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Esoterikzentrum Bodensee ?
  Der Esoteriker Kurt Eicher hat in Friedrichshafen am Seeufer ein Thermalbad mit Gesundheitszentrum geplant.
Hat Eicher aufgegeben (>>) ?
 
 
 
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    Die Colani-Therme

     
    "Colani-Therme" hat die Stadt Friedrichshafen das Projekt von Anfang an genannt. Rechts Ausschnitte aus  dem Prospekt der Stadt von 1999 (zum Vergrössern anklicken).  
     
    Ein verblüffender Vorgang: Auch in der jüngsten Verlautbarung der Stadt Friedrichshafen vom November 2004 (>>) wird wiederum der Zeichenkünstler Colani namentlich genannt, aber kein Architekt. Dabei ist leicht erkennbar: Die Planung enthält jede Menge architektonischer Probleme. Das macht die Planung und vor allem die Kalkulation besonders schwierig.
     

    Architektonisch unproblematisch dürften die beiden Wurstscheiben-Gebäude sein. Anders die Zwiebel-Gebäude. Die sind von einiger Grösse und sollen  ja auch genutzt werden und nicht nur zur Zierde herumstehen. Das geht wohl nur als Beton-Konstruktion. Machbar, aber sehr anspruchsvoll. Deshalb ist der Architekt von grosser Bedeutung und nicht der Zeichner des Prospektes. Bisher scheint es noch nicht einmal ein Modell zu geben.
    Es bleibt das Geheimnis des Gemeinderates, weshalb dieser ein derartig anspruchvolles Projekt auf Grund von Prospekt-Zeichnungen beschlossen hat.

    Die Stuttgarter Zeitung vom 15.03.2005 - http://www.pro-buergerbad.de/inhalt13.htm - schrieb über "Eine esoterische Groteske am Bodensee".
    Eine Groteske ist nicht nur der esoterische Hintergrund. Auch die Planung kann man als solche bezeichnen. Die STZ nennt das Ganze deshalb auch eine "kommunale Groteske". Inszeniert hat diese zunächst ein CDU-Bürgermeister mit Hilfe des "Investors" Eicher aus Zürich, im Hauptberuf angeblich Bauunternehmer. Über Eicher schreibt die STZ, er habe "noch nie ein Bad, nur Häuser, Brücken und eine Sternwarte gebaut". Inzwischen hat SPD-Mann Josef Büchelmeier den CDU-Bürgermeister abgelöst. Die STZ: "Wiedmann war zwar weg, aber sein Baubürgermeister Dieter Hornung (CDU) ... den Eingeweihte als heimlichen Oberbürgermeister sehen  ...  zog weiter die Strippen, unterstützt von der schwarzen Mehrheit im Rat."
    Der STZ-Artikel schliesst mit einer verspäteten Kampfansage des jetzigen Oberbürgermeisters:

    "Büchelmeier ... ruft sich noch einmal die absurde Situation in Erinnerung: Es ist seine Stadt, die ein Millionenprojekt mit einem Elfenfreund plant, der nicht offen legt, was er bauen will, was er damit vorhat und womit er es bezahlt. Jetzt hat er genug. "Wenn etwas so unseriös ist", sagt der frühere Religionslehrer Büchelmeier und holt tief Luft, "dann will ich den Ausstieg". Er ahnt, welche Kämpfe dieser Satz mit sich bringen wird."
     
     

    Wer ist Colani?

    Der 1928 geborene Berliner Lutz Colani nennt sich seit 1957 Luigi.
    1988: Ernennung zum Professor h.c. an der Bremer Universität.
    1995:  Professur an der Tongji Universität in Shanghai.
    2005: Die Ausstellung 'Colani – Das Gesamtwerk' bleibt in der Karlsruhe Nancyhalle, der Vertrag zwischen der Stadt Karlsruhe und der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH sowie Colani Design Germany wird verlängert.
    Nach Durchsicht seiner Vita drängt sich der Eindruck auf: Sein Ruf ist grösser, als sein Werk.
    Über Colanis Qualitäten als Zeichenkünstler mag man im Übrigen unterschiedlicher Meinung sein.
    So viel ist jedenfalls sicher: Colanis ist kein Architekt.
     
     
     
     

    Colanis antisemitische Äusserungen

    Dazu auch: Esoterik: Oft Extremismus und Antisemitismus enthalten
     
    Luigi Colani:  

    "Juden sind eben doch nicht so gut, wie wir annehmen. Wenn die doof sind, dann sind sie pyramidal doof".   

    Aus: Rassistische Vorfälle in der Schweiz eine Chronologie.   
    Herausgeber: Stiftung gegen Rassimus und Antisemitismus.  
    http://www.gra.ch/chron/chron_detail.asp?jahr=1994&monat=02  
    Bern/«Design Report», Februar 1994:  
    "Der in Bern wohnhafte Designer Luigi Colani äussert sich in einem Interview über Nicolas Hajek: «Der verdient zu leichtes Geld und meint, viel sei gut. Und da sind Juden eben doch nicht so gut, wie wir annehmen. Wenn die doof sind, dann sind sie pyramidal doof. » In der folgenden Nummer veröffentlicht «Design Report» eine Stellungnahme der Hajek Engineering AG: «Herr Hajek ist seitens Vater und Mutter Christ, sowie auch alle seine früheren Ahnen bis zurück zu Adam und Eva und nicht - wie erwähnt - Jude."

     
     

    Ist Eicher Geistheiler?

    Am 3.2.2007 berichtete der Suedkurier "Eicher ist 'spiritueller Heiler' ".
    http://www.suedkurier.de/region/friedrichshafen/art1063,2435942.html
    Damit hätten die "Befürchtungen von Thermalbad-Gegnern, der Schweizer Investor Kurt Eicher möchte im Gesundheitshotel in Fischbach eine Art Esoterikzentrum etablieren, neue Nahrung erhalten".
    Eicher sei Mitglied im Schweizerischen Verband für Natürliches Heilen SVNH.
    Über dessen interne Auseinandersetzungen hatte am 19.1.2007 bereits der Esoterik-Experte Hugo Stamm http://www.AGPF.de/Stamm-Esoterik.htm im Tagesanzeiger Zürich berichtet unter http://tages-anzeiger.ch/dyn/news/schweiz/709860.html
    berichtet: "Da wird sehr grobstofflich und mit harten Bandagen gekämpft. Die Mitglieder werfen sich gegenseitig Betrug, Mobbing, Manipulation und autoritäres Verhalten vor". Das habe zur Gründung der Oppositionsbewegung Pro SVNH geführt.

    In deren Website http://www.bewegung-pro-svnh.ch/comment01.html heisst es (Stand 3.2.2007):

    "Wer steht hinter der Bewegung Pro SVNH?
    wir sind eine Gruppe von SVNH Mitgliedern, die den SVNH immer noch wichtig genug finden, um sich dafür einzusetzen, dass der Verband und seine Strukturen erneuert werden.( weiteres siehe unter "unsere Ziele") . Wir stellen uns vor:
    ...
    Kurt Eicher, Brünigstr. 66, 8105 Watt, Bauunternehmer, spiritueller Heiler, ehemals Präsident des Vereins "wise crystal" - des Vereins zur weiteren Untersuchung der Wasserkristalle und -qualitäten mit, nach und im Sinne von Masaru Emoto."
    "Spiritueller Heiler" ist eine andere Bezeichnung für Geistheiler.

    Laut Südkurier wird die Stadt Friedrichhafen Eicher "bis zur Sommerpause" 2007 einen vorläufigen Bauvorbescheid ausstellen, so der Oberbürgermeister Josef Büchelmeier: "Er hat uns zugesagt, fünf Monate nach Erteilung des Bauvorbescheids die Finanzierung nachzuweisen". Spätestens bis Jahresende müsste Eicher demnach eine Bankbürgschaft über 35 Millionen Euro vorlegen. Es bestehen weiter Zweifel, dass Eicher das schafft, nachdem kürzlich das Parallelprojekt in Blankenburg offenbar geplatzt ist (>>).

    OB Büchelmeier äussert jedoch weitere Bedenken:

    "Ich möchte wissen, wer dahinter steht, um auszuschließen, dass es Gelder aus dubiosen Quellen sind. Und wir brauchen die Sicherheit, dass das Ganze wirtschaftlich zu betreiben ist."
     
     

    Das Finanzierungskonzept fehlt noch immer

    Am 6.11.2004 hat die Tageszeitung Südkurier berichtet:

    "Die Stadt zwischenzeitlich das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen. Der Bebauungsplan wurde mit seiner Bekanntmachung am 1. Oktober 2004 rechtskräftig."
    "Herr Eicher wird in den nächsten Wochen zusammen mit einem Architektekturbüro, dem Star-Desig Luigi Colani und weiteren Fachingenieuren die Bauantragsunterlagen erarbeiten und zur Genehmigung vorlegen", teilt die städtische Pressestelle weiter mit.
    Weiter aus dem Südkurier vom 6.11.2004:
    "ln einem nächsten Schritt will Eicher die Kostenermittlung verfeinern, die Wirtschaftlichkeitsberechnung aktualisieren und prüfen und letztendlich ein Finanzierungskonzept erstellen. Wie bereits mehrfach berichtet, muss vor Baubeginn eine selbstschuldnerische Bankbürgschaft einer der Stadt genehmen Großbank oder eines Versicherungsunternehmens in Höhe der anfallenden Baukosten zur Absicherung der vollständigen Herstellung des Bauvorhabens vorgelegt werden".
     
     
     
     
    Die "momentane Sprachlosigkeit der Verwaltung"  
    Das Flugblatt rechts der Bürgerinitiative Pro Bürgerbad kann durch Anklicken vergrössert und dann auch ausgedruckt werden.  
    Es fordert: "Lassen Sie nicht zu, dass Gras darüber wächst".  
    Was die dort angesprochene "momentane Sprachlosigkeit der Verwaltung" angeht:  
    Der Oberbürgermeister lehnt das Projekt ab (dazu mehr unten).   
    Das muss er derzeit nicht dauernd wiederholen.   
    Die Verwaltung wiederum hat die Beschlüsse des Gemeinderates auszuführen, der sich mehrheitlich für das Projekt entschieden hat. Gegen den OB kann ein solches Projekt auf Dauer wohl kaum durchgezogen werden. 2004 sind Wahlen. Also werden die Befürworter des Projekts die Wahl eines anderen OB propagieren.   
    Der Projektbetreiber Eicher kann inzwischen Bankbürgschaften zwecks Finanzierung des Projekts beibringen.   
    Kommen diese Bürgschaften oder ähnlich sichere Zusagen nicht, ist das Projekt ohnehin erledigt.   
    Denn Zweck des Projektes ist es aus Sicht der Kommune, der Stadt ein kostenloses  Thermalbad ohne finanzielle Risiken zu verschaffen.  
    Es muss also verlangt werden, dass rechtzeitig vor der Wahl gesicherte Finanzierungszusagen vorgelegt werden.  
    Da geht es Eicher nicht anders, wie jedem Häuslebauer.  
    Endgültige Entscheidungen können erst getroffen werden, wenn man weiss, ob überhaupt eine Finanzierung möglich ist.
     
     
     

    Der Bebauungsplan: Ufer versperrt?

    Die Presse berichtet über Kritik der Initiative "Pro Bürgerbad" den Bebauuungsplan.  Demnach wird der Zugang zum Bodensee behindert.  Daneben ein Artikel aus dem 35 Kilometer entfernten Lindau: "Spenden für den Seezugang".  Die Stadt akzepriert die Bedeutung des Zuganges zum See für die Bürger, hat aber kein Geld. Also wird gesammelt. Anders offenbar in Friedrichshafen: Dort wird verrammelt.
     
     
    Aus: Wochenblatt Friedrichshafen  vom 22.1.2004  

    Verschwiegen  
    Der Bebauungsplan zum Fischbacher Seeufer, den der Häfler Gemeinderat im November abgesegnet hat, sorgt weiterhin für Zündstoff. Der Plan entspreche nicht früheren Zusagen der Stadt, kritisieren die beiden Sprecher der Initiative „Pro Bürgerbad", Walter Sohn und Dr. Jochen Wiesener, in einem offenen Brief. So sei etwa der Uferweg nicht mehr als öffentlicher Weg eingetragen. Ein schwer wiegender Vorwurf: Denn damit hätte die Stadt in der öffentlichen Diskussion verschwiegen, ein über 100 Jahre altes Naherholungsgebiet für die Bürger unzugänglich zu machen. Auch seien in dem Plan keine Freiluft-Schwimmbecken mehr vorgesehen. Jugendliche und Familien, so folgern die Sprecher, seien als Sommerbadegäste also unerwünscht. Darauf deute auch die drastische Reduzierung der Fahrradparkplätze hin.
     
     
     

    Eicher muss Bankbürgschaft über 35 Millionen Euro erbringen.
     
     
    Südkurier vom 1.12.03   
    Therme nimmt nächste Hürde   
    Gemeinderat segnet Bebauungsplan-Entwurf ab   

    Das Thermalbad-Projekt in Fischbach hat die nächste formale Hürde genommen: In seiner gestrigen Sitzung stimmte der Gemeinderat mehrheitlich mit 24 Ja und 12 Nein-Stimmen dem Entwurf des Bebauungsplans sowie dem Satzungsentwurf zu. Der Abstimmung ging die Präsentation etlicher Gutachten voraus. An den grundsätzlichen Positionen der Fraktionen zu dem Projekt änderte sich nichts. Das Plan- und Zahlenwerk soll zwischen Dezember und Januar 2004 öffentlich ausgelegt werden. Die Verwaltung geht davon aus, dass im Frühjahr 2004 der endgültige Satzungsbeschluss gefasst werden kann. Die notwendige Entscheidung zur Änderung des Landschaftsschutzgebiets durch das Landratsamt steht noch aus. (asa)   

    Der Kommentar:  
    Südkurier vom 2.12.03   
    Fragen bleiben   
    Das Thermalbad-Projekt, durch Petitionen lange auf Eis gelegt, hat wieder Fahrt aufgenommen. Ob das Mega-Projekt zu einem guten Ende kommt, bleibt jedoch auch nach der gestrigen Gemeinderatssitzung weiter offen. Auf wichtige Fragen gibt es trotz zahlreicher Gutachten weiterhin keine gesicherten Antworten, sondern nur unterschiedliche Überzeugungen. Erreicht die Colani-Therme trotz der starken Bäderkonkurrenz die prognostizierten Besucherzahlen? Lässt es sich tatsächlich wirtschaftlich betreiben? Hält die sensible Uferzone den Druck aus? Ist es realistisch, dass der prognostizierte Lärmpegel nur unmerklich über dem heutigen liegt?   
    Aber vielleicht erledigen sich diese Fragen in wenigen Monaten von selbst. Bevor ein Stein am Fischbacher Ufer bewegt wird, muss Investor Eicher die Bankbürgschaft über 35 Millionen Euro erbringen. Schafft er dies nicht, fällt die Colani-Therme wie ein Kartenhaus zusammen. Eicher hält sich bei Finanzierungsfragen auffallend zurück. Für ihn wird bald die Zeit kommen, wo er Farbe bekennen muss.

