Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
   Adresse dieser Seite: McClaughry1.htm 
Zuletzt bearbeitet am 07.08.2011 
Beratung | Impressum | zur Homepage | zur Inhaltsseite | AGPF-Spendenkonto
 
 
Der Scientology-Geheimdienst
Ein Scientology-Spion berichtet
Mike McClaughry: Zur Unterwanderung kritischer Organisationen Ausschluss aus Scientology vorgetäuscht
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
1. Teil des Interviews  2. Teil des Interviews 
  • www.AGPF.de: Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt

 

Mike McClaughry
Photo aus der Website
www.reformedscientology.org

1. Teil eines Interviews vom 5.2.2000 mit Mike McClaughry, einem ehemaligen Mitarbeiter des Guardian Office. Dieses wurde später umbenannt in OSA. Dies ist die Abteilung für Rechtssachen, Steuerfragen, Öffentlichkeitsarbeit und "Invest", also "Investigation", Ermittlungen. Gemeint sind die Geheimdienst-Aktivitäten.



Mike McClaughry steht der Scientology-Organisation kritisch gegenüber.
Er ist jedoch nach wie vor ein Anhänger der Scientology-Methode.


Übersetzung von Norman Suchanek.
Anmerkungen der Übersetzers in [ ]


Das Original ist als Video auf http://www.reformedscientology.org
und zwar in unterschiedlichen Versionen.
die einfachsten Versionen sind völlig ausreichend. Zu laden unter:
http://209.241.48.234/trust/mike1.rm
http://209.241.48.234/trust/mike2.rm
http://209.241.48.234/trust/mike3.rm

Zum Abspielen wird ein RealVideo Player benötigt.
Kostenlos zu laden unter http://www.real-player.de
oder direkt unter
http://proforma.real.com/real/player/player.html?src=site,realde,rpchoiceintl_de&lang=de&dc=282726



Der Bericht

MIKE McCLAUGHRY :  Ich heisse Mike McClaughry. Ich bin Scientologe.
Ende 1968 kam ich nach Scientology, und Anfang 1969 wurde ich Mitarbeiter in der Org von San Francisco.  Während der ersten 3 oder 4 Jahre, in denen ich Mitarbeiter war, war ich Auditor und Kursleiter, eigentlich ein Kursleiter für die Akademiestufen und alle anderen Kurse, die Scientology damals lieferte.  Ich mochte die Tech [= spirituelle Techniken] und mag sie heute noch. Und Mitte 1973 wurde mir angeboten, dem Guardian Office in der Org von San Franzisco beizutreten.  Und zu der Zeit wollte ich die technische Abteilung nicht verlassen und ich lehnte ihr Angebot ab und sagte im wesentlichen "Nein, ich bin nicht interessiert", wissen Sie, "ich möchte auch weiterhin mit der Tech arbeiten". Also sprachen sie mich ein paar Wochen später erneut darauf an  - übrigens war damals Kathy O'Gorman der Assistant Guardian [ = Führungsposition im Guardian Office ] der Org in San Francisco ; sie wurde meine Vorgesetzte.  Doug Nopston war der Assistant Guardian für Information, was eine Umschreibung für Geheimdienst-Tätigkeit ist, und er war derjenige, der versuchte, mich anzuwerben. Wie dem auch sei, ein paar Wochen später bot man mir erneut an, dem Guardian Office beizutreten, und sie machten mir ein Angebot, nämlich wie weit ich kommen würde  -  zu der Zeit war ich ein Power Release [ = Auditing-Stufe ], was für Grad 5 steht, und sie machten mir das Angebot, dass ich bis OT 4 vorankommen könnte, wenn ich dem Guardian Office beitreten würde, also habe ich angebissen und sagte "In Ordnung", und ich trat dem Guardian Office bei, so dass ich etwas Auditing bekommen könnte.

Also reiste ich ab  -  ich glaube es war mitten im Sommer '73  - ich reiste los um meine Ausbildung im Guardian Office der vereinigten Staaten zu machen, was in Los Angeles war. Der damalige Deputy Guardian Intelligence United States [ = Leiter des Scientology-Geheimdienstes in den USA ] war zu der Zeit Terry Milner.  Dick Weigand war einer seiner Untergebenen. Ich bin nicht sicher, welchen Posten er zu der Zeit innehatte. Und Greg, ich erinnere mich nicht auf Anhieb an seinen Nachnamen  -  Willardson  -  Greg Willardson arbeitete auch mit ihm. Und sie waren den Kursstudenten übergeordnet, und leiteten die Ausbildung der Kursstudenten.

Ich brauchte 6 Monate, um meine Ausbildung im Guardian Office zu beenden.  Ich las all die verschiedenen Materialien für das Geheimdienst-Büro, die Sie vielleicht im Internet sehen oder die seitdem in Gerichtsfällen auftauchten oder in Hut-Materialien [ = Stellenbeschreibung in Scientology ], und ich habe persönliche Kenntnis, dass die Texte in jenen Hut-Materialien korrekt sind und dass wir eben diese Texte studierten und benutzten und bei unserer täglichen Arbeit anwendeten.  Ich werde auf einige dieser Texte detailliert eingehen und gebe Ihnen einige Beispiele davon, was ich tat, um diese Texte anzuwenden.  Nach meinem Verständnis waren die Texte im wesentlichen von L. Ron Hubbard.  Einige Texte hatten keinen Namen darauf, aber aufgrund der Art, wie sie geschrieben waren, nahm ich an, dass sie von Hubbard waren.  Einige waren von Mary Sue Hubbard [= seiner Ehefrau], einige könnten vom Guardian [ = oberster internatinaler Leiter des Guardian Office ] gewesen sein, das war Jane Kember, aber einige der Texte hatten weder Jane Kembers Name noch Mary Sue Hubbards Name darauf und ich denke, dass Hubbard sie geschrieben hatte.


VON L. RON HUBBARD GESCHRIEBEN

MIKE McCLAUGHRY:  Ich rede nun von 2 besonderen Texten, die keine normale Art von Ausgabe waren, wie ein Richtlinienbrief oder eine Guardian Anweisung oder Führungsanweisung oder dergleichen, ja ? Es war nur Schreibmaschinenschrift auf einem Stück Papier.  Eines nannte sich "Geheimdienst : seine Rolle" und das andere war  - ich weiss nicht einmal, ob es einen Namen hatte ;  aber es wies uns an, wie wir schwarze Geheimdienst-Operationen ausführen sollten, das stand in diesem speziellen Papier.  Und, wie ich schon sagte, es wurde kein Verfasser für diese beiden Dinge genannt ;  obwohl nach meinem Verständnis und Eindruck Hubbard sie geschrieben hatte, wegen des Stils.  Wissen Sie, ich las eine Menge von seinen Texten, ich weiss wie er sprach, ich weiss wie er schreibt, und ich konnte mir nicht vorstellen, dass ein anderer ausser ihm sie geschrieben hat, wegen des Stils  -  wie sie geschrieben waren.


