Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
   Adresse dieser Seite: Kopenhagen-Protokoll-1981.htm 
Zuletzt bearbeitet am 15.3.2010 
Beratung | Impressum | zur Homepage | zur Inhaltsseite | AGPF-Spendenkonto
 
 
 
Ehemalige Scientologin sagt aus:
"Ausgebildet, um unter Eid zu lügen"
 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema in dieser Website: In anderen Websites:
  • www.AGPF.de: Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt

 

AGPF-Materialdienst 13/84



In einem Prozess in Kopenhagen hat eine ehemalige Scientologin 1981 eine Aussage gemacht. Dazu: Das Kopenhagen-Protokoll.(>>)
Englische Version: http://www.entheta.net/entheta/go/legal/damman.htm
 

Dieselbe Zeugin hat am 18.8.81 auch dem ARD-Magazin MONITOR Rede und Antwort gestanden:
 
Aus: ARD-Magazin MONITOR vom 18.8.1981 


Frage: Wissen  Sie von besonderen Anweisungen für Scientologen, wenn sie vor Gericht stehen?  
Antwort: Ich kenne einen Fall, bei dem Scientology-Angehörige als Zeugen vor Gericht standen. Sie wurden wochenlang vorher geschult, falsche oder doch fast falsche Aussagen zu machen, damit Scientology ungeschoren blieb.  
Frage: Meinen Sie, ausgebildet um unter Eid zu lügen ?  
Antwort:  Ja, ausgebildet, um unter Eid zu lügen.  
Frage: Kommen diese Anweisungen von ganz oben oder von unteren Stellen?  
Antwort: Diese Anweisungen kommen von der denkbar höchsten Instanz, von L. Ron Hubbard selbst. 
 

Auszüge aus dem Kopenhagen-Protokoll:

Frage: Heißt dies tatsächlich, daß ein Programm erarbeitet wird, was und wie die Scientologen vor Gericht aussagen sollen ?
Antwort: Ja
Frage: Wird dafür ein richtiges Programm erstellt?
Antwort: Ja
Frage: Ist es so, daß die Scientologen bestärkt werden, etwas anderes als die Wahrheit auszusagen? Das kann ich kaum glauben.
Antwort: Ja
Frage: Sie sagen, Sie wußten, daß es Instruktionen gab, die besagen, daß wenn nötig Scientologen vor Gericht lügen sollten - und Sie bestätigen dies unter Eid ?
Antwort: Ja

Hier einige weitere markante Aussagen der Zeugin:

Antwort: "Zum Schluß mußte ich sogar anfangen, die Wände in den Räumen mit einer Zahnbürste zu schrubben"
Frage: "Wände mit einer Zahnbürste schrubben ...?
Antwort: "Ja, Zahnbürste"
Frage: Wer gab Ihnen des Auftrag?
Antwort: "Jemand, der Palle Johansen heißt. Er war Ethik-Officer - das heißt, er war verantwortlich für Leute unter Disziplinarstrafe."
Frage: "Das ist nicht nur ein bildlicher Vergleich, oder ? Es war etwas, was Sie wirklich durchführen mußten ?
Antwort: "Nein, es ist keine Metapher. Es ist wahr. Das war eine Technik, die speziell erfunden wurde für die Leute, die sich nicht an die Regeln hielten und sich somit an die Regeln halten sollten"
Frage: "Sie werden wahrscheinlich verstehen, daß sich das für uns sehr ungewöhnlich anhört."
Antwort: "Selbst für mich, obwohl ich schon lange dabei war. Ich sagte ihnen, ich würde es nicht machen und dann mußte ich wählen: entweder ich tat, was man mir sagte ....
Antwort: "Was in Scientology vor sich geht, ist simple Gehirnwäsche"
 
 
 

Ähnliche Aussagen

Daß dies keineswegs ein Einzelfall ist, zeigen die folgenden Auszüge aus eidesstattlichen Versicherungen, die in den USA in einem 200 Millionen Dollar-Schadensersatzprozeß vorgelegt wurden:

"Ich sah .. mit eigenen Augen, wie jemand mit Ketten mehrere Wochen lang an Leitungsrohre im Heizraum des Gebäudes  Fort Harrison gefesselt war"   ( ABI 12-80-85)

"Während meines Aufenthaltes auf der Apollo beobachtete ich zahlreiche Strafen, die verhängt wurden wegen vieler kleiner Übertretungen oder Fehler im Zusammenhang mit den sehr strengen und exzentrischen Richtlinien Hubbards. In vielen Fällen beobachtete ich, wie jemand in die "Kettenkästen" des Schiffs gesteckt wurde, und zwar auf direkten Befehl Hubbards. Diese Kästen waren kleine, übelriechende Löcher, die mit Gittern abgedeckt waren und zur Lagerung der Ankerkette dienten. Ich sah, wie ein Junge dort  30 Nächte lang eingesperrt wurde; er heulte und bettelte herausgelassen zu werden. Er durfte nur herauskommen, um den Schiffsboden dort zu reinigen, wo der Schiffsabfall gesammelt wurde".  (ABI 12-80-82)
 
 
 

Das Kopenhagen-Protokoll

Übersetzung - Hervorhebungen nicht im Original - Der Name der Zeugin liegt vor

Stenographenbericht der Zeugenassage im
Östlichen Bezirk des Dänischen Hohen Gerichtes im Bereich 14
Mittwoch, 11.März, Donnerstag, 12. März, Freitag, 13.März und Montag, 16.März 1981.

JACOB ANDERSON  -  SCIENTOLOGY
 

503/1978 (7043)
Mr.Jörgen Jacobsen, Rechtsanwalt
Mr. Jakob Andersen, Report
gegen
Mr. Erik Jensen und Mr. V.Leifer Rechtsanwälte
Mr. Per Olof Jörgensen,
Mr. Robert ('Bob') Metzler
Mr. Peter Jansen und the Church of Scientology Denmark

ef. 386/1976 (6538)
Mr. Jakob Andersen
gegen
The Church of Sc.Denmark
repräsentiert durch
Mr. Carl Heldt, Priester,
Mr. Allan Juvonen, Priester, und
Mr. Peter Jansen, Priester

cf. 393/1979 (6638)
The Church of Scientology
gegen
Mr Jakob Andersen

cf. 398/1979 (6739)
Mr. Jakob Andersen
Walter H. Bowart

cf. 416/1979 (6977)
Mr. Jakob Andersen
gegen
The Church of Scientolocy
Danemark, Mr. Peter Jensen,
Priester, and
Mr. Erik Haaest, Editor

erstellt durch den authorisierten Gerichtstenographen Mr.. Björn Einersen
 

Das Kopenhagen-Protokoll
 

VORSITZENDER RICHTER: Sie sind aufgefordert, vor diesem Gericht zu stehen, um auf Wunsch des Klägers als Zeuge auszusagen. Sie müssen wissen, daß Sie verpflichtet sind, vor diesem Gericht auszusagen, und daß Sie unter Eid stehen.

