www.AGPF.de 
Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt 
AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V. 
Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Esoterik.htm  Zuletzt bearbeitet am 12.06.2013 
Beratung | Impressum | Zur Homepage | Inhaltsseite | Begriff Sekte | AGPF-Spendenkonto
 
 
 
 
Esoterik-Kritik:
Esoterik ist ein Sammelbegriff für Sekten, Ideologien und Psychomarkt-Angebote.
Oft sind Extremismus und Antisemitismus enthalten.
 
 

 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:

 
 
Psiram, Eso-Watch, Eso-Beobachtung 

Wichtigste Esoterik-kritische Website ist www.psiram.com 
Beschreibung: http://de.wikipedia.org/wiki/Psiram 
Betreiber und Autoren der Website sind anonym.   
Bis 2012 hiess diese Website Esowatch.com 

    Kritiker dieser Website betreiben Websites mit vermutlich absichtlich verwechslungsfähigen Namen:  
    • psiram.de und esowatch.de gehören dem Esoterik-Anbieter Europäische Gesellschaft für Bioenergetik Extrasens e.V., Administrativer Ansprechpartner ist dessen Präsident Jörg Lehnert. 
    • psiram.org und esowatch.org gehören dem Esoterik-Lobbyisten Claus Fritzsche. Inhalt laut Titelzeile "Fakten zu EsoWatch.com (Psiram.com)".
    Die Süddeutsche Zeitung vom 30.6.2912 berichtet:  
      "Homöopathie-Lobby im Netz. Schmutzige Methoden der sanften Medizin. Arzneimittelhersteller finanzieren einen Journalisten, der die Kritiker ihrer Produkte namentlich an den Netz-Pranger stellt. ..." 
Die Zeitschrift Skeptiker 2/2012 enthält ein mehrseitiges Interview mit einem EsoWatch-Mitarbeiter.
 
Aus: Bernd Kramer ZEIT 11.7.2010  
Hinters Licht geführt. Der Esoterik-Markt wächst und wächst. Aber nicht alle Angebote sind so harmlos, wie sie klingen.  


"Nicht von ungefähr fordert die Hamburger Sektenbeauftragte Ursula Caberta seit Langem einen religiösen Verbraucherschutz, um der vagabundierenden Spiritualität Herr zu werden. 'Ein demokratischer Staat kann es sich nur begrenzt leisten, dass ihm die denkenden Menschen abhandenkommen', sagt sie. Die Anbieter esoterischer Lebenshilfe sollten daher zu klaren Geschäftsregeln und schriftlichen Verträgen verpflichtet werden, in denen sie Ziel und Methode ihrer Kurse genau darlegen. Außerdem verlangt Caberta eine Umkehr der Beweislast: Im Zweifel sollen die Anbieter belegen müssen, dass eventuell auftretende gesundheitliche oder psychische Beschwerden nicht auf ihr Tun zurückzuführen sind. 'Wir schützen die Menschen heute besser vor Gammelfleisch als vor denen, die es auf ihre Psyche abgesehen haben.' "
 
 
 
 

Warum Esoterik-Kritik?

Schulen und Universitäten bemühen sich um Vermittlung der Fähigkeit, den eigenen Verstand auf der Grundlage gesicherter Erkenntnisse zu benutzen.
Das haben Immanuel Kant und andere mit Aufklärung gemeint (>>).
Ziel für den Umgang mit anderen Leuten: Kritische Toleranz.

Esoterik ist die Gegenbewegung.   
Keineswegs nur derer, deren eigener Verstand nicht ausreicht.   
Die Esoterik behauptet, der Einzelne und die Menscheit würden von Kräften gesteuert, die sich mit Verstand und Vernunft nicht erklären lassen.

Esoteriker behaupten, besondere oder übernatürliche Fähigkeiten oder Eigenschaften zu haben, erkennen und anderen beibringen zu können.
Fähigkeiten oder Eigenschaften, die angeblich nur von Esoterikern erkannt werden können.   
Aktuelles Beispiel: "Indigo-Kinder". Also Kinder mit einer angeblichen farbigen Aura (>>), einem Farbschleier um den Körper, den nur Esoteriker sehen können.

Esoteriker klassifizieren also die Menschen.   
In Menschen, die angeblich besondere Fähigkeiten oder Eigenschaften oder Kenntnisse haben.   
Und in Menschen, welche die angeblich besonderen Fähigkeiten oder Eigenschaften oder Kenntnisse nicht haben oder niemals haben können.   
Etwa, weil sie die falschen Eltern oder Gene oder die falsche Hautfarbe haben oder keine "Arier" sind.
 

Esoterik als Unterhaltung kann harmlos sein.
Das gilt allerdings keineswegs, wenn Esoterik durch die Unterhaltungsindustrie verbreitet wird.
Die ständige Berieselung mit esoterischen Begriffen und Methoden (>>) und deren Darstellung als Selbstverständlichkeit hat Folgen.
Sie macht vielfach die Bemühungen von Schulen und Universitäten um die Vermittlung der Grundlagen der Benutzung des Verstandes zunichte.
Viele, die immer wieder vom angeblich geringen Nutzen von "Schulweisheit" und "Schulmedizin" hören, glauben das letztlich und geben das dann an ihre Kinder weiter.
Viele halten dann ihre eigene Überzeung oder ihre eigene Unkenntnis für massgeblich.
Und manche halten sich selbst dann für den Mittelpunkt der Welt.

  
 
 

Esoterik verkauft vermeintliche Geheimnisse

Das Buch "Das Geheimnis - The Secret" von Rhonda Byrne: Matthias Pöhlmann hat seinen Inhalt auf den Punkt gebracht (EZW-Materialdienst Nr. 8/2007 Seite 304, "Säkulares Wohlstandsevangelium"). Das angebliche Geheimnis für Erfolg und Gesundheit ist - so Pöhlmann - das "Gesetz der Anziehung", "nach dem Grundsatz, dass Gleiches Gleiches anziehe. So wird Krankheit auf negatives Denken zurückgeführt. Empfohlen wird stattdessen: „Besinnen Sie sich auf Gesundheit und ewige Jugend. Geben Sie nichts auf das "Allgemeinwissen' über Krankheiten und Altern. Negative Botschaften sind Ihnen nicht dienlich." Der Mensch müsse vielmehr an Vollkommenheit denken: „In einem Körper, der harmonische Gedanken hat, kann Krankheit nicht existieren." Unheilbare Krankheiten gebe es damit letztlich nicht. Für das menschliche Potenzial bestünden keine Grenzen."

Das Buch steht auf der Bestseller-Liste des "Spiegel" Nr. 3/2009.  In demselben Heft ein Interview mit Malcolm Gladwell, dem Autor des Buches "Überflieger - warum manche Menschen erfolgreich sind und andere nicht". Gladwell kommt zu einem einfachen Ergebnis: Erfolgreiche Menschen sind meist bereits oben auf der sozialen Leiter gestartet und haben 10.000 Stunden Einsatz, Übung und Arbeit hinter sich. Das gelte für Geigenvirtuosen ebenso, wie für Microsoft-Gründer Bill Gates. 10.000 Stunden, das sind 250 Wochen a 40 Stunden oder 5 Jahre.

"Secret TV": Matthias Pöhlmann hat kurz vorher auch über "Secret TV" berichtet (EZW-Materialdienst Nr. 6/2007 Seite 233): "Schöne neue Verschwörungswelt: Secret TV - ein neues Filmportal für braune Esoterik",  gegründet von Jan Udo Holey alias Jan van Helsing, "ein im Jahre 1996 wegen Volksverhetzung verurteilter Esoterik-Buchautor, dessen zweibändiger Bestseller "Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert" in Deutschland verboten wurde".
 
 
 

Esoterik als Sammelbegriff

Der Begriff Esoterik wird umgangspsrachlich vielfach gleichbedeutend benutzt mit Okkultismus, Magie und Aberglaube.

"New Age" war in den 1980ger Jahren der wichtigste Sammelbegriff. Inzwischen hat sich im deutschen Sprachraum der Begriff Esoterik durchgesetzt, der praktisch dasselbe bedeutet.

"Esoterik" wird heute als Sammelbegriff von Anhängern wie von Kritikern gleichermassen benutzt.
Am Anfang standen sicher zwei Bücher über "Esoterische Psychologie" (>>) von Bhagwan 1973, deutsch 1980 und von Thorwald Dethlefen 1979.

Die Suche nach dem Begriff Esoterik im Internet ergibt  über 4 Millionen Fundstellen.
Esoterik-Kritik ist nur schwer zu finden.
Zum Vergleich: Die Suche nach "Sekten" ergibt "nur" eine halbe Million Fundstellen.
Die meisten Sekten bieten auch Esoterik an, aber keineswegs alle Esoteriker sind Sekten-Anhänger.
Mehr zu den Begriffen unter Esoterik und Sekten und Zum Begriff Sekte.
Der Begriff "Esoterik" wurde zunächst hauptsächlich von Kennern des Marktes benutzt, von Kunden und von Kritikern.
Erst in den 1990ger Jahren wurde Esoterik zum führenden Sammelbegriff im deutschen Sprachraum.
Esoterik, das war und ist für viele der Flohmarkt des Psychomarktes.
Man kann dort Merkwürdigkeiten aller Art kaufen.
Neues gibt es dort kaum.
Überwiegend handelt es sich um Angebote, die seit vielen Jahren unter unterschiedlichen Begriffen im Handel sind.
Die Nazis haben dort Hakenkreuz und SS-Runen gefunden.

Die Mehrzahl der Esoterik-Kunden betreibt Esoterik eher spielerisch und weiss vermutlich nicht, was hinter der Esoterik steckt.

Unter dem Sammelbegriff Esoterik werden zahlreiche Begriffe mehr oder weniger gleichbedeutend benutzt, auch wenn das fachlich nicht ganz korrekt ist, so etwa Magie, Hexerei und Wahrsagerei, Satanismus, Aberglaube, Meditation und Okkultismus. Dazu auch: "Okkultismus ist esoterisch – und umgekehrt“ (>>). All das wird auch auf den zahlreichen Esoterik-Messen angeboten. Dort werden auch Wunderheilung, Geistheilung oder Geistiges Heilen angeboten, ebenso wie auf den "Basler PSI-Tagen" (>>). "Psi", der Name eines griechischen Buchstabens, wurde als im Umfeld der Wissenschaften als Kürzel für Parapsychologie und sonstige angebliche angeblich unerklärliche Erscheinungen eingeführt. PSI bedeutet so gut wie nichts und wird heute gern benutzt, um Wissenschaftlichkeit anzudeuten. Parapsychologie bedeutet heute wohl nur noch, dass sich Wissenschaftler mit diesem Umfeld irgendwie beschäftigen. Ausserhalb des Wissenschaftsbetriebes sind beide Begriffe beliebig verwendbar und ohne jeden konkreten Inhalt. Einzelheiten: http://www.gwup.org/themen/texte/parapsychologie/
 
Zum Unterschied zwischen Okkultismus und Esoterik schreibt der Religionswissenschaftler Hartmut Zinser (>>): "Ich verwende beide Benennungen in der Moderne als gleichbedeutend". Vollständiges Zitat unter http://www.AGPF.de/Okkultismus.htm.
 
 

Esoterik und Sekten

Dazu auch: Esoterik und Sekten - http://www.AGPF.de/Esoterik-Sekten.htm

Viele Sekten vertreten esoterische Ansichten.
Aber keineswegs jede Gruppe, die esoterische Ansichten verbreitet, ist eine Sekte.
Andererseits gibt es esoterische Sekten, wie insbesondere auch der Buch-Bericht von Lea Saskia Laasner (>>) zeigt.

Saskia Laasner wurde als Kind von ihren Eltern in eine Esoterik-Sekte verbracht.
Betrieben wurde diese von einem Klein-Guru, der totalitäre Macht über seine Anhänger hatte und verlangte.
Er hielt Saskia Laasner in einer Art sozialer Gefangenschaft.
Dazu mehr unter http://www.AGPF.de/Ramtha.htm
Oft war die Esoterik auch nur eine Zwischenstation zur eigenen totalitären Ideologie.
So beispielsweise bei L. Ron Hubbard, dem Gründer der Scientology-Organisation. Hubbard war Anhänger des Aleister Crowley und ständiger Besucher des Hauptquartiers von dessen O.T.O. Ordo Templis Orientis.
 
 
 

Esoterik und Anthroposophie

Dazu auch die Linkdatenbak Religio

Zum O.T.O. hatte nach zahlreichen Quellen auch Rudolf Steiner enge Beziehungen, der spätere Gründer der Anthroposophie, die heute diese Verbindungen bestreitet. Crowley wird dem Satanismus und Okkultismus zugeordnet, aber: "Okkultismus ist esoterisch – und umgekehrt“ (>>).
Steiner wiederum war Generalsekretär der Theosophischen Gesellschaft der Helena Petrowna Blavatsky, die der Esoterik mit ihrem Buch "Geheimlehren" 1888 einen Massenmarkt öffnete.
Steiner hat 1913 die Anthroposophie geründet, auf der die heutigen Waldorf-Schulen beruhen.
  

Aus: Colin Goldner im Gespräch mit der Badischen Zeitung (25.3.99)  http://www.AGPF.de/Goldner+Therapie.htm#Steiner     


BZ: Die Anthroposophie rangiert für Sie auf der Liste der esoterischen Angebote ganz oben. Wieso?      

