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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Geistheiler-Urteil-Auswirkungen.htm  Zuletzt bearbeitet am 5.11.2009 
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Geistheiler brauchen Gewerbeerlaubnis
Die Auswirkungen der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Geistheilung
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:


 
 
 
Aus: Anja Gollan: "Geistheilung" aus rechtlicher Sicht 
http://sekten-info-nrw.de/index.php?option=com_content&task=view&id=125&Itemid=46 
http://sekten-info-nrw.de/index2.php?option=com_content&do_pdf=1&id=125 


Zusammenfassend bleibt also festzuhalten, dass sich die Befreiung der Erlaubnispflicht i.S. des § 1 Heilpraktikergesetz beim "geistigen Heilen" nur auf bestimmte "rituelle" Vorgehensweisen zur Stärkung der Selbstheilungskräfte bezieht. Des weiteren muss der "Geistheiler" die Kranken angemessen darüber aufklären, dass die angebotene Heilbehandlung den Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzt. Die Gewerbeaufsichtsämter sind verpflichtet dies zu kontrollieren und müssen bei Beschwerden eine Zuverlässigkeitsprüfung des "Geistheilers" vornehmen.
 
 
 

Rechtsprechung zur Berufsfreiheit

Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem "Apothekenurteil" vom 11.6.1958 (1 BvR 596/56 = BVerfGE 7, 377) zum Grundrecht der Berufsfreiheit festgestllt:

"Aus dieser Sicht des Grundrechts ist der Begriff "Beruf" weit auszulegen. Er umfaßt nicht nur alle Berufe, die sich in bestimmten, traditionell oder sogar rechtlich fixierten "Berufsbildern" darstellen, sondern auch die vom Einzelnen frei gewählten untypischen (erlaubten) Betätigungen, aus denen sich dann wieder neue, feste Berufsbilder ergeben mögen".
Im Grundsatz hat das Bundesverfassungsgericht in verschiedenen Entscheidungen auch die Betätigung als Wunderheiler oder Geistheiler als Beruf in diese Sinne angesehen, ohne dass damit die Anerkennung eines bestimmten Berufsbildes verbunden wäre. Das Gericht legt sich auch keineswegs auf bestimmte Bezeichnungen dieser Tätigkeiten fest. Auch für die Angebote benutzt das Gericht die unterschiedlichsten Begriffe, vom "ditten Weg" bis zum "rituellen Heilen". In der Entscheidung Bundesververfassungsgericht 1 BvR 1226/06 wird "Geistheiler" durchweg in Anführungszeichen gesetzt.
 
 
 

Und jetzt?

Das bedeutet aber weder, dass jetzt jeder nach Belieben zulassungsbedürftige Heilbehandlung in Form der zulassungsfreien Geistheilung ausüben darf.
Die Abgrenzung ist zweifellos schwieriger geworden.
Sicher ist: Wenn der Staat eingreifen will, indem er eine Zulassung verlangt oder wegen fehlender Zulassung bestraft, muss er künftig recht genaue Tatsachenfeststellungen treffen.
Das gilt bereits im Vorfeld.
Denn für Heilbehandlung im herkömmlichen Sinne sind die Gesundheitsbehörden zuständig.
Für Geistheilung und Gesundbeterei hingegen sind die Ordnungsbehörden zuständig, insbesondere die Gewerbeämter.
 
 
 

Auswirkungen der Geistheiler-Entscheidung

Das Bundesverfassungsgericht 1 BvR 784/03 hat am 2.3.2004 entschieden: Ein Geistheiler, der keine Heilung verspricht und keine Diagnosen stellt, benötigt auch keine Zulassung als Heilpraktiker.

Seither wird von Geistheilern aller Art und von Geistheiler-"Ausbildern" vorwiegend der erste Teil der Entscheidung verbreitet:
Ein Geistheiler benötige keine Zulassung als Heilpraktiker.
Es war zu erwarten, dass Quacksalber und Scharlatane dies umgehend ausnützen würden.
Immerhin soll deren Gewerbe nach Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts hinreichend überwacht werden.
Wie das zu machen ist, hat das Gericht allerdings nicht gesagt.
Inzwischen wächst die Zahl der Anfragen von "Patienten", deren "Freund" eine solche "Ausbildung" gemacht hat, anschliessend im Freundeskreis Diagnosen stellt, Behandlungen anbietet und durchführt und dann finanzielle Forderungen stellt.
Meist alles ohne ein Stück Papier.
In solchen Fällen ist Strafanzeige geboten, http://www.AGPF.de/Strafanzeigen.htm

