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Der Bruno-Gröning-Kult
 
 
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
 
 

 Überblick

Bruno Grönkowski alias Bruno Gröning (30.5.1906 bis 26.1.1959) wähnte sich für von Gott gesandt, hielt Vorträge, betätigte sich als Heiler und wurde wegen verbotener Heilbehandlung verurteilt. In seinem Auftrag wurde 1958 der Verein zur Förderung seelisch-geistiger und natürlicher Lebensgrundlagen in Deutschland e.V. gegründet, der noch heute existiert (>>).

Nach Grönings Tod gründete seine Anhängerin Margarete "Grete"  Häusler (25.3.1922 bis 6.9.2007) den "Bruno Gröning Freundeskreis" (>>), den dazugehörigen Trägerverein (>>) und diverse Firmen (>>). Nach ihrem Tod wurde ihr Sohn Dieter Häusler (geb. 1962) ihr Nachfolger im Vorstand des Vereins, der auch alleiniger Gesellschafter der Grete Häusler GmbH ist.
 
Im "Kreis"" geniessen das Andenken an Bruno Gröning und seine angeblichen Heilerfolge kultische Verehrung. Es wird behauptet, er habe eine "Lehre" geschaffen, deren Anwendung Heilung bewirken könne. Wichtigster "Lehrsatz": Es gibt keine unheilbaren Krankheiten. "Heilung" durch Wegdefinieren der Krankheit ist eine bei Esoterik und Sekten weit verbreitete Methode. Zu deren Inventar gehören üblicherweise auch nicht näher definierte Energieströme, die angeblich Heilung bewirken sollen. Bei Bruno Gröning ist es ein "Heilstrom" (>>), der angeblich auch noch über 50 Jahre nach seinem Tod wirkt.
 
 
 
 

UNO-Preis vorgetäuscht
 
In der Website www.bruno-groening.org war Anfang Juli 2013 zu lesen:

"Bei" den Vereinten Nationen bedeutet allerdings nicht "von" der UNO.
Tatsächlich hat der Preis nichts mit der UNO zu tun.
 
 

Zum Ort der Verleihung heisst es in der Internet-Seite www.bruno-groening.org/peacePole.html (2.7.2013):

Damit soll der Eindruck erweckt werden, als handele es sich um eine der UNO gehörige Kapelle. Das ist nicht der Fall. Die "Tillman Chapel" gehört zum "Church Center", einem 12-stöckigen Bürogebäude in der Nähe des UNO-Komplexes. Ob diese Kapelle wirklich etwas mit der UNO zu tun  hat, ist unklar. Sie kann gemietet werden.

UNSRC ist ein Verein von UNO-Mitarbeitern zwecks Freizeitgestaltung. Vermutlich richtet dieser solche Feierlichkeiten aus.
 
 

Zum Verleiher des Preises schreibt die Göning-Website (2.7.2013):

Damit soll der Eindruck erweckt werden, als sei der Preis von der UNO verliehen worden. Das ist nicht der Fall. Es kann keine Rede davon sein, dass die Organisation WPPS der UNO "angegliedert" ist. "Angegliedert" ist zum Beispiel die UNESCO.

Laut Website www.worldpeace.de ist

WPPS ist also lediglich eine der zahllosen Nichtregierungsorganisation (NGO), die bei der UNO registriert sind.
In der Website  wird die Verleihung wegen Gröning nicht erwähnt. Wohl aber wird behauptet, man habe einen "Friedenspfahl" "bei der UNO" aufgestellt.
 
 

Die Übergabe des Preises erfolgte durch

Dadurch kann der Eindruck entstehen, Deborah Moldow sei Vertreterin der UNO bei der WPPS. Tatsächlich ist sie lediglich die Vertreterin der WPPS bei dem UNO-Büro für NGOs beim Department of Public Information.
 
 
 
 

Bruno, Jesus und Braco

Seit 2011 unterstützen Dieter Häusler und sein "Kreis" Josip Grbavac alias Braco aus Kroatien, zu diesem http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Braco

In der Website http://www.braco-info.com/dcms/braco-in-munchen-2.html wird berichtet:

Gröning-Anhänger verbreiten den folgenden Text:
 
Gröning-Anhänger verbreiten diesen Text: 


Bruno, Jesus und Braco 

Immer wieder bezog sich Bruno Gröning auf die Lehre Jesus Christus. Beide Lehren sind in ihrer ewig gültigen Form auch als die Lehre Gottes zu bezeichnen, mit dem Unterschied, das Jesus Lehre weitaus umfangreicher ist. Doch die Quelle der Lehren ist unser Vater, der die jeweiligen Worte sowohl Bruno als auch Jesus in den Mund gelegt hat. 

Über Braco sprach Jesus bereits vor 2000 Jahren als den Nachfolger Bruno Grönings. Von dieser wichtigen Aussage Jesus kann sich ein Jeder selbst in der Neuoffenbarung überzeugen. Ob Braco tatsächlich der Nachfolger Bruno Grönings ist, davon allerdings kann sich ebenfalls Jedermann selbst überzeugen, indem er ihn einfach aufsucht.

 
 
 

 
Der "Bruno Gröning Freundeskreis"

veranstaltet bundesweit zahllose Vorträge.
Der Begriff "Freundeskreis" soll offenbar Privatveranstaltungen vortäuschen.
Der dahinter stehende Verein, der Kreis für geistige Lebenshilfe e.V. (>>) wird meist verschwiegen.
Das Zusammenwirken von Firmen und Verein wird in einer Dienstanweisung zusammengefasst:
 
In einem internen "Leitfaden zur GmbH-Abrechnung für GmbH-Kassenwarte" (Abbildung) heisst es:   

"Die GmbH gehört als eigenständige Gesellschaft vollkommen dem Kreis (der Kreis ist einziger Gesellschafter der GmbH) und damit dem Bruno Gröning-Freundeskreis. In der GmbH gelten alle Grundregeln des Freundeskreises; insbesondere, daß alle Freunde auch für die GmbH unentgeltlich arbeiten. Das gilt ohne Ausnahme ...".  

 

Dass der Verein meist verschwiegen wird, dürfte einen guten Grund haben, denn die Werbung verstösst offenbar gegen geltendes Recht.

Das Heilmittelwerbegesetz "findet Anwendung auf die Werbung für Arzneimittel (und) andere Mittel, Verfahren, Behandlungen und Gegenstände, soweit sich die Werbeaussage auf die Erkennung, Beseitigung oder Linderung von Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhaften Beschwerden bei Mensch oder Tier bezieht".
Werbung mit Patientengeschichten und Erfolgsberichten ist meist unzulässig.
Jeder kann Strafanzeigen erstatten.
 
 
 

Lokale Vereinsaktivitäten vorgetäuscht

Vermutlich wichtigste Werbemethode ist ein "kostenloser Einführungsvortrag".
 
Werbung im Amtsblatt der Stadt Überlingen vom 23.3.2005 in der Rubrik "Vereine berichten":   
"Einführungsvortrag über Hilfe und Heilung auf dem geistigen Weg   
- medizinisch beweisbar (Bruno Gröning-Freundeskreis)   
Am Samstag, 09.04.2005, 18.00 Uhr, findet im Deutschen Roten Kreuz, Helltorstraße 8 in Überlingen ein kostenloser Einführungsvortrag statt. Bei diesem Vortrag wird das Wichtigste über Bruno Gröning und seine Lehre vermittelt, vor allem, wie die geistige Heilkraft aufgenommen werden kann. Alle Interessierten sind zu diesem Vortrag herzlich eingeladen.   
Weitere Information: www.bruno-groening.de"
Als Veranstalter genannt wird ein nicht existenter "Bruno Gröning-Freundeskreis".   
Dahinter verstecken sich ein zentraler Verein (>>) und vor allem eine Firma (>>), beide mit Sitz in Siegburg bei Bonn.
 
 
 

Wichtigste Werbebehauptung: "Heilung medizinisch beweisbar"

Die Behauptung, "Heilung auf dem geistigen Weg medizinisch beweisbar!" ist in praktischen alle Werbungen enthalten.
Diese Werbebehauptung enthält eine grobe Täuschung.
"Medizinisch beweisbar" ist eine Heilung nur bei Anwendung der in der wissenschaftlichen Medizin geltenden Regeln.
Diese Regeln werden hier nicht angewandt.
Der Gröning-Kult beschränkt sich vielmehr auf "Erfolgsberichte".
Im Internet wird allerdings der Eindruck erweckt, als würden diese Berichte nach eben diesen wissenschaftlichen Regeln geprüft:
 
Aus:http://www.bruno-groening.de/mwf/defaultmwf.htm   


Ein wesentlicher Aspekt der Arbeit der Ärzte der Medizinisch-Wissenschaftlichen Fachgruppe (MWF) ist die systematische Erfassung und Prüfung von geistigen Heilungen.   
Dazu wurden Geheilte aus den Gemeinschaften des Bruno Gröning-Freundeskreises geschult, Erfolgsberichte qualifiziert aufzunehmen. So konnte inzwischen ein internationales Netzwerk zur Erfassung der Heilungen innerhalb der Gemeinschaften des Freundeskreises aufgebaut werden:   
Wenn in einer Gemeinschaft des Freundeskreises im In- oder Ausland eine Heilung geschieht, so verfasst der örtliche Mitarbeiter eine Kurzmeldung an den leitenden Arzt der MWF, Matthias Kamp. Gleichzeitig wird die Aufnahme eines Erfolgsberichts in die Wege geleitet. Zur Aufnahme eines Berichts existiert ein Leitfaden und ein Fragebogen, durch den ähnlich wie bei der klinischen Anamnese durch bestimmte Fragen der Zustand des Geheilten vor und nach der Heilung detailliert erfasst wird. Dieser Bericht wird auf regionaler Ebene vorgeprüft und dann an eine zentrale Stelle nach Hamburg weitergeleitet. Von dort wird er einem der knapp 40 Ärzte des Ärztekreises der MWF zur inhaltlichen Prüfung vorgelegt. Fragen der regionalen oder ärztlichen Kontrolle klärt der Mitarbeiter am Ort mit dem Geheilten ab. Falls die Fragen zur Zufriedenheit der Prüfinstanzen beantwortet wurden, folgt noch eine nichtärztliche und ärztliche Endkontrolle.   
Anschliessend wird der Erfolgsbericht in der EDV erfasst und nach Jahrgängen und Erkrankungen geordnet abgespeichert. Parallel zu der Aufnahme des Berichts wird vom Leiter der MWF, sowie es aus ärztlicher Sicht sinnvoll erscheint, eine Dokumentation in die Wege geleitet. Ärzte der MWF fordern sämtliche medizinischen Vorbefunde an und leiten eine Nachuntersuchung durch einen unabhängigen Kollegen vor Ort ein. Die Dokumente werden dem abgeschlossenen Bericht zugefügt und meist durch einen ausführlichen ärztlichen Kommentar ergänzt.
 