JACOBSEN: In welcher Zeit waren Sie bei der Scientology?
ZEUGIN: Ich begann imOktober1973 und endete im November 1979.
JACOBSEN: In welcher Zeit waren Sie im Guardian Office beschäftigt?
ZEUGIN: Von Mitte 1978 bis November 1979.
JACOBSEN: In welcher Eigenschaft, in welcher Position?
ZEUGIN: Ich begann als eine Art Projekt-Organisator. Dies ist eine Angelegenheit, die in verschiedenen Teilen der Welt von Scientologen arrangiert wird, und zu dieser Zeit wurde es in Kopenhagen arrangiert. Meine Aufgabe war es, zu sehen, daß alles gut lief.
LEIFER: Können wir das nicht etwas genauer erfahren...
JACOBSEN: Ich möchte nicht unterbrochen werden von Herrn Leifer.
LEIFER: Ja, aber...
VORSITZENDER RICHTER: Ihr Opponent hat gebeten, ihn nicht zu unterbrechen in dieser Zeugenaussage .
LEIFER: Gut, aber da gab es schon jetzt nicht korrekte Aussagen.
VORSITZENDER RICHTER: Das mag sein, aber während des Kreuzverhörs werden Sie die Möglichkeit haben, darüber Fragen zu stellen.
JACOBSEN: Als was hörten Sie auf ? In welcher Position?
ZEUGIN: Ich wurde Chef des Büros,. das sich 'Soziale Koordination' nennt. Ich war bis Mai 1978 dort, bis ich Direktor für Rehabilitation im selben Büro wurde.
ERIK JENSEN: Jetzt muß ich unterbrechen. Ich konnte den Zeugen gerade nicht verstehen.
JACOBSEN: Waren Sie 'Assistant Guardian'?
ZEUGIN: Nein. Ja, das ist Assistant Guardian für Soziale Koordination.
VORSITZENDER RICHTER: Ich verstehe. daß Sie von 1973 bis 1979 dort waren. Wann bekamen Sie diese Position?
ZEUGIN: Als ich Chef des Büros für Soziale Koordination wurde, von Dezember 1976 bis Mai 1978. Dann wurde ich Direktor für Rehabilitation innerhalb desselben Büros. Diese Position hatte ich bis November 1979 inne.
LEIFER: Ich möchte hier sagen, daß ich interessiert bin klarzustellen, wo Frau Damme gearbeitet hat, denn soweit ich weiß, arbeitete sie nicht in der Jembanegade 6 und hatte keine Verbindungen zu Mr. Jörgensen.
VORSITZENDER RICHTER: Gut, aber.....
LEIFER: Dann ist es also nicht so wichtig, wenn sie keine Verbindung mit ihm hatte.
JACOBSEN: Die Zeit drängt. Es dauert fünf Minuten und ich darf dann nicht meine Zeugen überprüfen.
LEIFER:  Wir müssen uns mit dem beschäftigen was wichtig und relevant ist.
JACOBSEN: Darüber hätten Sie nachdenken müssen, als Sie Ihren Zeugen überprüft haben.
VORSITZENDER RICHTER: Das ist genug jetzt!
JACOBSEN: Ungefähr um diese Zeit: Ich möchte Sie fragen: Was ist die Funktion des 'Guardian Office'?
ZEUGIN: Sich um die Öffentlichkeit draußen zu kümmern, das heißt z.B. Leute, die noch nicht in der Scientology Organisation sind. Diese Öffentlichkeit das sind Leute, die gegen Scientology sind, das sind Presse, Prozesse, Verfahren, - wie dieses hier -, das alles, wie sagt man, als "wohltätige" Arbeit, in Anführungsstriche.
LEIFER: Warum Anführungsstriche?
VORSITZENDER RICHTER: Mr. Leifer, jetzt hören Sie aber wirklich auf.
ZEUGIN: Ich werde darauf zurückkommen.
JACOBSEN: Ich möchte Sie fragen: War es die spezielle Aufgabe des Guardian Office, gegen die Scientology Gegner zu kämpfen?
ZEUGIN: Ja, das war deren spezielle Aufgabe.
JACOBSEN: Woher kamen die Anweisungen? Wer war der ,Kopf' des Guardian Office? Zu Ende Ihrer Zeit dort? In Kopenhagen?
ZEUGIN: In Kopenhagen ist es Bob Metzler.
JACOBSEN: Wer war sein direkter Vorgesetzter?
ZEUGIN: Jane Kember.
JACOBSEN: Ist es richtig, daß das Guardian Office Dänemark keine wichtigen Dinge tun, Entscheidungen vornehmen kann, z.B. keine Aktion durchführen kann, ohne die Genehmigung des Guardian Office Weltweit in England?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Heißt das, daß alle Aktionen in diesem Land aufgrund von Instruktionen und Besprechungen mit dem Guardian Office Weltweit erfolgten?
LEIFER: Entschuldigung, aber das ist eine Leitfrage.
JACOBSEN: Ich werde langsam müde von den Unterbrechungen des Herrn Leifer.
LEIFER: Und ich bin es langsam leid wie Sie Ihre Fragen stellen.
VORSITZENDER RICHTER: Bitte überlassen Sie das mir. Es gibt keinen Grund zu glauben, daß irgendwelche Probleme entstehen. Es ist eigentlich Ihr Zeuge.
ZEUGIN: Mir macht es nichts aus zu antworten. Es ist richtig, daß jeder Prozeß, der' in Kopenhagen stattfindet, zuerst vom Guardian Office programmiert wird, dann zu Guardian Weltweit gesandt wird zur Bewilligung und Überprüfung, und dann erst zu Ausführung zurückgeschickt wird.
JACOBSEN: Werden manchmal irgendwo anders Entscheidungen getroffen - nicht nur Entscheidungen meine ich, sondern überhaupt Entschlüsse, ob etwas Bestimmtes getan werden muß - ohne, daß irgend etwas von seiten Dänemarks dazu gesagt wird?
ZEUGIN: Entschuldigung, aber ich habe diese Frage nicht verstanden.
JACOBSEN: Es mag nicht' gerade leicht sein. Da gab es eine Verleumdungsaktion gegen Professor Schulsinger. Wissen Sie etwas darüber?
ZEUGIN: Ja, darüber habe ich ebenfalls geschrieben.
ERIK JENSEN: Ich habe wieder nicht verstanden. Kann (die Zeugin) bitte direkt zum Gericht sprechen?
JACOBSEN: Bitte berichten Sie kurz, wer entschieden hat, eine Verleumdungsaktion gegen Professor Schulsinger zu starten.
ZEUGIN: Diese Entscheidung fiel durch das Guardian Office Weltweit in England.
ERIK JENSEN: Gut. Vielen Dank.
VORSITZENDER RICHTER: Wir können diese Verwirrung vermeiden, wenn Sie bitte so laut wie möglich sprechen und die Gegenseite sich bitte ruhig verhält.
ZEUGIN: Ja, das wäre gut.
JACOBSEN: Woher wußten Sie davon?
ZEUGIN: Ich sah dieses Programm, als es vom Guardian Office Weltweit kam. Es wurde geschrieben im Weltweit-Office, bevor es nach Dänemark kam. Es wurde an die Stelle geschickt, wo ich im Guardian Office Europa arbeitete, und der Auftrag war, das Programm durch das Guardian Office Dänemark ausführen zu lassen. Der Vorschlag zu diesem Programm wurde..wahrscheinlich durch das Dänische Büro gemacht, aber erst in England bewilligt, denn es kann nicht ohne Erlaubnis des Büros in England durchgeführt werden.
JACOBSEN: Was meinen Sie mit dem ,Programm'?
ZEUGIN: Ein ,Programm wird erstellt nach dem man Schritt für Schritt vorgeht. Da müssen viele Dinge gemacht werden, um eine Aktion zusammenzustellen. Zuerst muß man Nachweise und Beweise finden, und dann ist die Aktion in Phasen geplant bevor sie durchgeführt wird, bevor Besprechungen und Beschwerden kommen, oder was es sein mag. Im Fall Schulsinger z.B. mußte die Gruppe - es war die Kommission .für Menschenrechte - Instruktionen und Training erhalten darüber, was sie bei einem Erscheinen vor Gericht auszusagen hätte, usw.  Alle diese Dinge werden in verschiedene  Phasen aufgesplittet, z.B. Punkt 1: Erreiche Ingelise Hooernaert. Punkt 2: Sag ihr, was sie vor Gericht auszusagen hat. Punkt 3:...
JACOBSEN: Heißt dies tatsächlich, daß ein Programm erarbeitet wird, was und wie die Scientologen vor Gericht aussagen sollen?
ZEUGIN: Ja
JACOBSEN: Wird dafür ein richtiges Programm erstellt?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Ist es so  daß die Scientologen bestärkt werden etwas anderes als die Wahrheit auszusagen? Das kann ich kaum glauben.
ZEUGIN: Ja.
LEIFER: Jetzt möchte ich aber auf einen Punkt hinweisen. Heute, vor einiger Zeit, wurde ein Zeuge darauf aufmerksam gemacht, die Pflicht eines Zeugen zu erfüllen. Der Zeuge soll sich bewußt sein, daß aller Wahrscheinlichkeit nach die Church of Sc. ihn verantwortlich machen wird für seine Aussage unter Meineid.
VORSITZENDER RICHTER: Sie kennen Ihre Pflichten als Zeuge. Ich vermute, daß Sie sich Ihrer Situation schon vorher voll bewußt waren.

