Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
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Zuletzt bearbeitet am 10.10.2010 
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Gehört diese Firma zu Scientology?
Zur Unterwanderung der Wirtschaft
 
 
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Bei der Suche nach Namen im Internet ist Vorsicht geboten. Allein mit Namen lässt sich in der Regel eine Identität nicht feststellen. Ausserdem nimmt mehr als die Hälfte der Teilnehmer nur ein einem einzigen Kurs teil. Über drei Viertel der neuen "Mitglieder" oder Kunden werden nach zwei Jahren inaktiv. Selbst von denen, die "Clear" erreichen, stellt über die Hälfte nach einem Jahr die Aktivitäten ein. Je älter also eine Liste ist, umso mehr Vorsicht ist geboten.
 
Unterwanderung der Wirtschaft durch Scientology?  

Die Scientology-Pressesprecherin Weber schreibt dazu in ihrer Pressemitteilung vom 31.7.2006:  

"Dass es in Deutschland zu KEINEM ZEITPUNKT eine „Unterwanderung“ oder „Infiltration“ von irgend etwas gegeben hatte, bestätigte die ehemalige Bundesregierung bereits im Jahre 2000 in der Antwort auf eine Anfrage der CDU/CSU.  
Sämtliche Anschuldigungen dieser Art waren eine freie Erfindung der Sektenbeauftragten der Amtskirchen, der ABI aus Stuttgart oder anderer staatlicher Einrichtungen." 
Das ist falsch.  
Die Bundesregierung hat lediglich geschrieben, dass eine Unterwanderung durch Kapital, Verträge oder Führungspersonal "bisher nicht festgestellt werden konnte". Bisher.  
In der nächsten Antwort heisst es dann aber, es seien   
"Firmen bekannt, die von Scientologen bzw. nach scientologischen Vorgaben geleitet werden. Dies sind insbesondere Firmen aus den Bereichen Immobilien, Unternehmensberatung, Finanz-/Vermögensberatung, Managementtraining und EDV."
Genau das meinen die meisten Autoren, wenn sie den Begriff Unterwanderung benutzen.
Auszug aus Antwort der Bundesregierung vom 2.11.2000 auf eine kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion, Bundestags-Drucksache 14/4541  

Frage 26: Wie viele Wirtschaftsunternehmen kontrollierten die SO und ihre Unterorganisationen in der Bundesrepublik Deutschland direkt durch Kapitalbeteiligung und Verträge und indirekt durch Führungspersonal, die der SO oder ihren Unterorganisationen angehören?  

Antwort der Bundesregierung: Die Scientology-Organisation betätigt sich in Deutschland mit den organisationseigenen Verlagsunternehmen „Theta Books GmbH“ und „New Era Publications Deutschland GmbH“. Eine Einflussnahme der Scientology-Organisation in der Wirtschaft konnte bisher nicht festgestellt werden.  

Frage 27: Stimmt insbesondere die vom Informationsdienst der Bayerischen Wirtschaft (ibw-Report vom 18. Mai 2000) genannte Zahl von 300 von der SO in Deutschland kontrollierten Firmen, und wenn ja, welche Unternehmen sind dies?  

Antwort der Bundesregierung: Die Teilorganisation „World Institute of Scientology Enterprises“ (WISE) hat nach eigenem Bekunden die Aufgabe, u. a. durch Verkauf von Kursen und Publikationen über Unternehmensführung die „… LRH Verhandlungstechnologie in jeder Branche, Organisation und Regierung auf dem Planeten allgemein zur Anwendung zu bringen…“. Bis auf die in der Antwort auf Frage 26 aufgeführten Scientology-Organisation-eigenen Firmen sind lediglich Firmen bekannt, die von Scientologen bzw. nach scientologischen Vorgaben geleitet werden. Dies sind insbesondere Firmen aus den Bereichen Immobilien, Unternehmensberatung, Finanz-/Vermögensberatung, Managementtraining und EDV. 1999 wurde das in englischer Sprache abgefasste „WISE INTERNATIONAL DIRECTORY 1999“ bekannt. In seinem Kapitel „GEOGRAPHICAL LISTING – WISE MEMBERS“ sind 168 Eintragungen über deutsche Mitglieder aufgelistet.

