Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
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Zuletzt bearbeitet am 3.11.2011 
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Scientology-Werbung mit allen Methoden
Die Scientology-Organisation läßt kaum eine Werbemethode aus.
Zu den in der Wirtschaft gebräuchlichen Methoden kommen einige höchst ungewöhnliche.
Öffentlichkeitsarbeit ("PR") und Produktwerbung sind kaum zu unterscheiden.
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch:
 
 

2002: 45 Millionen Dollar an Werbeagentur

Scientology lässt längst auch Werbeagenturen für sich arbeiten. 2002 war das Horizon Media, die sich selbst in ihrer Website bezeichnet als "the largest U.S. independent media buying and planning services company, bills an estimated $800 million. Headquartered in New York City and Los Angeles, Horizon also has offices in Atlanta and Amsterdam, Netherlands". Die Fachzeitschrift Adweek berichtete am 21.2.2002. Demnach hat Horizon 2002 einen Scientology-Werbeetat von 45 Millionen Dollar zur Verfügung gehabt. Die Firma soll mit ihrem europäischen Büro auch Medienstrategien für die Meinungsbildung in Europa und Russland betreiben ("building awareness of the church"). Dazu gehöre auch die "Kavalkade für Ehrenamtliche Geistliche" (vgl. Zeltwerbung). Es gehe dabei um "Leute für die Kirche zu rekrutieren", sagte Zach Rosenberg Horizon-Chef in Los Angeles. (Quelle: A.r.s Week in Review - 2/23/2003). Vermutlich gehört dazu auch die Plakatwerbung für die "Ehrenamtlichen Geistlichen".
 

Arten der Werbung in Stichworten

 
Neue Kunden und Stammkunden
Werbung dient einerseits der Anwerbung von neuen Kunden.
Andererseits werden aber auch die vorhandenen Kunden laufend umworben.
Erstwerbung
Bei der Anwerbung von neuen Kunden ist es besonders wichtig und aufwendig, Kontakt zu möglichen Interessenten zu bekommen. Diese Erstwerbung dient hauptsächlich dazu, die Adresse zu erhalten. Ob dabei überhaupt ein Produkt verkauft wird, ist nebensächlich. Meist werden dabei nur billige Angebote gemacht.
Adressenbeschaffung
Der Erstwerbung und der Adressenbeschaffung dienen also die Coupons in Büchern.
Aber auch die Quittungen, die beim Verkauf von Büchern ausgestellt werden.
Die Ausstellung der Quittungen gibt Gelegenheit, nach dem Namen und der Adresse zu fragen.
Erinnerungswerbung
Erinnerungswerbung richtet sich an Kunden, die bereits einmal etwas gekauft haben.
Eingesetzt werden inbesondere:
Prospekte, Werbezettel, Zeitschriften, Magazine
Werbebriefe, oft handschriftlich
 
 

Methoden der Werbung

Hier einige Beispiele für die Werbemethoden, keineswegs vollständig.
 

Strassenwerbung

Jahrzehntelang war das Ansprechen von Passanten zum Zweck des Verkaufs die wichtigste Werbemethode. Bereits seit den siebziger Jahren wurde es durch zahlreiche Gerichtsurteile untersagt.

Die Werbung mit einem Infostand dient demgegenüber nicht unmittelbar dem Verkauf. Wenn die Verbreitung einer Meinung im Vordergrund steht, unterliegt dies anderen Regeln.

Neuerdings kombiniert Scientology die Werbung durch Ausstellungen mit der Zeltwerbung.
 
 
 

"Kostenloser Persönlichkeitstest"

Einzelheiten: Der Scientology-Persönlichkeitstest: Täuschung   http://www.Ingo-Heinemann.de/Persoenlichkeitstest.htm
Dieser Test wird in zahlreichen Varianten und bei diversen Werbemethoden verwendet.
Insbesondere auch im Zusammenhang mit der Strassenwerbung.
Hier eine Abbildung des Scientology-Gebäudes in Hamburg aus der Scientology-Zeitschrift "Freiheit" von 1995 (Titel: "Die Wahrheit über den Spiegel"). Davor ein etwa 2 Meter hohes Werbeschild "kostenloser Persönlichkeits Test".
 
 
 
 
 
 

Vorher-Nachher-Werbung mit Persönlichkeitstest

Vorher-nachher-Werbung soll belegen, dass die Anwendung eines bestimmten Produkts wirkt.
 
 

"Hier sehen Sie das Persönlichkeitsprofil einer Person, die den Kurs 'Erfolg durch Kommunikation' abgeschlossen hat." 

Wie dieses "Profil" erzeugt wurde, wird nicht gesagt. Die Diagramme ähneln den Auswertungen des Persönlichkeitstests.  

Verbreitet wurde diese Werbung 1993 per Briefpost. 
Vergössern der Abbildung durch Anklicken.