LEIFER: Ich führte den Fall gegen Schulsinger und gewann Ihn.
JACOBSEN:  Mr. Leifer wird wohl das Wort öfter erteilt als mir
VORSITZENDER RICHTER: Ich versuche mein Bestes. Aber auf der anderen Seite glaube ich, sollte es erlaubt sein, daß Mr. Leifer an dieser Stelle berechtigterweise unterbrechen durfte, um hinzuweisen, daß er an seiner Stelle den Zeugen warnen würde - wie Sie gleichfalls seinen Zeugen heute bereits warnten. Das muß ein Ausgleich sein.
JACOBSEN: Ja, das hätte von Anfang an gesagt werden können. Sie sagen, Sie wußten, daß es Instruktionen gab, die besagen, daß wenn nötig Scientologen vor Gericht lügen sollten  und Sie bestätigen dies unter Eid?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Wo haben Sie diese gesehen?
ZEUGIN: Ich habe diese gesehen, da ich einmal damit betraut war, ein Programm zu schreiben, was das "Legalisierungs-Departement" zu Bewilligung zugesandt hatte. Stück für Stück wurde genannt, was Zeugen, wenn es diese gab, in einem Prozeß, der in Holland lief, zu sagen hatten vor Gericht, und es beinhaltete gänzliche Lügen. Ich sah dies zur Zeit als ich es aus schrieb.
LEIFER: Entschuldigen Sie, Holland...
VORSITZENDER RICHTER: Jetzt hören Sie bitte auf.
LEIFER: Aber es war gegen Schulsinger.
VORSITZENDER RICHTER: Mr. Leifer, wir standen immer auf gutem Fuß miteinander. Sie sind der älteste Rechtsanwalt in der Stadt und genießen großes Ansehen.
LEIFER: Das ist korrekt, aber ich war es, der den Fall Schulsinger damals geleitet hat und dieser hatte nichts mit Holland zu tun.
VORSITZENDER RICHTER: Das mag sein, aber wir müssen jetzt endlich mal Ruhe haben. Anderenfalls kann ich nicht diesem Gericht vorsitzen in einer Art und Weise, daß alle zufriedengestellt sind.
JACOBSEN: Haben Sie persönliche Aufträge vom World Headquarter erhalten oder ausgeführt?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Haben Sie je  einen Auftrag in Richtung  erhalten, daß Versuche gemacht werden sollten, eine Person zu belästigen oder zu schikanieren?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Können Sie uns einige Beispiele geben?
ZEUGIN: Ja: Die Nationale Gesellschaft zum Wohl der Geisteskranken (in Dänisch: Lansforneningen for Sindsidendes, LSV). Als Chef das Büros für Soziale Koordination habe ich organisiert bzw. überwacht z.B. eine Gruppe, die "Bürgerkommission für Menschenrechte" genannt wurde. Ihre Ziele sind es, Psychiater anzugreifen. Das erklärte Ziel ist, Menschenrechte für psychiatrische Patienten aufzuzeigen; aber gleichzeitig auch in Hinsicht auf die Nationale Gesellschaft zum Wohl der Geistesgestörten erhielten wir Instruktionen, darauf zu achten, daß wir alles uns mögliche taten, die LSV selbst anzugreifen.
ERIK JENSEN: Entschuldigung - was ist LSV?
JACOBSEN: Die Nationale Gesellschaft für das Wohl der Geistesgestörten - dies wurde mehrmals gesagt.
ZEUGIN: Wir erhielten von England Instruktionen, daß wir so hart wie möglich gegen diese Gesellschaft arbeiten sollten. Wir erschienen in Sitzungen und versuchten, diese Meetings zu stören und unterbrechen, und vor allem darauf zu achten, daß alles, was nur irgendwie negativ gegen diese Gesellschaft ausgelegt werden konnte, an die Presse geleitet wurde usw., um zu versuchen diese Organisation in ein schlechtes Licht zu stellen.
JACOBSEN: Können Sie Beispiele in einer Person geben? Innerhalb der LSV oder allgemein?
JACOBSEN: Ja, ich meine ob Sie Aufträge erhielten, gegen eine einzelne Person oder Institution vorzugehen? Ja, Mr. Finn Jörgensen, Psychiater im St. Hans Hospital für Geistesgestörte.
JACOBSEN: Irgendwelche andere Beispiele?
ZEUGIN: Im Moment fallen mir keine anderen so schnell ein.
JACOBSEN: Ich möchte Ihnen einige allgemeinen Fragen stellen: Was geschieht nach Ihrer Erfahrung, wenn eine Scientology-Organisation in einem Land z.B. Dänemark, kritisiert wird durch Personen oder Organisationen?
ZEUGIN: Gut, lassen Sie uns annehmen, eine Zeitung bringt einen negativen Artikel über Scientology. Dieser Artikel wird dann übersetzt und an das Europa-Büro und dann nach England gesandt - dort gibt es dann Standard-Instruktionen, wie man in einem solchen Fall vorgeht. Zuerst verlangt  man eine Korrektur in der Zeitung. Das heißt, daß man versucht, eine Korrektur der Dinge zu erreichen, von denen man denkt, daß sie falsch dargestellt sind. Dann sieht man vor, daß die Person, die für diesen speziellen Artikel verantwortlich zeichnet, also der Zeitungsherausgeber - verantwortlich gemäß Pressegesetz- gescheckt wird; wenn diese Sache weiterläuft, - nehmen wir an, die Zeitung bringt negative Dinge über die Scientology - hebt man die Fakten, die man über diese Person herausgefunden hat, hervor.
JACOBSEN: Welche Art von Fakten/Dingen?
ZEUGIN: Nun, zuerst einmal sucht man nach sexuellen, kriminellen Punkten, sexuelles Verhalten - denn das ist Ron Hubbard's Anweisung. Er glaubt, man könne das meiste in diesem Bereich finden.