 
 

Unterwanderung durch "Applied Scholastics"?

Im Nachfolgnenden Text zählt die Scientology-Organisation auf, für welche Grossfirmen "Applied Scholastics" tätig war.
Die Frage ist, ob diese Firmen gewusst haben, dass es sich bei Applied Scholastics um eine Scientology-Firma gehandelt hat.
Wenn nicht, wird man wohl auch von Unterwanderung und Infiltration reden können.
 
Auszug aus dem Buch   
"Was ist Scientology", 1993  
Verlag New Era APS Kopenhagen, ISBN 87-7336-969-1  

Kapitel über "Applied Scholastics" ab Seite 422  
Auszug aus Seite 424:  

"Die Studiertechnologie L. Ron Hubbards, die von Applied Scholastics angeboten wird, stellt einer Vielzahl verschiedener Betriebe dringend notwendige Ausbildungsprogramme zur Verfügung, um die Arbeitsleistung, Initiative und den Arbeitsstil von Angestellten zu verbessern. Tausende von Betrieben auf der ganzen Welt setzen sie ein.  

Firmen, die die Studiermethode nutzen, reichen von General Motors und Mobil Oil bis zu Electronic Data Systems und Perrier, Telefongeselischaften, Herstellern von Computer-Software und -Hardware, Laden ketten, Kleidungsherstellern, Getränkefir men, Restaurants und vielen anderen."

Die dazugehörige Liste unten
Linke Spalte:  

"Das Folgende sind einige der vielen Organisationen, die die Studiertechnologie von L. Ron Hubbard einsetzen:  

ALLSTATE INSURANCE EXECUTIVE SOFTWARE  
GENERAL MOTORS  
LANCÖME  
REALWORLD CORPORATION  
STERLING MANAGEMENT SYSTEMS  
SURVIVAL INSURANCE TIGRE LIS ENTERPRISES  
U-MAN  
INTERNATIONAL EPSON AMERICA  
BUICK  
OHIO INSTITUTE OF TECHNOLOGY  
TRANSWESTERN INSTITUTE  
INTERFACE COMPUTERS  
VOLKSWAGEN/AUDI  
PERRIER  
ELIZABETH ARDEN  
NATIONAL CASH REGISTER  
CITROEN  
CYANAMID MOBIL OIL  
TRUST BANK OF SOUTH AFRICA"

 
 
 

Gehört diese Firma zu Scientology?

Fast täglich gehen ernstzunehmende Anfragen ein, ob eine Firma zum Scientology-Konzern gehöre.
Bei der Nennung einer Firma in diesem Zusammenhang ist grundsätzlich Vorsicht geboten, da eine solche Nennung eine kleinere Firma sehr schnell in den Ruin treiben kann.
Schadensersatzforderungen könnten die Folge sein.

Die Scientology-Organisation selbst betreibt nur in sehr begrenztem Umfang eigene Firmen.
Meist handelt sich es also um die Frage, ob eine Firma von Scientology-Anhängern und /oder nach den Anweisungen und "Techniken" des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard betrieben wird. Nicht selten wird angenommen, man könne diese Zugehörigkeit an bestimmten - meist rabiaten - Methoden der Geschäftsführung erkennen. Das ist jedoch nicht ohne weiteres der Fall. Vergleichbare Methoden sind neuerdings auch als "Mobbing" bekannt geworden. Es kann sich auch ganz einfach um Intrigen handeln.