 
 

 

Werbung in Internet-Suchmaschinen

Planmässige Eintragung in Suchmaschinen

Die Universal-Suchmaschinen (wie etwa Google) durchsuchen selbst das Internet und übernehmen in ihre Speicher alles, was sie finden. Daneben gibt es aber auch Suchmaschinen für spezielle Zwecke, die den Interessenten die Suche erleichtern sollen. Dort muss man sich anmelden. Die Internet-Adressen werden geprüft, um zu vermeiden, dass der Interessent lange Listen mit Links vorfindet, die alle nur auf dieselbe Seite führen.
Bei einer solchen Suchmaschine wurde Anfang 2006 eine grosse Zahl von Seiten angemeldet.
Der Suchmaschinen-Betreiber hat diesen Müll umgehend wieder gelöscht.
 
 

Bezahlte Werbung in Suchmaschinen
 
Sucht man nach Stichworten, die für Scientology kritisch sind, dann fehlen oft die Scientology-Angebote.   
Das gilt zum Beispiel für das Stichwort "Freeloader", vgl.   
Freeloaderbill: Zwangsarbeit lebenslänglich?   

2001 erschien in einem solchen Fall eine bezahlte Anzeige, Abbildung rechts. Durch Anklicken der Anzeige wurde man direkt zu einer Scientology-Website geleite . Die Anzeige war ordnungsgemäß als Werbung gekennzeichnet. Es handelt sich übrigens um eine Montage: Die Werbung wurde näher an den "Google"-Schriftzug herangerückt. Die unveränderte Bildschirmkopie kann hier geladen werden.

 
Geht man auf der Liste eine Seite weiter, erscheint die Scientology-Werbung mit anderem Text, zum Beispiel mit der Behauptung, Scientology habe 250.000 Leuten geholfen, von Drogen wegzukommen.   
Dazu vgl. Narconon
 
 
 
 

Werbung durch E-Mails

Die Methode ist dieselbe, die von vielen Versenden von Müll-Mails angewandt wird.
Es wird einfach dreist behauptet, der Empfänger habe den Persönlichkeitstest absolviert und weitere informationen angefordert.
Absender war zunächst "Bridge Publications, Inc.". Betreff: "Finde heraus, was Dianetics für dich tun kann".
Tatsächlich hatte der Empfänger mit absoluter Sicherheit weder den Test gemacht, noch etwas angefordert.
Meist wandern solche Spams sofort in den elektronischen Papierkorb und so wäre es auch hier gewesen, wenn der Empfänger nicht ein Sekten-Kritiker gewesen wäre.
Derartige unaufgeforderte Werbung verstösst gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb UWG.
Vermutlich deshalb kam die Werbung auch vermeintlich oder tatsächlich aus den USA
 
 
 

Schleichwerbung

Schleichwerbung liegt dann vor, wenn die Leser über Quelle und Absicht der Informationen getäuscht werden.

 
 

Werbebriefe

Die Scientology-Organisation verschickt ein riesige Menge an Werbebriefen, hauptsächlich an den vorhandenen Kundenstamm.
Besonders wirksam sind zweifellos persönliche handschriftliche Werbebriefe. Dazu:
Werbebriefe.htm
 
 

Roadshow
Aufschrift des Doppeldecker-Busses: "Dianetics Roadshow". 

Es handelt sich offensichtlich nicht nur um Werbung auf einem Bus. 

Sondern um eine Werbeveranstaltung, die mit dem Bus von Ort zu Ort verlegt wird. 
Eine Strassen-Show. 
Auch die Zeltwerbung wurde als Roadshow veranstaltet. 
 
 

 

 

Taxiwerbung
 
Frankfurt, etwa 1984
 
 
Scientology-Magazine und Zeitschriften sind in Wahrheit Prospekte oder Propaganda   

"Kompetenz" wird von der Scientology-Filiale in Düsseldorf verschickt.   
"Positiv" von der Scientology-Filiale in Frankfurt.   
Über dem Titel steht in beiden Fällen:   
"Magazin der Scientology Kirche".   

Den vermeintlich oder tatsächlichen Interessenten wird also vorgetäuscht, sie würden eine Zeitschrift kostenlos bekommen.   
Tatsächlich handelt es sich um einen Prospekt, der auch Nicht-Scientologen zugeschickt wird.

