtseinrichtung in Planung, im Aufbau oder bereits in Aktion zu sein. Das hängt wohl auch mit Hellingers Scheidung und Wiederverheiratung zusammen. Seine neue Ehefrau: Marie-Sophie Erdödy. Zu dieser und ihrer Firma mehr unter www.AGPF.de/Hellingers-Gewerbe.htm#Brief
 
 
 

Hellinger beim Hypnosekongress in Meersburg 2007: Ansichten nicht gewandelt

Martin Baur vom Südkurier berichtete am 13.10.2007: "Bürgermeisterin spontan entsetzt über Kongress-Gast. "Gesellschaft für therapeutische Hypnose" hat Psycho-Guru Bert Hellinger in das dem Land gehörende Meersbureer Neue Schloss eingeladen".

Während eines Telefonats hatte die Bürgermeisterin sich bei der AGPF informiert: "Meersburgs Bürgermeisterin Sabine Becker informiert sich während des Telefonats mit dieser Zeitung im Internet über den ihr bisher unbekannten Hellinger und ist entsetzt. Was sie auf der Internet-Homepage der "Aktion für geistige und psychische Freiheit - Bundesverband Psychomarkt und Sektenberatung" (www.agpf.de) über ihn liest, lässt sie hörbar spontan erschauern."

Die Deutsche Gesellschaft für therapeutische Hypnose GTH sah das locker: "Hellinger ist kein Teil der GTH - solche Leute lassen wir auch deshalb auftreten, damit wir mit ihnen diskutieren können." Journalist Baur dazu: "Diskussion? Laut Programm schließt sich gleich an Hellingers Vortrag doch ein 'Geselliges Beisammensein mit Musik und Tanz' an".Der GTH-Vertreter dazu: Die Diskussionspartner seien noch nicht benannt und deshalb stünde die Diskussion bisher nicht im Programm.

Am 28.10.2007 berichtete Holger Reile, ein Kenner der Psycho-Szene, in www.Seemoz.de über "Aufregung um einen Psycho-Guru" (http://www.seemoz.de/deutsch/bodensee/newsseite.html?nid=431&action=print). Inzwischen hatte Bürgermeisterin Sabine Becker ihr Grusswort abgesagt: "Ich persönlich eröffne keinen Kongress, auf dem ein Referent antisemitische Äußerungen mit nationalsozialistischen Versatzstücken von sich gibt“.
Reile berichtet, der GTH halte Hellinger

"mittlerweile für 'diskutabel', weil er seine damaligen Äußerungen unlängst relativiert habe und seit längerem eher 'spirituelle Familienaufstellung' betreibe.'Das hat uns davon überzeugt, dass wir ihn nun einladen können'. Ob man da nicht ohne Not einem Scharlatan eine Plattform biete? 'Nein', sagt Ulrike Korn, 'anschließend kann und soll ja diskutiert werden'. Doch im Programm steht bislang nichts davon, direkt an Hellingers Vortrag ist ein 'GeselligesBeisammensein mit Musik und Tanz' geplant."
Auf Hellingers Äusserungen durfte man also gespannt sein, zumal "spirituell" sei einiger Zeit vielfach dort benutzt wird, wo man zuvor "esoterisch" gesagt hätte. Insbesondere, seit das Bundesverfassungsgericht Geistheiler unter bestimmten Voraussetzungen von der Zulassungspflicht als Heilpraktiker befreit hat, http://www.AGPF.de/Bundesverfassungsgericht-1BvR784-03-Geistheiler.htm

Martin Baur berichtete im Südkurier vom 6.11.2007:

"PSYCHO-GURU  Ansichten nicht gewandelt
Meersburg (mba) Psycho-Guru Bert Hellinger, Vater der nach ihm benannten umstrittenen „Familienaufstellung", hat seine Ansichten über Nationalsozialismus und Judenverfolgung offensichtlich nicht grundlegend geändert. Das hatte die Gesellschaft fiir therapeutische Hypnose gegenüber Bürgermeisterin Sabine Becker behauptet und so ihre Einladung begründet, nachdem Becker eine Stellungnahme zum Auftritt Hellingers gefordert hatte. Der trat nun am Sonntagabend in der Sommertalhalle auf und verharmloste wie bisher den Holocaust. Weder distanzierte er sich von seinen diesbezüglichen Theorien noch von seiner Rechtfertigung des Inzests. Stattdessen sah er ein Kesseltreiben der Medien gegen ihn."
Baur über den Hypnse-Verband:
"Damit entlarvt sich die GTH. Weder rückte Hellinger von seinen bisherigen Ansichten zum Holocaust ab, noch fand die versprochene Diskussion statt. Es war Hellinger, wie man ihn kennt: Keine Fotos, keine Fragen, keine Diskussionen. Nur Hellinger'sche Dogmen. Der Psycho-Guru konnte ein städtisches Gebäude, die Sommertalhalle, nutzen, die Opfer des Nationalsozialismus zu schmähen und blieb unwidersprochen. Dabei gab es zwischen ihm und der GTH, mit deren Ehrenvorsitzendem Werner J. Meinhold er seit 20 Jahren offensichtlich befreundet ist, keinerlei Distanz."
Sylvia Floetemeyer berichtete in derselben Zeitung unter dem Titel "Psycho-Guru wird seinem schlechten Ruf gerecht", Hellinger habe gesagt,
"dass in vielen Familien, in denen es Opfer des Holocausts gibt, ein Mitglied Täter-Energie hat. Weil die Täter abgelehnt werden, übernimmt ein anderer die Energie. Alles, was wir ablehnen, werden wir selber."
"In Deutschland werden ja viele der Nationalsozialisten verteufelt. Wer das sagt, fühlt sich besser als die. Was macht er? Er wird aggressiv und weil er die ablehnt, merkt er gar nicht, dass er durch die Ablehnung ihnen gleich wird."
Sylvia Floetemeyer abschliessend: "Publikumsfragen lässt er, anders als angekündigt, nicht zu. Kritik wischt er weg: 'Was will die Presse, die gegen mich schreibt? Dass ich sterbe, dann sind sie zufrieden'."

Holger Reile berichtete (http://www.seemoz.de/deutsch/bodensee/newsseite.html?nid=447&) über "Hellingers bräunliche Märchenstunde": "Nichts Neues also bei Hellinger, der seine Bewunderer am Nasenring durch die Manege zieht."
 
 
 
 

Hellinger und Hitlers Reichskanzlei in Berchtesgaden

Das Buch mit der Bezeichnung Hellingers als "Protofaschist" war schon längere Zeit auf dem Markt, als bekannt wurde, dass Hellinger Hitlers "Kleine Reichskanzlei" bezogen hat. Hellingers gedankliche Nähe zu Hitler war also schon lange bekannt.

Wenn die Gerüchte stimmen, wonach die Hellingers in der Umgebung der Reichskanzlei Immobilien gekauft (die Villa Askania) oder sich deren Nutzung gesichert haben (die Rede ist insbesondere  von einer benachbarten ehemaligen Kurklinik) und wenn man Hellingers esoterische Neigungen und Erdödys berufliche Herkunft berücksichtigt, dann muss man wohl daraus schliessen, dass dort ein grösseres Esoterik-Zentrum geplant wird.
Dazu mehr unter http://www.AGPF.de/Hellinger+Reichskanzlei.htm
Dazu passt die Beteiligung von Hellinger-Erdödy an einem "Heilstollen", den eine 2002 gegründete "Heilstollen Berchtesgaden GmbH" in einem nahegelegenen Salzbergwerk am Fuss des Obersalzberges eingerichtet hat.  Mehr unter http://www.AGPF.de/Hellingers-Gewerbe.htm#Heilstollen
Inzwischen ist Hellinger in die Villa Askania umgezogen.
Diese liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der erwähnten ehemaligen Kurklinik.
Hitlers ehemalige "Kleine Reichskanzlei" wird von Hellinger offenbar nicht mehr genutzt.
 
 
 
 

"Hellingers Verfahren ist reiner Humbug"

Am 19.4.2004 hat Report München einen Bericht von Andrea Mocellin gesendet. Darin ein Interview mit Dipl. Psych. Colin Goldner (zu diesem siehe unten):
  
"Colin Goldner vom Forum kritische Psychologie sagt über die Methode Bert Hellingers:   

"Kein einziger der Parameter, die eine wissenschaftlich seriöse Therapie ausmachen, findet sich bei Hellinger.    

  • Es gibt keine Diagnostik, 
  • es gibt keine Interventionslehre, 
  • es gibt keine Indikationslehre. 
  • Es gibt keine Praxeologie, 
  • es gibt keine Therapieeffizienzüberprüfung, 
  • nichts, was eine seriöse Therapie zu einer solchen macht. 
Hellingers Verfahren ist reiner Humbug.    
Es ist eine esoterisch durchwaberte Laienspielinszenierung, nicht mehr; die aber gleichwohl für den einzelnen Teilnehmer hochgefährlich werden kann."
 
 
 

Reaktion auf den Bericht von Report München: Kritikerbeschimpfung
   
Andrea Mocellin hat in ihrem Film auch über einzelne Fälle berichtet. 

So über eine Therapie des Hellinger-Anhängers Dr. med. Robert Langlotz, der dazu auch interviewt wurde. Langlotz schreibt dazu in seiner Website www.e-r-langlotz.de:
 
Aus: www.e-r-langlotz.de 


"Die Diffamierungskampagne  
Die externe Kritik entwickelt sich jedoch immer mehr zu einer Verleumdungs- und Vernichtungskampagne. Colin Goldner, einer der Initiatoren dieser Kampagne, sieht aus wie Robin Hood und scheint als Mitglied der AGPF sich dem erbarmungslosen Kampf gegen Sekten und alles Sekten verdächtige verschrieben zu haben. Sein Fanatismuslässt ihn zum selbsternannten Großinquisitor werden, macht ihn blind für die Realität. ... Er und seine journalistischen Gefolgsleute scheuen sich jedoch nicht, für ihren „heiligen“ Aufklärungskrieg auch die schmutzigsten Mittel, wie Verleumdung, Verdrehung und Unterstellung einzusetzen. ..   
Hier werden die Grundregeln eines seriösen Journalismus grob verletzt. Hier betreibt die Journalistin selbst ein dubioses Geschäft mit dem guten Ruf Anderer.  
Für mich ist es erschreckend, zu sehen, wie eine handvoll intelligenter Fanatiker die veröffentliche Meinung manipulieren und dominieren kann. Ist es nicht die gleiche brandgefährliche Vermischung von Fanatismus und Freund-Feind-Denken aus einer ungelösten Täter-Opferdynamik heraus, die uns auch in der Weltpolitik ins Chaos zu führen droht?  
Wie kritisch und frei ist unsere Presse, wenn sie sich so manipulieren lässt?" 
 
Langlotz scheint dem "verworrenen Dunkel Hellingers politischer Mystik" (Glunck >>) erlegen zu sein. 
Das hindert ihn nicht, seinen Kollegen Ratschläge zu erteilen: 

"Was ist zu tun?  
1. Die IAG sollte sich, soweit möglich, mit rechtlichen Maßnahmen gegen Verleumdung und unwahre Behauptungen wehren - zu erwägen ist auch eine Schadenersatzklage, der durch die Report-Sendung entstandene Schaden - Ausfall durch Absagen von Teilnehmern – könnten durch ein Rundschreiben geklärt werden. ... 
4. Kontakt mit den Sektenbeauftragten der Kirchen um deren Kooperation mit AGPF zu unterbrechen."
 