Goldner: Rudolf Steiner, der seine esoterische Karriere als Generalsekretär der Theosophischen Gesellschaft in Deutschland begann, ist Wegbereiter des heutigen New Age. 1913 gründete er die „Anthroposophische Gesellschaft“, die die Lehre der Theosophen mit ein paar sozialen und humanen Untertönen versah. An der rassistischen Ideologie germanisch-nordischer Vorrangstellung hielt Steiner jedoch unbeirrbar fest.     

Die Anthroposophen stellen heute die mit Abstand einflußreichste esoterische Gruppierung des deutschsprachigen Raumes dar. Allein in Deutschland besuchen über 60000 Kinder eine von 163 Waldorfschulen (die, obgleich reine Sektenschulen, zu größten Teilen vom Steuerzahler finanziert werden). Es ist ein Skandal, daß eine autoritär strukturierte Sekte, die an Reinkarnation und Karma, an „Äther“-, „Astral“- und andere Leiber glaubt, öffentlich anerkannte Schulen betreiben darf.

                         

"Waldorf" wurde offenbar dem Sponsor der ersten Schule entnommen, einer Zigaretten-Firma.
Inzwischen gibt es auch eine "Waldorf-Pädagogik".
Dazu mehr unter Sekten- und Esoterik-Lehren in Schulen - http://www.AGPF.de/Schule.htm

Die Bezeichnung "Sektenschulen" bezieht sich wohl auf der Herkunft.
Die tägliche Schulpraxis scheint jedoch sehr unterschiedlich auszusehen.
Es ist deshalb Vorsicht bei der Übertragung solcher Begriffe auf einzelne Schulen und deren Lehrer und Schüler geboten.
 
 
 

Esoterik und Religion

Dazu auch: Esoterik und Sekten

Der Religionswissenschaftler Kocku von Stuckrad schreibt in einem Artikel im EZW-Materialdiienst 11/04 (http://www.ekd.de/ezw/40019.html) über "Esoterik und Europäische Religionsgeschichte":

"Esoterik" ist ein Begriff, der die Öffentlichkeit spaltet. Stehen auf der einen Seite die Anhänger der Esoterik, die häufig unkritisch und ohne Bewusstsein für historische Entwicklungslinien alles aufnehmen, was der esoterische Buchmarkt vorgibt, so scheinen sich auch die Gegner der Esoterik mitunter kaum für die historischen Dimensionen dieses Themas zu interessieren. Angesichts eines solchen Streites ist es dringend notwendig, sich grundsätzlich darüber zu einigen, was man eigentlich unter Esoterik verstehen möchte. Denn was, so könnte man fragen, hat Teebaumöl mit Esoterik zu tun? Oder Zen-Meditation für Manager? Oder Beckenbodengymnastik für Frauen? Oder die "Prophezeiungen der Celestine"? Oder "Ein Kurs in Wundern"? Oder indianische Visionssuche im Schwarzwald? - Alle genannten Stichworte bilden, mit wechselnden Schwerpunkten, einen festen Bestandteil im Angebot von esoterischen Fachbuchhandlungen, doch mit Esoterik haben sie im Grunde wenig zu tun. Es gibt Wissenschaftler, die sich deshalb mit der Feststellung begnügen, "Esoterik" sei schlicht das, was auf dem "Markt der Religionen" als Esoterik verkauft wird. Dass eine solche Antwort nicht genügt und am esoterischen Element Europäischer Religionsgeschichte vorbei geht, hoffe ich im Folgenden zeigen zu können. ...
Die historischen und religionswissenschaftlichen Dimensionen des Begriffes sind nicht Gegenstand dieser Internet-Seite.
Eher schon die juristische.
Denn viele der Anbieter auf dem Esoterik-Markt beanspruchen unter Hinweis auf das Grundrecht der Religions- und Weltanschauungsfreiheit Sonderrechte.
 
 
 

Esoterik, die Evolution und Intelligent Design

Die Evolutionslehre von Charles Darwin besagt, dass alles Leben eine gemeinsame Abstammung hat und sich die Vielfalt der Arten daraus entwickelt hat, http://de.wikipedia.org/wiki/Evolutionstheorie. Das gilt auch für den Menschen. Es handelt sich um eine längst und zweifelsfrei wissenschaftlich bewiesene Entwicklung. Weil aber jede wissenschaftliche Erkenntnis neue Fragen aufwirft, sind viele Einzelheiten noch nicht geklärt.

Gegner dieser Lehre sind der Kreationismus und die Esoterik.

Der Kreationismus nimmt die Schöpfungsgeschichte wörtlich. Gott habe nicht nur die Erde und das Leben geschaffen, sondern auch die Arten und insbesondere den Menschen.

1987 entschied der Oberste Gerichtshof der USA, dieser Kreationismus dürfe im Biologie-Unterricht der Schulen nicht gelehrt werden, weil damit eine religiöse Ansicht verbreitet werde und das sei wegen der strikten Trennung von Staat und Kirche unzulässig.

Der Spiegel (Nr. 52/2005, "Darwins Werk, Gottes Beitrag"):

"Das Urteil zwang die Kreationisten, ihre Idee anders zu verpacken: "Intelligent Design" wurde zur neuen Parole der Gotteskrieger. Die Strategie bestand darin, evolutionäre Kräfte in der Natur zwar nicht völlig zu leugnen, doch überall dort, wo die moderne Biologie noch vor Rätseln steht, eine überirdische ,"Intelligenz" zur Erklärung zu beschwören, die den Lauf der Naturgeschichte gelenkt habe. In Wirklichkeit freilich besteht der Wandel vom Kreationisten zum ID-Jünger zumeist nur darin, an die Stelle des alten "Gottes" den neuen "Intelligenten Designer" zu setzen."
Kreationisten wollen mit ihrem Intelligent Design (ID) ihre Ansicht von der Herkunft des Menschen auch politisch durchsetzen. Ziel sind unverändert in erster Linie die Schulen.

Durch die Ersetzung des Begriffes Gott durch den einer Intelligenz ist das "Intelligent Design" können sich auch Esoteriker dieser Bewegung anschliessen.
Denn diese haben schon immer ähnliche Begriffe benutzt.

Esoteriker wollen die Evolution "überwinden". Dabei wird von Psychomarkt-Anbietern nicht selten der Eindruck erweckt, als lasse sich mit den von ihnen verlauften Methoden die Evolution beschleunigen und in kürzester Zeit ein neuer Mensch schaffen.

Auch Esoteriker bekämpfen die Evolutionslehre politisch.
So schrieb die Partei "Neues Bewusstsein - Ganzheitlich esoterische Partei" 1987 in ihrem Programm:

Ähnlich sind vermutlich auch die Raelianer - http://www.AGPF.de/Rael.htm - motiviert, die den neuen Menschen durch Klonen schaffen wollen. 2002 hat diese Sekte behauptet, bereits einen Menschen geklont zu haben.
Das war frei erfunden.
 
 
 
 

Zur Herkunft der Begriffe Esoterik und Okkultismus

Hans-Jürgen Ruppert schreibt im Materialdienst der EZW 10/99 S. 289
Esoterik zwischen Endzeitfieber und Erlösungshoffnung
 

"Nur wenige unter den "Kunden“ der Esoterik-Angebote dürften wissen, daß die heutige Esoterik ihre Wurzeln keineswegs in mythischen Zeiten oder in exotischen Kulturen hat, sondern kaum 150 Jahre alt ist und mitten in der modernen Welt, in einer der damals am weitesten säkularisierten Gesellschaften entstanden ist: Als erster verwendete vermutlich der Franzose Eliphas Levi (AlphonseLouis Constant, 1810-1875) das Substantiv "Esoterik“ (l‘esoterisme), der auch als Erfinder des Begriffs "Okkultismus“ (l‘occultisme) gilt (vgl. Hanegraaff, 384f). Seitdem ist "Esoterik“ als Sammelbegriff für die verschiedensten überlieferten magischen und "geheimen“ Praktiken und Anschauungen im Gebrauch, wobei man neuerdings den im 19. Jahrhundert entstandenen Okkultismus auch als Versuch der "Anpassung“ der vormodernen esoterischen Tradition an die "entzauberte“ moderne Welt versteht (so Hanegraaff, 423). Vor allem über die anglo-indische Theosophie breitete sich diese Bedeutungsvariante des Substantivs aus, während das Verständnis von "Esoterik“ als "innerem Weg spiritueller Erfahrung“ erst ein ziemlich junges Produkt ihrer Psychologisierung unter dem Einfluß von Vertretern der Jung-Schule ist. Die Zusammenfassung der diversen überlieferten Vorstellungen und Praktiken unter Oberbegriffen wie "Esoterik“ oder "Okkultismus“ ist Ausdruck dessen, daß man dahinter eine einheitliche Weltanschauung vermutete, die man der modernen Naturwissenschaft und der traditionellen christlichen Religion als "Alternative“, als "Dritten Weg“ entgegensetzte.
Es ist nun interessant zu beobachten, daß die vielfältigen Angebote der modernen Esoterik bei uns in den 80er Jahren einem größeren Publikum überhaupt erstmals bekannt wurden unter dem zentralen Stichwort der Erlösungshoffnung der Esoterik: "New Age“-Bewegung des "Neuen Zeitalters“‘, mit der Prophezeiung vom Kommen eines "neuen Menschen“ und einer neuen, besseren Welt. Das ist an sich schon bemerkenswert, denn ohne diese "frohe Botschaft“ der "Wendezeit“-Hoffnung wäre Esoterik wohl kaum auf die große Resonanz gestoßen, die sie bis heute bei uns hat!"
 
 
 

Das Esoterik-Kartell
 
Ein Scientologe und ein Bhagwan-Anhänger  haben 1985 in Stuttgart ein "New Age Centrum" gegründet.   
Also Anhänger von zwei der damals grössten der neuen Sekten.   

Das berichtete 1986 die "Rajneesh Times", die Zeitung des Bhagwan-Osho-Kultes.   
Der Artikel zählt Methoden auf, die 10 Jahre später zum Angebot der Esoterik gehören werden.   

Ist es denkbar, dass Sientologen einen Verein gründen, der erkennbar zur Konkurrenz der Scientology- Organisation  werden kann? Kaum.    
   

Der Verein ist auch 2009 noch im Vereinsregister eingetragen unter VR 4177, siehe unten.   
Adresse und Telefonnummer waren im Mai 2005 eingetragen für die    

Ausserdem unter dieser Adresse eingetragen:  
 
Die Rajneesh Times     
3 Jg. Nr 45 Freitag, 28. Februar 1986      

New Age Centrum     

Das New-Age-Cerrtrum wurde vor einem Jahr von Swami Prabuddho und dem Dianetiker (Scientologen) Peter Sähngen gegründet Ziel des Vereins ist es, durch die Verbindung von esoterischer Wissenserweiterung und der Arbeit an sich selbstbewußter und klarer zu werden.     

Mit Arbeitskreisen, einer kleinen Bibliothek und Buchladen, Video- und Infothek möchte das Centrum jedem Besucher die Möglichkeit geben, sein Bewußtsein zu erweitem und zu klären Die Bibliothek steht jedem Besucher offen und wird von einigen regelmäßig benutzt, das spart vielen den Ankauf einer teuren Bibliothek, und in der Gemeinschaft lassen sich offene Fragen leichter klären.     

Derzeitig gibt es sieben Arbeitskreise, die für jedermann offen sind. Es sind die Bereiche Geistheilung in Theorie und Praxis, Astrologie, Außersinnliche Wahrnehmung im Experiment mit der Calligaristechnik, Studienkreis „Gespräche mit Seth", Tarotkurs, Reinkarnation/Leben nach dem Tode, und ein offener esoterischer Gesprächskreis.     

Grundlage aller Bewußtseinserweiterung die Technik der Reinkarnationsherapie, die von einigen Mitgliedern angeboten, und auch in Seminaren gelehrt bzw. als Ausbildung weitergegeben wird. Somit ist das New-Age-Centrum nicht nur ein Esoterikercenter, sondern eine Bildungsstätte für Past-Life-Clearing.     

Wir haben geöffnet von Mittwoch bis Freitag von 16.00-18.00 Uhr und zu den Arbeitskreisen jeweils ab 20.00 Uhr. In unserem Buchladen haben wir uns auf Tarotkarten und Tarotbücher, Reinkarnation und Bewußtseinserweiterung spezialisiert.     

Über jeden Besuch freuen wir uns sehr:     
New-Age-Centrum e.V. Eugenstraße 9,  7 Stuttgart 1 

 
 
 
Vereinsregister Stuttgart VR 4177 
Registerauszug vom 9.5.2005 
"New Age Centrum e.V." 
Ersteintrag 28.3.1985 
Vorsitzender: Klaus Schilling, Kleintransporteur
 

 
 
 
 
 
 
 

Friedrich Wilhelm Haack 1981
 
 
Aus: Friedrich Wilhelm Haack 1981: Wotans Wiederkehr. Blut- Boden- und Rasse-Religion, Seite 157     


Trends der 80er Jahre     

Die Heutige neugermanische Szene wird vor allem von sogenannten „esoterischen Gruppen" und von extrem politisch interessierten Bünden beherrscht.     

Unter dem Begriff "esoterisch" versteht man jene Gruppen, Orden und Bünde, die sich mit ihren Lehren nicht völlig an die Öffentlichkeit wenden, sondern nur für den engeren Mitgliederkreis bestimmte Lehren haben. Meist sind diese Lehren mit dem neuzeitlichen Okkultismus verknüpft.     