Wie die Situation sich entwickelt, lässt sich prüfen, indem im Internet nach dem Begriff "Selbstheilungskräfte" gesucht wird.
Denn die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes bezieht sich ausdrücklich auf die "Aktivierung der Selbstheilungskräfte".
Mit den nachfolgenden Links lässt sich die Entwicklung der Zahl der Fundstellen im Internet nachprüfen:

 
 
 

Der Dachverband "Geistiges Heilen"

Der Dachverband Geistiges Heilen (DGH) war der Motor des Verfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht.
Die Mitgliederzahl des DGH ist innerhalb von einem Jahr von 2 300 auf 3 000 gestiegen (Handelsblatt 24.10.2007).
Harald Wiesendanger, Gründer des DGH, hat inzwischen seine Meinung über den Verein gründlich geändert.
In seinem Buch "Heilen 'Heiler'?" (Bestellen bei Amazon) schreibt Wiesendanger (Seite 88, "Gescheiterte Selbstreinigung"):

Der Verein habe sich gewandelt "von einem Zusammenschluss von Interessenvertretungen zu einer Heilergewerkschaft, die in erster Linie zahlende Einzelmitglieder zu gewinnen sucht".

Wiesendanger über die Folgen der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts:

Mit dem "rigiden Werbeverbot für Geistheiler" meint Wiesendanger die Entscheidung Bundesververfassungsgericht 1 BvR 1226/06 vom 20.3.2007 Werbung eines "Geistheilers" unterliegt dem Heilmittelwerbegesetz
Von einem Werbeverbot kann allerdings keine Rede sein. Man sehe sich nur die Websites www.Heilerschule.de und www.zfgh.info des Pjotr Elkunoviz an, der die Verfassungsbeschwerde eingelegt hatte.

 
 

Umdefinieren des Heilens: "Kein Heiler heilt"

Neuester Trend ist die Umdefinierung des Heilen.
Stichwort: "Kein Heiler heilt".
In der Website des "Johanniterhof" schreibt Rolf R. Ziegler, "dipl. Lebensberater und Mental-Trainer" und "Vorstandsmitglied im DGH e.V." in dem Artikel "Energetisches Heilen - eine Ergänzung zur modernen Medizin":

"Kein Heiler heilt selbst!! Heilung geschieht immer durch die göttliche Energie des inneren Heilers im Menschen. ... Die Zellen beginnen wieder in gesunder Form zu schwingen und es geschieht Heilung. Bei meiner persönlichen Arbeitsweise versuche ich im Gespräch mit dem Klienten die seelische Ursache der Erkrankung zu erkennen. Durch innere Wandlung im Denken und Handeln unterstützt der Klient seinen Genesungsprozess. Krankheit ist die liebevolle Aufforderung des Lebens zu erkennen, lernen und verändern."
Inzwischen scheint dieser Text aus dem Internet verschwunden zu sein. Kein Wunder, denn:
Derartige Versuche des Wegdefinierens strafbarer Handlungen sind riskant.
Dazu auch die ersten Absätze der Seite http://www.AGPF.de/Heilpraktiker.htm

Was steckt dahinter?
Nach der Absicht des Bundesverfassungsgerichts benötigen Geistheiler dann keine Zulassung, wenn sie nicht heilen.
Darauf sollen sie hinweisen.
Das aber schädigt das Geschäft.
Denn viele Kunden wollen nun einmal eine Heilbehandlung haben.

Also wird dem Kunden gesagt: "Ich mache keine Heilbehandlung".
Gleich darauf dann: "Kein Heiler heilt" und "Es gibt keine Heilbehandlung".