JACOBSEN: Ich verstehe also richtig, daß wenn es einen Zeitungsverleger gibt, der nicht spurt, versucht man also, Eigenarten aus seinen sexuellen Beziehungen auszugraben, um diese gegen ihn zu verwenden, um ihm zu schaden? Ist das richtig?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Haben Sie selbst an solchen Sachen teilgenommen?
ZEUGIN: Ja, das habe ich gesehen.
JACOBSEN: Sie waren nie selbst mit einbezogen, aber Sie haben es gesehen?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Ist es richtig, daß es eine Reihe von geschriebenen Anweisungen gibt, sogenannte Policy-Letters (,Taktische Anweisungen) d.h. Aufträge vom Welt-Headquarter, mit standardisierten Maßnahmen zum Angriff gegenüber Kritikern?
ZEUGIN:  Ja, das ist korrekt.
JACOBSEN: Können Sie uns sagen, welche Befugnis diese Policy Letters in Bezug auf die lokalen Guardian's Offices darstellen? Ist es etwas, was Sie nach Vorschrift zu befolgen haben'?
ZEUGIN: Ja, das ist so. Das ist ein Policy Letter, z.B. unterschrieben von Ron Hubbard oder unterschrieben von...
JACOBSEN: Jane Kember?
ZEUGIN: Ja, dann ist es nicht ein Policy Letter innerhalb der Guardian's Offices, und muß von denen durchgeführt werden, die in dem Bereich der Aktivitäten tätig sind.
JACOBSEN: Es kann z.B. vorschreiben, daß eine Person angegriffen werden soll?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Haben Sie Exemplare davon gesehen?
ZEUGIN: Ja, das habe ich.
JACOBSEN: Was geschieht, wenn eine Person eine diese Anweisungen erhält, zwar verantwortlich für die Durchführungist, aber sich weigert, einen solchen Auftrag durchzuführen oder anders als gemäß den Vorschriften ausführt? Was passiert dann?
ZEUGIN: Wenn jemand verweigert, eine Anweisung des Worldwide-Office auszuführen, können verschiedene Dinge geschehen. In den meisten Fällen wird diese Person angehalten, diese Instruktion nochmals mehrmals zu lesen, bis er sie versteht, denn dann ist es meist so, daß er die Anweisungen wirklich ausführt wie vorgeschrieben. Wenn er sich jedoch immer noch weigert, obwohl man den Auftrag für richtig hält, wird er bestraft, bekommt er eine Disziplinar-Strafe.
JACOBSEN: Was könnte das sein?
ZEUGIN: Da gibt es verschiedene Grade. Wenn es sich um eine schwerwiegende Disziplinar-Strafe handelt, wird man isoliert. Ich meine nicht, hinter einer Tür eingeschlossen, sondern isoliert von Kommunikation mit den Kollegen. Man darf dann nicht mehr mit Ihnen sprechen. Man darf mit niemandem mehr sprechen. Sie müssen alle Ihren Dinge des ganzen Jahres und des vergangenen Jahres aufschreiben. Wenn Sie dies für einige Tage getan haben, wird vor dem E-Meter geprüft und gefragt, ob man das Aufschreiben abgeschlossen hat. Zeigt das E-Meter jedoch, daß man noch nicht fertig ist mit dem Auflisten der ,schlechten Dinge', wird man aufgefordert, weitere Punkte aufzuschreiben; Zur gleichen Zeit ist man gezwungen, ziemlich harte physische. Arbeiten auszuführen, Wände abzuwaschen oder Fußböden, schwere Gegenstände zu befördern. Man muß alle Arbeiten tun, die schwer, unangenehm und kompliziert sind. Das muß man solange tun, bis man korrigiert bzw. rehabilitiert ist, so daß man damit einverstanden ist, das auszuführen, worum man zu Beginn gebeten wurde.
JACOBSEN: Hat Scientology eigene Gerichte?
ZEUGIN: Ja, es gibt interne Gerichte.
JACOBSEN:. Wie werden sie genannt?
ZEUGIN: Untersuchungskommission.
JACOBSEN: Haben Sie vor einem Gericht gestanden?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Wo?
ZEUGIN: Hier in Dänemark und einmal in England. Wie wurde über Sie entschieden?
ZEUGIN: Degradierung.
JACOBSEN: Wissen Sie etwas über andere Anwesende hier in diesem Gerichtsraum - nun, ich weiß nicht, ob Sie sich umgesehen haben - ich denke da an Juvonen und Peter Jensen.
ZEUGIN: Ja, ich weiß etwas über Allan Juvonen und Per Olaf Jörgensen.
JACOBSEN: Warum? Was geschah mit Per Olaf Jörgensen?
ZEUGIN: Per Olaf Jörgensen machte einmal eine Schweinerei aus einer Sache, die in der Zeitung EKSTRA BLADET veröffentlicht wurde. Es war seine Angelegenheit, Jakob Andersen einen schlechten Ruf zu verschaffen - was Scientology schon immer versuchte, zumindest seit der Zeit, als ich mich Scientology angeschlossen habe. Es war nicht sehr erfolgreich. Die ganze Sache wurde entdeckt und im EKSTRA BLADET veröffentlicht. Er bekam eine Disziplinarstrafe dafür. Nicht deshalb, weil er es gemacht -vielmehr, weil er es so schlecht gemacht hatte, daß es entdeckt wurde.
JACOBSEN: Wenn ich Sie richtig verstehe, war dies-eine Sache, mit der er beauftragt war. Er selbst hat erkl~rt dies wäre alles komplett seine Idee gewesen und niemand hätte ihn dazu aufgefordert.
ZEUGIN: Aber das ist nicht richtig.
JACOBSEN: Wer hatte ihn beauftragt?
ZEUGIN: Nun zumindest hatte er Instruktionen von Bob Metzler und außerdem bekam er Anweisungen von B-1 für Europa und auch vom World Wide.
VORSITZENDER RICHTER: Bitte lassen Sie uns dies einmal langsam durchgehen.
DAiMMAN: Der oben genannte Bob Metzler und das Guardian's Office; das Informationsoffice in Europa.