 
 

Prozesse

Hellinger gegen Behnk

Zur fraglichen TV-Sendung auch:
Warum bewohnt Hellinger Hitlers Reichkanzlei? - http://www.AGPF.de/Hellinger+Reichskanzlei.htm#Warum

Aus der Website des Forum Kritische Pschologie - http://www.beepworld.de/members90/purpleshark/

"Die Klage von Bert Hellinger gegen Sektenpfarrer Wolfgang Behnk - Behnk hatte in einer Sendung des Kulturmagazins quer (Bayerischer Rundfunk) vom 6.7.2004 gegen das Familienstellen nach Hellinger kritisch Stellung bezogen - wurde nach einem von Hellinger gewünschten Gespräch "von Mensch zu Mensch und von Christ zu Christ" mit Behnk vorprozessual zurückgezogen; auch seine Klage gegen die Evangelische Landeskirche in Bayern zog Hellinger Anfang 2005 vorprozessual zurück".
 

Matthias Varga von Kibed gegen www.Vachss.de

Einzelheiten unter: http://www.vachss.de/mission/berichterstattung/hellinger_2.html

Landsgericht Landshut  74 O 1716/05 Urteil vom 12.08.2005: Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zurückgewiesen.

Antrag:

"(...) es zu unterlassen, im Zuge eines Internetauftritts, der Kindesmißbrauch thematisiert, den Antragsteller (d.h. Varga von Kibéd, Anm. d. Verf.) in Zusammenhang mit Personen zu bringen, die wegen ihrer Nähe zu Kindesmissbrauch kritisiert werden (...)".
Das Gericht ging in seiner Urteilsbegründung davon aus, das angesichts der unstreitigen mannigfaltigen Kontakte zwischen von Kibed und Hellinger kein "Zusammenhang künstlicher Art" zwischen beiden Personen konstruiert worden sei.

In der genannten Website heisst es:

"Von Kibéd hat mithin über Jahre hinweg jenen  von ihm beanstandeten "Zusammenhang zu Personen, die wegen ihre Ansichten zum Kindesmissbrauch kritisiert werden" selbst hergestellt, indem er entweder gemeinsam mit "Bert" Hellinger oder in "Instituten" und auf Kongressen auftrat, die entweder "Bert" Hellingers Namen trugen oder mit "Bert" Hellinger als Gallionsfigur warben. Von Kibéd ist bereits 1997 Mitglied der "Arbeitsgemeinschaft Systemische Lösungen nach Bert Hellinger" geworden und hat gemeinsam mit Bert Hellinger publiziert."
Diese Verbindungen werden dort ausführlich dokumentiert.

Kibéd hat im Juli 2004 eine "Potsdamer Erklärung" unterzeichnete, in welcher er sich neben vielen weiteren Personen von „wesentlichen Teilen der Praxis von Bert Hellinger“ distanziert.

Kibed unterliegt offenbar dem verbreiteten Irrtum, selbst bestimmen zu dürfen, was über die Vergangenheit die Öffentlichekit zu interessieren hat und somit veröffentlicht werden darf.
 
 
 

Ruppert gegen Weber

Das nachfolgende Flugblatt wurde am 23.11.2004 vor der Katholischen Stiftungsfachhochschule München, an der Franz Ruppert tätig ist, verteilt:
 
Aktuelle Informationen zur angestrengten Klage Prof. Rupperts gegen Prof. Weber   

Prof. Ruppert verliert in Zweiter Instanz am 26.10.04   

Worum ging es?   

Klaus Weber schreibt in der Veranstaltungsdokumentation „Niemand kann seinem Schicksal entgehen: Kritik an Methode und Weltbild des Bert Hellinger“ (Hg.: AStA der Uni München, Alibri-Verlag, Aschaffenburg) über Ruppert auf S. 64 folgendes:    

„Mit der Funktionalisierung der Opfer-Erfahrungen für die eigene Theorie korrespondiert die permanente Entlastung der deutschen Täter. Fast durchweg schreibt Ruppert, wenn er den deutschen Faschismus thematisiert, über den „Zweiten Weltkrieg“ (S. 252) beziehungsweise über „Kriegssituationen“ (S. 172). Damit liegt nahe, dass er in einem nächsten Schritt die Soldaten und deren Leiden besonders hervorhebt: „Kriegsfolgen sind die schwersten Traumafolgen. Selbst die Gruppe der Kriegsgewinner zahlt einen horrenden Preis an körperlichen, seelischen und wirtschaftlichen Schäden.“ (ebd.) Nicht nur, dass Ruppert über die Kategorien des Leids und der seelischen Verletzungen Opfer- und Täterhandlungen auf eine Stufe stellt. Darüber hinaus „vergisst“ er über seine Thematisierung des Krieges diejenigen, die gar nicht im Kriegszustand mit dem Deutschen Reich standen: die Juden. Das von ihnen Erlittene, das in kohärenter Sprache kaum zu fassen ist, weil die Erlebnisse keine Kohärenz aufweisen, wird von Ruppert schlicht und einfach übergangen. Diesem „Vergessen“ der Überlebenden-Erfahrungen steht die Behauptung gegenüber, die deutschen Täter hätten Schlimmeres erlebt als die Juden: die schwersten Traumafolgen.“ (die von Weber zitierten Stellen beziehen sich auf Rupperts Buch: „Verwirrte Seelen“, München 2002)    

Ruppert verklagte Klaus Weber deshalb und wollte ihm gerichtlich verbieten lassen, dies weiterhin zu behaupten. Weber wolle ihm durch „indirektes Zitieren“ Aussagen unterschieben, die er nie gemacht habe.    

Die erste Verhandlung (26.05.04):    

In der Hauptsacheverhandlung der Klage Franz Rupperts gegen Klaus Weber vom  26.5.2004 kam das Landgericht München I zu der Auffassung, bei Webers Ausführungen habe es sich nicht um eine „Meinungsäußerung im wissenschaftlichen Diskurs“ gehandelt, sondern um eine Behauptung, die “vom Empfängerhorizont” des durchschnittlich zu erwartenden Lesers her “als objektive Wiedergabe einer Behauptung des Klägers (= Ruppert) im Sinne eines indirekten Zitats verstanden werden muss” (Urteilsbegründung). Ruppert sei insofern falsch wiedergegeben worden. Es werde Weber sowie den Verlagen Argument und Alibri deshalb „bei Meidung eines Ordnungsgeldes bis zu 10.000 EUR, ersatzweise Ordnungshaft bis zu 6 Monaten”, verboten, diese Behauptung weiterhin aufzustellen. In einem Kommentar zu dem Gerichtsurteil auf seiner Homepage behauptete Ruppert, er sei zur “Zielscheibe unsachlicher Kritik, bösartiger Unterstellungen und persönlicher Verleumdungen geworden. Ausdrücke wie 'antisemitisch, völkisch, totalitär' sind dabei in Buchpublikationen wie in Flugblättern gegen mich verwendet worden. Um diesen absurden und durch nichts zu rechtfertigenden Unterstellungen entgegenzutreten, habe ich daher den Rechtsweg beschritten.” Dem durchschnittlich zu erwartenden Leser wird damit suggeriert, er habe gegen die genannten Vorwürfe geklagt und obsiegt. Tatsache ist: Verfahren und Urteil beziehen sich lediglich auf eine Zeile in Webers Habilitationsschrift (bzw. in der Erstausgabe der Alibri-Textsammlung "Niemand kann seinem Schicksal entgehen..."). Gleichwohl schrieb Ruppert auf seiner homepage “in eigener Sache” : “Die von mir geforderte Unterlassung stellt nur den Gipfel einer Serie von Unwahrheiten dar [sic!], die (...) unter dem Deckmantel der Freiheit der Wissenschaft schriftlich oder mündlich über mich in der Öffentlichkeit geäußert wurde” (Kommentar vom 6.6.2004).    

Die nächste Instanz (26.10.04)    

Weber ging in die nächste Instanz. Das Oberlandesgericht hob in einer Entscheidung vom 26.10.2004 das erstinstanzliche Urteil auf und wies damit Rupperts Klage ab. Die Richter verneinten Rupperts Behauptung, Weber habe ihm durch “indirektes Zitieren” Aussagen unterschoben, die er nie gemacht habe. Vielmehr habe Weber in wohl “zugespitzt polemischer” aber durchaus zulässiger Form seine Meinung geäußert. Ruppert hat das Verfahren in zweiter Instanz verloren.    

Interessant, dass Professor Ruppert den Prozess vom 26.10 mit keinem Wort auf seiner Homepage erwähnt. Das Urteil der ersten Instanz machte er dagegen über Monate hinweg in der Rubrik „In eigener Sache“ auf seiner Homepage öffentlich.    

Stattdessen wurde dort Anfang November 2004 Klaus Weber unterstellt, er würde versuchen, „die Erfahrungen von Juden im Nationalsozialismus für seine Polemik gegen Bert Hellinger und das Familienstellen (zu) funktionalisieren und aus(zu)beuten.“ Ruppert erklärte weiter: „Weil ihm (Klaus Weber) sein politischer Instinkt sagt, dass in Deutschland das Argument, jemand sei antisemitisch, in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit erregt, versucht er auf Biegen und Brechen einen Zusammenhang zu konstruieren, der in Wirklichkeit nicht besteht.“ (www.franz-ruppert.de/html/aktuelle_infos.htm)    

Das Antifa-Referat des AStA der Uni möchte in diesem Zusammenhang auf folgendes hinweisen:    

1. Es ist ein weit verbreitetes antisemitisches Vorurteil, dass diejenigen Menschen, die das Leid der Juden im Dritten Reich thematisieren, dies nur tun, um ihre eigennützigen, egoistischen Interessen zu bedienen. (vgl. die Debatte um Norman Finkelsteins Buch „Die Holocaust-Industrie)    
2. Es ist ein weit verbreitetes antisemitisches Vorurteil, dass man in Deutschland nichts gegen „die Juden“ oder Israel sagen darf, und man dann gleich in die antisemitische Ecke gestellt wird.    

