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Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V., Bonn Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Chinmoy-Drohbrief-gg-Kahr.htm Zuletzt bearbeitet am 9.9.2005 Zur Homepage | Zur Inhaltsseite | Zum Begriff Sekte | AGPF-Spendenkonto |
Chinmoy-Kult:
Ein Drohbrief gegen den Autor des ersten kritischen
Buches in deutscher Sprache gibt Einblick in die Denkweise eines fanatischen
Chinmoy-Anhängers
Der Briefschreiber schreibt von "dieser bösen information group
Sri Chinmoy, die wegen Verleumdung verschwinden musste".
Tatsache ist, dass die Newsgroup http://groups.yahoo.com/group/Sri_Chinmoy_Information/
zeitweilig abgeschaltet war.
Offenbar wurde gegenüber dem Provider behauptet, diese habe strafbare
Inhalte.
Dann schaltet ein Provider oft die Newsgroup zunächst einmal ab
und prüft den Vorwurf anschliessend.
Inzwischen ist die Newsgroup wieder eingeschaltet.
| Alexander Kahr hat ein kritische Buch über seine
Zeit bei Chinmoy geschrieben.
Einzelheiten zum Buch hier. |
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Der anonyme Briefschreiber hat seinen Brief an die Adresse der Mutter
von Alexander Kahr gerichtet.
Deshalb ist die Adresse auf der Abbildung unten unkenntlich gemacht.
Poststempel: Wien 12.7.02
Was das "S.J." vor dem Namen des Empfängers zu bedeuten hat, weiss
dieser auch nicht.
Alexander Kahr teilt mir dazu mit:
"Vielleicht hat sich der Verfasser wieder einmal geirrt bzw. verschrieben, wie z.B. beim “mens sana in corporis sanis" Zitat (richtig: "mens sana in corpore sano") oder auch beim Zitieren des spirituellen Namens "Vidhyuodonatti" (richtig: "Vidyutonnati") oder beim Namen "Anandamoy Ma" (richtig: "Anandamoyee Ma") oder bei den "Karthäusern" (richtig: “Kartäuser“, die an und für sich nichts mit "Häusern" zu tun haben) oder bei den "Laktizien" (richtig: "Laktizinien", also Milch und Milchprodukte, die in klösterlichen Orden an Fasttagen für gewöhnlich nicht gegessen werden dürfen) oder bei dem vom Briefschreiber "Tausende Male" gesungenen Lied "mereshish kol shikanath" (richtig: "mere chish kol shikana"; eigentlich schon komisch, dass man nach so vielen Malen des Singens den Text noch immer nicht kennt) oder beim "tommorrow" (richtig: "tomorrow"), dann wiederum vergleicht er den von ihm verachteten Bischof einmal mit "Kren" (also mit einem "Meerrettich") ein anderes Mal schreibt er ihn mit "Krenn" u.a.m. Bei allem nötigen Respekt - und ich selbst bin wahrlich kein Sprachgenie - aber wenn man jemandes "Horizont" auf höchst schulmeisterliche Weise mit diversen Fachbegriffen "erweitern" möchte, eben wie der Verfasser bei mir, dann sollte man auch diese Begriffe richtig schreiben und nicht auch noch zusätzlich das "Andrea-Kind, die der Deutschen Sprache in ihrer Einfachheit so gar nicht mächtig ist" bekritteln.Wie die nächste Abbildung zeigt, wurde der Brief nicht etwa flüchtig hingekritzelt, sondern mit dem Computer geschrieben und ausgedruckt.
Wahrscheinlich wollte er wohl in Anspielung auf meine vermeintliche Dreistheit, ein eigenes Kapitel über Spiritualität zu schreiben (was in seinen Augen anscheinend nur gottverwirklichte Gurus, CKG und sonstige geistliche Autoritäten dürfen), mich mit "Seine Eminenz" anreden. Dies ist ja eine Betitelung für Kardinäle. Und da der Briefschreiber in seinem Brief mich mit dem umstrittenen österr. Kardinal Groer (gegen den einst der Vorwurf der Pädophilie erhoben wurde; hier wäre dann auch der Brückenschlag zu den Vorwürfen an CKG gegeben) und Bischof Krenn (der in Österreich auch wegen seiner mittelalterlich angehauchten Einstellung zum Glauben und seiner offenbaren Leibesfülle von sehr vielen attackiert wird) “in einen Topf wirft“, könnte ich mir diese Erklärungsvariante gut vorstellen. Im Eifer des Gefechtes wird aus "Eminenz" sehr schnell "Iminenz".
Sollte das "I" jedoch ein "J" sein, was ich persönlich jedoch nicht annehme, dann könnte es vielleicht etwas mit dem im Brief zitierten "Judas" zu tun haben. In diesem Fall hätte ich aber für das "S" keine Erklärung.
Mit der "Societas Jesu", die tatsächlich mit "SJ" abgekürzt wird, wird er mich wohl nicht in Zusammenhang gebracht haben..."
Anonymer Brief an an Alexander Kahr (alias Soham) vom 12.7.2002
Seite 1
13.7.02 soham, ich habe den Brief noch einmal auf alles Gehässige hin durchgelesen
und möglichst alles entfernt (entschuldige, aber ganz ist es mir nicht
gelungen). Es ist nicht spirituell, auf Untergriffe mit Untergriffen zu
antworten. Obwohl es – das ist nur allzu menschlich, sehr schwer ist, nicht
auf ein ähnliches Niveau herabgezogen zu werden, wenn man sich mit
Rufmördern und Verleumdern einlässt. Eigentlich wollte ich Dir
nur drei Zeilen schreiben, und die hätten so gelautet,
„Judas, das ist der einzige spirituelle Name, der Dir gebührt, bin
gespannt, ob Du nach einer Phase der Läuterung auch so viel Charakter
wie dein Namensvorfahre besitzt und die gleichen Konsequenzen triffst,
wie jener.“ Aber natürlich kann ich so etwas nicht schreiben. Du warst
ein Freund und vielleicht war ich einer der wenigen, vielleicht sogar der
einzige Freund von Dir, den Dein introvertiertes, nur allzu leicht verletzliches
Wesen je zugelassen hat. Und ich bin ein Hund, auch wenn er geschlagen
wird, steht er noch zu seinem Herrn. Irren ist menschlich und bei all dem
Schock, den Du mir bereitet hast, vergesse ich nicht all die guten Seiten,
die schönen Stunden und die inspirierenden Zeiten mit Dir und die
möchte ich in Erinnerung halten. Aber bevor ich Dir für das,
was ich einfach nicht nachvollziehen kann, vergeben kann (und ich versuche
es aufrichtig), erlaube mir, Dir einige Gedanken mitzuteilen.