VORSITZENDER RICHTER: Wo ist das?
ZEUGIN:  In Nordre Jasanvej.
VORSITZENDER RICHTER: Also in Copenhagen'>.
ZEUGIN: Zumindest bis vor kurzer Zeit noch. Ich glaube, sie sind gerade erst umgezogen.
JACOBSEN: Darf ich Sie fragen:Wer ist der Chef von B-1?
ZEUGIN: In Europa?
JACOBSEN: Ja.
ZEUGIN: Lennart Larsson.
JACOBSEN: Was ist B-1?
ZEUGIN: Das sind diejenigen, die mit den Leuten sich befassen, die die Scientology angreifen. Sie beschäftigen sich mit schwierigen Angestellten, ihrem Hintergrundund sie haben alle Unterlagen über diese Mitarbeiter. Weiter befassen sie sich mit denjenigen Nicht-Scientologen, die die Organisation angreifen, legen Berichte, Akten und Mikrofilme an, so daß diese Berichte aufbewahrt werden können. Und sie behandeln Extrem-Fälle - derart, wie Jakob nun - das ist, womit Per Olof Jörgensen sich im Büro genannt B-1 oder Informationsbüro befaßt.
ERIK JENSEN: Entschuldigung - 'Jakob' - ist das Jakob Andersen?
ZEUGIN: Ja.
LEIFER: Nennen Sie ihn beim Vornamen?
ZEUGIN: Ja, Sie Nicht?
LEIFER:  Nein, ich nenne Leute nie beim Vornamen, mit Ausnahme von Leuten, die ich seit mehr als 50 Jahre kenne.
JACOBSEN: Aber Sie nennen Ihn beim Vornamen?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Was wurde in seinem Fall unternommen?
ZEUGIN: Es wurde versucht, ihn zu diskreditieren. Man versuchte, Gerüchte über ihn aufzubringen oder Dinge, die ihn dermaßen diskreditieren würden, daß er wahrscheinlich aufhören würde, Scientology zu attackieren. Dies war also Per Olof Jörgensens Aufgabe.
VORSITZENDER  RICHTER: Es wurde B-1 genannt?.
ZEUGIN: Ja, B-1. Ich kenne andere Fälle, bei denen sie in Dänemark operiert haben...
JACOBSEN: Bevor Sie uns dies berichten, möchte ich ganz sicher sein, daß ich Sie nicht falsch verstanden  habe. Sie sagten Sie wissen, daß Per 0. Jörgensen Hetler kontaktiert hat gemäß direkter Aufträge von Bob Metzler. Woher wissen Sie das?
ZEUGIN: Das weiß ich, da ich mit Per Olof Jörgensen darüber sprach, als er mit dieser Sache fertig war.
JACOBSEN: Er aber sagt heute in diesem Gericht aus, daß dies seine eigene Idee war , Ihnen sagte er das Gegenteil?
ZEUGIN: Aber so ist es nun einmal, er war damals noch nicht richtig angestellt im eigentlichen Sinne. Er war noch im Training zu der Zeit. es stimmt, er hatte einen Titel für seine Arbeit, aber er war zu dieser Zeit richtig eingearbeitet, so daß die Dinge, die er machte, von seine Vor-gesetzten genehmigt werden mußten; es war ein Reinfall - ein letzter verzweifelter Versuch, glaube ich, den Jakob Andersen in Verruf zu bringen. Es war sozusagen das Hauptziel für dieses Büro für so viele Jahre, und es war ihnen mißlungen.
JACOBSEN: Warum hat er mit ihnen darüber gesprochen?
ZEUGIN: Das war, als er begann, im Guardian Office Europe am Nordre Fasanweg zu arbeiten.
JACOBSEN: Wann war das etwa?
ZEUGIN: Es muß im Sommer 1979 gewesen sein?
JACOBSEN: Wo fand diese Unterhaltung statt?
ZEUGIN: Nun, sie fand eigentlich an mehreren Stellen statt; im einem Raum der neben dem Kursus-Raum lag.
JACOBSEN: Am Sondre Fasanvej?
ZEUGIN: Nordre Fasanvej.
JACOBSEN: Wessen Büro ist das?
ZEUGIN: Es ist kein Büro. Es wa eine Art Bestrafungs-Abteilung.
JACOBSEN: Wer war anwesend?
ZEUGIN: Ich weiß nicht mehr, ob jemand anders anwesend war.
JACOBSEN: Aber Sie sicher, daß er darüber sprach?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Haben Sie darüber mit Bob Metzler gesprochen?
ZEUGIN: Nein, nicht über diese spezielle Sache.
JACOBSEN: Haben Sie mit anderen Scientologen darüber gesprochen?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Mit wem?
ZEUGIN: Karna Jensen.
JACOBSEN: Wo lebt sie jetzt?
ZEUGIN: Sie ist im Guardian Office Europe.
JACOBSEN: Wo ist das?
ZEUGIN: Nordre Fasanvej.
JACOBSEN: Karna Jensen?
ZEUGIN: Karna Jensen.
JACOBSEN: Der Grund warum ich so interessiert bin, ist, daß ich glaube, dies ist von größter Wichtigkeit, daß wir die Details dazu in Erfahrung bringen. Kennen Sie einen Mann namens Per Tennberg?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Wo arbeitet er?
ZEUGIN: Als ich im Guardian Office Europe 1975 anfing, arbeitete er dort, in einem Büro genannt B-1.
JACOBSEN: Was wissen Sie über Per Tennbergs Arbeit für das Guardian Office in Bezug auf Jakob Andersen?
ZEUGIN: Nicht viel, er war mit speziellem Auftrag in Dänemark, und ich sah, daß er mit Jakob Andersen zu tun hatte.
JACOBSEN: Ich verstehe, aber Sie kennen ihn nicht sehr gut?
ZEUGIN: Nein, denn es war sozusagen ein sehr geheimes Büro, und es wird nicht vielen gesagt, was wirklich dort vorgeht.
JACOBSEN: Ist es richtig, daß Jakob Andersen beschrieben wird als wie es heißt SP - eine suppressive Person?
ZEUGIN:  Ja.
JACOBSEN: Was ist das für eine Person?
ZEUGIN: Nun, das ist der niedrigste Geisteszustand, den man haben kann, wo man alles vernichten will, wo man nicht ganz bei sich ist, und wo der einzig richtige Platz für Dich die Nervenheilanstalt ist.
ERIK JENSEN Was soll das heißen?
ZEUGIN: Suppressiver Mensch. In Dänisch: "undertrykkende person".