Da ist von Runenmagie die Rede, man kann sich Horoskope auf "germanischer Grundlage" stellen lassen, geheime Heilübungen und -Rituale werden angeboten und ausgeübt und man glaubt an die Reinkarnation (die Wiederverkörperungslehre), die mit dem altgermanischen Glauben rein gar nichts zu tun hat. Nach altgermanischem Glauben kamen die im Streit gefallenen Helden direkt nach Walhall, die anderen Verstorbenen nach Helheim. Von Wiederverkörperungen war da nie die Rede. Ja, es findet sich sogar der Glaube an Naturgeister und geheime Kräfte, und nicht selten werden dem angelsächsischen modernen Hexenkult verwandte Feiern und Übungen durchgeführt. Es gibt in diesem "esoterischen Neugermanismus" oft auch geheime Einweihungshandlungen und unterschiedliche Grade bzw. Ordensstufen (mit jeweils geheimen Ritualen und Paßworten usw.).     

Zu diesen Kreisen gehören der Goden-Orden, die Armanen, der - sich heute stärker noch als früher christlich orientierende - Neutemplerorden, der Abendländische Runenbund und eine große Zahl kleiner und kleinster Zirkel und "Wohnzimmerkirchen" neugermanischer oder deutsch-völkischer Prägung.

 
 

Der Esoterik-Markt

Esoteriker bieten ihre angeblichen Fähigkeiten oft gegen Bezahlung an.
Als Lebenshilfe in bestimmten Situationen.
Oder als "Lehrer" mit der Behauptung, sie könnten diese Fähigkeiten anderen beibringen.

Esoterik-Angebote sind ein wesentlicher Teil des Psychomarktes.
Dazu insbesondere auch das Buch von Colin Goldner: Die Psycho-Szene (>>).
In erster Linie wird Gesundheits- und Glücksbefinden verkauft.

Der Esoterik-Markt besteht aus Verkauf und Anwendung von Lehren und Gegenständen sowie aus Ausbildung, Unterweisung und Vermittlung angeblicher Qualifikationen. Es handelt sich dabei weitgehend um dieselben Produkte, die auch auf dem Psychomarkt verkauft werden.

Dort kann man in wenigen Tagen vermeintliche Qualifikationen für Berufe erwerben, für die regulär eine eine bestimmte Vorbildung und jahrelange Ausbildung erforderlich sind. Oft werden die Kunden über Bedeutung bzw. Bedeutungslosigkeit der erworbenen Titel getäuscht.
Vieles grenzt an Betrug, Scharlatanerie und Quacksalberei.
Dazu auch Verbraucherschutz auf dem Esoterik-Markt  (>>)
 
 
 

Esoterik als Beruf

"Esoterik als Beruf" lautet der Untertitel eines Artikels in der Website der Rhein Main Presse vom 3.9.2005 (http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=2024984).
Haupttitel:  "Ich habe nie Werbung machen müssen".
Sagt Rosemarie Gern, die "als spirituelle Heilerin, Lichtwesenberaterin und Yoga-Lehrerin seit fünf Jahren hauptberuflich in diesem Metier beschäftigt" ist. Sie war kaufmännische Angestellte und Journalistin für Gesundheitsmagazine und hatte

"oft Rückenschmerzen und anderes auszuhalten. Heute weiß sie, dass diese mit ihren erstarrten "Chakren", so genannten Energierädern, zusammenhingen. Dabei stützt sie sich auf die Theorie, dass sieben Hauptchakren den Körper mit kosmischer Energie versorgen. Durch negative Erfahrungen verlören diese Räder ihre Schwungkraft. Die Energiezufuhr bleibe aus und der Körper versuche, die Energie dem physiologischen System zu entziehen, was zu Krankheiten führe.  ... In sieben Sitzungen könnten ihre Patienten lernen, welche geistigen Leiden zu ihren körperlichen Beschwerden beitragen. Dabei sei es nicht notwendig, dass ihre Kunden zuvor ihre ganze Lebensgeschichte erzählen. Als "hellwissende" Heilerin habe sie die Fähigkeit, die Probleme der Menschen, die zu ihr kommen, zu kennen, ohne mit ihnen darüber gesprochen zu haben. Nach den Einzelsitzungen fühlen sich die meisten Menschen geheilt. Nur bei wenigen von ihnen gelingt eine Heilung nicht. ... Die Praxis floriert. Erst seit kurzem verfüge sie über eine Internetseite. Ansonsten werden ihre Heilerfolge allein durch Mundpropaganda weitergegeben."
Offenbar geht es hier garnicht um "Esoterik als Beruf".
Denn offenbar übt Rosemarie Gern Heilbehandlung als Beruf aus.
Darüber, ob sie dazu berechtigt ist, sagt der Artikel nichts.
 
 
 
 

Produkte des Esoterik-Marktes

Als "Produkte" wird in der Wirtschaft alles bezeichnet, was verkauft wird. Also keineswegs nur, was industriell oder handwerklich produziert wird. So bezeichnen Banken eine Kombination aus Zinsen und Konditionen als Produkt.

Der Begriff "Produkte" wird auch von den Anbietern des Esoterik-Marktes selbst benutzt, so etwa von den Veranstaltern der "22. Basler Psi-Tage 2004, 7. Weltkongress für Geistiges Heilen", einer typischen Esoterik-Messe.  2004 gehörte dazu auch eine "Fachmesse Aura". In deren "Ausstellerreglement" heisst es: "Die Ausstellung «Aura» richtet sich an alle Personen, Firmen oder Organisationen, die Dienstleistungen oder Produkte in den Bereichen Esoterik, Gesundheit, Bewusstsein und verwandte Gebiete anbieten." Und unter "Zulassungsvoraussetzungen": "Massgebend für die Zulassung von Ausstellungsgütern ist das Produkteverzeichnis und die Dienstleistungen bzw. der Charakter und Geschäftszweck der ausstellenden Firma oder Privatperson". Veranstalter Lucius Werthmüller, der sich selbst als "Projektleitung Basler Psi-Tage" bezeichnet, macht sich also garnicht die Mühe, zu definieren, was zu "Aura" gehört. Zu diesem Begriff mehr unter >>.
 
 
 

"Esoterische Psychologie"
 
Thorwald Dethlefsen hat 1979 in seinem Buch "Schicksal als Chance" eine "Esoterische Psychologie" propagiert. Schon dort ging es allerdings mehr um Psychotherapie, also angebliche Heilmethoden, etwa die "Reinkarnationstherapie".
 
 
Bhagwan: "Esoterische Psychologie - Die neue Evolution des Menschen"     
1973, deutsch1980, Rajneeshverlag München, keine  ISBN 
 
Thorwald Dethlefsen: Schicksal als Chance. Esoterische Psychologie - das Urwissen zur Vollkommenheit des Menschen.     
C. Bertelsmann 1979, ISBN 3-570-06500-6
 
 
 
 

Esoterik auf dem Gesundheitsmarkt
 
Wie auf dem Psychomarkt ist das Versprechen von Heilung und Gesundheit auf dem Esoterik-Markt eines der wichtigsten Angebote.
 
Aus: http://home.arcor.de/eimuc/2009.pdf Elterninitiative zur Hilfe gegen seelische Abhängigkeit und religiösen Extremismus e.V. Dokumentation der Jahresfachtagung 2009 
Dr. phil. Krista Federspiel: „Alternativmedizinische“ Angebote und ihre Ideologischen Hintergründe 


" ... Gemeinsam ist ihnen [den Angeboten] jedoch, dass sie den Naturgesetzen und den wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen...  
    1) Die anthroposophische Medizin mit esoterisch-mystischer Gedankenwelt. 
    2) Die Angewandte Kinesiologie und ihre Varianten mit simpler Vereinfachung. 
    3) Die Geistheilung, die Probleme mit übernatürlichen Kräften lösen will.
... Geistheiler beziehen ihre "Fähigkeiten“ aus dem Glauben an eine "höhere Macht“, sie verstehen sich als Mittler zwischen der diesseitigen und der jenseitigen Welt, zu der sie glauben, Zugang zu haben. ... 

Geistheilertest Wien, Jänner/ Februar 2005 
Der Test beruhte auf folgender Überlegung: Jemand, der das so genannte Energiefeld eines(r) KlientIn wahrnehmen und auch beeinflussen will, sollte zumindest spüren können, ob sich in der Nähe seiner Hände überhaupt ein (Energie ausstrahlender) Körper befindet. ... 
21 Heiler traten an – alle waren mit dem Test-Design einverstanden. ... 
Insgesamt lag die Trefferquote von allen Einzeldurchgängen bei 51% - ein Nachweis übernatürlicher Gaben ist damit gescheitert."

Bericht über den Geistheilertest in 
http://www.gwup.org/images/stories/pdf/skeptiker/vor%202008/geistheilertest_gwup.pdf
 

Nicht untypisch ist das Angebot der "Antlitzdiagnostik", auch "Gesichtsausdruckskunde" oder "Pathophysiognomie" genannt. Besonders geschätzt wurde diese von den Nazis. Dahinter steckt die Behauptung, man könne Persönlichkeit, Charakter und Krankheiten am Gesicht erkennen. "Krankheiten aus dem Gesicht erkennen - Pathophysiognomie"  ist der Titel eines Buches von Kurt Tepperwein, der sich lange als Prof. Dr. bezeichnete (www.AGPF.de/Tepperwein.htm), bevor ihn ein Strafbefehl ereilte.

 
Aus: Psychologie Heute, September 1999, S. 15:     


PSYCHOMARKT     
Vier Professoren gegen Esoterik     
Lange hatte die akademische Psychologie dem Treiben auf dem Esoterikmarkt schweigend zugeschaut. Jetzt scheint die Geduld ein Ende zu haben. Die Psychologieprofessoren Helmut Lukesch (Regensburg), Meinrad Perrez (Freiburg), Klaus A. Schneewind und Dieter Frey (beide München) forderten ihre Kollegen und Kolleginnen zu einer „offensiven Auseinandersetzung mit dem grauen Markt an pseudopsychologischen Methoden" auf (Report Psychologie 516, 7999).     
Sorge bereitet dem Quartett, daß Verfahren wie zum Beispiel Bioenergetik, Urschreitherapie, Rebirthing, Familienaufstellungen nach Hellinger, Hoffmann-Quadrinity-Prozeß, NLP, Feuerlaufen, astropsychologische Personalauswahl und viele andere zunehmend von akademisch ausgebildeten Psychologinnen und Psychologen angeboten werden. Diese lassen „mit ihrem akademischen Titel diesen Methoden eine Seriosität zukommen, für die es keine sachliche Grundlage gibt". Nach Meinung der Professoren schaden diese Verfahren sowohl dem Ansehen der Psychologie als auch den Menschen, die sich von ihnen Hilfe erhoffen.     
Um dem Treiben der Esoteriker Einhalt gebieten zu können, schlagen die Professoren unter anderem folgendes vor:     
  • „fremdgehende" Kolleginnen und Kollegen sollten auf ihre berufsethische Verpflichtung hingewiesen und abgemahnt werden, wenn sie „mißbräuchliche rechtsrelevante Therapieangebote" unterbreiten;
  • die durch Psycho- und Esoterikmethoden Geschädigten sollten in einer Dokumentation erfaßt werden;
  • offensive Aufklärung durch Massenmedien – zum Beispiel in Talkshows, in denen Standesvertreter die Chance nutzen sollten, eindeutig Stellung zu beziehen;
  • es sollte eine Kommission eingesetzt werden (task force),die entsprechende Maßnahmen plant.
 
 

 
Tages-Anzeiger Zürich 21.6.05     

Auf die Illusionen folgt oft eine tiefe Krise     
Tausende von Geistheilern und esoterischen Therapeuten missbrauchen die Sehnsucht ihrer Klienten nach spiritueller Erlösung - und machen gutes Geld damit.     

Von Hugo Stamm (>>)     

Zürich. - Der esoterische Supermarkt hat sich zum Millionengeschäft entwickelt. Das Business mit der Sehnsucht nach Erleuchtung boomt in unserer Überflusskultur prächtig. Spirituelle Meister, Geistheiler, Schamanen und Magier locken ihre Kunden in eine Welt voller übersinnlicher Wunder. Der Fall aus den kosmischen Höhen ist oft entsprechend hart. Heute betreffen die meisten Anfragen zum Thema Sekten beim "Tages-Anzeiger" esoterische Anbieter. So erkundigte sich beispielsweise kürzlich eine Leserin aus dem Raum Zürich nach der esoterischen Therapeutin Jrene Wagner aus Stein AR, die verschiedene Kurse und Behandlungen anbietet und über 100 Klienten "therapiert".     

Die Palette reicht von Transformationskinesiologie über Schamanentrommeln, Heilung des inneren Kindes, Göttinnenmeditation, Rückführungen, indianische Heilarbeit bis zur Lichtarbeit auf Hawaii. Anfänglich war die spirituell interessierte junge Frau begeistert, nach mehreren Jahren jedoch psychisch und finanziell am Ende. Zu einem Gespräch auf der Redaktion nimmt sie gleich vier weitere ehemalige Anhänger der esoterischen Therapeutin mit. Sie alle hatten einst gehofft, mit Hilfe ihrer übersinnlichen Führerin in die 5. Dimension vorstossen zu können. Doch heute fühlen sie sich als Opfer.     