Kämst Du auf die Idee, wenn Du Dich nach einer längeren Beziehung mit einer Frau im Streit von ihr trennst – ein alltägliches Ereignis, jede zweite Ehe wird geschieden – dich weltweit an die anonyme Öffentlichkeit in rufschädigenden Äußerungen zu ergehen? Nein, nur Personen mit extremen Charakterdefiziten würden es tun. Selbst wenn Du mit Deinen Argumenten recht hättest, würdest Du keine Schmutzkübelkampagne beginnen. Zumindest nicht, wenn Du jetzt aufrichtig glücklich wärst. Ich bin überzeugt, Du wirst dich sofort beeilen hinauszurufen, „ja, ich bin jetzt erst so wirklich glücklich!“ wie Deine Verbündete, die kleine Andrea. Ihr seid ja jetzt alle erst wirklich glücklich – und deshalb müsst ihr ständig Euer Gift versprühen, weltweit, na ja ist doch eigentlich recht logisch, oder?!! Und ihr seid beide weiterhin selbstverständlich sehr spirituell. Ist ja auch schon früher alles von Euch selbst gekommen. Guru hat weder den Anstoß dazu geleistet, noch konnte er es durch seine weltliche Gesinnung verhindern, dass ihr spirituell wurdet, nicht?
Anonymer Brief an an Alexander Kahr vom 13.7.2002 Seite 2 Meine Frage: Welcher spirituelle Mensch macht sich die Kritik an anderen spirituellen Leuten zur Aufgabe? Jesus? Buddha? Sri Aurobindo? Sri Ramakrishna? Oder vielleicht der sexbesessene über 70jährige Sri Chinmoy? Nein, mit Sicherheit nicht. Ihr werdet in seinen über 1000 spirituellen Büchern keine kritischen Sätze finden; das hat mit Spiritualität nichts zu tun (obwohl niemand andere Sucher besser einschätzen könnte, als ein spiritueller Meister). Auch wenn ihr das bestreiten mögt, wir leben die Überzeugung: „Alle Flüsse fließen ins Meer, es ist nicht wichtig, über welchen Fluss man sein Boot steuert, wichtig ist nur, dass man nicht zuviel Zeit an Land verplempert. Er, der uns über alles liebt, der Supreme (wenn das für Dich nicht inzwischen ein lächerliches Wort geworden ist), wird keinen aufrichtigen Schrei überhören.“ Aber die „Engen“, die Zweifler, die Packler mit den kirchlichen Sektenhetzer (für die es überhaupt nur einen großen Topf gibt, in dem alles Nichtkirchliche landet und mit dem Etikett „destruktiver Kult“ versehen wird), nämlich soham und Andrea, glauben, dass Intoleranz spirituell ist. Dass Verurteilen, Kritisieren spirituell ist. Allerdings werdet ihr noch entdecken, so glaube ich zumindest, dass es nicht glücklich macht, wenn ihr es nicht schon längst wisst. Eure Seelen, da habe ich keinen Zweifel, weinen und weinen und weinen und weinen, auch wenn Euer Ego inzwischen umso aufgeblasener ist, - ihr großartigen Weltaufklärer. Die kirchlichen Sektenhetzer werden euch anerkennend auf die Schultern klopfen, was eure Nase noch höher heben wird, und gleichzeitig werden sich die Schäfchen von Krenn und Groer über euch, die Tölpeln, insgeheim ins Fäustchen lachen, haben sie doch so billig naive Erfüllungsgehilfen für ihre zusammenbrechende Doktrin gefunden: Sekten: bös; (katholische Kirche: gut) (seid ja stolz auf Eure Zusammenarbeit mit den Groer und Krenn-Gefolgsleuten) Bravo! Und daneben lässt sich die Sache mit dem Buch vielleicht auch noch in bare Münze umwandeln (siehe Vergleich mit Judas; obwohl das ist mein inneres Gefühl, das Geld letztlich bei dieser Sache keine überragende Rolle spielt.) Ullas hat mir vor seiner Umwandlung zu einer feindseligen Person einen langen Brief geschrieben (Okt 01), in dem er zugibt, dass er und Phillip einen Strebsamkeitseinbruch hatten...und das war der Grund für alles, was passiert ist... Das ist der Punkt. Es geht um Strebsamkeit und nichts anderes, auch wenn ihr jetzt vehement protestieren werdet. Und Du willst Deinen Lesern erzählen, dass Du so ein Trottel warst, dass Du 10 Jahre nicht gemerkt hast, dass Dein Guru ein Sexmonster ist, der spirituell nichts darauf hat? (Und der eine oder andere Internetaktivist will uns weiß machen, er war 20, ja 27 Jahre auf dem Weg und hat nichts gemerkt, dass er unglücklich ist, hat nicht gemerkt, dass er einen Hochstapler anbetet???) Ist das nicht ein äußerst trauriges Zeugnis, das Du Dir da ausstellst?! Bist Du wirklich so ein Vollidiot? Und glaubst Du, all die anderen Schüler sind auch solche Vollidioten, all die anderen Schüler sind unaufrichtig? Arnold, Gunagriha, Vidhyuodonatti, Arthada, Johann, Franz, Pratul, Bernhard, Elmar und unzählige mehr – alle blind? Oder alle unaufrichtig? Nein, so weit wirst Du nicht gehen. Sagen wir sie sind aufrichtig. Aber dann ist Gott sehr, sehr kalt. Sie leben ganz für Gott (in ihrem Meister – wie sie glauben) und opfern ihre Sexualität und vieles mehr dem Höchsten... Glaubst Du, Gott ist so ein Schuft und lässt sie alle in eine Sackgasse laufen?! Vielleicht ist Dir der Umstand nicht bekannt, aber Sri Aurobindo wurde zu seiner Zeit ebenfalls heftig attackiert, in Pondicheri wurden sogar Flugzettel gegen ihn und die Mutter verteilt. Das gleiche Schicksal teilten mit ihm fast alle Meister, Mohammed war häufig auf der Flucht, Buddha sagte, jene die ihm den Tot so eifrig wünschten, würden sogar früher Gott verwirklichen, denn sie dachten wenigstens die ganze Zeit an das Göttliche, wenn auch in negativer Weise. Franz von Assisi, Meister Eckehart, ja fast alle wurden verfolgt, verhöhnt, verleumdet und gequält. So ziemlich am schlimmsten hat es Jesus, den Sektenführer vor 2000
Anonymer Brief an an Alexander Kahr vom 13.7.2002 Seite 3 Jahren erwischt; und seine disciples, die auch massenweise massakriert
wurden. Immer hieß es „falsche Meister“ (aber Politikern, wie Nelson
Mandela, Gorbatschow uva. ist auch ein ähnliches Schicksal widerfahren).