Ähnlich auch: Heilung durch Wegdefinieren der Krankheit

Ein Anfrager berichtet (30.12.2004):

"Der Heiler wollte nicht heilen, sondern mir Energie übertragen, damit sich meine Selbstheilungskräfte aktivieren. Also quasi mir den Heilanstoß geben. Kein Heiler würde heilen, sondern nur den Katalysator zur Selbstheilung darstellen.
Im Endeffekt würde der Heiler nur mit meinem unteren Selbst sprechen, innere Energien aktivieren, die er dann an mein Hohes Selbst schickt. Das Hohe Selbst wiederum verarbeitet diese Energien und sendet es durch die Hände des Heilers in den Körper des zu Heilenden. Das Untere Selbst des Patienten nimmt die Energie auf und sendet diese an das Hohe Selbst des Patienten. Und dieses Hohe Selbst des Patienten entscheidet nun was mit der Heilenergie passiert. Also der Heiler tut nichts als Energie senden. Der Patient selbst entscheidet wie er die Energie einsetzt, ob er sie heilend einsetzt oder nicht.
MIt anderen Worten, der Heiler heilt nicht, sondern bittet die Geistwesen um Heilung. Eine Art von Schamanismus.
Für diese Dienste verlangte er dann 50 Euro die Stunde."
 
 
 
 

Aufklärungspflicht ausgehebelt

Ärzte und damit auch Heilpraktiker sind verpflichtet, ihre Kunden über alle Risiken und Nebenwirkungen einer Behandlung aufzuklären.
Diese Pflicht lässt sich weder durch Aushang, noch durch ein unterschriebenes Formular beseitigen.

Das Problem: Ohne Heilbehandlung gibt es auch die dazugehörige Aufklärungspflicht nicht.
Ein Geschädigter muss also zunächst nachweisen, dass es sich überhaupt um Heilbehandlung gehandelt hat.
Bei Ärzten, zugelassenen Psychotherapeuten und Heilpraktikern dürfte das im Allgemeinen kein Problem sein.

Das Bundesverfassungsgericht hat zwar einerseits ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Behandler "die Kranken zu Beginn des Besuchs ausdrücklich darauf hinweist, dass er eine ärztliche Behandlung nicht ersetzt" (>>).
Dafür macht das Gericht einen Vorschlag, der geeignet ist, die Aufklärungspflicht auszuhebeln, die durch dasselbe Gericht den Ärzten und damit auch den Heilpraktikern auferlegt wurde: "Das kann etwa durch einen gut sichtbaren Hinweis in seinen Räumen oder durch entsprechende Merkblätter, die zur Unterschrift vorgelegt werden, geschehen".

Jetzt werden im Internet Merkblätter verbreitet, die es künftig Geschädigten erheblich erschweren könnten, zu beweisen, dass tatsächlich eine Heilbehandlung stattgefunden hat.

Diese Merkblätter benutzen einen infamen Trick:

Das Gericht hatte gesagt, der Kunde könne per Merkblatt darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Geistheiler-Behandlung "eine ärztliche Behandlung nicht ersetzt".
In vielen Merkblättern soll der Kunde hingegen durch Unterschrift bestätigen, dass keine Heilbehandlung durchgeführt wird oder wurde (Beispiel: >>).

Bei diesem Revers handelt es sich also in Wahrheit nicht um eine blosse Informationen, sondern um Allgemeine Geschäftsbedingungen, dazu: http://www.AGPF.de/AGB-Recht.htm.
Damit wurde ein neues Betätigungsfeld für Rechtsanwälte geschaffen.
Denn AGBs unterliegen der (gerichtlichen) Inhaltskontrolle.
Nach § 308 Nr. 5 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) sind "fingierte Erklärungen" in AGBs unzulässig.
Vielleicht handelt es sich aber auch nicht um die Fiktion einer Erklärung, sondern um die Fiktion einer Tatsache. Die wäre dann nach  § 309 Nr. 12b BGB unwirksam.

Hier ein Beispiel, in dem "Rechtssicherheit für Pranaheiler" versprochen und ein Formular für eine "Information" angeboten wird, bei der es sich in Wahrheit um allgemeine Geschäftsbedingungen handelt. Das ergibt sich bereits daraus, dass das Informationsblatt zu unterschreiben ist.
 
Aus: http://www.prana-heilung.de/   

Rechtssicherheit für Pranaheiler, die nicht Arzt oder Heilpraktiker sind   

Mit Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 02. März 2004 (AZ: 1 BvR 784/03) ist für geistiges und spirituelles Heilen keine Zulassung nach dem Heilpraktikergesetz erforderlich. Der Geistheiler darf sogar die Hände auflegen, um die Selbstheilungskräfte des Klienten durch Übertragen von positiver Energie allgemein und auf Zielorgane zu aktivieren. Dies gilt insbesondere für den Pranaheiler, der ja den Patienten nicht berührt.   