DIE ROLLE DES GEHEIMDIENSTES

MIKE McCLAUGHRY:  Die grundlegende Idee war, dass der Geheimdienst genug Informationen zusammentragen sollte, um daraus eine Situations-Einschätzung zu erstellen.  Eine Situations-Einschätzung war keine niet- und nagelfeste Analyse oder etwas, was man vor Gericht hätte beweisen können, sondern es beruhte auf so vielen Informationen über den Feind, wie man auftreiben konnte.  Es wurde von einem erwartet, zu entscheiden, dass es eine Situation mit dem Feind gab, die man unter Kontrolle bringen musste, oder ob es keine Situation gab, und im Grunde musste man eine Vorhersage abgeben, wie in irgendeiner Kriegssituation;

Sie infiltrieren den Feind, ermitteln seine Grösse, seine Stärke, was sein nächster Schritt sein wird, ob er überhaupt einen machen wird, solche Dinge.  Und die gesamte Idee der Situations-Einschätzung, die ein wesentliches Produkt der Geheimdienst-Abteilung war, bestand in einer Voraussage: was wird der Feind tun, wann, wo, mit welcher Stärke usw. usw., ja ?

Und wenn man die Vorhersage gemacht hatte, dann wurde erwartet, dass der Geheimdienst die Situation unter Kontrolle brachte, bevor sie sich ereignete.  Und jedesmal, wenn ein unerwarteter Angriff gegen die Organisation stattfand, wurde das als ein Versagen des Geheimdienstes angesehen.

Jemand musste nur Scientology kritisieren, und schon wurde er als Feind angesehen.  Wenn zum Beispiel jemand ein Buch darüber schrieb, dass in irgendeiner Weise negativ war, wenn jemand im Fernsehen oder Radio [ dagegen ] sprach  -  man muss nicht einmal so weit gehen ;  wenn jemand nur zum Nachbarn sprach und wir davon erfuhren !.


[UNTER-] BÜROS DES GUARDIAN OFFICE

MIKE McCLAUGHRY:  Wenn ein Angriff erfolgte, den der Geheimdienst nicht vorhersah, dann haben wir nicht  -  dann war die Sache für uns damit nicht erledigt, das nicht, wissen Sie.  Wir beurteilten die Bedeutung des Angriffs und wie negativ er war für die verschiedenen [Unter-]Büros.  Diese Büros arbeiteten in einer Reihenfolge.  Wenn der Geheimdienst versagte und ein Angriff erfolgte, und der Geheimdienst es nicht in den Griff bekam, dann ging die Sache an die Abteilung für Public Relations [= Öffentlichkeits-Arbeit]. PR -  dann versuchten wir, den Angriff mit PR loszuwerden.  Wenn PR versagte, dann ging es als nächstes zum nächsten Büro, das war das Büro für Rechtsangelegenheite, und wir versuchten, uns von dem Angriff mit Zivilklagen zu befreien.  Und wenn das scheiterte, dann war das letzte Büro die Finanzabteilung, und man kaufte sich aus dem Angriff frei !

Der Grundgedanke ist, dass der Geheimdienst alle Angriffe vorhersagt und abwendet.  Sogar wenn es nicht vorhergesagt wurde, sollte der Geheimdienst es abwehren.  Kein anderen Büro sollte sich damit in irgendeiner Weise beschäftigen, OK ?  Wenn der Geheimdienst seine Aufgabe erfüllt, dann sollten [die Leute in] allen anderen Büros ihre Füsse auf den Schreibtischen liegen haben und nichts zu tun haben, OK ?  Vom Geheimdienst wird erwartet, dass er das alles in den Griff bekommt.  Wenn der Geheimdienst mit einem speziellen Angreifer Schwierigkeiten hatte und der Angreifer nicht abgewehrt werden konnte, dann wurden die anderen Büros aktiv und versuchten, die Sache mit Öffentlichkeitsarbeit, oder Zivilklagen in den Griff zu bekommen oder sich herauszukaufen.  Aber das wurde alles als ein Versagen des Geheimdienstes angesehen.


"DER SPION UND SEINE HERREN"

MIKE McCLAUGHRY:  Der Geheimdienst musste sich auch mit interner Sicherheit befassen.  Teil unserer Ausbildung war ein Buch namens "Der Spion und seine Herren".  Dieses Buch lehrte, wie man ein Fall-Bearbeiter [engl. Case Officer] wurde.  Das ist was  -  das ist die Bedeutung der "Herren" im Titel des Buches "der Spion und seine Herren", und der Fall-Bearbeiter ist der Herr des Spions. Die Technik wurde verwendet, um die Motivation des Spions zu festzustellen.  Geld wurde als eine geringwertige Motivation angesehen.  Man will keine Spione anwerben, die durch Geld motiviert sind, weil sie sich binnen einer Sekunde gegen einen wenden ;  wenn die Gegenseite ihnen 10 Dollar mehr bietet, dann sind sie auf deren Seite !.  Also versuchen und vermeiden Sie  -  Sie müssen feststellen, was die Motivation des anderen ist, ein Spion für uns zu sein, versuchen Sie Leute zu meiden, die es für Geld tun, versuchen Sie Leute zu meiden, die bestrebt waren, in der Organisation befördert zu werden, so etwas, als Grund, warum sie für Sie arbeiten wollten; versuchen Sie auch, diese zu meiden.  Ich denke die nächst-höhere Kategorie waren Leute, die einen politischen Grund hatten, es zu tun.  In unserem Fall hatten wir nichts mit Politik zu tun, aber was das für mich bedeutete, war dass Leute, die sich der Organisation verbunden fühlten, die mit dem übereinstimmten, was wir taten, usw. Die höchste Motivation war Pflicht;  die Person tat es aus einem Sinn von Verantwortung.  Und wir versuchten, diese Art von Spionen anzuwerben, weil sie die sichersten waren, äh, mit der geringsten Wahrscheinlichkeit, dass sie sich gegen uns wenden würden usw.

