Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
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Zuletzt bearbeitet am 20.12.2009 
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 "Kumquats"-Puppen und Scientology
 
 
 
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Was ist Kumquats?
 
"Kumquats" ist ein Markenzeichen für Puppen der Firma L. Bodrik KG. Die Firma ist nach ihrem Inhaber Ludwig Bodrik benannt. Dieser ist Scientologe. Die Puppen werden im Internet und auf Märkten verkauft, hier ein Foto von einem Weihnachtsmarkt 2009. Darüber berichtet die Presse. Wohlwollende Artikel veröffentlicht die Firma Bodrik selbst. Kritische Artikel sind im Internet zu finden. Die Aussage lautet meist sinngemäss, durch den Kauf der Puppen werde Scientology unterstützt. Gemeint ist eine indirekte Unterstützung. Die Firma Kumquats-Bodrik hat das nicht ausdrücklich bestritten.
 
 

 

Kumquats-Gegendarstellung

2009 hat die Firma Kumquats-Bodrik eine "Klarstellung" ins Internet gestellt.
Nicht etwa in der Website www.Kumquats.de. Vielmehr wurde eigens eine neue Website eröffnet.
Die enthält nicht nur die "Klarstellung", sondern auch einige positive Zeitungsartikel, die man anklicken, auf Lesegrösse vergrössern und ausdrucken kann:

Hier der Wortlaut der Gegendarstellung:
 
Aus: www.unsere-klarstellung.de, Inhaber Fa. L. Bodrik KG, geladen am 25.11.2009   


Stellungnahme zum Zusammenhang zwischen KUMQUATS® und der Scientology-Kirche   

Vorab ist hier erst mal eine Namensklärung:   
KUMQUATS® ist ein eingetragenes Markenzeichen mit denen die Handpuppen der Firma L.Bodrik KG bezeichnet werden. Der Name leitet sich von der orangenähnlichen Frucht her, welche ursprünglich aus China stammt und heute weltweit zu finden ist.   

Nicht an die Scientology-Kirche gebunden (>>)   

KUMQUATS® und die Firma L. Bodrik KG sind weder rechtlich noch organisatorisch an die Scientology-Kirche gebunden.   
Betriebliche Entscheidungen von KUMQUATS® oder der L. Bodrik KG werden nicht durch die Scientology-Kirche beeinflußt.   
Der Zweck von KUMQUATS® und der Firma L. Bodrik KG besteht darin, Spielwaren zu verkaufen. Einen weiteren sachfremden Zweck gibt es nicht.   

Kumquats® wurde nicht gefragt   

In entgegen jeder journalistischen Sorgfalt "recherchierten" Artikeln wird KUMQUATS® bzw. die L. Bodrik KG mit der Scientology-Kirche in einen Topf geschmissen, ohne sich die richtigen Daten hierzu von Kumquats bzw. der L. Bodrik KG direkt zu holen. Man bekommt hier den Eindruck, dass sich manche Schreiber nicht für die Wahrheit interessieren.   
Der Zweck von KUMQUATS® bzw. der L. Bodrik KG ist die Herstellung und der Verkauf unserer Handpuppen. Damit bestreiten wir unseren Lebensunterhalt (>>).   
Sonst gibt es keinen weiteren sachfremden Zweck (>>). Die religiöse oder weltanschauliche Überzeugung unserer Mitarbeiter, und im allgemeinen jeglicher Person, halten wir für deren Privatsache (>>).    

KUMQUATS® ist ein seit 16 Jahren bestehendes kleines Privatunternehmen, welches einfach ein, wie wir meinen, schönes Produkt vertreibt mit dem Menschen Freude haben.   

Weitergabe von Adressen ist ein unwahre Behauptung   

Das Gerücht mit der Weitergabe der Adressen von KUMQUATS® bzw. der L. Bodrik KG an die Scientology Kirche ist eine Erfindung von Herrn Dieter Behnle. Er hat uns weder dazu gefragt, noch hat er seine Behauptungen bewiesen. Aber aus der Behauptung wird plötzlich eine Tatsache gemacht.   
Erstens gibt KUMQUATS® bzw. die L. Bodrik KG keine Adressen an irgend jemanden weiter und zweitens, was soll irgendeine Kirche oder Weltanschauung mit Adressen von Leuten, die Puppen kaufen, anfangen?   
Machen die Puppen plötzlich den Mund auf und sagen dem Käufer, wo dieser hingehen soll? Wenn man sich das mal genau betrachtet merkt man, wie unsinnig diese Sache ist.   
Uns sind diesbezüglich auch keine Beschwerden bekannt.