     

    Das Verbraucherschutz-Interesse

    Es spricht einiges dafür, dass ein Esoterik-Zentrum von bisher nicht vorhandenen Ausmassen geplant wird.
    Es besteht der Verdacht, dass sich hier ein Psychomarkt-Grossanbieter etablieren will, der von vornherein die Werbewirksamkeit der Kooperation mit einer öffentlichen Einrichtung und Zuschüsse aus Steuermitteln einkalkuliert.
    Wenn das so ist und wenn das Projekt ausgeführt wird, dann wird das erhebliche Auswirkungen auf den Psychomarkt haben.

    Die AGPF befasst sich satzungsgemäss mit Verbraucherschutz auf dem Psychomarkt. Zum Verbraucherschutz gehört insbesondere Markttransparenz. Die Angebote des Psychomarktes sind meist eher undurchsichtig. Preis und Leistung sind oft kaum erkennbar. Der Kunde muss sich letztlich auf die Werbung verlassen können. Diese ist allerdings meist ebenso undurchsichtig. Deshalb spielt die Seriosität der Anbieter eine erhebliche Rolle. Viele Anbieter versuchen, diese Seriosität durch Anbindung an oder Berufung auf öffentliche Stellen zu verbessern. Das funktioniert am Besten, wenn ein Anbieter mit einer öffentlichen Einrichtung kooperiert. Bei der Eicher-Therme ist die Kooperation einer öffentlichen Einrichtung mit Esoterik-Anbietern vorgesehen. Konkrete Informationen über Angebote, Anbieter und Methoden wurden der Öffentlichkeit bisher vorenthalten.
     
     

    Chronologie

     
     

    Etora-Nachfolge?

    Schon einmal gab es ein Esoterikzentrum moderner Bauart: Das Etora-Therapie- und Seminarzentrum auf Lanzarote. Seit dessen Schliessung 1997 müssen die Esoterik-Propagandisten mit Altbauten oder Hotels vorlieb nehmen. Etora hatte wohl nicht zuletzt wegen seiner modernen Architektur grossen Erfolg insbesondere bei der zahlungskräftigen Klientel. Die Architektur war zudem symbolisch: Ein "Betonklotz in Pyramidenform" (Goldner, siehe unten). Pyramiden spielen in der Esoterik eine besondere Rolle. Auch Eichers Firmensitz wird durch "dreistöckige Pyramiden" (>>) überragt.

    Der Psychologe Colin Goldner beschreibt die Aktivitäten des Esoterik-Marktes in einem Buch:
    Colin Goldner: Die Psychoszene, vgl. http://www.AGPF.de/Goldner.htm
    Goldner beschreibt ausführlich die Rolle des Rüdiger Dahlke als Promotor der "Friedensuniversität" (S. 35 ff.): "Megaaufgebot des Abstrusen".

    Auch Eicher erwähnt dieses Projekt in seiner Stellungnahme, weil er "seit 1996 im Vorstand der 'Fördergemeinschaft zur Gründung einer Friedensuniversität"" ist. Eicher behauptet: "Zur geistigen Schirmherrschaft der FGF gehören 18 Friedensnobelpreisträger ...". Was Eicher nicht erwähnt: Das Projekt ist längst gescheitert.
    Goldner beschreibt im Zusammenhang mit der "Friedenuniversität" das Netzwerk der Esoteriker und deren Schaffensorte. Wichtigster Ort war bis 1997 Etora, der "Vatikan des New Age". Geistiger Vater des Personals war der Psycho-Astrologe Thorwald Dethlefsen ("Schicksal als Chance - Esoterische Psychologie, das Urwissen zur Vollkommenheit des Menschen", 1979). Goldner bezeichnet Dahlke als Dethlefsens "medizinischen Adlatus" (S. 127).

    Das Etora-Seminarzentrum steht heute zum Verkauf: http://www.scheurer.de/lanzarote/immo/immoge/etora.htm
     
     
     

    Eichers Bekenntnis

    In seiner Stellungnahme (>>) zu den Artikeln im Wochenblatt Friedrichshafen vom 13.03.2003 (>>) bekennt Eicher sich zur Esoterik.
    Die Artikel bezeichnet er als "Schmähschrift", fühlt sich "an den Pranger gestellt".
    Eicher übersieht dabei geflissentlich: In den Artikeln geht es nicht um Eichers "Lebenseinstellung", sondern darum, was in einer mindestens halbstaatlichen Einrichtung praktiziert werden soll.
    Dazu schreibt Eicher nichts.
    Nichts darüber, welche Art von Gesundheitsfürsorge in dem Gesundheitszentrum betrieben werden soll.
    Also muss man davon ausgehen, dass es tatsächlich um Esoterik geht.

    Vermutlich zwecks Verteidigung seines Rufes gegen etwaige weitere "Schmähschriften" erwähnt Eicher einige seiner früheren Bauprojekte und dass er schon jetzt reich sei.
    Soweit ersichtlich, hat niemand Eicher als Bauprojektor angegriffen.

    Die Kritik richtet sich

    Letzteres insbesondere deshalb, weil es sich um ein öffentliches Projekt handelt.
    Ein öffentliches Projekt esoterischer Prägung hätte unvermeidlich erhebliche Werbewirkung für die Esoterik.
    Es wäre dies vermutlich das erste öffentliche Projekt (zumindest dieser Grössenordnung), welches mit Feng-Shui-Beratung durchgeführt würde.
    Es ist sicher, dass dies ein Vorzeigeobjekt der Esoterik-Branche und insbesondere der Feng-Shui-Berater wäre.

    Eicher bestätigt, dass er Vizepräsident des Vereins "Wise Crystal" ist. In dessen Beirat sitzt auch Rüdiger Dahlke.
    Zunächst: "Wise" ist eine Abkürzung und hat vermutlich nichts zu tun mit der Scientology-Einrichtung gleichen Namens.
    Laut Webseite http://www.menetekel.de/seminare/kristall/kristall.htm bedeutet es "World Institute for Subtile Energies".
    Dort kommunizieren angebliche oder tatsächliche Wissenschaftler mit Wasser. Ergebnis:

    "Das Wasser, aus dem bekanntlich alle Lebewesen zu überwiegenden Teilen bestehen, reagierte in allen Fällen heftig. Bedankten sich die Forscher, entstanden klare, gut ausgeformte Eiskristalle, wie sich beim Einfrieren der Proben und anschließender Untersuchung unter dem Mikroskop herausstellte. Beschimpften sie das Wasser, entwickelten sich dunkle Löcher in der Mitte der Kristalle. Sie wirkten zerstört. Diese überraschenden Ergebnisse waren ein Grund dafür, daß sich Masaru Emoto und sein Forschungsteam entschlossen hatte, in der Schweiz ein Forschungslabor einzurichten und den Verein "World Institute for Subtile Energies" kurz "WISE Crystal" zu gründen. Zweck von WISE Crystal ist die empirisch-wissenschaftliche Erforschung von subtilen ENERGIEN, bezogen auf das Wasser, sowie die Veröffentlichung von Informationen über diese Forschung und ihre Ergebnisse".
     
     

    Eicher und die "Friedensuniversität"

    Eicher gibt an, seit 1996 im Vorstand der "Fördergemeinschaft zur Gründung einer Friedensuniversität" zu sein (>>). Dabei handelte es sich nicht etwa um eine Einrichtung, wie der Name glauben macht, sondern um eine überwiegend esoterische Veranstaltung. Die hauptsächliche Leistung des Gründers Uwe Morawetz bestand im "name dropping", im Einsammeln und Erwähnen von Namen bekannter Personen. Die Bedeutung dieses name droppings lässt sich leicht an der Tatsache erkennen, dass Eicher einige dieser Namen noch heute benutzt, zum Beispiel den des Dalai Lama.

    Der Stern (36/1995: Falsche Freunde für den Frieden) berichtete über die geplante Veranstaltung und zeigte den Dalai Lama neben Ashara, dem Führer der japanischen Giftgas-Sekte Aum. Der Dalai Lama war offenbar schon damals auf name dropping hereingefallen.

    "Friedensuniversität" darf der Verein sich laut TAZ vom 02.10.1995 nicht mehr nennen.
    Merkt aber niemand, weil nichts mehr darüber zu lesen ist.
     

    Eicher erwähnt weiter Marko Pogacnik als seinen Berater für "Geomantie" und definiert "die moderne Geomantie" als "die Fähigkeit zur integralen Wahrnehmung der materiellen und energetischen Qualität eines Ortes". Dieses Wissenschafts-Kauderwelsch soll offenbar davon ablenken, dass es sich bei der "modernen Geomantie" um eine der zahlreichen Erfindungen der Esoterik handelt. Jörg Purner schreibt in einem Artikel, der dem eher wohlwollend gegenüber steht, dass "es nicht verwundert, wenn uneingeweihte Kritiker bereits von einer Art geomantischer Glaubensbewegung sprechen, welche die Auffassung vertritt, 'alles ist Geomantie'". Geomantie wird meist zusammen mit Feng Shui genannt, man kann also wohl die "Feng-Shui-Berater" auch als Geomanten bezeichnen. All das sind ohnehin Begriffe und Bezeichnungen, die jeder nach Belieben benutzen kann. Es geht letztlich um die "Vorstellung, der Mensch müsse, um gesund und glücklich zu sein, sich und sein Lebensumfeld in Einklang bringen mit der alldurchdringenden Vitalkraft des Kosmos ... wodurch sich 'gutes' respektive 'schlechtes' Feng-Shui mit entsprechendem Gesundheits- und Glücksbefinden des einzelnen einstelle", so Colin Goldner, Die Psychoszene, Seite 397. Harald Lamprecht berichtet (EZW-Materialdienst 1/2003 "Im Gespräch mit der Flussgöttin", Bestellung über www.EZW-Berlin.de), Pogacnik habe in während des Elbe-Hochwassers 2002 in Dresden mit der Flussgöttin gesprochen und diese gefragt, was er den Dresdnern als ihre Botschaft verkünden solle. Die angebliche Antwort: Die Flussgöttin möchte mit uns zusammen die neue Zivilisation schaffen. Zum Hochwasser hatte sie offenbar nichts zu sagen.

    Eicher bezeichnet Prof. Dr. Jes Lim als "Mein Feng Shui- Spezialist". Über die Herkunft der Titel war bisher nichts in Erfahrung zu bringen. Als Berufsangabe wird meist Unternehmensberater genannt. Ein Teilnehmer an einer Veranstaltung des Jes Lim in Hamburg berichtet ("Gesund mit kosmischer Energie"):  "Jes Lim rät auch davon ab in der Nähe von Friedhöfen zu wohnen, da wandernde Geister und eine übermäßig starke Yin-Energie (sie steht unter anderem für Dunkelheit, Passivität, Kälte) nicht für menschliche Siedlungen geeignet sind. Das Gleiche gilt für Kirchen, Tempel oder andere Andachtsorte. In der Nachbarschaft von Schlachthöfen herrschen Tod, Angst und Verzweiflung; diese Orte sind ebenso zu meiden wie die Nähe von militärischen Einrichtungen, Atomkraftwerken und ehemaligen Müllhalden".
     
     
     

    Wer ist der Investor?
     
     
    Das Friedrichshafener Wochenblatt hat am 20.3.2003 auf Seite 1 eine Gegendarstelllung des Kurt Fülle abgedruckt. Hier ein Ausschnitt.  
     
     
     

     
    Die Landtagsdrucksache 13/1111 vom 18. 07. 2002 enthält diverse Beschlussempfehlungen und Berichte des Petitionsausschusses, so auch zu drei Petitionen zum Thema Thermalbad Fischbach. Es geht in erster Linie um Bauplanungsrecht, Naturschutz und Vogelschutz. Nach dem Bericht geht es um ein Thermal- und Erlebnisbad und ein Hotel mit 180 Betten. Von Gesundheit ist keine Rede, noch viel weniger von einem "Gesundheitszentrum".

    In der Drucksache ist die Rede von der "Neuordnung und Abgrenzung der überbaubaren Flächen einschließlich der Höhenentwicklung entsprechend einem von dem Investor Eicher vorgelegten Planungskonzept".
    Kurz darauf heisst es: "Das städtebauliche und architektonische Konzept geht im Wesentlichen auf einen Gestaltungsentwurf zurück, den der von der Stadt nach Ausschreibung ausgewählte Investor, die Firma E. Generalunternehmung AG, zusammen mit dem Designer Prof. Luigi Colani erarbeitet hat."

    Da stellt sich natürlich die Frage, wer nun eigentlich der Investor ist, Kurt Eicher oder eine AG. Diese Frage wird umso drängender, als weder Kurt Eicher noch die AG mit einer normalen Recherche im Internet zu finden ist. Fündig wird man erst im Handelsregister des Kantons Zürich (www.powernet.de). Dort finden sich unter der Adresse Eichwatt 1 in 8105 Regensdorf gleich diverse Eicher-Aktiengesellschaften. Das besagt allerdings wenig. Barbara Fülle vom Friedrichshafener Wochenblatt wollte sich deshalb die Firma Aedis Immobilien Management AG ansehen, "die mit der Stadt Friedrichshafen unter Vertrag steht".  Sie staunt: Die Firma "scheint aus Luft zu bestehen. An Ort und Stelle befinden sich weder Firmenschild noch Klingel" (20.3.03, "Nervöse Reaktionen").