Ärztliche Fachkenntnisse über Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie sind nicht erforderlich, aber in einem bestimmten Rahmen durchaus sinnvoll. Deshalb sollte jeder Pranaheiler auch die Ausbildung zum „Associated Pranic Healer“ absolvieren. Wichtig ist die charakterliche Zuverlässigkeit und verantwortungsbewusstes Handeln.   

Was darf der Pranaheiler nicht:   

  • Diagnosen stellen
  • Medikamente verschreiben
  • Medizinische Geräte verwenden
  • Heilversprechen abgeben
  • Den Klienten vom Besuch eines Arztes oder Heilpraktikers abhalten
Im Zweifelsfall, oder wenn nach dreimaliger Pranabehandlung keine Verbesserung eintritt, soll der Pranaheiler dem Klienten raten, einen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen, eventuell auch noch vorher einen erfahrenen Pranaheiler hinzuziehen.   
  • Weitere Hinweise:
Es ist sinnvoll (aber kein Muß), oben angeführte Informationen im Behandlungsraum ersichtlich darzustellen oder in ein Merkblatt zu fassen und vom Klienten vor Beginn der Behandlung unterschreiben zu lassen. Um mit den Behörden keine Probleme zu bekommen, ist die gewerberechtliche Anzeige vor Aufnahme der Heilertätigkeit bei der zuständigen Gemeindeverwaltung ratsam (Finanzamt).   

Information
Name:   

Vor Beginn der Sitzung wurde ich auf folgende Punkte aufmerksam gemacht:   

1.) Es werden keine Diagnosen, Therapien, Behandlungen im medizinischen Sinne durchgeführt oder sonst Heilkunde im gesetzlichen Sinne ausgeübt.   
2.) Es ist mir bekannt, daß der PRANA-Anwender über keinerlei medizinische Kenntnisse und Fertigkeiten verfügt und daher bei mir nicht der Eindruck entsteht, daß eine ärztliche Behandlung durchgeführt wird.   
3.) Die Sitzungen können eine ärztliche Behandlung nicht ersetzen. Der PRANA-Anwender hält eine Zusammenarbeit mit Ärzten für sehr wichtig. Daher soll eine laufende Behandlung nicht unter- oder abgebrochen bzw. eine künftig notwendige nicht hinausgeschoben oder ganz unterlassen werden. Die Verantwortung liegt ganz bei mir.   
4.) Es wurden keine Versprechungen abgegeben, daß eine Heilung stattfindet, so daß in mir keine falschen Hoffnungen geweckt wurden.   
5.) Es ist in meiner freien Verantwortung und Entscheidung, die PRANA-Anwendungen fortzusetzen bzw. abzubrechen, ebenso die Zustimmung bzw. Ablehnung zu den Sitzungsabläufen oder den vorgeschlagenen alternativen Genesungshilfen.   
6.) Ich wurde darüber aufgeklärt, was mich bei den Sitzungen erwartet, und speziell, wie sich das Honorar zusammensetzt und berechnet. Vorauszahlungen werden nicht geleistet.   
7.) Ich habe die Möglichkeit, mich mit Beschwerden an den Prana-Anwender-Verband (PRANA Germany e.V.) zu wenden
Ort:   
Datum:   
Unterschrift   

(bei Minderjährigen: Unterschrift des Erziehungsberechtigten)

 
 

Geistheiler-Ausbildung

Die Zeitung "Die Andere Realität - Wissenschaftlich Zeitung für Parapsychologie, bodenständige Esoterik und spirituelle Ökologie", "Vereinsorgan von Akademie für Esoterik e.V.", enthält in der Ausgabe 5+6/2004 vom Dezember 2004 eine grosse Anzeige für "Intensivkurse organisiert von DIE ANDERE REALITÄT" für "Erlernung der Geistheilung". Entweder in 5 Tagen für 520 Euro oder in einer "Jahresausbildung" an 10 Wochenende für 2300 Euro:

"Seit dem 2. März 2004 ist Geistheilung in Deutschland legalisiert. Jeder darf nun unbehelligt heilen".
 
