Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
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Zuletzt bearbeitet am 2.9.2011 
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Unlautere Werbung: Täuschung von Arbeitssuchenden
Scientology antwortet auf Chiffre-Stellengesuche und bietet angeblich Arbeit an.
Offenbar werden die Chiffre-Anzeigen systematisch abgegrast

 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
  • www.AGPF.de: Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt
 

Die Werbung der Scientology-Organisation ist in vielen Fällen unzulässig und verstösst gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb..

Scientology benutzt gern Werbemethoden, die nicht ohne weiteres als Werbung zu erkennen sind.
Hier zwei Beispiele:

Scientology schreibt auf Chiffre-Anzeige

Der Stuttgarter Scientology-Verein hat sich 1999 an eine Frau gewandt, die unter Chiffre Arbeit gesucht hat:
 
 
 
Schreiben an die Chiffre-Verwaltung der Zeitung: 

Betr.: Ihre Anzeige vom 08.05.99 

Sehr geehrte Dame, 

mit Interesse lasen wir Ihre Anzeige. 

Sie suchen eine neuen Wirkungskreis, eine neue Herausforderung ..? 

Wir suchen qualifizierte Mitarbeiter, die gern eine neue Aufgabe erfüllen möchten, und bieten darin eine grundlegende Ausbildung. 
Fühlen Sie sich angesprochen, dann melden Sie sich unter der Telefonnummer: 
0711 / xxxxxxxxxxx und fragen Sie nach dem Personalbeauftragten. 
Ich freue mich auf Ihren Anruf! 
i.A. 
Cxxxxx Cxxxxxx-Sxxxxxx 
Personalabteilung 
Absender: 
Scientology Kirche des Dianetik Stuttgart e.V. Hohenheimer Str. xx - D-70184 Stuttgart

 

Fast gleichlautend im Jahr 2002

Jetzt werden nicht mehr "Mitarbeiter" gesucht, sondern "hauptamtlich tätige Mitglieder".
Dazu hat das Bundesarbeitsgericht in einem aufsehenerregenden Entscheidung klargestellt:

"Hauptamtliche (aktiv tätige) außerordentliche Mitglieder von Scientology sind Arbeitnehmer im Sinne von § 5 Abs. 1 Satz 1 ArbGG".
Das Stellengesuch im Suedkurier Nr. 103 vom 04.05.2002 lautete:
Laborantin, 30J.,
langjähr. Erfahr. im Bereich Mikrobiologie u. Chemie, Wasser- und Lebensmittelanalytik, gelernte milchwirtschtl. Laborantin, 10 J. MTA-Erf. su. umzugsbedingt neues Aufgabengebiet im Bodensseraum
Der Bodensee liegt 150 Kilometer von Stuttgart entfernt.
 
 
Dianetik-Informationszentrum 
Dianetic Stuttgart e.V. 

Südkurier 
Anzeigenabteilung 
Chiffre Nr. ÜB117318 

Stuttgart, 06.05.2002 

Sehr geehrte Dame, 

mit Interesse lasen wir Ihre Anzeige. 
Sie suchen einen neuen Wirkungskreis? 
Wir suchen hauptamtlich taetige Mitglieder in den Bereichen Verwaltung, Buchhaltung, Empfang, Verkauf, Werbung und Marketing. 
Voraussetzung fuer diese Taetigkeit in unserem Verein ist der Wille, anderen Menschen zu helfen und sich selbst zu verbessern. 
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann rufen Sie an (Tel: 0711/xxxxxxxxxx) und vereinbaren Sie einen Termin mit unserem Personalbeauftragten. 
Ich freue mich auf Ihren Anruf! 
Mit freundlichen Gruessen 
i.A. 
C. Cxxxxxx-Sxxxxx 
Personalabteilung 
 
 
 
 
 

 

Beigefügt war dieser Werbezettel



(Zur Besonderheit der Stuttgarter Scientology-Vereine
vgl. Entzug der Rechtsfähigkeit )
 


Scientology bietet also einem Arbeitssuchenden eine "grundlegende Ausbildung" an, ohne weitere Aufklärung.

Damit wird eine Reihe von Besonderheiten verschwiegen.
Wenn ein zukünftiger Arbeitgeber seinen zukünftigen Arbeitnehmer ausbildet,
dann findet dieses Ausbildung in der bezahlten Arbeitszeit statt.

Wenn davon abgewichen wird, muß darüber aufgeklärt werden.

Tatsächlich erwarten den Interessenten eine ganze Reihe von höchst ungewöhnlichen Abweichungen von diesem Normalfall.
 