Wenn ich "Spion" sage, das spreche ich über jemanden, der ein Leben in Tarnung führt.  Ich rede nicht über jemanden, der sich für 10 Minuten  -  wir nannten das "passende Rolle" ;  es gibt andere Wörter dafür wie "verstellte Interviews", so etwas in der Art. Ein "verstelltes Interview" oder eine "passende Rolle" ist etwas von kurzer Dauer. Sie haben eine Art Einweg-Tarnung für eine kurzzeitige Situation.  Tja, mir fällt kaum eine ein.  Sagen wir, ich wollte Ihre Telefonnummer, OK ?  Also rufe ich an  -  ich kenne, kenne Ihre Telefonnummer nicht oder kann Sie vielleicht nicht finden, ich weiss nicht, wo Sie leben.  Aber ich weiss, wo Ihre Mutter lebt, OK ?  Also rufe ich Ihre Mutter an und sage, dass ich Ihr Freund bin und Sie suche, und ob sie mir Ihre Telefonnumer geben könnte, und ich bekomme die Nummer, OK ?  Das ist -  das ist eine "passende Rolle" oder ein "verstelltes Interview", OK ?  Das ist eine Einweg-Rolle, wissen Sie, man benutzt es einmal, es ist  -  es existiert für ein paar Minuten und ist dann vorbei, wissen Sie. Sie haben die Information, die Sie wollten.  So etwas wurde häufig benutzt, aber ich  -  wenn ich sage "Spion", dann meine ich das nicht.  Ich meine jemand, der wie ein normaler Geheimdienst-Mitarbeiter in der Regierung  -  deren Spione, die sie gegeneinander einsetzen.  Diese  Leute leben in einer Tarnung.  Sie haben in vielen Fällen falsche Identitäten, und wir wussten, wie man falsche Identitäten für jemanden herstellt.


FALSCHE IDENTITÄTEN

MIKE McCLAUGHRY:  Man geht im Prinzip los und sucht nach dem Tod eines Kindes, in einer Zeitung die etwa so alt ist wie derjenige, der Spion sein soll, OK ?  Ein totes Kind, es gibt da eine Geburtsurkunde, aber niemand hat das Leben je gelebt.  Also beschaffen Sie sich die Geburtsurkunde und gehen los und beschaffen sich einen Führerschein [der in den USA auch so benutzt wird wie in Deutschland der Personalausweis], eine Karte der Sozialversicherung und alle anderen Papiere die Sie wollen, und nehmen den Namen der Person an.  So macht man das  -

FRAUENSTIMME:  Wie erhält man eine Geburtsurkunde ?

MIKE McCLAUGHRY:  Nun, damals  -  ich glaube inzwischen haben sich die Gesetze etwas geändert.  Damals, meine ich, ging man einfach hin ;  es war eine öffentliche Urkunde, wissen Sie ?  Ich bat um eine Kopie davon, und niemand stellte irgendwelche Fragen.

FRAUENSTIMME:  Hmm.

MIKE McCLAUGHRY:  Man gibt Ihnen eine Kopie davon und Sie gehen damit zum DMV  -  "das bin ich, geben Sie mir einen Führerschein", und so machen Sie es, ja ?  Sie erbauen eine vollständige falsche Identität, und dann haben Sie es geschafft.  So wurde das gemacht.  Das  -  das war eine Untergrund-Tarnung eines Spions.  Nun, dieser Mensch  -  wenn ich sage, dass er seine falsche Identität lebt, dann meine ich genau das.  Sie leben unter diesem falschen Namen, sie haben falsche -  wissen Sie, alles ist falsch.  Eine der netten Dinge daran ist, dass diese Person alles machen kann, was man sich nur vorstellen kann, ohne dass ihm dies unter seiner wirklichen Identität vorgeworfen wird, verstehen Sie was ich sage ? . Es liesse sich nicht bis zu ihm verfolgen.  Wir haben das nicht oft gemacht.  Meist haben die Leute ihre wirklichen Namen benutzt, aber sie waren immer noch Untergrund-Spione, weil sie jeden Tag ihre falsche Rolle lebten.  In einigen  -  in vielen Fällen hatten sie falsche Namen, ohne in Wirklichkeit das ganze Verfahren zum Erschaffen einer völlig falschen Identität zu durchlaufen.

Wir schickten sie zum Beispiel los, um die Anti-Kult-Bewegung zu infiltrieren, das ist etwas, was ich selbst konkret getan habe.  Was ich machte, war, dass ich einen Scientologen  -  wir wollten die Anti-Kult-Bewegung infiltrieren.

Ich erstellte ein Papier, dass dieser Scientologe aus der Kirche ausgestossen worden sei. Wir schrieben die Ethik-Order, die ganzen Papiere, ein gefälschtes Comm Ev [= Komittee der Beweisaufnahme, eine Art Disziplinargericht], alles was dazu gehörte, und dann wurde die Person aus der Kirche ausgestossen.  Alle dachten, er sei ein Scientologe, der aus der Kirche ausgestossen wurde.  Die einzigen Leute, die wussten, dass das nicht der Fall war, wissen Sie, das waren die Leute vom Geheimdienst-Büro.  Und das ist ein Untergrund-Spion.   Also ging diese Person los und benutzte seinen wirklichen Namen, aber seine Tarnung war, dass er nicht mehr in Scientology war, nicht mehr damit übereinstimmte, die Meinung der Anti-Kult-Leute vertrat und dass er  -  wissen Sie, er war wütend auf Scientology, er wollte der Anti-Kult-Bewegung helfen, Scientology an den Pranger zu stellen, usw.  Und er wurde natürlich mit offenen Armen von den Anti-Kult-Leuten empfangen, und wir haben es geschafft und mein Untergrund-Spion ist in der Anti-Kult-Bewegung.  Also vorhersagen, vorhersagen, vorhersagen  -  "Oh, sie werden morgen so-und-so deprogrammieren.  Oh, ich verstehe".
Verstehen Sie, was ich meine ?

Diese Gruppe hier  [der Lisa McPherson Trust, der das Interview führte]  ist ein Ziel für einen Spion, und sie werden kein Auge zu tun, bis sie es geschafft haben !

FRAUENSTIMME :  Ich fürchte, das stimmt.
MIKE McCLAUGHRY :  OK.
FRAUENSTIMME :  Hoffentlich nicht Sie.
MIKE McCLAUGHRY :  Nun, ich sage Ihnen etwas, das Ihnen helfen wird, wer es sein könnte.  Weil der Geheimdienst sich auch damit befasst, Spione in der Organisation zu finden.

Nun, die Person, von der ich sprach, die ich in die Anti-Kult-Bewegung schickte  -  es gibt eine Grenze, was ich denjenigen tun lassen würde.  OK ?  Wissen Sie, er könnte kritisieren, er
könnte helfen, er könnte jammern, er könnte nörgeln so viel er wollte über Scientology ;  das wäre mir wirklich egal.

