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Adresse dieser Seite: http://www.AGPF.de/Beurteilungskriterien.htm  Zuletzt bearbeitet am 25.9.2009 
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Beurteilungskriterien:
Wonach sind Anbieter und Angebote des Psychomarktes oder eine Sekte zu beurteilen?
Die Beurteilung von Anbietern und Angeboten des Psychomarktes und etwaiger Gefahren bedarf objektiver Kriterien.
Die wichtigsten Kriterien für die Beurteilung von Organisationen sind solche, die von Gerichten aufgestellt worden sind.
Achtung: Dieser Text ist noch in Arbeit und nicht vollständig.
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:

 
 

Auf dem Psychomarkt gibt es keine Markenprodukte in dem Sinne, dass die Marke zuverlässige Rückschlüsse auf Angebot und Anbieter gibt.
Beim Kauf eines neuen Autos kann man heute kaum noch etwas falsch machen, denn jeder weiss, was ein Auto ist und was für diesen Preis in bei dieser Marke in etwa zu erwarten ist. Ganz anders sieht es allerdings bei Gebrauchtwagen aus. Hier empfiehlt der ADAC deshalb, auf die Seriosität zu achten (>>).

Psychomarkt-Angebot sind ähnlich schwer zu beurteilen, wie Gebrauchtwagen. Deshalb muss bei der Beurteilung von Psychomarkt-Angeboten immer auch die Seriosität des Anbieters beurteilt werden. Genau wie der ADAC für den Gebrauchtwagenkauf empfiehlt.
 

Wer kritisch beurteilt wird, empfindet dies oft als Beleidigung.
In vielen Fällen werden auch die Geschäfte des Beurteilten objektiv geschädigt.

Ob eine negative Beurteilung zulässig ist, hängt auch davon ab, ob sie auf objektiven Kriterien beruht. Seit langem ist entschieden, daß dann auch sehr negative Beurteilungen von Angeboten zulässig sind. Selbst dann, wenn der Anbieter dadurch in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten kann.

Insbesondere bei Warnungen vor Produkten oder Anbietern bedarf es objektiver Kriterien.
Warnung vor Gefahren beinhaltet immer auch die Prognose, daß diese Gefahr auch künftig vorhanden sein wird.
Nur eine negative Prognose rechtfertigt eine Warnung.
Eine solche Prognose muß sich auf Tatsachen stützen.
Wenn die Gefahr von Handlungen ausgeht, muß früheres Handeln berücksichtigt werden.
Ebenso, seit wann die Gefahr bekannt ist und wie auf Kritik reagiert wird.
 
 

Zu unterscheiden ist, ob ein bestimmtes Angebot zu beurteilen ist, oder ein Anbieter, eine Firma, eine Organisation oder eine Sekte.

Bei der Beurteilung von Angeboten gelten zunächst die üblichen allgemeinen Kriterien:

Dazu im einzelnen zum Beispiel die Auch die Kriterien des Entwurfes für ein Lebensbewältigungshilfegesetzes sollten beachtet werden. Der Gesetzentwurf enthält in den meisten Punkten nur Selbstverständlichkeiten Im übrigen gilt: Prüfen und Informationen einholen.
Zum Beispiel bei den Verbraucherzentralen, den Sektenberatungsstellen oder im Internet.
 
 
 

Seriosität des Anbieters

Je weniger Informationen das Angebot enthält und je mehr Zweifel bestehen, desto wichtiger ist die Seriosität des Anbieters.
Das ist hier nicht anders, als beim Gebrauchtwagenkauf. Der ADAC hat in seinen Checkliste für Gebrauchtwagenkauf gleich am anfang die Rubrik "wie ist der Verkäufer einzuschätzen?"
 

Dafür die folgenden

Beurteilungskriterien für Anbieter
 
 

Kriterien aus Gerichtsentscheidungen:

Rechtstreue

Bundesverfassungsgericht 2 BvR 1500/97 Urteil vom 19.12.2000
Verfassungsbeschwerde der Zeugen Jehovas gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997 - BVerwG 7 C 11.96 - durch welches die Anerkennung als öffentlich-rechtliche Körperschaft abgelehnt wurde.
 

"Eine Religionsgemeinschaft, die Körperschaft des öffentlichen Rechts werden will,  muss rechtstreu sein. Sie muss die Gewähr dafür bieten, dass sie das geltende  Recht beachten, insbesondere die ihr übertragene Hoheitsgewalt nur in Einklang  mit den verfassungsrechtlichen und den sonstigen gesetzlichen Bindungen ausüben wird"

Bundessozialgericht B 11/7 AL 30/99 R vom 14. 12.2000
In desem Fall ging es um die Zulassung einer Scientologin als Arbeitsvermittlerin. Dabei muß eine Prognose über die Zuverlässigkeit abgegeben werden. Nach Auffassung des Gerichts machen die Hubbard-Lehren das Verhältnis der Klägerin zum geltenden Recht klärungsbedürftig. Das Gericht zitiert aus dem Hubbard-Buch "Einführung in die Ethik der Scientology" und folgert:
 