 
 

 
Das Thema des Vortrags, für den auf dem Faltblatt rechts geworben wird:   
"Ärzte und Heilpraktiker informieren: Heilung auf dem geistigen Weg medizinisch beweisbar!". 
Üblicherweise wird solche Geistheilung von selbsternannten Heilern angeboten. Hier tritt aber kein solcher auf.    
Auch eine der sonst üblichen "Methoden" wird hier nicht angeboten. Zumindest nicht auf den ersten Blick.   

Abbildung rechts: Vorderseite eines Faltblattes, mit dem für eine Veranstaltung am 13.3.2005 in Arnsberg geworben wurde.Das Faltblatt wurde großflächig in Arnsberger Briefkästen verteilt. Zum Vergrössern Klick auf  Abbildung.

 
 
 
 
Bruno Grönings "Heilstrom"   

Bei näherem Hinsehen wird auch hier eine Methode angeboten.   
Laut Prospekt rechts hat Gröning "das Wissen über die Aufnahme einer geistigen Heilkraft, den 'Heilstrom' hinterlassen. ... Im Bruno Gröning-Freundeskreis ... können Interessierte und Hilfesuchende kostenlos lernen, den Heilstrom aufzunehmen".   

Abbildung rechts: Rückseite eines Faltblattes, mit dem für eine Veranstaltung am 13.3.2005 in Arnsberg geworben wurde.   
 

 
 
 

Wer war Bruno Gröning?

Bruno Gröning wurde 1906 als Bruno Grönkowski geboren. Er hat keine der angefangenen Berufsausbildungen abgeschlossen und arbeitete als Gelegenheitsarbeiter. Bruno Gröning schreibt in seinem Lebenslauf: "Bereits als Kleinkind wurden in meinem Beisein kranke Menschen vor ihren Beschwerden frei".  "Im Alter von 21 Jahren verheiratete ich mich mit Gertrud Cohn aus Danzig. Dieser Ehe sind 2 Kinder entsprossen, die zwischenzeitlich gestorben sind". Wann diese Kinder gestorben sind, in welchem Alter und warum, erwähnt er nicht. Egon Arthur Schmidt teilt darüber mit:

Während sonst angeblich sein "Beisein" zur Gesundung genügte, hatte Gröning offenbar von seiner Ehefrau verlangt, die Behandlung der "Schulmedizin" abzubrechen. Offen bleibt, woran die Kinder eigentlich gestorben sind.

1953 gründete Gröning den "Bruno Gröning Bund", dessen Präsident er selbst war, der aber offenbar nie ins Vereinsregister eingetragen wurde. Zweck des Bundes war das Einsammeln von Spenden, mit denen seine Verteidigung bezahlt werden sollte. 1954 wurde ein Verbot öffentlicher Auftritte ausgesprochen. 1955 heiratete Gröning in zweiter Ehe die Französin Josette Duossé. 1958 wurde er wegen unerlaubter Heilbehandlung verurteilt. Gröning starb 1959 während einer Operation in Paris an einem Krebsleiden.

 
 

Das Filmplakat: "Gott ist der grösste Arzt".

"Gott ist der grösste Arzt": Wer solche Formulierungen zu Werbezwecken benutzt, macht meist auch mit der Heilkunde verdeckte Geschäfte.
Aus guten Gründen ist Heilbehandlung ohne staatliche Zulassung verboten.
Bruno Gröning ist deshalb verurteilt worden.
Immer wieder versuchen Einzelpersonen und Organisationen, dieses Verbot zu umgehen.
Deshalb erscheint es durchaus angebracht zu sein, ein solches Plakat etwas genauer anzusehen.
 
  
Rechts ein Plakat, mit dem für Februar und März 2005 Filmvorführungen in Herford angekündigt werden. Titel:   
Das Phänomen Bruno Gröning   
Wer der Veranstalter dieser Filmaufführungen ist, das ist dem Plakat nicht zu entnehmen.   
Einziger Hinweis: "gh-film.de".    
www.gh-film.de ist laut Impressum die Website der Firma Grete Häusler GmbH, Oberbruchhausen 3, 53804 Much, Tel.: +49 (0) 2245 / 8559   
Fax: +49 (0) 2245 / 8556, Sitz: Hennef/Sieg, HRB Siegburg 4804, Ust-ID De812123695   
Domaininhaber: Grete Haeusler GmbH, Oberbruchhausen 3, 53804 Much.   
Administrativer Ansprechpartner: Manfred Fortmann, Grete Haeusler GmbH, Oberbruchhausen 3, 53804 Much. Dort ist allerdings in der KlickTel-CD kein Firmenanschluss zu finden, sondern nur der Anschluss 02245-5314 für Christa und Manfred Fortmann.   
In Hennef/sieg ist kein Anschluss für eine Grete Häusler GmbH zu finden. Nur zwei Anschlüsse für Grete Häusler,  02242-81064 und 02242-85820.
Von der Website gh-film.de ist ein Link geschaltet zur Website    
www.bruno-groening.de   
Impressum: Bruno Gröning-Freundeskreis, Fasanenweg 12, 53773 Hennef/Sieg.   
Trägerverein: Kreis für geistige Lebenshilfe e.V., Registernummer: Siegburg VR 1843   
Vorstand: Grete Häusler, Manfred Fortmann.   
Domaininhaber: Kreis fuer geistige Lebenshilfe e. V., Fasanenweg 12, 53773 Hennef/Sieg   
Administrativer Ansprechpartner: Dieter Lüscher, Hüslimattweg 7, CH  5024 Küttigen, Schweiz. 
Unter der Adresse Fasanenweg 12, 53773 Hennef ist in der Telefon-CD kein Verein eingetragen. Einzige Anschlüsse: Grete Häusler,  02242-81064 und 02242-85820 
 
 
 
 
Der vor Jahrzehnten gestorbene Bruno Gröning wird in eine Reihe gestellt mit derzeit aktiven "Heilern"   

In einer Buchwerbung heisst es:   
   

"Der gesamte Tagungsband kann unter das Motto eines Zitats von Bruno Gröning gestellt werden: “Es gibt kein Unheilbar!” "
In diesem Buch wird Bruno Gröning zusammen mit anderen einschlägig bekannten "Heilern" behandelt:   
  
http://www.jupiter-verlag.ch/shop/detail.php?artikel=2   
Buch   Energie und Heilung    
Autor: Diverse    
Beiträge über aussergewöhnliche Heilmethoden   
Mit Vorträgen über Zellular-Medizin - Vita Biosa - Hamers Neue Medizin - Rheumakonzepte - Geistheilung und Bruno-Gröning-Freundeskreis   
Sammelband der Vorträge der Tagung vom 25. Oktober 2002 in Bensheim    
- Durchbruch der Zellular-Medizin, Dr. med. Matthias Rath; erfolgreiches Vitaminprogramm für schwere Krankheiten   
- Wirksame Mikroorganismen für Mensch und Tier - Erfolge mit Vita Biosa, der deutschen Alternative zum japanischen EM, Dr. agr. Helmut Hüsgen   
- Dr. R. G. Hamers Neue Medizin zum wahren Heilsein - innere Wandlung bei Krebs als Alternative zu Chemotherapie und Skalpell, Fürstin Frau Dr.med. Therese von Schwarzenberg   
...   
- Hilfe und Heilung auf geistigem Weg durch die Lehre Bruno Grönings - medizinisch beweisbar, Frau Grete Häusler; Dr.med. Gerhard Blättner, Leiter der Medizinisch-Wissenschaftlichen Fachgruppe; Erfahrungsberichte von Frau Adeline Weiss, Frau Christa Fortmann, Frau Margarethe Mast, Schlusswort von Manfred Fortmann, Dipl.-Ing.   
“Es gibt kein Unheilbar!”   
Der gesamte Tagungsband kann unter das Motto eines Zitats von Bruno Gröning gestellt werden: “Es gibt kein Unheilbar!” Es werden Heilmethoden aufgezeigt, die Hilfe bringen, wo die Schulmedizin ratlos bleibt. So ganz zufällig folgen die Beiträge dabei der Bewegung von unten nach oben, von der Erde zum Himmel, vom Horizontalen zum Vertikalen.    
SFr. 28.00/ EUR 19.00 - ISBN 3-906571-21-1, viele s/w-Fotos, brosch. A5, 144 S 
 
 
 
 

Firmen und Vereine
 
Die Website www.bruno-groening.org enthält Texte in 25 Sprachen.    
Dem entsprechend wird als Signet eine Weltkugel mit einer Gröning-Silhouette davor benutzt. 
Es soll sich also um eine weltumspannende Organisation handeln.
 

Grete Häusler-Film
 
        Eingetragen im Handelsregister Siegburg am 21.7.1995 unter HRA 3039
        für "Margarete Häusler, Hausfrau, Hennef"
        Firmenname der Personengesellschaft "Grete Häusler-Film" mit Sitz in Hennef.
        Gelöscht am 22.01.1997.

Grete Häusler-Verlag
 
        Eingetragen im Handelsregister Siegburg unter HRA 2982
        Verlegt nach Mönchengladbach, dort eingetragen als Grete Häusler-Verlag Nachf. unter HRA 3192
 
 Häusler-Film und Häusler-Verlag sind ab 1.1.1997 angeblich in der neu gegründeten GmbH aufgegangen:
 
 
 

Grete Häusler GmbH

Eingetragen im Handelsregister Regensburg HRB 11300 seit 2009 wegen Sitzverlegung von Hennef nach 93096 Köfering, Goethestraße 17. Die Adresse ist im Handelsregister ausdrücklich eingetragen.
Vorher war die Firma eingetragen im Handelsregister Siegburg  unter HRB 4804, Ersteintrag 25.07.1996
 
Hier die im Handelsregister hinterlegte Gesellschafterliste, geladen am 28.12.2011, Abbildung zum Vergrössern anklicken. Alleiniger Gesellschafter war zu diesem Zeitpunkt demnach der  
    "Kreis für geistige Lebenshilfe e.V., Amtsgericht Siegburg, Register VR 1843", 
Vorsitzender des Vereins: Dieter Häusler, Wohnsitz 93096 Köfering, Goethestraße 17, mit dieser Adresse bereits 1999 in KlickTel eingetragen. 
 
