Ingo Heinemann: Scientology-Kritik
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Zuletzt bearbeitet am 19.3.2008
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Unlautere Werbung: Einzelbeispiele


 
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Die Werbung der Scientology-Organisation ist in vielen Fällen unzulässig und verstösst gegen das Gesetz.
Das Gesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb (UWG) vom 7.6.1909 betrifft
"Handlungen ... im geschäftlichen Verkehre zu Zwecken des Wettbewerbes, die gegen die guten Sitten verstoßen".
Das ist so eine Art Grundgesetz der Marktwirtschaft.



Schon 1976 hat ein Gericht entschieden:
"... die Werbung für Bücher und Kurse durch Ansprechen von Straßenpassanten (ist) anstößig und aufdringlich ... und (muß) daher im Sinne von § 1 UWG als sittenwidrig und unzulässig angesehen werden. Ferner kann der Beklagte auch nicht dadurch, daß er sich als Kirche bezeichnet, sein Verhalten der wettbewerbsrechtlichen Beurteilung entziehen.
     Da die Scientology Kirche ihr Gedankengut vorwiegend in den Formen des geschäftlichen Verkehrs, nämlich gegen Entgelt, verbreitet, muß sie sich insoweit auch den auf dem Gebiet des Wettbewerbs geltenden Regeln unterwerfen" (Oberlandesgericht Stuttgart 2 U 171/75 Beschluß vom 30.3.76)


Die Scientology-Organisation hat das Ansprechen von Passanten fortgesetzt, wie sich auch aus zahllosen Prozessen ergibt.

Aus der Süddeutschen Zeitung (München)  vom 22.5.99:

Montessori-Eltern protestieren
UNTERSCHRIFTENAKTION  GEGEN  SCIENTOLOGY
"3000 Unterschriften gegen die Strassenwerbung der Scientology hat gestern die Initiative 'Montessori-Eltern / Psychosekten e.V.' der Buergermeisterin Gertraud Burkert im Rathaus ueberreicht. Die Buerger, darunter auch Kinder, die sich innerhalb eines Jahres in die Liste eingetragen haben, sind alle durch Scientologen unter anderem vor dem Dianetikzentrum an der Leopoldstrasse 'unverschämt und massiv bedrängt' worden.
Wie es im Flugblatt der Initiative  heisst, 'bringen wir keinerlei Verstaendnis dafür auf, dass eine Organisation, die bundesweit vom Verfassungssschutz beobachtet wird, täglich auf der Strasse Handzettel verteilen und ahnungslose Bürger zu Tests abschleppen darf`. Gerade durch die Persönlichkeitstests, die grundsätzlich ein negatives Profil der Geprüften ergeben, würden Bürger ins Scientology-System hineingezogen. Neben dem finanziellen Schaden drohten grosse psychische Beeinträchtigungen. Eltern früherer Schüler der Montessorischule Dietramszell hatten die Initiative 1996 gegründet, nachdem an der Schule, auf die auch Kinder von Scientologen gingen, Fälle von Psychoterror gemeldet worden waren. Gertraud Burkert leitet die Liste ans Kreisverwaltungsreferat weiter."


Das Ansprechen von Passanten ist aber keineswegs die einzige Form der unlauteren Werbung durch die Scientology-Organisation. Hier weitere Beispiele.

"Dienstabschlussbelohnung"
Unter diesem Stichwort bekommt der Kunde "bis zu 10 Prozent Ihrer Spende"
sofort nach Abschluß des Vertrages zurück:
"Je höher die Ausbildungsstufe ist, die Sie abschließen, desto größer ist die Belohnung".
Das verstößt nicht nur gegen das Rabattgesetz, sondern auch gegen das UWG.
In einem Propekt, der im März 1999 verbreitet wurde heißt es:
"Tausende haben diese Dienstabschlussbelohnung in Anspruch genommen ....".
Der Prospekt trägt den Absender der Church of Scientology International in Los Angeles/USA.
Als Bestelladresse ist angegeben: Church of Scientology of Düsseldorf.
Also ist diese nach dem UWG verantwortlich.


"Spende"
Die Verwendung des Begriffes "Spende" dürfte ebenfalls gegen das UWG verstossen, wenn es sich in Wahrheit eben nicht um eine Schenkung handelt, sondern um den Preis für eine Leistung.

Preisangaben
Auch Preisangaben unterliegen dem UWG.
Das gilt insbesondere für fehlende Preisangaben.
Preise müssen demnach eine Bezugsgrösse haben.
Preise für Lebensmittel müssen in Kilogramm oder Teilen davon angegeben werden.
Preise für Diensteistungen in Preisen für bestimmte Zeiteinheiten.
Es ist unzulässig, wenn Preise stets nur in "Pakten" angegeben werden, so daß der Preis für eine Einheit nicht errechenbar ist.