Die namentliche Nennung von Firmen in den Medien ist nicht sehr aussagekräftig. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich um Großfirmen handelt. Seit längerer Zeit pflegen Scientology-Organisationen zu behaupten, einzelne Firmen würden nach Scientology-Grundsätzen geleitet oder betrieben. Nachfragen haben meist ergeben, daß sich lediglich ein Scientology-Anhänger in bestimmten Abteilungen etabliert hatte. Dabei ist bedenken, daß in solchen Großfirmen die Abteilungen für Weiterbildung selbst sehr große Einrichtungen sind, die gelegentlich auch ungewöhnliche Wege ausprobieren, ohne daß daraus irgendwelche Schlüsse gezogen werden können. Diese Firmen selbst pflegen ihre Erwähnung im Zusammenhang mit der Scientology-Organisation meist zu ignorieren.

Es gibt keine aktuellen Listen mit derartigen Firmen, insbesondere keine solche, die für Deutschland Gültigkeit hat. Eine solche Liste wäre auch nicht sinnvoll, da sie mit sehr großem Aufwand ständig aktualisiert werden müßte. Diesen Aufwand kann derzeit niemand betreiben. Zudem würde manch eine Firma dann möglicherweise zu Unrecht darauf hinweisen, daß sie nicht auf dieser Liste erscheint.

Amerikanischen Listen, insbesondere die "WISE-Liste" (vgl. Buchangabe unten), sind mit Vorsicht zu behandeln. Bereits mehrfach haben deutsche Firmen bzw. deren Inhaber behauptet, sie wüßten nicht, wie sie auf dieser Liste geraten sind. Das gilt auch für die "Patrons"-Liste, also für die Liste von Spendern für die "Kriegskasse". Deshalb ist schwer voraussehbar, wie Gerichte im Einzelfall die Beweislage ansehen werden.

In zwei Gruppen von Firmen sind Scientology-Anhänger mit Vorliebe vertreten:
Bei Maklern und Unternehmensberatern.
In beiden läßt sich eine gewisse Rücksichtslosigkeit und Unverfrorenheit vermarkten, sehr zum Schaden der großen Mehrheit der Angehörigen dieser Berufe, die der Versuchung nicht erliegen. Scientology-Anhängern wird bereits in den ersten Kursen eine fast unbegrenzte Leidensfähigkeit ("Training 0") und Dreistigkeit beigebracht. Damit kann nicht nur Realitätsverlust einsetzen, sondern auch Verlust der üblichen mitmenschlichen oder kaufmännischen Rücksichten bis hin zum Verlust der strafrechtlichen Schuldfähigkeit (Staatsanwaltschaft Hamburg 900 Js 2/87: "... selbst nur betrogene Betrüger ...", Wucherpreise.htm#Betrogene).

Etliche ehemalige Scientology-Funktionäre und andere Scientology-Anhänger betätigen sich inzwischen als Unternehmensberater. Häufig bieten sie unter ähnlichen Bezeichnungen auch Kurse an. Die Makler hingegen scheinen vorwiegend "Schüler" des Düsseldorfer Maklers Klaus Kempe sein, der nicht nur Scientology-Anhänger ist, sondern auch Buchautor ("Manager-Geheimnisse") und Chef des "VEM Verband Engagierter Manager" war oder ist.
 
 
Der VVG Verband verantwortungsbewusster Geschäftsleute e.V. Vereine.htm#VVG hat am 5.2.1988 einer Bundestagsabgeordneten mitgeteilt: 
    "Der Wunsch unseres Verbandes ist es, dazu beizutragen, daß abirrende Denk- und Verhaltensweisen nicht weiterhin die Redlichkeit in der Politik gefährden können. Grundlegend möchte unser Verband durch Mithilfe von Geschäftsleuten die Stärkung der Familie als elementaren Baustein unserer Gesellschaft erreichen. Beiliegendes Büchlein "Der Weg zum Glücklichsein" ist als erster nicht-religiöser Moralkodex geschrieben worden, der ganz auf gesundem Menschenverstand beruht und keine ideologischen Prinzipien tangiert."
 