JACOBSEN: Was sind die Folgen für eine solche Person?
ZEUGIN: Ja, das heißt also, daß man frei ist, sozusagen für Angriffe durch Scientologen.
JACOBSEN: Das kann mißverstanden werden.
ZEUGIN: Man ist frei für alle  Angriffe durch Scientologen.
JACOBSEN: Sie sind also "Freiwild" sozusagen, können von jedem angegriffen werden.
ZEUGIN: So wie es vom B-1 bewirkt wird. Wenn man Dinge in seiner Vergangenheit findet, die man gegen ihn verwenden kann, sieht man zu, daß.diese Dinge an seine Freunden und Bekannten, auch an die Presse, weitergegeben werden. Dies wird so weit getrieben, daß die Person geistig zusammenbricht. Das ist ein Ziel um jeden Preis.
JACÖBSEN: Es ist egal, ob diese Dinge richtig oder falsch sind?
ZEUGIN: Das ist ziemlich unwichtig, denn wenn jemand eine unterdrückerische Person ist, hat er nur ein Ziel, andere Leute zu unterdrücken, z.B. die Scientologen, und wenn man unterdrücken will, ist alles erlaubt.
JACOBSEN: Haben Sie einige Beispiele anzuführen, daß man versuchte, Leute zu unterdrücken?
ZEUGIN: Ja, die habe ich.
JACOBSEN: Irgendwelche Namen?
ZEUGIN: Nein, ich kann keine Namen nennen. Darum zögerte ich jetzt gerade. Als Vorsitzender-des Büros für Soziale Koordination nahm ich an Planungen teil für Meetings mit den Chefs des Guardian Office Europe. Einmal wurde dabei erwähnt, daß B-1 erfolgreich gewesen war in Bemühungen, einen holländischen Professor, der gegen die Scientologen kämpfte, soweit zu bearbeiten, daß er in einer Anstalt für Geistigkranke behandelt werden mußte.
JACOBSEN: Und waren sie erfolgreich?
ZEUGIN: Ja, es war ihnen gelungen. Ich meine er wurde in ein Krankenhaus für Geisteskranke eingeliefert, und zum Schluß war er so konfus und kaputtgemacht, daß er ein Statement unterschrieb, - wozu die Scientologen ihn drängten - das besagt, er würde nie wieder die Scientologen angreifen.Ich kann mich erinnern, daß die Sache richtiggehend gefeiert wurde. Sie hatten ihn endlich in die Knie gezwungen. Er war so eingeschüchtert und erschrocken, daß er sich sogar in die Hosen machte. Das wurde während des Meetings berichtet.
JACOBSEN: Wissen Sie irgend etwas, wie die Aktionen gegen Finn Jörgensen starteten? War er auch ein SP?
ZEUGIN: Ja, das war überprüft worden, Es war meine Aufgabe zu veranlassen,  daß er von B-1 überprüft wurde, da er negativ eingestellt war gegenüber der Bürgerkommission der Menschenrechte und gegen die Scientologen; gemäß Ron Hubbard stimmt irgendetwas nicht mit einer Person, die gegen Scientologen eingestellt-ist. Aus diesem Grunde mußte B-1 irgend etwas gegen ihn finden.
JACOBSEN: Wurden. irgendwelche Punkte gegen ihn gefunden?
ZEUGIN: Nein, nicht gerade viel.
JACOBSEN: Jakob wurde oft gescheckt im Laufe der vergangenen Jahre?
ZEUGIN: Es wurde mehrmals mit verzweifeltem Unterton gesagt, daß man immer noch nichts gegen ihn finden konnte und es immer noch nicht möglich war, Jakob Andersen zu greifen.
JACOBSEN: Waren Sie jemals daran beteiligt, Aufträge gegen Ihren Willen auszuführen oder die Sie später bereut haben?
ZEUGIN: Ja,die ich bereut habe. Aber zu dieser Zeit selbst war es nicht gegen meinen Willen.
JACOBSEN: Warum nicht?
ZEUGIN: Nein, weil man an einen Punkt gelangt war, wo alles, was Ron Hubbard sagt und befiehlt, richtig ist; dann gibt es einfach keine Fragen und Zweifel anzubringen.
JACOBSEN: Sogar im eigentlichen Sinne bedeutete dies doch Teilnahme an Verbrechen, Diebstahl oder Meineid vor Gericht - trotzdem wurde es auf Wunsch Ron Hubbards einfach ausgeführt?
ZEUGIN: Ja, man ist so weit beeinflußt, daß man weit davon entfernt ist, und im Glauben, dies sei das Beste für die Menschheit, denn die einzigen Menschen, die die Wahrheit kennen auf Erden sind die Scientologen. Das erklärt, warum man alle nur greifbaren Mittel verwenden muß.
JACOBSEN: Nun, das verstehe ich.
LEIFER: Da dies schon über einige Stunden läuft, können wir vielleicht vertagen und morgen fortsetzen?
VORSITZENDER RICHTER:   Ich weiß nicht....
LEIFER: Ich glaube Euer Ehren vorhin so verstanden zu haben, daß Sie damit einverstanden sind.
VORSITZENDER RICHTER: Sie wissen nur wenig darüber, wie diese Sache weitergehen wird.
JACOBSEN: Ich würde sagen, daß es möglich wäre, mit diesem Zeugen weiter fortzufahren. Würde es Ihnen etwas ausmachen, bis morgen zu bleiben?
ZEUGIN: Nein, das ist in Ordnung.
JACOBSEN: Wir für unsere Seite möchten zuvorkommend sein -obwohl wir nicht zuvorkommend behandelt werden.-Diese Bemerkung ist nicht gegen das Gericht gerichtet.
VORSITZENDER RICHTER: Wenn diese Angelegenheit in einer friedlichen Art durchgeführt werden kann, können wir dies nur bevorzugen. Wir halten fest, daß um 3.45 Uhr Ihr Bericht vorerst unterbrochen wurde, und wir uns morgen um 11.00 Uhr wieder treffen zu einer kurzen Zusammenfassung. Sie können hier im Gerichtssaal bleiben - nein, Sie sind immer noch ein Zeuge, deshalb gehen Sie doch besser und kommen morgen vormittag um 11.00 Uhr wieder. So, jetzt Mr. Haaest.
 