Die spirituellen Sucher liessen sich anfänglich vom angeblich hellsichtigen Medium blenden und verehrten es als weise Frau. Nach jahrelangem Einsatz kamen erste Zweifel an der Kompetenz der "Therapeutin": "Als ich mich nicht mehr ganz gruppenkonform verhielt, wurde ich vor den andern Kursteilnehmern auf üble Weise gemassregelt", erklärt eine Teilnehmerin. Sie machte leichte Vorbehalte und war nicht mehr mit dem üblichen Übereifer bei der Sache. "Danach sprach niemand mehr mit mir. Es war, als würde ich nicht mehr existieren. Ich wurde wie eine Aussätzige geächtet. Noch nie hatte ich mich so einsam gefühlt." Wie die andern Anhänger hatte sie mehrere Zehntausend Franken in die Seminare und Kurse investiert.     

Anfänglich suchte sie - wie in solchen Abhängigkeiten üblich - die Fehler bei sich: "Ich ging hart mit mir ins Gericht, fiel in eine tiefe Krise und dann in eine Depression." Sie befürchtete, auf ewige Zeit verloren zu sein. Ausserdem glaubte sie noch daran, dass Ausserirdische ihr Chips implantiert hätten, die ihre Schwingungen stören würden. "Es war ein Horror."     
Ähnliche Szenarien schilderten auch die anderen Anhänger der esoterischen Therapeutin. Einer war nicht nur im mentalen Sinn abhängig, sondern wurde auch ihr Liebhaber. "Sie machte mir schon in der dritten Sitzung eine Liebeserklärung", erzählt er. Das war vor zwölf Jahren. "Ich habe auch die andere Seite dieser Frau erlebt. Sie ist privat alles andere als stabil", sagt er. Trotzdem schaffte er es jahrelang nicht, sich von ihr zu lösen. "Sie glaubte oft selbst nicht an die übersinnlichen Phänomene, die sie uns in der Gruppe so wunderbar pries. Sie richtet viel Unheil an."     

Der Aberglaube grassiert wie selten     

Was die fünf Personen erlebten, ist nichts Aussergewöhnliches. Es gibt in der Schweiz mehrere Tausend esoterische "Therapeuten", Heiler, spirituelle Meister und Medien. Sie versprechen ihren Klienten und Anhängern den Aufstieg ins kosmische Licht, die spirituelle Transformation, das höhere Bewusstsein, kurz: übersinnliche Wunder. Wahrscheinlich sind die meisten dieser Phänomene reine Illusionen. In unserer Zeit des Machbarkeitswahns wecken wundersame Versprechen ungestillte Sehnsüchte und fallen bei vielen verunsicherten Personen auf einen fruchtbaren Boden. Kommt hinzu, dass der Aberglaube grassiert wie selten in einer Epoche. Und: Die menschliche Einbildungskraft ist eine sehr machtvolle Energie, welche Vernunft und Verstand oft locker aushebelt. Deshalb gelingt es vielen Anbietern auf dem bunten Jahrmarkt der Esoterik, Kunden mit Wundern zu ködern und sie in ihren Bann zu ziehen. Und wer es wie die "Therapeutin" Jrene Wagner gar schafft, eine Gruppe um sich zu scharen, kann sich nicht nur als verehrter Guru fühlen, sondern hat auch stets eine dicke Schicht Butter auf dem Brot. Sie wollte zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen. 

 
 
 
 

Die Verkaufsargumente des Esoterik-Marktes

Der Esoterik-Markt beruht wie der Psychomarkt auf einigen wenigen Behauptungen (vgl. http://www.AGPF.de/Psychomarkt.htm#Axiome), etwa:

 
 
 

Verbraucherschutz auf dem Esoterik-Markt

Dazu auch: Verbraucherschutz auf dem Psychomarkt - http://www.AGPF.de/Verbraucherschutz.htm
Die wichtigsten Instrumente des Verbraucherschutzes werden auf dem Esoterik-Markt bisher kaum angewandt. Das sind:

Prüfung der Werbung: Das ist die Prüfung nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb UWG.
Diese findet immer häufiger statt.
Wie etwa bei der Werbung einer Reiki-Anwenderin, http://www.AGPF.de/Reiki.htm#Urteil
 
 
 

Politik fordert mehr Verbraucherschutz

Die Österreichischen Abgeordneten des Nationalrats Gertrude Brinek und Gabriele Tamandl haben "vor den Folgen und Gefahren von Esoterik" gewarnt und mehr Verbraucherschutz durch Transparenz und Aufklärung und eine Auszeichnungs- und Kennzeichnungspflicht gefordert:
  

Österreichische Volkspartei vom 16.2.05     
http://www.oevp.at/artikel.aspx?where=11727     

Brinek und Tamandl warnen vor Gefahren der Esoterik     

Vor den Folgen und Gefahren von Esoterik warnten ÖVP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek und die ÖVP-Abgeordnete Gabriele Tamandl in einem gemeinsamen Pressegespräch mit dem Geschäftsführer der Bundesstelle für Sektenfragen, Dr. German Müller, und dem Präsidenten des Weltverbandes für Psychotherapie, Dr. Alfred Pritz. Sie forderten vermehrt Transparenz und Aufklärung in diesem Bereich.     

Aufklärung und Transparenz gefordert     
"Der Esoterikmarkt bietet auf der Suche nach Selbstverwirklichung und dem verlorenen Sinn ein Angebot. Okkulte Praktiken wie Glasrücken, Edelsteintherapien oder schicksalsbefragende Techniken versprechen dabei Lebenshilfe und Wellness", so Brinek. Ein Problem dabei bestehe aber darin, dass oft nicht nur "Feel Good", sondern auch Heilung und Zukunftsbewältigung versprochen werden. Vor allem fehle häufig die Transparenz über die Qualifikation der Anbieter und es bestehe die Gefahr der Irreführung. Die Politik müsse sich hier um Aufklärung und Transparenz bemühen. Das sei einerseits eine Bildungsaufgabe, andererseits auch eine Frage des Konsumentenschutzes. Brinek sprach sich in diesem Zusammenhang für eine Auszeichnungs- und Kennzeichnungspflicht aus.     

Frauen und Jugendliche besonders anfällig     
Der "Trend zum Ich" zeichne sich schon seit 1990 ab und werde mit dem Wunsch nach neuen Sicherheiten im Bereich Arbeit und Familie kombiniert, betonte Tamandl. Sie verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass sich bei der Volkszählung 2001 nur mehr 88 Prozent der Bevölkerung zu einer Religion bekannt haben. Die zweitgrößte Gruppe stelle mit zwölf Prozent bereits jene der Konfessionslosen dar. Für Esoterik seien Frauen und Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren besonders anfällig. Drei von vier Frauen glauben an parapsychologische Phänomene, so Tamandl. Es stelle sich aber die Frage, ob die Esoterikangebote wirklich das gewünschte Ergebnis bringen. Es bestehe die Gefahr einer Flucht in eine Scheinwelt. Die Politik müsse den Menschen Stabilität bieten. Es gehe darum, traditionelle Werte stärker zu vermitteln, ohne sich als moderne Partei dem Wertewandel zu verschließen.     

Gefahr esoterischer Rattenfänger     
Probleme ortet Sekten-Experte German Müller vor allem dann, wenn Esoterik gesundheitsbedenkliche Folgen hat. Beispielsweise wenn medizinische Therapien vernachlässigt werden und eine Abhängigkeit erzeugt wird. "Esoterik ist das Zauberwort, auf dessen Altar etablierte Religiosität, Wissenschaft und Vernunft geopfert werden", meinte Müller. Für den Psychotherapeuten Alfred Pritz, Präsident werden die "neuen" Ängste einer unter Globalisierungs- und Zeitdruck stehenden Welt von einigen Gruppen mit "Instant-Produkten" ausgenützt. Oftmals käme es zu einer ökonomischen oder sexuellen Ausbeutung von Mitgliedern. Wichtig wäre daher, so Pritz, eine "stärkere Beseelung der modernen Medizin und die Stärkung des Selbstbewusstseins von Kindern und Jugendlichen, damit diese skurrilen esoterischen Rattenfängern nicht auf den Leim gehen".

                        

 
 
Werbung auf dem Esoterik-Markt

Der Normalbürger begegnet der Esoterik-Werbung hauptsächlich in Form von Schleichwerbung im Fernsehen (>>).
Fast täglich dürfen Esoteriker in Sendungen über Gesundheit ihre zweifelhaften Angebote vorstellen.
Zehn Jahre lang zunächst im Privatfernsehen, dann auch ich Öffentlich-Rechtlichen.

In Talkshows dürfen sie über ihre vermeintlichen Fähigkeiten berichten. Nachgefragt wird allenfalls vorsichtig. Manchmal (und manchmal zufällig) enthalten solche Gespräche dennoch konkrete Informationen, wie man allerdings erst bei nachträglicher Analyse oder Recherche herausfinden kann. So in Talkshows von Jürgen von der Lippe (http://www.AGPF.de/Lichtnahrung.htm#ARD) oder Alfred Biolek (http://www.AGPF.de/Kriele.htm#Biolek2000).
Schleichwerbung auch in zahlreichen Tageszeitungen und noch mehr Anzeigenblättern.

Zudem hat der Esoterik-Markt seine eigene Presse (http://www.AGPF.de/Psychomarkt-Presse.htm): Zahlreiche Zeitschriften und Magazine, in denen es oft genug keinerlei Trennung zwischen redaktionellen Beiträgen und Werbung gibt. Besonders krass die Zeitschrift Free Mind, hinter der die Scientology-Organisation steckt (Archiv/FreeMind.htm). Aber die Scientology-Organisation ist längst auch in die sonstige Esoteriker-Presse eingesickert (Archiv/KVPM-Artikelbetrug.htm).

Fast alle dieser Blätter verkaufen zu gleich Esoterik-Produkte, sind Veranstalter von Esoterik-Kongressen oder -Messen oder Ausbilder. Besonders krass hier die Zeitung "Die Andere Realität - Wissenschaftlich Zeitung für Parapsychologie, bodenständige Esoterik und spirituelle Ökologie", "Vereinsorgan von Akademie für Esoterik e.V." (http://www.AGPF.de/Geistheiler-Urteil-Auswirkungen.htm#DAR). "Verlag und Redaktion" ist keine Person, sondern die "Akademie für Esoterik e.V.",  Herausgeber ist Peter Wiergowski, unter dessen Namen in der Ausgabe 5+6/2004 vom Dezember 2004 auch die meisten Artikel erschienen sind. Er interviewt dort seinen Schweizer Statthalter Bruno Würtenberger, dieser interwiewt den rechtslastigen Verschwörungstheoretiker Jan Udo Holey alais Jan van Helsing  (http://lexikon.idgr.de/h/h_e/helsing-jan-van/helsing-jan-van.php) und TV-Mensch Franz Alt interviewet den Dalai Lama.
 
 
 

Esoterik-Werbung mit Wissenschaft

"Esoterik versucht verstärkt, sich in "wissenschaftlichem Gewand" darzustellen und Patent-Erklärungen für das Fortgehen der Welt zu geben" (Claudia Barth >> Seite 23).

Grundsätzlich lehnt die Esoterik den Staat ab, inbesondere

Das hindert den Esoterik-Markt aber nicht daran, mit angeblichen wissenschaftlichen Beweisen zu werben und zahllose gefälschte Titel und Zertifikate zu verwenden, die staatliche Anerkennung vortäuschen.

Als die Esoterik noch als "New Age" daherkam, berief sie sich hauptsächlich auf auf Fritjof Capra.
Heute beruft die Esiterik sich vorwiegend auf Rupert Sheldrake.
Beispiele: ZEGG-SISMUS - http://www.AGPF.de/ZEGGsismus.htm#Sheldrake  und http://www.AGPF.de/Hellinger.htm#Eso
Einzelheiten dazu in: Colin Goldner: "Der Wille zum Schicksal - Die Heilslehre des Bert Hellinger", Seite  102 ff.: "Kronzeuge Sheldrake".
Colin Goldner zählt auf, welche Begriffe mehr oder weniger synonym zu Sheldrakes "morphogenetischen Feld" benutzt werden:

Hellinger befindet sich insoweit in zahlreicher, wenn auch nicht gerade in guter Gesellschaft.
Das Morphogenetische Feld oder seine verbalen Derivate scheint derzeit der kleinste gemeinsame Nenner der Gurus zu sein.
Der Grund ist einfach: Sheldrake & Co liefern keine Patentrezepte und sind deshalb keine Konkurrenz für Gurus.
Sheldrake & Co liefern lediglich Erklärungen, die mit allem um jedem vereinbar sind, also auch mit den Erklärungen, welche von den Gurus geliefert werden.
Auch Maharishis "Naturgesetz" gehört zu der opbigen Aufzählung. Maharishi bietet an, seinen Anhängern gegen Bezahlung das Fliegen ohne maschinelle Hilfe beizubringen, was die dann wieder gegen Bezahlung anderen beibringen können. Dazu: http://www.AGPF.de/TM-Fliegen.htm. Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, dass auch nach 30 Jahren kein Maharishi-Anhänger mehr als Hüpfer vorgeführt hat. Das aber ändert offenbar nichts am lebhaften Verkauf.

