Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
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Zuletzt bearbeitet am 7.4.2013 
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Razzia bei Scientology
 
 
 
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Eine Razzia - also eine Hausdurchsuchung - wird durchgeführt, wenn der Verdacht einer Straftat besteht.
Das Strafrecht richtet sich in den meisten Ländern nur gegen Personen, nicht gegen Organisationen.
Zu den objektiven Merkmalen einer Straftat (z.B. Tötung eines Menschen) müssen deshalb stets auch die subjektiven Merkmale hinzukommen, also etwa die persönliche Schuld. Diese kann zum Beispiel wegen Schuldunfähigkeit fehlen.
Oft wird aus subjektiven Gründen ein Ermittlungsverfahren eingestellt.
Das heißt dann aber keineswegs, daß es keine Tat gegeben hat.
 
 
2010: Razzia in Turin, Italien
 
 

2008: Razzia bei Scientology in Belgien

2007: Zoll-Razzia bei Scientology in Berlin  

2000: Razzia am Sitz der Scientology-Organisation in Paris
Vgl. Betrugsprozess gegen Scientology in Paris

Am 1. Juni 2000 hat das Betrugsdezernats den Sitz der Scientology-Organisation in Paris durchsucht. Zahlreiche Dokumente wurden beschlagnahmt. Wie die Pariser Zeitung "Libération" berichtete, hat die Polizei Akten über Anhänger und Gegner der Organisation und zwei Computer mit umfangreichem Datenmaterial sichergestellt.  In Frankreich wird die Zahl der Scientology-Anhänger auf 30.000 geschätzt.

 
AGPF-Info 6/98 
http://home.t-online.de/home/AGPF.Bonn/inf98-6.htm 
Razzia bei Scientology

Am 10.2.98 wurden  5 Büros der Scientology-Organisation in München von 130 Polizeibeamten und 4 Staatsanwälten durchsucht. Schon früher gab es zahlreiche Hausdurchsuchungen bei der Scientology- Organisation, beispielsweise  

USA  (1963 FDA >>, 1977 FBI)  
Frankreich  
Italien (1986)  
Spanien (1988)  
Österreich (1994)  
Griechenland (1996)  
und mehrfach in Deutschland:  
München (1976 >> und 1984)   

Anlaß für die jetzige Durchsuchung in München waren Ermittlungsverfahren wegen Brandstiftung, Beleidigung und des Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz. Dabei geht es um einen ungeklärten Todesfall. "Aufgrund einer Erkrankung", so die Polizei in München, war der langjährige Scientologe "von Verantwortlichen der Scientology-Organisation ... aufgefordert worden, größere Mengen von Tabletten zu sich zu nehmen". Nach dreiwöchigem Koma starb er. Die Scientology-Organisation am Tag nach der Razzia in einer Pressemitteilung: "Die Scientology Kirche führt keinerlei Heilbehandlung durch". Die Einnahme von Medikamenten falle allein in den Kompetenzbereich von Medizinern.  
     Nach dem Heilpraktikergesetz ist die Ausübung von Heilbehandlung ohne Zulassung als Arzt oder Heilpraktiker unter Strafandrohung verboten. Verstöße gegen das Gesetz wurden der Scientology- Organisation seit vielen Jahren vorgeworfen (vgl. z.B. Heinemann: Die Scientology-Sekte und ihre Tarnorganisationen, 1979, S. 68: "Die Gerichte werden sich damit befassen müssen").  
     Am 10.12.84 hat die Stadt München eine  Gewerbeuntersagung verfügt:  