    Auf Seite 18 der Drucksache heisst es dann: "Man müsse das Vorhaben aber auch auf seine Akzeptanz hin prüfen, die einen guten Standort (direkt am See) bedinge. Unter den 20 angeschriebenen Anbietern seien nur zwei gewesen, die ohne Zuzahlung der Stadt zu investieren bereit gewesen seien."
    Diese Bereitschaft kann allerdings sehr unterschiedliche Gründe haben.

    Auf Seite 20 berichtet der "Bürgermeister H." (also nicht der jetzige OB, sondern vermutlich der Baubürgermeister), "es gebe in Bezug auf die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber dem Investor Grundsatzbeschlüsse des Gemeinderats für den Investor und für das Projekt sowie einen notariellen Vertrag auf Grund der Entwürfe (Verpflichtungsvertrag) mit einer generellen Klausel, die in gewissem Umfang (der Höhe nach begrenzt) zum gegenseitigen Schadensersatz verpflichte, falls das angestrebte Ergebnis nicht zu Stande kommt. Es sei jedoch nicht so, dass eine Regresspflicht entsteht, wenn das Rechtsschutzverfahren negativ ausgeht. Das Planungsrecht sichere ab, wie letztlich gebaut werden kann. Das Grundstück bleibe in öffentlicher Hand (Erbbaurecht). Die Stadt beabsichtige, im Frühjahr nächsten Jahres ­ wenn das Landratsamt über die Herausnahme der Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet entschieden hat ­ den Satzungsbeschluss auf den Weg zu bringen".

    Natürlich stellt sich die Frage, ob das Gesundheitszentrum bereits in den Verträgen stand und wenn ja, warum dies nicht im Bericht des Petitionsausschusses steht.

    Es bedeutet wenig, dass das Grundstück in öffentlicher Hand bleibe. Denn im Ernstfall bliebe der Gemeinde kaum etwas anderes übrig, als den Komplex an fast jeden Interessenten zu vergeben, der halbwegs glaubhaft verspricht, dessen Kosten zu tragen.
    In diesem Zusammenhang liest man dann doch sehr genau die scheinbar humorige Bemerkung des Kurt Eicher (>>): "Und falls noch irgendjemand auf die Idee kommen sollte, ich mache das alles lediglich, um mir eine goldene Nase zu verdienen: Die habe ich schon". Und: "Von den Wohn-Geschäfts- und Hotelbauten, die ich realisiert habe, sind einige im Volumen von 55 Millionen Euro in meinem Besitz."

    Im Zusammenhang mit dem Naturschutz hat man sich offenbar durchaus Gedanken über die mögliche Zukunft gemacht:

    "Für die Abwägung ist weiterhin von Bedeutung, ob die Auswirkungen auf den Naturhaushalt, insbesondere den Vogelzug, dauerhaft und rechtlich gesichert so minimiert werden können, dass keine erheblichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind. Dies kann durch einen öffentlich-rechtlichen Vertrag, der die Vorschläge des Gutachtens umsetzt, und durch dessen grundbuchrechtliche Sicherung erreicht werden. Dadurch würden auch bei einer Veräußerung des Geländes Rechtsnachfolger an die Vereinbarung gebunden".
    Zum Hotel heisst es im Bericht: "Was den Umfang des Hotelkomplexes (180 Betten) angehe, müsse auch die Wirtschaftlichkeit stimmen."
    Wohl wahr, denn vermutlich soll der Hotelkomplex zur Rentabilität der gesamten Anlage beitragen und die Gemeinde vor Folgekosten bewahren.
    Angesichts der sich aufdrängenden Fragen erscheint es fast schon belanglos, dass Colani sich in seiner Website als der Architekt des Thermalbades darstellt: "Ein großes 80-Millionen-DM-Thermalbad entsteht nach meinen Entwürfen in Friedrichshafen. Vor allen deutschen Architekten habe ich die Ausschreibung gewonnen. Alles im Colani-Design bis hin zu den Klos, Lichtschaltern, Türklinken etc."
    So Colani zur Berliner Zeitung vom 29.03.2000, Artikel: "Für das Surfmöbel habe ich das Holz entmaterialisiert".
     
     
     
     

    Eicher ist nicht Investor, sondern Projektor

    Eicher äusserte sich in seiner Gegendarstellung mehrfach über seine Finanzen:

    Diese Äusserungen wären wohl belanglos, wenn sie nicht am 18.3.2003 veröffentlicht worden wäre, also wenige Tage vor dem  Bürgerentscheid vom 23.3.2003, mit dem die Bürger das Projekt hätten stoppen können.

    Wolfgang Boller schrieb im Südkurier vom 13.5.2003 nach einer weiteren Gemeinderatssitzung. "Klar ist seit dem letzten Thermalbadbeschluss nur, was längst klar war: Die einen wollen ein Bad, das nichts kostet, den anderen ist's zu groß, und der Sache mit den Gratis-Bad trauen sie nicht."

    Die Finanzierungsfrage spielt also sehr wohl eine Rolle beim Bürgerentscheid vom 23.03.2003. Allerdings nicht ausdrücklich. Die den Bürgern vorgelegte Frage lautete: "Sind Sie gegen den Bau des Thermal- und Erlebnisbades mit Gesundheitszentrum in Friedrichshafen - Fischbach in der vom Gemeinderat der Stadt Friedrichshafen am 15.11.1999 beschlossenen Konzeption?"

    Es konnte also auf keinen Fall schaden, wenn Eicher etwaige Zweifel an der Finanzierung unter Hinweis auf seinen angeblichen Reichtum zerstreuen würde. Es ist auch keineswegs ausgeschlossen, daß Eichers diesbezügliche Behauptungen zum Ausgang des Bürgerentscheides beigetragen haben. Denn 62 % haben sich gegen das Eicher-Projekt ausgesprochen und gescheitert ist der Bürgerentscheid nur an zu geringer Beteiligung.

    Einzelheiten über den tatsächlichen Stand der Finanzierung konnte man später der Tagespresse entnehmen.
    Wolfgang Boller  im Südkurier vom 13.5.03 über die Gemeinderatssitzung vom 12.5.03 und die Stellungnahme des Fraktionschefs der Freien Wähler: "Zweifeln an der Finanzierung trat er so entgegen: 'Sie müssen dem Investor doch die Chance gegebn, mit einem konkreten Plan zur Bank zu gehen' ".

    Das muss man wohl so interpretieren, dass Eicher nicht oder nicht überwiegend mit eigenem Geld finanzieren will.
    Der Begriff "Investor" wird im allgemeinen auf Leute angewandt, die überwiegend eigenes Geld investieren.
    In demselben Artikel heisst es über eine Stellungnahme des Oberbürgermeisters (>>) von Friedrichshafen, der sich in dieser Sitzung erstmals gegen das Eicher-Projekt ausgesprochen hat: "Banken hätten ihm zur Finanzierung über Immobilienfonds eher ernüchternde Auskünfte erteilt ...".
    Diese Auskunft erklärt auch, warum Eicher nicht wenigstens schon längst eine Finanzierungszusage einer Bank vorgelegt hat.
    Das bedeutet, dass man bisher auf Eicher Zusagen über seine Finanzierungsmöglichkeiten vertraut hat.
    Und daraus ergibt sich letztlich die Bedeutung von Eichers Behauptungen über seinen angeblichen Reichtum.

    Wolfgang Boller zog das Fazit in seinem Kommentar: "Der Beschluss brachte das Projekt nur einen kleinen Schritt weiter: Das Bebauungsplanverfahren geht voran. Dann muss Eicher mit Bau-, Geschäfts- und Finanzierungsplänen zeigen, ob ers packen kann".
     
     
     

    Das Konkurrenzprojekt in Blankenburg im Harz: Finanzierung gescheitert

    Die Harzer Volksstimme berichtete am 3.3.2007:
    "Stadtrat beschliesst. Keine Verhandlungen mehr mit Solebad-Investor. Ausgeträumt - endgültig Schluss mit Kurt Eicher".
    Hintergrund: Die Presse habe "widersprüchliche Aussagen" des Bürgermeisters wiedergegeben, so ein Stadtrat. Deshalb sei ein Beschluss nötig.
    Ein anderer Stadtrat: "Für unsere Fraktion steht fest, dass im Dezember mit Eicher Schluss war. Dafür brauchen wir keinen Beschluss. Wir sollten keine Leichen aus dem Keller holen." Der Antrag erhielt dennoch eine grosse Mehrheit.
    Der Beschluss:

    "Der Stadtrat stellt fest,dass nach Ablauf der für Herrn Kurt Eicher bzw. der für seine Firmen bis zum 31.12.06 mehrfach verlängerten Option zur wirtschaftlichen Nutzung der Flächen am Thiepark durch die Stadt keine weiteren Aktivitäten ausgelöst werden, ihn bzw. seine Firmen in die Stadtentwicklung einzubeziehen."
    Artikel in der Harzer Volksstimme vom 10.1.2007:
    "Schweizer Investor scheitert an der Finanzierung der Gesundheitsterme".
    Kurt Eicher habe dem Bürgermeister per Brief mitgeteilt, die Finanzierung des Projekts sei - so die Zeitung  - "sowohl bei Banken, institutionellen Anlegern wie auch bei Privatpersonen mit genügend Sicherheiten 'nicht darstellbar' ". am 13.1.2006 ,eldete der Südkurier nach einem Gespräch mit Eicher, dieser wolle "dranbleiben". Der Blankenburger Bürgermeister sagte, das Projekt werde wieder aufgenommen, wenn die Landesregierung von sachsen-Anhalt künftig solche Projekte wieder "stärker unterstützen wolle".
     

    Gestern, am 25.2.2004, galt der Titel "Kommunal-Groteske" vorwiegend der Idee, den Gemeinderat eine Petition beschliessen zu lassen.
    Einen Tag später sieht das schon anders aus.
    Bürgermeister Frank Schade: Kurt Eicher habe seinen Anteil am 50-Millionen-Euro-Vorhaben zusammen, so die"Harzer Volksstimme" (>>).
    Demgegenüber der Sprecher des Magdeburger Wirtschaftsministeriums: „Kein Investor, keine finanziell gesicherte Eigenbeteiligung, kein ausreichend aufgebrachtes Privatkapital - demnach kann es keine Fördermittel geben".
    Und: „Selbst wenn es einen privaten Investor gäbe, auch dann wäre genau zu prüfen, ob das Thermenprojekt nicht unabsehbare Folgekosten für Stadt und Land nach sich ziehen könnte."
    Zusätzlicher Hintergrund der Ablehnung: Das Land Sachsen-Anhalt hatte bereits im Oktober 2003 die Förderrichtlinien geändert. "Gewerbliche Tourismusprojekte" dieser Art würden - wenn überhaupt - nur noch mit 25 % gefördert. Wirtschaftsminister Rehberg laut "Volksstimme" vom 5.3.04: Es sei "nicht mehr verantwortbar, dass erst zig Millionen Euro öffentliche Mittel beispielsweise in Spaßbäder gesteckt werden und dann nach zwei, drei Jahren nur Investruinen übrig bleiben". Voraussetzung sei im übrigen, so die Zeitung, dass "der Investor seinen Eigenanteil überzeugend darstellen könne". Der Investor muss also beweisen, dass ihm das Geld im richtigen Moment auch zur Verfügung stehen wird. Die Kurzformel "Eigenanteil überzeugend darstellen" nimmt darauf Rücksicht, dass niemand Millionenbeträge einfach herumliegen hat und niemand seine Finanzierungsgeheimnisse offenlegen muss. Üblicherweise wird deshalb eine Bankbürgschaft (>>) erbracht. Die Bank kennt die Finanzierungsgeheimnisse und unterliegt dem Bankgeheimniss. Die Bank gibt nur dann eine Bürgschaft, wenn sie entsprechende Sicherheiten hat. Wenn also eine Bankbürgschaft vorgelegt wird, gilt der Eigenanteil als überzeugend dargestellt. Dies und die Änderung der Förderungsrichtlinien war dem Bürgermeister entweder bekannt. Dann hat er die Gemeinde falsch informiert. Oder es war ihm nicht bekannt. Dann liegt offensichtliche Unfähigkeit vor.
     
     
    Eicher plant ein weitgehend identisches Projekt auch in Blankenburg im Harz: "Sole-Therme mit Gesundheitszentrum in Blankenburg".  
    Auch dort stammt der Entwurf von Colani und scheint fast identisch mit dem von Friedrichshafen zu sein.  
    Nach einem Bericht in der "Seewoche" vom 7.5.2003 geht es auch dort um "ganzheitliche Erholungs- und Gesundheitsangebote".  
    Ob der Esoteriker Eicher allerdings auch dort weitere Esoteriker als Berater hinzuziehen will, ist unklar.  
    Dennoch stellt sich die Frage, ob Eicher Friedrichshafen schon aufgegeben hat und Blankenburg der Ersatz sein soll.  
    Oder ob er glaubt, dass der Markt mehrere Standorte diese Grösse und Art verträgt.  
    Auch dort tritt Eicher offenbar als Investor auf.  
    Wenn Eicher aber in Wahrheit kaum eigenes Geld investiert, sondern überwiegend auf Geldbeschaffung angewiesen ist, wird das neue Projekt ein zusätzliches Risiko für die Finanzierung des Friedrichhafener Projektes.  
    Vielleicht will Eicher aber auch nur die Gemeinde Friedrichshafen unter Druck setzen.
    Für das Blankenburg-Projekt wurden 50 Millionen Euro an Fördermittel beantragt.  
    Der Antrag wurde abgelehnt.  
    Für den 1.3.2004 hat der Stadtrat deshalb eine Sondersitzung anberaumt, in der es nach der veröffentlichten Tagesordnung um lauter "wichtige Angelegenheiten geht. Einziger konkreter Tagesordnungpunkt:  
    "Petition des Stadtrates Blankenburg (Harz) gegen die Ablehnung von Fördermittelbescheiden zu wichtigen Investitionen in Blankenburg (Harz)".
    Es scheint sich wohl eher um eine Kommunal-Groteske zu handeln, deren Gegenstand man schamhaft verschweigen möchte und dabei sogar riskiert, dass die Einladung in Ermangelung des konkreten Verhandlungsgegenstandes unwirksam ist und dass in der Folge auch die Beschlüsse angreifbar wären. Vielleicht denkt man ja, man köne nicht viel falsch machen, weil nach den Grundgesetz die Volksvertretung nicht als Absender von Petitionen vorgesehen ist, sondern als Adressat. Artikel 17 Grundgesetz lautet nämlich: "Jedermann hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden". Vielleicht wollen die Volksvertreter als Jedermann auftreten und einen etwaigen Beschluss privat ausführen. Oder man beschliesst dann etwas ganz anderes. Denn die Tagesordnung enthält ja schliesslich auch die Punkte "Feststellung der Ordnungsgemässheit der Einberufung" und "Änderungsanträge zur Tagesordnung und Feststellung der Tagesordnung".  

