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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/CESNUR+Introvigne.htm  Zuletzt bearbeitet am 1.5.2007
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CESNUR:
"Tribüne für die Verteidigung des Sektenwesens"
Der Chef: Massimo Introvigne


Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
Impressum

CESNUR ist weitgehend identisch mit Massimo Introvigne, einem Turiner Rechtsanwalt, der offenbar von manchen Religionswissenschaftlern als eine Art Ehren-Religionswissenschaftler betrachtet wird.
 
 
 

Der Enquete-Bericht des französischen Parlaments von 1999 über CESNUR

Eine "Tribüne für die Verteidigung des Sektenwesens" hat der Enquete-Bericht des französischen Parlaments von 1999 den Verein CESNUR genannt:
 
Guyard-Rapport II von 1999 

Zum ersten Guyard Rapport von 1995 vgl.: 
Der Guyard-Rapport: Echos
Archiv/guyard1.htm

N° 1687 
RAPPORT FAIT AU NOM DE LA COMMISSION D’ENQUETE sur la SITUATION FINANCIERE, PATRIMONIALE et FISCALE des SECTES, ainsi que sur leurs ACTIVITES ECONOMIQUES et leurs RELATIONS avec les MILIEUX ECONOMIQUES et FINANCIERS 
Enregistré à la Présidence de l'Assemblée nationale le 10 juin 1999 
Président M. Jacques  GUYARD, 
Rapporteur M. Jean-Pierre  BRARD, Députés
A. Pyramidenförmige Strukturen im Netz 
........................ 
Mehrere Beispiele der Zusammenarbeit zwischen Sekten wurden der Kommission zur Kenntnis gebracht, die ihrerseits gewisse Ähnlichkeiten in den Fassungen von Briefen beobachtet hat, die ihr als Antwort auf Fragebögen, die sie an die wichtigsten Sekten geschickt hat, zugesandt wurden. Außerdem spielten mehrere Organe offen eine Rolle der Koordination zwischen den Sekten. Seit mehreren Jahren stellt das Studienzentrum für neue Religionen (CESNUR) - geleitet von Herrn Massimo Introvigne - eine Tribüne dar, welche für die Verteidigung des Sektenwesens benützt wird. Es scheint durch eine neue Vereinigung abgelöst worden zu sein, die 1996 unter dem Namen "Omnium des libertés individuelles et des valeurs associatives" (Gesamtheit der individuellen Freiheiten und der zugehörigen Werte) gegründet wurde. Diese Vereinigung war, ganz wie CESNUR, vor allem die Initiatorin eine Kampagne der Verunglimpfung der Arbeiten, welche durch die vorherige Enquete-Kommission durchgeführt wurden.
A.— DES STRUCTURES PYRAMIDALES EN RESEAU 
.................... 
Plusieurs exemples de collaboration entre sectes ont été portés à la connaissance de la Commission qui, de son côté, a pu observer certaines similitudes dans le libellé des lettres qui lui ont été adressées en réponse au questionnaire qu’elle a envoyé aux principales sectes. En outre, plusieurs organes jouent ouvertement un rôle de concertation entre les sectes. Depuis plusieurs années, le Centre d’études sur les nouvelles religions (CESNUR) – dirigé par M. Massimo Introvigne – constitue une tribune utilisée pour la défense du sectarisme. Il semble avoir été relayé par une nouvelle association créée en 1996, sous le nom d’„ Omnium des libertés individuelles et des valeurs associatives “. Cette association, tout comme le CESNUR, a notamment été l’instigatrice d’une campagne de dénigrement des travaux réalisés par la précédente Commission d’enquête.