 
5-Tages-Intensivkurs mit dem englischen Heiler Derek Lewis   
Thema: „Erlernung der Geistheilung und Einführung in die Hypnotherapie"   
Ort: Grevenbroich (bei Düsseldorf)   
Termin: 10. -14. November 2004   
Preis: 520,- Euro pro Person incl. deutscher Übersetzung   
Seit dem 2. März 2004 ist Geistheilung in Deutschland legalisiert. Jeder darf nun unbehelligt heilen. Wichtig sollte eigentlich sein, dass Heiler kompetent ausgebildet sind. In Derek, der Mitglied des Yorkshire Heilungsverbandes ist, sowie auch Mitglied des englischen Heilerfachverbandes (NFSH), sind Sie in exzellenten Händen. Im Laufe dieses Kurses erlernen Sie die Basis der Geistheilung sowie auch eine Einführung in die Hypnotherapie. Diese dient dazu, Gedankenmuster und Einstellungen aufzuspüren, die ursächlich für Krankheiten sein können. ACHTUNG: Parallel dazu sollte der nachfolgend aufgeführte Kurs von Bodo Brehme gebucht werden, da Geistheilung ohne Beleuchtung der Ursachen nicht viel bringt. Melden Sie sich an mittels des Sammelcoupons auf der Seite 32.   
  

 
Jahresausbildung zur „Erlernung der Geistheilung"   
Ort: Grevenbroich (bei Düsseldorf) Termin: Ab März 2001   
Preis: 2300,- Euro pro Person Incl. deutscher Übersetzung   
Derek Lewis hat bereits eine Jahresausbildung m Deutschland erfolgreich durchgeführt. Er- llB|»^^^llHij neut bietet er die Möglichkeit, an zehn Wochenenden im Jahr, jeweils von Freitag 14.00 Uhr, Samstag 10.00 - 18.00 Uhr, Sonntag 10.00 - 17.00 Uhr, die Geistheilung in der englischen Tradition zu erlernen. Da er ebenfalls Experte in der Hypnotherapie ist, findet sieh hier ein Schlüssel dafür, um aufzuspüren, was eine Krankheit sagen will. Ab März 2005 in Grevenbroich (bei Düsseldorf). Nach dieser Ausbildung können Sie sich mit gutem Gewissen „Geistiger Heiler" nennen, was nach einem 5-Tageskurs sicherlich noch nicht angebracht ist. ACHTUNG: Parallel dazu sollte der nachfolgend aufgeführte Kurs von Bodo Brehme gebucht werden, da Geistheilung ohne Beleuchtung der Ursachen nicht viel bringt. Melden Sie sich an mittels des Sammelcoupons auf Seite 32.

 
 
 
 

Heilpraktiker gegen Geistheiler
 
Aus: Wendezeit Nr. 4/04 (Juli-August 2004)   
gefunden in: http://www.heilpraktikergesetz.de/heilp-geistheiler.html, Betreiber:  Synergetik Therapie Institut D-35649 Bischoffen, Amselweg 1, Administrativer Ansprechpartner: Bernd Joschko   


   

Heilpraktikerverband kämpft gegen Geistheiler   

In Zusammenhang mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Geistheilern gibt es nun eine „Sonderausgabe Deutschland April 2004“ der Verbandszeitschrift der Freien Heilpraktiker, die das Urteil der Verfassungsrichter scharf kritisiert.   
Pikant dabei, dass die Freien Heilpraktiker ja von den Verfassungsrichtlinien angehört wurden und in dieser Anhörung vom Verband eine bessere schulmedizinische Ausbildung und verschärfte Zulassung gefordert wurde. Was die Richter zu der Schlussfolgerung veranlasste, dass eigentlich Geistheiler von den Richtung Schmalspurärzten abdampfenden Heilpraktikern doch zu weit entfernt seien, um nicht einen eigenen gewerberechtlichen Status erhalten zu müssen. Dass nun FH-Vorsitzender Bernd R. Schmidt die Gewerbeämter auffordert, den Zugang erheblich zu erschweren, zeugt auch nicht von besonderer Einsichtigkeit.   