 

Bücher und Texte

In dem folgenden Buch ist die erwähnte WISE-Liste abgedruckt:

Potthoff, Norbert: Der Wise-Report
Das totalitäre Scientology-Konzept in Wirtschaft und Politik.
Potthoff Krefeld 1994, ISBN 3-928570-23-4.
Bezug auch über: Norbert Potthoff D-47798 Krefeld Nordstr. 47   Tel. 02151/804351
Auch das folgende Buch enthält zuverlässige Namensangaben:
v. Billerbeck u. Nordhausen: Der Sekten-Konzern - Scientology auf dem Vormarsch
5. aktualisierte Auflage, Links-Verlag Berlin 1994, ISBN 3-86153-071-6
Zum Thema Scientology in der Wirtschaft:
Christ, Angelika u. Goldner, Steven: Scientology im Management
ECON-Verlag Düsseldorf 1996, ISBN 3-430-11829-8
Die Broschüre
Sekten in der Wirtschaft - wie man sich vor Scientology schützen kann
mit Checkliste ist zu erhalten bei:
SINUS - Sekteninformation und Selbsthilfe e.V.
 
 
 
 

Hansjörg Hemminger:

Scientology ist überall: Eine “Sekte" wird zum Realsymbol für Systemkritik
http://www.AGPF.de/Hemminger.htm#Realsymbol

Eine Erfolgspersönlichkeit entwickeln? Psychokurse und Erfolgstechniken in der Wirtschaft
Eine Broschüre mit grundsätzlichen und praktischen Fragen nicht nur zur Scientology-Organisation:
EZW Information Nr. 132, VII/1996,  zu erhalten bei:
EZW - Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen
10117 Berlin Auguststr. 80 Tel. 030/28395/211 Fax 030/28395/212

 
 

Nichtssagend: Das Toleranz-Argument

Umgekehrt besagt es aber auch nicht allzu viel, wenn Firmen sagen, die Religionszugehörigkeit ihrer Mitarbeiter gehe sie nichts an und interessiere sie nicht.

Beispiel dafür ist besonders der Makler Klaus Kempe. Dazu:

Ähnlich aber auch die Firma Microsoft. Dazu:  
 
 

Der Fall UPS
 
Stuttgarter Zeitung 3.2.2001  
Niederlage für UPS vor Berliner Gericht  
 Berlin/Stuttgart (gol) - United Parcel Service (UPS) hat vor dem Berliner Landgericht eine Niederlage einstecken müssen. Danach darf die Verbraucherschutzorganisation Aktion Bildungsinformation (ABI) dem US-Logistikkonzern dubiose Verbindungen zur Scientology nachsagen. Das deutsche Management von UPS wollte dem Stuttgarter Verein per einstweiliger Verfügung die Aussagen verbieten lassen, UPS arbeite mit Scientology zusammen, stärke die Finanzkraft der Sekte und habe US-Abgeordneten Gelder gezahlt, um Interessen von Scientology zu verfolgen. Zudem darf die ABI behaupten, dass es auffallende Ähnlichkeiten der Managementtechniken von UPS und Scientology gebe, besonders mit Blick auf inhumane Arbeitsbedingungen, Schikanen und gesetzeswidrige Arbeitszeiten. UPS will gegen die Entscheidung Einspruch einlegen. Nach Bekanntwerden der Spendenzahlungen von UPS an eine Tarnorganisation der Sekte im November hatten alle Bundestagsabgeordneten, die Mitglied im deutschen UPS-Wirtschaftsbeirat waren, ihr Mandat niedergelegt (AZ: 27O682/00).
 

ISO 9000 und der Auditor

ISO 9000 ist ein System zur Qualitätssicherung von Firmen. Nicht etwa von Produkten.
Geprüft werden die internen Abläufe der Firma, also die firmeninterne Organisation.
ISO 9000 ist seriös.
Die Prüfung vor Ort wird von einem "Auditor" durchgeführt.
Auch Scientology benutzt diesen Begriff.
Das bedeutet aber nicht, dass dort scientologische Auditoren tätig sind.
 
 



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