  
Die GmbH wurde 1996 gegründet. Intern hiess es dazu am 1.1.97:   
"Die neue "Grete Häusler GmbH".   
Die Grete Häusler GmbH ist gegründet und wird in den Kreis der geistige Lebenshilfe e.V., Hennef/Sieg (kurz "Kreis") aufgenommen.   
Ab 1. Januar 1997 werden der Grete Häusler-Verlag Nachf. und die Grete Häus!er-Film eigenständige Bereiche innerhalb der GmbH sein."
Dem ist wohl zu entnehmen, dass die beiden Firmen bisher als Einzelfirmen der Grete Häusler betrieben wurden.   
"Die vollständige Kennzeichnung dieser Bereiche lautet: "Grete Häusler GmbH, Verlag" und "Grete Häusler GmbH, Film".   
Der Name der Firma "Grete Häusler GmbH“ (kurz:"GmbH") für Verlag und Film wurde bereits in das Handelsregister eingetragen.    
Für den Freundeskreis (ideellen Bereich) brauchen wir periodisch immer wieder die steuerliche Anerkennung der Gemeinnützigkeit, die durch diese Änderung der Rechtsform leichter erlangt werden kann.   
Die GmbH wird Eigentum des Kreises und als solche von der Vorsitzenden des Kreises, Frau Grete Häusler, geleitet.   
Die Geschäftsführung erfolgt durch den Vorstand des Kreises, Frau Grete Häusler und Herrn Manfred Fortmann. Den Bereich Verlag leitet weiterhin Frau Rosemar Pömpers.   
Wie bei der Gründung des Kreises sollen durch diese rechtliche Umgestaltung keine Änderungen für die Freunde bzw. für den Verlag oder den Film eintreten, nur die Art und Weise der Abrechnung wird sich etwas ändern.   
Spenden für den Freundeskreis und den Film ab 1.1.1997   
Spenden für den Freundeskreis werden weiter wie bisher erbeten und abgerechnet. Aus diesen Spenden wurden bisher neben allen anderen Kosten auch unsere zwei Spielfilme finanziert ("Der Wunderapostel" und der bis jetzt erstellte Teil für den Dokumentarfilm), was mit der GmbH nicht ohne weiteres zulässig ist. Um dies jedoch trotzdem weiterhin zu ermöglichen, wollen wir bei der Finanzbehörde die Filme als ideelle Projekte anerkennen lassen. Jeder Freund kann aber auch direkt an die GmbH für die "Filmförderug" spenden, wenn keine Spendenbescheinigung gewünscht wird."
 
Hier die unterschiedlichen Eintragungen zum "Gegenstand des Unternehmens":
 
ab 24.11.2004 ab 11.8.2004 ab 23.4.96
Die Herstellung und der Vertrieb von Büchern, Sonderdrucken (Bilder, Poster, Kalender u.s.w.), Musikalien aller Art (bespielte Tonträger und Noten), Filmen (Produktionen auf Kinofilm, Video, DVDs u.s.w.) und Verleih an Kinos, eigene Aufführungen u.s.w. sowie sonstige wirtschaftliche Aktivitäten zugunsten des “Kreis für geistige Lebenshilfe e.V.“, Hennef (Sieg), (eingetragen im Vereinsregister des Amtsgerichtes Siegburg unter VR 1843). Die Herstellung und der Vertrieb von Büchern, Sonderdrucken (Bilder, Poster, Kalender usw.) Musikalien aller Art (bespielte Tonträger und Noten), Filmen (Verleih an Kinos, eigene Aufführungen auf Videos, DVDs u.s.w.), sowie sonstige wirtschaftliche Aktivitäten zugunsten des “Kreis für geistige Lebenshilfe e.V.“, Hennef (Sieg) (eingetragen im Vereinsregister des Amtsgerichtes Siegburg unter VR 1843). Die Herstellung und der Vertrieb von Büchern, Tonträgern, Videos, Musikalien aller Art, die Produktion und der Verleih von Spielfilmen sowie sonstige wirtschaftliche Aktivitäten zugunsten des “Kreis für geistige Lebenshilfe e. V., Hennef/Sieg“ (eingetragen im Vereinsregister des Amtsgerichts Siegburg unter VR 1843).
 
 

Geschäftsführer:
Häusler, Grete, Hennef, geb. 1922  und Fortmann, Manfred, Much, geb. 1940, ab Gründung bis August 2004
Prömpers, Rosemarie, Wegberg, geb. 1940 ab August 2004

Einzelprokura: Fortmann, Christa, Much, geb. 1940, ab August 2004
 
 
 

Kreis für geistige Lebenshilfe e.V.

Vereinsregister Amtsgerichts Siegburg VR 1843 Ersteintrag 23.08.1993
Satzung vom 18.04.1993 zuletzt geändert am 07.07.1994
Vorstand seit Gründung: Häusler, Grete, Hennef, geb. 1922 und Fortmann, Manfred, Much, geb. 1940
 
 
 

Konkurrenz-Vereine

Christopher Sauter schrieb am 17.01.2007 unter http://www.heilpraxis.cc/forum/phpBB2/bruno-groening---freundeskreis---sein-leben-t718.html

Über den "Verein der Förderung seelisch-geistiger und natürlicher Lebensgrundlagen in Deutschland e.V." von 1958 ist nichts zu finden. Ob er tatsächlich im Vereinsregister eingetragen war, ist deshalb auch nicht nachzuprüfen.

Ein fast gleichnamiger Verein wurde 1981 gegründet, der

Die Jahreszahl im Vereinsnamen deutet darauf hin, dass es bereits zuvor einen solchen Verein gegeben hat.

Hier der Verein von 1981 von Gründung bis zur Löschung:

Der Verein zur Förderung seelisch-geistiger und natürlicher Lebensgrundlagen in Deutschland e.V. mit Sitz in Rosenheim wurde später eingetragen beim Amtsgericht Traunstein VR 40171.
Seine Website: www.verein-bruno-groening.de
Dort heisst es: "Der Verein wurde am 4.Mai 1958 im Auftrag von Bruno Gröning gegründet."
 
 
 

Verein zur Förderung seelisch-geistiger und natürlicher Lebensgrundlagen
A-9073 Klagenfurt, Österreich
In der Website http://www.groening.at/  heisst es: "Gegründet am 6. Januar 1958 in Anwesenheit von Bruno Gröning".
 
 
 

Bruno Gröning Stiftung
 
In der Website www.bruno-groening-stiftung.org heisst es: "Die Stiftung ist unabhängig und steht in keinem Zusammenhang mit einer anderen Gruppierung um Bruno Gröning."
Der Name des Stifters oder der Stifterin wird nicht genannt.
Aus dem Impresum der Website:

 
 

Websites

 

Prozess um Grönings Nachlass

In dem nachfolgenden Bericht ist zwar von einem Nachlass die Rede, nicht aber von der Erbin, nämlich der Ehefrau Josette Gröning, geborene Duossé.

Dr. Walter Häusler hat  offenbar den Nachlass gekauft, von wem, ist unklar.
Zum Streit von Walter und Grete Häusler um diesen Nachlass schrieb Christopher Sauter am 17.01.2007:
 
Aus: http://www.heilpraxis.cc/forum/phpBB2/bruno-groening---freundeskreis---sein-leben-t718.html von Christopher Sauter  
  • Im Jahr 1979 geht Grete Häusler, die zuvor mehrere Jahre gemeinsam mit ihrem Ehemann Walter diesen Verein geleitet hatte, eigene Wege und gründet den „Bruno Gröning Freundeskreis/Kreis für geistige Lebenshilfe e.V.“ (BGF). 
  • Im Jahr 1981 ruft ihr Ehemann Walter einen weiteren Gröning-Verein ins Leben. 
  • 1984/85: Rechtsstreitigkeiten um den Nachlass (Tonbandkassetten, Fotografien, persönliche Gegenstände) Bruno Grönings zwischen den beiden Noch-Eheleuten Grete und Walter Häusler. 
 

Hier ein Zeitungsbericht über diesen Prozess zwischen den "Noch-Eheleuten" Häusler:
 
General-Anzeiger Bonn 16.4.92   


Ehepaar stritt um Stimme ihres Propheten   
Landgericht entschied salomonisch: Das Glaubensarchiv des Wunderheilers gehört beiden   

Der Lehre ihres toten Meisters Bruno Gröning hängen seine Jünger heute noch an. Glaube und Gotteskraft sollen den Wunderheiler, der den Menschen zu den spirituellen und natürlichen Grundlagen zurückführen wollte, beseelt haben. Der Streit um den Nachlaß wurde jedoch sehr weltlich ausgetragen. Denn der Glaube allein half einem geschiedenen Ehepaar, das zu Grönings treuesten Anhängern gehört, nicht dabei, sich über das Besitzrecht an einem für sie kostbaren Schatz zu einigen. Acht Jahre lang stritten sich die beiden vor dem Landgericht um das Archiv ihres 1959 verstorbenen Propheten: Der Mann hatte es erworben, sie hatte es mitgenommen, und er verlangte es zurück. Denn der Nachlaß ist für einen echten Jünger von unschätzbarm Wert: Auf 80 Tonbändern ist die Stimme des Propheten, seine Lehre verkündend, zu hören. Außerdem umfaßt das Archiv zahlreiche handschriftliche Aufzeichnungen des Wunderheilers, Fotos, Filme, Dias, Prozeßakten und Erfolgsberichte, ganz zu schweigen von den Möbeln des Meisters, seinem Bildnis in Öl und einer Büste Bruno Grönings, der seinerzeit als Wunderheiler von sich reden machte und im In- und Ausland seine Anhänger fand. Sie hängen der Bruno-Gröning-Bewegung heute noch an. Zu der Glaubensgemeinschaft gehören auch die streitenden Eheleute, die davon überzeugt sind, daß Gotteskraft durch ihren Herrn und Meister in besonderer Weise wirksam wurde und ihn in die Lage versetzte, Kranke zu heilen. Der Kläger ist Vorstandsvorsitzender einer Bruno-Gröning-Gruppe im hiesigen Raum, seine Ex-Ehefrau betreut 94 Anhängergemeinschaften. Und vor Gericht pochte er nun auf sein Besitzrecht, da er den Nachlaß 1967 für 4 500 Mark von einem anderen Jünger gekauft habe. Er klagte auf Herausgabe oder aber wenigstens Mitbesitz. Seine 1988 von ihm geschiedene Frau hielt dagegen, damals sei ihre Ehe noch intakt gewesen, und sie hätten immer alles gemeinsam erworben. Sie habe das kostbare Archiv bei ihrem Auszug 1984 mitgenommen, weil ihr Mann nicht sorgsam damit umgegangen sei. Die Entscheidung der 3. Zivilkammer zwingt die beiden nun, Frieden zu schließen, wenn ihnen der Nachlaß ihres Propheten etwas bedeutet: Das Glaubensarchiv gehört ihnen gemeinsam, sie müssen es genauso teilen wie die Prozeßkosten. (rik)

 

Wie das "Archiv" in den Besitz des Verkäufers gelangt ist, war vermutlich nicht Gegenstand des Prozesses. Aber vielleicht gibt das Urteil dazu ja etwas her. Vielleicht auch zu der Frage, weshalb keine Rede von der eigentlichen Erbin ist, der Ehefrau Josette.
Das Urteil ruht im Archiv des Landgerichtes Bonn.