Literatur:    
Barth, Claudia: Über allem in der Welt. Esoterik und Leitkultur, Aschaffenburg, 2003    
Goldner, Colin: Der Wille zum Schicksal. Die Heilslehre des Bert Hellinger, Wien, 2003    
Studentischer Sprecherrat (AStA) d. Uni München: Ganzheitlich und ohne Sorgen in die Republik von morgen. Dokumentation zum Kongress gegen Esoterik, Irrationalismus und Antisemitismus, Aschaffenburg, 2001    
Studentischer Sprecherrat (AStA) d. Uni München: „Niemand kann seinem Schicksal entgehen...“ Kritik an Weltbild und Methode des Bert Hellinger, Aschaffenburg, 2004    
Weber, Klaus: Blinde Flecken. Psychologische Blicke auf Faschismus und Rassismus, Hamburg 2003    

ViSdP.: Daniel Fritsch, Leopoldstr. 15, 80802 München

 
 
 

Ein Leserbrief: "Weltbild ins Wanken geraten"
 
Ein Leserbrief   

Vor einigen Tagen bin ich auf ihre Homepage zum Thema Bert Helinger gestossen und es hat mich ziemlich bewegt, was dort zu lesen ist.   
Daher auch meine Frage an sie.   
Ich habe vor längerer Zeit mal an einem "Familienstellen" nach Hellinger teilgenommen. Ich wurde von einer kranken Frau auf der Bühne als ihr Vater aufgestellt. Dieses Familienstellen war eine für mich sehr dramatische Sache, denn plötzlich "wusste" ich, das der Vater dieser Frau  kurz nach der Geburt [es folgt eine Schilderung von Familienberhältnissen]. Als ich das ausgesprochen habe, fing die Frau, die mich aufgestellt hatte an, fürchterlich zu weinen und brach zusammen. Sie wusste das, hatte es aber Jahrelang verdrängt. Auch hatte sie das niemals jemanden anders vorher erzählt. Ihr Vater war schon viele Jahre tot.    
Eigentlich bin ich ein sehr pragmatischer Mensch, und es braucht bei mir ziemlich viel, bis ich mich manipulieren lasse. Ich glaube daher also nicht, das da irgend wo eine versteckte Suggestion oder so was ähnliches im Spiel war. Selbst heute, also xx Jahre nach diesem Ereigniss kann ich mir immer noch nicht erklären, wie so etwas  passieren konnte. Ich habe mich also sehr in diese Thematik vertieft und bin nun auf ihre Webseite gestossen, in der das Familienstellen alles andere als Positiv gesehen wird. Da ich immer noch vieles aus dem Familienstellen nicht verstehe, möchte ich sie (als einen kritischen Beobachter) nun fragen, wie ich für so etwas eine Erklärung finden kann.   

Diese Geschichte verfolgt mich ziemlich. Es ist nicht so, das diese Geschichte mich psychisch belasten würde, aber sie lässt mich einfach nicht los, weil mein bisheriges Weltbild durch diese Ereignisse ziemlich ins Wanken geraten ist.   
Herzlichen Dank 

Die Antwort   

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, haben Sie  die Patientin und deren Familie vorher nicht gekannt. Während einer Aufstellung haben Sie plötzlich Wissen über Fakten aus der Familiengeschichte der Patientin gehabt, nämlich dass ....   

Solche vermeintlich unerklärlichen Begebenheiten kann man ohne genaue Kenntnisse der Umstände nicht aufklären.   
Zunächst wäre zu prüfen, ob die Fakten überhaupt stimmen.   
Dass die Patientin die vermeintlichen Fakten bestätigt hat, besagt wenig.   
Es sind zahlreiche Gründe dafür denkbar, dass die Patientin etwas bestätigt, was mit den Wirklichkeit nichts zu tun hat.   
Die Bestätigung und der Zusammenbruch müssen keineswegs gespielt gewesen sein sondern können krankheitsbedingt oder Ergebnis eines "veränderten Wachbewusstseinszustandes" sein.   
Es ist auch keineswegs ungewöhnlich, dass Ihre Phantasie der gruppendynamisch erzeugten Erwartungshaltung entsprochen und eine Geschichte erzeugt hat.   
Hätten Sie diese geträumt, wäre das nicht verwunderlich.    
Aus den Forschungen über "veränderte Wachbewusstseinszustände" weiss ich zumindest, dass diese Zustände auf unterschiedlichste Weise herbeigeführt werden können. Warum sollte dieselbe Phantasie, welche Träume mit konkretem Inhalt produziert, nicht auch anders in Gang gesetzt werden können?    
Es gibt keinen Katalog der Auslöse-Situationen für solche "veränderten Wachbewusstseinszustände". Von der Hypnose weiss man, dass diese durch banale Bewegungen oder Worte ausgelöst werden kann.   
Ingo Heinemann

 
 
 

Stellungnahmen von Verbänden
 

Verband für Familientherapie: "Gefährlich für Betroffene"

Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF)
http://www.dgsf.org/themen/berufspolitik/hellinger.htm
"Die reale Praxis der Familienaufstellungen ist zu einem nicht geringen Teil als kritisch, ethisch nicht vertretbar und gefährlich für die Betroffenen zu beurteilen".
Systemische Gesellschaft
Deutscher Verband für systemische Forschung, Therapie, Supervision und Beratung e.V.
Stellungnahme vom Mai 2002: 
"Als einer der führenden Verbände für systemische Psychotherapie distanzieren wir uns von dieser Kultur der Aufstellungsarbeit, in der unter Ablehnung persönlicher Verantwortlichkeit für mögliche Folgen und ohne jegliche Form der Qualitätssicherung und Kontrolle (z.B. durch Supervision) Menschen einer Art von „Heilungsarbeit“ ausgesetzt werden, bei der unrealistische Hoffnungen geschürt werden und - zumindest in der Verkürzung, in der dies bei den Betroffenen ankommt - extrem vereinfachende Zusammenhänge vermittelt werden".
(Quelle: http://www.systemische-gesellschaft.de/download/stellunghellinger.pdf, nicht mehr abrufbar)
Im Juli 2004 folgte eine weitere Erklärung, die „Potsdamer Erklärung der Systemischen Gesellschaft zur systemischen Aufstellungsarbeit“, abrufbar unter http://www.systemische-gesellschaft.de/presse.php?y=2&mod=single&pfi_id=24 Stand: 9.9.08  

"Organisationsaufstellung": Firmen-Psychotherapie oder organisiertes Mobbing?

Seit Erscheinen des kritischen Buches über Hellinger (>>) wächst die Zahl der Anfragen von Arbeitnehmern, die von ihren Arbeitgebern zu Organisationsaufstellungen beordert wurden. Diese Organisationsaufstellungen hat Frank Gerbert in besagtem Buch beschrieben: "Wundersame Hilfe in allen Lebenslagen" (S. 158 ff, die nachfolgenden Zitate beziehen sich auf diesen Beitrag).

Organisationsaufstellungen können für die Beteiligten ein erhebliches Risiko enthalten:

"Organisationsaufstellung" umfasst auch Angebote, bei denen selbst eine Unternehmensberatung mit hoch qualifizierten Mitarbeitern an ihre Grenzen stossen könnte.

Eine Heilpraktikerin bietet im Internet an: 

Diese Organisations- und Strukturaufstellungen können hilfreich sein bei:   
  • Stellenbesetzungsfragen
  • Einführung eines neuen Produktes
  • der Erschließung neuer Märkte
  • hoher Mitarbeiterfluktuation
  • Zum Vorgehen bei Firmengründungen, Fusionen und Nachfolgeregelungen
Diese Aufstellungsformen eignen sich auch für persönliche Entscheidungen und Fragestellungen:   
  • Will ich meinen Arbeitsplatz wechseln?
  • Will ich den Schritt in die Freiberuflichkeit wagen?
  • Bewerbe ich mich auf die Leitungsstelle?
  • Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, im Team oder mit der Integration von Beruf, Partnerschaft und Familie
            Über ihre fachliche Kompetenz in Wirtschaftsfragen gibt die Heilpraktikerin an: "Langjährige kaufmännische Berufserfahrung in Werbung und Verlagswesen, sowie freiberufliche Tätigkeit als Werbetexterin". Im übrigen unterscheidet diese Anbieterin wenigstens in ihrer Werbung einigermassen deutlich zwischen betrieblichen und persönlichen Fragen.

Als Zweck der Organisationsaufstellung wird die Entscheidungsfindung genannt. Das besagt nichts, so lange man nicht weiss, welche konkrete Entscheidung gemeint ist. Falls jeder seine Unzufriedenheit mit irgend etwas nennen darf, besteht eine grosse Gefahr, dass sowohl das angebliche Problem, als auch dessen vermeintliche Lösung personalisiert wird und dass dabei massiv Gruppendruck ausgeübt wird.

Diese Gefahr besteht insbesondere auch deshalb, weil die Hellinger-Methode eben in erster Linie als Psychotherapie gedacht waren und angewandt werden und eine Therapie der Lösung persönlicher Probleme dient, in der Regel solcher mit Krankheitswert oder an der Grenze dazu.

Frank Gerbert (S.167) vermutet, dass "Organisationsaufstellungen prinzipiell die Tendenz innewohnt, zu Familienaufstellungen zu mutieren". Dass also aus der Unternehmensberatung eine Psychotherapie wird. Dies scheint auch vielfach durchaus so geplant zu sein. Darauf deutet zumindest das "sprachliche Imponiergehabe" (Gerbert S. 164) hin, welches in vielen Internet-Angeboten auffällt. Gerbert (S. 166) zitiert eine Anbieterin, die das "wissende Feld" bemüht, eine "eindeutig esoterische Erklärung". Es spricht viel dafür, dass das sprachliche Imponiergehabe Ausdruck eines vermeintlich höheren Wissens ist, welches der wissenschaftlich tätige Psychologe Andreas Hergovich in einem Buchtitel als "Der Glaube an PSI" bezeichnet und mit der "Psychologie paranormaler Überzeugungen" (Untertitel des Buches) erklärt.

Anders ausgedrückt: Manche Hellinger-Adepten wähnen sich im Besitz des sektentypischen Patentrezepts.

Wegen der typischen Tendenz, das Persönliche in die vermeintliche Unternehmensberatung einzubeziehen, müssten Vorkehrungen getroffen werden, dies zu verhindern.

In erster Linie und als einfachstes Instrument wäre das eine konkrete Tagesordnung, an die man sich dann auch zu halten hat.
Wobei allerdings zu bezweifeln ist, dass das überhaupt durchführbar ist, da die persönlichen Aspekte sich stets in den Vordergrund drängen.
Der Veranstalter wird dann immer behaupten, diese Entwicklung der Veranstaltung sei der Wunsch der Teilnehmer gewesen.
Es ist sehr fraglich, ob dies dem Arbeitgeber im Schadensfall etwas nützen wird.

Kein Arbeitgeber kann sich bei der Auswahl seines Personals auf hochtrabende Titel oder sprachliches Imponiergehabe verlassen.
Der Arbeitgerber haftet für seine "Erfüllungsgehilfen".
Das besagt § 287 BGB und darauf beruht das übliche Verlangen der Arbeitgeber nach nachweisbarer Qualifikation und letztlich das hochentwickelte Fortbildungswesen mit dem Ziel des Qualifikationsnachweises.
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, sich über Qualifikation und Methoden zu informieren.
Spätestens seit Entstehen des Psychomarktes bedeuten etliche Titel nicht viel und dies ist inzwischen auch allgemein bekannt.
Hat der Arbeitgeber sich nicht informiert, wird das vermutlich als grobe Fahrlässigkeit eingestuft, für die er einzustehen hat.

Frank Gerbert (S.161) zitiert den Bericht einer Teilnehmerin:

»Die Fälle, die bearbeitet wurden, begannen damit, dass sich einer der anwesenden Männer nicht zwischen zwei Frauen entscheiden konnte. (...) Als ich monierte, dass hier der Bezug zu Firmen/Organisationen fehlte, meinte [die Leiterin des Seminars], dass dieser Mann erst dann frei für solche Themen sei, wenn er dieses Thema gelöst habe. Es wurde noch eine Blasenentzündung gestellt (ja, wirklich!) und meine Interventionen wurden abgeschmettert. (...) Ich solle doch mal meine Aggressionen aufstellen. Dann könne ich sehen, wo ich blockiert sei. (...) Ein anderer Fall war, dass eine Teilnehmerin, die ein Haus am Tegernsee bewohnte, uns mitteilte, dass sie nun wisse, woher die negativen Schwingungen dieses Hauses kämen. Es habe dort ein Durchgangslager für jüdische Frauen gegeben und deren Schreie könne man spüren«
Deshalb besteht die Gefahr, dass eine Organisationsaufstellung in die Persönlichkeitsrechte von Teilnehmern eingreift und/oder sich  für einzelne Mitarbeiter zu organisiertem Mobbing entwickelt.
 