 

Auf etwaige Zahlungen wird nicht ausdrücklich eingegangen.
Verschwiegen wird, dass

Stattdessen wird der Eindruck erweckt, dass allenfalls Angestellte Scientologen gewesen seien oder sind.

Das grenzt an die Scientology-typische Desinformation.

Die Weitergabe von Adressen wird als "Erfindung des Herr Behnle" (>>), als "unsinnig" bezeichnet und  mit
einer Frage abgelenkt: "Was soll irgendeine Kirche oder Weltanschauung mit Adressen von Leuten, die Puppen kaufen, anfangen?"

Die Antwort liegt auf der Hand: Mitglieder werben.
Werbung der Scientology-Organisation ist keineswegs immer als solche erkennbar. Briefwerbung an Nichtmitglieder wird meist als Kampagne für einen sozialen Zweck getarnt. Oder als Image-Kampagne, um den Ruf der Scientology-Organisation zu verbessern.
Hinzu kommt, dass Scientology nicht "irgend eine Kirche oder Weltanschauung" ist.
Sondern eine, die ihre Leistungen ausschliesslich gegen Bezahlungen erbringt.

Die Informationen über die Weitergabe von Adressen stammen offenbar aus 1994.
Nachprüfbare spätere Informationen dazu sind mir nicht bekannt.
 
 

 
Nicht gebunden?

Aus guten Grund heisst es, die Firma sei "weder rechtlich noch organisatorisch an die Scientology-Kirche gebunden."
Das hat allerdings auch niemand behauptet
Selbst die gelegentlich zu lesende Bezeichnung als Scientology-Firma dürfte wohl kaum im Sinne einer rechtlichen oder organisatorischen Bindung der Kommanditgesellschaft gemeint sein.

"Nicht an die Scientology-Kirche gebunden" enthält keine Aussage über eine etwaige Bindung an nachgordnete Scientology-Organisationen, etwa WISE.

Ähnlich auch die Scientology-Chefin Sabine Weber. Sie bestritt gegenüber der LVZ (>>), dass es Verflechtungen zwischen Scientology und der Bodrik KG gibt. Die Zeitung dazu:

 
 
 

Nicht gefragt, unwahre Behauptung?

"KUMQUATS bzw. die L. Bodrik KG" beklagt sich, dass man "nicht gefragt" worden sei. Oder, im Scientology-Kauderwelsch: Dass versäumt worden sei, "die richtigen Daten zu holen".

Dies sei unterblieben und deshalb seien "unwahre Behauptungen" verbreitet worden. Die "Weitergabe von Adressen ist ein unwahre Behauptung", "Das Gerücht mit der Weitergabe der Adressen von KUMQUATS® bzw. der L. Bodrik KG an die Scientology Kirche ist eine Erfindung von Herrn Dieter Behnle".

Kein Wort darüber, wer das ist. Dieter Behnle war Polizeibeamter und  der "oberste Ordnungshüter der Stadt Karlsruhe", seit März 2007 im Ruhestand.
 

Bei den Berichten über die Weitergabe von Adressen ging es um die "Adoption" der Puppen. Zum angeblichen Zweck der Ausstellung einer "Adoptions"-Urkunde wurden die Adressen der Käufer abgefragt.
 
 
Scientology verteidigt Kumquats-Bodrik 

Aus: Leserkommentar im Internet von Jürg Stettler zu Leipziger Volkszeitung vom 3.12.2009 "Scientology auf dem Weihnachtsmarkt": 
"Die Firma ist auf keiner WISE Liste" - das ist falsch, dazu (>>). 