Soweit nur einige der Besonderheiten.
Andere sind nachzulesen bei Selbstverständlich muß das nicht in jedem Fall so ablaufen. Es mag Ausnahmen geben. Bisher sind mir jedoch keine bekannt geworden.
 
 
Waiblinger Kreiszeitung Wirtschaft 19.01.2001 
Schüler sucht Job und landet bei Scientology  
Organisation meldete sich auf Stellengesuch /  
Kein Job, aber Persönlichkeitstest und Werbefilm 
Von unserem Redaktionsmitglied Petra Kirchhoff 
Waiblingen/Stuttgart. Dies ist die Geschichte von einem Schüler, der im "Sperrmüll" annoncierte, um einen Nebenjob zu finden, und dann in der Hohenheimer Straße xx in Stuttgart landete, dem Sitz von Scientology.Dort musste der Schüler 200 Fragen zur Persönlichkeit beantworten und sich einen Werbefilm über die Organisation anschauen. Einen Job bekam er nicht. 

"Technisch begabter 19-jähriger TG-ler sucht für nachmittags/abends einen Nebenjob im Bereich Elektrotechnik . . ", so lautet das Inserat, in dem der Schüler seine Handy-Nummer angab. Als er gerade auf der B 14 unterwegs ist, bekommt er einen Anruf mit der Einladung nach Stuttgart. Der Empfang ist schlecht, und so versteht er nicht genau , wer den Kontakt sucht. Auch als er das Dianetik-Zentrum in Stuttgart betritt, ist ihm noch nicht klar, um welche Organisation es sich handelt. Allerdings, das Kreuz mit den Zacken, "das hatte ich schon mal gesehen".  "Extrem freundlich und zuvorkommend" wird der junge Arbeitsuchende begrüßt. Der Fragebogen, der ihm zunächst vom Personalbüro vorgelegt wird, kommt ihm "realtiv belanglos" vor. Grübeln Sie oft über vergangene Situationen? Beginnen Sie normalerweise ein Gespräch? Sind Sie in der Gesellschaft anerkannt? Kauen Sie auf dem Bleistift? Würden Sie ein Tier töten, um ihm Schmerz zu ersparen? Insgesamt 200 Fragen, zum Teil nur in leichten Abwandlungen, werden ihm vorgelegt. Im Anschluss daran steht ein halbstündiger Werbefilm über die Scientoloty Kirche auf dem Programm. Spätestens da ist klar, wer sich auf die Annonce gemeldet hat, und von da an ist der Gymnasiast vorsichtig. 

 Wie er den Film finde, fragt eine Frau vom Personalbüro. 
 "Gefühlsbezogen und informationslos", antwortet frank und frei der Schüler, der von den zweifelhaften Praktiken der Organisation weiß, und davon, wie sie ihre Mitglieder unter Druck setzt und ihnen das Geld aus der Tasche zieht. Die Frau vom Personalbüro ist nicht begeistert. Derweil wird der Persönlichkeitstest Augen ausgewertet. Das Ergebnis: Der Befragte sei überdurchschnittlich intelligent, aber unsicher. Er kenne sich selbst nicht. Woraufhin die Scientology-Mitarbeiterin zum Hirnstrommessgeräte, eine Art Lügendetektor, überleitet. "Sie wollte mich dazu bringen, das Gerät einmal auszuprobieren, doch ich habe das abgeblockt." 

Aus dem angebotenen Bürojob wird dann nichts. Der 19-Jährige ist hyperaktiv und hat deswegen früher einmal Retalin, ein Psychopharmaka genommen. Mit dieser Begründung wird er für den Job abgelehnt. Der Schüler sagt im Nachhinein selbstbewusst: "Im Prinzip haben die einen guten Eindruck auf mich gemacht. Ich hätte den Job sogar genommen, wenn die mich mit ihrer Kirche und Mitgliedschaft in Ruhe gelassen hätten." - Als "Herausforderung und lehrreiche Situation" sieht der Jugendliche das Gespräch, das er "nicht als bedrohlich" empfunden hat. Gleichwohl ist ihm klar, dass nicht alle die Standhaftigkeit und das Selbstbewusstsein für solche Situationen haben. Mindestens zehn andere Leute seien in der kurzen Zeit unter die Persönlichkeitslupe genommen worden. "Und mit Sicherheit sind nicht alle rausgelaufen, ohne Mitglied zu werden", befürchtet er. Und deswegen hat er sich bei der Zeitung gemeldet, um seine Geschichte zu erzählen und zu zeigen, wie's gehen kann, wenn einer einen Job sucht. 

 



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