 
 

Hellinger der Esoteriker

Hellinger und seine Anhänger berufen sich neuerdings auf Rupert Sheldrake (vgl. auch ZEGG-SISMUS).
Einzelheiten dazu in: Colin Goldner: "Der Wille zum Schicksal - Die Heilslehre des Bert Hellinger", >> , Seite  102 ff.: "Kronzeuge Sheldrake".

Sheldrake hat Fritjof Capra als Kronzeuge der Esoterik abgelöst.
Colin Goldner zählt auf, welche Begriffe mehr oder weniger synonym zu Sheldrakes "morphogenetischen Feld" benutzt werden:

Hellinger befindet sich insoweit in zahlreicher, wenn auch nicht gerade in guter Gesellschaft.
Das Morphogenetische Feld oder seine verbalen Derivate scheint derzeit der kleinste gemeinsame Nenner der Gurus zu sein.
Der Grund ist einfach: Sheldrake & Co liefern keine Patentrezepte und sind deshalb keine Konkurrenz für Gurus.
Sheldrake & Co liefern lediglich Erklärungen, die mit allem um jedem vereinbar sind, also auch mit den Erklärungen, welche von den Gurus geliefert werden.
Auch Maharishis "Naturgesetz" gehört zu der opbigen Aufzählung. Maharishi bietet an, seinen Anhängern gegen Bezahlung das Fliegen ohne maschinelle Hilfe beizubringen, was die dann wieder gegen Bezahlung anderen beibringen können. Dazu: http://www.AGPF.de/TM-Fliegen.htm. Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, dass auch nach 30 Jahren kein Maharishi-Anhänger mehr als Hüpfer vorgeführt hat. Das aber ändert offenbar nichts am lebhaften Verkauf.

Auch bei PSI geht es meist um die angebliche Überwindung der Physik.
Nur selten liegen die Dinge so einfach, wie bei Maharishi. Dessen Anhängern habe ich 1987 brieflich vorgeschlagen, den Beweis dadurch zu erbringen, dass man den Flieger auf eine Waage setzt. Hebt er ab, muss der Zeiger auf Null gehen und zwar länger, als dies bei einem Hüpfer der Fall wäre. Keine Antwort. Statt einfacher Beweise berufen sich die Maharishi-Anhänger heute auf die Quantenphysik.
Dazu der Berliner Physikprofessor Prof. Dr. Martin Lambeck: Können Paraphänomene durch die Quantentheorie erklärt werden?
Zum kulturellen Hintergrund auch: "Annettes Philosophenstübchen".
 
 
 
 
 

"Das Virtuelle Bert Hellinger Institut"

"Das Virtuelle Bert Hellinger Institut" wurde mit den Websites www.Hellinger.com und www.Hellinger.de betrieben. 
Inhaber dieser Domains war damals  

Firma Reinecke Expertensystem GmbH 
Haidplatz 7a  
93047 Regensburg 
Geschäftsführer: Hans-Joachim Reinecke  
Handelsregister HRB 4924, Amtsgericht Regensburg  
Email: office@hellinger.com
Das "Virtuelle Institut" wurde inzwischen geschlossen.
Inhaber der Websites ist seither "Anton Suitbert Hellinger, Sonnleitstrasse 37, Berchtesgaden, DE, 83471".
Allerdings stand Hellinger noch im Mai 2009 im Internet auf der Kundenliste der Reinecke-Firma.
 
 
 

Bücher über Hellinger
 
Werner Haas   
Familienstellen - Therapie oder Okkultismus?   
Das Familienstellen nach Hellinger kritisch beleuchtet   
Asanger Verlag, 2005, 170Seiten ISBN3-89334-430-6   
Bestellen bei Amazon   

Klappentext:   
Im Schlepptau von Hellinger und seinen Jüngern schleicht sich eine gefährliche Geisteshaltung ein: Magische Rituale heißen jetzt "Therapie", anstatt einer Diagnose wird ein Orakel veranstaltet, und Ursachenforschung erschöpft sich im Nachbeten der Okkultlehren des Meisters über die Entstehung von Krankheiten und Leid. Hellinger sieht die Bewegung des Familienstellens von einer "göttlichen Urkraft" beseelt. Ist das die therapeutische Philosophie für das neue Jahrtausend? Oder doch nur ein Spuk von vorgestern?   
Dieses Buch für Therapeuten, Berater und Hilfesuchende auf dem Psychomarkt entzaubert das Familienstellen, beleuchtet seine ideologischen Hintergründe und zeigt die Gefahren auf - aber auch seine unfreiwillig komischen Seiten. Gleichzeitig ist diese längst fallige Abrechnung ein kurzweiliger Streifzug durch die Psychologie des Allzu menschlichen und ein leidenschaftliches Plädoyer für mehr Vernunft bei der Lebensbewältigung.

Inhalt   
Einleitung   [Auszug oben >>] 
Teil I. Patriarchale Träume   
Eltern: Jenseits von Gut und Böse   
Fetisch Familie   
Geschlechter-Rolle rückwärts   
Hellingers Ideologie am Beispiel des Inzests   
Sexuelle Gewalt: Höhere Gewalt?   
Sexus, Thanatos   
Teil II. Hellingers Okkult-Ätiologie   
Klopfgeister und Sippengewissen Schuld und Sühne Tödliche Ordnungswidrigkeiten Krankheitsmodell ä la Hellinger Der Fluch der Verstrickung   
Teil III. Die Befragung des Orakels   
Von Schafgarbenstängeln und Menschen Mehrgenerationales Gruselkabinett Wer aufstellt, hat mehr vom Leben Mediale Diagnostik   
Schlotternde Knie und wissende Felder Hellseher mit dunklen Ahnungen Phänomenologie des Ungeistes   
Teil IV. Das magische Theater   
Haruspex und Schicksalswender   
Noch ein Kurs in Wundern   
Gehst du zur Aufstellung, vergiss die Peitsche nicht!   
Aufstellungsbeispiel Knochenmarkkrebs   
Tod in Leipzig   
Teil V. Hellinger - Werdegang und Wirkung   
Einfluss therapeutischer Schulen   
Systemisches und Wahnsystemisches   
Out of Africa oder zurück zum Tribalismus?   
Apocalypse now!   
Wie erklären sich Hellingers „Erfolge"?   
Schlussbemerkung   
Literaturverzeichnis
 
Goldner, Colin (Hrsg.): Der Wille zum Schicksal.   
Die Heilslehre des Bert Hellinger   
Mit Beiträgen von:   
El Awadalla, Thea Bauriedl, Frank Gerbert, Fritz R.Glunk, Colin  Goldner, Ingo Heinemann, Micha Hilgers, Heiner Keupp, Claudia Kierspe-Goldner,  Beate Lakotta, Petrus van der Let, Ursula Nuber, Arnold Retzer, Jörg Schlee, Fritz  B.Simon, Hugo Stamm, Michael Utsch, Sigrid Vowinckel, Klaus Weber.   
Carl-Ueberreuter-Verlag, Wien, 2003. 304 S., Leinen/Schutzumschlag, Euro 22,95, ISBN 3-8000-3920-6.   
Bestellen bei Amazon   
Mehr zum Buch: http://www.AGPF.de/Goldner.htm   
Buchbesprechungen: www.fkpsych.de/pub_hellinger.html
 
   
Studentischer Sprecherrat der Universität München (Hrsg.):   
"Niemand kann seinem Schicksal entgehen..."   
Kritik an Weltbild und Methode des Bert Hellinger   
Alibri-Verlag 2004, 165 Seiten www.Alibri.de   
2. Auflage mit zusätzlichen Beiträgen 2005   
Bestellen bei Amazon   
Das Buch enthält die Beiträge einer Tagung in München am 4.11.2003.    
Cover-Text:    
Bert Hellinger gilt mit seiner besonderen Form der „systemischen Familienaufstellung" als absoluter „Superstar" der Therapieszene. Eine Behandlung „nach Hellinger" birgt jedoch unwägbare Risiken: der ehemalige Missionar hat keine solide therapeutische Ausbildung und verstößt gegen einfachste Regeln der Psychotherapie. Er propagiert ein erzreaktionäres Familienbild, in dem die Frau dem Mann untergeordnet ist, Konflikte nicht ausgesprochen werden dürfen und die eigene Situation (auch von Opfern von Missbrauch oder Vergewaltigung) als Schicksal „angenommen" werden muss.  
Seine „Erkenntnisse", gewonnen durch „höhere Eingebungen", wendet Hellinger nicht nur auf zwischenmenschliche Beziehungen an. Auch die Geschichte interpretiert er nach diesem Muster um und relativiert so die Verbrechen des Nationalsozialismus.  
Der Band stellt die zentralen Kritikpunkte an Hellingers Menschen- und Weltbild dar, unterzieht seine Vorstellung von systemischer Therapie einer kritischen Betrachtung und wirft einen Blick auf das Netzwerk seiner Anhänger.
Inhaltsverzeichnis:   
   
  • AStA der Geschwister-Scholl-Universität: Vorwort
  • Radio Lora / Colin Goldner: Bert Hellinger - Guru der Psychoszene
  • Heiner Keupp: Von der (Ohn-)Macht der Helfer. Was Hellinger seine Anhängerschaft sichert
  • Sabine Pankofer: Aufstellungen nach Hellinger in der Ausbildung von SozialarbeiterInnen. Eine kritische Stellungnahme aus Sicht aktueller sozialarbeitswissenschaftlicher Ansätze
  • Claudia Barth: Die wahnsinnig systematische Ordnung eines braunen Predigers. Über die politischen Dimensionen Bert Hellingers
  • Klaus Weber: Zur Seelen-Ordnung des Franz Ruppert
  • Dominik Lindner: Dringend notwendige Stellungnahmen zu Hellinger&Co. IndyNews-Bericht zur Veranstaltung an der Universität München
  • Hans-Detlev von Kirchbach / Elmar Klevers: Familienaufstellung nach Hellinger im Bildungsprogramm der GEW
  • Nico Frühwind: Das Online-Diskussionsforum des Bert Hellinger Instituts. Ein Lehrstück
  • Claudia Kierspe-Goldner: Inzwischen hat sich das Blatt total gewendet... Das Familien- und Organisationsaufstellen nach Hellinger steht unter massiver Kritik
  • Colin Goldner: Wenn die See rauh wird, wirf’ den Käpt’n über Bord. Zu den Absetzbewegungen von der Person Bert Hellinger 
 
Claudia Barth: Über alles in der Welt - Esoterik und Leitkultur   
Eine Einführung in die Kritik irrationaler Welterklärungen   
Alibri Verlag 2003  ISBN3-932710-36-3, 206 Seiten, 14 Euro   
Bestellen bei Amazon   

vgl. auch http://www.AGPF.de/Esoterik.htm

 
  
Elisabeth Reuter: Gehirn-Wäsche.    
Macht und Willkür in der systemischen Psychotherapie nach Bert Hellinger   
Peter Lehmann Antipsychiatrieverlag 2005 ISBN 3-925931-40-6   
Bestellen bei Amazon   

Reuter beschreibt eine Therapie "nach Bert Hellinger" aus eigenem Erleben. Ihr Therapeut hatte in der Einsamkeit der Therapie keine "Stellvertreter", er setzte die imaginären verstorbenen Verwandten seiner Patientin auf seine vorhandenen 8 Stühle: "Schwer vorzustellen, was ihm noch alles eingefallen wäre, hätte er noch mehr Stühle besessen" S. 122).    
Das Buch beschränkt sich nicht auf abstrakte Kritik. Die Autorin schildert zunächst ihre eigene Therapie-Geschichte. Der Leser kann die Wehrlosigkeit der Patientin nachvollziehen. Dann die schleichende Einführung der Hellinger-Methode, die einen Schockzustand auslöste. Der Therapeut interpretiert das als "Angst vor der neuen Freiheit".    
Das Buch bestätigt beeindruckend die Kritik und die Warnungen in den Büchern der Fachautoren. Wer Hellinger-Methoden nicht nur zum Zeitvertreib über sich ergehen lassen will, der kann sich hier konkret über Risiken und Nebenwirkungen informieren.   