Aber ich würde ihn nicht zu einer Zeitung schicken und es sagen lassen.

FRAUENSTIMME :  Hmm.
MIKE McCLAUGHRY :  Ich würde ihn nicht vor Gericht gegen Scientology ausagen lassen.
FRAUENSTIMME :  Ah-hmm.
MIKE McCLAUGHRY :  Das ginge zu weit, er würde mehr Zerstörung bewirken als er wert ist !  OK, verstehen Sie, was ich sage ?
FRAUENSTIMME :  Ah-hmm
MÄNNERSTIMME :  Ah-hmm.
FRAUENSTIMME :  Sie würden die Person testen.
MIKE McCLAUGHRY :  Ja.
FRAUENSTIMME :  Ah-hmm.
MIKE McCLAUGHRY :  Das ist es, was ich Ihnen sage.
FRAUENSTIMME :  Ah-hmm.
MIKE McCLAUGHRY :  Was ich hier gerade mache  -  "auf keinen Fall, Jose, Du machst kein solches Video" !  Verstehen Sie was ich sage ? Der Fall-Bearbeiter wird uns  -  "wissen
Sie, Sie werden das nicht machen".  OK.
MÄNNERSTIMME :  Richtig.
MIKE McCLAUGHRY :  Das ist eine Art, es zu sagen.
FRAUENSTIMME :  Ja.


ANTI-KULT BEWEGUNG

MIKE McCLAUGHRY:  Im Falle des Spions, den ich in der Anti-Kult-Bewegung hatte, machten wir Vorhersagen im ganzen Land mit Hilfe dieser Person.  Aufgrund dessen, was meine Vorgesetzten
in USGO [= Guardian Office der USA] sagten, glaube ich, dass ich der einzige war, der erfolgreich die Anti-Kult-Bewegung infiltriert hatte.  Sie fragten mich ständig "wer wird als nächstes deprogrammiert?", und ich sagte "nun, gibt es niemand anders ausser mir, der daran arbeitet ?  Habt ihr keine anderen Spione dort, die es euch sagen ?"  Denn sie wollten von mir wissen, was in New York und Florida und an allen anderen Orten geschah, ja ? Und sie fragten mich.  Und ich war in San Franzisco.  Wir machten Vorhersagen in anderen Gruppen, die als Kult angesehen wurden -  bei den Moonies, usw. Wir machten auch bei diesen Vorhersagen und verhinderten bei vielen, dass sie stattfanden.  Wir betrachteten sie als Verbündete, wissen Sie, und wenn also ein Moonie deprogrammiert werden sollte, dann machten wir eine entsprechende Vorhersage und wir, äh, liessen die Moonies das wissen, und sie versteckten die Person oder was immer sie zu tun hatten, um das zu verhindern, wissen Sie.  Das geschah aufgrund unserer Spione.  Meistens, ich meine unser bevorzugtes Interesse waren natürlich Scientologen.  Wir machten darüber Vorhersagen und verhinderten, dass sie stattfanden.

Ich las eine der Richtlinien, in denen gesagt wurde, dass wir nichts Illegales tun sollten.  Mir wurde im Verlauf meiner Ausbildung bewusst, dass illegale Dinge getan wurden. Ich ging zum Deputy Guardian für Geheimdienst in den USA  - wir nannten das übrigens nicht Informationsbüro, sondern wir nannten es Geheimdienst, was es auch war.  Wir nannten es nur dann Informationsbüro, wenn wir zu jemand sprachen, der nicht im Guardian Office war.  Und das war eine Art Tarnung von uns, dass wir das Informationsbüro waren;  wir sagten ihnen nie, dass wir der Geheimdienst waren.  Aber unter uns nannten wir uns nicht Informationsbüro ;  wir waren der Geheimdienst.

Auf jeden Fall las ich "tun Sie nichts Illegales".  Ich ging zum Deputy Guardian für den Geheimdienst in den USA, das war Terry Milner.  Ich sagte "einige Leute befolgen diese Richtlinie nicht.  Sie tun illegale Dinge."  Und er wusste davon; das habe ich herausgefunden.  Er sagte, "ja, das weiss ich".  Und ich sagte, "nun, sie verletzten die Richtlinien, was ist da los ? brechen wir das Gesetz ?"

Und er sagte, "nun, wir brechen das Gesetz nicht wirklich, wir verbiegen es nur ein wenig !" Und er sagte,   -  er malte eine Linie auf seinen Schreibtisch  -  er war irgendwie ein verrückter Kerl, auf jeden Fall, und ...
FRAUENSTIMME :  Er war verrückt.
MIKE McCLAUGHRY :  Und er sagte, "hier ist das Gesetz,  wir überqueren diese Linie sozusagen, für eine kurze Zeit, und dann eilen wir zurück und versuchen zurückzukommen und bleiben innerhalb des Gesetzes".
Und so kam ich zur Folgerung :
1)  er wusste davon ;
2)  er duldete es.
Und ich habe die Sache aus Angst nicht an höhere Stellen berichtet ;  ich beliess es einfach dabei.  Denn ich dachte, wenn er davon weiss, dann weiss Worldwide [= die weltweite Zentrale des Guardian Office] davon, und ich vermutete, das Mary Sue [Hubbard] davon wusste, und ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas vor Ron verheimlicht; ich vermutete, er müsse auch davon wissen.  Wenn ich also einen Wirbel bei höheren Stellen machen würde,um diese Aktivitäten zu stoppen, dann würde ich zu Hundefutter verarbeitet, also habe ich die Sache fallengelassen.

Was den Umgang des Geheimdienstbüros mit Leuten betrifft, gibt es einen Text  -  ich glaube nicht, dass er einen Titel hat, niemand hat unterzeichnet, es ist kein formaler Text;  es ist nur Schreibmaschinenschrift auf einem Stück Papier.  Mein Eindruck war, dass L. Ron Hubbard es geschrieben hat, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand anders in der Organisation das schrieb und damit davon kam;  ein anderer wäre in Grund und Boden gestampft worden, wenn er das geschrieben hätte !  Es sei denn, es wäre er [= Hubbard] selbst.  So sah ich die Sache, dazu kam der Schreibstil und der Titel "Geheimdienst: seine Rolle", es schien mir, dass das sein Schreibstil war.  Im Grunde sagte dieser Text, wie das Geheimdienstbüro Dinge erledigt, indem man etwas macht, dass ich schwarze Geheimdienst-Operationen nenne, und ich bin nicht der einzige, der dies so nennt ; sie nennen das schwarze Geheimdienst-Operationen.