 
 

Radio-Werbung
 
In den Scientology-Websites wurde im April 2005 die Werbung Abbildung rechts gezeigt, unter den Internet-Adressen www.power-fuer-die-seele.at und  www.dianetik-salzburg.at   
Klickt man "Dianetik, jetzt im Radion" an, erscheint eine Einblendung mit dem Text:   
"Dianetik jetzt Live im Radio   
auf Radio Salzachtal   
Die nächste Live-Sendung ist am Montag, 11.April 2005, um 20:15 auf FM - 101,4 über SAG-Kabel zu empfangen.   
Bitte hineinhören, denn:   
Power für die Seele   
bedeutet   
Mehr Energie im Leben für Sie selbst! "
 
 
 
 

Plakatwerbung

Dazu ein Beispiel:

 
 
 

Werbung im Bekanntenkreis

Beispiel aus ABI-Info 59/76:
 

"Alles, was Du zu tun brauchst, ist Deine Freunde und Bekannten zum ARK-Test oder zu einem Vortrag mitzubringen.  Wenn sie dann mit einer Mitgliedschaftsstufe anfangen, bekommst Du automatisch die Kommission."
 
 

Verteilen von Prospekten
 
 
Scientology-Werber erhalten für ihre Werbetätigkeit häufig keine Bezahlung, sondern eine "Gutschrift", für die sie Leistungen in Anspruch nehmen können. Hier 2010.- DM für 38.000 Prospekte.   
Hier eine entprechende Quittung. Diese wurde in Kopie veröffentlicht als Anlage 19.1 in der Dokumentation von Ingo Heinemann:   
Die Scientoloqy-"Kirche" ist ein weltweiter Konzern zur Vermarktung des Copyrights des Gründers,.1982   

Rechts die Quittung und die Preisliste

 
 
 
 
 

Werbung an Ärzte
 
Sommer 2009: Postkarten vom CCHR an Ärzte im Krankenhaus

CCHR Citizens Commission on Human Rights ist eine US-amerikanische Scientology-Tarnorganisation. Die deutsche Filiale heisst KVPM.
Es gehört zur Tarnung, dass die Karte aus Los Angeles geschickt wurde.
Es ist nicht erkennbar, dass es sich um eine Scientology-Werbung handelt.
Die angegebene Internet-Adresse www.CCHR.de führt keineswegs direkt zu einem Bestellformular. Wer dieses sucht, landet im Gestrüpp der Propaganda. "Neue Fakten" sind nicht zu finden, es handelt sich um die übliche Kampagne gegen die Psychiatrie.
 
  

"Schockierende neue Fakten über Psychopharmaka (bewusstseinsverändernde Medikamente) wurden enthüllt.  
Die Fakten sind schwer zu glauben, sie zu ignorieren konnte jedoch tödlich sein...  
Was hat dies mit Ihnen zu tun? Bitte wenden ...  

FINDEN SIE ES HERAUS  
Bestellen Sie noch heute eine KOSTENLOSE DVD- und Informationsmappe  
www.cchr.org  ..... "

 
Kurz vorher erschien in der Website der Landesärztekammer Brandenburg unter http://www.laekb.de/50ueberUns/20Beitraege/010608_090730.html die nachfolgende Warnung wegen Verstosses gegen den Datenschutz. Selbstverständlich lässt sich zur Zeit nicht nachprüfen, ob ein Zusammenhang besteht.

 
 
 

Juni 2001: Fax-Werbung an Arztpraxen

Es verstösst gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), unaufgefordert Faxe zu Werbzwecken zu schicken. Vermutlich deshalb wurden die Faxe ohne Kennung, also ohne nachweisbare Absenderangabe verschickt.
Also lässt sich nicht nachweisen, wer die Fax-Werbung an Arztpraxen geschickt hat.
 
  
  • Wie können Sie, wenn Sie jernanden treffen, innerhalb von Minuten wissen, ob Sie der Person vertrauen können oder nicht? 
  • Zu welchen zwei Faktoren ist die Lebenserwartung einer Person proportional? 
  • Wie schätzen Sie das Potential und den zukünftigen Wert von neuem Personal ein? 
  • Wie können sie sicher sein, ob eine Person wirklich meint sie sagt?
DIE WISSENSCHAFT DES ÜBERLEBENS   
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Das Fax enthielt Werbung für das Buch "Die Wissenschaft des Überlebens".  
Untertitel des Buches: "Die Vorhersage menschlichen Verhaltens".  

Rechts die Buchumschläge von 1983 und 2007, darunter vergrössert der Untertitel von 2007.

 
 
 
 
 
 

April 2001: Narconon-Ausstellung in Stuttgart

vgl. auch: Narconon: Angeblicher Drogenentzug mit Scientology-Methoden ohne nachweisbaren Erfolg
 
Aus: Stuttgarter Nachrichten vom 14.4.01   
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/dc1/html/news-stn/20010414loka0032.shtml    


Selig lächelt John Travolta im ehemaligen Kinosaal   
Wie Scientology vorgibt, Drogenabhängigkeit zu bekämpfen, und dabei um Mitglieder wirbt   

In Amerika sieht sich die Scientology-Vereinigung (fast) am Ziel. Hollywood-Stars wie John Travolta oder Tom Cruise bekennen sich zu den Heilsaposteln mit ihren umstrittenen Schulungsmethoden. In Stuttgart erhoffen sie sich nun neuen Zulauf durch eine Ausstellung in der Marienstraße.   