Sicher scheint zu sein, dass der Nachlass die Grundlage für den Aufbau der jetzigen Gruppe aus Firmen und Vereinen war.
Sicher ist auch: Grete Häusler war die alleinige Chefin (>>).
 
 
 

 

 

Grete Häusler gestorben, Nachfolger ihr Sohn Dieter Häusler

Grete Häusler geboren 25.3.1922, gestorben 6.9.2007
 
 Aus: http://www.bruno-groening.org/medien/pressemappe.htm geladen am 7.9.2009 

  • "Heute führt der Bruno Gröning-Freundeskreis das Werk Bruno Grönings fort. Gründerin ist Grete Häusler (1922 bis 2007). 
  • Heute ist der Bruno Gröning-Freundeskreis eine der grössten weltweit tätigen Vereinigungen zur Heilung auf dem geistigen Weg. 
  • Der Bruno Gröning-Freundeskreis wird heute von Dieter Häusler, dem Sohn Grete Häuslers, geleitet."
 

 
Noch zum Grönings Lebzeiten war ein Machtkampf unter den Verwertern seines Namens entbrannt.   

Ob die 1922 geborene Grete Häusler daran beteiligt war, bleibt unklar.   

Sicher ist: Grete Häusler war die alleinige Siegerin und danach Chefin der Gröning-Verwerter. 

 
 
 

 
 

Die Finanzen des Gröning-Kultes

Es ist keine Frage, dass die Grete Häusler GmbH mit Verlag und Filmproduktion erhebliche Umsätze tätigt.
Es wird der Eindruck erweckt, dass die Gewinne der Finanzierung des Vereins zugeführt werden.
Das kann zur Zeit nicht nachgeprüft werden.
Ebensowenig, wie viel eigene Einnahmen der Verein hat, etwa durch Spenden.
 
 
 
 
Bernhard Brünjes 2000: Der "Freundeskreis Bruno Gröning"  

Jeder dritte Bundesdeutsche glaubt daran, dass es Menschen mit übernatürlichen Heilkräften gibt; jeder vierte kann sich vorstellen, in einer Notlage selbst eine solche "Koryphäe" zu konsultieren. Die meisten dieser "Heiler" sind zumindest auf den zweiten Blick als Scharlatane und Betrüger erkennbar, allerdings finden sich auch Ärzte, Apotheker, Psychologen oder Theologen darunter, deren berufliche Qualifikation und Position zunächst eine richtige Einschätzung erschwert. Solange es Wunderheiler gibt, werden der gläubigen Kundschaft die Hände aufgelegt, nach wie vor dreht man ihr wundersam aufgeladene Heilmittel und Schutzamulette an. Nicht wenige drappieren ihre "seriöse Wissenschaftlichkeit" mit übernatürlicher Energie, die durch sie fliesst und als Heilkraft an andere weitergegeben werden kann. Diese Fähigkeit sei ihnen von höherer Warte zuteil geworden.  

Auf einen dieser Heiler -BRUNO GRÖNING und später FREUNDESKREIS BRUNO GRÖNING- soll hier näher eingegangen werden:  

Gröning wurde 1906 in der Nähe Danzigs geboren. Er war verheiratet und Vater von zwei Kindern. Zunächst arbeitete er als Gelegenheitsarbeiter. 1948 unternahm er die ersten Heilungsversuche. 1953 gründete Gröning den "Ring der Freunde und Förderer des Werkes Bruno Grönings" oder "Bruno Gröning Bund", dessen Präsident er selbst war. Zweck des Bundes war der Kampf gegen die Aussenwelt, wie etwa durch das Sammeln von Spenden zur Verteidigung Grönings vor den Gerichten, verstärkte Verbreitung des Gröning'schen Gedankentums und damit verbunden die verstärkte Mitgliederwerbung. 1954 wurde ihm das öffentliche Auftreten in der gesamten Bundesrepublik gerichtlich verboten. Gröning führte seine Tätigkeit jedoch als Gehilfe eines Heilpraktikers weiter. Er sah sich von Gott gesandt und gab an, er heile mit göttlicher Kraft in Erfüllung des Willens Gottes.1958 wurde Gröning erneut der Prozess wegen des Verstosses gegen das Heilpraktikergesetz gemacht. ES KAM ZU EINER VERURTEILUNG, ZU EINER GELDBUßE UND EINER HAFTSTRAFE AUF BEWÄHRUNG.  
Im Januar 1959 starb Gröning in Paris an einem Krebsleiden.  

Viele Menschen sind satanisch und können nur Schlechtes tun.  
Grönings Lehre sagt, dass er die Menschen auf dem göttlichen Weg zur göttlichen Ordnung zurückführen will. Wer vom göttlichen Weg abkommt, der wird krank und macht auch seine soziale Umwelt krank. Zeichen für diesen Missstand ist die weit verbreitete materialistische Lebenseinstellung. In seinem Leben und Werk hat sich Gröning dem Schlechten in den Weg gestellt. Selbst die Kranken, die von den materialistischen Ärzten (Schulmediziner) angeblich aufgegeben worden sind, konnte er "heilen", allerdings mit der Bedingung, von den eigenen krankmachenden materialistischen Gewohnheiten wie Zweifel, Neugier und vor allem der Gedanke an das eigene Leiden abzulassen. "Wer sich mit der Krankheit beschäftigt, hält sie fest und versperrt der göttlichen Kraft den Weg."  Auch Begleitpersonen können durch zweifelnde, ablehnende und zu besorgte Gedanken an das Leiden die "Heilung" stören.  

Gröning bezeichnete sich als Sender einer Heilwelle, die ähnlich einer Radiowelle um die Welt pulst (um 9.00 und um 21.00 Uhr ist sie über Deutschland) auf die sich ein Kranker, analog wie beim Radio, einstellen kann. Zur Verbesserung des Empfangs kann man sich einer von Gröning selbst besprochenen Stanniol- oder Aluminiumkugel bedienen. Vorbedingung für den Empfang ist eine rückenfreie Sitzhaltung, bei der sich weder Arme noch Beine überkreuzen dürfen, um Kurzschlüsse zu vermeiden.  

Grösste Gefahr droht von ungläubigen Angehörigen oder Bekannten, die den "Heilungserfolg" anzweifeln, denn durch Kritik an Gröning können teilweise lebensgefährliche Rückschläge verursacht werden. Das gleiche Los droht all denen, die nach erfolgter "Heilung" von der Lehre Grönings ablassen bzw. die Gruppentreffen nicht regelmässig besuchen.  

Die Ideologie Grönings hat in den letzten Jahren durch sog. "Bruno Gröning-Freundeskreise" eine bemerkenswerte Ausbreitung erfahren. Ihre Zahl ist zwischenzeitlich auf weltweit mit weit über 200 Gemeinschaften und ca. 28 000 Anhängern angestiegen - davon weit mehr als 150 Freundeskreise allein im deutschsprachigen Raum.  

Die Gesamtleitung liegt nunmehr bei der pensionierten Lehrerin GRETE HÄUSLER, die 1950 dem "Wunderheiler" begegnet und von ihm "geheilt" worden war. Eine Fülle von Schriften über Gröning ist inzwischen im "Grete Häusler Verlag" erschienen, ausserdem werden "Schulungsbriefe der Bruno Gröning-Freunde" herausgegeben und es sind mehrere Sammlungen mit Hunderten sog. "Erfolgsberichte" publiziert worden. Selbst Kindern wird durch sog. "Kinderschulungsbriefe der Bruno Gröning-Freunde" die Person Grönings als eine Art Übermensch nahegebracht, als ob es sich bei Gröning um den heiligen Geist handeln würde.  

Die "Erfolgsberichte" der Gröning-Anhänger erzählen nicht nur von Linderung oder Heilung körperlicher Leiden und Krankheiten durch den von Gröning ausgehenden "Heilstrom", sondern legen Zeugnis ab von einer geradezu abgöttischen Verehrung Grönings durch seine Anhänger. Für alles und in jeder Situation kann das blosse Denken an Gröning die Rettung bedeuten.  
Denken an Gröning schützt vor Blitzschlag und Autounfällen.  
Ein neuer Arbeitsplatz oder für die Kleinen ein Kindergartenplatz wird mit seiner Hilfe gefunden.  
Für erfolglos behandelte Tiere und misshandelte Gummibäume hält die Heilkraft Grönings her.  

Zwei "Erfolgsberichte" sollen das Bild abrunden:  

"Gestern kam Victoria blutüberströmt ins Wohnzimmer. Da ich als Mutter gelernt habe, keine Angst aufzunehmen, blieb ich ganz ruhig und nahm Victoria mit ins Badezimmer, um zu sehen, woher das Blut kam. Sie hatte Nasenbluten, weil ihr der Stuhl auf die Nase gefallen war. Eine meiner Töchter holte gleich das große Brunobild. Ich legte es Victoria, die noch blutete auf die Nase und nach einigen Sekunden war die Blutung gestoppt."  

"Victoria hatte sich den Finger eingeklemmt. Er wurde richtig dunkelblau. Wir  
haben ihr ein Brunobild um den Finger gewickelt und nach einer halben Stunde war  
nicht einmal mehr eine Rötung zu sehen."

An diesem Punkt, wo Gröning Macht über ALLE Lebensvollzüge der Betroffenen gegeben wird, vor allem auch wo diese direkt nichts mit einem körperlichen Leiden und seiner Heilung zu tun haben, könnte tatsächlich eine weitere Verfestigung in Richtung einer "Versektung" erfolgen. Auch wenn sich die Gröning-Kreise von den herkömmlichen Sekten NOCH unterscheiden, so ist doch der Personenkult um Gröning und der über den medizinischen Bereich hinausgehende Totalanspruch auf die verschiedenen Lebensbereiche der Betroffenen kaum weniger kritikwürdig.  