Was habt ihr für ein Glück, dass Guru kein falscher Meister ist!
Dass er über okkulte Fähigkeiten verfügt, davon zeugen 3
Bücher, geschrieben von Schülern, die mitunter über eine
Reihe wahrer Wunder berichten. Hat er nicht unlängst sogar einen Centreleader
in Wien 2 Minuten vor der Notoperation
aus der Intensivstation geholt? Heute noch rätseln die Ärzte,
was da Mysteriöses passiert ist. Ein falscher Meister würde euer
Leben nun zur Hölle machen! Weißt Du, was Guru uns schon vor
Monaten gesagt hat? Was immer ihr gegen ihn unternehmt, ihr bleibt seine
Kinder und seine Liebe zu euch bleibt ungebrochen (schwer von einem menschlichen
Standpunkt nachzuvollziehen).
Stimmen die drei Erzählungen mit den sexuellen Perversitäten des Meisters überhaupt? Das ist ebenfalls Glaubenssache. Kein Unterschied zur Frage, ob er ein gottverwirklichter Meister ist. Wer an seine Gottverwirklichung glaubt, soll glücklich werden mit dem Meister, wer’s nicht glaubt, braucht nicht zu ihm zu gehen, und der soll auch glücklich werden – eben ohne Meister oder mit einem Meister seiner freien Wahl (vielleicht mit der Methode, die Meister Kahr in seinem Buch festlegt; dieser weiß ja, wie wahre Spiritualität gelebt zu werden hat und (im Gegensatz zu echten Meistern gibt er auch Auskunft darüber) – wie eben nicht. Die echten Meister gehen nicht auf die Ebene hinunter, wie Kahr, sich über andere Wege herabsetzend zu äußern, sie wissen vielmehr, dass aufgrund der Gnade Gottes und der Aufrichtigkeit des Suchers der Sucher langfristig nur den Weg erhält, der für ihn zum gegebenen Zeitpunkt der beste ist. Und vielleicht braucht er sogar zuerst einmal aufgrund seiner Entwicklung die Erfahrung eines nicht gottverwirklichten Meisters, wer weiß schon.) Ich frage mich wirklich, wo hast Du das Problem mit Sri Chinmoy (lese übrigens Dein Buch erst, wenn grünes Licht zum Klagen kommt – habe allerdings gehört, du habest ein ganzes Kapitel dem Thema gewidmet, wie Spiritualität wirklich aussehen soll: Gratulation! Ein neuer Meister wurde aus der Frustration geboren.) Nun, wo hattest Du das Problem mit Sri Chinmoy? Er hat Dich nie gebeten zu kommen, er hat Dich nie gebeten zu bleiben („if you are not happy on the path then I beg you – leave the boat today, not tommorrow“) und Du warst nie verpflichtet, etwas zu zahlen. Wo ist Dein Problem?! Ein normaler Mensch geht solange zu einer spirituellen Gruppe, wie es ihm Spaß macht und verlässt sie, wenn er weniger erhält als erwartet. Unzählige, Tausende und Abertausende Sucher und Disciples haben uns das vorexerziert. Wenn ich unsere Centreliste vor drei Jahren anschaue, sind 50% der Namen neu, bzw. Namen verschwunden. Und wir haben von einem unserer früheren Prozesse fast hundert Ex-Disciple-Briefe, in denen unsere früheren Freunde bereit sind, vor Gericht für uns auszusagen. Und das waren keine so verklemmten Leute wie Andrea und Co., sondern schillernde Figuren wie Martanda (der heute noch auf das Transzendental meditiert), Anne, die jetzt nach 10 Jahren Pause (Beziehung mit einem Mann) wieder zurück wollte und durfte, und unser Senatsrat Werner aus Wien, ein big shot, der sogar
Anonymer Brief an an Alexander Kahr vom 13.7.2002 Seite 4 noch auf das Transzendental meditiert (ist schon vor 6 Jahren gegangen),
obwohl Guru ihn vor zwei Monaten nicht mehr zurückgelassen hat...
