Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
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Zuletzt bearbeitet am 17.4.2013
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Werbung mit allen Methoden:
Unerwünschte Scientology-Werbebriefe
 
 
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Seit Jahrzehnten werde ich immer mal wieder ich gefragt, was man gegen unerwünschte Scientology-Werbebriefe unternehmen kann. Meine Gegenfrage war immer, ob der Anfrager Scientology-Anhänger ist oder war. Fast immer aber lautet die Antwort: Nein, ich war niemals Scientology-Anhänger. Fast immer haben die Anfrager sich bereits telefonisch oder gar schriftlich an Scientology gewandt und die Einstellung der Werbung verlangt. Ohne Ergebnis.
 
 
 

Eine Einstweilige Verfügung gegen Scientology-Post

Eine Berlinerin hat gezeigt, wie es juristisch geht.
Ihr Anwalt Jochen Ottstadt hat eine einstweilige Verfügung gegen Scientology beantragt.
Aus dem Antrag vom 20.03.2007:

Der Anwalt schildert ausführlich die zahlreichen Werbeschreiben, den vergeblichen Versuch der Empfängerin, die Werbung durch einen Brief zu unterbinden ("Bitte stellen Sie den Versand an mich umgehend ein") und die Befürchtung der Empfängerin, dass ihr Ruf durch den Empfang von Scientology-Post leiden könnte. Sie müsse deshalb die Sendungen mühselig zerkleinern, bevor sie diese zum Altpapier werfe. Unerwünschte Werbung greife in das allgemeine Persönlichkeitsrecht ein und begründe deshalb einen Unterlassungsanspruch.
 
 

Die Entscheidung:

 

Scientology hat weiter Werbung geschickt und damit gegen die einstweilige Verfügung verstossen.
Also hat der Anwalt die Festsetzung eines Ordnungsgeldes beantragt.
Das Gericht hat am 10. Mai 2007 ein Ordnungsgeld von 500 Euro festgesetzt.

Scientology hat am 10.12.2007 erneut Werbung an die verbotene Adresse geschickt.
Der Anwalt hat ein weiteres Ordnungsgeld beantragt, das Gericht hat ein weiteres Ordnungsgeld verhängt.
Danach war Ruhe.
 
 
 
 

Persönliche handschriftliche Werbebriefe

1982 habe ich geschrieben (unten):

"Der Interessent wird mit persönlichen, meist handschriftlichen Briefen geradezu überschüttet."
Daran hat sich offenbar nichts geändert.
Aber nicht nur Interessenten bekommen Werbebriefe.
Sondern auch Adressaten, die nicht wissen, wie sie auf den Scientology-Verteiler geraten sind.
Vermutlich haben die irgendwann einmal auf der Strasse ein Buch gekauft, Strassenwerbung.htm
Dabei wird dann um die Adresse gebeten, angeblich um eine Quittung für den Kaufpreis des Buches auszustellen.
Der Verkäufer behält allerdings eine Durchschrift.
 
 
 
Ein typischer Werbebrief, am 5.1.2006 von der Scientology Mission Ulm e.V.:   

"Es gibt wieder ein neues Jahr, das vor Ihnen liegt. Sie wissen nicht, was es bringt, wir auch nicht. Aber was auch immer stattfindet, wir müssen es lösen.   

Am besten geht das mit den Daten von Scientology. Wenn Sie es anwenden, machen Sie Fortschritte, allerdings müssen wir es richtig anwenden, wie es geschrieben ist. Aber das  kann man sich doch vornehmen. Probieren Sie es. Komme Sie zu dem Zweck doch einmal herein, um zu sehen, was wir für Sie haben.   
Herzliche Grüsse   
Hedwig T."

 
 
In dem rechts abgebildeten Brief vom 6.12.2004 an einen Adressaten in Deutschland heisst es:   
   
"Schöne Grüße aus Kopenhagen. Ich bin Auditor und würde gern von dir wissen, wo genau du auf der Brücke bist und ob du mit deinem Fortschritt zufrieden bist.   
Hast du Aufmerkamkeit auf dein Auditing?   
Brauchst du irgendwelche Unterstützung?   
Bitte antworte.   
Herzlichst   
Irina Knauer Auditor"
Der Empfänger kennt den Verfasser nicht.   
Er kennt überhaupt keine Scientologen.   

Bei diesem Brief befand sich ein Hochglanzprospekt für "Die Entdeckung der Gesamtzeitspur": "Zerschlagen Sie die Lüge, dass es nur 'Ein einziges Leben' gibt".   
Dazu mehr unter   
Unsterblich.htm

 
 
In dem rechts abgebildeten Brief vom 18.7.2002 heisst es:   
"Vor einiger Zeit kauften Sie das Buch "Dianetik".
Das ist falsch.    
Die Empfängerin des Briefes hat niemals das Buch gekauft.    
Es handelt sich vermutlich um die übliche Schutzbehauptung, falls mal jemand nachfragen sollte, woher die Adresse stammt.
 
 

Eine derartige irreführende Werbung verstösst gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Dazu:

Computer sind inzwischen so billig, dass handschriftliche Briefe wirtschaftlich sogar dann Unsinn sind, wenn Scientologen für 250 Euro im Monat arbeiten. Also kann das zwei Gründe haben:  
 
Aus: Die Scientoloqy-"Kirche" ist ein weltweiter Konzern zur Vermarktung des Copyrights des Gründers,1982  

Scientology bietet persönliches Wohlbefinden an.   

Das gilt zumindest für die unteren "Stufen". Später wird dann auch noch der Erwerb übersinnlicher Kräfte und die Beherrschung sog. PSI-Phänomene angeboten.   
Persönliches Wohlbefinden kann durch Aufmerksamkeit erzeugt werden.   
Persönliche Briefe sind eine persönliche Aufmerksamkeit.   
Deshalb wird der Interessent mit persönlichen, meist handschriftlichen Briefen geradezu überschüttet.   
Dokument 22   
Die sonstige werbetreibende Wirtschaft kann sich ein derart kostenträchtiges Verfahren nicht leisten und täuscht persönliche Schreiben durch Computerbriefe und geschickten Druck vor.   
Es kann vorkommen, daß ein Interessent sogar unter demselben Datum zwei handgeschriebene Briefe bekommt. In diesen Briefen erkundigt sich der Schreiber zunächst nach dem Befinden des Adressaten und betont danach, wie gut es ihm selbst geht.   
Dokument 23   
   
Es handelt sich somit um persönliche Referenzschreiben.   
Der Scientology-Konzern kann sich ein derartiges Verfahren u.a. deshalb leisten, weil beispielsweise Stundenhonoraren von etwa 400.- DM (1980 - vgl. Preislisten) Monatsgehälter in gleicher Höhe gegenüberstehen, für die 6 Tage in der Woche 12 Stunden gearbeitet wird.   
Interessenten empfinden derartige Schreiben als Interesse an der eigenen Person.

 



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