Im Bruno Gröning-Freundeskreis wird ein extrem dualistisches Weltbild gepflegt. Alle Dinge des Lebens sind in einem Zusammenhang gut und in einem anderen Zusammenhang schlecht. Diese Sichtweise schränkt den Realitätssinn ein. Man ist auf Bewertungshilfen der Leiter angewiesen, jeder Zweifel und jede Kritik ist schädlich und wird ausdrücklich verboten. Dieses Weltbild soll die Herauslösung aus der sozialen Umwelt und ihrem immunisierenden Einfluss bezwecken. Im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen kommt es zu erheblichen Konflikten und oft zu schmerzhaften Trennungen.  

In dem Handbuch "Kulte, Sekten, Religionen" wird insbesondere auf die medizinischen Gefahren hingewiesen:  

"Gemeinsame Heilserwartungen der Gruppen, Einfluß charismatischer Leitfiguren und die ständige positive Verstärkung durch Erfolgsberichte anderer erzeugen einen Placebo-Effekt. Mögliche Heilungen und Besserungen sind beschränkt auf psychologisch bedingte oder psychogen überlagerte Krankheitsbilder. Diese Begrenztheit wird von den Anhängern nicht gesehen; hierin liegt die medizinische Gefährdung."
Indem das wissenschaftlich nicht nachprüfbare Wirken von Grönings "Heilstrom" nun auch noch durch den Gröning-Gruppen nahestehende Ärzte auf eine Ebene mit wissenschaftlich überprüfbaren Therapien gestellt wird, wird der Totalanspruch auf alle Lebensbereiche bis hin zu den Zimmerpflanzen nochmals gesteigert - obwohl doch die naturwissenschaftliche Medizin selbst schon genug damit zu tun hat, sich von der Utopie, dass alles machbar sei zu lösen! Die Rezeption "unerklärlicher" alternativer Angebote im Namen einer problematischen "Ganzheitlichkeit" ist deshalb nur eine Neuauflage der alten Utopie von der "Machbarkeit" aller Dinge unter esoterischen Vorzeichen.  

Wunder- und Geistheilung ist allemal als Irreführung oder Betrug zu werten, auch wenn die einzelnen Heiler von ihren paranormalen Fähigkeiten und Kräfte überzeugt sein mögen. Der Nachweis solcher Kräfte konnte bislang in keinem einzigen Fall erbracht werden. Die Gefahr von Wunderheilerei besteht in erster Linie darin, dass Kranke im Vertrauen und in Hoffnung auf die angepriesene "höhere Heilung" notwendige diagnostische und therapeutische Massnahmen versäumen oder ablehnen. Ausbleibende Heilung wird nicht dem Heiler angelastet, sondern der eigenen  Unzulänglichkeit. Trotz der Behandlung immer noch krank zu sein, kann dazu führen, dass Patienten sich uneingeschränkt dem Glauben an die Wunderkraft des Heilers hingeben. Solch uneingeschränkter Glauben erklärt die Bereitschaft, für den hanebüchensten Unsinn Geld auf den Tisch zu legen.  

Zum Schluss soll noch einmal Bruno Gröning mit zwei Zitaten zu Wort kommen:  

"Ich sehe nur ein kleines, winziges Menschenhirn. Daß der Mensch damit nicht weit denken kann, ist mir klar!"
"Was will ich überhaupt? Will ich Geld verdienen? Will ich ein reicher Mann werden? Oder will ich den Menschen helfen, will ich ihn gar verrückt machen?"
Quellennachweis:  
Colin Goldner, PSYCHO -Therapien zwischen Seriosität und Scharlatanerie  
Hans-Jürgen Ruppert, Materialdienst EZW 5/96  
Heide-Marie Cammans, Die neuen Heilsbringer  
Kinderschulungsbrief der Bruno Gröning-Freunde, Frühjahr 1994 
 
 
 
 

Presse
 
 
   
Oldenburgische Volkszeitung vom 04.04.01   
Wer nicht an Bruno glaubt, erlebt kein Kribbeln   
Gröning-Freundeskreis warb in Steinfeld für den "göttlichen Heilstrom" /    
Sympathisanten auch in Südoldenburg   
Von Gaby Westerkamp  -   
Oldenburger Münsterland "Lassen Sie Ihren Verstand zu Hause", empfahl Herbert Diedler den rund 40 Zuhörern im Saal, "mit dem Verstand können Sie das hier nicht verstehen." Sanfte Musik ertönt, das Publikum sitzt mit nach oben geöffneten Händen auf den Stühlen und erwartet den "göttlichen Heilstrom", den der 1959 verstorbene Geistheiler Bruno Gröning aus dem jenseits zu den Menschen *sendet. "Bitte nicht die Arme und Beine kreuzen", betont der Heilpraktiker, sonst könne die heilende Energie nicht ungehindert fließen. Dennoch: Kein Kribbeln, keine flutende Wärme - bei mir (und einigen anderen) funktioniert das nicht.Vielleicht fehlt mir auch nur der rechte Glaube daran. Das zumindest vermutet der Bruno-Gröning-Freundeskreis, wenn jemand den Heilstrom des 1906 in Danzig geborenen und in den 50-er Jahren ebenso bekannten wie umstrittenen Heilers nicht zu spüren vermag. Die Freunde wollen die Lehre Grönings weiter tragen. Die international aktive und vielfach als sekten-ähnlich gehandelte Bewegung mit Sitz in Hennef/Sieg gewinnt seit einigen Jahren immer mehr Anhänger. In Deutschland sind es mittlerweile rund 15 000 in knapp 200 festen Ortsgruppen. Eine solche gibt es im Oldenburger Münsterland noch nicht, wohl aber eine Reihe von gläubigen Sympathisantinnen Eine von ihnen hat am Samstag den Info-Vortrag in Steinfeld organisiert. Die Dame war auch für die Musik zuständig, durfte auf dem Weg zum Rekorder jedoch niemals hinter dem Referenten lang laufen: Sie hätte sonst den Kontakt zwischen ihm und dem an einer Tafel hinter ihm hängenden Bild von Gröning gestört. Dieses habe, so behauptete Herbert Diedler, laut Untersuchung eines polnischen Wissenschaftlers eine Strahlung von rund 10 000 Bovis. Der Vechtaer Physik-Professor Klaus Bartels hat von einer Strahlungseinheit namens Bovis allerdings "noch nie etwas gehört" und bezeichnet solche Schwingungen eines Bildes als "objektiv nicht nachweisbar." Spätestens jetzt schaltet sich der verpönte Verstand wieder ein und lässt seinen Besitzer über weitere Erstaunlichkeiten des Vortrags nachdenken: Der Referent präsentiert als "Beweis" für Heilungserfolge namenlose "Dokumente" unerklärlich "genesener" Schwerhöriger (Unbewiesen bleibt, ob die Unterlagen der Hörprüfungen echt sind, welche Ursache den Symptomen überhaupt zu Grunde lag, ob die Patienten auch schulmedizinisch betreut wurden . ..) Überzeugte Gröning-Freundinnen - darunter auch die Steinfelder Organisatorin - berichten zudem von ihren Heilungserlebnissen in Sachen Schuppenflechte, Migräne und Bluthochdruck (die auffällig nach schlichtem autogenen Training klingen).   
"Die Heilung kommt vielleicht nicht sofort, aber sie kommt bestimmt", beharrt Diedler, und zwar bei jeder Krankheit. Nur sich selbst' konnte Bruno Gröning nicht helfen: Er starb an Magenkrebs - sagten die Ärzte .Seine Anhänger sind überzeugt, ihr Meister sei an seinem Heilstrom, innerlich verbrannt. Die göttliche Energie habe sich in ihm gestaut, weil man ihm das Heilen verboten hatte. Das kann man in der Tat mit dem Verstand nicht begreifen.   

<Bild siehe Anlage>   
Gröning vor Gericht: Wegen fahrlässiger Tötung wurde der Geistheiler (rechts und kl. Bild) zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er sollte eine 17-jährige Tuberkulose-Patientin vom Arztbesuch abgehalten haben. Der Beschuldigte legte Berufung ein. Als er starb, wurde das Verfahren eingestellt.   
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Kolummne:   

Den Verstand nicht zu Hause lassen   

Von Gaby Westerkamp   
Die Passauer Neue Presse berichtete am 3 1. Juli 2000 vom Tod einer 50-Jährigen, die an einer "Allerweltskrankheit" starb, weil sie jede ärztli che Behandlung ablehnte. Die Frau glaubte an die Gröning'schen Heilkräfte. Ein fester Glaube an die Genesung mag bei psychosomatischen Beschwerden durchaus helfen. Bei Wasseransammlungen im Körper offensichtlich nicht.   
Auch bei anderen Krankheiten ist Skepsis angebracht. Der universelle Heilsanspruch der Gröning-Freunde sollte Zweifel wecken. Das "Sich-Einstellen", wie der Kreis das Meditieren zum Heilstrom-Empfang nennt, ist nicht mehr als ein die Psyche beruhigendes, autogenes Training und kann deshalb auch nicht mehr. Auch wenn die Medizinisch-Wissenschaftliche Fachgruppe des Freundeskreises unzählige "unerklärliche" Heilungen beweisen will: Die Tatsache, dass sich Ärzte ein Phänomen nicht erklären können, ist noch kein Beweis für das Wirken eines Heilstromes. Zumal diese wundersamen Genesungen niemals von unabhängigen Fachleuten geprüft wurden.   
Bruno Gröning wird in der Lehre des Freundeskreises ein Messias-ähnlicher Status als Brücke zwischen Gott und den Menschen eingeräumt. Ihm sind Bücher, Filme, ja sogar Choräle gewidmet, die bei den alle drei Wochen anberaumten Gruppentreffen gesungen werden.   
Viele Kritiker sehen der Vereinigung eine Sekte. Die Anhänger selbst wollen davon nichts wissen. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann ja einmal die Internet-Homepage der Bewegung besuchen (www.brunogroening.de), sollte sich jedoch aus kritischen Quellen informieren. Und dabei den Verstand nicht zu Hause lassen.   
0 Lesenswert: Reller/Krech/ Kleiminger - Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen, Gütersloher Verlagshaus 2000.   
Internet-Tipps zurn Thema: www.sensjs.berlin.de/ familie/sekten;    
www.sekten. dioezese-trier.de/kinfos/groening; www.ref.ch/zh/infc)ksr/groening; www.ksa-hamm.de/sekten/publikationen; www. atheismus-online.de/religionen/sekten. Füttern Sie doch mal eine Suchmaschine mit dem Begriff "groening". Allein im deutschsprachigen Raum gibt es Über 2000 Websites über den Wunderheiler.   
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Leserbrief:   

Heilung oder nur Placebo-Effekt?   