Künstlich erzeugte Erinnerungen und sexueller Missbrauch   
Mit Gehirnwäsche werden umgangssprachlich besonders drastische Formen der Beeinflussung bezeichnet. Dazu gehört sicherlich die Erzeugung falscher Erinnerungen. Dass es induzierte Erinnerungen gibt, ist seit langem bekannt. Dafür hat sich die Bezeichnung "false memory" durchgesetzt, "falsche Erinnerung". Genau das wirft die Autorin dem Therapeuten vor. Der hat einem Gericht mitgeteilt, er habe bereits zum Beginn der Therapie zweifelsfrei erkannt, dass die Autorin als Kind sexuell missbraucht worden sein musste. Diese Erkenntnis wollte er aus der Betrachtung von Bildern gewonnen haben. Die Autorin ist Malerin, sie hatte dem Therapeuten eine Fotomappe mit Bildern überlassen. Die Bilder waren also nicht etwa im Rahmen von Diagnose und Therapie angefertigt worden. Tatsächlich war dann Grundlage der Therapie die Behauptung des Therapeuten, die Autorin sei von ihrem Vater und ihrem Bruder sexuell missbraucht worden.Nichts daran ist wahr. Der Therapeut hat also Vater und Bruder schwerer Straftaten beschuldigt.   

Die Autorin analysiert vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der Literatur schliesslich noch Hellingers Ideologie und Praxis:   

"Mittlerweile gibt es hierzulande bereits Kliniken ... , in denen Hellingers Ansicht über die Unschuld der Täter und Verbrechen der Opfer verordnet wird. Bereitwillig bezahlen die Krankenkassen die Hellingersche Intervention, wonach väterlicher sexueller Kindesmissbrauch an einer Patientin in Wahrheit von der Mutter und der Patientin selbst inszeniert wurden.   
Nach meiner Analyse handelt es sich bei Hellinger-Aufstellungen um eine Therapiemethode, die einem umfassenden Machtmissbrauch Vorschub leistet und von Manipulation, Fälschung und Verzerrung der Biografien, Gefühle und Wahrnehmungen ihrer Patienten lebt. Die Theorie seiner Therapie ist spekulativ, verweigert sich jeder Wirksamkeitsüberprüfung und meint, sie benötige kein Korrektiv" (Seite 198).
 
Wilfried Nelles: Die Hellinger-Kotroverse. Fakten, Hintergründe, Klarstellungen, 2005. 

Es handelt sich um ein Hellinger-Verteidigungsbuch. 
Der Autor befasst sich auch mit der AGPF und schreibt (Seite 29): 

    "Wie Goldner gehört auch ... Ursula Caberta zum Führungsstab der Bonner "Aktion geistige und psychische Freiheit" (AGPF), die seit über drei Jahrzehnten mit staatlicher Unterstützung eine Art Gesinnungs-TÜV darstellt, der auch in Machenschaften wie die Entführung und zwangsweise Deprogrammierung von "Sektenmitgliedern" verwickelt war (für Summen um die 30 000 DM sollten in den 80er Jahren erwachsene Menschen entführt und im Auftrag der Eltern gehirngewaschen - "deprogrammiert" werden; die aus den USA importierte Methode wurde hier jedoch polizeilich verfolgt, so dass die diesbezüglichen Aktivitäten nach einiger Zeit eingestellt wurden). Die "geistige und psychische Freiheit" der AGPF besteht in der Unterdrückung der Freiheit Andersdenkender."
Tatsache ist: 
    1. Weder Goldner noch Caberta waren jemals im "Führungsstab" oder in sonst einer Funktion für die AGPF tätig. Dies ist also frei erfunden. 

    2. Die AGPF war niemals in Entführungen verwickelt. Die AGPF hat vielmehr stets vor derartigen Methoden gewarnt, vgl. http://www.AGPF.de/Deprogramming.htm 

 

 

Der kritische Kommentar zum kritischen Buch
Der nachfolgende Kommentar stammt aus der Website www.hellinger.com "Das virtuelle Bert Hellinger Institut" (>>).
Die Abbildung wird durch Anklicken vergrössert.
 
Goldner-Buch - ein Haufen Scheiße    
Mohani Gast    
Geschrieben: Mit, 29.01.2003 17:10    
Titel: Goldner-Buch - ein Haufen Scheiße    

Warum getraut sich eigentlich niemand offen zu sagen, was das Goldner-Buch ist: Ein Haufen Scheiße.    
Warum soll ich mir gefallen lassen müssen, mir von einem Haufen aufgeblasener Alleswisser ans Bein pinkeln zu lassen? Die von nichts Ahnung haben?    
Warum soll ich finanzielle Einbußen erleiden (hat sich schon mal jemand Gedanken gemacht, daß da Existenzen dranhängen)? Bei mir hat heute eine Teilnehmerin für einen Kurs im April abgesagt, und hat sich dabei auf das Buch und auf die Frau-TV-Sendung bezogen.    
Ich bin stinksauer, und wenn mir einer von diesen Schreiberlingen über den Weg laufen würde, wüßte ich nicht, ob ich ihm nicht in den verdammten Sack treten würde.    
Mohani

 
 
 

Der Spiegel-Bericht von 2002

Hellinger wurde von einigen Fachleuten seit Jahren kritisiert.
Eine breite Öffentlichkeit erfuhr davon jedoch erst 2002 durch einen Artikel im Spiegel: "Danke, lieber Papi" von Beate Lakotta.

 
 
 

Colin Goldner behandelt Hellinger in seinem Buch Die Psychoszene unter demTitel "esoterischer Psychomarkt" hinter der "Festhaltetherapie" und vor dem "Feuerlauf".
 
Goldner: Die Psychoszene Seite 271   

5.20.1. Familienaufstellung nach Hellinger   
Zu den absoluten Rennern der alternativen Psychoszene zählt seit Geraumem die "Familienaufstellung“ Bert Hellingers, ein von Fachtherapeuten heftig kritisiertes, äußerst autoritäres Gruppenverfahren. Ehedem Priester einer katholischen Ordensgemeinschaft in Südafrika bereist Hellinger (*1925) seit Beginn der 1990er die Lande, um in Großveranstaltungen von nicht selten mehreren hundert TeilnehmerInnen seine selbstentwickelte Variante (vorgeblich) systemischer Therapie vorzustellen.    

Theoretische Grundlage seiner Arbeit ist die ebenso simple wie reaktionäre Vorstellung, es gebe im Innenverhältnis jeder Familie eine "Ursprungsordnung“, in die jedes Mitglied sich widerspruchslos einzufügen habe: Die Frau sei dem Manne untergeordnet, das zweitgeborene Kind dem erstgeborenen. Jede Störung dieser Ordnung führe zu Krankheit. Desgleichen eine Störung der kindlichen "Hinbewegung“ zu den Eltern: Kinder wollen, laut Hellinger, ihre Eltern bedingungslos lieben, gleichgültig, was auch passiert ist. Ziel der Therapie sei es, die natürliche "Ordnung der Liebe“ wiederherzustellen durch gebührende Ehrerweisung dem jeweils Ranghöheren gegenüber. Sei dies geschehen, lösten sich jedwede Konflikte und Krankheiten auf.    

Hellinger arbeitet mit Einzelpersonen im Rahmen einer aus dem Auditorium adhoc zusammengestellten Gruppe. Der jeweils "arbeitende“ Klient wird aufgefordert, unter Zuhilfenahme anderer Gruppenteilnehmer, die stellvertretend die Position von Familienmitgliedern einnehmen, seine "Herkunftsfamilie“ aufzustellen. In einer Art räumlicher Metapher soll sichtbar werden, wer innerhalb der Familie wem wie nahe stand. Anders als in der etablierten Familientherapie, die seit jeher derlei Techniken einsetzt, erhält der Klient bei Hellinger keine Möglichkeit, seine Gedanken und Gefühle weiter zu erschließen; vielmehr agiert ausschließlich Hellinger (bzw. der Hellinger-Therapeut): Er verändert die Position der einzelnen "Familienmitglieder“ beliebig zu einer von ihm so bestimmten "Lösungskonstellation“ und konfrontiert den Klienten mit apodiktisch vorgetragenen Interpretationen und Anweisungen. Diesem bleibt lediglich die Wahl, diese anzunehmen oder nicht. Eine weitere Erörterung oder therapeutische Bearbeitung findet nicht statt. Im Gegenteil: Etwaiges Nach- oder Hinterfragen wird von Hellinger kategorisch unterdrückt. 1141 Ein Inzest-Opfer wird etwa ange-    



Goldner: Die Psychoszene Seite 272   


wiesen, sich als "kleines Mädchen“ vor seine "Mutter“ zu knien und zu sagen: "Mama, für Dich tue ich es gerne!“. Ende der Vorstellung.1142   

Hellingers Vorgehensweise, gelegentlich als "systemische Familienaufstellung“ bezeichnet, wird in esoterischen Publikationen aufs Höchste gepriesen, der "Ganzheitsmediziner“ Ingfried Hobert zählt sie, zusammen mit Bach-Blütentherapie, Kinesiologie und Schamanischen Ritualen, gar zu den "Heilweisen für das neue Jahrtausend“. Von Hellingers Arbeit scheint Robert allerdings wenig Ahnung zu haben, ansonsten verwechselte er nicht ständig die Begriffe Systemik (das Familiensystem betreffend) und Systematik.1143  Letztere läßt sich in Hellingers Arbeit bei bestem Willen nicht entdecken. Die häufig anzutreffende Behauptung, Hellingers Ansatz gründe in der (seriösen) Familientherapie Virginia Satirs,1144 ist durch nichts belegbar.    

Suitbert "Bert“ Hellinger bildet in seinem Verfahren keine Therapeuten aus, Praktiker, die "Familienaufstellung nach Hellinger“ anbieten, sind - unabhängig von der Fragwürdigkeit derartiger Inszenierungen - durch nichts und niemanden (zumindest nicht durch Hellinger selbst) dazu autorisiert.    
   