    Dabei geht es nicht einmal nur um den Bau.  
    Denn noch nicht einmal die Finanzierung der Solebohrung ist offenbar gesichert, die um die 4 Millionen Euro kosten würde. Die Investoren haben sich offenbar geweigert, das zu bezahlen. Die Kommune hat kein Geld und darf deshalb einen Auftrag nur erteilen, wenn anderweitige Förderung zu etwa 90 % gesichert ist.

    PROJEKT-TEAM  
    A. Promotion, Konzepte und Realisierung  
    AEDIS Immobilien Management AG  
    Eichwatt 1, CH-8105 Regensdorf-Zürich  
    Tel: 0041-433 886 113, Fax. 0041-433 886 130  
    Projektverantwortung: Kurt Eicher, Dipl. Bauingenieur/ Dipl Baumeister Präsident des Verwaltungsrates  
    Partnerunternehmungen sind:  
    - Eicher Generalunternehmung AG CH-8105 Regensdorf-Zürich  
    - Eicher Immobilien AG CH-8105 Regensdorf-Zürich  
    - K Eicher Bauunternehmung AG CH-8105 Regensdorf-Zürich  

    B. Künstlerische Gestaltung  
    Prof. Luigi Colani Colani Design GmbH   
    Gewerbering 2-4 D-76149 Karlsruhe-Neureut  
    Formenphilosoph und Design-Professor  
    Industriedesign und Architektur Flugzeug- und Automobilbau  

    C. Architekt  
    NAGEL Architekten + Ingenieure Dipl Ing Architekt Winfried Nagel Marktstrasse 46 D-88212 Ravensburg  

    D. Grundlagenentwicklung und Marketing  
    Agentur für-Senioren Marketing Clauspeter Hannemann   
    Prof.-Max-Lange-Platz 6 D-83646 Bad Tölz  

    Vital life Projects Babette Reitz   
    Marktstrasse 46 D-88212 Ravensburg  

    E. Finanzierungs-Beratung  
    Ally Management Group AG Martin Hellweg Patrick Hubert-Flotho Bergstrasse 32 CH-8044 Zürich

     
     
    Harzer Volksstimme 26.2.2004  
    Blankenburgs Sole-Thermenprojekt droht das Aus  
    Sondersitzung des Stadtrats einberufen  
    Von altem Kaffee und neuen Sorgen  
      

    Bildunterschrift: Bürgermeister Frank Schade (links) und der Züricher Kurt Eicher präsentierten Blankenburgs Stadträten im vorigen April das Thermen-Pro|ekt. Während der Präsentation wurde auch diese Computeransicht vorgestellt.  

    Erneut droht ein für Blankenburg wichtiges Projekt zu scheitern. Das Vorhaben, eine Sole-Therme, ein Kurgastzentrum, dazu Hotel- sowie Beauty- und Wellnessangebote zu errichten, wird am Montag zum Thema einer Sonder-Ratssitzung. In einer Resolution wollen die Abgeordneten das Wirtschaftsministerium aufrufen, die für eine Kurstadt wichtigen Pläne weiter zu unterstützen.  

    Von Tom Koch und Ulrich Baxmann  

    Blankenburg. Man glaubt, alles schon erlebt zu haben. Erst wird ein gigantisches Projekt vorgestellt, dann folgt eine Iange  Weile  nichts,  dem schließen sich bange Wochen und Monate des Hoffens und Vertröstens an, und dann platzen all die angekündigten Vorhaben wie eine Seifenblase.  
    Nein, hier wird nicht die alte Geschichte des verglühten Planet Harz aufgewärmt, die Blankenburg angeblich eine 230 Euro-Investition bescheren sollte: Wellness-Oasen, Hotels, Golfplätze, sogar eine Musical-Spielstätte für die kein geringerer als Hollywood-Musiker Enio Moricone ein „Hexical" erschaffen sollte...  

    Doch das ist alter Kaffee, Blankenburgs Bürgermeister Frank Schade plagen derzeit neue Sorgen. Obwohl das aktuelle Vorhaben nur ein Fünftel des „Planeten" kosten soll, sind die Probleme praktisch genauso groß wie seinerzeit: Es fehlt am Geld. Während im April 2000 der fünf Jahre lang geträumte Plantentraum wegen fehlenden eigenen Geldes von Projektmacher Wilfried Hampe zerstieb heißt es jetzt, das fehlende Eigenkapital wäre nicht das Problem.  

    Problem mit dem Land  

    Der aus Zürich stammende Kurt Eicher habe seinen Anteil am 50-Millionen-Euro-Vorhaben für die von Stardesigner Luigi Colani entworfene Sole-Therme, Kurgastzentrum, Hotel sowie Schönheits- und Gesundheitsangebote zusammen. Das erklärt zumindest Frank Schade auf   Volksstimme-Nachfrage. Im aktuellen Fall seien vielmehr die Projektfinanzierung das Problem und die Landesregierung. Mit der Entscheidung des Wirtschaftsministeriums, künftig mit dem Geld der Steuerzahler nicht mehr touristische Vorhaben, nur noch Projekte im produzierenden Bereich zu fördern, werde nicht nur Blankenburg geschadet meint der Bürgermeister. Projekte etwa in Hasselfelde oder in Thale stünden nun ebenso auf der Kippe.  

    Dazu erklart Rainer Lampe: „Kein Investor, keine finanziell gesicherte Eigenbeteiligung, kein ausreichend aufgebrachtes Privatkapital - demnach kann es keine Fördermittel geben". Der Sprecher des Magdeburger Wirtschaftsministeriums sagt gegenüber der Harzer Volksstimme aber auch: „Selbst wenn es einen privaten Investor gäbe, auch dann wäre genau zu prüfen, ob das Thermenprojekt nicht unabsehbare Folgekosten für Stadt und Land nach sich ziehen könnte."  

    Kein Investor, kein Geld  

    Die Pleite der Staßfurter Salzlandtherme nach kurzer Betriebszeit belaste den städtischen Haushalt enorm. Auch das Magdeburger Spaßbad habe die erste Insolvenz hinter sich, und der wirtschaftliche Betrieb bereite den Investoren derzeit auch nur wenig Spaß... Davon will sich Bürgermeister Frank Schade nicht beirren lassen sondern "mit ganzer Kraft" ein Scheitern des Thermen-Kurgastzentrum-Projektes verhindern. Unterstützung erhofft sich das Stadtoberhaupt dabei von den Abgeordneten. Diese kommen am Montagabend zur Sondersitzung zusammen, um eine Resolution zu verabschieden, in der sie sich gegen die Ablehnung von Fördergeldern für die Vorhaben "Harz-Zeit" und "Sole-Therme mit Gesundheitszentrum" aussprechen werden.  
    Dieter Böhnki (SPD) wies gestern auf Nachfrage darauf hin, dass es seine Partei war, die die Initiative für die Sondersitzung ergriffen habe. Birgit Kayser, CDU-Fraktionschefin im Stadtrat, kündigte die Zustimmung ihrer Kollegen zur Petition an. PDS-Ratsfraktionschef Joachim Pflaumbaum erneuerte angesichts der Ablehnung der "Harz-Zeit" noch einmal die Bedenken seiner Partei gegen den geplanten Schießplatz im Heers. Pflaumbaum sprach sich daher für eine "differenzierte Betrachtung" des Projekts aus.  

    Vor der Sondersitzung, am Wochenende, wird der Bürgermeister wieder unterwegs sein, um für das Projekt zu werben. Vergleiche mit dem verglühten "Planeten" weist Schade von sich. Genausowenig, so der Blankenburger, könne das aktuelle Vorhaben in Einzelprojekte "zerstückelt" werden. Die Bestandteile würden einander bedingen, was nütze ein Beautyhotel,  wenn man keinen Whirlpool vorweisen könne.  

    Optimismus bis zuletzt  

    Der Bürgermeister gibt sich optimistisch, das Thermenprojekt trotz Zeitverzugs und akuter Finanzprobleme noch auf den Weg zu bringen. "Wir bekommen das hin." Schon einmal hatte ein Stadtoberhaupt immer und immer wieder erklärt, das Vorhaben werde gelingen. Bürgermeister Heinz Behrens verknüpfte seine Zukunft im Blankenburger Rathaus mit dem "Planet Harz". Er wurde abgewählt.  Seite 1  
     

     
     
     
     
     

    Der Oberbürgermeister

    In der Südwest Presse vom 24.3.03 (>>) heisst es:

    "Der Widerstand gegen die Pläne ist groß. Bei der Wahl 2001 wurde Oberbürgermeister Bernd Wiedmann (CDU), der sich für den Bau einsetzte, abgewählt. Sieger war Josef Büchelmeier, dessen SPD das Projekt ablehnt. ...
    Büchelmeier hat sich früher für eine kleinere Lösung ausgesprochen, inzwischen hat er sich als OB Neutralität verordnet. Er setzte sich aber dafür ein, dass die Bürger über den Plan entscheiden."
    In der Gemeinderatssitzung vom 12.5.2003 hat OB Büchelmeier seine selbstgewählte Neutralität aufgegeben und sich gegen das Projekt ausgesprochen.

    Über die Erklärung des OB heisst es im Südkurier vom 13.5.2003:

    "Büchelmeier ... hatte erklärt, er werde gegen das Bad in der vorgesehenen Form zu stimmen. Es sei sein Recht, Sorge zu haben um den Gemeindefrieden, die Natur, die Finanzierung und die Nutzung. Banken hätten ihm zur Finanzierung über Immobilienfonds eher ernüchternde Auskünfte erteilt, das eine oder andere Bekenntnis Eichers zu Heilmethoden habe bei ihm gemischte Gefühle ausgelöst und die Einzigartigkeit sei nicht mehr gegeben, weil Eicher Ähnliches im Harz plant. Der Wille der Bürger müsse ernster genommen werden, so Büchelmeier."
    Was der OB genau gesagt hat, kann nur das Protokoll ergeben. Dass er vorsichtig sein musste, ergibt sich schon daraus, dass bereits im Notarvertrag mögliche Schadensersatzansprüche geregelt wurden (>>). Diese Verträge hat der OB bei Amtsantritt vorgefunden. Er muss also gute Gründe haben, wenn er später gegen das Propjekt stimmt. Er hat dies laut Zeitungsbericht damit begründet, "es sei sein Recht, Sorge zu haben um den Gemeindefrieden, die Natur, die Finanzierung und die Nutzung". Er wird nach fast zwei Jahren Amtserfahrung wissen, dass er im Streitfall dem Gericht seinen Sorgenkatalog vorlegen muss. Dass OB Büchelmeier sich vorsichtig äussert, kann durchaus auch auf den Verpflichtungen beruhen, die ein solcher Vetrag nun einmal mit sich bringt.

    Im Kommentar zu dem Bericht vom Südkurier vom 13.5.2003 heisst es:

    "Nicht absehbar sind die politischen Konsequenzen: Ob die Bürger, die gegen das Bad gestimmt haben, mittragen, dass ihr Votum von CDU und FW ignoriert wurde? Nächstes Jahr sind Wahlen."
    Das werden auch diejenigen zu berücksichtigen wissen, die jetzt noch Eichers "Chance, mit einem konkreten Plan zur Bank zu gehen" (>>) höher einschätzen, als den Gemeindefrieden.
     
     
     

    Der Prozess

    Die Schwäbische Zeitung vom 3.3.06 hat über einen offenen Brief der Gruppe "Bürger Aktiv" an den Baden-Würrtembergischen Ministerpräsidenten Oettinger berichtet und auch den Bürgermeister von Friedrichshafen dazu gefragt. Die Zeitung:

    "Oberbürgermeister Josef Büchelmeier verweist auf den Gemeinderatsbeschluss für das von Eicher geplante Thermalbad, an den man gebunden sei. Er selbst habe bereits öffentlich gegen das Thermalbad in der momentan geplanten Form gestimmt und wolle die Bitte von Bürger Aktiv, sich gegen ein Esoterikzentrum zu engagieren, in die Gremien bringen. "Tatsache" sei laut OB, dass "der Esoterikvorwurf in dem Prozess damals weder bestätigt noch widerlegt worden ist, da das Verfahren eingestellt wurde."
    Mit dem Verfahren ist vermutlich der Prozess Eicher gegen das "Wochenblatt" gemeint (>>), mit dem Eicher vermutlich die kritische Berichterstattung unterbinden wollte. Das Verfahren ist allerdings nicht "eingestellt" worden. Vielmehr wurde ein Vergleich geschlossen. Eicher hat also seine ursprünglichen Forderungen offenbar nicht für durchsetzbar gehalten.
     

    Eicher hatte gegen den Bericht im Wochenblatt eine einstweilige Verfügung erwirkt. Das ist meist recht einfach und geht schnell. Der Kläger geht kein besonderes finanzielles Risiko ein, weil der Schaden, der einer Zeitung dadurch entsteht, dass sie bestimmte Formulierungen nicht mehr benutzen darf, finanziell nicht bezifferbar ist. Der Vorteil hingegen kann gross sein, weil darüber berichtet wird. Tatsache ist ausserdem, dass dem "Wochenblatt" und der Journalistin Fülle zeitweilig ein Mauklkorb umgehängt war. Zumindest zeitweilig bestand also der Verdacht, die Journalistin hätte nicht sorgfältig genug recherchiert.