Du hast immer den Eindruck der Besonnenheit vermittelt. Hat es Dich nicht verwundert, dass da die sexphantasierenden girls keinen Zweifel an der Authentität ihres Meisters bekamen, ja sogar noch 15 Jahre (!!!!!!!!) brauchten, um festzustellen, dass er vielleicht doch nicht Jesus-gleich ist, nachdem sie von ihm, der von allen Keuschheit verlangt und von sich in Anspruch nimmt, eins mit dem Höchsten geworden zu sein, gebeten wurden, auf alle möglichen und unmöglichen perversen Arten Sex zu treiben und dafür noch regelmäßig Geld („ganz neue 100 Dollarnoten (15 pro Mal)“) empfingen, und vom Heiligen zur Abtreibung gezwungen wurden?!?! Seltsam, unglaublich seltsam – dennoch bin ich überzeugt, dass Du schon so tief in Deiner eigenen Welt gefangen bist, dass Du auch dafür irgendeine – wenn auch noch so weit herbeigeholte – Erklärung findest. Und das ist nur eine von vielen verblüffenden Ungereimtheiten... Ein Arzt aus Rumänien hat zufällig Gunagrihas Buch auf ungarisch in die Hände bekommen. Bei einem Ärztekongress in Ungarn traf er sich mit Gunagriha und sagte: „Ich habe alles absolut im Internet gelesen, aber trotzdem habe ich keinen sehnlicheren Wunsch, als Schüler von Sri Chinmoy zu werden“ (er ist inzwischen angenommen). Auf die Frage, wie das möglich ist, meinte er: Der Unterschied im Bewusstsein zwischen den Schreiben im Internet und einem Buch Sri Chinmoys bzw. Gunagrihas Buch war so eklatant; darüber hinaus waren sogar auf mentaler Ebene so viele Ungereimtheiten in den Unterstellungen, die einer von den anderen übernimmt, zu finden, es war für ihn ein klarer Fall. Hast du noch einen Funken Sucherherz in Dir? Das ist noch nicht genug; du brauchst auch noch einen Funken Offenheit oder genauer gesagt Aufrichtigkeit. Dann gehe in Dich. Das ist das einzige, wirklich das einzige, was ich Dich bitten möchte. Und zwar mit aller Eindringlichkeit. Bitte. Sei einmal still und gehe in Dein Herz. Spüre, was die Stille Dir für eine Botschaft übermittelt! Du wirst spüren, ob diese Dinge wahr sind oder nicht...
Anonymer Brief an an Alexander Kahr vom 13.7.2002 Seite 5 Was hast Du gefühlt (und wer weiß, mit Gottes Gnade kannst Du es vielleicht noch immer fühlen), wenn Du zum Beispiel mereshish kol shikanath gesungen hast. Ich habe es wieder und wieder und wieder singen müssen, Hunderte Male, Tausende Male, und meine Augen blieben nicht trocken. Das alles von einem vielleicht einzeiligen Lied. Und warum? Wegen des Bewusstseins des Liedes. Wie viele Lieder gibt es, deren Tiefgang Du, mit deinem (leider verschütteten aber zweifellos vorhandenem tiefen) Potential über die Jahre ausgelotet hast und die Dich und viele andere – das wirst nicht einmal Du bezweifeln können – tief berührt haben? (Rama raghava usw...) Hast Du das wirklich erfolgreich verdrängen können? Wenn ja, dann kaum zu glauben. Wenn nein, dann sag mir, wie ein Quacksalber wie Sri Chinmoy so tief berühren kann, und mit so vielen, ja unzähligen Liedern? Die Poesie, um eine andere Fähigkeit Sri Chinmoys zu streifen,
hat Dich so berührt, dass sie Dich zur Herausgabe eines Gedichtbandes
inspirierte, den Du Ihm in jenen Zeiten, in denen Du Dich noch bei Ihm
wohl fühltest, als Geburtstagsgeschenk dargebracht hattest. Wie kann
man solche Zeiten, wie kann man ganze Jahre, vielleicht 7 – 8 Jahre einfach
wegwischen, einfach verdrängen und nur mehr mit dem aktuellen Bewusstsein
betrachten? Das kann ich einfach nicht verstehen. (Ich habe früher
viele verrückte Dinge gemacht, war ein schrecklicher, mitunter untreuer,
Frauenheld habe versucht, mit Drogen die Bewusstseinserweiterung
zu beschleunigen und vieles mehr. Vieles ist vom heutigen Blickpunkt aus
betrachtet vielleicht nicht sehr klug gewesen. Aber ich bereue nichts.
Absolut nichts! Ich stehe zu allem und mache es auch nicht schlecht. Das
war mein Leben und ich musste all die Erfahrungen machen, um zu dem zu
werden, der ich heute bin und mit dem ich mich heute zutiefst wohl fühle;
diese Erfahrung bilden auch einen wichtigen Teil meines Erfahrungsschatzes).
Nimm irgendein Buch von Guru zur Hand, völlig egal welches, es wird
Dein Bewusstsein erheben. Nicht weil er jemanden anderen kritisiert (wie
Du es mit Stolz tust, obwohl Du Deinen eigenen inneren Status nicht einmal
einschätzen kann, weil Du Dich ja nicht einmal selbst kennst), sondern
weil er – wie es zumindest viele Sucher zu spüren vermeinen – einfach
ohne Ego schreibt; ähnlich wie Sri Aurobindo, Sri Anandamoy Ma und
einige andere. Probier es doch einfach für 3 Minuten wieder einmal
aus!
Schauen wir uns einmal Deine Emailfreundin, die vielleicht 20 jährige Andrea, mit ihren ehemaligen ca. 60 Hetzseiten gegen Sri Chinmoy an (wie gerne wäre ich ihr gegenüber vor dem Richter gestanden mit Gunagriha, Arnold und anderen Menschen, die nicht nur ein großes Herz haben, sondern auch einen überzeugenden Verstand und die voll im Leben stehen. Glaube mir, sie hätte ein ausgesprochen erbärmliches Bild abgegeben; und keinesfalls nur, weil sie der Deutschen Sprache in ihrer Einfachheit so gar nicht mächtig ist, wie Du