"Solche Aussagen deuten darauf hin, daß scientologische Ethik als Verhaltensmaßstab für Anhänger dieser Lehren wirkliche Maßgeblichkeit anstelle des als "lachhaft" bezeichneten Rechts bedeutet. Trifft dies zu, ließe sich eine Prognose, die Klägerin werde sich bei ihrer Tätigkeit als Arbeitsvermittlerin an das geltende Recht halten, nicht stellen. Für die Beurteilung der Zuverlässigkeit ist deshalb das in zahlreichen Schriften Hubbards dokumentierte Verhältnis zu Recht und staatlicher Ordnung zu erfassen und von der Klägerin zu erläutern, wie sie dazu vor dem Hindergrund ihrer eidesstattlichen Versicherung vom 18. August 1995 und ihres "Bekenntnis zur Scientologie" vom 17. Februar 1986 steht. Von der Überzeugungskraft einer solchen Erläuterung der Klägerin dürfte die Prognose abhängen, ob von ihr bei der Arbeitsvermittlung die Beachtung der bestehenden Vorschriften zu erwarten ist. Es handelt sich dabei um eine klärungsbedürftige subjektive Tatsache. Ungeachtet ihrer praktischen Schwierigkeiten bei der Aufklärung und Feststellung ist dieser Frage nachzugehen, weil andernfalls die mit der Zulassungsvoraussetzung "Zuverlässigkeit" zu wahrenden Allgemeininteressen nicht gewährleistet sind".
 

Beachtung der Grundrechte, insbesondere der Grundrechte Dritter

Bundesverfassungsgericht 2 BvR 1500/97 Urteil vom 19.12.2000
Verfassungsbeschwerde der Zeugen Jehovas gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997 - BVerwG 7 C 11.96 - durch welches die Anerkennung als öffentlich-rechtliche Körperschaft abgelehnt wurde
 

"1. a) Art. 79 Abs. 3 GG entzieht die in Art. 1 Abs. 1 und Art. 20 GG niedergelegten Grundsätze jeglicher Änderung. Das Grundgesetz erklärt damit neben dem in Art. 1 Abs. 1 GG verankerten Grundsatz der Menschenwürde und den von ihm umfassten Kerngehalt der nachfolgenden Grundrechte (vgl. BVerfGE 84, 90 <120 f.>;94, 12 <34>) auch andere Garantien für unantastbar, die in Art. 20 GG festgehalten sind. Dazu gehören die Prinzipien von Rechtsstaat und Demokratie (vgl. BVerfGE 89, 155 <182>;94, 49 <103>). Eine systematische Beeinträchtigung oder Gefährdung dieser vom Grundgesetz auf Dauer gestellten Grundsätze darf der Staat nicht hinnehmen ..."

"Ob einer antragstellenden Religionsgemeinschaft der Körperschaftsstatus zu versagen ist, richtet sich nicht nach ihrem Glauben, sondern nach ihrem Verhalten. Der Grundsatz religiös-weltanschaulicher Neutralität (vgl. BVerfGE 19, 206  <216>;93, 1 <17>) verwehrt es dem Staat, Glaube und Lehre einer  Religionsgemeinschaft als solche zu bewerten. Mangels Einsicht und geeigneter  Kriterien darf der neutrale Staat im Bereich genuin religiöser Fragen nichts regeln  und bestimmen (BVerfGE 12, 1 <4>;41, 65 <84>;72, 278 <294>;74, 244 <255>).  Das hindert ihn freilich nicht daran, das tatsächliche Verhalten einer  Religionsgemeinschaft oder ihrer Mitglieder nach weltlichen Kriterien zu beurteilen,  auch wenn dieses Verhalten letztlich religiös motiviert ist. Ob dabei Glaube und  Lehre der Gemeinschaft, soweit sie sich nach außen manifestieren, Rückschlüsse  auf ihr zu erwartendes Verhalten zulassen, ist eine Frage des Einzelfalls".

"Das Grundgesetz unterstellt die Menschenwürde und andere Grundrechte dem Schutz der Verfassung. So verpflichtet es den Staat, menschliches Leben und die körperliche Unversehrtheit zu schützen (BVerfGE 56, 54 <73>;79, 174 <201 f.>;88, 203 <251>). Kinder können staatlichen Schutz ihres Grundrechts aus Art. 2 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 1 GG beanspruchen; dabei bildet das Kindeswohl den Richtpunkt für den staatlichen Schutzauftrag aus Art. 6 Abs. 2 Satz 2 GG (BVerfGE 99, 145 <156>). Und Art. 4 Abs. 1 und 2 GG fordert vom Staat, den Einzelnen und religiöse Gemeinschaften vor Angriffen und Behinderungen von Anhängern anderer Glaubensrichtungen oder konkurrierender Religionsgruppen zu schützen (BVerfGE 93, 1 <16>)".

 
 

Ethische Beurteilung von Beeinflussungsmethoden

Beeinflussung ist weder positiv, noch negativ.
Dazu gehören auch Meinungsbildung, Erziehung, Lernen, Psychotherapie und Gehirnwäsche.

Hier geht es hauptsächlich um Beeinflussung, die nicht ohne weiteres oder garnicht als solche erkennbar ist.
Insbesondere, wenn daraus gesundheitliche Gefahren entstehen können.

Der Enquete-Bericht http://www.agpf.de/Bundestag-Enquete-Bericht-1998.pdf Seite 62: "Häufig wird dazu bei den Beratungsstellen Orientierungswissen abgefragt, das der Vorbereitung persönlicher Entscheidungen dient. Zum Beispiel wird eine Einschätzung von Gefahren verlangt oder die ethische Beurteilung einer gewissen Praxis erwartet."

Die ethische Beurteilung setzt nicht erst dort ein, wo Beeinflussung an aktive Täuschung oder an Betrug grenzt.
Sondern bereits beim sorglosen Umgang mit Beeinflussungsmethoden, etwa NLP, http://www.agpf.de/NLP.htm#Ethik
 
 
 



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