    Die Zeitung hat Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung erhoben.
    Der Ausgang des Verfahrens veranlasste den Journalisten  Andreas Ambrosius zu der Formulierung "Vorhang zu, alle Fragen offen" (>>).
    In der Verhandlung meinte der Richter, nach dem Ausgang des Bürgerentscheides und der erneuten Gemeinderatsentscheidung sei sehr viel Druck aus der Sache gewichen. Also wurde ein Vergleich geschlossen.

    Der Wochenblatt-Anwalt zu diesem Vergleich: Im Prinzip könne jedes Wort erneut so abgedruckt werden. Der Gründer seines Stuttgarter Büros war Martin Löffler, jahrzehntelang der wichtigste Kommentator des Presserechts. Partner war dann Karl-Egbert Wenzel, Erfinder des Begriffs "Äusserungsrecht" und Autor des jahrzehntelang wichtigsten Kommentars zu diesem Thema. Wer in einem solchen Büro arbeitet, hat einen Ruf und kann ihn verlieren. Es ist kein Grund ersichtlich, an seinen Worten zu zweifeln.
     

    Der Richter meinte, es gehe in diesem Verfahren nicht darum, ob eicher einer Sekte angehöre oder nicht.
    Gegenstand des Verfahrens sei die Frage, ob Verbindungen oder Kontakte zu Personen aus diesen Kreisen bestünden.

    Die einstweilige Verfügung des Landgerichts Ravensburg (Aktenzeichen 4 O 104/03)  vom 19.3.2003 enthielt einen ganzen Katalog von untersagten Äusserungen. Die Verfügung war ohne mündliche Verhandlung ergangen. Das Gericht hatte also die Klage nur "summarisch" geprüft. Demnach durfte die Zeitung u.a. die Äusserungen aus dem Wochenblatt Friedrichshafen vom 13.03.2003 (>>) nicht mehr wiederholen, Eichers Berater

    Diese Entscheidung vom 19.3.2003 erging kurz vor dem Bürgerentscheid vom 23.3.2003.
    Zum Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung hatte sie somit den vermutlichen Zweck bereits erfüllt.
    Ein Verglich war deshalb zu erwarten.
    Zumal sich inzwischen ja erwiesen hatte, dass es für diese Äusserungen genügend Anhaltspunkte gab, diese also keineswegs aus der Luft gegriffen waren, nur um Eicher zu schädigen. Das wäre nämlich eine unzulässige "Schmähkritik" gewesen. Jenseits dessen war nur zu prüfen, ob es sich um eine Meinungsäusserung gehandelt hat. Eine solche kann wegen des Grundrechts der Meinungsfreiheit niemals verboten werden. Oder ob diese auch einen "Tatsachenkern" enthalten habe, dessen Beweisbarkeit dann zu prüfen gewesen wäre.
     
     
     
     

    Die Verbraucherschutz-Erklärung

    Am 6.5.2003 hat Eicher in einem Schreiben an den Oberbürgermeister die folgende Erklärung abgegeben:

    "Regensdorf, 06. Mai 2003
    Thermal- und Erlebnisbad mit Gesundheitszentrum
    Sehr geehrter Herr Büchelmeier
    .....
    Um letzte auch unberechtigte Zweifel in der Öffentlichkeit auszuräumen, das Projekt unbelastet von Sektenvorwürfen durchzuführen und die ordnungsgemässe Betriebsführung des Projekts in Zukunft zu sichern geben wir, Eicher Generalunternehmung AG Regensdorf, Aedis Immobilien Management AG Regensdorf sowie Kurt Eicher Regensdorf, folgende persönliche Erklärung ab.
    Erklärung des Investors
    Der Investor versichert, dass er weder in der Vergangenheit noch gegenwärtig Mitglied oder Anhänger der Church of Scientology oder einer anderen Sekte war, von der nach Einschätzung einer staatlichen Stelle Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung ausgehen.
    Eine Zusatzvereinbarung über die inhaltliche Philosophie wird In den Hauptverträgen ergänzt und notariell beurkundet
    Mit freundlichen Grüssen Eicher Generalunternehmung AG
    Kurt Eicher"
    Ausserdem wurde offenbar zwischen den Beteiligten eine Zusatzvereinbarung abgeschlossen.
    Hier liegt davon allerdings nur die erste Seite ohne Datum vor und ausserdem wurde der Vertrag - soweit ersichtlich - nie veröffentlicht.
    Deshalb kann darüber nur  mit Vorbehalt berichtet werden.
    Insbesondere ist nicht feststellbar, welche Sanktionen bei Verstössen vorgehen sind.
     
      
    Zusatzvereinbarung  
    zwischen  
    1. der Fa. Eicher Generalunternehmung AG Eichwatt 1, CH-8105 Watt-Regensdorf  
    und  
    2. der Fa. Aedis Immobilien Management AG, Mellingerstrasse 107, CH-5405 Baden-Dättwil  
    und der  
    3. Stadt Friedrichshafen, Adenauerplatz 1 DE- 88045 Friedrichshafen  

    1. Vorbemerkungen  
    Die Beteiligten haben mit notariellen Verträgen vom 01.12.1999, URNO Nr. 1566/1999 einen Rahmenvertrag über den Bau und Betrieb eines Thermal-und Erlebnisbades mit Gesundheitszentrum sowie ein Angebot zum Abschluss eines Erbbaurechts- und Pachtvertrages geschlossen. Auf diese Urkunden wird inhaltlich Bezug genommen.  

    2. Zusatzvereinbarung  

    Inhaltliche Philosophie  
    §1  
    Das Projekt „Thermal- und Ertebnisbad mit Gesundheitszentrum in Fischbach" soll die Menschen wieder an ihre Heilungsprozesse und ihre eigene Schönheit, Natürlichkeit und Individualität heranführen.  
    Es wird nur Heilmethoden Raum gegeben, die Gesundheit, Autonomie und Selbstverantwortung des Einzelnen fördern.  
    Die Beteiligten zu 1) und 2) verpflichten sich, keine Heilmethoden anzuwenden, die  

  • mit Manipulationstechniken physisch oder psychische Abhängigkeiten erzeugen,
  • gesetzlich nicht erlaubt sind 
  • nach gefestigter Rechtsprechung gesundheitsschädlich sind.
  • §2  
    § 6 des Erbbaurechtsvertrages wird dahingehend geändert, dass eine Vermietung und/oder Verpachtung und Untervermietung, jeweils auch in Teilen, gestattet ist, wenn sichergestellt ist, dass der Untermieter/-pächter die Verpflichtung aus § 1 dieser Vereinbarung gegenüber der Stadt ….
         Dieser Vertrag könnte künftig bundesweit und international zum Vorbild werden für die Gestaltung von Verträgen zwischen öffentlichen Einrichtungen und privaten Anbietern, wenn es um Fragen der Gesundheit geht.
    Denn damit wird die Tätigkeit des Gesundheitszentrums auch inhaltlich der öffentlichen Kontrolle unterworfen.
    Gemeint ist damit nicht der Vertrag mit seinem derzeitigen Inhalt.
    Der lässt sich noch nicht abschliessend beurteilen.
    Gemeint ist vielmehr der Grundsatz:

    Was der Vertrag für diesen konkreten Einzelfall bedeutet, ist derzeit aber noch nicht abzuschätzen.
    Insbesondere bleibt abzuwarten, ob Sanktionen vereinbart wurden und wenn ja, welche.
    Fraglich ist auch, ob der Begriff "Heilmethoden" sinnvoll ist.
    Denn daraus könnte man schliessen, dass gesundheitsschädliche, manipulative und verbotene Methoden dann erlaubt seinsollen, wenn es sich nicht um Heilmehtoden handelt.
    Hinzu kommt, dass der Begriff "Heilmehtoden keineswegs gägngi ist und deshalb ausgelegt und ausgefüllt werden muss.
    Das kann im einzelfall schwierig werden.

    Als wichtigstes Problem könnte sich erweisen, dass der Betreiber stets behaupten kann, ohne das jeweilige Angebot würde die Einrichtung pleite gehen. Dann würde möglicherweise die Kommune auf dem Schaden sitzen bleiben. Deshalb lässt sich die Bedeutung dieser Vereinbarung nicht ohne Kenntnis der weiteren Veträge abschätzen.
     
     
     
     

    Gesundheit oder Wellness?

    Das Friedrichshafener Wochenblatt berichtete am 20.3.2003:

    "Mit einer Bankrotterklärung trat die ... Stadtspitze nach unseren Veröffentlichungen an die Presse: "Weder die Stadt Friedrichhafen noch irgend jemand sonst wird in der Lage sein", schreiben OB Josef Büchelmeier und Baubürgermeister Dieter Hornung, "über den medizinischen Nutzwert dieser Methoden abschliessend und objekiv zu urteilen". Gemeint sind die Angebote in Eichers Gesundheitszentrum."
    Welche Methoden auch immer gemeint sind: Es gibt nichts, worüber ein Gutachter nicht ein abschliessendes und objektives Urteil abgeben kann.
    Schliesslich gibt es auch in den Universitäten Experten zum Beispiel für Naturheilkunde.
    Im Zweifel lautet dieses Urteil dann eben, dass ein medizinischer Nutzwert nicht erkennbar sei.
    Dann müsste man wohl auf den Begriff "Gesundheitszentrum" verzichten.
    Deshalb benutzen viele esoterisch angehauchter Einrichtungen auch lieber den Begriff "Wellness".
    Wellness heisst zwar auch Gesundheit, aber eben auch im Sinne von Wohlfühlen.

    Das Problem scheint aber zu sein, dass ein ganz normales Thermalbad für einen erheblichen Teil der Bevölkerung hinreichend Wellness vermitteln würde. Deshalb fordern die ja gerade das "Bürgerbad", also ein Bad ohne Gesundheitszentrum.
     
     
     
     
    Aus: http://www.gruene.de/friedrichshafen/Aktuell.htm  


    Standpunkte zur Kommunalpolitik   
    Thermalbad Fischbach   
    Mittlerweile - im Oktober 2001 - mehren sich die Stimmen in FN, dass es auch anders gehen könnte als mit den alten zweifelhaften Planungen. Ein modernisiertes Familienbad mit Saunalandschaft unter Nutzung des Thermalwassers - eine Alternativlösung der wir von Anfang positiv gegenüberstanden:  
    Wir können uns glücklich schätzen, solch ein Juwel wie das Frei-/ Seebad in Fischbach mit unseren Familien nutzen zu können. Es wäre ein Frevel dieses Naturufer und die Grünflächen zu versiegeln. Uns Bürgern bliebe der tägliche und bezahlbare Strandbesuch verwehrt (man sehe die Preislisten anderer Einrichtungen ein).   
    Das seit 60 Jahren bestehende und intakte Landschaftsschutzgebiet würde für einen privaten Investor aufgegeben werden. Der Thermalbadbereich nimmt in den Colanientwürfen einen äußerst geringen Flächenanteil ein. Vielmehr handelt es sich um eine Spaß- und Erlebnistherme mit Gesundheitszentrum incl. eines Hotelkomplex mit 200 Gästebetten ach ja und erstmal hunderten Parkplätzen in Seesichtlage.  
    Deshalb:  
    - JA zu einem Thermalbad  
    - JA zum Erhalt des bisherigen Frei- und Seebades in Fischbach  
    - NEIN zum geplanten Standort für einen Hotelkomplex  
    Wir hatten deshalb Einspruch gegen die geplante Aufhebung des Landschaftsschutzgebietes bei der Unteren Naturschutzbehörde eingelegt und unterstützen die Bürgerinitiative "Thermalbad Fischbach" 
     
     
     
     
    Südkurier 13.5.2003   


    Heftige Debatte um Bad-Bürgerentscheid - Brugger: Oberbürgermeister nicht meisterlich  
    Erneutes Ja zu Colani-Bad  

    Es kam wie erwartet: Die Mehrheit des Gemeinderats aus CDU und FWV (ohne Peter Arnegger) erneuerte gestern den Beschluss, das Colani-Bad samt Gesundheitszentrum in Fischbach zu bauen. Es kam unerwartet heftige Schelte von CDU-Fraktions-Chef Johannes Brugger für Oberbürgermeister Büchelmeier, der gegen das Bad stimmte. Investor Kurt Eicher unterschreibt, nicht Mitglied einer Sekte zu sein.  
    VON WOLFGANG BOLLER  

    Friedrichshafen - Die große Frage lautete: Soll der Gemeinderat das Ergebnis des Bürgerentscheids, bei dem die Mehrheit das Bad ablehnte, der aber die erforderliche Stimmenzahl knapp verfehlte, berücksichtigen? Für CDU-Fraktions-Chef Johannes Brugger war klar: Das Quorum ist nicht erreicht worden, der Gemeinderat müsse selber entscheiden. Die CDU wolle kein Bad, das direkt oder indirekt (mit den TWF als Investor) der Stadt zur Last falle. Die Lösung mit Investor Eicher biete die Möglichkeit, Familienförderung, Sportförderung, und ähnliches zu betreiben, wofür derzeit kein Geld da ist. Zuvor hatte Brugger die Konfrontation mit Büchelmeier gesucht. Der hatte erklärt, er werde gegen das Bad in der vorgesehenen Form zu stimmen. Es sei sein Recht, Sorge zu haben um den Gemeindefrieden, die Natur, die Finanzierung und die Nutzung. Banken hätten ihm zur Finanzierung über Immobilienfonds eher ernüchternde Auskünfte erteilt, das eine oder andere Bekenntnis Eichers zu Heilmethoden habe bei ihm gemischte Gefühle ausgelöst und die Einzigartigkeit sei nicht mehr gegeben, weil Eicher Ähnliches im Harz plant. Der Wille der Bürger müsse ernster genommen werden, so Büchelmeier.   

    Das empfand Brugger für einen Oberbürgermeister „nicht meisterlich". Etwas zu meistern, bedeutete, etwas zu gestalten und zuwege zu bringen. Unter einer meisterlichen Leistung hätte er verstanden, dass Büchelmeier seine Bedenken in den Sitzungsunterlagen aufgearbeitet hätte, was nicht geschehen sei. Was er abgeliefert habe, sei „ein echter Büchelmeier". Der habe nur Vorurteile bedient.   