Ein bezeichnendes Licht auf die Risiken unkonventioneller Therapieverfahren - und die Persönlichkeitsstruktur vieler Praktiker in diesem Bereiche - wirft ein Fall, der sich im Oktober 1997 in Zusammenhang mit Bert Hellingers "Familienaufstellung“ ereignete:    

Hellinger führt seine Shows mithin vor Auditorien von 500 und mehr Teilnehmern vor; die Klientel für seine Inszenierungen auf offener Bühne rekrutiert er unmittelbar aus eben diesem Teilnehmerkreis. Vom Hintergrund seiner jeweiligen Klienten und Klientinnen hat er nicht die geringste Ahnung, ordentliche Anamnese oder Diagnostik ersetzt er durch "höhere Eingebung“. Auch im Falle einer jungen Frau und vierfachen Mutter, die er anläßlich eines Großseminars in Leipzig auf die Bühne holte, wußte er nichts von ihrer Familiengeschichte, außer daß sie sich von ihrem Mann getrennt hatte und dieser mit der Trennung nur schlecht zurande kam. Hellinger attakkierte die Frau auf massivste Weise: Auf ihren Mann zeigend verkündete er: "Dort sitzt die Liebe“, auf sie zeigend: "Und hier sitzt das kalte Herz“; danach ins Publikum gewandt: "Die Kinder sind bei der Frau nicht sicher, die gehören zum Mann.“1145 Gleichwohl diese ungeheuerlichen Invektiven gänzlich aus der Luft gegriffen waren, trafen sie doch durch die selbstherrliche Apodiktik, in der Ex-Ordenspriester Hellinger auftritt, wie Giftpfeile in die Seele der jungen Frau. Wortlos verließ sie die Veranstaltung, kritzelte ein paar Worte des Abschieds auf einen Notizblock - und nahm sich das Leben.    

Selbst wenn die junge Frau, eine Arztin, bereits vorher suizidal gefährdet gewesen sein sollte, was Hellinger behauptet, entlastete ihn dies nicht. Ganz im Gegenteil: Es zeigt, wie völlig unverantwortbar es ist, in einer 10-minütigen "Therapie-Show“ jedwede Ich-Grenze des einzelnen Rat- und Hilfesuchenden einzureißen und ihn von oben herab mit irgendwelchen "höheren Wahrheiten“ (ganz unabhängig von deren eventuellem Wahrheitsgehalt) zu konfrontieren. Rellingers Vorgehen, so die Einschätzung vieler



Goldner: Die Psychoszene Seite 273   

Fachleute, grenzt an psychische Vergewaltigung, auch wenn die Teilnehmer sich "freiwillig“ der Prozedur aussetzen, gar noch extra dafür bezahlen. Er hat keine Ahnung (und wohl auch kein Interesse daran zu erfahren), wie diese seine "Eingebungen‘ verarbeiten. Ausdrücklich betont er, er brauche keine Rückmeldung seitens seiner Klienten. Hellinger kümmerte sich nicht um die junge Frau, als diese wortlos den Saal verließ. Kurz zuvor hatte er dem Publikum noch über sie gesagt: "Die Frau geht, die kann keiner mehr aufhalten (...). Das kann auch sterben bedeuten.“1146  Wenige Stunden darauf war sie tot. Auf die spätere Frage, ob er denn nicht hätte erkennen können, daß die Frau sich in einer tiefen Krise befunden habe, meinte er: "Wie denn, ich kannte sie ja nur drei Minuten.“ Im übrigen beinhalte jede Therapie auch gewisse Risiken. In einem der zahlreichen Bücher über den Hellingerschen Ansatz wird denn auch auf solche Risiken beim Aufstellen ausdrücklich hingewiesen: "Wenn einer der Mitwirkenden aus der Tür will oder aus der Tür geht, heißt das: Er ist selbstmord-gefährdet.“1147   

Bevor die Frau sich das Leben nahm, verabschiedete sie sich schriftlich von ihren Lieben. Ganz in Hellingerschem Sprachduktus schreibt sie: "Vielleicht gibt es Menschen, die soviel Schuld auf sich laden, daß sie kein Recht mehr haben, hier zu bleiben. Und wenn es für die Kinder die Ordnung herstellt, will ich meinen Teil dazu tun, auch wenn es nicht das ist, was ich mir wünsche.“ Von suizidaler Gefährdung vor dem Hellinger-Seminar kann indes keine Rede sein: Die junge Arztin hatte für wenige Tage danach einen Umzug geplant und vorbereitet und hatte sich sogar schon für mehrere medizinische Weiterbildungskurse 1998 angemeldet. Hellinger bedauert den Fall, sucht zugleich aber der Klientin selbst die Schuld zuzuschieben: "Ja, ich bin hart mit ihr umgegangen. Das ging schon an die Grenze. Aber ein gewisses Risiko muß man in Kauf nehmen. Ich gehe oft bis an die Grenze, und an der Grenze gibt es dann oft den Umschwung. In diesem Fall bin ich wohl zu weit gegangen. (...) Ich bedauere, was geschehen ist. Aber die Reaktion der Frau war unverhältnismäßig (...). Sie hätte mich um etwas bitten können, dann hätte ich handeln können - das hat sie aber nicht gemacht.“‘1148   

Andreas Fincke von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin fragt nach dem tragischen Todesfall sehr zurecht: "Verstoßen solche Großveranstaltungen nicht überhaupt gegen die Würde des Hilfesuchenden? Wer verhindert, daß Hellinger vor 500 begeisterten Zuschauern seiner eigenen Wirkung erliegt und Allmachtsphantasien entwickelt? Ist die Geschichte aus Leipzig ein bedauerlicher Einzelfall, oder passiert dergleichen häufiger? Wie lassen sich solche Entgleisungen in Zukunft verhindern?“ 1149  Mithin zur Klärung dieser Fragen leiteten die Angehörigen des Suizid-Opfers rechtliche Schritte gegen Hellinger ein. Auch die Befugnis Hellingers zur Ausübung der Heilkunde (nach dem HeilPrG) erscheint zweifelhaft: Eine Priesterweihe kann diese nicht ersetzen, auch nicht sein vor Jahren absolvierter Kurs in Primärtherapie bei Arthur Janov.



Goldner: Die Psychoszene Seite 274   

Anfang 1998 berichtete Autor Goldner in dem schweizerischen Psychologiemagazin Intra über Hellingers Ansatz und den Todesfall in Leipzig.1150  Die Reaktion der Leserlnnenschaft auf diesen Beitrag war symptomatisch. Nur selten zuvor gab es eine derartige Flut an Anfragen und Zuschriften, teils anerkennend, daß endlich einmal Klartext gesprochen wurde gegen die Umtriebe der "Familienaufstellerszene“, die sich sehr zu Unrecht mit seriösem systemischem oder familientherapeutischem Herangehen ineinssetze, aber auch kritisierend, daß erst ein Mensch zu Tode kommen mußte, bevor eine breitere Öffentlichkeit von deren Risiken erfuhr. Die Mehrzahl an Zuschriften und Anrufen beschränkte sich indes darauf, Autor Goldner zu beschimpfen: Man zieh ihn der "totalen Ignoranz“, "ideologisch verblendeter Verbohrtheit“, gar eines "inquisitorischen Fanatismus, schlimmer noch als in der Kirche“. Häufig wurden auch Ferndiagnosen erstellt, die Goldners unbewußte oder verdeckte Motivation enthüllten: vor allem "grenzenloser Haß auf alles Spirituelle“, aber auch "Konkurrenzneid“ oder "krankhaftes Hirnficken“ (was immer das sein mag). Dazu kamen (meist anonyme) Schimpftiraden, die zu wiederholen der Anstand verbietet. Ein Anrufer mutmaßte, Goldner sei "Agent der Mossad“ (israelischer Geheimdienst) oder gar Scientologe. Inhaltlich wurde kein einziges Argument gegen den Artikel vorgebracht, lediglich die Weise wurde bemäkelt, in der Hellinger angegangen worden sei: Der Text sei zu polemisch gewesen, zu wenig ausgewogen; Hellinger habe es "nicht verdient, so behandelt zu werden“, wo er doch "soviel Gutes“ bewirkt habe. Auf den Todesfall in Leipzig ging kaum jemand ein und wenn, dann in abwiegelnder Manier: sowas könne immer mal passieren. Im übrigen gebe es "keinerlei kausalen Zusammenhang“ zwischen Hellingers Invektiven und dem Suizid der Klientin. Goldner wurde vorgehalten, seine Aussagen seien "schlichtweg falsch oder irreführend“. Was genau falsch dargestellt worden sein sollte, wurde nicht gesagt. Desweiteren wurde ihm vorgehalten, Hellinger habe soviel an Leben gerettet und soviel an Lebensqualität geschaffen, da sei es ein Unding, ihm aus einem "Lapsus“ (!), wie er schließlich jedem widerfahren könne, einen Strick zu drehen. Den schieren Zynismus solchen Rechtfertigungsversuches - es geht um den Tod einer jungen Frau! - merkte man offenbar nicht. "Bert Hellingers Person und Arbeit“, wie der Herausgeber von Intra, Sandro Looser, im Editorial der Folgeausgabe seines Magazins schrieb, "scheint ganz offensichtlich das psychotherapeutisch interessierte Publikum zu spalten. Von einigen SchreiberInnen haben wir auch Hinweise erhalten, warum das so sein könnte. In einem Brief heißt es sinngemäß, Hellinger spreche in den Menschen den insgeheimen Wunsch an, die Verantwortung für die eigene Identität an eine vorgegebene Ordnung abzugeben. Diese Entlastung führe bei vielen Menschen offenbar zu einer Besserung ihres Befindens. (...) Kein Wunder, daß hier Welten aufeinanderprallen: Wer das Bild des emanzipierten Menschen (ob Klient oder Therapeutln) hochhält, dem muß der Gedanke an jegliche Unterwerfung an eine vorgegebene Ordnung - von der andere zu wissen vorgeben, wie sie aussieht - zuwiderlaufen.“1151  Auch Sandro Looser wurde wüst beschimpft.