04.12.2009, 12:48:52 
Es ist unglaublich wie hier von Frau Prass gelogen wird. Noch nie floss ein Cent dieser Firma an Scientology. Noch nie wurde irgendeine Adresse an uns weitergegeben. 
Die Firma ist auf keiner WISE Liste (WISE = vergleichbar mit einer Vereinigung christlicher Geschäftsleute). 
Als nächstes werden wir wohl lesen dass jede Firma in deren Leitung Katholiken stehen, ihr Geld an den Papst weiterleiten muss. Es ist an der Zeit dass diese Diskriminierungen an den Pranger gestellt werden. 
Jürg Stettler Scientology Kirche 
Leipziger Volkszeitung 05.12.2009 Scientology-Verdacht: Stadt prüft Puppen-Stand Frank Döring 


Die Scientology Kirche Berlin bezeichnete die Berichterstattung über den Kumquats-Stand gestern als „Art von Hexenjagd“. Vereinspräsidentin Sabine Weber schrieb per E-Mail: „Soll der Staat zukünftig in die Privatsphäre jedes Weihnachtsmarktantragstellers eingreifen dürfen, um zu überprüfen, ob und in welcher Höhe dieser womöglich Gemeinschaften unterstützt, die von den Amtskirchen nicht gemocht werden?“ Sie bestritt zudem, dass es Verflechtungen zwischen Scientology und der Bodrik KG gibt. Dies hatte allerdings auch niemand behauptet. Vielmehr ging es um die beiden Chefs der Firma, die von der International Association of Scientologists als großzügige Spender (20 000 beziehungsweise 100 000 Dollar) geführt werden. Ein Umstand, den die Scientology-Vorsteherin interessanterweise nicht dementierte.
Leserkommentare zum Artikel vom 5.12.09: 
  • "Es ist gut und richtig, dass der Verbraucher erfährt wenn mit seinem Kauf eine Scientologytarnorganisation unterstützt wird." 
  • "Ich habe mal vor ein paar Jahren meine Daten dort am Stand gelassen, weil ich an den sehr schönen Puppen interessirt war. Post habe ich von denen zwar bekommen aber nur über die neusten Produkte. Wären es Briefe von Scienttology gewesen, wäre ich wohl selber schlau genug um diese zu entsorgen auch ohne (wie ich finde) diese öffentliche Hetzjagt die gerade stattfindet."
  • "Ich finde es eine Schande, dass mitten in Deutschland wieder einmal eine Hexenjagd stattfindet. Aber hier sollen jetzt Puppenkäufer gefährdet sein. Das ist doch wohl ein schlechter Witz."
 
 
Aus: Neue Osnabrücker Zeitung  04.12.2009  Scientology auf dem Weihnachtsmarkt? 


"Auch auf dem Osnabrücker Weihnachtsmarkt werden nach unseren Recherchen die Adressen der Kunden gesammelt. „Für den Fall einer Reklamation“, wird den Käufern erklärt, warum sie persönliche Angaben machen sollen. Der Zwischenhändler aus Hildesheim, der die Puppen made in Baden-Württemberg in Osnabrück verkauft, weist die Vorwürfe eines möglichen Adressmissbrauches von sich. Ob Geld aus dem Verkauf über die Herstellerfirma an Scientology fließe, wisse er nicht. 

Nachfrage beim Firmeninhaber: Zunächst wird unserer Zeitung eine Stellungnahme übermittelt, die das Unternehmen so auch unter der Internetadresse www.unsere-klarstellung.de veröffentlicht hat. „Kumquats und die Firma L. Bodrik KG sind weder rechtlich noch organisatorisch an die Scientology-Kirche gebunden“, heißt es dort. Dem Vorwurf der Adressweitergabe wird widersprochen und gefragt: „Was soll irgendeine Kirche oder Weltanschauung mit Adressen von Leuten, die Puppen kaufen, anfangen?“ 

Unerwähnt bleibt in dieser Stellungnahme die Tatsache, dass der Firmensitz der L. Bodrik Kommanditgesellschaft 2001 in einem Verzeichnis des sogenannten „Wise“-Verbandes, Kurzform für „World Institute of Scientology Enterprises“, gelistet ist. Eingetragene Firmen verpflichten sich, nach Scientology-Richtlinien zu arbeiten. Damit konfrontiert, entgegnet der Firmeninhaber, dass es sich dabei um seine Privatadresse und nicht um den Produktionsstandort der Puppen handele."

Anmerkung: Privatadresse? Produktionsstandort? 
Die in der WISE-Liste 2001 genannten Adresse (>>) "75248 Oelbronn-Durr Oelbronner Str. 2/1" wird auch in der Firmen-Website als Firmen-Adresse genannt, ebenso in der Gegendarstellungs-Website, selbst im Handelsregister Amtsgericht Mannheim HRA 503328. Ein "Produktionsstandort" wird nirgendwo genannt. 
 