Anonymer Brief an an Alexander Kahr vom 13.7.2002 Seite 6 vielleicht bei der Durchsicht ihrer großen Botschaft registriert hattest). Gerade 2 Mal hat sie es insgesamt nach New York geschafft. (Ich war in den ersten 6 Monaten dieses Jahres schon drei Mal dort) Einmal war es ganz „super“; das andere Mal (ohne Strebsamkeit, mein Kommentar), überhaupt nicht super, schrieb sie. Sie klopft ohne mit der Wimper zu zucken die Klischees der katholischen Kirche herunter (die Kirche, die glaubt, dass man nur über die heiligen Sakramente in den Himmel kommt, alles andere ist vom Teufel; mit so etwas arbeitet ihr jetzt zusammen? Soham, Hand auf’s Herz, kannst Du Dich noch in den Spiegel schauen, kannst Du noch aufrichtig und herzlich lächeln? Ich bezweifle es). Also das Andrea-Kind schreibt (genauer gesagt schrieb) in ihrer weltweiten Botschaft: „Die Beziehungen zu den Eltern werden zerstört.“ Ich hätte sie vor dem Richter so gerne gefragt, wie das denn so bei ihr gewesen ist. Perverser Vater, psychisch kranke Mutter, in Kindheit ausgerissen von daheim, aufgewachsen im Heim, dorthin hat sie eine eingekotete Unterhose von ihrer Mutter als Weihnachtsgeschenk geschickt bekommen... Aber wir zerstören Familien, schreibt sie. Ich hätte vor dem Richter klargestellt, dass gerade eure Lügen, eure Vorurteile und schriftlich veröffentlichten Frustrationen Probleme in den Familien erzeugen; denn Angehörige werden anfangs berechtigt mit Angst reagieren, wenn sie eure Horrorgeschichten und Warnungen lesen und verzweifelt versuchen, ihre Kinder da heraus zu bekommen. Und die Kinder werden dagegen kämpfen, denn sie sind glücklich in dieser Gruppe (wer weiß, vielleicht viel glücklicher als ihre Eltern). Die wenigen Disciples, die Eure Hetze gelesen haben, haben jedenfalls ausnahmslos mit Kopfschütteln reagiert. Einer Mischung aus Unverständnis und Mitleid. Entsprechend dem gängigen Klischee hast Du sicherlich ebenso wie die kleine Andrea vor der gefährlichen Abhängigkeit gewarnt, deren Opfer man in aller Stille durch die manipulative Art der Organisation wird. Die Kirche predigt ja seit Jahrzehnten: Sekte = psychische Abhängigkeit. Ich habe die 20-Jährige gefragt, ob sie glaubt, dass sie von ihrem Freund völlig unabhängig ist? Nicht einmal als sie vor mir gesessen sind, konnten sie ohne Händchenhalten da sitzen. Was würde passieren, wenn er sie wegen einer anderen verlässt? Könnten sich dann vielleicht doch einige Zeichen einer psychischen Abhängigkeit manifestieren? Nein, das wird nicht der Fall sein, schrieb die Naive doch in ihrem Sektenhetzpamphlet, da sie „so ziemlich die gleichen Interessen haben und sicher für immer zusammenbleiben werden“. Wie schön. Nur so hat es bei fast allen Beziehungen begonnen. Über 50% der Ehen werden geschieden. Und das zwischenmenschliche Abhängigkeiten von Depressionen über Trunksucht bis zum Eifersuchtsmord und ähnlichen führen, weiß jeder Zeitungsleser. Na und gibt es vielleicht eine Abhängigkeit von Geld, von Macht? Nimm einmal meinem Bruder, einen erfolgreichen Anwalt, seine drei Autos, seine 2 Motorräder, seine Yacht in Griechenland oder sein Schmuckes Haus im Nobelviertel weg. Wird er gelassen und unberührt bleiben? Ich bezweifle es. Er ist abhängig davon und unterscheidet sich damit nicht im geringsten von jedem anderen Menschen. Wir sind zur Abhängigkeit verurteilt, allesamt – ohne Ausnahme; der Unterschied liegt nur in den Objekten der Abhängigkeit. Der eine ist von den Frauen abhängig, der andere von Geld, Ruhm, Macht, vom Job (schau Dir einmal an, was passiert, wenn jemand seinen Job und alle Arbeitskollegen verliert, welche Abhängigkeit sich da eingestellt hat), manche vom Fernsehen, vom Internet, vom Zeitungslesen und die Liste könnte x-beliebig fortgesetzt werden. (In der Regel liegen natürlich Mischabhängigkeiten vor. Meditation ist übrigens der Weg, um diese aufzudecken und zu lösen.) Aber bei Sri Chinmoy: die böse Abhängigkeit... wahrscheinlich bleiben wegen der Abhängigkeit von 10 Leuten, die kommen, über die Jahresfrist hinaus nur ein zwei Sucher... Die Sektenspezialistin „Andrea“ weiß weiters zu berichten, dass alles darauf hinausläuft, den Guru zu bereichern. Man überzahlt die Bücher usw. Ich frage mich, welches Buch überdurchschnittlich viel kostet – kenne es noch nicht. Wir sind darüber hinaus der einzige Verein, der mir bekannt ist, bei dem nicht einmal ein Schilling gezahlt werden muss,
Anonymer Brief an an Alexander Kahr vom 13.7.2002 Seite 7 obwohl man die Wärme der Heizung, die Räumlichkeiten usw. in Anspruch nehmen kann! Solltest Du anderer Meinung sein, dann frage unsere Sektenspezialistin, die schon zwei Mal von Guru gebeten werden musste, den Weg zu verlassen, ob sie im letzten Jahr ihrer insgesamt recht kurzen Schülerschaft auch nur einen einzigen Schilling gezahlt hat! Mit Sicherheit nicht, ich habe mich noch darüber gewundert, hatte sie doch ein regelmäßiges Einkommen – habe sie damals aber nie darauf angesprochen (aber sie hat sich dafür eine Menge Geld erspart, über Jahre habe ich disciples rekrutiert, die ihr Nachhilfe gaben, sie war eine schlechte Schülerin. Bei ihrer Übersiedlung habe ich selbst kräftig und viele, viele Stunden Hand angelegt und ihr noch verschiedenes, etwa einen Videorekorder, zur Verfügung gestellt). Apropos „hinausgeworfen“, ist ja auch seltsam, dass gerade ein falscher Meister, der nur gerne absahnt, ständig Leute, die den überaus klösterlichen Regeln nicht entsprechen, hinauswirft und sich somit selbst die Pfründe abgräbt; ganz zu schweigen von den zahlreichen Suchern, die er gar nicht erst an Bord des Bootes lässt (hat sich fast auf die Hälfte der Sucher-Bilder eingependelt). So vieles ist so seltsam. So seltsam! Das Seltsamste ist aber für mich folgendes:
Du kannst mir nicht erzählen, dass du nur Negatives mit Sri Chinmoy
erlebt hast. Wie war das zum Beispiel damals, als Du im kleinen Innsbruck
Centre mit Deiner so unter die Haut gehenden Stimme derart seelenvoll gesungen
hast, dass der Lydia nur so die Tränen heruntergeronnen sind? Warum
bist Du wöchentlich 400 km nach Salzburg und retour gefahren, wenn
es Dir nichts gebracht hat? Man könnte hier viele, viele Fragen stellen.