    Mit allem habe er gerechnet, nur nicht mit dem „wenig stilvollen Akt gegen den Oberbürgermeister", sagte SPD-Fraktions-Chef Roland Frank. Dass das Quorum nicht erfüllt wurde, bedeute nur, dass das Ergebnis nicht automatisch an die Stelle des Gemeinderatsbeschlusses für das Thermalbad trete. „Wozu haben wir alle Bürger um ihre Meinungsäußerung gebeten, wenn man sie nicht Ernst nimmt?", so Frank. Er hielt den Räten aus CDU und FWV vor, dass sie mit 62 Prozent der Stimmen gewählt worden seien. Und etwa 62 Prozent hätten gegen das Bad abgestimmt. Frank plädierte für eine kleine, für die Bürger akzeptable Lösung und das Thermalwasser so lange im bestehenden Bad zu nutzen. Weil Meersburg und Überlingen ihre Bäder bereits bauen, sei das Projekt nicht mehr so vordringlich.  

    „Wenn wir heute keine Entscheidung treffen, sind wir auf dem Stand Null und haben in zehn Jahren immer noch kein Bad", argumentierte FW-Fraktions-Chef Hans-Peter Kaldenbach. Seit sieben Jahren höre man die selben Argumente. Zweifeln an der Finanzierung trat er so entgegen: „Sie müssen dem Investor doch die Chance geben, mit einem konkreten Plan zur Bank zu gehen."   

    Als nicht durchsetzungsfähig bezeichnete Mathilde Gombert, Vorsitzende der Fraktionsgemeinschaft Grüne/Frauenliste/ÖDP das Projekt, weil es dem Landesentwicklungsplan entgegen stehe. Sie störte sich am Wellness-Zentrum. Die Bürger fühlten sich auch ohne diese Einrichtung „well" (englisch für wohl).Dass Eicher ein ähnliches Projekt im Harz plant, ist für sie ein Beweis, dass das Bad die Nähe zum See nicht braucht.   

    Erwartungsgemäß behielten CDU und FW die Oberhand in der von SPD und Fraktionsgemeinschaft verlangten namentlichen Abstimmung: CDU einstimmig, FW (ohne Peter Arnegger) und DU stimmten für das Bad, SPD, Fraktionsgemeinschaft und Arnegger dagegen.   

    Dem Vorwurf, er stehe einer Sekte nahe und vertrete zweifelhafte Heilmethoden, tritt Investor Eicher in einer Erklärung und einem Zusatz zu den Verträgen entgegen. Er versichert schriftlich, nicht Mitglied von Scientology oder einer anderen Sekte zu sein oder gewesen zu sein, von der Gefahren für Sicherheit und Ordnung ausgehen. Die Verträge werden um dem Zusatz ergänzt, keine Heilmethoden anzuwenden, die Gesundheitsschäden, psychische oder physische Abhängigkeiten hervorrufen. Eicher verfolgte die Debatte übrigens fast regungslos. Eine Prognose, wann das Bad gebaut wird, gebe er nicht mehr ab. Er warte auf den Bebauungsplan. Im Jahr 2006, so hieß es gestern, könnte mit dem Bau begonnen werden.   
      

    KOMMENTAR   

    WOLFGANG BÖLLER   
    Alles klar? Klar ist seit dem gestrigen Thermalbadbeschluss nur, was längst klar war: Die einen wollen ein Bad, das nichts kostet, den anderen ist's zu groß, und der Sache mit dem Gratis-Bad trauen sie nicht. Ob und in welcher Größe es gebaut wird, ist noch nicht sicher. Im Herbst war man schon weiter. Da war eine Größenreduzierung im Gespräch, die aber nicht beschlossen wurde und von der auch im Bürgerentscheid nicht die Rede war. Der Beschluss brachte das Projekt nur einen kleinen Schritt weiter: Das Bebauungsplanverfahren geht voran. Dann muss Eicher mit Bau-, Geschäfts- und Finanzierungsplänen zeigen, ob er's packen kann. Und wie sich das Colani-Bad mit dem geplanten Hallenbad-Neubau auf dem alten Messegelände verträgt, muss auch erst noch bewiesen werden. Nicht absehbar sind die politischen Konsequenzen: Ob die Bürger, die gegen das Bad gestimmt haben, mittragen, dass ihr Votum von CDU und FW ignoriert wurde? Nächstes Jahr sind Wahlen.   
     

     
     
    Südkurier vom 16.5.03   
    http://www.suedkurier.de/lokales/regionalnachrichten/bodensee/friedrichshafen/1063,429896.html   

    Vorhang zu, alle Fragen offen   
    Rechtsstreit zwischen Thermalbad-Investor Eicher und "Wochenblatt" endet mit Vergleich   

    VON ANDREAS AMBROSIUS   

    Auf hoher See und vor Gericht, das weiß der Volksmund, befindet man sich in Gottes Hand. Diesen Unwägbarkeiten wollten sich gestern Früh vor dem Landgericht Ravensburg Thermalbadinvestor Kurt Eicher und die Vertreter des "Wochenblatts" nicht aussetzen. Als "Schwamm drüber", könnte man den Ausgang des Verfahrens bezeichnen, vor Gericht heißt das Vergleich. Und auf so einen einigten sich beide Parteien. Zur Verhandlung vor der 4. Zivilkammer, der Richter Steidle vorsaß, kam die Einstweilige Verfügung, die Kurt Eicher gegenüber dem "Wochenblatt" über dessen Berichterstattung im Vorfeld des Thermalbad-Bürgerentscheids erwirkt hatte. Zwei Journalistinnen hatten Eicher in die Sekten-Ecke gestellt und ihm Verbindungen zu "selbst ernannten Heilsbringern der New Age-Szene" vorgeworfen. Dagegen hatte sich Eicher zur Wehr gesetzt und auch eine umfangreiche Gegendarstellung durchgedrückt.   

    "Heute geht es nicht darum, ob Herr Eicher einer Sekte angehört oder nicht", wies Richter Steidle gleich zu Beginn die Richtung. Gegenstand des Verfahrens sei die Frage, ob Verbindungen oder Kontakte zu Personen aus diesen Kreisen bestünden. In Details einsteigen, nein, das wolle sich das Gericht eigentlich ersparen. Was ist Tatsachenbehauptung, was Meinungsäußerung - ein schwieriges Terrain. "Die Freiheit der Presse und der Meinungsäußerung gehen weit, ihre Grenzen liegen in der unzulässigen Schmähkritik", dozierte Richter Steidle. Dagegen gelte es Persönlichkeitsrechte abzuwägen. Gleichwohl wollte das Gericht im vorliegenden Fall die Grenzen dafür nicht festlegen. "Vor diesem Hintergrund hat das Gericht Bedenken, ob und inwieweit an der Einstweiligen Verfügung festgehalten werden kann", so der Vorsitzende Richter. Im Übrigen sei nach dem Ausgang des Bürgerentscheids und der erneuten Gemeinderatsentscheidung viel Druck aus der Sache gewichen. Ob sich denn beide Parteien darauf verständigen könnten, die Sache als gegenstandslos zu betrachten? Die Rechtsanwälte zierten sich noch etwas, doch dann diktierte der Richter die Vergleichsvereinbarung auf Band.   

    Demnach darf keine Seite Rechte aus dem Vergleich ableiten. Die Hauptsache des Verfahrens ist ebenso erledigt wie wechselseitige Ansprüche. Eicher zieht seinen Antrag auf Strafanzeige gegen die beiden Journalistinnen und den verantwortlichen Redakteur zurück und trägt die Gerichtskosten. Die Einstweilige Verfügung ist gegenstandslos.   

    Auch ein zweites Verfahren, das sich mit der Haftungsfrage beschäftigte, ist erledigt. Alles spreche dafür, dass der verantwortliche Redakteur nicht hafte, schickte Richter Steidle voraus. Nach kurzer Beratung mit seinem Rechtsanwalt nahm Kurt Eicher seinen Verfügungsantrag zurück.   


    Quelle: Südkurier vom 16.5.03   
    http://www.suedkurier.de/lokales/regionalnachrichten/bodensee/friedrichshafen/1063,430275.html   

    Kommentar von Andreas Ambrosius  
    Rechtsstreit - Wie am Anfang  

    Außer Spesen also nichts gewesen? Zumindest aus Sicht der beiden Kanzlei-Buchhaltungen trifft das zu. Zur Klärung der Sekten-Vorwürfe gegen den Thermalbad-Investor hat jedenfalls der gerichtliche Vergleich zwischen Eicher und "Wochenblatt" nichts beigetragen. "Fleisch an die Knochen" hatte sich der Wochenblatt-Anwalt bezüglich der Einigung gewünscht, einen Fingerzeig für die zukünftige Berichterstattung. Was ist erlaubt, was nicht? Nun, die Knochen bleiben total abgenagt. Der Vergleich stellt einen Zustand her, als ob nie etwas stattgefunden hätte, als ob nie eine der Anschuldigungen publiziert worden wäre. Er lässt keine Aussage zu, wer Recht und wer Unrecht hatte. Und er zeigt schon gar nicht auf, was in Zukunft geschrieben werden darf und was nicht.   

    Wie dem auch sei: Man kann davon ausgehen, dass beide Seiten den Schlagabtausch als Sieg verbuchen werden. Der Anwalt der Presseleute vertrat am Rande der Verhandlung die Auffassung, dass "im Prinzip" jedes Wort erneut so abgedruckt werden könnte. "Mitnichten!", sagt Eichers Anwalt und kündigt im Wiederholungsfall neue Klagen an. Die Fronten bleiben also verhärtet. Einzige Gewinner bislang: die Kanzleien.

     
     
    Aus: http://www.wochenblatt-aktiv.de/nachrichten.phtml?verlagid=104  
    Wochenblatt Friedrichshafen 13.03.2003  


    Ein Gesundheitskoloss für Licht- und Liebesjünger  
    Per Bürgerentscheid bestimmen am 23. März die Friedrichshafener, ob Kurt Eicher am Bodenseeufer in Fischbach ein gigantisches Gesundheitszentrum erstellen darf. Der Schweizer Bauunternehmer soll in ein Netzwerk von Psychosekten verstrickt sein, die mit okkultem Wirrsinn Kasse machen.  
    VON BARBARA FÜLLE SYLVIA FLOETEMEYER  
    Hochhäuser, Tankstellen, Supermärkte: Regensdorf, südwestlich von Zürich gelegen, ist eine Betonwüste. Gleich nach der Autobahnausfahrt erhebt sich ein Firmenkomplex, der durch drei dreistöckige Pyramiden wie eine tempelartige Festung aussieht. Zwei der Pyramiden stehen fast gespenstisch leer. In der ersten residiert die "Eicher Bauunternehmung". Kein Wunder, dass deren Chef Kurt Eicher in landschaftlich reizvollerer Umgebung gern "Orte der Kraft" erspäht.  
    Ein solcher bot sich ihm auch am Bodenseeufer in Fischbach, als die Stadt Friedrichshafen 1998 auf Investorensuche ging: Ein Thermalbad soll dort entstehen. Eicher brachte Pläne für ein paar Becken. Auf dem größten Teil der Fläche mitten im Landschaftsschutzgebiet will er jedoch ein Gesundheitszentrum errichten. Eine Art wirtschaftliche Entwicklungshilfe an die Stadt, wie er betont: "In ganz Europa wird davon geredet werden."  
    Kostspielige Gutachten, Gerichtsentscheide, Petitionen im Landtag wurden eingeholt. Seit sieben Jahren ist das Projekt umstritten. Und trotz Hochglanzbroschüre der Stadt und mehrerer Bürgerinformationen sind ein paar lapidare Fragen noch immer ungeklärt: Wozu ein Hotelkomplex mit 96 Zimmern benötigt wird, was in den Seminarräumen gelehrt und welche Behandlung den Gästen in den Therapieräumen angedient werden soll.  
    Nachfragen bremste Baubürgermeister Dieter Hornung mit der stereotypen Antwort aus, es handle sich bei den Plänen um "Visionen". Der Gemeinderat von Friedrichshafen, geübt in Lethargie, segnete das Projekt am 15. Nobember 1999 ab. Dabei hätte es keiner seherischen Fähigkeiten bedurft, die fragwürdige Schlagseite des Projekts zu erkennen.  
    In der Sitzungsvorlage des Gemeinderats vom 15. November 1999 gibt Eicher einige seiner "therapeutischen" Berater preis: Sektierer der Psycho-Szene, die mitunter geeignet sein dürften, staatsanwaltschaftliche Aufmerksamkeit zu erwecken und die mit okkultem Wirrsinn Kasse machen. Allen voran Rüdiger Dahlke, Eichers Kompagnon in Sachen "Medizin/natürliche Heilmethoden". Im österreichischen Johanniskirchen bietet er dreiwöchige Ausbildungskurse zum "Reinkarnationstherapeuten" an. Sicher, meint die freundliche Dame im dortigen Rathaus, man kenne Dahlke, auch sein "Heilkunde-Zentrum". Auf touristische Werbung damit verzichtet man aber.  

    Tod durch Vertrocknen  
    Seitenweise ergießt sich Dahlke im Internet über "Lichtnahrung", die es der interessierten Klientel erlauben soll, ganz ohne Kühlschrank auszukommen. Die Vorkämpferin der Methode, eine ehemalige australische Bankangestellte, die unter dem Namen "Jasmuheen" auf esoterische Marketingtouren geht, sieht im Auftanken von "Lichtenergie" gar die Lösung des Welthungerproblems. Als ihre "Therapie" drei Todesopfer durch Vertrocknen gefordert hatte und zwei ihrer Mitarbeiter wegen Totschlags verurteilt worden waren, distanzierte sich Dahlke eilfertig von "Jasmuheen". Unverdrossen hält er jedoch bis heute daran fest, fortdauernde Ernährung nur durch "kosmische Energie" sei möglich. Seelisch kranke Menschen wie etwa Magersüchtige, die sein Programm anspricht, lassen den "Heiler" unbeeindruckt.  
    Ob Jes Lim, Eichers Berater in Sachen "Feng-Shui", Harmloseres zu bieten hat, sei dahingestellt. Der penetrant Lächelnde hat "taoistische Liebespraktiken für verstärkte Orgasmen bei Mann und Frau" auf Lager. Jes Lim, der sich als "Doktor der Akupunktur" sowie als "Doktor", wahlweise auch als "Professor" für Naturheilkunde feiern lässt, bietet in seinem therapeutischen Bauchladen aber auch Rat feil bei "Beziehungs- und Ernährungsfragen, Langlebigkeit, Gebäudeenergien".  
    Kaum zu glauben, doch Eicher bietet für sein Großprojekt im empfindlichen Uferbereich auch einen "Landschaftsheiler" auf. Als solcher apostrophiert sich Marko Pogacnik im Internet, laut Gemeinderatsvorlage Eichers Experte für "Geomantie". Der staunende Laie vernimmt, dass Pogacnik "Elfen, Faunen, Zwergen und anderen Naturgeistern" in ihrem "immer dünner werdenden Lebensraum" mit "geistigen Techniken" beisteht, um die "verunreinigte Landschaft" wiederherzustellen. Das ist auch dringend erforderlich, so könnte man kolportieren, wenn Eichers Gesundheitskoloss erst einmal am Fischbacher Seeufer steht.  