VON HILMAR PFISTER    

Der Stargast hängt selig lächelnd an der Wand, als Porträtfoto in Augenhöhe. Ein Aushängeschild wie John Travolta fehlt den Jüngern von Ron Hubbard hier zu Lande. Vielmehr klagt der Verein, der sich als "Kirche'' ausgibt, über mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz. Ob die Ausstellung "Was ist Scientology'' in einem ehemaligen Kino in der Marienstraße daran etwas ändert? Der Zeitpunkt komme genau richtig, meint Georg Stoffel, Sprecher von Scientology Deutschland. "Die Tendenz der Verfassungsschutzberichte in den letzten Jahren spricht für uns. Nach dem Zusammenbruch des Ostens wurde eben ein neues Feindbild benötigt. Doch diese Zeit ist jetzt vorbei.''    

Schwerpunkt der Ausstellung soll das Drogenproblem und seine Bekämpfung nach Art der Scientologen sein. Viele bunte Schautafeln sollen suggerieren: Die Wunderwaffe gegen den Missbrauch von Alkohol, Cannabis oder Kokain heißt "Narconon''. Nach Angaben von Scientology handelt es sich dabei um nicht weniger als "das beste Programm auf der Welt für den Entzug, die Entgiftung und die Rehabilitierung''.    

Mit "Narconon'' will Scientology nur indirekt zu tun haben. "Das ist eine befreundete Organisation'', betont Maja Nüesch von der Scientology-Filiale Stuttgart. Gleichwohl basiert der Drogenentzug auf dem "Reinigungsprogramm'' von Scientology-Gründer Hubbard. Hohe Vitamin- und Mineralstoffdosen sowie große Mengen Öl sollen den Körper dabei unterstützen, Giftstoffe auszuschwemmen und "von Drogen beschädigte Bereiche wieder in Ordnung zu bringen''. Regelmäßiges Joggen helfe, "diese Ablagerungen aufzulockern'', Schwitzen in der Sauna befreie den Organismus schließlich von Drogenrückständen.    

Dass diese Art des Entzugs von Ärzten und Fachleuten angezweifelt oder sogar als gefährlich eingeschätzt wird, bleibt auf der Ausstellung natürlich unerwähnt. Umso mehr Raum bleibt für den begabten Komponisten, erfolgreichen Pflanzenzüchter oder tüchtigen Pfadfinder Ron Hubbard. Auch an Hubbard-Bücher fehlt es nicht - zum Mitnehmen, aber gegen Bezahlung. Nur der selig lächelnde John Travolta dürfte unverkäuflich sein.    
Die Ausstellung "Was ist Scientology'' dauert bis 28. April und ist täglich geöffnet.

 
 
 
Aus: Stuttgarter Zeitung 11.3.2000  

Scientology will aus der Schmuddelecke  
Informationsschau in ehemaligem Möbelhaus mitten in der City  
- Stadt ohne Handhabe  

Wo es früher italienisches Edeldesign zu kaufen gab, wirbt noch zehn Tage lang die umstrittene Scientology-Organisation Stuttgart für ihre Lebensanschauung. Hochglanzfotos und Texttafeln sollen Besuchern den Weg zum "Erfolg'' weisen.  

Von Daniela Mack  

Die gestrige Ausstellungseröffnung glich einer Las-Vegas-Show: Der Münchner Künstler Waki Zöllner ("Das ist genial'') zerschnitt mit einer überdimensionierten goldenen Schere ein rotes Band, begleitet von einer Swing-Formation in roten Anzügen. Auch in der Werbeschau dominiert der amerikanische Geschmack: die Stellwände sind marmoriert mit rosa Kranzgesims und goldenen Leisten, die Texte auf Plexiglasscheiben gedruckt.  

Trotz der präsentierten Hochglanzfotos von Scientologen aus aller Welt und unzähligen Buchtiteln des Scientology-Gründers Ron Hubbard ist die Botschaft aber keine leichte Kost. "Dianetik stellt eine Methode zur Verfügung'', heißt es beispielsweise, "bei der der rekreative Verstand dadurch angesprochen wird, dass verborgene negative Erfahrungen aufgedeckt und ihre schädlichen Auswirkungen auf die Person aufgelöst werden.''  

Bei aller Information über die Methode: Die Schau soll in erster Linie dazu dienen, das eigene Image zu verbessern. Kritiker werfen der umstrittenen Organisation vor, vornehmlich wirtschaftliche Interessen zu verfolgen. "Auf neutralem Grund'', sagt der Stuttgarter Scientology-Sprecher Reinhard Egy, wolle man "Hemmschwellen abbauen'' und zeigen, "dass wir kein elitärer Club sind''. Die rekreativen Energien übrigens lassen sich per "E-Meter'' aufspüren: Der Proband hält zwei Metallzylinder in den Händen, und der Pfeil auf dem Anzeigefeld schlägt je nach Energiefluss aus. Kosten des Geräts: 5000 Mark.  