Glaubst Du wirklich, dass es fair ist, dass Du die Schuld außerhalb von Dir suchst? Glaubst Du wirklich, dass Deine Strebsamkeit immer am Zenit gestanden ist? Selbstverständlich wirst Du mit den Augen eines Menschen ohne Strebsamkeit am Weg von Sri Chinmoy jede Menge auszusetzen haben. Man muss gehorsam sein, man muss meditieren, man soll täglich aus seinen Schriften lesen, man soll zölibatär leben und da gibt es noch viele andere „solls“ und „muss“. Für jeden normal lebenden Menschen der nackte Horror – auch für mich wäre es so gewesen, vor 25 Jahren (als Du vielleicht gerade die Windeln abgelegt hattest, ich aber schon regelmäßig meditierte). Wenn Du aber unseren Weg als spirituellen Weg betrachten könntest, der eine Gemeinschaft von Gottessuchern betrifft, die nicht anders als Nonnen und Mönche leben, ganz so wie in anerkannten Orden, nur eben nicht in der Abgeschlossenheit eines Klosters, abgeschirmt von der Welt durch dicke Klostermauern, solltest Du kein Problem mehr mit unserem Leben haben. Im Gegenteil, aus einer echten Klostergemeinschaft zu „entkommen“, ist wahrscheinlich viel schwieriger, als unseren Weg zu verlassen, wo man, so wie es uns ständig vorexerziert wird, einfach die beiden (oder die eine) gemeinsame Meditation im Centre nicht mehr aufsucht. Für wahr, der integrale Yoga stellt für die Sucher die höchste
Anonymer Brief an an Alexander Kahr vom 13.7.2002 Seite 8 Herausforderung dar: Mitten in der Welt, in der Welt der Versuchungen und der fehlenden Strebsamkeit der meisten Erdenbewohner ein Mönchsleben zu führen – kein leichtes Unterfangen! Glaubst Du, du kannst mit Recht stolz darauf sein, dieses Unterfangen, diesen Weg, den wahrhaft nur beherzte Sucher gehen können, als Sekt e zu stigmatisieren und ihre Lebensweise in den Dreck zu ziehen, vor ihr zu warnen und den Lehrer lächerlich zu machen, nur weil Du, wie so viele andere vor Dir, gescheitert bist, ihn nicht zu Ende gehen konntest? Ich empfehle Dir die Lektüre wissenschaftlicher Bücher über das Mönchstum und beschreibe Dir einen vom Papst und der katholischen Kirche anerkannten christlich-katholischen Orden, der heute noch existiert. Der also zu den christlichen Orden gehört, wobei ich mein Wissen aus einem kirchlichen Werk (welches ich zur Prozessvorbereitung erstanden habe) beziehe. Dies, um Deinen Horizont zu erweitern. (Übrigens interessant, dass der Ass.Prof.Dr.Dr. Hutter, Religionswissenschafter an der katholisch-theologischen Universität Graz, in einer wissenschaftlichen Arbeit ausdrücklich festhält, dass wir keine Sekte sind, sondern ein authentischer Weg hinduistischer Spiritualität. Ich habe seine schriftliche Einwilligung, bei einem allfälligen Prozess auf diese Unterlagen zurückgreifen zu dürfen. Über die Dissertation vom kath. Pfarrer Hüttl brauch ich Dir ja nichts erzählen.) Also der katholische Orden „die Karthäuser“:
Von den drei Hauptgeboten, welche Basisprogramm sämtlicher christlicher Orden sind, ganz zu schweigen: Es ist Dir wohl bekannt, das jeder christliche Mönch weltweit die gleichen drei Gelübte ablegen muss: 1) unbedingter Gehorsam gegenüber dem Abt
Anonymer Brief an an Alexander Kahr vom 13.7.2002 Seite 9 Die haben nicht schlecht gestrahlt! Auf die Journalistenfrage, wie sie denn dieses Leben aushalten, gab es eine sehr einfache Antwort: Wir fragen uns, wie ihr es ohne diese Art zu leben aushält! Alles Liebe und bitte keine Antwort Dein Gewissen
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| „Leider nur Prasad" (April-Celebrations 2001)
Erinnerungen eines Disciples Der 8. April versprach wenig spektakulär abzulaufen: Es schüttete so heftig, dass Guru nicht zum Tennis-Court kam und abends konnten wir auch nicht wie üblich die public school 86 mieten, die sonst immer für „functions" zur Verfügung stand. So beschränkte sich das Tagesprogramm auf Prasad vor des Meisters Haus, es war auf 19:30 Uhr angesetzt. Als ein Disciple aus Braunau angesichts des mageren Programms neben mir zu lamentieren begann, hörte ich mich - obwohl ich innerlich den gleichen Gefühlen frönte - sagen: „Denk an Sri Aurobindo, seine Schüler sahen den Meister zwei — drei Mal im Jahr für drei Sekunden und bereiteten sich jeweils Wochen lang auf diesen Augenblick vor. Wer weiß wie viele Jahrtausende wir warten mussten, um einen echten gottverwirklichten Guru zu erhalten! Ein echter Sucher würde vielleicht auf allen vieren um die Welt krabbeln, um nur ein einziges Mal mit einem Wesen in Berührung zu kommen, das sich zu ständigem Gottesbewusstsein erhoben hat oder - anders ausgedrückt - dessen Körper Gott ausgewählt hat, um einige Jahre persönlich auf dem Planeten Erde zu verbringen und der Welt 'vor Ort' zu helfen." Ich hatte nicht den Eindruck, als hätten meine Worte den Disciple getröstet, aber zumindest ich selbst fand Trost an diesen Überlegungen. „Zufällig" erfuhr ich kurz später, dass sich Guru im Guru-Stationary, einem Divine Enterprise auf der Parsons-Boulevard, befand. Ich rannte