 
 
 

Professor Dr. Michael Fuss über CESNUR

Professor Dr. Michael Fuss drückt sich ähnlich aus.
Dr. Michael Fuss, Professor an der päpstlichen Universität Gregoriana und verantwortlicher Herausgeber des Sammelbandes "Rethinking New Religious Movements" (792 Seiten) hat zum Abschluß eines siebenjährigen Forschungsprojektes und Konsultationsprozesses der Römisch-Katholischen Weltkirche, einen Artikel "Neue Religiöse Bewegungen" verfaßt, der im Heft 3/4-1999 (Epiphanias 2000) der Zeitschrift "Berliner Dialog" veröffentlicht wurde.
In diesem Artikel schreibt er über CESNUR
 
"In Zusammenarbeit mit akademischen Instituten in verschiedenen Ländern ist auf europäischer Ebene vor allem das weltweit operierende Institut CESNUR (Turin) als direkte Lobby einer undifferenzierten Gleichstellung aller sich selbst im weitesten Sinn als Religionen proklamierenden Gruppierungen hervorgetreten. Sein Sendungsanspruch einer rigorosen Wissenschaftlichkeit richtet sich in polemischer Frontstellung vor allem gegen die Dominanz der Kirche sowie gegen Organisationen von Elterninitiativen, deren kritische Beiträge zur Problematik schlichtweg als unwissenschaftlich disqualifiziert werden. Allerdings sind die Aktivitäten von CESNUR mittlerweile immer deutlicher in ihrer Parteilichkeit als massive Stellungnahmen zugunsten der konfliktträchtigen Orientierungen entlarvt."

 
 

Was ist CESNUR?

CESNUR stellt sich als religionswissenschaftliche Einrichtung dar.
Chef ist Massimo Introvigne, der folgerichtig oft für einen Religionswissenschaftler gehalten wird.
Beispiel (dazu auch Der Guyard-Rapport: Echos ):

Professor Dr. Hubert Seiwert, Religionswissenschaftler an der Universität Leipzig schreibt in der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10.9.96 unter dem Titel
"Wie weit reicht die Religionsfreiheit? Der Guyard-Bericht und die Sektendebatte in Frankreich".
(Der vollständige Artikel ist wiedergegeben unter http://www.AGPF.de/Guyard-Rapport.htm#Seiwert ).
Seiwert war damals als Sachverständiger Mitglied der Enquete-Kommission des Bundestages.
Seiwert:
 "Die wissenschaftliche Kompetenz der Autoren ist über jeden Zweifel erhaben. Es handelt sich um anerkannte Spezialisten auf dem Gebiet der Sektenforschung. Introvigne ist Direktor des Zentrums für das Studium neuer Religionen (Cesnur) in Turin, Melton Direktor des Instituts für die Erforschung amerikanischer Religionen (Isar) in Santa Barbara. In der Einleitung stellen beide Herausgeber fest, daß nach ihrer Kenntnis kein einziger auf diesem Forschungsgebiet ausgewiesener Wissenschaftler den Guyard-Bericht und seine Methoden positiv beurteilt habe. Jedoch gebe es Tausende von Spezialisten. Wenn, was statistisch zu erwarten sei, irgendwo auf der Welt ein Religionswissenschaftler oder Soziologe diesen Parlamentsbericht und seine Methoden unterstütze, sei er herzlich eingeladen, sich in einer der internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften an der Diskussion zu beteiligen.
Durch diese für eine wissenschaftliche Publikation ungewohnte Provokation wurde der Guyard-Rapport endgültig von einer innenpolitischen zu einer internationalen Angelegenheit".
Mehr zu Melton unter http://www.AGPF.de/Ramtha.htm#Melton
 
 

Introvigne bietet der Enquete-Kommission des deutschen Bundestages seine Hilfe an

Introvigne hat sich mit einem Fax vom 7.5.96 an "den Präsidenten des Bundestages und die Vorsitzenden der politischen Gruppierungen im Bundestag" ("to the President of the Bundestag in Germany and to the Chairpersons of the five political party groups in the Bundestag") gewandt. Überschrift: " 'Cults' in Germany: Discrimination or Tolerance?" Darin erteilt er der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages den Rat,

"not to take any action on this extremely delicate subject without hearing the advice of experts recognized by the international academic community  .... CESNUR ... would be pleased to offer its assistance"
(auf diesem extrem delikaten Gebiet nichts zu unternehmen, ohne den Rat von Experten zu hören, die durch die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft anerkannt sind ... CESNUR ... bietet gern Hilfe an).
Das hatte Erfolg. Im Bericht der Enquete-Kommission (S. 267) ist "Prof. Dr. Massimo Introvigne" als Teilnehmer der Anhörung vom 5. Juni 1997 erwähnt.
 