Auch bei PSI geht es meist um die angebliche Überwindung der Physik.
Nur selten liegen die Dinge so einfach, wie bei Maharishi. Dessen Anhängern habe ich 1987 brieflich vorgeschlagen, den Beweis dadurch zu erbringen, dass man den Flieger auf eine Waage setzt. Hebt er ab, muss der Zeiger auf Null gehen und zwar länger, als dies bei einem Hüpfer der Fall wäre. Keine Antwort. Statt einfacher Beweise berufen sich die Maharishi-Anhänger heute auf die Quantenphysik.
Dazu der Berliner Physikprofessor Prof. Dr. Martin Lambeck: Können Paraphänomene durch die Quantentheorie erklärt werden?
Zum kulturellen Hintergrund auch: "Annettes Philosophenstübchen".
 
 
 

Die Skeptiker

Die Behauptung von übersinnlichen Kräften wird seit langem immer wieder von einer Gruppe von Wissenschaftlern geprüft, die sich "Skeptiker" nennen.
Deren Verein in Deutschland:

GWUP Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften  e.V.
http://www.skeptiker.de
http://www.gwup.org
 
Deren Zeitschrift:     
SKEPTIKER - Zeitschrift für Wissenschaft und kritisches Denken     
Der SKEPTIKER online:      
Probeheft (3,50 Euro inkl. Porto) oder Abonnement:     
http://gwup.org/shop/skeptiker     
http://www.skeptiker.de/skeptiker/
 
  Seit vielen Jahren wird dort immer wieder berichtet, dass die James Randi Educational Foundation (JREF) eine Million Dollar für denjenigen ausgelobt hat, der paranormale Fähigkeiten unter kontrollierten und doppelblinden Bedingungen unter Beweis stellt.   
Auch 2004 haben das in Deutschland wieder einige vergeblich versucht:     

Die Esoterik-Allianz mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen

Auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen berichtet seit Jahren unkritisch über Esoterik-Angebote und hat damit den Markt erst richtig angeheizt.

Beispiel ist immer wieder Fliege, der "Oberschamane des Öffentlich-Rechtlichen" (FAZ unten):

Es gibt allerdings bisher keinen Hinweis darauf, dass es bei den Öffentlichrechtlichen etwa eine organisierte Esoterik-Unterstützung gibt. Viele der Esoteriker profitieren vielmehr vom Kultur-Bonus: Autoren dürfen ihre Bücher schon immer vorzeigen, während Werbung für Konsumgüter allenfalls als Schleichwerbung stattfindet. Dabei wird allerdings übersehen, dass diese Autoren meist entweder eigene Firmen betreiben oder gewerblichen Tätigkeiten nachgehen, meist im Gesundheitsbereich und ohne Befähigungsnachweis oder die dort für die meisten Tätigkeiten erforderliche Zulassung.
So bietet Alexa Kriele (>>) auch Vorträge an. Beispielsweise in einer Buchhandlung in Hannover zum erstaunlichen Eintrittspreis von 15 Euro, siehe http://www.AGPF.de/Kriele.htm#Vortrag
Oft genug macht das Öffentlich-Rechtliche TV Schleichwerbung für Angebote, die den strafrechtlichen Bereich tangieren. Bei Fliege und Hellinger wurde das Ermittlungsverfahren letztlich nur eingestellt, weil die Bühnen-Patienten angeblich keine Heinbehandlung erwartet haben.

Nur selten ist in den gedruckten Medien Kritik an der Esoterik-Schleichwerbung im Öffentlich-Rechtlichen TV zu lesen.
So zum Beispiel in der FAZ vom 24.11.2004.
 
 
In der FAZ vom 24.11.2004 berichtete Christian Geyer über eine Kerner-Talkshow vom 23.11.2004:     
"Ein Schlag ins Kontor der öffentlich-rechtlichen Rationalität. Das war Volksverdummung und Schleichwerbung im Gewand der informationellen Grundversorgung. Wenn das einreisst, wird uns demnächst jeder Humbug als kritische, öffentlich-rechtlich abgestempelte Information verkauft werden können. Wenn es so etwas wie eine öffentliche Vernunft gibt, dann wurde sie Dienstag abend mit Engelszungen verspottet. Spiritisten waren unter sich. Die Protagonisten: die „Engel-Dolmetscherin” Alexa Kriele, der „Sterbeforscher” Bernard Jakoby, der „Fernsehpfarrer” Jürgen Fliege" ...".      
Die FAZ bezeichnet Jürgen Fliege als Oberschamane des Öffentlich-Rechtlichen, zweifellos eine zutreffende Bezeichnung. Alexa Kriele (mehr unten >>) durfte schon einmal ein Buch bei Kerner präsentieren, http://www.AGPF.de/Kriele.htm. Die FAZ: "Keiner, der die ebenso diskutierfähige wie diskutierbedürftige Frage aufgeworfen hätte: Frau Kriele, ein Scharlatan im Engelsgewand? Keiner, der sich als Anwalt einer Stimme der Vernunft versuchte. Ein Totalausfall bei Kerner. Oder ist der Ausfall in Wirklichkeit der Einfall, auf dem die ganze Sendung beruht?". 
 
 
 

Beispiele für TV-Schleichwerbung:

Am 13.11.2004 plauderte das ZDF in seiner Boulevard-Sendung "Hallo Deutschland" in einem als Bericht getarnten Beitrag über angebliche gewaltige Gewichte, welche Sri Chinmoy mit Unterstützung seiner Meditation "gestemmt" haben will. Bereits bei Betrachtung des eigenen Films hätten die ZDF-Leute erkennen können, dass der alte Mann sich lediglich an den Ausleger einer Waage gehängt hat. Von "stemmen" keine Rede.
  
 
Ein typische Beispiel für Esoterik- Werbung im TV:     

Alexa Kriele ist Esoterik-Anbieterin.     
Ihr Ehemann ist Psychomarkt- Lobbyist.     
Dazu: http://www.AGPF.de/Kriele.htm     

An kurz aufeinander folgenden Tagen darf sich sich in den Talkshows von ZDF, NDR und SWF präsentieren.     

Die Abbildung rechts stammt aus der Website eines esoterischen "Seminar-Service", der Kriele unter dem Titel "Körper, Geist und Seele" vermarktet.

 
 
 

Esoterik gegen Aufklärung und Vernunft

"Aufklärung" und Aufklärungsphilosophie steht für die Benutzung des Verstandes. Das Motto fasste der deutsche Philosoph Immanuel Kant vor über 200 Jahren zusammen: "Habe Mut, dich deines eigenen Verstands zu bedienen!” Dadurch könne der Mensch sich "aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit" befreien: "Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Hilfe eines anderen zu bedienen”. Ergebnis: Abkehr vom mystisch-spekulativen Denken und Hinwendung zur Vernunft. Daraus resultierte ein gewaltiger Aufschwung der Naturwissenschaften und der Wirtschaft.

Der spanische Ministerpräsident Zapatero sagte (Interview Spiegel 46/2004): "Die europäische Identität gründet auf unserer Idee von der Bürgergesellschaft, auf den Werten der Aufklärung und der Vernunft".

Die Esoterik ist demgegenüber vom Vorhandensein von Kräften überzeugt, die sich mit Verstand und Vernunft nicht erklären lassen. Von solchen Kräften werde der Mensch und die Menschheit weitgehend gesteuert.

Bei den meisten Esoterikern beschränkt sich solche Überzeugung auf einzelne Erscheinungen.
Viele benutzen esoterische Praktiken auch eher spielerisch, wie etwa die Lektüre des Horoskops.
Der Übergang zu einer das ganze Leben bestimmenden Ideologie vollzieht sich oft genug schleichend und wird auch in der persönlichen Umgebung oft kaum wahrgenommen.

Derzeit bemüht sich die grosse Mehrheit der Lehrer nach Kräften, ihre Schüler zu befähigen, sich ihres Verstandes zu bedienen.
Eine kleine Minderheit macht diese Bemühungen gelegentlich zunichte.
Dazu: Ausserirdische auf Schulbesuch (>>).

"Schulweisheit" und "Schulmedizin" werden als negativ dargestellt, Aberglaube und Unvernunft zunehmend in den Medien präsentiert.
  
 
 
 

Esoterik als Weltanschauung und Ideologie

Claudia Barth (>>) schreibt:

"Esoterik ist kein freischwebendes autonomes Denksystem, sondern eine spezifische Form des Irrationalismus. In ihrer Herausbildung war die Esoterik hierzulande eng mit gesellschaftspolitischen Bestrebungen verknüpft. Von völkisch-nationalistischen, antisemitischen Vordenkern entwickelt, mit regressivem Antikapitalismus beladen bildete sich eine spezifisch deutsche Spielart des Irrationalismus heraus, die im erwarteten Reich der nordisch-arischen Rasse kulminierte. Die modernen Vertreter  des New Age stehen auf diesem Erbe" (Seite 26).
Esoterik beruht grossenteils auf Rassismus und anderen Übermenschen-Phantasien.
Viele finden dort aber offenbar einen vermeintlich unpolitischen Rahmen für Rassismus und Antisemitismus und eine vermeintliche Alternative zu den Neo-Nazis.
Es ist also keineswegs abwegig, wenn Lutz Lemhöfer und Kurt-Helmuth Eimuth im Titel eines Buches auf "Braune Flecken in der Esoterik" und den "Antisemitismus der Alternativen" hingewiesen haben (>>).
 
 
 
 

Esoterik, Antisemitismus und Rassismus

Dazu besonders lesenswert von Colin Goldner in seinem Buch Die Psycho-Szene (>>) das Kapitel über "esoterischen Antisemitismus".
Peter Nowak schreibt in einer Besprechung des Buches von Colin Goldner über den Dalai Lama und "die braune Vergangenheit der deutschen Tibet-Begeisterung" (http://www.AGPF.de/Dalai-Lama.htm) über Blavatskys Nachfolgerin:

"Die Blavatsky-Jüngerin Alice Ann Bailey, glühende Hitler-Verehrerin und Propagandistin des Dritten Reiches, behauptete, spiritistische Weisungen direkt von der »Großen Weißen Bruderschaft« zu empfangen, zu der nur besonders Erleuchtete Zugang hätten, darunter Napoleon, Mussolini, Hitler und Franco. Auch Bailey ist eine der Vordenkerinnen der heutigen New-Age- und Esoterik-Szene, wo ihre Bücher zur Grundlagenliteratur zählen."
Der Rassenwahn spielt in der Esoterik lange vor Hitler und dem Nationalsozialismus in Deutschland eine besondere Rolle.

In Frankreich wurden mit der Revolution von 1789 ("Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit") dem Adel seine Privilegien entzogen. In Deutschland herrschte weiter die feudalistische Kleinstaaterei. Man erfand die indogermanische Rasse und bezeichnete diese als Arier, von Ari, Ehre (Einzelheiten bei Claudia Barth (>>), Seite 38 ff.). Und man erfand einen zusätzlichen Adel, dem sich jeder anschliessen konnte: Aus Ariern und Germanen wurde eine angebliche Priesterkaste gebacken, die Armanen ( vgl. im antifaschistischen Lexikon: http://lexikon.idgr.de/a/a_r/armanen/armanen.php), die das angebliche mystische Wissen der Germanen ausgeübt und weitergegeben haben sollen. Das angebliche "Geheimnis der Runen" wurde 1907 entschlüsselt, ein Hakenkreuz auf dem Buchdeckel. Bis "heute sind germanische Runen Standardrepertoire der Esoterikszene" (Barth (>>), S. 49).
Einen Armanenorden gibt es auch heute (wieder), Georg Schmid berichtete 2002 unter http://www.relinfo.ch/anse/info.html über eine selbsternannte Adelige:
"Sigrun Schleipfer, die Mitbegründerin des Armanenordens, gründete 1990 auch ANSE, nachdem sie sich von Adolf Schleipfer getrennt hatte und sich fortan Sigrun von Schlichting nannte."
 
 
 
 

Verschwörungsesoterik

Verschwörungstheorien gehören zum Handwerkszeug der meisten Esoteriker.
Denn mit ihnen kann man (vermeintlich) alles beweisen.
Mit ihnen lässt sich die angebliche Überlegenheit des eigenen Wissens demonstrieren.
Mit ihnen lässt sich auch erklären, weshalb sich dieses angeblich überlegene Wissen nicht durchsetzt.
Mit ihnen kann man andere des Missbrauchs von Macht bezichtigen.
Und beweisen, dass man selbst dagegen vorgeht und damit die Macht richtig ausübt.

Besonders gern werden solche Verschwörungstheorien zur Verbreitung von Antisemitismus benutzt.
Der Spiegel (Nr.5/2005, Allahs Schaumkronen) berichtete über Verschwörungstheorien zur Tsunami-Katastrophe Weihnachten 2004:

"Die Wahrheit könnte noch explosiver sein, mutmaßt die ägyptische Wochenzeitung "al-Usbua“ und fragt: "Wurde das Erdbeben am Tag des Schreckens von amerikanischen, israelischen und indischen Atomtests aus gelöst?" Schließlich habe Indien kürzlich hochwertige neue Nukleartechnologien erhalten. Auch Rechtsradikale glauben an die jüdisch-amerikanische Bombe - wie sonst ist zu erklären, dass kaum Israelis und US-Bürger unter den Opfern waren? Weil sie gewarnt wurden, klarer Fall.
Fünf Wochen nach dem verheerenden Seebeben in Asien kursieren im Internet die abstrusesten Theorien über die wahren Ursachen der Katastrophe. Auf Verschwörungs-Websites und in Esoterik-Foren sprießen religiöse, politische und pseudo-wissenschaftliche Deutungen; in privaten Internet-Tagebüchern, sogenannten Web-Logs oder Blogs, wuchern Phantasie und Paranoia."
Kaum Israelis unter den Opfern? Dieselbe Behauptung wird seit langem über den Terror-Anschlag in New York vom 11.9.2001 verbreitet.
 