Zum Leserbrief von Helmut Luft "Freundeskreis ist keine Sekte":   

Helmut Luft schrieb, beim Bruno Gröning Freundeskreis (BGF) handele es sich auf keinen Fall um eine Sekte, weil jeder bei seiner religiösen Überzeugung bleiben könne. Es gebe keinerlei Verpflichtungen, sondern der Freundeskreis trage sich durch freiwillige Spenden. Um diese "Freiwilligkeit" beurteilen zu können, muss man ein wenig über den Freundeskreis wissen.   
Kritische Autoren sehen eine akute Gefahr für kranke Menschen, die zugunsten Grönings auf medizinische Behandlung verzichten. Die verzweifelte Hoffnung von Schwerstkranken, die verständlicherweise den Versprechungen zur Heilung Glauben schenken möchten, schränken die freie Selbstbestimmung und gesunde Kritikfähigkeit erheblich ein. Die hier von Herrn Luft propagierte "Freiwilligkeit" von Spenden ist eine Essenz dieser Mechanismen.   
Andrea Küpker, Damme 

 
 
 
 
Das Churer Kinocenter zeigt an zwei Sonntagen den Film "Der Wunderapostel" -    
dieser wurde produziert vom "Bruno Gröning Freundeskreis".   
Die Südostschweiz vom 19.1.01   
«Nicht ganz harmlos und nicht ungefährlich»   
Kinocenter in Chur zeigt umstrittenen Sekten-Film «Der Wunderapostel»   

Das Churer Kinocenter zeigt an zwei Sonntagen den Film «Der Wunderapostel». Dieser wurde von der sektenähnlichen Gruppierung Bruno Gröning Freundeskreis produziert. Kinobetreiber Emil A. Räber sieht aber keinen Grund, den Werbefilm der Gruppierung, die in der Schweiz schätzungsweise 2000 Mitglieder zählt, aus dem Programm zu kippen.   

VON FLORIAN JöRG   

Auf den ersten Blick tönt der Titel ganz harmlos: «Der Wunderapostel». Laut Werbeprospekt ist «Der Wunderapostel» ein Film «voller Schönheit, Weisheit und Tiefe». Einfach tönt auch die Botschaft: Der Film nach dem gleichnamigen Roman von Hans Sterneder spielt um 1890 in Deutschland und erzählt die Geschichte des Geigenvirtuosen Beatus Klingohr. Dieser landet nach einem schweren Schicksalsschlag auf der Strasse, bis er einem Mann, einem «Wunderapostel» begegnet und sich sein Leben ändert.  «Der Wunderapostel» ist am Sonntag, 21., sowie am Sonntag, 28. Januar, jeweils um 10.30 Uhr in einer Matinee im Kinocenter Chur zu sehen. Regie im 1993 gedrehten Film führt Thomas Busse, der gleich auch als Hauptdarsteller amtet.   

Umstrittener «Wunderheiler»   
Ganz so harlmos wie es auf den ersten Blick aussieht, ist der Film allerdings nicht. Wie Recherchen der SO ergaben, wurde der Film von der sektenähnlichen Gruppierung Bruno Gröning Freundeskreis produziert. Produzent und Vertreiber des Film ist der Grete-Häusler-Verlag in Deutschland. Grete Häusler führt als Präsidentin auf Lebzeiten den Bruno Gröning Freundeskreis, der 1979 gegründete wurde und auf den angeblichen «Wunderheiler» Bruno Gröning (1906 -1959) zurückgeht. Thomas Busse, Regisseur des «Wunderapostels», ist Häuslers Schwiegersohn. Die Evangelische Informationsstelle Kirchen-Sekten-Religionen in Greifensee (Zürich) stuft den Bruno Gröning Freundeskreis als «nicht ganz harmlos und nicht ungefährlich» ein, wie Georg Otto Schmid gestern auf Anfrage erklärte. Mitglieder würden sich von Freunden abschotten und jeden Kontakt einstellen. «Diese Abschottung ist es denn auch, die bei den betroffenen Angehörigen, zu welchen der Kontakt nicht mehr gewünscht wird, zur Wahrnehmung des Freundeskreises als Sekte führt», erläuterte Schmid. «Der Wunderapostel» sei ein «Werbefilm» der Gruppe, der daneben mit Broschüren und Büchern aus dem Grete-Häusler-Verlag für sich wirbt und sich mit dem Verkauf von Gröning-Fotos finanziert. An den Filmvorführungen würden zudem Werbung für die neureligiöse Gruppierung gemacht.   

2000 Mitglieder in der Schweiz   
Die Informationsstelle Kirchen-Sekten-Religionen warnt vor der neureligiösen Gruppierung: Es gäbe durchaus «zahlreiche besorgte Angehörige», die erzählen, dass Mitglieder ihre sozialen Kontakte opfern. Zudem ist die Gruppe in den letzten Jahren auf starkem Expansionskurs. «Der Bruno Göring Freundeskreis stellt infolge seiner missionarischen Ausrichtung eine stark wachsende Bewegung dar», wie es in einer im Internet veröffentlichten Dokumentation der Informationsstelle heisst. Weltweit wurden 1998 rund 700 lokale Gemeinschaften mit über 30 000 Mitgliedern gezählt. In der Schweiz existierten vor zwei Jahren 31 Gemeinschaften mit rund 1200 Freunden. Inzwischen sei die Anzahl auf schätzungsweise 2000 Mitglieder angewachsen, präzisierte Schmid. Damit gehöre der Freundeskreis neben Scientology und dem Verein für psychologische Menschenkenntnis zu den «grössten Gruppe» in der Schweiz.   

Keine Einwände gegen den Film   
Der Churer Kinounternehmer Emil. A. Räber sieht allerdings keinen Grund, den Film nicht einem breiten Publikum zu präsentieren. «Den Churer Kinos sind keinerlei Einwände filmtechnischer oder filmrechtlicher Art gegen den Film 'Der Wunderapostel' bekannt», meinte Räber auf Anfrage. «Aus diesem Grund gibt es auch keine Veranlassung, den Film nicht zu zeigen.» «Der Film wurde auf Publikumswunsch hin ins Programm aufgenommen», hält der Kinounternehmer fest und stellt klar: «Die Churer Kinos sind in Religionsfragen absolut neutral und haben keinerlei Beziehungen zu der Gruppierung Bruno Gröning». Laut Räber haben Abklärungen ergeben, dass der Film in diversen Schweizerstädten im Rahmen des Kinoprogramms vorgeführt wurde, so zum Beispiel in Biel, Thun, Wil und während mehreren Wochen täglich in Luzern. Dies bestätigt auch die Schweizer Geschäftsstelle der Grete Häusler GmbH Film: «Der Film wurde in den letzten zwei Jahren an 58 Vorstellungen vor rund 2000 Besuchern gezeigt.» Dabei sei keine Werbung für den Bruno Gröning Freundeskreis gemacht worden und zudem sei «Der Wunderapostel» kein Werbefilm des Freundeskreises, schreibt die Grete Häusesler GmbH Film. Entgegen den Empfehlungen des Verleihers haben die Churer Kinos aber das Zutrittsalter (6 Jahre) auf 12 Jahre fixiert und würden es nun auf 16 Jahre erhöhen, erklärte Räber, nachdem ihn die SO mit ihren Recherchen konfrontierte. Zudem hätte er mit dem Verleiher vereinbart, den Film vorgängig zu visionieren.

 
 
 
 
Deister- und Weserzeitung DEWEZET 23.2.2000  

Wunderheiler in Hamelner Kurie:  
"Das ist eine schlimme Sache“  
Sektenbeauftragte warnt vor Verstanstaltung des Bruno-Gröning-Freundeskreises  

ZUM THEMA  

Das ist der Freundeskreis  
Der BGF hat sich 1979 unter Grete Häusler organisiert und predigt die Wunderheilung mittels eines Heilstroms analog zu Radiowellen, wie ihn angeblich der Gründer, der 1959 verstorbene ungelernte Arbeiter Bruno Gröning besessen hat. "Geweihte“ Gegenstände wie Stanniolkugeln, Steine oder Krücken werden auf den Körper gelegt, Schmerzen dürfen auf keinen Fall vom Arzt behandelt, Medikamente nicht genommen werden. Und: Um gesund zu sein, muss man den Kontakt mit "satanischen“ Menschen meiden, sich notfalls trennen.  
   

Hameln (CK). Die Veranstaltung, die am Freitag, 3. März, in der Kurie Jerusalem stattfinden soll, verspricht vor allem eins: Gesundheit. In Wirklichkeit allerdings befürchten Kritiker, dass sie in erster Linie krank macht. Denn der Veranstalter - der "Kreis für geistige Lebenshilfe e.V.“, eine der wichtigsten Organisationen des "Bruno-Gröning-Freundeskreises“, kurz BGF - wird von den Sektenbeauftragten der Kirchen als außerordentlich bedenklich eingestuft.  

Und das offenbar nicht ohne Grund: BFG verspricht Wunderheilungen selbst von Schwerstkranken auf der Grundlage von "Reliquien“, Gegenständen, die der 1959 verstorbene Gründer zu Lebzeiten berührt hat. Erfolg hat das Verfahren angeblich aber nur dann, wenn der Betreffende nicht den Hauch eines Zweifels an der Wirksamkeit hegt und jede Person in seinem Umfeld bedingungslos an die abstrusen Heilmethoden glaubt und - ganz wichtig - selbst bei starken Schmerzen nicht zu einem Schulmediziner geht.  

Pastorin Gisela Hessenauer von der Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen. der evangelisch-lutherischen Landeskirche beobachtet BGF denn auch argwöhnisch. "Dieser Kreis ist verdächtig. Da wird auch in schlimmsten Fällen vollmundig Heilung versprochen, wenn der Patient nur die genannten Bedingungen erfüllt. Klappt es nicht, hat sich der Kreis natürlich schlau aus der Affäre gezogen, weil er stets dem Hilfe Suchenden oder dessen Umfeld die Schuld geben kann.“  

Kranke sollen ihre Familien zerstören  

Versagt die Wunderheilung, hat der Kranke Schuld. Die Sektenbeauftragte: "Den Leuten wird dann nahe gelegt, Beziehungen aufzugeben. Das ist eine schlimme Geschichte.“ Sie jedenfalls kennt nach eigenen Aussagen "viele Fälle“, wo Betroffene wegen des Bruno-Gröning-Freundeskreises ihre Familien zerstört hätten oder aber diese diskriminiert worden seien.  