Scientology hat die leer stehenden Räume des Möbelhauses in der Friedrichstraße für die Dauer der Schau angemietet. So kann sie ungestört mitten in der City werben. Noch im Februar vergangenen Jahres sorgte die Wanderausstellung "Was ist Scientology?'' für zahlreiche Proteste, weil die Organisation den Cannstatter Kursaal von der Stadt angemietet und aggressiv um Besucher geworben hatte. Im Vorfeld der aktuellen Präsentation regten sich dagegen keine lauten Gegenstimmen - die Räume befinden sich in einem Privatgebäude. Daher hat die Stadt, die den Scientologen die Werbung in der Innenstadt verbieten möchte, auch keine Handhabe gegen das Banner an der Fassade. 

 
 

 
 
 

Bibliotheken Büchereien Bücherspenden

dazu ein weiteres Beispiel: Lobby.htm#EBib
 
Scientology unterhält einen "Bibliotheken Spende-Dienst".   
Zielgruppe dieser Art von Werbung: Schüler und Studenten.   
Dass es sich um Werbung handelt, zeigt die Adressenangabe.   
Einzelheiten zu dem Buch, in dem dieser Aufkleber enthalten ist:   
 
 
 
 

Videowand
 
Aus: Stuttgarter Zeitung vom 11.01.2001    


Scientology am Pragsattel auf dem Präsentierteller   

Der Bunker am Pragsattel hat Scientology tagelang als Werbeplattform gedient. Mit ihrem Video war die Organisation bis gestern in guter Gesellschaft - auch IHK, Bahn und VfB präsentieren sich am Tor zur Stadt. Jetzt sorgt der Fall für heftigen Wellenschlag.   

 Von Michael Ohnewald   

 Carla Bregenzer treibt es die Zornesröte ins Gesicht. "Das gibt's doch gar nicht'', sagt die sektenpolitischen Sprecherin der Landtagsgenossen. Was den Blutdruck der Sozialdemokratin sprunghaft erhöht hat, ist die Nachricht über weithin sichtbare Werbespots der Scientologen am Pragsattel. Ausgerechnet an der Videowand am Hochbunker hat die staugeplagten Autofahrer in den vergangenen Tagen eine Werbebotschaft der Hubbard-Jünger für die Schriften des Meisters empfangen: "Lesen Sie Scientology. . . ''   

 Das schlägt nach Ansicht von Carla Bregenzer dem Fass den Boden aus. "Es kann nicht sein, dass für eine Organisation geworben wird, die der Verfassungsschutz zu Recht beobachtet - und das an einer so zentralen Stelle.'' Ähnlich sieht es der SPD-Stadtrat Andreas Reißig. "Das haut einen glatt vom Stuhl'', schimpft er. Die Stadt sei gefordert.   

 Tatsächlich gehört der Hochbunker zu den städtischen Liegenschaften. Für das einträgliche Geschäft mit den Werbekunden ist allerdings die Messe- und Kongressgesellschaft (SMK) zuständig. Mit der Vermarktung der exponierten Immobilie wurde von ihr die Business Impulse Stuttgart GmbH beauftragt. Und eben dieses Unternehmen hat offenbar einen kapitalen Bock geschossen.   

 Nach Angaben von SMK-Sprecher Thomas Brandl hatten die Scientologen bereits Anfang Oktober einen Videoclip über die Business Impulse Stuttgart GmbH geschaltet. Nach wenigen Tagen habe die Messe einen Tipp erhalten und daraufhin Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) über den Fall informiert. Dessen Ukas war unmissverständlich: raus mit dem Spot. Dies sei am 11.Oktober vorigen Jahres geschehen.   

 Dummerweise ist der umstrittene Werbespot aber jetzt erneut aufgetaucht. Einige Tage flimmerte Hubbards Botschaft wieder über die Riesenleinwand. Auf diesen Missstand aufmerksam gemacht, reagierte die Messe gestern erneut - und ließ die Scientology-Werbung noch am Vormittag verschwinden. Doch wie kamen die Scientologen überhaupt ins Programm? Brandl erklärt es so: Normalerweise müsse die beauftragte Werbefirma der Messe jeden Beitrag zur Kontrolle vorlegen. Von dieser Praxis habe man jedoch Abstand genommen, weil das Unternehmen jahrelang gewissenhaft gearbeitet habe. Dass der umstrittene Videoclip wieder aufgetaucht ist, führt Brandl auf einen Rechenfehler im Computerprogramm zurück.   