 
Aus: Süddeutsche Zeitung 04.09.1996 Scientologen nehmen Kindergärten ins Visier - Plüschtiere als Türöffner benutzt - Der Organisation zugeordnete „Kommission” will Eltern Informationen verkaufen   
Von Michael Stiller   


In Baden-Württemberg war ... die Masche dieser Firmen schon früher aktenkundig geworden. Das Frauenministerium hatte am 11. Februar 1994, gestützt auf Erkenntnisse von Polizei, Schulämtern und Kindergärten, einen direkten Zusammenhang zwischen dieser Art von Spielzeughandel und der zur Scientologen-Organisation gehörenden "Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte” (KVPM) hergestellt. Diese Gruppe trete auch durch den Verkauf von Handpuppen „an Kindergärten heran, um Kindergartenkinder und ihre Eltern für die Scientologen zu gewinnen”.   
....   
Waren die Puppenvertreter einmal im Besitz von Adressen der Besteller, bekamen diese nach kurzer Zeit einen Rundbrief der KVPM. Es wurde festgestellt, daß die Händleradresse mitunter mit der Anschrift der KVPM identisch war.
 
 
Aus: Pressedienst der SPD-Fraktion des Landtages von Baden-Württemberg 27.1.1994   


Handspielpuppen als Scientoloqy-Türöffner   

Carla Bregenzer warnt vor Einflußbemühungen in Kindergärten und Schulen Als weitere Masche, neue Mitglieder zu gewinnen, bezeichnet die sektenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion die Bemühungen von Handspielpuppenverkäufern und der "Kommission für Verstöße gegen die Menschenrechte in der Psychiatrie". Dazu hatte die Abgeordnete bereits Ende letzten Jahres eine Anfrage an die Landesregierung gerichtet, in den letzten Tagen haben sich Befürchtungen bestätigt, wie Veröffentlichungen aus dem Raum Karlsruhe und Informationen aus Mannheim und dem Raum Nürtingen/Reutlingen belegen.   

Offensichtlich flächendeckend in Baden-Württemberg seien zunächst freundliche Verkäufer von Handspielpuppen in die Kindergärten gekommen. Diese firmierten unter den Namen Happy Toys, Lucky Toys und Lovely Toys, enthielten jedoch keine Herstelleradresse. Auf den Lieferscheinen und Rechnungen firmiere im Raum Karlsruhe Andreas Krebs, der - nach Informationen der Abgeordneten - Mitarbeiter bei Stahlbautechnik Neckar in Altbach gewesen sei, solange dieser Betrieb dem hochrangigen Scientologen Gerhard Haag gehört habe. Die Adresse sei identisch mit der Adresse der KVPM, Landesgruppe Baden. Im Raum Reutlingen/Nürtingen vertreibe Peter Bonner die Handspielpuppen, der Gründungsmitglied der Mission in Würzburg gewesen sei. Dort sei als Adresse die des Dianetic-Zentrums in Reutlingen angegeben, wo er auch bestens bekannt sei.   

Ebenso flächendeckend erfolge im Anschluß an diese ersten Kontaktaufnahmen ein Brief der KVPM, die sich mit den Problemen hyperaktiver Kinder befaßten, unhaltbare Vorwürfe gegen Psychiater und das Mittel "Ritalin" enthalte und sich für Erzieherinnen und Eltern als Informanten anbiete. "Wer die Nöte von Eltern und Erzieherinnen mit Kindern kennt, die durch Umtriebigkeit, Unruhe und Konzentrationsstörungen auffallen, der weiß, daß diese oft nach jedem Strohhalm greifen. Der Brief der "Kommission" kann deshalb nur als infamer Versuch gewertet werden, Eltern und Erzieherinnen zu verunsichern und Scientology neue Mitglieder zuzuführen," wertet Carla Bregenzer die Kampagne.   

Entsetzt hätten Erzieherinnen über die wahre Herkunft der Puppen reagiert, denn die Verkäufer hätten sich nicht als der Scientology-Organisation zugehörig zu erkennen gegeben. Sie fühlten sich hinters Licht geführt, denn sie hätten nicht das geringste Interesse daran, durch den Kauf von Puppen, diese Organisation finanziell zu unterstützen.   