Paket-Ermäßigung
Ein typisches Beispiel ist dargestellt auf der Seite Scientology: Werbung, Leistung, Preise
Als "regulärer Beitrag" wird angegeben:  25.410 Dollar.
Der "Paketpreis": 13.975,50 Dollar.
Eine solche Ermäßigung ist nur dann denkbar, wenn es sich bei den regulären Preisen um Mondpreise handelt, die in Wahrheit niemand bezahlt, die also nur die gewaltigen Ermäßigungen demonstrieren sollen.


Pauschalreisen
Scientologe bietet auch Reiseverträge an. Aus einer Beilage zur Zeitschrift "Freewinds" Ausgabe 31 aus 199, in der "Einführungspakete" für das Schiff Freewinds angeboten werden:
"Im Paket mit eingeschlossen sind: eine Woche Unterkunft, Kost und Exklusive Unterhaltung. Auch stehen Ihnen das Fitneß-Center, das Kino, die Bibliothek, das Schwimmbecken, die Sky Lounge (für Imbisse und Unterhaltung), das Busineß-Center, das La Paloma Blanca (Erfrischungen) und der Konferenzraum zur Verfügung".
Der Wert dieser Leistungen ist erkennbar an dem Preis für eine Verlängerungswoche: 925 Dollar.
Es ist also keineswegs eine unbedeutende Nebenleistung.
Damit ist auch die Rechtsprechung anwendbar, die zum UWG für Pauschalreisen gilt.

Werbung aus dem Ausland
Typisch auch im Fall mit der Paket-Ermäßigung:
Die Zeitschrift wird in den USA herausgegeben.
Auf dem Bestellschein gibt es keine deutsche Adresse.
Muss also in den USA geklagt werden?
Das ist keineswegs gesagt. Scientology ist ein internationaler Konzern. Die deutschen Filialen sind zwar formal selbständig, wirtschaftlich jedoch gebunden. Es ist deshalb durchaus möglich, daß auch diese Filialen für die Werbung des Konzerns in Deutschland verantwortlich sind.
Zumal es sich bei der Zeitschrift "Source" (Ausgabe 122) um eine Werbeschrift handelt, die nach Art eines Anzeigenblattes lediglich mit einigen Texten versehen ist. Diese Texte wiederum sind vom Scientology-Gründer Hubbard, dessen Erzeugnisse Gegenstand der Werbung sind.


Inflation - Preiserhöhungen - Preisermäßigungen
Scientology-Kunden sind ständig der Ankündigung von Preiserhöhungen und Preisermäßigung ausgesetzt. Das ist mindestens dann unzulässig, wenn es dafür keinen sachlichen Grund gibt.

Als sachlicher Grund für die Ermäßigung wird meist der Kauf im Paket angegeben.
Das ist dann nicht mehr nachvollziehbar, wenn es den Kauf der Einzelleistung garnicht gibt.

Als sachlicher Grund für die Erhöhung wird immer wieder die Inflation angegeben.
Ich habe das bereits 1979 ausführlich dargestellt:

Die Scientology-Sekte und ihre Tarnorganisationen, 1979   Kapitel "Die Wucherpreise ..."
Am 8.Mai 1979 wurde eine Erhöhung der Buchpreise um monatlich 10 % angekündigt.
314 % Preiserhöhung im Jahr!
Begründung: Inflation. Die jährliche Preissteigerungsrate betrug in der Bundesrepublik damals ca. 5 %. Also in   jedem Fall 300 % weniger als die Steigerung Scientology-Preise.

Weitere Ausführungen dazu: Sekten und unlautere Werbung
Im Urteil Verwaltungsgericht München M 1392 VII 84 Urteil vom 25.7.84 heißt es:
"Die Mindestspendenbeiträge werden monatlich um 5 % erhöht, weil der Kläger sich aufgrund der Inflation dazu veranlaßt sieht".

1997 wird wieder von Inflation gesprochen, obwohl die Inflation noch geringer geworden ist.
"Tatsächlich sind jetzt die geforderten Spenden für Auditing in diesen Orgs niedriger als vor 13 Jahren, und das, obwohl im gleichen Zeitraum. gemäß dem Verbraucherpreis-Index des Internationalen Währungsfonds in den U.S. eine Inflation von 46% zu verzeichnen war und in anderen Ländern liegt sie sogar noch höher. Dazu reduziert die Kirche heute die erforderlichen Spenden für IAS-Mitglieder noch um 20%. Außerdem profitieren Kirchenmitglieder in den USA auch von den beträchtlichen Steuerersparnissen (in einigen Fällen bis zu 50%), weil Spenden für Dienste von der Steuer abgezogen werden können, etwas, das es früher nicht gegeben hat".
(deutschsprachiges Rundschreiben IMEC ED 2314 vom 18.11.97 des International Management Executive Committee)
Der Hinweis auf Inflation erzeugt Angst vor der Geldentwertung und den Wunsch, dieser zu entgehen.
Das dürfte weitaus wirksamer sein, als die üblichen "Kaufe jetzt"-Aufforderungen.
Es handelt sich bei dem zitierten Rundschreiben zwar nicht um direkte Werbung.
Es ist aber keine Frage, daß ein solches Rundschreiben juristisch zu beachten ist, wenn es um die Beurteilung von Preiserhöhungen und Preisermäßigungen geht.