    "Auserwähle Lichtrasse"  
    Doch Pogacnik als esoterischen Spinner abzutun, hieße, ihn zu verharmlosen. Bevorzugt watet der Mann mit Antenne zu "Elementarwesen" in braunem Sumpf. Kontakt hält er etwa zur Findhorn-Kommune in Schottland, die eine "neue spirituelle Weltordnung" herbeiführen will. In der Atombombe, im nuklearen Holocaust, sieht sie das geeignete Mittel, Platz zu schaffen für eine "auserwählte Lichtrasse".  
    Rassistische Wahnideen und ultrarechter Unflat gelten in New Age-Kreisen als salonfähig. Auch Hofmedicus Rüdiger Dahlke ist vor solchen Entgleisungen nicht gefeit. Wer leidet, so sein Dogma, verdient sein Leiden. Er hat aus früheren Leben ein schlechtes "Karma" abzutragen. Drogenabhängige und Homosexuelle etwa - Risikosgruppen für Aids - weichen laut Dahlke von ihrer "Lebensformel" ab; sie müssen, schreibt er in seinem Buch "Krankheit als Weg" "von der Natur zwangsläufig eliminiert werden".  
    Eicher bejubelt den Mediziner, der so abhold jeder ärztlichen Ethik schwadroniert, gegenüber dem WOCHENBLATT als "europäischen Spezialisten in der Ursachenerkennung". Die beiden dürften spätestens in Kontakt getreten sein, als Dahlke und sonstige Szene-Gurus in Berlin eine "Friedensuniversität" gründen wollten. Reputierlich war dabei nur der Name. Er reichte allerdings aus, um Prominente aus Politik, Wissenschaft und Show-Business in Bann zu ziehen: Von Ignatz Bubis bis Rita Süssmuth und Peter Maffay reichte die anfängliche Unterstützer-Szene. Als die Illustrierte "Stern" die Verbindung der "Friedensuniversität" zur faschistoiden Mun-Sekte sowie zu Baghwan-Osho-Anhängern aufdeckte, lief das Unternehmen aus dem Ruder. Die meisten Dozenten und Prominente sagten ihre Teilnahme ab. Im September 1995 schob der Berliner Wissenschaftssenat dem Spuk einen Riegel vor: Er verbot das Unternehmen "Friedensuniversität". Die Initiatoren verlagerten den Schwerpunkt ihrer Aktivitäten nach Zürich, dann nach Wien. Im Vorstand immer dabei: Kurt Eicher als Schatzmeister.  
    Jüngst trat der Regensdorfer Unternehmer auch als Vizepräsident eines Wasserinstituts names "WISE Crystal" auf. Er unterstütze alles, sagt er gegenüber dem WOCHENBLATT, "was mit Gesundheit und Bewusstseinsentwicklung zu tun hat." Bei den Wasser-Beschwörern sind Dahlke und Pogacnik wieder mit von der Partie, weitere Unterstützer lassen ein weit verzweigtes Sektengeflecht, auch an den Bodensee, erkennen: zu den Huldigern von "Lord Sai Baba" ebenso wie zum Scientology-Umfeld.  
    Als im Dezember 1999 die Grünen im Friedrichshafener Gemeinderat über eine Sektenunterwanderung des Eicherschen Großprojekts spekulierten, reagierte der damalige Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiedmann völlig entrüstet: Kurt Eicher sei ein seriöser Geschäftsmann, derartige Verdächtigungen unverschämt und Ruf schädigend.  

    Entscheidung am 23. März  
    Jetzt haben es die Friedrichshafener in der Hand, ob der Ruf ihrer Stadt dauerhaft beschädigt werden könnte - per Bürgerentscheid am 23. März. Dann bestimmen sie, ob nur ein Thermalbad gebaut werden soll oder Eichers Gesundheitszentrum, das tatsächlich europaweit Aufsehen erregen könnte - allerdings als Pilgerort einer Sekten-Klientel.  
      
      

    Tief geschlafen  
    BARBARA FÜLLE  
    Größer könnte die Blamage für den Friedrichshafener Gemeinderat kaum sein: Als seriösen Geschäftsmann hat insbesondere der Mehrheitsblock aus CDU und Freien Wählern den Thermalbad-Investor Kurt Eicher immer wieder bezeichnet - und ist allem Anschein nach einem Mann aufgesessen, der mit wirrem Spuk Kasse machen will. Denn die "Heilkundigen", die Eicher für sein geplantes "Gesundheitszentrum" in Fischbach aufbietet, rekrutieren sich aus einem Sekten- und Psychogruppen-Sumpf, in dem er selbst schon viele Jahre watet. Eine Liste einschlägiger Namen lag dem Gemeinderat vor - das Gremium hat also schlicht geschlafen. Dass der Rat mechanisch absegnet, was die Rathausspitze unter Federführung von Baubürgermeister Dieter Hornung - früher OB Wiedmann - vorgibt, ist so neu nicht. Unwahrscheinlich allerdings, dass bei der Stadtverwaltung niemand gemerkt hat, welche Scharlatane und Quacksalber Eicher im Schlepptau führt. Jeder Bürger, der seine Stadt nicht der Lächerlichkeit preisgeben will, sollte beim Bürgerentscheid am 23. März genau wissen, wo er sein Kreuz macht: "Ja" steht für ein Bad ohne Eicher, "Nein" für das Eicher-Projekt. Niemand soll sagen, dass Friedrichshafen die Geister, die es rief, nicht mehr los wird.  
      
      

    Thermalbad oder Pilgerort einer Sekten-Klientel?  
    Die Stadt Friedrichshafen hat sich mit Kurt Eicher einen Investor geholt, der mit dem geplanten Gesundheitszentrum in Fischbach offensichtlich eine Sekten-Klientel bedienen will.  
    VON BARBARA FÜLLE  
    "Das Gesundheitswesen geht vor die Hunde", warnte letzte Woche Johann Kees, stadtbekannter Fitness-Arzt, der bei der "Initiative Therme Friedrichshafen" für das geplante Eicher-Gesundheitszentrum in Fischbach die Werbetrommel rührt. Deshalb müsse, für alle "Wellness"-Bewussten, das Projekt mit Thermalbad am Seeufer her. Und Investor Kurt Eicher habe dazu die "richtige innere Einstellung". Tatsächlich?  
    Der Schweizer Unternehmer hat zwar noch nie ein Thermalbad gebaut, ist aber ansonsten nicht unbekannt. Zumindest in jener schillernden Szene, die mit obskuren (Psycho-)Praktiken die Menschheit zu einem "höheren" Bewusstsein führen will. Selbst ernannte Heilsbringer hat Eicher auch für das Projekt in Fischbach im Schlepptau - einschließlich des Hofmedicus der New Age-Szene Rüdiger Dahlke, der, trotz einiger Todesfälle, daran festhält, den Körper mit "Lichtnahrung" versorgen zu können. Eine "Diät", der nach Dahlke-Dogma allerdings nur Menschen mit dem richtigen "Karma" gewachsen sind.  
    Welche Klientel das sind, daran lässt Eicher keinen Zweifel: Nein, meint er im Gespräch mit SÜDWEST PRESSE/WOCHENBLATT, "Kassenpatienten" wolle er mit den geplanten Therapien in Fischbach nicht ansprechen. Noch immer hält Eicher daran fest, eine so genannte "Friedensuniversität" gründen zu wollen. Ein erster Anlauf ist vor acht Jahren in Berlin gescheitert: der Wissenschaftssenat hatte das Unterfangen verboten, dem führende Vertreter der rechtsextremen Mun-Sekte sowie Baghwan-Osho-Anhänger angehörten.  
    Siehe auch Kommentar rechts "Tief geschlafen" und Artikel "Ein Gesundheitskoloss für Licht- und Liebesjünger" - blättern Sie um.

     

    Eichers Erkärung
     
    Quelle: Schwäbische Zeitung vom 18.3.03  
    http://www.szon.de/lokales/friedrichshafen/nachrichten/200303171086.html?SZONSID=c6045d629b48122fa419a04a287edd0b   

    Stellungnahme Kurt Eicher zum Artikel im Wochenblatt Friedrichshafen vom 13.3.03,  
    "Ein Gesundheitskoloss für Licht- und Liebesjünger"  

    Im Folgenden lesen Sie die komplette Stellungnahme im Originalwortlaut von Herrn Kurt Eicher zum Thema Thermalbad-Projekt Friedrichshafen und zu Vorwürfen gegenüber seiner Person, erhoben in einer Wochenzeitung. Für den Inhalt ist der Autor, Kurt Eicher, verantwortlich.  

    "Da die ganzheitliche, ökologische und friedensorientierte Lebenshaltung von mir und meinen Projektberatern angegriffen und diffamiert wurde, möchte ich an dieser Stelle meine und die Arbeit, meiner Berater, bzw. unser Engagement vorstellen.  

    Dr. Rüdiger Dahlke berät mich in allen Projektbelangen, die sich auf eine ganzheitliche Gesundheitsfürsorge beziehen. Er ist ein international anerkannter Arzt, Seminarleiter und Autor, dessen Bücher in namhaften Verlagen, wie u.a. bei Bertelsmann, Heyne und Knaur verlegt werden. Einige seiner zahlreichen Bücher wurden in17 Sprachen übersetzt und von über vier Millionen Menschen gekauft. Die Schwerpunkte und Kompetenzen von Dr. Dahlke liegen in der Naturheilkunde und der Diagnose psychosomatischer Erkrankungen. Er hält Vorträge an Universitäten, als auch in Konzernen, wie u.a. bei Migros, SwissCom und Würth. Die Fortbildungen von Rüdiger Dahlke werden von Medizinern und Therapeuten besucht und seine Vorträge von deutschen Krankenkassen, wie u.a. der AOK unterstützt. Mein Feng Shui- Spezialist, Prof. Dr. Jes Lim, ist Mitglied des britischen Institutes für Management und Marketing - und einer der weltweit meistgefragten Experten auf dem Gebiet des Feng Shui.  

    Marko Pogacnik berät mich in Fragen der Geomantie. Die moderne Geomantie ist sehr kurz gefasst die Fähigkeit zur integralen Wahrnehmung der materiellen und energetischen Qualität eines Ortes. Marko Pogacnik ist ein international anerkannter Künster ( Bildhauer ) und in vielen Ländern gelesener Autor und Spezialist auf dem Gebiet der Geomantie. In dieser Eigenschaft berät er Städte und Länder - wie die österreichischen Städte Villach und Klagenfurt und die deutsche Stadt Aachen - im Einklang mit den Bedürfnissen der Landschaft zu bauen und zu gestalten.  

    Was mich betrifft, so genieße ich als seit 30 Jahren tätiger Bauingenieur und Bauunternehmer das Vertrauen der öffentlichen Hand, für die ich die letzten 15 Jahre in der Schweiz u.v.a. folgende Projekte verwirklicht habe: 3 Universitätsbauten, 6 Schul- und Gemeindehäuser, den Zoologischen Garten in Zürich, die Schauspielakademie, 3 Alten- und Pflegeheime, das Museum für Gestaltung, Bahnhof Regensdorf sowie Wohn- und Zentrumsüberbauungen für namhafte Versicherungen, das Bankgebäude der Zürcher Kontonalbank, usw.usf. Von den Wohn-Geschäfts- und Hotelbauten, die ich realisiert habe, sind einige im Volumen von 55 Millionen Euro in meinem Besitz.  

    Für meine Lebenseinstellung bin ich in der gestrengen Schweiz bisher noch nie an den Pranger gestellt worden. Und ich kann für Friedrichshafen nur hoffen, dass eine solche Schmähschrift, wie die in einer Wochenzeitung, die letzte dieser Art ist, da ein solches Pamphlet nicht gerade sympathisch und anziehend auf Außenstehende wirkt. Manche mögen sich da fragen, was in einer Stadt los ist, in der es möglich ist, dass ihr nicht nur zugetane, sondern auch Dienstleistende Menschen dermaßen verunglimpft werden. Die Behauptungen, meine Berater und ich seien Mitglieder von Sekten, sind schlichtweg erfunden. Weder ich, noch meine Berater stehen einer Sekte nahe, unterstützen eine Sekte oder sind gar Mitglied irgendeiner Sekte. Zudem versichere ich, dass ich nicht vorhabe, welchen Sekten oder dubiosen Gruppen auch immer, Hausrecht im Gesundheitszentrum oder Thermalbad zu geben. Ich bin selbstverständlich bereit, dieses auch vertraglich nachträglich zu fixieren.  