 

Anschließend, gab es eine Diskussion zwischen dem Vorsitzenden Richter und den Rechtsanwälten, ob Mr. Haaest, Verleger, gehört werden sollte als auf Seiten der eigenen Sache aussagend oder als Zeuge für diese Gerichtssitzung. Das Ergebnis war, daß in Betracht der späten Stunde das Gericht keine weiteren Zeugenaussagen vornehmen wollte an diesem Tag und der Fall auf Freitag um 11.00 Uhr vormittags verschoben.
 
 

JACOBSEN: Ich möchte noch einmal auf einige Fragen von gestern eingehen. Sie berichteten über die Orders von Jane Kember und Ihren Stellvertreter im World Headquarter.
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Wie erhielt man diese Aufträge? Schriftlich oder mündlich?
ZEUGIN: Schriftlich.
JACOBSEN: Trugen sie einen Namen?
ZEUGIN: Meinen Sie an wen adressiert?
JACOBSEN: Zeigten sie eine Adresse, Anschrift, Guardian Office oder Guardian Program Order? Ist das richtig?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden?
ZEUGIN: Eine Guardian Order enthält normalerweise allgemeine Vorschriften, Handhabungen, was in bestimmten Situationen zu tun ist. Ein Guardian Program Order beinhaltet das in bestimmte Phasen eingeteilte Vorgehen in einem spezifischen Fall.
JACOBSEN: Wenn z.B. ein Auftrag sagt, daß eine Verleumdungsaktion gegen Professor Schulsinger durch-geführt werden soll, wird dies in Form eines Guardian Program Order angewiesen?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Sie berichteten gestern einige Dinge über Jane Kember. Gibt es irgend etwas, womit sie zu tun hatte in Bezug auf Kinderschulen/Kindergärten?
ZEUGIN: Ja, ganz richtig. Unter anderem war es meine Aufgabe, eine Schule aufzubauen, die jetzt "kerneskolen" genannt wird.
JACOBSEN: Wo ist diese Schule?
ZEUGIN: In Vanlose, Dänemark!
JACOBSEN: Ist das die Schule, mit der Inge Schirmer etwas zu tun hat?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: War dies eine Schule, die gemäß bestimmter Gesetze im Erziehungsgesetz oder Freien Schulgesetz finanziell durch die Staatskasse unterstützt wurde?
ZEUGIN: Ja, sie wurde unterstützt in Übereinstimmung mit den Vorschriften für Private Schulen, dem der Minister für Erziehung zugestimmt hat. Das heißt, daß 85% von der Staatskasse getragen werden, 85% aller anfallender Kosten werden vom Staat gedeckt.
JACOBSEN: Ich glaube zu wissen, daß Inge Schirmer, die Leiterin dieser Schule, als was wir gestern hörten, als Suppressive Person erklärt wurde? Ist das richtig?
ZEUGIN: Ja, das stimmt. Sie war es zu einer bestimmten Zeit. Das war Ende 1979.
LEIFER: Entschuldigen Sie mich, aber ich möchte meinem ehrenwerten Kollegen etwas fragen: Was ist es, was Sie mit dieser Verleumdungsaktion beweisen wollen?
JACOBSEN: Bitte unterbrechen Sie mich nicht.
ZEUGIN: Da gab es einige Probleme mit Inge Schirmer, da sie sich weigerte Geldbeträge an das Guardian Office zu bezahlen, Geld von den Schülern oder vom Staat.
JACOBSEN: Heißt das, daß sie Gelder weiterleitete, die für Zwecke dienten, die nichts mit der Schule zu tun hatten?
ZEUGIN: Nun, sie wollte es nicht tun, da sie selbst Geld-Probleme hatte. Die Schule hatte nur die Einnahmen, die sie wirklich verbrauchte, und es gab Probleme mit den Eintragungen in der Buchführung. Sie war verantwortlich für die Abrechnung gegenüber dem Ministerium für Erziehung. Das Problem bestand darin, einzutragen, wohin oder an wen diese Gelder ausbezahlt und weitergeleitet wurden.
JACOBSEN: Ich verstehe Sie also richtig. Was Problem stellte und was der Grund war, sie als SP zu bezeichnen, war die Tatsache, daß sie nicht die Zuschüsse, die sie vom Staat erhielt, an andere, sprich Scientology weiterleitete, d.h. an Bereiche, die mit den Staatszuschüssen absolut nichts zu tun hatten?
ZEUGIN: Ja, das war der wichtigste Grund.
JACOBSEN: Sie berichteten uns gestern, daß Sie von Aktionen wußten, die gegen solche Personen durchgeführt wurden, die Feinde der Scientologen waren, und Sie nannten z.B. den Psychiater Mr. Jörgensen und Jakob Andersen, der hier an meiner Seite sitzt.
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Wissen Sie von weiteren Fällen? Ja, Johannes Aagaard.
JACOBSEN: Der seine Zeugenaussage zurückzog. Was ist mit ihm?
ZEUGIN: Er ist aus denselben Gründen wie Jakob Andersen schikaniert worden.
JACOBSEN: Inwiefern?
ZEUGIN: Es gab Aktionen gegen ihn. Ich erinnere mich an eine spezielle Aktion,.als er dabei war, ein Center in Ebeltoft, Jutland aufzubauen. Das Guardian Office wollte dies vermeiden. Allan Juvonen wurde hiermit speziell beauftragt - geplant mit Zustimmung von England. Anonyme Briefe wurden in der Stadt verschickt und woran ich mich besonders erinnere, der Bürgermeister sollte mit Briefen...
JACOBSEN: Welche Stadt war das?
ZEUGIN: Ebeltoft... sollte mit Briefen überzeugt werden, daß das Center, welches Johannes AAgaard aufbauen wollte, sehr zweifelhaft und dubios sei, seine Ziele verdächtig. Er wolle die Bewohner wie  "Gefangene" behandeln; etwas, das "deprogrammieren" genannt werde, was als sehr schlimm beschrieben wurde.
JACOBSEN: Sie meinen, die Anklage gegen Johannes Aargard war, daß er Dinge tat, die kriminellen Taten glichen?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Und es wurden anonyme Briefe an den Bürgermeister gesandt, z.B. um ihn zu belangen?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Was war der Grund?
ZEUGIN: Den Aufbau des Centers zu verhindern und Johannes Aagaard als Person zu belangen.
JACOBSEN: Johannes Aagaard hatte Scientology kritisiert?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Woher wissen Sie all dies?
ZEUGIN: Da es auf einer Planungs-Versammlung behandelt und lange diskutiert wurde.
JACOBSEN: Mit wem haben Sie darüber gesprochen?
ZEUGIN: Allan Juvonen.
JACOBSEN: Sind hier heute im Gerichtssaal andere Scientologen zugegen, mit denen Sie darüber gesprochen haben?
ZEUGIN: Nein, da die meisten der. hier Anwesenden vom Guardians Office Dänemark sind und ich war im Guardians Office Europa.
JACOBSEN: Wir haben gehört, daß der Chef des Guardian Office offensichtlich viel von dem dementiert, was ein Feld- Agent in verschiedener Hinsicht zu tun hat in diesem Fall Per Olof Jörgensen. Würden Sie es für möglich halten, daß ein Agent unter Bob Metzler im Fall wie z.B. des Jakob Andersen hingeht und selbst versucht, Material zu finden, ohne es vorher mit einem anderen zu besprechen?