Mitgliedschaften
Auch die Mitgliedschaften sind Teil der Werbung. "Mitgliedschaften" bedeutet im übrigen keineswegs das, was man üblicherweise als Mitgliedschaft in einem Verein ansieht.
Mitgliedschaften kosten Beiträge und bringen Preis-Ermäßigungen.
In der Zeitschrift "Freewinds" Ausgabe 31 aus 1999 heißt es in einer Anzeige:
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SCHLIESSEN SIE SICH MIT DEN BESTEN FREUNDEN ZUSAMMEN, DIE SIE JEMALS
HABEN WERDEN - DEN SCIENTOLOGEN!
Werden Sie ein Mitglied der
INTERNATIONAL ASSOCIATION OF SCIENTOLOGISTS
DIE VORTEILE DER MITGLIEDSCHAFT UMFASSEN:
Kostenloses Abonnement des IMPACT-Magazins mit den aktuellsten Neuigkeiten über die Aktivitäten von Scientologen rund um die Welt
Spezielle Beitragssätze für Bücher und Dienste.
Beitragsfreie sechsmonalige Mitgliedschaft:
Falls Sie noch nie ein Mitglied der lAS gewesen sind, können Sie sich für eine beitragsfreie sechsmonatige Mitgliedschaft einschreiben. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den Briefregistrar.
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Bei  Wucherpreisen ist nachvollziehbar: Wer sparen will, muss Mitglied werden und die Mitgliedschaft ist zunächst ja auch kostenlos.

IAS ist übrigens die Organisation, die Geld für die Kriegskasse einsammelt.
Das sind in diesem Fall echte Spenden, also Schenkungen ohne unmittelbare Gegenleistung.
Wer dort Mitglied wird, dürfte sich massiver Spendenwerbung ausgesetzt sehen.



Giftstoff-Test
Die Erzeugung und Ausnutzung von Angst verstösst in der Regel gegen das UWG.
Die nachfolgende Werbung dürfte dafür ein beispiel sein.

Die Anzeige findet sich in der Zeitschrift
"Kompetenz - Magazin der Scientology Kirche Frankfurt e.V. Nr. 51" aus dem Jahr 1997.
 
 

WIE VIELE GIFTSTOFFE HABEN SIE ANGESAMMELT? 
Finden Sie es mit diesem kostenlosen Giftstoff-Test heraus. 

Ja \ Nein 
1. Fühlen Sie sich ab und zu ohne offensichtlichen Grund erschöpft? 
2. Fühlcn Sie sich manchmal "hölzern" oder leblos? 
3. Haben Sie jemals Drogen-"Flashbacks" erlebt? 
4. Fühlcn Sie sich nicht rnehr so wach wie früher? 
5. Fühlen Sie sich manchmal irgendwie benebelt oder "high"? 
6. Fühlen Sie sich grundlos oder ohne jede Ursache gereizt? 
7. Haben Sie weniger Energie und fühlen fühlen Sie sich nicht mehr so vital wie früher? 
8. Fällt es Ihnen schwer, sich für andere oder über etwas wirklich zu freuen? 
9. Sind sie manchmal besorgt, aber wissen nicht warum? 
10. Haben Sie Schwierigkeiten, etwas Neues zu lernen, auch wenn Sie daran interessiert sind? 
 

Falls Sie 8 oder mehr Fragen mit  "ja" beantwortet haben, könnte es sein, daß Sie unter schweren Giftstoffansammlungen leiden. 

Falls Sie 4-7 Fragen mit "ja" beantwortet haben, könnte es sein, daß sich in Ihrem Körper eine beträchtliche Menge Giftstoffablagerungen befindet, die bewirkt, daß Sie sich abgestumpft, leblos und "hölzern" fühlen. 

Falls Sie 3 oder weniger Fragen mit "ja" beantwortet haben, könnte es sein, daß sich in lhrcm Körper eine geringe Menge Giftstoffe angesammelt hat, die Ihre Fähigkeit beeinträchtigt, klar zu denken. 

Befreien Sie sich jetzt von diesen Drogen, die oft schlimme Auswirkungen haben können. 
Kreuzen Sie das Kästchen auf der gegenüberliegenden Seite dieser Beilage für eine KOSTENLOSE REINIGUNGSRUNDOWN-BERATUNG (PURIFICATION RUNDOWN) an. Ihr klares Denkvermögen -und Ihr Leben - hängt davon ab.


 



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