Offenbar war die Stadtverwaltung sich auch nicht sicher, an wen sie die Kurie denn eigentlich vergibt. Jedenfalls hatte ein Vertreter der Stadt im Vorfeld bei der Ordnungsabteilung und auch beim Staatsschutz Erkundigungen über den ominösen Mieter BGF eingezogen - ohne Erfolg allerdings, es lagen keine (strafrechtlichen) Erkenntnisse ,vor. "Und deshalb“, so Heike Hinz, die für die  Vermietung zuständige Abteilungsleiterin, "hatten wir keine Handhabe, die Vermietung dieses öffentlichen Gebäudes zu verweigern.“ Auf Bitten der Stadt allerdings wird Dr. Helga Tödt, Leiterin des Gesundheitsamtes und eine der vom BGF viel geschmähten Schulmedizinerinnen - einen Beobachter zu der Veranstaltung am 3. März schicken. Möglicherweise findet die Stadt dann Mittel, um weitere geplante Vorträge zu unterbinden. 

 

  

Westline 15./16.5.00   


Zweifelhafter Vortrag über Wunderheiler   

(wegi) - Den "Heilstrom" konnten die Besucher bereits bei der Informationsveranstaltung aufnehmen: Mit parallel-gestellten Beinen und den Händen auf den Oberschenkeln verfolgten rund zehn Interessierte am Samstag Vormittag im Bürgerhaus Stockum einen zweifelhaften Vortrag über die Lehre von Bruno Gröning. Beim Auftritt dieses "Wunderheilers" warfen einst Lahme ihre Krücken weg, Blinde konnten wieder sehen.   

Der Heilpraktiker Herbert Diedler aus Coesfeld berichtete zunächst aus dem Leben von Gröning (1906 bis 1959) und stellte anschließend dessen Lehre vor, die davon ausgeht, dass es eine höhere Kraft gibt, die helfen und heilen kann.   

Diedler erklärte, er sei vor zweieinhalb Jahren zum "Freundeskreis" gekommen. Bereits nach dem Besuch eines Vortrages sei er von Schmerzen im Unterleib geheilt worden. Doch er war nicht der einzige "lebende Beweis" für die angeblich "medizinisch beweisbare" Lehre: Drei Fragen erklärten den Anwesenden, wie sie von einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung, zu hohem Blutdruck und Verschließerscheinungen an den Knochen geheilt wurden.   

"Wir sind keine Sekte", stellte Diedler klar, von der Konfession hänge es nicht ab, die "Heilkraft des Herrgottes" treffe alle, die daran glauben. Da im Freundeskreis nicht behandelt wird ("Ihre Krankengeschichten interessieren uns nicht!") riet er, weiterhin die Ärzte aufzusuchen und verordnete Medizin weiter einzunehmen. "Aber wenn sie die Medikamente nicht mehr einnehmen, dann brauchen sie sie auch nicht mehr!"   

In der Darstellung der Person von Bruno Gröning waren Parallelen zu Jesus Christus unverkennbar. "Geben Sie mir Ihre Sorgen und Krankheiten, ich kann sie für sie tragen", zitierte Diedler und meinte: "Das macht er für alle Menschen, die ihn darum bitten - er trägt sie für uns aus!"   

Der Heilpraktiker, der selbst verschiedene Therapien in seiner Praxis anbietet, machte wiederholt deutlich, dass niemand zu etwas gezwungen werde. Der Vortrag selbst reiche aber natürlich nicht aus, um die Lehre detailliert darzustellen. Deshalb verwies er auf die "Gemeinschaftsstunden". Und natürlich gab es im Bürgerhaus mehrere Tische voller Bücher, Videokassetten und CDs, die man kaufen konnte.

  

  

General-Anzeiger Bonn 19.12.98   


Gefährliche Versprechen aus dem Jenseits   
HElLER   
Der Bruno-Gröning-Freundeskreis wirbt im Rhein-Sieg-Kreis verstärkt neue Mitglieder   
Heilstrahl soll helfen.   
"Kampf zwischen Gut und Böse“ im Körper des Kranken   
Von Andreas Helfer   

RHEIN-SIEG-KREIS. Anfang der fünfziger Jahre hatte der Wunderheiler Bruno Gröning seine große Zeit, spektakuläre Spontanheilungen geisterten durch die Medien. Kurz vor seinem Tod soll er versprochen haben, daß sein "Heilstrahl“ auch über den Tod hinaus aktiv bleibe. Seit Ende der achtziger Jahre wird der Kult um den umstrittenen Gröning wiederbelebt. Die Zentrale des Bruno-Gröning-Freundeskreises ist in Hennef. Nach Angaben des Freundeskreises glauben das heute 28 000 Menschen in aller Welt, auch dank einer "medizinisch-wissenschaftlichen Fachgruppe“ mit angeblich 2 000 Ärzten, Fachärzten und Heilberuflern.   

In einem Rollstuhl sitzt ein etwa sechzig Jahre alter Mann. Zusammengekrümmt, ohne Kontrolle über seine Gesichtszüge, ab und zu versucht er, sich den Speichel aus den Mundwinkeln zu reiben. Eine Hand ruht auf dem Oberschenkel, die Oberfläche weist nach oben.   

Er ist in die Lohmarer Villa Friedlinde gekommen, weil hier heute abend der Heilstrahl Bruno Grönings erwartet wird. Etwa vierzig "Freunde“ und "Neue“ haben sich versammelt, um an der Einführung von Gisela Römer in die Lehre teilzunehmen. Viele sind älter, im Pensionsalter, einige sind bereits am Samstag im Aueler Hof in Wahlscheid gewesen, wo es eine Einführungveranstaltung mit 70 Teilnehmern gegeben hatte. Auch dort war die Atmosphäre so sakral, auch dort hatte der Raum nach dem gleichen Duftöl gerochen.   

Römer erklärt zunächst, wie man sich auf den Heilstrahl "einstellt“: Entspannt solle man sich hinsetzen, Beine und Arme und auseinander, damit es nicht zu einem Stau der Energie komme. Über die Handflächen empfange man - wie ein Radio den Sender - die Heilenergie. Ohne jeden Widerspruch setzt sich das Publikum so hin, wie es verlangt wird. Musik wird abgespielt, ein Stück, das sich langsam mit Streichern aufbaut, bevor es in einem Crescendo endet. Alles erinnert an ein abgespecktes autogenes Training.   

Ein sanfter, ganz einfacher Mann sei Gröning gewesen, habe als Kind schon kranke Haustiere geheilt, als Soldat im Zweiten Weltkrieg auf niemanden geschossen und niemals Geld für seine guten Taten nehmen wollen, berichtet Römer mit sanfter Stimme. Am Eingang werden die Publikationen des Grete-Häusler-Verlags verkauft: Kalender mit Gröning vor idyllischen Alpenlandschaften, Gröning im Goldrahmen, Zeitschriften und gesammelte Werke. Grönings Bild hängt. an der Wand, auch mit ihm sei schon geheilt worden, wenn man es auf das erkrankte Organ gelegt habe, so die Leiterin. Bruno habe hinterlassen, daß man die Kraft morgens und abends um 9 Uhr am besten empfangen könne, wie einen Radiosender. Die Heilung praktisch aller beliebigen Krankheiten könne allerdings zu Schmerzen, den sogenannten "Regelungen“ führen. Und wer nicht gesund werde, der habe nicht fest genug geglaubt, so einfach ist das. Die Lehre ist religiös motiviert: Bei den Regelungen kämpft das Gute im Körper gegen das Böse, Gott gegen den Satan. Wer den Kampf gegen das Böse aufnimmt, der glaubt an seine Gesundheit und spricht überhaupt nicht mehr von Krankheit.   

Dabei geht es bei der Sitzung um nichts anderes. Die Leiterin der Freundeskreise Siegburg und Hennef, Ursula Berse, tritt zum Heilungsbericht an. Sie macht tatsächlich einen kerngesunden Eindruck. Vor einigen Jahren noch habe sich in ihrem Körper ein beeindruckendes Sammelsurium an Krankheiten angehäuft. Rheuma und Asthma habe sie gehabt, dazu noch einen schweren Herzfehler, multiple Sklerose und Muskelschwund.   

Nachdem sämtliche Ärzte komplett versagt hätten, sei sie das erste Mal beim Freundeskreis und bei der Leiterin Grete Häusler zu Besuch gewesen. Kalt sei ihr da geworden, eisigkalt, was sie zunächst aufl die ungeheizte Wohnung zurückgeführt habe. Dabei habe sich so der Heilstrahl als Kältestrom gezeigt. Berse saß direkt an der Quelle: Häusler hatte Gröning noch persönlich gekannt.   

Zunächst habe aber der Heilstrahl Berse noch nicht geholfen. Die Beschwerden seinen gar schlimmer geworden. Dann sei sie ein zweites Mal bei Häusler gewesen. Die habe ihr erklärt, daß sie sich nicht richtig einstellen könne, daher habe sie auch keine "Regelungsschmerzen“ , sondem sei nach wie vor krank. Endlich habe sie sich besonnen, dann "zwei große Tüten mit den ganzen Medikamenten gepackt.“ Als ihr Sohn die Pillen in der Apotheke entsorgt habe, sei sie innerhalb von acht Tagen gesund geworden.   

Die Heilungsberichte gehören zu jedem Treffen des Freundschaftskreises. In Lohmar berichtete eine junge Frau von der Heilung einer "Herzmuskelentzündung“, im Aueler Hof eine andere Frau von einer jahrelangen, schweren Migräne, die nach dem Besuch einer Sitzung verschwunden sei. Berse wirkt selbstbewußt, will beeindrucken, Römer ist bescheidener: Aber sie sei auch nur von einem Herpes geheilt worden, der ihre Nase befallen hatte.   



ZUR PERSON   
Bruno Gröning   
Gröning wird 1906 in Danzig als Sohn eines Maurerpoliers geboren. Mit seiner Frau Gertrud hat er zwei Söhne: Harald stirbt 1940, Günther im Alter von neun Jahren 1947 an den Folgen von Rippenfellentzündung und Knochentuberkolose. 1948 heilt Gröning angeblich im hessischen Dillenburg die Nichte seiner Haushälterin. Kurz darauf kümmert er sich in Herford um den achtjährigen Dieter Hülsmann, der an Muskelschwund leidet.   