natürlich sofort dorthin und als ich dort anlangte, hatte sich vor dem Geschäft schon eine kleine Menschentraube gebildet. Hinter der gläsernen Eingangstüre sah ich Guru unter seiner Hebetribüne sitzen. Er war in tiefe Trance versunken, völlig unbeweglich und schien von der äußeren Welt keine Notiz zu nehmen. Gurus Meditation, seine Trance und seine „Schwingung", alles einige Meter von mir entfernt, hinterließen recht schnell Spuren in meinem Bewusstsein. Friede ist abgegriffenes Wort, aber erst in solchen Augenblicken ahne ich, was Guru meint, wenn er von Frieden spricht. Ich brauchte mir kein Meer im Herzen vorzustellen. Die Gedanken verebbten, eine Weite tat sich auf und da war nur mehr Guru mit dem Gottesausdruck im Gesicht und einer Aura, die mich umfing und zeitweise völlig vergessen ließ, dass ich mich mitten in New York befand. Manchmal mühe ich mich daheim in Wien redlich ab, um in mir ein paar Funken Ergebenheit zu mobilisieren. Das war hier nicht nötig. Ich war von solch intensiven Ehrfurcht übermannt, dass ich kaum mehr zu atmen wagte. Es gab für mich keinen Zweifel, selbst wenn eine Bombe neben uns eingeschlagen hätte, Guru würde es nicht merken, er war im kosmischen Bewusstsein oder sonst irgendwo weit weg oder tief drinnen. Wie ist es möglich, dachte ich, dass ein Meister, in dessen Trance-Ausdruck sogar ein Blinder die Göttlichkeit erkennen muss, in einer Stadt wohnt, in der er von den meisten Menschen unerkannt bleibt; ja sogar auf der Erde wandelt und es kaum einer bemerkt? Dieser Gedanke ist mir bei diesen Celebrations schon öfter gekommen; wahrscheinlich wegen des heuer wiederholt gesungenen Liedes „No dream...". Doch nun erschütterte er mein ganzes Wesen in unbekannter Intensität. Ein Schauer erfasste mich bis hinein in mein tiefstes Innere: Ein Gedanke, den ich schon oft gedacht hatte, erhielt nun eine überwältigend plastische und eindringliche Dimension: Gerade ich gehöre zu der kleinen, unter Milliarden Zeitgenossen auserwählten Schar, die den Meister finden, (soweit mir das möglich ist) erkennen und dienen darf! Hat diese Überlegung früher schon wiederholt ein Gefühl der Dankbarkeit ausgelöst, so war ich nun wie vom Donner gerührt; die Haare stellten sich mir auf... Zwischendurch musste ich mich selbst überzeugen, dass ich mich nicht in einem Film oder Traum befand... Plötzlich stößt Guru eine Hand in die Höhe und eine Person, die sich in der Zwischenzeit auf die Hebetribüne gestellt hat, wird physisch und spirituell gehoben. Gleich nach dem Heben tritt Guru wieder in tiefe Trance. Auf diese Weise hebt er gut 20 - 30 Leute. Auch Shamita wird gehoben. Schon davor strahlt sie wie eine Glühbirne, danach wie eine Sonne; sie wird buchstäblich zur Personifikation eines seelenvollen Lächelns. Mein Wesen ist inzwischen so ausgeweitet, im Kopf das gewisse Gefühl, wie es sich sonst nur bei den höchsten Meditationen einstellt und alles in mir erbebt vor Dankbarkeit für die Gnade, wieder einmal Zeuge geworden zu sein, dass Gott wirklich vom Himmel herabgekommen ist und nun selbst irdischen Staub berührt, fühlt und atmet. Als Guru schließlich das Geschäft verlässt, wird an seinem schmerzhaften Gang offenkundig, dass er, wenn er „die Welt hebt", diese auch von einigen inneren Lasten befreit und die Bürde dann selbst tragen muss. Trotzdem schenkt er der kleinen am Gehsteig wartenden Schar von Schülern ein Lächeln, das die ganze Welt umarmt, ein Lächeln, das die Zeit still stehen lässt und in einem noch nachwirkt, wenn man schon längst wieder zu Hause ist. Um 7:15 Uhr treffe ich in der Nähe von Gurus Haus schon zahlreiche wartende Schüler. Wir stellen uns in einer sehr langen Reihe von fast 900 Schülern in der nächstgelegenen Gasse auf. Trotz der großen Menschenansammlung ist es fast gespenstisch ruhig. Jeder bereitet sich innerlich auf die paar Sekunden „Guru" vor. Ich war überzeugt, dass heute nichts mehr kommen würde, was das Erlebnis beim „Stationary" in den Schatten stellen könnte. Hier irrte ich mich. Unerwarteter Weise wurde nun alles noch intensiver, noch eindringlicher - und wenn ich davon zu berichten versuche, ist mir gleichzeitig völlig bewusst, dass sich diese Dinge nie, nie, nie mit Worten vermitteln lassen... Ich hatte mich innerlich gründlich vorbereitet und war von einem sehr erhabenen, berührenden Gefühl erfasst. Irgendwann setzte sich die schweigende Kolonne in Bewegung und langsam, meditativ näherten wir uns Gurus Haus. Ich stellte mir vor, dass ich zu einer Blume geworden bin, die ich innerlich zu seinen Füßen legen wollte. Die Abenddämmerung war fast in Dunkelheit übergegangen. Und plötzlich, unerwartet schnell war da Gurus Haus, fast völlig abgedunkelt und mit geschlossenem Tor. Am Gehsteig war das Prasad deponiert. Obwohl mir ein New Yorker Schüler verraten hatte, wo der Meister am ehesten sitzen würde, blieb kaum Zeit, ihn in den abgedunkelten Räumen auszumachen. Hektisch suchte ich die ganze Hausfront ab - ich musste mich