    Zu meinem privaten Engagement gehört u.a., dass ich seit 1996 im Vorstand der "Fördergemeinschaft zur Gründung einer Friedensuniversität" bin. Die FGF ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein mit Sitz in Potsdam. Veranstaltungen der FGF, wie die "Wiener Friedensgespräche" und der "Interreligiöse Dialog" wurden von der Europäischen Gemeinschaft finanziell gefördert. Zur geistigen Schirmherrschaft der FGF gehören 18 Friedensnobelpreisträger, darunter S.H.Dalai Lama, Nelson Mandela, Desmond Tuto, Mikhail Gorbachev, Shimon Peres und Betty Williams. Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Religion und Kultur unterstützen den Verein. Ebenso steht mir der Verein "Wise Crystal" nah, dessen Vizepräsident ich bin, und der sich mit der Erforschung der Speicherfähigkeit von Informationen im Wasser beschäftigt, die fotografisch als gefrorene Wasserkristalle festgehalten werden können. Der im Juni 2003 im Kunst- und Konzerthaus Luzern zum 3.Mal stattfindende internationale Wasserkongress, ist auf diese Vereinsinitiative zurückzuführen. Zu diesem Anlass werden Wissenschaftler, Künstler, Mediziner und über 500 Besucher ihre Erfahrungen und neuesten Forschungsergebnisse austauschen. Ich habe nichts dagegen, wenn ich wegen solcher Aktivitäten für manche Leute zur "Esoterikszene" zähle. Für mich ist Esoterik kein Schimpfwort, wenngleich ich es persönlich nicht benutze, weil ich es für nicht mehr zeitgemäß halte.   

    Der Begriff "Esoterik" kommt aus dem Griechischen: Eso bedeutet Innen. Bei der Esoterik ging es ursprünglich um eine wissenschaftlich abgefasste Form philosophischer Schriften, die sich mit inneren Erkenntnismöglichkeiten befassten, die lediglich einem engen Schülerkreis - wie dem des Aristoteles oder Pythagoras - vorbehalten waren. Wir leben in Zeiten des Internets. Die Komplexität im Außen hat eine Entsprechung zur vertieften Erkenntnisfähigkeit im Innern. Was vor Jahrhunderten nur für Wenige verständlich und zugänglich war, ist es heute für jeden. Schon deshalb stimmt der Begriff der Esoterik für mich nicht mehr. Allerdings kann ich mich voll und ganz zu meiner Absicht bekennen, meine inneren Werte mit meinem äußeren Handeln zusammenzubringen. Wenn das als Esoterik bezeichnet wird, ist es mir recht.  

    Das Thermalbadprojekt in Friedrichshafen entspricht der Lebens- und Raumgestaltung der Zukunft  

    Das der sich in vollem Gang befindliche Wertewandel Widerstände mit sich bringt, ist mir vertraut. Was ich bisher nicht ahnte, ist, dass sie solch inquisitorische und diffamierende Ausmaße annehmen können, wie ich es letzte Woche erlebte. In welcher Welt leben wir eigentlich, in der Menschen, die sich für Frieden und ein Zusammenwirken von Mensch und Natur einsetzen, verleumdet und angegriffen werden?   

    Es gäbe andere Gründe, ein großes Bauverhaben, wie das Thermalbad von allen Seiten zu prüfen. Denn was in den letzten 40 Jahren aus eigennützigen Motiven verbaut worden ist, ging leider oft zu Lasten von Menschen und Landschaften. Die Öffentlichkeit wurde mit Versprechungen geködert und musste vielfach die Kosten für Projekte tragen, die kaum hielten, was sie versprachen. Eine daraus resultierende Skepsis gegenüber einem völlig neuen Konzept - wie dem, des von Luigi Colani entworfenen Thermalbades und Gesundheitszentrums in Friedrichshafen ist verständlich. Ich kann und will sie niemandem ausreden. Vielmehr möchte ich Sie einladen, das Thermalbadprojekt einmal aus der Zukunft zu betrachten.  

    Als Bauingenieur und Investor muss ich die Potenziale der Zukunft in der Gegenwart erspüren und umsetzen, damit das, was ich heute baue, nicht morgen schon von gestern ist. Was sind das für Potentiale und wie äußern sie sich?   

    Wir befinden uns alle mitten in einem tiefgreifenden Wertewandel. Die frühere Erlebnisgesellschaft, die von Überfluss und Erlebnismaximierung geprägt war, weicht einer Kommunikations- oder Erkenntnisgesellschaft, deren Merkmale u.a. Sinnsuche und ganzheitliches Wahrnehmen und Handeln ist. Wir stellen Zusammenhänge her und vernetzen uns. Damit ändern sich auch Bedürfnisse und Prioritäten. Die frühere Abhängigkeit von Status und äußeren Dingen macht einer größeren Bereitschaft Platz, sich persönlich zu entwickeln. Prozessorientiertes Lernen löst starre Grundsätze auf. Das Bedürfnis mit Veränderungen gemeinschaftlicher, fließender und spielerischer umzugehen, erfordert auch neue Formen der Lebens- und Raumgestaltung . Wir runden eher ab, als mit Ecken und Kanten Grenzen zu ziehen. In der Zukunft wird sich die Architektur vor allem daran orientieren, die Bedürfnisse von Mensch und Umwelt bestmöglich in Einklang zu bringen. Und genau das ist meine Motivation mit Luigi Colanis fließenden Formen, ein Thermalbad in Friedrichshafen zu gestalten. Seine Architektur wird von der Bewegung des Wassers geprägt und bildet eine natürliche Beziehung zur Bodenseelandschaft. Die Gebäude werden leicht und transparent wirken und durch ihre fließenden, weichen Formen im Innern zum Wohlbefinden von Körper und Seele beitragen.   

    Ebenso, wie sich die Gestaltung von Gebäuden und Räumen dem Bewusstseins- und Wertewandel anpasst, so verlangt auch das Bedürfnis nach Regeneration, Gesundheit und Therapie nach erweiterten und neuen Möglichkeiten. Diese Möglichkeiten wird das Gesundheitszentrum der Therme Friedrichshafen bieten. Bereits heute ist die Nachfrage nach naturheilkundlichen und erfahrungsmedizinischen Therapien groß. Wir werden ihr mit einem breiten Angebot - in dem u.a. Wassertherapeutische Maßnahmen einen wichtigen Raum einnehmen - entsprechen. Baden allein, ist vielen Menschen heute nicht mehr genug. Die Möglichkeit, über Tage Wellness/Therapien mit Übernachtungsmöglichkeit in Anspruch nehmen zu können, ist ein wesentliches Plus des Projekts und wird sich auf alle Tourismusbereiche in Friedrichshafen sehr positiv auswirken.  

    Das Gesundheitszentrum ist auch ein entscheidender wirtschaftlicher Aspekt des Gesamtprojekts, das den geplanten Umfang erreichen muss, damit es sich rechnet. Ich bin ja nicht nur ein begeisterter Architekt, der sich für ökologische Projekte einsetzt. Ich bin auch Bauunternehmer und muss die Rentabilität meiner vielfältigen Bauvorhaben gewährleisten. Wenn ich mich für das Thermalbadprojekt in Friedrichshafen immer noch und so gerne einsetze, liegt das natürlich an meiner ganz persönlichen Freude mich für die Verwirklichung eines solchen einzigartigen Projektes einzusetzen. Mit der weichen Architektur von Luigi Colani und ihrer ungezwungenen Einbettung in die Bodenseelandschaft möchte ich Menschen berühren und anziehen. Inneres und äußeres Konzept des Projektes werden sich harmonisch entsprechen. Dieses Gesamtkunstwerk wird nicht nur Besucher aus der näheren Umgebung, sondern auch aus anderen Regionen anziehen. Ein solcher Anziehungspunkt, wie die Therme Friedrichshafen birgt für die kulturelle und wirtschaftliche Gesundheit der Stadt nur Vorteile.  

    Und falls noch irgendjemand auf die Idee kommen sollte, ich mache das alles lediglich, um mir eine goldene Nase zu verdienen: Die habe ich schon. Der Grund für mein Engagement in Friedrichshafen ist schlicht und einfach der: Es ist ein sinnvolles, von allen Seiten geprüftes, ganzheitliches und außergewöhnliches Projekt, das der neuen Lebens- und Raumgestaltung der Zukunft entspricht."  

    Kurt Eicher  

    (Stand: 17.03.2003 23:30)  
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    Stuttgarter Nachrichten 24.3.2003   
    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/detail.php/390305?_suchtag=2003-03-24   


    Thermen-Gegner gescheitert  

    Friedrichshafen stimmte über Bäderbau ab  

    Friedrichshafen (ts/geh) - Die Einwohner von Friedrichshafen waren am Sonntag aufgerufen, über den Bau eines Thermalbads am Bodenseeufer abzustimmen. Die Thermalbad-Gegner verfehlten jedoch das erforderliche Quorum von 30 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten.   

    Damit bleibt die Entscheidung des Gemeinderats aus dem Jahr 1999 gültig, wonach ein Thermalbad im Ortsteil Fischbach direkt am Ufer nach den Plänen des Schweizer Investors Kurt Eicher errichtet werden soll. Es wäre das vierte Thermalbad am baden-württembergischen Bodenseeufer.   

    Die Wahlbeteiligung bei dem Bürgerentscheid lag bei 46,3 Prozent. Davon lehnte nach Auskunft des Wahlleiters ein Anteil von 28,62 Prozent der Wahlberechtigten die Pläne ab. 17,5 Prozent der Wahlberechtigten stimmten für den Bau der Therme. Wahlberechtigt waren etwa 40 000 Bürger in der 56 500 Einwohner zählenden Stadt. Laut Gesetz hätten sich mindestens 30 Prozent der Wahlberechtigten gegen den Thermalbadbau aussprechen müssen, um die Entscheidung des Gemeinderats zu kippen. Dieses Quorum wurde verfehlt.   

    Die Friedrichshafener Bürger sollten am Sonntag entscheiden, ob sie ein großes Freizeit- und Erlebnisbad mit Hotel nach Plänen des Designers Luigi Colani haben wollen oder nicht. Die Therme soll auf dem Gelände des bestehenden Frei- und Seebads im Stadtteil Fischbach entstehen. Der Gemeinderat hatte das Millionenprojekt im November 1999 beschlossen. Wegen wachsenden Widerstands in der Bevölkerung entschied das Stadtparlament jedoch, den Bürgern die Entscheidung zu überlassen.   

    Auch in der Nachbarstadt Meersburg entsteht ein Thermalbad. Ein weiterer Bäderbau mit Sauna- und Gesundheitsbereich soll ebenfalls noch vor Jahresende 2003 in der Kurstadt Überlingen eröffnet werden. Die Friedrichshafener taten sich bisher mit der Aussicht auf ein Thermalbad sichtlich schwer. Seit Jahren gibt es immer wieder heftige Diskussionen um das direkt am geschützten Seeufer des Ortsteils Fischbach geplante Großprojekt samt Bad und Gesundheitsbereich. Die Gegner befürchten vor allem eine Verschandelung des dortigen Geländes. Die Befürworter sehen neue wirtschaftliche und für den Fremdenverkehr wichtige Impulse für die Zeppelin- und Messestadt. Der Schweizer Investor Kurt Eicher und der Designer Luigi Colani sind es trotz der Widerstände nicht leid und halten an ihrer Idee fest. Das vierte Thermalbad am baden-württembergischen Ufer - Konstanz hat seine Bodenseetherme schon 1974 gebaut - soll je nach Variante jährlich zwischen 300 000 und 500 000 Besucher zählen.

     
    Südwest Presse vom 24.3.03   
    http://www.suedwest-aktiv.de/landundwelt/suedwestumschau/artikel588979.php   


    THERMALBAD / Mehrheit reicht Gegnern nicht  
    Bürgerentscheid knapp gescheitert  
    Im Bürgerentscheid über ein Thermalbad in Friedrichshafen sprach sich eine Mehrheit gegen die Baupläne aus. Das erforderliche Quorum wurde aber nicht erreicht.  

    FRIEDRICHSHAFEN  In Friedrichshafen ist der Bürgerentscheid über ein geplantes Thermalbad mit Gesundheitszentrum knapp gescheitert. Zwar sprach sich gestern eine deutliche Mehrheit der Wähler gegen das Großprojekt aus. Das erforderliche Quorum von 30 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten wurde aber verfehlt, wie das Wahlamt am Abend mitteilte.   

    27,99 Prozent der Wahlberechtigten votierten demnach gegen den Beschluss des Gemeinderats zum Bau des Erlebnisbads. Das reicht nicht - die Regelung in Baden-Württemberg ist eindeutig: Nur wenn Gegner oder Befürworter mindestens 30 Prozent aller Wahlberechtigten ausmachen, gilt ein Entscheid. Seit 1975 sind von den 231 Entscheiden nach Bürgerbegehren zwei Drittel am Quorum gescheitert.   

    Das Pläne am Seeufer sind in Friedrichshafen schon lange umstritten. 1999 hat der Gemeinderat einen Vertrag mit dem Schweizer Investor Kurt Eicher abgeschlossen. Er will das Strandbad in Friedrichshafen-Fischbach für 34 Millionen Euro mit dem Erlebnisbad überbauen. Doch der Widerstand gegen die Pläne ist groß. Bei der Wahl 2001 wurde Oberbürgermeister Bernd Wiedmann (CDU), der sich für den Bau einsetzte, abgewählt. Sieger war Josef Büchelmeier, dessen SPD das Projekt ablehnt. Befürchtet wird vor allem viel Verkehr durch das Erlebnisbad nach den Plänen des Designers Luigi Colani. Denn Eicher kalkuliert mit 500 000 Besuchern pro Jahr. Das bestehende Strandbad zieht 110 000 Gäste an.   

    Gemeinderat macht Weg frei   

    Büchelmeier hat sich früher für eine kleinere Lösung ausgesprochen, inzwischen hat er sich als OB Neutralität verordnet. Er setzte sich aber dafür ein, dass die Bürger über den Plan entscheiden. Den Weg zum Bürgerentscheid machte der Gemeinderat im Januar frei.   

    Der Bürgerentscheid war schon der dritte in Friedrichshafen. Vor 20 Jahren wurde über das Tagungszentrum Graf Zeppelin abgestimmt, im Jahr 1996 über eine Tiefgarage. Beide Male unterlagen die Gegner.   

    Am Bodensee sind zwei unterschiedlich große Bade-Tempel bereits im Bau. Bis zum Herbst soll das zehn Millionen Euro teure Bad in Meersburg fertig sein. Und in Überlingen kann man Ende des Jahres in der wesentlich größeren und 17 Millionen Euro teuren "Bodensee-Therme" schwimmen.

     
     
     
     



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    1. Version dieser Seite installiert am 18.3.2003


     


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