 Dies bezeichnet eine Sprecherin des Hubbard-Verlags, der die Werbespots bezahlt hat, als "gelogen''. Tatsächlich habe der Verlag nach der Buchung in Stuttgart moniert, dass die Spots nicht so gelaufen sind, wie sie bestellt waren. "Jetzt ist das nachgeholt worden'', erklärte die Sprecherin. Von einem Rechenfehler könne nicht die Rede sein. Da werde "mit falschen Karten gespielt''. Wie auch immer man die Aussagen werten mag - der Fall ist für Messe und Stadt ziemlich peinlich. Denn die Scientologen konnten sich tagelang mit ihrer Eigenwerbung am Tor zur Stadt präsentieren. Mit Hofbräu, Karstadt, der IHK, den Neckarwerken, dem VfB Stuttgart und der Bahn waren Hubbard und Co. in bester Gesellschaft.   

 Die meisten Werbepartner haben erst jetzt von der gemeinsamen Plattform mit den Scientologen erfahren und reagieren bestürzt. Für Peter Godenrath, den Geschäftsführer der VfB Marketing GmbH, gibt es kein Vertun. "Ich bin entsetzt'', sagte er. "Eine solche Nachbarschaft ist völlig unakzeptabel.'' Auch Lutz Zeller von Hofbräu ist unangenehm berührt: "Wir sind nicht gerne im Umfeld von Scientologen.'' Wäre der Sektenbeitrag nicht umgehend verschwunden, hätten die meisten Werbekunden ihrerseits den Vertrag gekündigt. Dies bestätigt auch Ursula Eickhoff von der Deutschen Bahn AG. Der Transportkonzern distanziere sich ganz entschieden von der umstrittenen Organisation.   

 Ebenfalls wenig begeistert von der unglücklichen Präsentation ist die Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart. Hauptgeschäftsführer Andreas Richter: "Das hat uns gar nicht gefallen.'' Die IHK habe den Vertrag inzwischen gekündigt - dies sei unabhängig von dem Missgriff geschehen. Richter weist aber darauf hin, dass sich die IHK gar nicht beteiligt hätte, wenn bekannt gewesen wäre, dass Scientology mit im Boot sitzt.   

 In Stuttgart betreiben die Scientologen laut Verfassungsschutz eine so genannte Class V Org, also eine größere Niederlassung mit breiterem Dienstleistungsangebot. Die Zahl der Mitglieder wird in Baden-Württemberg auf 1200 geschätzt. Im vorigen Jahr sind die Hubbard-Jünger mit einigen Ausstellungen und Mahnwachen aufgefallen. Im Verfassungsschutzbericht ist auch von "besonders aggressiven Werbemaßnahmen'' die Rede.   



Aus: Stuttgarter Zeitung 11.01.2001    

Scientology macht Werbung   
Laus im Pelz   
Von Michael Ohnewald   

 Mit aufwendiger Werbung bemüht sich Scientology in Stuttgart um neue Mitglieder. Dabei erweist sich die Stadt als Steigbügelhalter, denn die Sekte konnte sich Seite an Seite mit namhaften Firmen präsentieren. Und das ausgerechnet auf einer Riesenleinwand am Pragsattel (siehe Bericht auf dieser Seite).   

 Für die Vermarktung der städtischen Immobilie ist die Stuttgarter Messe verantwortlich, die sich nach eigenem Bekunden ganz auf eine beauftragte Werbefirma verlassen hatte. Doch was hat die Business Impulse Stuttgart GmbH geritten, dass sie ausgerechnet der vom Verfassungsschutz überwachten Sekte eine solche Plattform geboten hat? War der Dienstleister bloß hoffnungslos naiv auf einen lukrativen Auftrag aus? Antworten bleiben die Firmenchefs schuldig. Sie sind in diesem Fall nicht zu erreichen.   

 Auch Thomas Brandl, Sprecher der stadteigenen Messegesellschaft, vermag nicht recht zu erklären, wie sich die Laus in den Pelz setzen konnte - und vor allem wieso der bereits gestoppte Videospot in diesen Tagen plötzlich wieder aus der Versenkung auftauchte. Von einem peinlichen Computerfehler, wie es die Messe glauben machen will, kann jedenfalls keine Rede sein. Die Scientologen haben offenbar mit Erfolg auf die Einhaltung von gültigen Verträgen gepocht.   

 Ärgerlich ist die heikle Angelegenheit vor allem für Rathauschef Wolfgang Schuster (CDU), der Scientology in seiner Stadt kein Werbeforum bieten will. Er hat der Sekte größere Werbeauftritte auf öffentlichen Plätzen untersagt, auch deren Flugblätter dürfen in Stuttgart nicht verteilt werden. Da kann es Schuster nicht hinnehmen, wenn in seinem Sprengel einige Schlafmützen den Scientologen leichtfertig Tür und Tor öffnen. Es besteht Klärungsbedarf - und zwar dringend.   