Die Autoren Gugenberger, Petri und Schweidlenka schreiben in ihrem Buch "Weltverschwörungstheorien - die neue Gefahr von Rechts" (1998):

"Die Anfänge des ... Verschwörungsdenkens (sind) als Reaktion auf die Ideen der Aufklärung, der Französischen Revolution und der daraus entstandenen Verunsicherung zu verstehen. Die Idee einer großen Verschwörung erfüllt dabei die sinnstiftende Funktion einer einfachen und griffigen Erklärung der sich ändernden Verhältnisse und erlaubte es, die Bösen von den Guten zu unterscheiden. Dieser Mechanismus sollte sich noch viele Male in der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts wiederholen." (Seite 59).
"Rassismus, Esoterik, Nationalismus und Verschwörungsdenken bildeten bald ein Gefüge von mythischen und politischen Vorstellungen, die kaum mehr voneinander zu trennen waren.
Esoterik, das ist die geheime, verborgene, nur Eingeweihten zugängliche Ebene des Daseins, eine Art Innenwelt der Außenwelt. Daß dieser nicht-materielle Lebens- und Glaubensbereich etwas Verschworenes an sich hat und Stoff genug für Spekulationen jeglicher Art bietet, liegt in der Natur der Sache. Schon seit jeher hat die Geheimniskramerei derartiger Gruppierungen, wie der Rosenkreuzer, Freimaurer und Illumina-ten, Außenstehende geradezu eingeladen, die wildesten Mutmaßungen über sie anzustellen. Ungeachtet dessen läßt sich durch esoterische Erklärungsmusterjede „Theorie", und sei sie auch noch so absurd, letztbegründen. Vermutete Verschwörungen erhalten auf diese Weise geradezu kosmische Dimensionen. So verwundert es nicht, daß die moderne abendländische Esoterik immer schon eine wesentliche Rolle im Weltverschwörungdenken gespielt hat - und eine geradezu verheerende Wirkung entfaltet, wenn sie sich mit radikalen politischen Strömungen verbindet." (Seiten 70 und 71).
 
 
 
 

Esoterik, Geheimwissen, Okkultismus

Esoterik bedeutete ursprünglich Geheimwissen. Dies wurde durch Einweihungen vermittelt, meist in verschiedene Grade. Der Begriff "Initiationen" ist auch heute noch geläufig. Heute hat "Esoterik" die Bedeutung von "Geheimwissen" weitgehend verloren.

Die Veranstalterin einer Esoterik-Messe Elisabeth Kumhart-Zazyal definiert im Interview mit Michael Breu (St. Galler Tagblatt 13.3.2002):

"Esoterik steht für das Feinstoffliche, alles, was man nicht berühren kann. Das beginnt bei der Aura. Hellsehen oder Lebensberatung gehört ebenfalls dazu, auch die Homöopathie."
Oft wird der Begriff Esoterik auch zusammen mit Magie benutzt, vgl. Magie, Hexerei und Wahrsagerei als Lebensbewältigungshilfe

Eine Gruppe, die sich heute als esoterisch bezeichnet, kann sich morgen als Religion bezeichnen.

Der nachfolgend zitierte Artikel aus www.extremismus.com/esorex.htm  enthält eine ausführliche Literaturliste zum Thema.
 
Aus: www.extremismus.com/esorex.htm    
Rechtsextremismus und Esoterik    
Verbindungslinien, Erscheinungsformen, offene Fragen     
von Andreas Klump     
Referent im Bundesministerium des Innern, Berlin     

-------     
Esoterik soll hier als Sammelbezeichnung für weltanschauliche Richtungen und Praktiken verstanden werden, die sich mit dem “geheimnisvollen“, “unsichtbaren“, “inneren“ und “dunklen“ Wissen über Geist, Natur, Umwelt und Gesellschaft beschäftigen – und dabei eine schwer übersichtliche Mischung aus “Spiritismus, Magie, Mythos, neuem Heidentum, Astrologie, Ufologie, fernöstliche Weisheitslehren und pseudomedizinischen Heilmethoden“ darstellen (Ewald 1996: 5; Pfahl-Traughber 1999: 77f.). Dabei sollen die oft unter dem Oberbegriff New Age zusammengefassten Termini Esoterik und Okkultismus synonym verwandt werden, da ein von den Anhängern dieser Richtungen vorgenommener Unterschied zwischen “dunklen“, “hellen“, “inneren“ oder “äußeren“ Bereichen der Lehre hier nicht relevant ist: “Okkultismus ist esoterisch – und umgekehrt“ (Freund 1995: 12).     
------- 

  
 
 
 

Die angebliche Überwindung des Zufalls:
Vorhersagen, Hellsehen, Astrologie, Karma, Kismet, Schicksal

Die Behauptung, Ereignisse oder gar das künftige Schicksal vorhersehen zu können, war schon immer besonders gut verkäuflich.
Astrologie und Horoskope sind ein besonderer Markt innerhalb des Esoterik-Marktes.
Es gibt keinen Zufall: Diese Esoteriker-Behauptung ist das wichtigste Verkaufsargument (>>).
Auch die Behauptung eines ein für allemal vorherbestimmten Schicksals, oft mit den Stichworten Karma und Kismet bezeichnet.
Immer wieder wird das mit religiösen Argumenten untermauert.
Nicht nur der Papst begibt sich bei Krankheit ins Krankenhaus und lässt sich bei Bedarf operieren.
 
 
 

Esoterik, Naturrecht und Naturgesetz

Stichwort "Naturgesetz" in dieser Website:
http://www.google.de/search?hl=de&q=site%3Awww.AGPF.de+Naturgesetz&btnG=Google-Suche&meta=

Umgangssprachlich versteht man unter dem Begriff  Naturgesetz die wichtigsten Regeln der Naturwissenschaften, also insbesondere der Physik und der Chemie. Es ist ein wohlklingender Begriff ohne jede praktische Bedeutung.
Zumal mit "Natur" einfach alles gemeint war, was die Menschheit bei ihrem Entstehen vorgefunden hat.
Die Natur hat der Mensch vorgefunden.
Ebenso gewisse Regelmässigkeiten, die man gern als Gesetze bezeichnet.
So sind Äpfel schon immer vom Baum gefallen, anstatt im Weltraum zu verschwinden.
Auch bevor man erklären konnte, warum das so ist.

Noch undurchsichtiger und somit nichtssagender ist der Begriff "Naturrecht", hinter dem meist grandiose philosophiesche Denkgebäude stehen.
Weil diese Begriffe so gut klingen und so wenig Bedeutung haben, eignen sie sich besonders gut für Behauptungen aller Art.
 

Nur scheinbar war der Mahahrish-Kult lange Jahre einziger Naturgesetz-Anbieter.
In dieser Website wird der Begriff "Naturgesetz" jedenfalls hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Maharishi-Kult und dessen "Naturgesetz-Partei" verwendet:
 
 
 
 

Esoterik und die Klassifizierung der Menschen

Rassismus und Antisemitismus ermöglichten es, Menschen nach Belieben in Klassen einzuteilen.
In hochwertige Herrenrassen und in minderwertige oder gar zu vernichtende Rassen.

Rassismus selbst dann, wenn der Begriff der Rasse nicht oder nur versteckt benutzt wurde.
Esoteriker und Gründer der Scientology-Organisation L. Ron Hubbard erfand die Rasse der "Thetanen", allwissende und unsterbliche Geistwesen, welches seit unvordenklichen Zeiten das Universum bevölkern und dessen Entstehen und Vergehen durch den Urknall gleich vielfach erlebt haben. "Übermenschen unter uns" hiess das erste ins Deutsche übersetzte Buch über die Scientology-Organisation folgerichtig. Die Scientology-Esoteriker haben längst auf Religion umgestellt und bezeichnen Hubbards Science-Fiction-Phantasien jetzt als Reinkarnation. Andere folgen diesem Beispiel.

Scientology-Gründer Hubbard 1980 (Aus: HCOPL 09.77.1980: Ethik, Justiz und die Dynamiken, deutsche Ausgabe):

"Unethische Handlungen auf der Zweiten Dynamik treffen direkt ins Herz des zukünftigen Überlebens. Die gesamte Zukunft einer Rasse hängt von ihrer Einstellung gegenüber Sex und Kindern ab. Wenn Kinder unwichtig werden, hat die Gesellschaft ihre Zukunft verwirkt.
Auf einem hohen Ethikniveau gibt es Einehe, Beständigkeit, viel Freude und eine sehr moralische Einstellung gegenüber Sex und Kindern."
Die Esoterik klassifiziert noch heute gern.
Und noch immer nach selbsterfundenen Kriterien.

Die Klassifizierung von Menschen nach willkürlich gewählten Eigenschaften bezeichnet man als Rassismus.
Eine spezielle Ausformung ist der Antisemitismus.
Rassismus und Antisemitismus waren die ideologische Grundlage des deutschen Faschismus.
Deshalb wird solche Klassifizierung von Menschen auch als Faschismus bezeichnet.
Diese Begriff weisen deutlich auf die Gefahren hin, die mit der Klassifizierung von Menschen verbunden sind.
Im Nazi-Deutschland wurden 6 Millionen Menschen auf Grund solcher Klassifizierung willkürlich ermordet.
Deshalb sind Rassismus, Antisemitismus und Faschismus heute weltweit geächtet.
Rassismus, Antisemitismus und Faschismus sind allerdings nicht immer leicht zu erkennen.
Zumindest die Anfänge sind zu erkennen an der willkürlichen Klassifizierung von Menschen.

Die Begriffe Rassismus, Antisemitismus und Faschismus sollen hier Tendenzen und Gefahren aufzeigen.
Es wäre ganz sicher falsch, jeden Esoteriker als Rassisten, Antisemiten oder Faschisten zu bezeichnen.
 
 
 

Esoteriker als Inhaber besonderer Fähigkeiten

Dazu auch:

Vermeintlich übersinnliche Fähigkeiten beruhen oft auf Beobachtung und Täuschung
http://www.AGPF.de/Magie.htm#Beobachtung
Viele Esoteriker sehen sich als Inhaber besonderer Fähigkeiten.
Viele Esoteriker behaupten, etwas zu erkennen, was andere Leute nicht erkennen können.
Viele Esoteriker behaupten, bei anderen Leuten bestimmte Eigenschaften oder Fähigkeiten erkennen zu können, die andere Leute nicht erkennen.

Ein Esoteriker, der einen Stein als göttlich erkennt, wird nach Nutzanwendung suchen.
Er wird vielleicht seine Fähigkeit als Krankheits-Erkenner entdecken, als Diagnostiker.
Daraus folgt dann die Entdeckung seiner Fähigkeit als Krankheits-Beseitiger, als Heiler.
Daraus folgt dann der
Esoteriker als Verkäufer besonderer Fähigkeiten.
Die Ausübung bestimmter Tätigkeiten wird oft von staatlichen Zulassungen abhängig gemacht.
Besonders dann, wenn durch diese Tätigkeiten andere geschädigt werden können.
Das gilt zum Beispiel für das Autofahren. Wer ein Auto fährt, ohne einen Führerschein zu besitzen, macht sich strafbar.
Das gilt auch für die Heilbehandlung. Wer Heilbehandlung ausübt, ohne eine Zulassung zu besitzen, macht sich strafbar.
 
 
 

Esoteriker als Lehrer besonderer Fähigkeiten

Bisher gilt: Wer etwas lehrt, kann sich dadurch kaum strafbar machen.
Also erklären sich viele Esoteriker selbst zu Lehrern.
Sie unterweisen andere gegen Bezahlung in speziellen Fähigkeiten oder sie bilden Lehrer aus, die dann wiederum dasselbe tun.
Daraus ist inzwischen ein umfangreicher Gewerbezweig entstanden, eine Art Esoteriker-Gewerbe.
 
 
 

Aura-Besitzer und Aura-Seher

"Aura" ist einer der esoterischen Grundbegriffe.
Als "Aura" wird ein Farbschleier bezeichnet, den manche Leute um andere Leute herum sehen, zu sehen glauben, sich vorstellen oder zu sehen behaupten.
Der Normalmensch sieht keine Aura.
Auf der Aura beruhen zahlreiche andere angebliche Phänomene, wie etwa das der angeblichen "Indigo-Kinder".
Als Aura wird auch der besondere Eindruck bezeichnet, den ein Mensch auf Andere macht. Darum geht es hier nicht.

Diese angebliche Aura wird zur Klassifizierung von Menschen benutzt:
Viele Menschen, die eine Aura sehen, halten sich für etwas Besonderes und schreiben sich selbst besondere Fähigkeiten zu.
Manche dieser Aura-Seher klassifizieren auch die angeblichen Aura-Besitzer

Die Klasse der Ausa-Seher teilt also Menschen der Klasse der Aura-Besitzer zu und unterteilt diese wiederum in bestimmte (positive oder negative) Klassen.

Viele der angeblichen Aura-Seher gehen mit ihren angeblichen Fähigkeiten spielerisch um und benutzen sie zum Zeitvertreib.
Viele der angeblichen Aura-Seher verkaufen ihre angeblichen Fähigkeiten auf vielfältige Weisen.
Zum Beispiel als angebliche Hilfe zur Menschenkenntnis.
Gemeint ist die Klassifizierung von Menschen.
 