erst an die schlechten Lichtverhältnisse gewöhnen. Da waren immer wieder Blumenvasen mit Blumen und diverse andere Dinge in den Fenstern zu sehen. Ich griff gerade mechanisch zum zweiten und letzten Prasad-Item, als ich Gurus leicht geneigten Kopf plötzlich schematisch in einer Ecke des Vorraumfensters ausmachte. Obwohl ich seine Augen nicht erkennen konnte, traf mich sein Blick wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Guru schien mit ungeheurer Konzentration auf uns zu meditieren und was sich dann in mir abspielte, werde ich nie beschreiben können. Offensichtlich durfte ich das, was ich vielleicht sonst im Laufe eines ganzen strebsamen Celebration-Tages erhalte und assimiliere, innerhalb von Sekunden aufnehmen. Guru schien die gesamte kosmische Liebe, die Liebe des Supreme, wie durch eine Lupe auf die vorbeiziehenden Schüler zu fokussieren. Mich traf eine Welle der Liebe, die nicht wie sonst weit, allumfassend und still, sondern überwältigend intensiv war und jede meiner Zellen erfasste. Es war eine Flutwelle, die mich wegriss, plötzlich gab es kein Prasad, für kurze Zeit auch keine Zeit mehr... Als ich mich wieder etwas fasste, lief alles wie in einem Film ab, und zwar in Zeitlupe;... ich beobachtete, wie die Disciples an mir vorbeieilten, aber ich war nur mehr in Gurus Liebe verankert und ging wie in einer anderen Welt - alles lief halb so schnell ab wie sonst. Interessanter Weise war ich von dieser Erfahrung nicht allmählich erfasst worden; sie brach wie mit einem Paukenschlag über mich herein. Ich war so von diesem Gefühl der Liebe, der Anteilnahme eingehüllt, dass ich nicht mehr ging, sondern schwebte und gegen Tränen ankämpfen musste. Guru hat wie kein anderes Wesen der Welt die Fähigkeit, zur auserwählten Stunde unermessliche Liebe geradezu zum Angreifen spürbar zu machen. Wie ein Mantra hörte ich mich innerlich wieder und wieder flehen „bitte, bitte, lass das nie mehr vorbeigehen!" während ich mich - mit meinem gesamten Bewusstsein in die Tiefen meines Herzens gezogen - ganz langsam, wie femgesteuert und völlig ziellos in den Strassen oberhalb der Hillside Avenue dahinbewegte... Dieses Schreiben wurde nie in einer Disciplezeitung veröffentlicht. Es wurde vom Autor schließlich als zu privat eingestuft. Trotzdem lege ich es Dir, unserem Feind, bei, um Dir einen Denkanstoss zu geben. Nein, missverstehe mich nicht. Natürlich ist das für Dich alles Blödsinn. Natürlich ist das alles Einbildung und Humbug. Aber, glaubst Du nicht, dass man den Menschen zumindest den süßen Traum, wenn es tatsächlich nicht mehr sein sollte, lassen sollte? wir nehmen ja den Kindern auch nicht die unschuldigen Träume. Wäre das für Dich so schwer gewesen? |
| Nimmt man die Kritierien der Broschüre „SEKTEN
- WISSEN SCHÜTZT!" zur Einstufung einer Gruppe als Sekte zur Hand,
fragt man sich, warum die katholische Kirche in der Broschüre nicht
als gefährliche Gruppe erwähnt wurde (Neben einer Reihe von
„Sektenkriterien" werden auch Punkte aufgelistet, die im Zuge des Gerichtsverfahrens
in der BRD der Sri Chinmoy Bewegung angelastet wurden):
ABSOLUTHEITSANSPRUCH
ALLEZEIT BETEN - EXZESSIVES MEDITIEREN:
ANGEHÖRIGE:
AUFGABE VON BESITZ UND FAMILIE:
AUFOPFERUNG:
BEGRENZTHEIT DES VERSTANDES:
EHELOSIGKEIT:
EHESCHEIDUNG:
ELITEBEWUSSTSEIN:
EINSSEIN; DER GURU JESUS VERKÜNDET SEINE GÖTTLICHE NATUR:
KOMPROMISSLOSE VERFOLGUNG DES SPIRITUELLEN ZIELES:
ERNST DER NACHFOLGE; ZERSTÖRUNG FAMILIÄRER BEZIEHUNGEN;
EINENGUNG DER INTERESSEN; FANATISMUS:
GLAUBE AN MEISTER IST EBEN GLAUBENSSACHE:
GEHORSAM:
GELD, VERSICHERUNG,VORSORGE, PENSION:
GEHEIMNISSE DES HIMMELREICHS; ABLEHNUNG VON KRITIK VON AUSSEN;
GERECHTIGKEIT; RELIGIÖSE FRAGEN WERDEN VON PRIESTERN UND GELEHRTEN
(SEKTENBEAUFTRAGTEN) NICHT AM ÜBERZEUGENDSTEN BEANTWORTET UND BEFOLGT:
GOTT IST IN ALLEN MENSCHEN (Nichts anderes wird im Hinduismus
geglaubt):
GOTTES SOHN; DER GURU JESUS; IST GÖTTLICHER NATUR:
GÜTERGEMEINSCHAFTSVERLUST VON BESITZ UND EIGENTUM:
HEILSTHEORIE; ELITEBEWUSSTSEIN; JESUS IST DER VATER BZW. GOTT:
IHR SEID GÖTTER; DER MENSCH IST GÖTTLICH:
JESUS KANN - ALS GOTT AUF ERDEN - SÜNDEN VERGEBEN:
KEINE SORGE UMS MATERIELLE WOHL; SOZIALSCHMAROTZER:
KINDER/KINDLICHKEIT:
MISSION:
MEISTER:
MEISTER ALS WEG; ABSOLUTHEITSANSPRUCH:
MEISTER : VERKÖRPERUNG DES GÖTTLICHEN
MENSCHENFISCHER:
REGRESSION INS KINDLICHE - NEGATIVE ENTWICKLUNG
OPFERUNG DES EIGENEN LEBENS:
SCHRIFTGELEHRTE UND PHARISÄER:
SOZIALE PROBLEME; SCHWARZE SCHAFE UNTER MITGLIEDERN DER JESUS-BEWEGUNG;
SPENDEN; FINANZIELLE VERLUSTE DURCH DIE SEKTE:
SPESEN FÜR MISSION
TEURES DEM MEISTER UND NICHT DEN ARMEN (EHRUNG DES MEISTERS):
UNGEBUNDENHEIT/LOSLÖSUNG/ZERSTÖRUNG VON FAMILIEN:
VATER:
VERFOLGUNG:
VERLUST DES GEREGELTEN LEBENS:
VERLUST VON EIGENTUMSWERTEN:
ÜBLE NACHREDE DURCH ANGEHÖRIGE:
VERSTAND:
VOLLKOMMENHEIT: JÜNGER WERDEN WIE DER MEISTER
WARNUNG VOR ABFALL / WEG VERLASSEN:
WELT ERKANNTE IHN NICHT:
"WERBUNG"/MISSIONIERUNG:
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