Stuttgarter Zeitung 12.01.2001   

Messe mahnt Werbefirma wegen Scientology-Spot ab   

 Die Affäre um Werbespots von Scientology am Pragsattel zieht Kreise. Für die von der Messe beauftragte Werbefirma gab es gestern eine Abmahnung. "Das wird sich nicht wiederholen'', versicherte Messechef Gehring. Doch hinter dem pikanten Fall steckt mehr.   

 Von Michael Ohnewald   

 Wie konnte es passieren, dass eine vom Verfassungsschutz beobachtete Sekte in bester Gesellschaft mit namhaften Firmen tagelang einen Werbespot an einem städtischen Gebäude zeigen konnte? Diese Frage hat man sich gestern auch im Rathaus gestellt. "Das ist ein gravierender Vorgang'', sagte Wirtschaftsbürgermeister Dieter Blessing (SPD). Der Messe-Aufsichtsratschef denkt über eine Kündigung des Vertrags mit der verantwortlichen Werbefirma nach. Wie berichtet, wird der Hochbunker am Pragsattel von der Stuttgarter Messe vermarktet, die wiederum für die Spots auf der Videotafel die Business Impulse Stuttgart GmbH beauftragt hatte. Bereits im Oktober hatte die Messe von den umstrittenen Videoclips erfahren und deren Ausstrahlung gestoppt. Allerdings sind die 18Sekunden währenden Werbespots für Schriften des Sektengründers im Januar wieder für einige Tage gezeigt worden, was die beauftragte Firma mit einem ärgerlichen "Organisations- und Programmierfehler'' begründet hat. Wie es in einer Stellungnahme des Geschäftsführers Günther Vogel heißt, sei der Beitrag entgegen seinen Anweisungen "wieder am Pragsattel ausgestrahlt worden''. Erst jetzt habe man ihn endgültig gelöscht.   

 Der Unternehmer ist gestern von Messechef Walter Gehring abgemahnt worden und muss künftig jeden Videospot vor der Ausstrahlung präsentieren. "Ich bedauere die Entwicklung'', sagte Gehring. Der Messe könne aber kein Vorwurf gemacht werden. Sie habe stets unverzüglich gehandelt.   

 Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung hat die Business Impulse Stuttgart GmbH den Werbefilm für Scientology nicht nur ausgestrahlt, sondern ihn auch produziert. Wie der Geschäftsführer des Scientologen-Verlags im niedersächsischen Seevetal-Maschen schriftlich bestätigte, hat die Bücherzentrale am 5. September 2000 einen Vertrag mit der Firma abgeschlossen, der "die tägliche Anzeige von 100 Werbespots'' vorsieht. In dem Papier sei eine einjährige Laufzeit vereinbart worden. Dieser Vertrag wurde laut dem Scientologen-Verlag "nie gekündigt''. Die Auftraggeber des Spots wollen die politisch motivierte Absetzung des Beitrags nicht hinnehmen und "falls notwendig, auch rechtliche Schritte einleiten''.   

 Pikant ist auch ein weiterer Aspekt der peinlichen Affäre: Bereits im Oktober war das Video der Scientologen einem Autofahrer aus der Region unangenehm aufgefallen. Er verständigte die Messe und bekam wenig später einen überraschenden Anruf. "Am Apparat war ein erboster Herr von der Business Impulse Stuttgart GmbH und hat mir mit Regressforderungen gedroht'', so der Autofahrer. Die Firma habe sich beschwert, dass die Scientologen jetzt womöglich ihrerseits Schadensersatzansprüche geltend machen.   

 Die SPD-Rathausfraktion will die Schuldfrage "in diesem ungeheuerlichen Vorgang'' möglichst schnell geklärt wissen. In einem Antrag fordern die Genossen die Auflösung des Vertrags mit der Firma. Auch CDU-Fraktionschef Michael Föll sieht Handlungsbedarf: "Es kann nicht sein, dass uns eine Agentur an der Nase herumführt.'' Werner Wölfle von den Grünen fordert Konsequenzen von Walter Gehring. Nach den Vorstellungen des Ratsherrn soll der Messechef "aus seiner Privatschatulle eine kleine Spende an den Fonds der Scientology-Geschädigten zahlen''.

 
Aus: Stuttgarter Zeitung 1.2.2001   


Scientology - mit harten Bandagen gegen Stadt und Land   

 Die vom Verfassungsschutz beobachtete Scientology-Organisation will mit einer groß angelegten Imagekampagne offenbar neue Mitglieder gewinnen. Der Stadt Stuttgart droht die Sekte wegen abgesetzter Werbespots mit einer Klage, und auch das Land wird heftig attackiert.   