"Es gibt Menschen, die andere Personen in einen farbigen Schleier gehüllt wahrnehmen", erläutert der Spiegel in einem lesenswerten Internet-Artikel unter http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,323973,00.html

"Es gibt Menschen, die andere Personen in einen farbigen Schleier gehüllt wahrnehmen. Britische Forscher glauben, dass nicht etwa eine geheimnisvolle Aura, sondern das Gehirn des Betrachters den Farbenzauber auslöst.

Die menschliche Aura gilt in der Esoterik als farbig leuchtendes Energiefeld. Nur wenige Auserwählte sollen in der Lage sein, die Aura tatsächlich sehen zu können. Der britische Psychologe Jamie Ward bezweifelt jedoch, das menschliche Energiefelder den Farbenzauber hervorrufen. Nach seiner Einschätzung geht das Ganze eher auf ein seltenes Hirnphänomen zurück, das als Synästhesie bezeichnet wird.

Bei Synästhetikern ist die Wahrnehmung zweier Sinne miteinander gekoppelt: Sie sehen etwa Farben beim Hören oder nehmen Klänge beim Sehen wahr.

Der Wissenschaftler vom University College in London konnte zeigen, dass die Einfärbungen nicht nur auftreten, wenn die Frau die Personen traf, sondern auch dann, wenn sie nur deren Namen hörte oder las. In diesen Fällen färbte sich sogar das gesamte Gesichtsfeld in den entsprechenden Farben.
"Diese Farben geben nicht etwa verdeckte Energien der Menschen wieder, sondern entstehen eher im Gehirn des Betrachters", schreibt Ward im Fachblatt "Cognitive Neuropsychology". Er gab seiner Probandin 100 verschiedene Begriffe zu lesen, die nach ihrer emotionalen Wirkung von Eins bis Sieben eingestuft wurden. Es stellte sich heraus, dass emotionsstarke Begriffe wie Angst oder Hass ebenfalls Farben im Gesichtsfeld der Synästhetikerin hervorriefen.

Wörter mit positiven Assoziationen ließen die Frau Rosa, Orange, Gelb oder Grün sehen, die mit negativen Assoziationen sorgten für ein braunes, graues oder schwarzes Gesichtsfeld. Wenn das Wort James (rosa) in der falschen Farbe gedruckt war, etwa in blau, dann verzögerte sich die Farbassoziation etwas."

 
 

Channeling: Botschaften-Vermittlung

Viele Esoteriker behaupten, im Besitz von Kontakten zu "Wesen", "Wesenheiten" oder Verstorbenen zu sein und Nachrichten von oder zu diesen vermitteln zu können. Mehr dazu unter: http://www.AGPF.de/Channeling.htm

Auch hier werden letztlich wieder besondere Fähigkeiten behauptet und verkauft.
Nämlich die Fähigkeit, Kontakte zu Jenseitswesen herstellen, denen Nachrichten vermitteln und deren informationen verstehen und übersetzen zu können.
Auch Alexa Kriele (>>) gehört zu dieser Gruppe.
Sie bezeichnet sich als Engel-Dolmetscherin.
Andere "übersetzen" Teufel.
Oder Haustiere und bezeichnen sich dann als Tiertherapeuten.
 
 
 

Bücher

Literaturliste unter http://www.AGPF.de/Buecher.htm
 
Bernd Kramer: Erleuchtung gefällig? Ein esoterischer Selbstversuch. 
Ch. Links Verlag 2013, 208 Seiten Bestellen bei Amazon 
Der Journalist hatte bereits mehrfach über Esoterik geschrieben. Dann interessierte ihn, "was die Esoterik mit dem Einzelnen macht. ... Um das herauszufinden, wage ich ein Experiment. ... Es ist eine Reise an die Grenze der Vernunft und darüber hinaus, ohne Schutzhelm und doppelten Boden". Der Autor berichtet über seine Selbstversuche und analysiert ideologischen Hintergrund und Gefahren.
 
 
Ursula Caberta: Schwarzbuch Esoterik 
Gütersloher Verlagshaus, 2011, 190 Seiten  Bestellen bei Amazon 
Caberta hat sich als Abgeordnete im Hamburger Landtag ("Bürgerschaft") mit Scientology befasst und wurde als Leiterin einer "Arbeitsgruppe Scientology" der Stadt Hamburg die bekannteste Scientology-Kritikerin. Dem "Schwarzbuch Scientology" von 2007 folgte 2011 das "Schwarzbuch Esoterik". 
 
Joachim Huessner: Ein Weg hintes Licht.  
Autobiographischer Roman. 206 Seiten, 2010. Bestellen bei Amazon 
Der Autor schildert vergnüglich lesbar den Weg seiner Ehefrau in eine Esoterik-Sekte. Sehr viel vergnüglicher jedenfalls, als die Kurzfassung in seiner Website. Denn es handelt sich um einen Tatsachenroman.
 
 
Hartmut Zinser: Esoterik - Eine Einführung 
2009, 141 Seiten 
Hartmut Zinser ist Professor für Religionswissenschaft an der Freien Universität Berlin. Esoterik im heutigen Sinne benutzt er gleichbedeutend mit Okkultismus. Esoterik sei ein Markt, "auf dem alles das angeboten wird, was sich als esoterisch verkaufen läßt. Was sich nicht verkaufen läßt, verschwindet auch wieder, um vielleicht später in anderer Form erneut aufzutauchen". Zinser gibt einen Überblick über Geschichte, Herkunft und heutige Erscheinungsformen der Esoterik. Zinser zur Aufgabe der Religionswissenschaft: "die Tatsache, dass Menschen an Gott oder Götter - in der Esoterik wohl eher an Geister - glauben oder sie für wirklich und wahr halten, ist Gegenstand der Religionswissenschaft, nicht Gott, die Götter oder die Geister selber". 
Bestellen bei Amazon
 
 
Wolf Schneider: Kleines Lexikon esoterischer Irrtümer  
2008, 158 Seiten  
Wolf Schneider ist Chef der Zeitschrift Connection, "ein überzeugter Esoteriker, der der Szene die Leviten liest". Seine Meinung ist deutlich: "90 Prozent ist Schmarrn, 10 Prozent ist gut an dem Ganzen" (Zitate aus OÖNachrichten vom 30.8.08, Interview mit Schneider)  
Bestellen bei Amazon
 
 
Jacky Dreksler und Hugo E. Balder:    
Wunsch-Bullshit im Universum.     
Eine Kritik der Wunsch-Bestellungen im Universum von Rhonda Byrne, Pierre Franckh, Bärbel Mohr, Esther Hicks und Kurt Tepperwein.    
Bestellen bei Amazon    
Cover-Text: "Balder & Dreksler sagen: 'Hinter diesen Ideen steckt einerseits positives Denken - nichts dagegen!' Aber, warnen sie, dahinter verbirgt sich andererseits auch eine aus Esoterik, Magie und verschiedenen Religionen zusammengeklaubte Weltanschauung, die allen Ernstes behauptet: Du bist Gott. Durch das esoterische Gesetz der Anziehung erschaffst du dich und den Kosmos allein durch deine Gedanken. Gutes wie Böses. Die beiden Autoren kritisieren die Konsequenz und Kehrseite dieser gefährlichen Mischung aus positivem Denken und göttlichen Allmachts-Fantasien: Arm? Fett? Krebs? Hunger? Keinen Job? Haus abgebrannt? - Selber schuld, so sagen die Extremwünscher: Du hast das Übel mit dem angeblich »unfehlbaren« Gesetz der Anziehung selbst angezogen.    
Balder und Dreksler spielen sich nicht als Experten für Esoterik, Philosophie oder Psychologie oder Lebenshilfe auf. Sie analysieren die Wunsch-Theorien und vor allem die 'Wunder mit gesundem Menschenverstand, Logik und viel Humor - wie sie selber sagen: »auf dem schmalen Grat zwischen Nicht-mehr-Satire und Noch-nicht-Wissenschaft« balancierend. Aber hinter dem leichten Ton steckt ein moralisches Anliegen: Die Wünschelwichte, sagen sie, präsentieren sich als allwissende Gurus, Magier, Psychologen, Philosophen und Seelsorger. Sie greifen tief in das Leben von Menschen ein, die in Not, krank oder verzweifelt sind oder nach dem Sinn ihres Lebens suchen. Die aber bekommen Bullshit statt Lebenshilfe."
 
 
Behörde für Inneres - Landesjugendbehörde der Stadt Hamburg:     
Brennpunkt Esoterik: Okkultismus, Satanismus, Rechtsradikalismus     
Autoren: Prof. Dr. Hartmut Zinser, Ingolf Christiansen, Dr. Rainer Fromm.     

Ausgabe 2006, 236 Seiten     
Download als PDF-Datei, 852 KB     
In der AGPF-Website: http://www.AGPF.de/Brennpunkt-Esoterik-HH2006.pdf     
und aus der Website der Stadt Hamburg HIER     

Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Inneres Arbeitsgruppe Scientology     
Admiralitätsstrasse 54 - 20459 Hamburg     
Tel.: 040 / 428 86 6444 - Fax.: 040 / 428 86 6445     
E-Mail: fhhags@t-online.de     
www.arbeitsgruppe-scientology.de     
 

 
 
Lea Saskia Laasner:      
Allein gegen die Seelenfänger     
Aufgezeichnet von Hugo Stamm     
Eichborn Verlag 2005     
254 Seiten ISBN 3-8218-5619-X     
Bestellen bei Amazon     

Die Autorin ist im Alter von 12 Jahren durch ihre Eltern in eine Esoterik-Sekte mitgenommmen worden und lebte dort von 1992 bis 2001.     
Dies ist der erste Bericht einer "Ehemaligen" aus einem Esoterik-Kult.    
 

 
Goldner, Colin: Die Psycho-Szene     
Alibri Verlag Aschaffenburg, 2000     
642 Seiten, ISBN 3-932710-25-8     
Bestellen bei Amazon
Hugo Stamm: Achtung Esoterik     
Zwischen Spiritualität und Verführung.     
Pendo-Verlag, 2000. ISBN: 3-85842-388-2, 29.80 DM - 218.00 öS - 29.80 sfr     
Bestellen bei Amazon
Claudia Barth: Über alles in der Welt - Esoterik und Leitkultur     
Eine Einführung in die Kritik irrationaler Welterklärungen     
Alibri Verlag 2003     
ISBN 3-932710-36-3, 206 Seiten, 14 Euro
Martin Lambeck: Irrt die Physik?      
Über alternative Medizin und Esoterik     
Verlag C.H. Beck 2003      
ISBN 3 406 49492 2, 176 Seiten, 9,90 Euro
Heide-Marie Cammans:  
Okkultismus  
Patmos 1998, 210 Seiten
 
 
 
Lutz Lemhöfer und Kurt-Helmuth Eimuth (Herausgeber):      
Braune Flecken in der Esoterik - Der Antisemitismus der Alternativen     
GEP-Verlag 2001, 63 Seiten, ISBN3-932194-45-4     
Inhalt:     
Lutz Neitzert: „Jedem das Seine". Der Fall Trutz Hardo      
Friedrich Paul Heller/Anton Maegerle: Wer ist-Jan van Helsing?      
Heiko Ehrhardt: Schwarzbraun ist der Kunstgenuss. Darkwave/ Gothicszene und Rechtsextremismus     
Barbara Kernbach/Rainer Fromm: Übersinnlich und antisemitisch: Die Universale Kirche     
Lutz Lemhöfer: Drahtzieher gesucht! Reiz und Risiko von Verschwörungstheorien     
Interview mit Bundestagspräsident Wolfgang Thierse: „Das Engagement für Demokratie muss eine neue Qualität erreichen!"     
Bücher zum Thema     

Bestelladresse:     
Lutz Lemhöfer Referat Weltanschauungsfragen     
60318 Frankfurt am Main  Eschenheimer Anlage 21     
Tel.:  069 -1501 -149 Fax:  069 -1501 -159 E-Mail: weltanschauungsfr-ffm@t-online.de

 
 
Jutta Ditfurth:     
Feuer in die Herzen     
Gegen die Entwertung des Menschen     
1. Auflage 1992 Carlsen-Verlag     
Zweite Ausgabe 1994 Econ-Verlag     
Dritte Ausgabe 1997 Konkret Verlag (Abbildung rechts)     
Bestellen bei Amazon     

Beide Bücher sind eine Fundgrube, insbesondere wegen der Fussnoten und der Register, in diesem Buch umfassen Anmerkungen und Register 90 Seiten.