WO SIND IHRE VERBRECHEN ?

MIKE McCLAUGHRY :  Eine der Informationen, die uns beigebracht wurden, war, dass jeder, der Scientology angreift, Verbrechen hat.  Das bedeutet nicht nur Verbrechen gegen Scientology;  es bedeutet ganz allgemein Verbrechen im gesellschaftlichen Sinn, was ein Verbrechen ist.  Von uns wurde erwartet, den Hintergrund von jedem zu untersuchen, der angriff, und wir sollten herausfinden, was ihre Verbrechen waren.  Und dann sollten wir deswegen die strafrechtliche Verfolgung bewirken ;  das war die grundlegende Idee.  Wenn wir das nicht konnten  -  und das war das allererste, das geschah, wenn jemand uns angriff  -  es gab 2 Arten von Informations-Beschaffung; eine nannte sich "offene Informations-Beschaffung", was wir ODC nennen [für engl. "open data collection"].  Die andere Art der Informations-Beschaffung, die zu erledigen war, war die "versteckte Informations-Beschaffung", die man CDC nannte  [für engl. "covert data collection"].  Bei jedem Angreifer haben wir beides gemacht. Wir machten stets die ODC und stets die CDC bei ihm.  Bei der offenen Informations-Beschaffung ging es um Informationen, die aus öffentlich zugänglichen Quellen frei verfügbar war  -  Telefonbücher, Informationen in Büchereien, Gerichtsdokumente, Verkehrssünden, usw.  Wir prüften jede mögliche Quelle  -  Wählerverzeichnisse, einfach alles, was man sich vorstellen kann, und trugen soviel Informationen über den Hintergrund der Person zusammen, wie wir konnten.  Dann hatten wir ein allgemeines Bild der Person. Wir wussten, wer seine Verwandten waren und mit wem er in Verbindung stand, wo er arbeitete usw.  Das ergab sich aus der offenen Informations-Beschaffung.  Dann legten wir mit der versteckten Informations-Beschaffung los, die im wesentlichen darin bestand, dass man wohl einen Spion bei der Person platzierte und versuchte, herauszufinden, in welche Missetaten der Kerl verstrickt war. Was sind die Verbrechen der Person ? Was tut er ?  Betrügt er seine Frau ?  Nimmt er Drogen ?  Tut er irgendetwas anderes, das irgendein Gesetz irgendwie gebrochen hat ?  Danach suchten wir bei unserer versteckten Informations-Beschaffung.  Wenn wir Verbrechen fanden, versuchten wir, dass die Person strafrechtlich verfolgt und ins Gefängnis gesteckt wurde.  Das war das Ergebnis, dass wir wollten, das war die ideale Situation, den Kerl hinter Gitter zu bringen, im Grunde genommen, weil er Scientology kritisiert hatte .  Da wollten wir sie haben: wir wollten sie im Gefängnis haben.  Das war das ideale Ergebnis, das wir erzielen sollten.  Nun, oft konnten wir nicht herausfinden, dass die Person Verbrechen beging, für die wir sie ins Gefängnis bringen konnten, vielleicht weil er keine begangen hatte oder vielleicht weil wir sie einfach nicht finden konnten;  beides war möglich. Und ich glaube, dass es in vielen Fällen nur deswegen war, weil derjenige wirklich keine Verbrechen begangen hatte;  die Information war unwahr, dass Leute nur deswegen, weil sie [Scientology] angriffen, Verbrechen hatten.  Ich jedenfalls habe nicht festgestellt, dass diese Information in jedem Fall zutraf.  Also, was tun, wenn man keine wirklichen Verbrechen finden kann, also damit beschäftigte sich dieser spezielle Ausbildungstext, dass man dann schwarze Operationen an der Person durchführt.  Äh, die erste, äh, Art von schwarzer Operation war.
OK, wenn derjenige keine wirklichen Verbrechen hatte, dann sorgt man eben dafür, dass er eines Verbrechens schuldig ist !

FRAUENSTIMME :  Man produziert welche.

MIKE McCLAUGHRY :  Man produziert ein paar Verbrechen, richtig. Das sind Operationen, bei denen man jemanden hereinlegt.  Oh, ich kenne ein paar, die tatsächlich durchgeführt wurden, ich muss da keine Beispiele geben.  Äh, es gab einen Kerl in Sacramento namens Jim Esterbrook.  Ich brachte einen meiner Agenten dazu, ein paar Drogen zu kaufen, illegale Drogen zu kaufen, Marijuhana oder was immer es war, es im Auto von ihm zu platzieren und dann die Polizei darüber zu informieren und zu versuchen, dass er wegen Besitz illegaler Drogen verhaftet wird.  Tja, lassen Sie Ihrer Phantasie einfach freien Lauf, denn wir hatten die Erlaubnis, das zu tun.  Es war so, dass praktisch alles in Ordnung war, das man sich vorstellen konnte.


FAIR GAME  [ Freiwild ]

MIKE McCLAUGHRY :  Fair Game war ein Richtlinienbrief, den L. Ron Hubbard etwa Mitte der 60er Jahre geschrieben hatte, glaube ich. Das war eine grundlegende Richtlinie des Guardian Office. Fair Game bedeutete, dass ein Scientologe einem Feind von Scientology alles antun konnte, egal was.  Man konnte wirklich jemandem körperlich Schaden zufügen.  Man konnte sie anlügen, sie verklagen bis sie arm wurden, den Ruf der Person zerstören oder körperlich  -  oder sie körperlich zerstören,
wenn man das wollte, ohne dass dem Scientologen durch diese Tat Nachteile erwuchsen.  Das ist die Bedeutung von Fair Game.  Ja, das ist es, was wir taten;  das war unsere tägliche Aufgabe, diese Richtlinie anzuwenden.  Das war unsere gesamte Aufgabe, wenn Sie mich fragen.  Sie greifen Scientology an, dann sind sie Freiwild, was immer wir Ihnen antun, ist ziemlich egal, OK ?  Von Scientology werden Sie keine Schwierigkeiten bekommen.

Ich kenne die nicht Einzelheiten davon, aber es entstand ein PR Fehler [= es war nachteilig für den Ruf von Scientology], wenn Leute als "Freiwild" bezeichnet wurden.  Also wurde ein Text veröffentlicht, in dem stand, "hört auf, Leute als Freiwild zu bezeichnen".  Das wurde getan  -  OK, wir hörten auf, die Leute als "Freiwild" zu bezeichnen.  Aber die Tätigkeit, sie als "Freiwild" zu behandeln, hat niemals aufgehört, OK ?  Wir, sie konnten  -  die Richtlinie ist immer noch wirksam.  Ich meine, mein Gott, das war der Kern unserer Arbeit, OK ?  Wir hätten keine Arbeit mehr gehabt, wenn wir nicht mehr gemäss "Freiwild" [-Richtlinie] gehandelt hätten !