 Von Michael Ohnewald   

 Angriff ist die beste Verteidigung - diesen Lehrsatz haben sich die Jünger der Scientology-Bewegung zu Eigen gemacht. Sie kündigte gestern eine Klage gegen die Stadt Stuttgart an, weil ein bereits bezahlter Werbespot für Scientology-Schriften am städtischen Boschturm auf dem Pragsattel aus dem Programm geflogen ist. Darüber hinaus hat die umstrittene Organisation bei Landtagspräsident Peter Straub eine Petition eingereicht. Darin fordern 59 Scientologen die Auflösung einer im Kultusministerium angesiedelten Arbeitsgruppe, die sich mit Sekten und Psychogruppen befasst. In einer elf Punkte umfassenden Begründung fahren die Verfasser gewohnt schweres Geschütz auf: Dem Arbeitsgruppenchef und CDU-Regionalrat Hans-Werner Carlhoff wird neben Amtsmissbrauch auch Diskriminierung, Desinformation und die Verschwendung von Steuergeld vorgeworfen.   

 Ausgelöst hat den Aktionismus der Hubbard-Anhänger ein Sachstandsbericht der Landesregierung über Sekten und Psychogruppen in Baden-Württemberg. Darin wird vor den Umtrieben der Scientologen gewarnt. Das druckfrische Werk geht kritisch auf Schriften des Sektengründers ein, der eine "geclearte'' Gesellschaft anstrebe und die Mitglieder zu Robotern umfunktioniere. "Wir haben dich lieber tot als unfähig'', wird Sektenguru L. Ron Hubbard zitiert.   

 Nach Angaben der Sektenexperten in der Landesregierung zählt die Scientology-Organisation in Baden-Württemberg etwa 1200 Mitglieder. Die Niederlassungen hätten ihre Position zwar nicht ausgebaut, könnten aber weiterhin mit Geld für kostenintensive Propagandakampagnen rechnen. So seien vor zwei Jahren für einen "Kreuzzug'' angeblich 40 Millionen Mark von den im Ausland angesiedelten Sektenzentralen zur Verfügung gestellt worden. In Zukunft sei mit weiteren Werbeoffensiven zu rechnen. Dies wird von der Scientology-Sprecherin Maja Nüesch bestätigt. In den nächsten Wochen werde die Organisation eine Imagekampagne starten, auf die sie nicht näher eingehen wolle. Auch plane Scientology in Stuttgart eine Reihe von Veranstaltungen, die sich angeblich mit Gefahren des Drogenkonsums beschäftigen.   

 Tatsächlich geht es um eine groß angelegte Mitgliederwerbung. Der Feldzug soll den Bekanntheitsgrad von Scientology steigern, denn die Sekte bleibt bei den Mitgliederzahlen weit hinter den selbst gesteckten Erwartungen zurück. Wie es in der Expertise der Landesregierung heißt, versucht sich die Organisation "in der Öffentlichkeit als kleine verfolgte religiöse Minderheit'' zu präsentieren. Ähnlich sieht es Andreas Reißig, SPD-Stadtrat und Sektenexperte seiner Fraktion: "Da schwingt sich der Bock zum Gärtner auf.''   

 Der Genosse hat in den vergangenen Tagen ebenso Post von Scientology erhalten wie Kollegen anderer Fraktionen. In dem Brief ermuntert Scientology die politischen Mandatsträger, sich selbst ein Bild von der Sekte zu machen. Deswegen sei ein Exemplar der Hauspostille namens "Freiheit'' beigelegt.   

 Auch bei der Messe in Stuttgart versuchten die Hubbard-Jünger zu landen. Wie aus schriftlichen Anfragen hervorgeht, die der StZ vorliegen, hat der Scientologen-Verlag in Seevetal-Maschen mehrfach versucht, Tagungsräume anzumieten. Doch mittlerweile gibt es auf dem Killesberg eine schwarze Liste, die sich als hilfreich erweist. Mit dem Hinweis auf fehlende Kapazitäten sind die Scientologen stets abgewiesen worden. Bei der Videowand am Pragsattel hat das Frühwarnsystem allerdings versagt. Die Sekte konnte eine von der Messe beauftragte Agentur gewinnen, und so flimmerte tagelang ein Werbespot über die Leinwand. Inzwischen ist die Agentur abgemahnt worden, was der SPD im Rathaus aber nicht ausreicht. Die Genossen fordern die Auflösung des Vertrags.   

 Durch die jüngsten Umtriebe sieht sich die Landesregierung in der Ansicht bestätigt, dass über die Praktiken der Organisation weiter aufgeklärt werden muss. Es sei ein Trugschluss zu glauben, "dass die Fanatiker den Rückzug angetreten haben'', sagt Carlhoff. Die Sekte werde auch in Zukunft vom Verfassungsschutz beobachtet.   

 Betroffene können sich unter Tel. 9561994 ans Landesamt für Verfassungsschutz wenden. Anrufe werden vertraulich behandelt.

 
 
 
 
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