Goldner: Die Psychoszene Seite 275   

Der tragische Todesfall von Leipzig unterstreicht nicht nur die Notwendigkeit einer rückhaltlosen Aufklärung über die Machenschaften der Szene, sondern auch deren radikale Eindämmung durch geeignete gesetzliche Maßnahmen. Es steht zu hoffen, daß das geplante Lebenshilfegesetz in baldiger Zukunft die parlamentarischen Hürden übersprungen haben wird (=> Was tun?).
Im deutschsprachigen Raum bieten mehrere hundert "Therapeuten“ ihre jeweils selbstgestrickten "Familienaufstellungen nach Hellinger“ an. Da Hellinger, um es zu wiederholen, selbst keine Ausbildungen durchführt, sind diese Praktiker durch nichts und niemanden autorisiert. (Die häufig anzutreffende Werbebehauptung, man sei "langjähriger Schüler Hellingers“‘ heißt in der Regel nichts anderes, als daß man ein paar Workshops bei ihm besucht und gegebenenfalls das ein oder andere seiner Bücher gelesen hat.) Zu großen Teilen handelt es sich bei den Hellinger-Exegeten um Figuren aus dem Osho-Rajneesh-Umfeld, die sozusagen "von Hause aus“ eine tiefverwurzelte Affinität zu autoritären Gruppenverfahren mitbringen; von ernstzunehmender Qualifikation oder dem Vorliegen einer Befugnis zur Ausübung der Heilkunde kann vielfach keine Rede sein. Am schwäbischen Johanniterhof beispielsweise, der Nachfolgeeinrichtung des Esoterikzentrums Etora auf Lanzarote, wird "Familienaufstellung nach Bert Hellinger“ gleich in zweifacher Ausfertigung angeboten: zum einen von der NLP-Trainerin Christiane "Adavanta“ Jacobsen und zum anderen von dem Rebirthing- und Money & Love-Therapeuten Günter "Sarito“ Griebl samt Ehefrau Silvana "Samadhi“. Auch in den verschiedenen Osho-Rajneesh-Zentren zählt "Familienstellen“ inzwischen zur Grundausstattung, u.a. bietet hier eine gewisse Victoria "Sneh“ Schnabel ihre Dienste an. Die schwäbische Reinkarnationstherapeutin und Geistheilerin Iris "Shanti“ Sautter, gleichfalls Anhängerin des Osho-Kults, veranstaltet "Familienaufstellung“ in einwöchigen Ferienseminaren auf Korfu. Kosten: 1.240 Mark netto. Gipfel der Chuzpe ist allerdings ein "Heilerkurs“, den die Bayerische Gesellschaft für Ganzheitliche Medizin anbietet. Hier können sich psychologische und therapeutische Laien in einem einzigen Wochenende (!) in "Systemischer Generationsperspektive nach Bert Hellinger“ schulen lassen. Der "ganzheitlich-philosophische Ausbildungsgang“ kann wahlweise mit weiteren Wochenendkursen, unter anderem in Gesicht- und Handlesen, Traumarbeit oder Hypnose, aufgestockt werden. Leiter der Hellinger-"Ausbildung“ ist Peter Kriester, vormals Gemüsegärtner und "Körpertherapeut“ am Esoterikzentrum Coloman. Besagte Gesellschaft für Ganzheitliche Medizin ist nichts anderes als eine private Esoterik- und Heilpraktikerschule im Allgäu, die als Geldbeschaffungseinrichtung der äußerst umstrittenen "Wankmiller-Sekte“ gilt. 1152   

Vor dem Hintergrund der Kritik, die nach dem Todesfall von Leipzig an Hellingers Verfahren in Fach- und Boulevardmedien geübt worden war, gründete sich in München eine Arbeitsgemeinschaft Systemische Lösungen nach Bert Hellinger, deren selbstgestellte Aufgabe (laut Werbeartikel in Esotera) darin bestehe, "Hellingers Methode seriös nach außen zu vertreten und ihre Verbreitung und Fortentwicklung auf eine achtsame Weise zu fördern“; desweiteren in der "Entwicklung von Kategorien für die Aus- und Weiterbildung“ 1153 (die, wie man damit zugibt, bis dahin nicht existierten!). Nicht weniger als neunzig Therapeutinnen und Therapeuten, die im deutschsprachigen Raum Hellinger-inspirierte Dienste anbie-   



Goldner: Die Psychoszene Seite 276   


ten, vorneweg Jirina Prekop (=> Festhaltetherapie), finden sich auf einer von der Arbeitsgemeinschaft versandten Liste. In der von einer erstaunlich großen Anzahl akademisch vorgebildeter Praktiker durchsetzten Hellinger-Riege tauchen mithin Professor Matthias Varga von Kibed (LMU München) oder Professor Franz Ruppert (Katholische Stiftungsfachhochschule München) auf; daneben auch der oben erwähnte Peter Kriester oder die Rajneesh-Therapeuten Schnabel und Griebl/Griebl. Bemerkenswert ist auch der Umstand, daß die Züricher Psychologieprofessorin Gertraud Schottenloher "Familienstellen nach Bert Hellinger“ unter dem Signet der Rajinder-Singh-(Sekten-)Organisation => Wissenschaft der SpirituaIltät anbietet. Der in München und bei ZIST praktizierende Gestalttherapeut (und ehemalige LMU-Gastprofessor) Hunter Beaumont, ursprünglich Ausbilder am renommierten Gestalttherapie-Institut in Los Angeles, half Hellinger, den US-Markt zu erschließen: Im Frühjahr 1998 organisierte er für diesen eine - angeblich höchst erfolgreiche - Promotion-Tour quer durch die Staaten. Auch auf dem "2. Weltkongreß für Psychotherapie“ im Sommer 1999 in Wien war Hellinger vertreten, gänzlich ungeniert durfte er sich gleich in drei (Werbe-)Veranstaltungen verbreiten. Vereinzelte kritische Nachfragen (mithin von Sophie Freud) wurden entweder ignoriert oder in autoritärer Manier abgebügelt. 1154   

Tatsächlich wird "Familienstellen nach Hellinger“ - neuerdings auch als "Clanning“ (= Bezugnahme auf den Familien-Glan) bezeichnet - im deutschsprachigen Raum in wachsendem Umfange angeboten: Hunderte Annoncen einschlägiger Praktiker finden sich in den Esoterik- und Szeneblättern, Exemplarisch erwähnt sei insofern die Hamburger "Psychotherapeutin“ Doris Schneider, die seit einiger Zeit in großangelegten Tourneen durch die Lande zieht und in Wochenendseminaren "Systemische Familienaufstellung nach Bert Hellinger“ anbietet (zweieinhalb Tage/350 Mark). Zur Frage etwaiger klinischer Qualifikation oder rechtlicher Befugnis zur Ausübung von Heilkunde ist in den Werbebroschüren Frau Schneiders nichts vermerkt.    

Seit Anfang 2000 bietet das bayerische Esoterikzentrum => ZIST eine knapp zweijährige Fortbildung für Arzte, Psychologen, Sozialarbeiter - und Heilpraktiker [!] - in "Familienstellen nach Bert Hellinger“ an. Geleitet wird das (tatsächlich nur fünf Fünfeinhalbtage-Workshops umfassende) Training von Hellinger-Freund Beaumont (der laut Ausschreibung für die "spirituellen Aspekte des Familienstellens“ zuständig ist), darüberhinaus u.a. von dem Theologen Jakob Schneider und dem Psychoanalytiker Albrecht Mahr; auch die langjährige ZIST-Mitarbeiterin Eva Madelung, ihres Zeichens Heilpraktikerin und Primärtherapeutin, ist mit von der Partie. Kosten der Fortbildung: 7.240 Mark. 1155   



Goldner-Anmerkungen:   
   
  • 1141   vgl. Simon, F./Retzer, A.: Das Hellinger-Phänomen, in: Psychologie Heute, 6/1995, S. 28f.
  • 1142   vgl. Weber, G. (Hrsg.): Zweierlei Glück: Die systemische Psychotherapie Bert Hellingers. Heidelberg, 1997 (10. Auflage), S. 332
  • 1143   vgl. Hobert, I.: Das Heilbuch für das neue Jahrtausend. München, 1997, S. 111f.
  • 1144   vgl. z.B. Hampel, G.: Familienaufstellung. in: Forum Lebensfreude (Programm). München, 3/1999, S. 5
  • 1145   zit. in: Fiocke, A.: Wie gefährlich ist Bert Hellingers Therapie? in: Psychologie Heute, 4/1998, S. 16f.
  • 1146   ebenda
  • 1147   zit. in: Weber, G. (Hrsg.): Zweierlei Glück: Die systemische Psychotherapie Bert Hellingers. Heidelberg, 1995 (6. Auflage), S. 258
  • 1148   zit. in: Gerbert, F.: Wenn Therapeuten Gott spielen (Interview mit Bert Hellinger), in: Focus, 13/1998, S. 226
  • 1149   Fincke, A.: Wie gefährlich ist Bert Hellingers Therapie? in: Psychologie Heute, 4/1998, S. 16f.
  • 1150   vgl. Goldner, C.: Bert Hellinger: Systemfehler? in: Intra 35, 1/1998, S. 15f.
  • 1151   Looser, S.: Emanzipierte Opfer der Familie, in: Intra 36, 2/1998, S. 3
  • 1152   vgl. Kursprogramme Johanniterhof 1998 / Osho-Tao 1997/98 / Tujala-Institut 1998 / Bayerische Gesellschaft für Ganzheitliche Medizin 1996/97
  • 1153  vgl. Hellinger-Arbeitskreis gegründet, in: Esotera, 6/1998, Seite 15f
  • 1154  vgl. goldner, C.: Mega-Event mit 1000 workshops, in: Intra, 3/99, S. 10
  • 1155  ZIST(Programm). Penzberg, 7-12/1999, S. 52
 
 
 
Tages-Anzeiger Zürich 4.5.2002   


Blitztherapie der seltsamen Art  
Die esoterische «Buchhandlung im Licht» organisiert Seminare im «Familienstellen». Ein therapeutisches Wunder oder mystischer Schrott?   

Von Hugo Stamm   

Es gibt eine Familienseele, sagt Bert Hellinger, der neue Guru der Psychoszene, der vor allem ein esoterisch interessiertes Publikum fasziniert. Wer durch Rollenspiele die Familienverstrickungen aufarbeitet, löst individuelle Probleme und beeinflusst die Familienseele positiv, verkündet Hellinger. Und Hunderttausende glauben es in geistiger Verklärung. So treffen sich denn auch 20 Seminarteilnehmer in der Esoterik-Buchhandlung im Licht und üben unter Anleitung von Anja und Nicolas Kern das «Familienstellen».    

Das Setting ist simpel. Yasmine (Name geändert) erzählt ihre komplizierte Familiengeschichte. Der Halbbruder hatte sie vor Jahren vergewaltigt, als sie noch ein Kind war. Die Eltern wissen bis heute nichts davon, das Opfer schweigt, der Täter verdrängt den Übergriff. Ein therapeutisches Familienstellen nach Hellinger soll Lösungen herbeiführen. Yasmine muss für das Rollenspiel Kursteilnehmer aussuchen, die ihre Familienmitglieder verkörpern. Auf Anweisung der Therapeutin Anja Kern, die aus Hawaii eingeflogen ist, verteilt Yasmine die «Schauspieler» intuitiv so im Raum, dass für sie das Familienbild «stimmt».    

In Tränen aufgelöst   

Die aufgestellten Familienmitglieder - daher der Begriff «Familienstellen» - müssen nun ihre Gefühle ausdrücken. «Ich fühle mich ausgeschlossen», sagt der Vater des Halbbruders und Ex-Mann der Mutter. Der Halbbruder erklärt, er sehe sich als Aussenseiter der Familie. Die Vergewaltigung seiner Halbschwester erwähnt er aber mit keinem Wort. Yasmine, die das gruppendynamische Spiel aus Distanz betrachtet, bricht in Tränen aus. Therapeutin Kern reagiert so, als stünde die wahre Familie im Raum, als stammten die Aussagen von der echten Mutter, dem echten Halbbruder. Yasmine sagt denn auch: «Er spricht wie mein Vater, obwohl er ihn noch nie gesehen hat.» Für aussen Stehende ein Wunder der höheren Art. Doch für das Therapeutenpaar ist klar, dass Gefühle und Verhaltensweise der echten Familienmitglieder von den «gestellten Personen» übernommen werden, wenn auch auf unerklärliche Weise.    