DAFÜR SORGEN, DASS DIE PESON DEN ARBEITSPLATZ VERLIERT

MIKE McCLAUGHRY :  Eine andere Art schwarzer Operation bestand darin, dafür zu sorgen, dass der Kerl seinen Arbeitsplatz verlor.  Dem lag die Theorie zugrunde, dass Leute ihren Job, ihre Position, ihre Arbeit als eine Art Position benutzen, von der aus sie Scientology angreifen. In vielen Fällen war das zutreffend;  vielleicht war derjenige ein Regierungsbeamter, er benutzte seinen Job als Regierungsbeamter, um Scientology anzugreifen.  Die Idee war also, wir lassen ihn seinen Job verlieren, wir sorgen dafür, dass er hinausgeworfen wird, und dann hat er nicht mehr die Position, von der aus er Scientology angreifen kann.  Kurz gesagt, er musste nicht seinen Job benutzen, um Scientology anzugreifen;  aber in jedem Fall war [der Job] zumindest das, wovon er lebte, richtig ?  Und wenn man dafür sorgte, dass er seinen Job verlor, dann hat er kein Geld, und er hat ein grösseres Problem, im Leben zurecht zu kommen, wenn er keine Arbeit und kein Einkommen hat, um sich zu ernähren.  Es war also immer eine gute Sache, dafür zu sorgen, dass der Kerl seinen Job verlor.

Es war auch üblich, dafür zu sorgen, dass jemand seinen Job verlor. Wir haben immer versucht, jemanden ins Gefängnis zu bringen, und wir haben immer versucht, dass er seinen Job verliert.  Die Geschäfte vieler Leute wurden deswegen zerstört.

FRAUENSTIMME :  Wie haben Sie das gemacht ?
MIKE McCLAUGHRY :  Hä ?
FRAUENSTIMME :  Wie haben Sie ihr Geschäft zerstört ?
MIKE McCLAUGHRY :  Oh, meine Güte, wissen Sie, es gibt viele Methoden, wissen Sie, das ist kein tatsächliches Beispiel, aber sagen wir mal, jemand ist angest  -  er hat seine eigene Firma, ja ?  Er hat seine eigene Firma.  Natürlich hat er Kunden, richtig ?  Die kaufen von ihm usw.  Nehmen wir an, derjenige ist ein Künstler und er malt Bilder und bestimme Kunststudios kaufen normalerweise seine Bilder und verkaufen sie für ihn.  Sie [die Leute vom Scientology-Geheimdienst]  gehen zu diesen Kunststudios und reden auf jede Weise schlecht über ihn, und bewirken, dass die Leute, die normalerweise von ihm kaufen, entscheiden, dass sie ihn nicht mehr leiden können  -  aus was für einem Grund auch immer -  und dass sie nicht mehr von ihm kaufen, und er macht schliesslich keine Geschäfte mehr, wissen Sie, er geht pleite.  Das wäre ein Beispiel.

FRAUENSTIMME:  Aha.
MIKE McCLAUGHRY:  Im Grunde bringt man denjenigen um seinen Job -  nun komme ich zurück auf den Text, über den ich schon sprach, der einem lehrt, wie man dies macht, dies steht da drin, wissen Sie ? Sie ermitteln, was der Chef liebt und was er hasst. Wenn dieser Kerl einen Chef hat, bei dem oder bei dessen Firma er angestellt ist.  Was sind  -  was liebt der Boss und was hasst er ? Von Ihnen wird erwartet, dass mit Hilfe Ihres Spions herauszufinden. Oder Sie könnten durch ein "verstelltes Interview" eine "passende Verkleidung" herausgefunden haben. Dann erschaffen Sie Situationen, die immer fingierte Situationen sind, in denen der Chef  -  Sie versuchen, den Angestellten mit dem in Verbindung zu bringen, was der Chef hasst, OK ?  Wenn er also  - Sie finden heraus, dass der Chef Schwule hasst, nun wollen Sie den Chef dazu bringen, dass er glaubt, derjenige, der Scientology angreift, sei ein Schwuler, wissen Sie.  Und deswegen wird der Chef, der Schwule nicht mag, nun irgendwie versuchen, denjenigen loszuwerden.  Er wird wahrscheinlich einen  -  wissen Sie, man kann nicht sagen, dass er den Angestellten aus dem Grunde hinauswirft, aber in Wirklichkeit ist das der Grund, warum er ihn hinauswirft.  Er wird irgendeinen Fehler an der Arbeit des Angestellten finden und ihn hinauswerfen.



2. Teil eines Interviews vom 5.2.2000 mit Mike McClaughry


ROBERT & LOIS GOODRICH

MIKE McCLAUGHRY:  Als ich früh im Jahre 1974 auf Posten kam gab es einen Fall namens Goodrich.  Ich glaube er hiess Robert Goodrich, Lois  -  Robert und Lois Goodrich.  Der Mann behauptete, er hätte Auditing bekommen und er hätte dadurch Kopfschmerzen bekommen, die nicht wegggehen würden .

MÄNNERSTIMME :  Oh nein.

MIKE McCLAUGHRY:  Also hatte Ron eine Lagebeurteilung [ Evaluation ] geschrieben ;  die Leute, die auf meinem Posten im Geheimdienst-Büro von San Francisco waren, brachten das nicht unter Kontrolle, die Leute vom amerikanischen Guardian Office brachten es nicht unter Kontrolle, und Ron wurde darüber ziemlich sauer.  Also schrieb er die Lagebeurteilung, "ihr verpasst Eure Chance ;  ihr versteht nicht, wie wichtig das ist.  Das muss unter Kontrolle gebracht werden."  Ich weiss nicht, ob er irgendwelche Schritte aufschrieb, was zu tun sei, das habe ich nie gesehen.  Ich weiss nur, er wollte, dass es unter Kontrolle gebracht wird.  Ich ging sofort auf Posten, und das war eine der ersten Dinge, die wir unter Kontrolle brachten, das war eine recht einfache Handhabung, wie sich zeigen sollte.  Denn ich hatte einen Spion bei ihnen im Einsatz.  Dieser war vielleicht zwei Monate lang bei ihnen, so etwa diese Dauer. Die Person freundete sich einfach mit der Frau an, mit Lois Goodrich, und überredete sie, die Sache [ = Zivilklage ] sein zu lassen.  Das ist alles, was geschah , ja, wissen Sie, das war ...