 
 
 

Introvignes Beruf: Rechtsanwalt

Introvigne ist von Beruf Rechtsanwalt.
Selbstverständlich ist nichts dagegen einzuwenden,
daß ein Rechtsanwalt sich mit diesen Themen befaßt.
Introvigne erweckt jedoch den Eindruck, als sei er Religionswissenschaftler.

Das Anwaltsbüro, bei dem Introvigne in Turin tätig ist, hat seinen Lebenslauf  ins Internet gesetzt:
http://www.jacobacciperani.com/abboard.htm#8
Introvigne wurde 1955 geboren. Seinen Dr.jur. hat er an der Universität von Turin gemacht. Sein Spezialgebiet ist der gewerbliche Rechtsschutz. Er ist Repräsentant des OHIM (Community Trademarks Office). Er hat über den Schutz von Computer-Programmen geschrieben sowie über Handel und Werbung sowie über vorläufigen Rechtsschutz bei unlauterem Wettbewerb.
Also ein Wirtschaftsanwalt.
 
 
 
 

Introvigne Professor?

Jeder berufliche Erfolg wird also in der Biographie akribisch aufgelistet.
Es fehlt jedoch jeder Hinweis darauf, daß Introvigne Professor ist.
Er sei Assistent an der Universität Turin gewesen, heißt es vielmehr.

Ein Professorentitel ist für einen Rechtsanwalt die beste Werbung.
Es ist kaum vorstellbar, daß jemand seine Spezialgebiete aufzählt,
dann aber den Professorentitel vergißt.

Die Eintragung wurde im Sommer 98 aus dem Internet geladen.
Sollte er seither zum Professor geworden sein?

Auch Tilman Hausherr war aufgefallen, daß Introvigne einen Professorentitel benutzte, ohne daß etwas über eine Tätigkeit an einer Universität bekannt war. Tilman Hausherr betreibt eines der umfangreichsten Internet-Angebote zum Thema Sekten.

Hausherr schrieb an Introvigne.
Introvigne antwortet:
"Was den Titel 'Professor" betrifft, finden Sie mich im "Katalog der Professoren und Dozenten des Pontifici Atenei Romani", jüngste Ausgabe ..... Seite 207, aufgeführt unter dem Buchstaben I". Hausherr fragt nach: "... und was ist mit den Ausgaben 1997, 1998, und 1999? Sind sie dort nicht mehr aufgeführt?
Introvigne empört: "Genug ist genug". Aber immerhin: "1996 war die letzte Ausgabe".

Verwunderlich ist allerdings, daß er überhaupt auf einen Katalog verweist. Es wäre doch einfach gewesen, zu schreiben, wer ihn wann und wo zum Professor für was gemacht hat.

Wenn jemand bezweifeln würde, daß ich Volljurist bin, dann würde ich die entsprechende Urkunde in den Scanner legen und nach wenigen Minuten hätte der Interessent eine elektronische Kopie in seinem Computer. Daraus geht hervor, welche Behörde die Urkunde ausgestellt hat und dort kann man sich dann ja vergewissern, daß diese nicht gefälscht ist.

Eines jedenfalls ist damit klargestellt: 1998, als sein Lebenslauf nichts von einer Professur sagte, war er demnach schon jahrelang Professor.
 
 
 

Introvigne pro Scientology

Warenzeichenrecht und Urheberrecht sind die Grundlage des Scientology-Konzerns. Auf diesen Gebieten ist Introvigne Spezialist. Da konnte es wohl kaum ausbleiben, daß die Scientology-Organisation auf ihn aufmerksam wurde.