Bernd R. Schmidt und der Verband Freie Heilpraktiker sind der Reikiszene dadurch bekanntgeworden, dass sie das berühmte „Koblenzer Urteil“ erreichten, das Reiki der Eindruckstheorie des Heilens zuordnete und das nach wie vor Gültigkeit hat und auch ein Grund dafür ist, warum das Geistheilerurteil nicht auf Reiki angewandt werden kann.   
Und auch jetzt ist die Kampagne des Herrn Schmidt durchaus ernst zu nehmen. In den letzten Wochen haben sich Ermittlungsverfahren und Hausdurchsuchungen bei Reiki-Ausübenden gehäuft, die im Vertrauen auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts und der Desinformation durch Reiki-Kreise an einen „einfachen Weg“ der Legalisierung geglaubt haben. Insbesondere DGH und Reiki-Magazin haben in verkürzten und unkritischen Darstellungen so getan, als reiche es auch, wenn durch ein paar Formalien, die der Klient unterschreibt, die Gefahr aus der Welt ist. Und wenn Reiki-Magazin dies auch als Kurzmeldung bringt und dann schreibt: Näheres gibt es in der Juni-Ausgabe, dann ist das unverantwortlicher grober Unfug. Denn bis zum Juni werden dutzende Ermittlungsverfahren laufen.   
Ausdrücklich davor gewarnt werden muss auch davor, beispielsweise die Formulare der Internetpräsenz Reikiradius herunterzuladen oder sich auf Aussagen in anderen Foren (z.B. Reikiland u. a. ) zu verlassen. Wer danach handelt, setzt sich der Gefahr der Rechtsverfolgung aus. Eine Berufung auf das Geistheiler-Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist dann zwecklos. Warum das so ist, nochmals in Kürze:   
Das Geistheiler-Urteil bezieht sich ausschließlich auf Geistheiler, die als solche gewerblich tätig sind. Dies setzt eine Gewerbeanmeldung als „Geistheiler“ voraus. Gewerbeanmeldungen als „Seminarveranstalter“, „Wellness-Berater“ oder ähnliches erfüllen diese Voraussetzungen nicht.   
Dem Kunden muss klar sein, dass er sich an einen Geistheiler wendet, der keine Heilmethoden anwendet, sondern nur spirituell heilt. Reiki ist jedoch nach der Eindrucktheorie eine Heilmethode und daher ist schon der Begriff „Reiki“ in einer werblichen Ankündigung kontraproduktiv.   
Der DGH, die DGAM und die AGBP haben jeweils Modelle entwickelt, mit denen eine Reiki-Ausübung unterhalb der Heilpraktiker-Zulassung möglich ist. Im Do-it-yourself-Verfahren – allenfalls mit einem heruntergeladenen Formular – geht gar nichts. Höchstens schief.   

Denn die Diskussionen um das Verfassungsgerichtsurteil und die Reaktionen der Heilpraktiker-Verbände haben dazu geführt, dass die Behörden nun verstärkt aktiv werden. Nach der nun eindeutigen Rechtslage werden sie das Recht nun auch umsetzen. Die Zeit des „darüber Hinwegsehens“ ist vorbei. Die Aktionen der Staatsanwaltschaften und der Gewerbe- bzw. Gesundheitsbehörden rollen jetzt an und die Vorbereitungen für Abmahnaktionen – auch durch Heilpraktikerverbände – laufen auf Hochtouren.   

Aus: Wendezeit Nr. 4/04 (Juli-August 2004)

 
 
 
 
 
Hamburger Abendblatt vom 4.10.04   
http://www.abendblatt.de/daten/2004/10/04/348386.html   


Hokuspokus auf dem Heiligengeistfeld   
Auftritt: 2000 kamen zu US-Prediger Charles Ndifon - Wunderheiler oder Scharlatan?   
Von Ralf Nehmzow   

Vor "Wunder und Heilung" ertönt erst mal Musik. Eine Band spielt Gospels. Draußen gibt es Bratwürste und Popcorn - "Halleluja." Sonnabend abend, nach einer Stunde Warten im Zelt auf dem Heiligengeistfeld steht er am Pult: US-Prediger Charles Ndifon (35), Nadelstreifensakko, feine Hose. Er hat stets ein Lächeln im Gesicht. Manche nennen ihn Wunderheiler, die meisten halten ihn für einen Scharlatan.   