     "Der Scientology Kirche Bayern e.V. wird die Ausübung des Gewerbes 'Durchführung von heilkundlichen Einzelgesprächen, Persönlichkeits-tests, Kursen und Seminaren, Filmvorführungen sowie der Groß- und Einzelhandel mit Verlagserzeugnissen'... im Bundesgebiet ... untersagt". 
Aus der Begründung:  
"Die Unzuverlässigkeit der Gewerbetreibenden erweist sich insbesondere daraus, daß sie organisiert und ohne Erlaubnis die Heilkunde ausübt, wobei erschwerend hinzukommt, daß sie sich besonders dilettantischer Methoden bedient.....Entsprechend den ... Ausführungen des Gutachtens sind durch die Methode der hier vorliegenden dilettantischen Psychotherapie psychische Schäden zu erwarten.Hubbards Dianetik intendiert eindeutig heilkundliche   
Praktiken und verstößt damit bei der Anwendung durch Laien gegen das Heilpraktikergesetz." 
     Diese Verfügung dürfte wohl kaum rechtskräftig geworden sein. Der Zustand aber dauert an.  
     Das Heilpraktikergesetz dient in erster Linie dem gesundheitlichen Verbraucherschutz. Es ist belanglos, ob eine religiöse Motivierung vorliegt. Auch Wunderheiler brauchen eine Erlaubnis (vgl. AGPF-Info 4/98).  
     In dem erwähnten Gutachten  (Prof. Dr. Mende, Psychiatrische Klinik der Universität München, Gutachten vom 21.12.84) wird eingehend dargelegt, daß es sich bei den Scientology-Verfahren generell um Verfahren der Heilbehandlung handelt: "Diese therapeutischen Verfahren, auch der sog. Kommunikationskurs und das sog. Reinigungsrundown bergen Nebenwirkungen und Risiken ...  
     Die Bundestagsabgeordnete Renate Rennebach hat darauf hingewiesen, daß der Todesfall in München Ähnlichkeiten mit dem Tod der Lisa McPherson hat. Diese ist am 5.12.1995 in Clearwater/Florida gestorben, einem Hauptsitz der Scientology-Organisation. Ihr Tod beschäftigt wegen der dramatischen Umstände Ermittlungsbehörden und Öffentlichkeit bis heute. Ein US-Anwalt zum ZDF: "Die Scientologen beobachteten sie im Koma für zwei oder drei Tage. Kein Essen, kein Wasser. Sie saßen da und beobachteten sie, wie sie starb. Das ist kriminell, das ist Mord".  
     Scientology bezeichnet mißliebige Medikamente meist als Drogen. Empfohlene Medikamente werden meist als Vitamine bezeichnet, so auch Niacin. Es kursieren Tips und Tricks zur Beschaffung. Für den Reinigungs-Rundown wird geworben: "Ist ihr Körper zu einer Lagerstätte für Umweltgifte geworden?" Angepriesen wird der "Nebeneffekt, daß er die Folgen zukünftiger Strahleneinwirkung vermindert", so daß "in Gebieten, die in einem Atomkrieg schwerem radioaktivem  Niederschlag ausgesetzt sind, nur Scientologen ihrer Tätigkeit nachgehen werden".  
     Wichtigster Bestandteil dieses Verfahrens ist das Medikament Niacin. Dazu die Kantonale Heilmittelkontrolle Zürich in einer Stellungnahme vom 29.6.87:  "Bei der Verabreichung von hohen Dosen Nicotinsäure (= Niacin) sind Gesundheitsschädigungen zu befürchten" und "schwerwiegende Nebenwirkungen zu erwarten: ab Dosierungen von 750 Milligramm pro Tag ist z.B. eine Leberschädigung möglich". Scientology-Empfehlung: 5000 Milligramm. Ergebnis: ein "Endphänomen".  
     Scientology-Gründer Hubbard: "VORSICHT: Die Erscheinungen, die Niacin hervorbringt, können ziemlich erschreckend sein."  

Ingo Heinemann

 

München 5.11.1976.
Dazu die Süddeutsche Zeitung 6.11.76: "Etwa 50 Beamten durchsuchten vier Stunden lang das Gemeindezentrum der Sekte ... Ausgelöst worden war die Aktion durch ein Amtshilfeersuchen der Hamburger Staatsanwaltschaft, die gegen ein Mitglieder Sekle wegen Falschaussage ermittelt."
 
 

USA Washington 22.01.1963
Dazu Hubbard in RJ67 = Rons Journal 1967:
"Am 22. Januar 1963 unternahm die Food and Drug Administration eine Razzia mit gezogenen Pistolen gegen unsere Organisation in Washington D.C., unmittelbar nachdem wir dem damaligen Präsidenten Kennedy angeboten hatten, ihm bei seinen nationalen Programmen unter Verwendung von Scientology zu helfen. Seine Antwort darauf war offenbar, eine Razzia in unserer Organisation anzuordnen ...."

 
 



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