Die Landtagsabgeordnete fordert deshalb abschließend, daß die Landesregierung alle Kindergärten und Schulen vor diesen Handspielpuppenverkäufern wamt, damit diesen "Verkäufern" das Handwerk gelegt werde.

 
 
Aus: muensterschezeitung.de, 10.12.2007 Adventsmarkt: Scientology-Anhänger sammelt Adressen   


2001 ... hatte der Betreiber des Christkindlmarkts in Nürnberg dem Budenbetreiber Thomas Görtler  verboten, von seinen Kunden die Adresse zu verlangen. Weil Scientology über die Puppen versuche, an Kontaktdaten zu kommen, hieß es in den Nürnberger Nachrichten. Wenn man die Verkäuferin zwischen den bunten Puppen auf dem Weihnachtsmarkt in Münster nach Verbindungen zu Scientology fragt, sagt sie, man habe ihr versichert, die gebe es nicht. Man müsse ihren Chef fragen: Thomas Görtler. Der sammelt auch in Münster eifrig Adressen, streitet jedoch ab, diese weiterzugeben. "Keine der Adressen verlässt unser Haus", sagt er. Warum er sie sammle? Jedes Unternehmen mache das. Wer unterschreibe, bekomme Werbung. Mehr nicht. Man zwinge niemanden zur Unterschrift. Die Firma von Ludwig Bodrik hat eine Verquickung der Interessen von Unternehmen und Scientology ebenfalls mehrfach zurückgewiesen. Es gehe um den Verkauf von Spielzeug. ...  Dass Thomas Görtler Scientology-Mitglied ist, streitet er nicht ab. Aber das sei Privatsache und habe mit dem Geschäft nichts zu tun. Brigitte Hahn sagt: "Sicher ist, dass Kumquat-Käufer vor Jahren Propaganda von der KVPM bekamen." 
Thomas Görtler (>>) bestätigt also das Sammeln von Adressen. Auch Thomas Görtler betreibt eine Bekenner-Website: "Ich bin Scientologe". In der WISE-Liste 2001 war er ebenfalls eingetragen. Inzwischen  hat er den Arbeitgeber gewechselt, wie er in www.XING.de berichtet. Demnach war er  
    "10/1994 - 01/2008 (13 Jahre, 4 Monate) Vertriebsleiter L. Bodrik KG, http://www.kumquats.de Branche: Andere, Pädagogische Handpuppen". 
 
 
 

 Sachfremde Zwecke?

Die Formulierung in der Gegendarstellung "Sonst gibt es keinen weiteren sachfremden Zweck" bezieht sich vermutlich auf die manchmal geäusserte Vermutung, Zweck der WISE-Firmen sei es, Scientology zu finanzieren. Auxch diese Formulierung meint nicht die direkte Finanzierung, sondern die indirekte.

Wenn allerdings die Inhaber ihren "Lebensunterhalt" mit den Einnahmen aus der Firma bestreiten, dann sicher auch die Ausgaben für ihre Scientology-Mitgliedschaft.

Dazu gehören auch die Ausgaben für WISE und IAS, die zumindest früher getätigt wurden.
WISE und IAS veröffentlichen Mitgliederlisten, die keineswegs als intern oder vertraulich bezeichnet werden.
Es handelt sich um umfangreiche Hefte in aufwendigem Farbdruck.
 
 
 

WISE-Eintragung
 
WISE ist ein Verband von Firmen, die von Scientologen betrieben werden.  
Im WISE-Directory 2001 (Titel rechts)  
war eingetragen: 
     
in der Rubrik "Distribution Services" 
    "Bodrik, Ludwig 75248 Oelbronn-Durr Oelbronner Str. 2/1 Germany Tel (+49) 072377390
Hier dieselbe Telefonnummer aus der Website www.Kumquats.de (vom 20.12.2009): 
in der Rubrik "Sales" über Thomas Görtler (>>) 
    Goertler, Thomas, Puppets, Gotenstr. 75, 10829 Berlin, Germany Tel. (+49) 3xxxxxxxxxx E-Mail: kumquats@t-online.de
 
 

Mit der Eintragung ist nichts darüber gesagt, welche Zahlungen Bodrik oder seine Firma geleistet hat.
Zu den Zahlungen an WISE vgl. WISE.htm#Beitraege
Bei Dauerberatung sind Gebühren bis zu 15 % vom Bruttoumsatz denkbar, hier allerdings eher unwahrscheinlich.