 
Jutta Ditfurth:     
Entspannt in die Barbarei     
Esoterik, (Öko-)Faschismus und Biozentrismus     
Konkret Verlag 1996     
Bestellen bei Amazon     
     

Anmerkungen und Register 30 Seiten

 
 
Hansjörg Hemminger (Hg): Die Rückkehr der Zauberer     
New Age - eine Kritik     
Rowohlt 1987, 270 Seiten     
Autoren: Reinhart Hummel: Die New Age-Bewegung; Hans-Jürgen Ruppert: Neues Denken auf alten Wegen - New Age und Esoterik; Hansjörg Hemminger: Über Glaube und Zweifel - Das New Age in der Naturwissenschaft; Gottfried Küenzlen: Der kulturelle und gesellschaftliche Hintergrund der New Age-Bewegung; Hans-Dieter Reimer: Die Frömmigkeit in den Kirchen und ihr Verhältnis zur New Age-Bewegung
 
Eduard Gugenberger, Franko Petri, Roman Schweidlenka:      
Weltverschwörungstheorien - Die neue Gefahr von Rechts     
Deuticke-Verlag 1998     
ISBN 3-216-30378-0     

Verschwörungsglaube / Geheimbünde / Esoterik / Rechtsextremismus / Antisemitismus / Ökologiebewegung / Jan van Helsing 

 

   
 

Presse
 
Tages-Anzeiger Zürich 12.2.2003     


Ausserirdische auf Schulbesuch     
Reallehrer Heinz Köbeli vermittelt seinen Schülern ein radikales esoterisches Weltbild. So sollen ausserirdische Wesen Menschen entführen.     
Ist eine solche Beeinflussung zulässig?     
Von Hugo Stamm      

Heinz Köbeli ist ein engagierter Lehrer in der Oberstufenschule Ruggenacher in Regensdorf. So engagiert, dass er gleich ein 130-seitiges Lehrbuch mit dem Titel «Fragen des Seins» für die Lebenskunde geschrieben hat. Ein Blick in das Buch lässt den Verdacht aufkommen, dass hinter dem Engagement des Lehrers missionarischer Eifer steckt. Das Lehrbuch enthält ein weltanschauliches, vielleicht sogar religiöses Credo, das in der Schule eigentlich nichts zu suchen hat. Die Verfassung garantiert bekanntlich die Glaubensfreiheit.     

Das Jenseits als Astralwelt     

Das esoterische Weltbild des Buches, das den Schülern abgegeben wird, ist offensichtlich. Köbeli bezeichnet das Jenseits als vierte Erfahrungsebene oder als Astralwelt. «Die Astralwelt ist in weitere Ebenen und Bereiche (mit unterschiedlichen Schwingungen) unterteilt, in höllische, himmlische, geisterhafte.» Da ist von negativen höher dimensionalen Schattenwelten die Rede, von Lichtsphären, Dunkelwelten, die von mächtigen Wesen beherrscht würden, den «schwarzen» Erzengeln, Astralfürsten und Dämonen. All diese Ebenen zeichneten sich durch unterschiedliche Schwingungen aus.     

Laut Köbeli hilft uns die Intuition, diese astralen Sphären, Welten und Dimensionen zu erfahren. Orientierungshilfe könnten wir Menschen auch von den Begleitern der geistigen Welt, also den astralen Wesen beanspruchen. Gewisse Kräfte aus der feinstofflichen Welt mischen sich laut Köbeli auch direkt ein: «Ein Beispiel dafür sind die zahlreichen Entführungen durch Ausserirdische, die oft gegen den Willen der Entführten stattfinden.»     

Weisser Marmor und kein Schlaf     

Die negativen Astralwesen manipulieren die Menschen und beuten sie aus, heisst es im Lehrbuch. «Einflussbereiche dafür sind die Musik (gewisse Rock- und Technoklänge), Schriftsteller, Filmleute, Wirtschaft (Nahrungsmittel, Zigaretten, Alkohol, Drogen), Finanzgeschäfte, Politik (Kriege).» Als Quelle für diese Erkenntnisse gibt Köbeli das Buch «Unsichtbare Welten» von Armin Risi an, einem Anhänger der Hare-Krishna-Bewegung.     

Köbeli beschreibt auch, wie es in der Astralwelt aussieht, in der sich unsere Seele zurückzieht, bevor sie sich erneut inkarniert. Es soll Türme geben und Gebäudefassaden aus weissem Marmor. Und ein Wiedersehen mit den lieben Verwandten und Freunden. Ausserdem würden wir im feinstofflichen Jenseits sehr viel lernen und keinen Schlaf brauchen.     

Venusfrau als Zeugin     

Seine Erkenntnisse bezieht Köbeli vor allem von so genannten Medien, also angeblich medial begabten Esoterikern, die Botschaften aus den Astralwelten zu empfangen glauben. Unter ihnen finden sich fragwürdige und umstrittene Figuren. Da ist etwa die Venusfrau Omnec Onec. Die Amerikanerin behauptet, mit einem Raumschiff von der Venus auf die Erde gekommen zu sein, um uns degenerierten Menschen zu helfen, schneller auf die höheren Schwingungsebenen zu gelangen.     

Köbeli schreibt zwar in seinem Lehrbuch, dass die Schüler das neue Wissen hinterfragen sollen, doch im Buch wird das esoterische Weltbild nicht als Hypothese oder Aussage verschiedener Medien dargestellt, sondern durchwegs als Tatsache. Der Lehrer setzt das Buch seit zwölf Jahren als Unterrichtsmaterial ein, auch im Religionsunterricht. Viele Lehrer in der Schweiz und in Deutschland haben es gekauft, einige sollen es ebenfalls im Unterricht einsetzen. Zahlen dazu hat Köbeli allerdings nicht.     

In all den Jahren habe lediglich eine freikirchlich engagierte Mutter protestiert, erklärt Köbeli. Gelegentlich komme es auch vor, dass ein Schüler rundweg erkläre, nicht an diese Dinge zu glauben. Es gehe ihm lediglich darum, eine andere Seite der Realität aufzuzeigen. Köbeli streitet aber nicht ab, dass immer eine gewisse Beeinflussung der Schüler stattfinde. Das Buch rechtfertigt er mit dem Hinweis, dass ihm die Bildungsdirektion schon vor Jahren die Bewilligung erteilt habe, es als als Lehrmittel einsetzen zu dürfen.     

Bewilligung für das Lehrmittel?     

Martin Wendelspiess, Chef des Volksschulamtes, weiss nichts von einer solchen Bewilligung. Für ihn ist die Vermittlung eines engen, in sich geschlossenen esoterischen Weltbildes im Schulzimmer nicht statthaft. Fragen nach Tod und Jenseits gehörten zwar in den Religions- und Lebenskundeunterricht, die Lehrer müssten sich aber darauf beschränken, verschiedene religiöse oder weltanschauliche Modelle mit einer gewissen Distanz darzustellen. So könnten Lehrer auch esoterische Vorstellungen besprechen, es dürfe aber kein Bekenntnisunterricht stattfinden.     

Müssten also Eltern, die mit dem Lehrbuch nicht einverstanden sind, bei den Schulbehörden intervenieren? Nein, sagt Wendelspiess. Die Schulpflege könne von sich aus eingreifen, wenn es nötig sei.     


Tages-Anzeiger Zürich 14.2.2003     

Schulbuch verboten     
Heinz Köbeli hat das umstrittene Schulbuch über Esoterik elf Jahre lang zu Unrecht eingesetzt. Dies erkannte die Schulpflege, nachdem der TA ihr entsprechende Fakten vorgelegt hatte.     
Von Hugo Stamm      

Überraschende Wende im Fall des Reallehrers Heinz Köbeli: Der Regensdorfer Lehrer darf sein selbst verfasstes Lehrbuch, das ein radikales, esoterisches Weltbild vermittelt (TA vom Mittwoch und Donnerstag), nicht mehr im Religionsunterricht verwenden. Dies entschieden die Bildungsdirektion und die Präsidentin der Oberstufenschulpflege, Marlise Fahrni, am späten Donnerstag.     

Damit hat die Schulpflege eine Kehrtwendung vollzogen: Noch um 16 Uhr verschickte sie eine Pressemitteilung, in der sie sich vorbehaltlos hinter ihren Lehrer stellte. Sie weise den im TA erhobenen Verdacht zurück, Heinz Köbeli vermittle seinen Schülern ein radikales esoterisches Weltbild und beeinflusse sie. Gleichzeitig zitierte die Schulpflege ein Schreiben der Erziehungsdirektion aus dem Jahr 1992, aus dem hervorgehe, dass Köbeli den Esoterikunterricht erteilen dürfe.     

Köbeli missachtete Verbot     

In diesem dem TA vorliegenden Text ist allerdings von einer Bewilligung keine Rede. Hingegen gibt es ein anderes Schreiben der höchsten Schulbehörde, das den Unterricht mit dem Lehrmittel rundweg verbietet. Die Direktion schrieb 1992 dem damaligen Präsidenten der Schulpflege zum Esoterikunterricht von Köbeli wörtlich: «Wir ersuchen Sie daher dringend, dafür zu sorgen, dass das vorgesehene Unterrichtsvorhaben nicht durchgeführt wird oder - falls es bereits begonnen haben sollte - sofort abgebrochen wird. Über die vorgenommenen Massnahmen und die entsprechenden Kontrollen erwarten wir einen Bericht.» Deutliche Worte der Erziehungsdirektion, sollte man meinen. Doch die damalige Schulpflege kehrte sie unter den Tisch.     

Als der TA Präsidentin Fahrni mit diesen Fakten konfrontierte, bröckelte der Schutzwall, den die Behörde um ihren Lehrer gebaut hatte. Fahrni las den Brief noch einmal und telefonierte mit der Bildungsdirektion. Nach wenigen Minuten kam die Antwort: «Wir haben den Brief der Erziehungsdirektion falsch ausgelegt und waren der Überzeugung, dass Herr Köbeli eine Bewilligung für die Benützung des Lehrmittels habe.» Es stellte sich heraus, dass die Schulpflege keine Kenntnis vom Brief hatte, in dem das Verbot ausgesprochen worden war. Weder der ehemalige Schulpräsident noch Lehrer Köbeli hatten Fahrni darüber informiert.     

Die Mutter eines Schülers wehrte sich     

Zudem: Die Schulpflegepräsidentin musste am Donnerstag eingestehen, dass sie den Inhalt des Esoterikbuches gar nicht kennt, da sie es nie gelesen hat. Sie habe aber den Unterricht von Köbeli besucht. Dabei sei ihr nichts aufgefallen, was ein Eingreifen nötig gemacht hätte.     

Die Schulpflegepräsidentin erkundigte sich nun auch bei der Bildungsdirektion und erhielt die Antwort, sie müsse das Esoterikprojekt ihres Lehrers sofort stoppen. Somit ist klar, dass Heinz Köbeli elf Jahre lang einen Unterricht erteilt hatte, der ihm eigentlich längst verboten war.     

Den Stein ins Rollen gebracht hatte 1991 die Mutter eines Schülers, die sich gegen den Esoterikunterricht wehrte. Sie gelangte an die Schulpflege, die Erziehungsdirektion, den Pfarrer und den Kirchenrat, rannte aber gegen Wände. Die Erziehungsdirektion hatte ihr in der Sache zwar Recht gegeben, doch die damalige Schulpflege hielt sich nicht an das Verbot. Eine späte Genugtuung für die couragierte Mutter, auch wenn der Nachgeschmack bitter ist.

 
 
 

Esoteriker selbstbewusster, tatkräftiger und ideenreicher?
Wissenschaftler-Aussage verfälscht

Hier die Behauptung unter Berufung auf die Wissenschaft:
 
Esotera Dezember 2000:  

Gängige Klischeevorstellungen über angeblich realitätsferne, persönlichkeitsschwache, manipulierbare Esoteriker und Anhänger neuer Religionen dürfen getrost begraben werden. Die Ergebnisse psychologischer Tests zeigen das genaue Gegenteil. Mit Hilfe des "Freiburger Persönlichkeitsinventars" und des "Fragebogens zu Kompetenz- und Kontrollüberzeugungen" haben die Berliner Psychologen Gerhard Schwarz und Babett Remus sowie der Religionswissenschaftler Prof. Hartmut Zinser 213 Personen auf  bestimmte Persönlichkeitsmerkmale hin untersucht. Ihr Fazit: Neureligiöse und Esoteriker sind selbstbewusster, tatkräftiger und ideenreicher als Nicht- oder Traditionell-Religiöse; sie vertreten ihre Interessen erfolgreicher, verwirklichen ihre Wünsche eher und fühlen sich weniger fremdbestimmt; ihre sozialen Beziehungen können sie besser kontrollieren, und sie erleben ihre Handlungen eher als wirksam als andere Bevölkerungsgruppen. Für Esoterik-Kritiker gewiss ein unerwartetes Ergebnis.

Und hier das, was weggelassen wurde:
 
"Psychologischen Aspekte neuer Formen der Religiosität" (1997) von Zinser, Schwarz & Remus.  - Zitiert aus "Skeptiker, 3/00".  

"...Von Mai 1993 bis November 1995 wurden ca. 450 Fragebogen zu ca 80% in Berlin, die übrigen 20% in anderen deutschen Städten, willkürlich an Personen zu verschiedenen Gelegenheiten verteilt. Da es sich somit nicht um objektive Zufallsstichproben handelt, kann unsere Untersuchung keinen Anspruch auf Repräsentativität erheben. Der Rücklauf kann mit 213 auswertbaren Fragebögen (45%) als zufriedenstellend beurteilt werden...".  

"...Der Widerspruch unserer Ergebnisse zu einer Reihe von Auffassungen in der bisherigen Forschung mag aus unterschiedlichen Personenstichproben resultieren. Es ist möglich bis wahrscheinlich, dass unter den von uns angesprochenen Personen der Esoteriker und Neureligiösen nur oder vornehmlich diejenigen Fragebogen ausgefüllt und zurückgeschickt haben, die mit ihrer Wahl zufrieden und von ihrer neureligiösen oder esoterischen Orientierung überzeugt sind....".

 
 
 



1. Version dieser Seite installiert am 30.11.2000


Impressum:



Die Website www.AGPF.de wurde eröffnet im September 1998