MÄNNERSTIMME:  ... kann man sagen.

MIKE McCLAUGHRY:  Ja.  Im Grunde sagte er : "wisst ihr, ihr solltet diesen Scientology-Fall besser nicht weiter verfolgen, denn ihr werdet nicht gewinnen, es ist die Sache nicht wert, es wird euch viele Kopfschmerzen bereiten" und blah-blah-blah.  Und weil sie Freunde geworden waren, sagten sie : "du hast wohl recht", und sie liessen die dumme Sache [ = die Zivilklage ] fallen.  So wurde das unter Kontrolle gebracht.


JIM ESTERBROOK

MIKE McCLAUGHRY:  Ich erzähle Ihnen ein Beispiel, wie man den Liebe-Hass-Knopf benutzt, in Ordnung ?  Dies ist eine tatsächliche Operation, die ich ausgeführt habe.  Es gab einen Kerl namens Jim Esterbrook.  Er griff Narconon an. [ Anm.:  Narconon = Drogentherapie von Scientology ].
Der Grund, warum er Narconon angriff, den wir zu der Zeit nicht kannten, war, dass er plante, seine eigene Drogen-Rehabilitationsgruppe in Sacramento, Kalifornien, zu gründen. Er war ein Beamter, der Narconon angriff.  Der Grund, warum er Narconon angriff, äh, war dass er Pläne hatte, seine eigene Drogenrehabilitationsgruppe in Sacramento, Kalifornien,
zu eröffnen  -  was wir zu jener Zeit nicht wussten.  Er war ein Beamter der Gesundheitsbehörde in Sacramento, staatliche Gesundheitsbehörde. Und er benutzte diese Position, um von dort aus Narconon anzugreifen.  Er schrieb einen sehr kritischen Bericht, wissen Sie, ungefähr so dick  ( hält seinen rechten Daumen und Zeigefinger etwa 2 bis 3 cm entfernt )  zum Thema Narconon.

Wir fanden durch den Spion heraus, dass Jim Esterbrook plante, ein neues Drogenprogramm zu gründen. Er hatte sich deswegen an den Staat gewandt.  Er bat um staatliche Förderung seines neuen Drogenprogramms, das er in den Bergen durchführen wollte.

Eines Tages fuhren ich und mein engster Mitarbeiter hinauf in das Bergdorf, wo dies geschehen sollte. Wir namen ein paar Teenager-Mädchen mit, die am Strassenrand per Anhalter unterwegs waren. Wir schwammen mit ihnen an dem Tag im Fluss, nur um mit diesen beiden jungen Mädchen in Kommunikation zu gehen.  Und während wir sie hinauffuhren, nachdem wir schwimmen waren, fuhren wir sie in den Ort, in dem sie lebten.  Und ich sagte : "ach ja, was mögen die Leute da oben nicht?"  Verstehen Sie?  Ich bearbeitete den Hass-Knopf, sehen Sie? Und sie sagten : "Nun, wir hassen Hippies".  Also, ich sage "In Ordnung, ihr Leute hasst Hippies", und tatsächlich erzählt sie mir diese Geschichte.  Sie sagt "Ich zeige dir, wie sehr wir Hippies hassen.  Es gibt hier einen Mann, dem gehören zwei Häuser.  In einem lebt er, und das andere steht leer.  In das [Haus] sind einige Hippies eingezogen, und er kam dorthin mit Benzinkanistern, hat sie auf sein eigenes Haus gegossen und sein Haus niedergebrannt !"   "So sehr hassen wir Hippies !".

Also fuhr ich zurück nach Sacramento und warb sechs bis acht Scientologen an.  Es waren alles Männer. Ich sagte : "ihr nehmt eine Woche lang kein Bad, und ihr rasiert euch eine Woche lang nicht", und am Ende der Woche  - sie hatten das befolgt, wir
zogen sie an wie Hippies, wir fuhren hoch [ in das Bergdorf ]. Ich hatte Sprechfunk und sie hatten Sprechfunk.  Ich liess sie ausserhalb der Stadt warten, sie waren in einem vergammelten Bus im Hippie-Stil. Sie haben es schon bildlich vor sich?

Also fährt er schliesslich hinunter nach Sacramento, oder wo er hinfährt;  er würde für etwa eine Stunde abwesend sein.  Und ich sagte per Sprechfunk zu den Hippies in dem Bus : "in Ordnung, geht in die Stadt, er ist weg".  Sie gehen in die Stadt und tun so, als wären sie Freunde dieses Mannes, verstehen Sie ?  Sie erwecken den Eindruck, als ob sie ihn kennen.  "Hey, wo ist Michael so-und-so ?  Wir sind seine guten Freunde !"  Verstehen Sie ?  Und um Himmels willen, wir haben wirklich dafür gesorgt, dass jeder in der Stadt sehr sauer war. Wegen den Dingen, die sie machten ;  sie machten alles, was sie irgendwie tun konnten, das taktlos war, das Leute beleidigte. Sie gingen etwa in einen Laden, in dem ein paar kleine alte Damen mit ihren Wertvorstellungen sassen, und sie legten los : "haben Sie irgendetwas, mit dem wir unsere Marihuana-Zigaretten drehen können ?" Sie traten den Hund, fassten die Mädchen an den Hintern, alles was man sich vorstellen konnte.

MÄNNERSTIMME :  oh, mein Gott.

MIKE McCLAUGHRY:  Sie beleidigten Leute und taten das alles unter  -  unter, äh, sie liessen die Leute denken, dass sie mit dem Mann befreundet waren.  Sie wussten von dem Drogenprogramm, sie würden an diesem neuen Drogenprogramm teilnehmen, und "ist es nicht wunderbar, sobald wir dieses Drogenprogramm hier haben, werden alle diese Leute wie wir herkommen, und wir werden Hasch rauchen und eure Kinder dazu bringen, Hasch zu rauchen und wir werden viel Spass haben"  Nun, das ging so für etwa 10 bis 15 Minuten, und die Stadt war in Panik, als sie wegfuhren. In einer kleinen Ortschaft wie dieser, alles was da geschieht, wenn ein Hund bellt oder dergleichen, dann steht es in der Zeitung.  Ich will sagen, das war für diese Leute eine grosse Katastrophe.

FRAUENSTIMME:  ja.

MIKE McCLAUGHRY:  Also sagten sie : "auf gar keinen Fall werden wir hier oben ein Drogenprogramm haben !"

FRAUENSTIMME:  Und der Mann war nur für eine Stunde hinunter nach Sacramento gefahren.