Ein Artikel ist im Internet an einer Stelle veröffentlicht, an der sonst nur Scientology-freundliche Gutachten aufgeführt werden.
Dort findet sich ein Text von Introvigne:
RELIGIOUS LIBERTY IN EUROPE,
http://www.newreligion.emu.id.au/ENG/Introvigne/index.htm
Prof.  Massimo Introvigne Center for Studies on New Religions (CESNUR), Turin, Italy December 1, 1997

Bättert man den Text elektronisch durch,
landet man am Ende
http://www.newreligion.emu.id.au/ENG/Introvigne/book27.htm
bei einer "FAQ"-Liste.
Das sind "freqently asked questions", also oft gestellte Fragen und Antworten darauf.

Frage 1: Wie kommen die Leute zu Scientology?
Antwort: Oft durch Gespräche, manchmal durch das Lesen von Büchern ...
Frage 2: Hat L. Ron Hubbard mit Scientology viel Geld verdient?
Antwort: Wie andere Autoren auch hat er sein Geld mit den Tantiemen für seine Bücher verdient ....
Tilman Hausherr hat Introvigne danach gefragt und ihn darauf hingewiesen, daß dieser Text identisch ist mit den FAQs, die in der Scientology-Website http://faq.scientology.org wiedergegeben sind.
Introvignes Antwort vom 20.1.99:
"Ich habe diese FAQs nicht geschrieben und es sind auch keine Zitate von mir. Ich glaube aber nicht, daß es ein Gesetz gibt, welches Scientology oder sonst jemanden daran hindert, "Introvigne" als Teil einer URL zu verwenden".
Eine URL ist die Adresse einer Internet-Seite.
Introvignes Äußerung ist unverständlich.
Unter dieser Adresse
http://www.newreligion.emu.id.au/ENG/Introvigne/index.htm
ist Introvignes Artikel zu finden.
Es ist also normal, daß diese Adresse seinen Namen enthält.

Es geht natürlich nicht um seinen Namen in der URL.
Es geht vielmehr darum, weshalb sich ein Scientology-Text am Ende eines Artikels findet, der von ihm stammt.

Namensrechte und Persönlichkeitsrechte gibt es in allen Ländern. Er hätte die Inhaber dieser Website mindestens auffordern können, die Scientology-Werbung aus der Seite mit seinem Artikel herauszunehmen oder deutlich zu kennzeichnen, daß beides nicht zusammengehört. Oder er hätte die Wiedergabe seines Artikels in dieser Website verbieten können.
 

In einem weiteren Punkt hatte Tilman Hausherr Grund zur Verwunderung: Hausherr hatte den Bericht der Enquete-Kommission des Bundestages für das Internet aufbereitet, also in den HTML-Standard umgearbeitet.
Der Bericht selbst ist gem. § 5 des Urheberrechtsgesetzes als amtliches Dokument frei.
Die Umsetzung in den HTML-Standard jedoch nicht.
CESNUR hat diesen Text ohne jeden Hinweis kopiert und in die eigene Website übernommen.
 
 
 

Introvignes Aktivitäten

Wohl niemand produziert derzeit mehr Artikel, als Introvigne.
Im Kern kritisert er allerdings lediglich die Sekten-Kritiker.
Deren Arbeitsweise und deren Wortwahl.
Besonders, wenn diese das Wort Sekte benutzen.

CESNUR befaßt sich auch mit den Berichten von Regierungen und Parlamenten, die sich mit Sekten befassen ("cult reports").

Cult reports werden in Typ I und Typ II unterteilt.
Typ I ist beispielsweise Frankreich 1998: nicht akzeptabel.
Typ II ist Deutschland 1998, Italien 1998, Schweden 1998.
Typ II enthält keine Listen "gefährlicher Kulte" und berücksichtigt die wissenschaftliche Kritik des Anti-Kult-Paradigmas.
(Quelle: www.cesnur.org/Ticino_Engl.htm).
 
 
 

In einer Frage verhält Introvigne sich wie ein Prozessjurist.
Beim Thema psychische Beeinflussung, Gehirnwäsche, mentale Programmierung:
Er bestreitet ganz einfach, daß es so etwas gibt.
 
 
 



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Diese Website wurde eröffnet im September 1998