Danach  gab es offenbar keine Einträge In der WISE-Liste mehr, was aber nicht zwingend bedeuten muss, dass Bodrik nicht nicht mehr WISE-Mitglied war. Die Website www.unsere-klarstellung.de macht darüber keine Angaben, weder über die Mitgliedschaft, noch über einen Austritt.
 
 
 

IAS-Eintragung

IAS ist die International Association of Scientologists. IAS sammelt Mitgliedsbeiträge und Spenden.
 
Die IAS organisiert nicht ewa das Vereinsleben von Scientologen. Sondern vor allem den Kampf gegen Kritik. Hier die Broschüre "Religiöse Apartheid 1996 - Unterdrückung von Grundrechten religiöser Minderheiten in Deutschland".
 
Hier das IAS-Magazin "Impact" Nr. 115/2006, deutsche Ausgabe. In diesem Magazin werden keine Mitgliederlisten veröffentlicht, wohl aber die Namen besonders spendabler Scientologen, als "Patrons" bezeichnet.     
  • Ludwig Bodrik ist dort in der "Honor Roll" eingetragen, der "Ehren-Liste", hat also mindestens 20.000 Dollar gespendet.    
  • Andreas Krebs ist "Patron with Honors", hat also mindestens 100.000 Dollar gespendet. Er betreibt eine Bekenner-Website. Laut Eintragung der Firma L. Bodrik KG beim Amtsgericht Mannheim HRA 503328. vom 25.11.2009 hat Krebs Einzelprokura und ist Kommanditist , also Teilhaber mit einer Einlage von 15.000 DM. 
 
In der "Honor Roll" sind 2527  Spender namentlich eingetragen. Diese haben also zusammen etwa 53 Millionen Dollar gespendet. Insgesamt stehen in der Liste Spenden in Höhe von mindestens 383 Millionen Dollar
(Quelle: http://www.forum.exscn.net/showthread.php?p=228856).
 

Somit steht fest, dass die Inhaber der Kumquats-Firma Scientologen sind und erheblich Beträge an Scientology gespendet haben.

Damit ist auch die in der Presse übliche Kurzfassung berechtigt, dass mit dem Kauf der Puppen indirekt Scientology unterstützt wird.
 
Aus: http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/oberhausen/2009/11/20/news-141476784/detail.html    


Harmlose Handpuppen? "Der Besitzer der Firma ist eindeutig Scientologe”, weiß Sabine Riede, Leiterin der Sekteninfo Essen. Doch viele Käufer ahnen nicht, dass sie mit diesem Weihnachtsgeschenk die Scientology-Kirche unterstützen – zumindest finanziell. Denn es ist durchaus bekannt, dass Mitglieder "einen hohen Anteil ihres Einkommens an Scientology spenden müssen”, so Riede.
 


Die Firma Kumquats-Bodrik veröffentlicht in ihrer Website www.unsere-klarstellung.de einen wohlwollenden Bericht der Saarbrücker Zeitung vom 17.1.1996. Der Firma dürfte wohl kaum entgangen sein, dass dieselbe Zeitung kurz darauf einen kritischen Artikel gebracht hat:
 
Aus: Saarbrücker Zeitung 26.03.1996 "Keine Ängste schüren, aber aufklären" Jeannette Schweitzer informierte über die Gefahren durch Scientologen   


Völklingen/Bous (fri). "Wir wollen keine Ängste schüren, wir wollen aufklären", hieß es am Ende. Dennoch: Ein beklemmendes Gefühl blieb nach dem Vortrag von Jeannette Schweitzer, Ex-Scientologin und Vorsitzende des Vitem (Verein für die Interessen terrorisierter Mitmenschen). Nach wie vor setze die Scientology-Organisation alles daran, um Mitglieder über Kurse zu werben und die Wirtschaft zu unterwandern, erklärte die Ex-Scientologin. Da nannte sie auch gleich Namen. Zum Beispiel die "Kumquats", fast kindgroße Puppen eines saarländischen Herstellers. Der stehe, so die Vitem-Vorsitzende, nach Erkenntnissen ihres Vereins mit der Scientology in Verbindung. Nahezu auf allen Messen sei diese Firma präsent, wobei sie sich gerne die Adressen von Kaufinteressenten geben lasse. ...
 
 
 



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