Nachdem sie ihre Gefühle ausgedrückt haben, geht es allen Akteuren auf wundersame Art besser. Zum Schluss flüstert Therapeutin Kern ihnen versöhnliche Worte ein, die sie wiederholen müssen. «Ich akzeptiere dich als meinen älteren Bruder», muss das Opfer dem Täter sagen. Verzeihen darf sie ihm nicht, weil sie sich sonst über ihren älteren Halbbruder stellen würde, was nach Hellinger eine Todsünde wäre. «Wer im Familiensystem zuerst kommt, hat nach dem Prinzip des systemischen Familienverständnisses Vorrang», ergänzt die Therapeutin. Die Familienseele soll nach einem autoritären Hierarchiesystem funktionieren. «Wenn man den Eltern Ehre erweist, kommt etwas tief in der Seele in Ordnung», erklärt Hellinger in seltsamer Verklärung. Das trifft offenbar auch für eine Tochter zu, die von ihrem Vater missbraucht worden ist.    

Die Familienseele soll es richten   

Weil der Halbbruder nach dem Ordnungsprinzip Vorrang hat, kann Yasmine eine Entschuldigung für die Vergewaltigung verlangen. Die Familienseele wird es schon irgendwie richten, glauben Nicolas und Anja Kern. Die Erfahrungen würden zeigen, dass es funktioniert. Und schon bricht bei der gestellten Familie die grosse Harmonie aus. Besprochen werden die Vorgänge nicht, Worte würden die seelischen Schwingungen stören. Denn durch das «Stellen» soll die Familienseele gereinigt worden sein. Obwohl der Rest der «echten» Familie keine Ahnung davon hat. Das «therapeutische Wunder» lässt sich psychologisch nicht erklären.    

Mit Rollenspiel Familienseele heilen   

Die Psycho- und Eso-Szene ist im Hellinger-Fieber. Hellinger-Fans wollen als «Aufsteller» oder Therapeut tätig sein, also Klienten nach dem Prinzip der systemischen Familienaufstellung behandeln. Und Tausende Klienten haben schon eine Blitztherapie oder ein Seminar besucht. In Deutschland agieren laut «Spiegel» bereits 2000 Familiensteller, in der Schweiz dürften es 300 oder mehr sein. Manche therapieren, obwohl sie lediglich ein Seminar besucht und einschlägige Bücher gelesen haben. Tragische Aspekte faszinieren   

Ein Blick in die Liste der Anbieter bringt es an den Tag. Die meisten Hellinger-Therapeuten kommen aus der Esoterikszene und arbeiten sonst als Reiki-Meister, Heiler, Astrologen, Tarot-Berater, Atemtherapeuten, Kinesiologen usw. Seit der Eso-Boom am Abflachen ist, stürzen sich viele auf das Familienstellen und bieten lukrative Therapien oder Seminare an. Eine Ausbildung braucht es nicht. Georges A. Porret, Präsident des Hellinger-Forums, ist befremdet, dass die Hellinger-Methode vor allem im esoterischen Umfeld um sich greift. Die Faszination des Familienstellens ortet er beim tragischen Aspekt dieser Therapieform.   

Viele Psychologen und Psychiater begegnen der Hellinger-Methode des Familienstellens mit grosser Skepsis. Das Setting mit teilweise Dutzenden von Klienten ist für sie fragwürdig. Heikel ist auch, dass private und intime Details über ahnungslose Familienmitglieder der Kursteilnehmer verhandelt werden. Ausserdem sei der Interpretationsspielraum des Aufstellers oder Therapeuten sehr gross, was Missbrauch und Abhängigkeit begünstige. Weiter monieren Familientherapeuten die überrissenen Versprechen und die Hauruck-Therapien, die nach kurzer Zeit viel Erfolg bringen sollen. So werden oft psychische «Wunder», aber auch körperliche Heilung als Sekundärfolge versprochen. «Wenn einer vorn steht und angeblich die perfekte Lösung für seelische Probleme verkündet, wird es sektenhaft», sagte ein Paartherapeut. Es überrascht denn auch nicht, dass das «Heilpraxis-Magazin» im Artikel zum Thema «Seelische Unterstützung bei Krebs» schreibt, krank machende familiäre Beziehungen folgten unbewusst einem schicksalhaften Muster. Die Therapie mache Verstrickungen in der eigenen Familie klar, Einsichten durch das Familienstellen könnten «eine heilsame Wendung zum Guten» bewirken.    

Seminare rund um die Welt   

Bert Hellinger ist 76 Jahre alt, lebte früher in einem Kloster und arbeitete als Missionar. 1971 verliess er den Orden. Er hält seine Workshops zum systemischen Familienstellen in Sälen mit oft 1000 und mehr Personen ab. Seine jüngste Tournee führt ihn nach China, Japan, in die USA, nach Schweden, Israel, Spanien, in die Türkei und nach Neuenburg (8.-10. Nov. 2002). Kritiker werfen ihm vor, er verbreite die Aura eines Heilsbringers und vermische Religion mit Therapie. (sta.)

 
 
 
 

Die Zeit Nr. 35/2003 Martin Buchholz: "Den Psychomarkt unterwandert".

die Zeit berichtete, Hellinger habe Therapiemethode den Psychomarkt schleichend, aber stetig unterwandert. Die vermeintlich verblüffende Einfacheit der Methode sei verführerisch. Unter den Anbietern viele Fachfremde und Esoteriker aller Art.
 
 

Leserbriefe
 
 
Betreff:  Bert Hellinger, vielen Dank und enorme Wut    
Datum: Tue, 5 Oct 2004 10:01:09 EDT    
Von:   
An: Ingo.Heinemann@t-online.de    

Guten Tag Herr Heinemann,   
vielen Dank für die Infos auf Ihrer Seite. Eine psychotherapeutin riet mir wegen meiner Geschichte zu Hellinger zu gehen. Ich wäre nach seinem Aufstellen bestimmt genauso wie die Ärztin von selbst in den Tod gegangen.    
Seine Ansichten zum Thema Kindersex widersprechen absolut meinen Erfahrungen.    
Ich bin jetzt einfach wütend auf mich selbst, weil ich einer Frau, die das Schild "Psychotherapeutin" an der Tür hat voll vertraut habe und beinahe auf ihren Rat zu dem Thema Kindesmissbrauch an meinem Sohn durch die Schwiegereltern zu Hellinger gehen wollte. Demnach gehe ich davon aus, dass sie mit seiner Meinung einverstanden ist. Auch mit der Meinung ist, der Mann ist nur ein Tier welches instinktiv handelt und zu keinem Verantwortungsbewusstsein fähig ist. Ich war zwar mit so etwas verheiratet, nur dass jeder Mann so ist kann ich absolut nicht sagen, sonst würde ich absolut lügen.    
Mit freundlichen Grüßen

 
Betreff: Ich habe Ihre web Seite gelesen.    
Datum: Sun, 12 Sep 2004 04:41:06 EDT    
Von: HenrykBrommer@aol.com    
An: Ingo.Heinemann@t-online.de    
Ich habe ihr web Seite gelesen und finde es bestürzend wie sie Bert Hellinger darstellen.    
Nun ich glaube das es etwas gibt das sie nicht verstehen oder auch nicht verstehen wollen, denn sowie Sie sich äußern ist mir klar das viel Wut und hass in ihnen aufgestaut sein muß. Eigentlich schade aber das ist wohl ihr Schicksal so zu sein, denn die Wahrheit hallten nur die wenigsten aus.    
Mit freundlichen Grüßen    
Henryk Brommer
 
Betreff:        Feedback    
 Datum:        Thu, 3 Oct 2002 18:12:37 +0200    
   Von:        "Sebastian Obermayr jun." <sobermayr@web.de>    
    An:        <Ingo.Heinemann@t-online.de>    

Hallo Ingo,    
mit Interesse habe ich den Bericht über Hellinger und Fliege gelesen und auch sonst so manches. Mach doch auch mal eine Heilbehandlung. An deiner Webseite kann ich erkennen, dass du mit Sicherheit an Paranoia leidest.    
MfG    Sebastian   

   
Betreff:  Ihre homepage zu Hellinger
Datum: Wed, 17 Mar 2004 05:36:53 EST
Von:  Achoya@aol.com
An:  Ingo.Heinemann@t-online.de
Was  soll die inquisitorische hetzkampagne? Zitate aus dem zusammenhang zu reißen, um sie gegen den urheber zu verwenden, das hat man schon in den hexenprozessen nicht anders gemacht, und man greift immer auf diese methode etablierter dummheit zurück, wenn man aus neid, verhaftetsein in etablierten pfründen und bequemen denkmustern ,kurz: aus engstirnigkeit zu einer konstruktiven kritik ohnehin nicht in der Lage ist.    
Es fehlt hier einfach an der fähigkeit, einer komplexen , revolutionären und progressiven tiefenpsychologischen sichtweise gedanklich überhaupt ansatzweise folgen zu können.   
Lächerlich, was Sie hier deshalb so produzieren an verdächtigungen und an den haaren herbeigezogenen zusammenhängen. Ich bin kein hellinger-klient oder je in einer familienaufstellung gewesen. Aber ich kenne leute, die das gemacht haben und sehr viel lösung und befreiung darin gefunden haben. Und das genügt mir, außer dass ich ein buch hellingers gründlich gelesen habe, um seinen ansatz als therapeutisch revolutinär und wertvoll einzustufen. Im übrigen ist sein ansatz durchaus nachvollziehbar, wenn man ahnung hat von tiefenpsychologischen verstrickungen.   
Wenn Sie wirklich eine ahnung von therapien hätten, dann wüssten Sie ebenso, dass nicht jede therapie oder jeder therapeut gleichermaßen für jeden klienten ideal ist, dann müssten sie zwangsläufig akzpetieren, dass hellinger eine sehr viel fundiertere ausbildung hat als die meisten medizinisch abprobierten und sonstigen therapeuten hierzulande. Dan müssten Sie auch zugeben, dass er wesentlich größere heilungserfolge hat als herkömmliche methoden, und das erzeugt nun mal neid. Ihre einstellung ist sozusagen typisch deutsch.   
So wie die inquisitoren im mittelalter die etablierte macht der kirche mitttels volksverhetzungund und einschüchterung vertraten,  um die eigenen lügen dahinter zu  verstecken, vertreten Sie hier auch nur das etablierte engstirnige weltbild der institutionen, an dem Sie sich offensichtlich festklammern, als hinge davon Ihr überleben ab.   
Nein, bei Ihnen geht es um Ihr problem, für das Sie sich aus irgendwelchen gründen Hellinger als Sündenbock ausgewählt haben.   
Denn Tatsache ist, dass S I E dies denken, was Sie hier Hellinger unterstellen möchten. Diese gedanken und kombinationen entspringen I H R E M kopf und kommen hellingers sicht nicht einmal nahe, und indem Sie die selbsternannte a u f g a b e vortäuschen,  außerhalb Ihrer selbst ein böses - einen ketzer nämlich wie  bert hellinger - verfolgen und bekämpfen zu müssen, wollen Sie sich damit doch bloß selber reinwaschen und Ihre konforme einfallslosigkeit legitimieren.    
Ich wünsche Ihnen auf jeden fall gute besserung!   
 
 
 



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