Ndifon legt los: "Seid ihr bereit für Wunder? Ich weiß, daß heute abend wunderbare Dinge geschehen werden", stimmt er die 2000 Anhänger in englisch ein. Eine Dolmetscherin übersetzt simultan. Auch das, was er noch will: "Ich bin auf Spaß aus, heute abend", ruft Ndifon den Kranken und Behinderten zu. "Amen", schallt es ihm entgegen, und Arme schnellen in die Höhe. Männer und Frauen, alt und jung hängen mit Blicken an seinen Lippen. Unternehmer, Beamte, Studenten, Hausfrauen, ein buntes Völkchen. Menschen mit Hoffnungen. Kranke, Behinderte, Verzweifelte. In Rollstühlen werden einige zur Bühne geschoben. Ein Punker, der vorher versucht, die Bühne zu stürmen, wird von Ordnern dezent entfernt. "Die wollen doch nur euer Geld", grölt er noch. "Geh weg!", brüllt die Menge. Eine Frau erreicht mehr: "Los, laß ein Wunder geschehen, ohne deine Bodyguards, ich will es sehen", ruft sie Ndifon zu. "Gott liebt dich, setz dich in die erste Reihe und schau zu", sagt er und lächelt ihr zu. "Was ist dein Problem?", fragt er. Sie grinst: "Mein Problem ist, ich habe Bauchschmerzen - von deiner Show. Erst, wenn du mir ein Ohr abhackst, es wieder anklebst, glaub ich an deine Wunder."   

Kein Ohr wird abgehackt. Ndifon verkündet statt dessen: "Da drüben ist jemand, der hat ein taubes Ohr, dahinten wird gerade ein Krebs geheilt, kommt her!" Gleich mehrere Menschen eilen zur Bühne. Darunter auch Graziano Franco (40) mit seiner behinderten Tochter Gerda (8). Sie ist so gut wie taub. "Sie ist süß", meint Ndifon. Er legt die Hand auf den Kopf des Kindes. "Jeder Schaden sei verschwunden", sagt er laut. "Der Schaden ist jetzt dabei, sich zu verändern." Spürt der Vater eine Veränderung an ihr? "Kann ich nicht sagen, mir bleibt die Hoffnung", sagt Graziano Franco dem Abendblatt.. Hoffnung haben auch die Dame und der Herr, die von Helfern aus ihren Rollstühlen gehoben werden. Sie humpeln zur Bühne. Ndifon legt die Hände auf sie, erzählt irgendwas von Heilung. Die Frau sagt später dem Abendblatt: "Ich konnte auch vorher etwas gehen, aber ich fühle mich jetzt besser." Besser fühlt sich jetzt auch der Mann, der halbseitig gelähmt ist. Er weint. "Ich kann nun leichter gehen", sagt er gerührt. Die Besucher, sie mögen jetzt ihre "Opfer bringen", bittet Ndifon - und Menschen bewegen sich freudig tanzend zu einer geöffneten Kiste vor der Bühne. Sie werfen Geldscheine hinein, Hunderte Euro, wenn nicht gar Tausende. Die Kiste wird fast voll. Derweil spielt die Band Gospels, "Halleluja".   

"Ich heile nicht, Jesus heilt", sagt Charles Ndifon, als er sich weit nach Mitternacht in einem Steakhaus stärkt. Wofür die Spenden bestimmt sind? "Für Projekte in Uganda", sagt der gebürtige Nigerianer, der seinen Glauben aus einer "Begegnung mit Jesus Christus" ziehen will. Das Geld sei auch für seine Auftritte, die Band und Mitarbeiter. Gestern hatte er seine Abschlußvorstellung. Er wohnte im Hotel Vier Jahreszeiten. "Halleluja", bis zum nächsten Auftritt.   

Ndifon - gelernter Elektroingenieur   

Ärzte warnten anläßlich der Auftritte von Charles Ndifon Ende der Woche in Medien vor sogenannten Wunderheilern.   

Prof. Jörg Debatin, Chef des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE), sagte, die angeblichen Heilungen des Pastors Ndifon entbehrten "jeglicher wissenschaftlicher und medizinischer Grundlagen". Das UKE distanzierte sich von dieser Form der Scharlatanerie. "Dies hat mit Medizin nichts zu tun." Viele Heilungsberichte seien ein Sammelsurium von Übertreibungen und Berichten eines subjektiven Empfindens: "Mir geht es ja schon besser". Kranke sollten solche Veranstaltungen meiden, warnten Debatin und der Präsident der Ärztekammer, Dr. Michael Reusch.   

Laut der Gesundheitsbehörde ist es nicht möglich, solche "Wanderzirkus-Heilkunde"-Veranstaltungen zu untersagen, weil "Geistheiler" nach neuer Rechtsprechung nicht unter das Heilpraktikergesetz fallen. Ndifon ist eigentlich gelernter Elektroingenieur. (neh) 

 
 



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