MIKE McCLAUGHRY :  Nun, er kam zurück !

FRAUENSTIMME:  - vorbei.

MIKE McCLAUGHRY:  Er kam in einer Stunde zurück, und Mensch, war war die Stadt in einem Aufruhr !  Sie waren drauf und dran, den Kerl zu lynchen. Also, jedenfalls haben wir  es für eine Woche dabei belassen.  Ich warb einen weiteren Agenten an, eine junge Frau.  Ich schickte sie in das Dorf, damit sie sich in eine Wirtschaft setzte.  Und die Leute redeten immer noch darüber, über all die verdammten Hippies: "nein, nein, die werden hier oben nicht hinkommen !"  Eine Woche später !

MÄNNERSTIMME:  ja.

MIKE McCLAUGHRY:  Also sagt sie zu ihnen  -  womit ich sie vorher beauftragt hatte, es ihnen zu sagen : "warum lasst ihr nicht eine Unterschriftenliste herumgehen und schickt sie an euren Abgeordneten ?"  Verstehen Sie ?  "Und sagt ihm, dass ihr hier oben kein Drogenprogramm wollt".  Das taten sie dann auch sofort : "das ist eine gute Idee !"

MÄNNERSTIMME:  sie nahmen ihre Bürgerrechte wahr.

MIKE McCLAUGHRY:  Ja.  "Das ist es, wir machen sofort ein Gesuch !"  Sie machten das, alle unterschrieben es, sie schicken es an den Abgeordneten, der bekam Wind davon und tatsächlich riefen sie an und sie machten einen grossen Wirbel darum.  Und das war das Ende des Drogenprogramms. Sie riefen Esterbrook an und sagten : "Sie bekommen kein Geld für das Drogenprogramm !"

FRAUENSTIMME:  Oho.

MIKE McCLAUGHRY:  Das war nicht die einzige Operation, die wir gegen ihn unternahmen.  Zu der Zeit als ich mit ihm fertig war, verkaufte der Mann sein Haus und verschwand ganz schnell aus dem Staat, um mich loszuwerden.

FRAUENSTIMME:  Wusste er, dass Du es warst ?

MIKE McCLAUGHRY:  Ich ?  Oh, ja.  Er wusste nicht, dass ich es war ;  er wusste, dass Scientology ihm das antat, aber keiner hörte ihm zu.

FRAUENSTIMME:  Richtig.

MIKE McCLAUGHRY:  Wissen Sie, er sagte "diese verdammten Scientologen !", und sie dachten, dass er verrückt war ! Verstehen Sie, was ich meine ?.


LSD

MIKE McCLAUGHRY:  Diese Sache habe nicht ich gemacht, aber meine Untergebenen nahmen daran teil, ich war zu der Zeit zufällig nicht in der Stadt.  Ein Psychiater aus Mexiko sollte kommen.  Ich weiss nicht den Namen des Mannes  -  ich glaube, er begann mit einem 'M' oder dergleichen.  Aber er kam nach San Francisco und sollte eine Rede vor anderen Psychiatern im dortigen Hilton Hotel halten, das bei der Org um die Ecke lag.  Dort fand eine Art Tagung statt.  Er war ihr bedeutendster Redner.  Und die Operation war  -  ein Mann kam vom amerikanischen Hauptquartier des Guardian Office, der es machen sollte.  Er hiess Gary Lawrence.  Er war nicht sehr fit, was finstere Operationen betraf.  Ich will sagen, er war nicht so einfallsreich wie mein Verstand, verstehen Sie ?  Er dachte an solche [schlichteren] Dinge, mein [Verstand] war etwas schärfer und  -  Sie wissen, was ich meine ?

MÄNNERSTIMME:  und wirksamer.

MIKE McCLAUGHRY:  Und auch wirksamer, wie Ida Camburn und diese Dinge, wissen Sie.  Aber er konnte sich nicht solche Operationen ausdenken,  die so mit Leuten umgingen, also dachte er sich Dinge aus wie LSD in der Zahncreme.

MÄNNERSTIMME:  Er ist bombastisch.

MIKE McCLAUGHRY:  Ja.  Also  -  und das ist heute vielleicht das Problem.  Vielleicht sind diese Leute dort nicht so einfallsreich, also denken sie sich Dinge aus wie die Minute-Men und dergleichen.  "Genau das werden wir machen, wir werden eine Fahrerflucht inszenieren, wissen Sie, das ist eine gute Idee".

Sie gingen los und beschafften etwas LSD.  Die Lösung für den Vortrag des Mannes war, dass sie ihm LSD in die Zahncreme tun wollten.  Wenn er also seine Rede halten würde, dann würde er auf einen Drogentrip gehen und alle würden denken, er sei verrückt.  Das war ihr Plan.  Sie gingen in sein Zimmer ich kam von meiner Mission zurück und hörte davon und sagte : "Seid ihr verrückt, Leute !". Das hat meinen Untergebenen völlig aus der Fassung gebracht.  Er hatte einfach eine moralische Krise wegen dieser Sache. Und der Grund war nicht so sehr der Mann, und dass in die Zahncreme  - wissen Sie, LSD in die Zahncreme des Mannes.  Es war deswegen, weil die Frau des Mannes ihn begleitete und schwanger war.

FRAUENSTIMME:  Ja.
MIKE McCLAUGHRY:  Und sie taten es auch in ihre Zahncreme.
FRAUENSTIMME:  Ja.
MIKE McCLAUGHRY:  Ihr versteht.
MÄNNERSTIMME:  Oh, mein Gott !
FRAUENSTIMME:  Ja, das war schrecklich.
MIKE McCLAUGHRY:  Ja.
MÄNNERSTIMME:  Also was geschah ?
ANDERE MÄNNERSTIMME:  Sea Org.
MIKE McCLAUGHRY:  Was ?
MÄNNERSTIMME:  Was geschah ?

MIKE McCLAUGHRY:  Ich wollte das nicht einmal hören.  Ich sagte : "Ich will nicht einmal hören, was geschah!  Ihr seid verrückt, Leute!".  Und meinem Untergebenen waren die Hände gebunden.
FRAUENSTIMME:  Weil er  -  weil er das getan hat ?
MIKE McCLAUGHRY:  Er hat dabei in einem gewissen Umfang mitgewirkt.  Ich glaube nicht, dass er wirklich ,  -  ich weiss
es nicht, weil ich nicht dabei war, wissen Sie ?  Er hiess Paul Elkins.
 
 



1. Version dieser Seite installiert am 8.2.2001


Impressum:



Die Website www.Ingo-Heinemann.de wurde eröffnet im September 1998