Der Junge kann nach der Behandlung wieder einige Schritte laufen. Ärzte erklären das Krankheitsbild des Jungen jedoch für unverändert. Zeitweilige Verbesserungen und Verschlechterungen gehörten dazu. Sensationsberichte locken dennoch bis zu 5 000 Heilsuchende nach Herford. Im September 1949 kommen bis zu 30 000 Menschen auf den Traberhof in Rosenheim. 1953 gründet der Wunderheiler den "Bruno-Gröning-Bund“ in Stuttgart.   

Die Mitglieder werben Novizen und sammeln Spenden zur Verteidigung Grönings vor den Gerichten. Nach mehreren Verfahren wegen unerlaubter Ausübung der Heilkunde und Körperverletzung wird Gröning 1954 das öffentliche Auftreten in der Bundesrepublik verboten. Groning verteilt geweihte Stanniolkugeln: "Alles, was ich berühre, nimmt meine Kräfte auf“. 1955 stirbt Dieter Hülsmann sechzehnjährig an den Folgen seiner Krankheit.   

1957 folgt der zweite Prozeß vor dem Landgericht München II, nachdem ein 18jähriges Mädchen gestorben ist. Gröning wird wegen fortgesetzter unerlaubter Heilpraktikertätigkeit zu 2000 Mark Geldstrafe, ersatzweise 100 Tagen Gefängnis verurteilt. Vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung spricht ihn das Gericht frei.   

Der General-Anzeiger schreibt am 2. August 1957: "Zum Tode von Ruth Kuhfuß erklärte das Gericht, als Todesursache sei einwandfrei Tbc festgestellt worden. Gröning habe jedoch durch seine Äußerung zu Vater Kuhfuß, er werde die Heilung übernehmen, einen ursächlichen Zusammenhang mit dem Tod des Mädchens geschaffen. Außerdem sei nach Überzeugung des Gerichts der Tod dadurch früher eingetreten, daß es auf Veranlassung Grönings nicht in das ursprünglich vorgesehene Sanatorium geschickt wurde.“ 1958 folgt eine Geldstrafe von 5 000 Mark mit acht Monaten Gefängnis zur Bewährung.   

1959 stirbt Gröning an den Folgen von Krebs. Er hinterläßt ein Vermächtnis: "Sterben müssen alle Menschen, ich auch, aber ich werde nicht tot sein. Und wenn man mich dann ruft, komme ich und helfe weiter, so Gott will.“   
hlf   



"Gröning wird als Messias verherrlicht“   
INTERVIEW   
Heide-Marie Cammans, Leiterin des Sekten-Infos in Essen, und ihre Erfahrungen mit dem Freundeskreis   
Heide-Marie Cammans ist seit 1984 Leiterin des Sekten-Infos in Essen. Sie hat die Beobachtung gemacht, daß der Bruno-Gröning-Freundeskreis seine Aktivitäten bundesweit verstärkt.   

GA:  Ist der Bruno-Gröning-Freundeskreis eine Sekte?   
CAMMANS: Wir sind mit dieser Bezeichnung vorsichtig. Eine Sekte ist zunächst eine Abspaltung von einer bestehenden Glaubensgemeinschaft. Das ist nichts Negatives. Die religiöse Komponente des Freundeskreises ist allerdings nicht zu übersehen: Bruno Gröning wird praktisch als Messias verherrlicht, der noch vor Jesus Christus für ein universelles Heilsversprechen steht.   

GA:  Welches Klientel spricht der Freundeskreis an?   
CAMMANS:  Zum einen geben die "Jünger“ Bruno Grönings Antworten auf ganz existentielle Fragen, Hilfestellung für Menschen, die sich auf die Suche nach Glauben und Lebenssinn begeben haben. Oft fühlen sich psychisch labile Menschen angesprochen. Andererseits erwarten kranke Menschen eine konkrete Wunderheilung. Der Freundeskreis bietet ein ganz einfaches dualistisches Weltbild an: Es gibt nur das Gute, verkörpert in Bruno Gröning und seinem "gottgegebenen Heilstrahl“, und das Böse, dem sich der kranke Mensch ausgeliefert hat. Nur der Gläubige kann gesund werden.   

GA: Wie gefährlich ist die Aktivität des Freundeskreises?   
CAMMANS: Akute Gefahr besteht für kranke Menschen, die zugunsten Bruno Grönings auf medizinische Behandlung verzichten. Die Leiter verlangen dies zwar nicht explizit, legen es aber durch Berichte von Heilungen nahe. Krankheiten werden umgedeutet, Schmerzen zu "Regelungschmerzen“ erklärt und als Heilungserfolge interpretiert.   

GA: Droht seelische Abhängigkeit?   
CAMMANS: Ich habe einige Leiter des Freundeskreises als durchaus sympathische, warmherzige Menschen erlebt. Vordergründig. Wer in einem solchen Umfeld Kritik übt, wird schnell zum Verräter, der sogar die Heilungsprozesse seiner Freunde gefährden kann. Erwartet wird die Unterwerfung unter ein geschlossenes Weltbild, was für die Betroffenen katastrophale Folgen haben kann. Oft wird die seelische Veränderung kaum wahrgenommen, später kann die ganze Familie daran zerbrechen. Der einzige soziale Kontakt bleibt oft die Gemeinschaft.   
GA: Der Freundeskreis ruft bei Veranstaltungen zu Spenden auf....   
CAMMANS: ... und scheint sich damit teilweise finanzieren zu können. Hinzu kommen die Erträge aus dem Grete-Häusler-Verlag. Die Aktivitäten des Kreises sind kostspielig: Missionsreisen nach Rußland, Afrika, Australien oder China, die Miete für Veranstaltungsräume oder Stände auf Esoterikmessen. Zudem scheinen die Mitglieder sehr viel Freizeit in den Freundeskreis zu investieren.   

GA: Wie kann man den Betroffenen helfen?   
CAMMANS: Sektenrmtglieder befinden sich meist in einer äußerst komplizierten Situation; oft war eine Lebenskrise Grund für den Eintritt. Familienmitglieder oder Freunde sollten nie mit überzogener Kritik oder persönlichen Angriffen einen Ausstieg erzwingen. Es braucht viel Einfühlungsvermögen und Verständnis, um den Betroffenen die Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Wer das nicht aufbringen kann, macht sich schnell zum Vertreter der von den Sekten abgelehnten Gegenwelt.   

Literaturtip:   
Heide-Marie Cammans:   
Sekten - Die neuen Heilsbringer?   
Ein Handbuch.   
Patmos Verlag 1998, ISBN: 3-491 -72385-X, Preis 44,80 Mark.   
Das Sekten-Info Essen ist unter 02 01/23 46 46, Fax 20 76 17 zu erreichen.

  

 
 
Stuttgarter Zeitung vom 2.4.01   


700 suchen Heilstrom   
Vortrag der Gröning-Freunde   

Hunderte von Menschen haben ihren Sonntagnachmittag im Kursaal von Bad Cannstatt verbracht. Dort warben Ärzte aus dem Bruno-Gröning-Freundeskreis für die "Heilung auf geistigem Weg''. Kritiker bezeichnen den Freundeskreis als Sekte und warnen.   

Von Julia Schaaf   

"Internationale Ärzte-Fachvortragsveranstaltung'' hieß es auf den Plakaten und Flugblättern, die etwa 700 Menschen nach Bad Cannstatt gelockt hatten. Tatsächlich war der Bruno-Gröning-Freundeskreis gestern augenscheinlich bemüht, die eigene Überzeugung vom Wirken des "göttlichen Heilstroms'' medizinisch zu untermauern. Die "Vorträge'' folgten zu diesem Zweck einem schlichten Muster: Verschiedene hierfür eingeladene Personen skizzierten ihre nach ärztlicher Diagnose angeblich unheilbaren Leiden - von Verstopfung und Schwerhörigkeit bis hin zu Depressionen und Herzerkrankungen.   

Dann behaupteten sie, durch den Kontakt zum Bruno-Gröning-Freundeskreis genesen zu sein. Die sieben Humanmediziner auf dem Podium erläuterten diese Befunde anschließend aus ihrer Sicht. Krankenberichte und Testergebnisse, die an die Wand projiziert wurden, sollten die hoffnungslosen Diagnosen sowie die Gesundung belegen. Dabei verwendeten die Ärzte eine Vielzahl von Fachbegriffen. Diese machten es einerseits für Laien schwierig, den Ausführungen zu folgen, gleichzeitig suggerierten sie jedoch medizinische Autorität. Die Formulare an der Wand konnten nur von den vorderen Plätzen aus gelesen werden. Der Tenor war in allen Fällen: "Es ist mir als Arzt nicht möglich, Ihnen diese Heilungen zu erklären.'' Beispiele aus der Tiermedizin sollten überdies belegen, dass die Heilungen nicht auf "Suggestion'' oder "starkem Willen'' beruhen könnten.   

Der umstrittene Geistheiler Bruno Gröning (1906 bis 1959) gilt seit einer angeblichen Wunderheilung 1948 als Vermittler göttlicher Heilskräfte. Matthias Kamp aus Hamburg, der Leiter der "Medizinisch-Wissenschaftlichen Fachgruppe'' des weltweit operierenden Freundeskreises, ermunterte gestern das Publikum, die "göttliche Kraft'' während der Veranstaltung selbst "zu spüren''. Er forderte deshalb dazu auf, Arme und Beine nicht zu überkreuzen und nicht an Krankheit oder Sorgen zu denken. Vor und nach den Vorträgen wurde langsame Streichmusik vom Band gespielt. Die Teilnehmer legten die geöffneten Handflächen auf die Beine. Einige waren gekommen, weil sie sich allgemein für Esoterik interessieren, andere suchten nach Linderung für chronische Schmerzen. Einzelne verließen die fünfstündige Veranstaltung schon früh. Sie vermuteten eine "Sekte'', waren unzufrieden mit der ausschließlichen Konzentration auf die Person Grönings oder befanden: "Das ist nichts Reelles.'' Im Handbuch für Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen wird der Bruno-Gröning-Freundeskreis als Sekte eingestuft. Der Freundeskreis empfehle, den Kontakt zu Kritikern an der Methode abzubrechen, weil das den Heilstrom behindern könne, heißt es da unter anderem. Der Weltanschauungsbeauftragte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Hansjörg Hemminger, hatte vorab von dem Besuch der Veranstaltung gewarnt. Die Teilnehmer in Bad Cannstatt konnten ihre Adresse hinterlassen, um künftig zu den Treffen der Ortsgruppen eingeladen zu werden. 

 
 



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