Würden Sie so etwas für möglich halten - mit dem Wissen, das Sie über die Funkttion des Guardian Office haben?
ZEUGIN: Nein! Alle Aktionen, die er unternimmt, werden bekannt sein. Entweder wurde er beauftragt, dies zu tun, oder aber es wurde vorher von seinem Vorgesetzten genehmigt.
JACOBSEN: Nehmen Sie also an, daß wenn Per Olof Jörgensen Material über Jakob Andersen gesucht hat, hat er dies in Übereinstimmung mit den Aufträgen seines Vorgesetzten durchgeführt?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Haben Sie konkretes Wissen über diesen hier erwähnten Fall!?
ZEUGIN: Nein, nichts außer dem was im "EKSTRA BLADET" veröffentlicht war.
JACOBSEN: Gut, aber haben Sie konkretes Wissen über.diese Sache durch Scientology?
ZEUGIN: Nur das, was ich später dann mit Per Olof Jörgensen besprach.
JACOBSEN: Ja, das haben Sie gestern bereits erklärt.
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Sie wissen nichts, außer dem, was Sie gestern berichteten? Per 0laf Jörgensen selbst behauptete, daß Bob Metzler ihm den Auftrag gab, das durchführen?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Sagte ,er mehr, als Sie uns gestern berichteten? Das war alles etwas hektisch und schnell gestern zum Schluß, und dies ist ja schließlich ein sehr zentraler Punkt in diesem Fall.
ZEUGIN: Nein, ich kann mich an nichts spezielles erinnern.
JACOBSEN: Aber Sie erinnern sich in jedem Fall, daß... Sagte er irgendetwas, daß er glücklich darüber sei und meinte, daß sei alles in Ordnung so, oder war er doch ein bißchen beunruhigt über all das , worein er nun geraten war?
ZEUGIN: Ja, seine Einstellung war, daß er doch sehr traurig über diesen ganzen Fall war und er fühlte sich "gemein" und niederträchtig - auch, weil es entdeckt worden war.
JACOBSEN: Man kann sich aus mehreren Gründen als "gemein" betrachten, weil man nicht darein verwickelt sein möchte oder weil es aufgedeckt wurde. Was war es? Oder beide Gründe?
ZEUGIN: Wahrscheinlich eine Mischung aus beiden, aber "niederträchtig" hauptsächlich, weil es aufgedeckt worden war und er sich somit sehr unerfahren fühlte. Ermerkte, daß er nicht genug trainiert worden war, um solche Aktionen ganz auf sich allein gestellt durchzuführen, aber er wurde dazu ins Feld geschickt. Als die ganze Aktion losging, hatte er nicht die blasseste Idee, in was er hineingezogen würde und was er eigentlich tun sollte, auch welche Konsequenzen und Verwirrungen es für ihn geben würde.
JACOBSEN: Aber eine Sache ist ganz sicher, und Sie können es heute nochmals bestätigen, daß er also sagte, er habe den Auftrag von Bob Metzler bekommen?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Ich möchte die Zeugin befragen, qb Sie der Presse gegenüber eine Erklärung zu ihrem Fall gegeben hat. Wir haben einen Artikel - er ist in der Beweis Akte VII - und über den noch nicht entschieden wurde, ob er, so wie er ist, vorgelegt werden soll. Ich fände es merkwürdig, wenn ich der Zeugin diesen Artikel nicht zeigen könnte, da sie selbst dazu eine Erklärung abgegeben hat. Er ist auf Seite 23 in Beweisakte VII. Es handelt sich um einen Artikel in einer Zeitung genannt "Vort Land" (Unser Land) vom 10.Juli 1980 in Norwegen. Sie brauchen ihn nicht extra raussuchen, ich will kurz die Zeugin fragen, ob es richtig ist, daß sie eine Erklärung gegenüber dieser Zeitung gemacht hat?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Die Überschrift zu diesem Artikel lautet: "Ex-Scientologin: Wir gebrauchten schmutzige Methoden".
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Sie haben dieser Zeitung einige Erklärungen gegeben und ihnen auch über Dinge berichtet, die Sie heute hier im Gericht berichteten. Ist das korrekt?
ZEUGIN: Ja, das ist richtig.
JACOBSEN: Ich möchte Sie nicht mit diesem Artikel konfrontieren, es ist besser, Sie direkt zu fragen. Aber ist es richtig, daß Sie darüber Angaben zur Presse gemacht haben?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Erhielten Sie irgendwelche Reaktionen in diesem Zusammenhang?
ZEUGIN: Sie meinen von Scientology?
JACOBSEN: Ja.
ZEUGIN: Nach Erscheinen dieses Artikels hatten wir mehrfach Besuche, z.B. einer vom Büro B-1 für Europa, wo man versuchte, mich und meinen Mann davon abzubringen, irgend etwas weiteres auszusagen und man wollte herausbekommen, was wir mit unserer Aussage erreichen wollten, auch, was wir dafür haben möchten wenn wir nichts weiteres aussagen.
JACOBSEN: Haben möchten - sollte das heißen, man würde Ihnen Geld geben oder andere Zuwendungen?
ZEUGIN: Wir sind darauf gar nicht direkt eingegangen, aber dies hörte sich so an.
JACOBSEN: Sie verweigerten so etwas also?
ZEUGIN: Ja, das haben wir.
JACOBSEN: Ubrigens, - was war damals Ihr Gehalt bei Scientology, als Sie Chef waren?
ZEUGIN: Das höchste Gehalt, was ich damals bekam, war pro Woche 253 Dänische Kronen (etwas US$ 38,--)
JACOBSEN: Aber bekamen Sie Verpflegung und Unterkunft?
ZEUGIN: Nein, dafür mußte das Gehalt ausreichen.
JACOBSEN: Aber davon konnten Sie doch nicht leben?
ZEUGIN: Nein.
JACOBSEN: Aber das heißt, daß dieser Betrag als Gehalt galt. Würden Sie sagen, daß die Arbeit wohl eher Berufung als Arbeit war?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Wissen Sie, ob es jemals Pläne gegeben hat in Scientology über Aktionen, die anders verliefen, als in dem Fall Andersen - ich meine regelrechte brutale Aktionen?
ZEUGIN: Nein, keine brutalen Aktionen.
JACOBSEN: Haben Sie nie darüber....
ZEUGIN: Ich weiß von keinen.
JACOBSEN: Dann möchte ich Sie fragen: Kennen Sie Peter Jensen?
ZEUGIN: Ja, ich kenne ihn.
JACOBSEN: Haben Sie mit ihm zusammengearbeitet?
ZEUGIN: Nein, nicht direkt. Er arbeitete im Guardian Office Dänemark, ich im Guardian Office Europa, wie Sie wissen.
JACOBSEN: Arbeitete Peter Jensen für B-1?
ZEUGIN: Ja, das war sein Job. Ich glaube, er hat jetzt eine andere Stelle, aber vorher war er PR-Manager für Dänemark und dort mußte er mit B-1 zusammenarbeiten in seiner Eigenschaft als PR-Manager!
JACOBSEN: Gab es eine Zusammenarbeit mit den offenen und geheimen Tätigkeiten des B-1?
ZEUGIN: Ja, sogar sehr viel.
JACOBSEN: Wie ging das vor sich?
ZEUGIN: Sie wissen, die PR Abteilung kümmert sich um die öffentliche Seite, inklusive Presse und solche Sachen, die sie genau im Auge halten mußten, um eine positive Einstellung zu Scientology herbeizuführen. In den Fällen, wo die PR-Abteilung auf Leute trifft, die gegen Scientology eingestellt sind oder die Scientology angreifen, werden diese Namen der jeweiligen Leute an B-1 weitergeleitet zur Überprüfung, so daß PR jederzeit etwas über die Person "auf Lager hat", die Sc angreift; so kann man die Information über diese Personen gegen sie verwenden, wenn das in einer unangenehmen Situation angebracht ist.
JACOBSEN : Darf ich Sie fragen: Was ist ein Sicherheits-Check?
ZEUGIN: Das ist ein Vorgang eine Art Gesprächs-Therapie, mit einem ausgebildeten Auditor, das ist eine Person, die ausgebildet wurde, die verschiedenen Techniken der Scientology anzuwenden. Er sitzt rnit einem E-Meter einer Person gegenüber, die diese beiden Dosen in den Händen hält. Gemäß Scientology ist es möglich, den Geisteszustand einer Person mit einem solchen E-Meter zu überprüfen, durch das Stellen von Fragen. Dies wird "pre-clear" genannt.
JACOBSEN: Ich kenne es - zum Vorteil des Gerichts.  Ich weiß, Herr Vorsitzender Richter, daß Sie dies schon mehrmals gehört haben - es ist eine Person, die noch nicht clear ist.
Werden Fragen gestellt, z.B. ob man an irgendwelchen kriminellen Delikten teilgenommen hat, ob man irgendwelche illegalen sexuellen Beziehungen oder homosexuelle Beziehungen hatte?
ZEUGIN: Ja.
VORSITZENDER RICHTER: Mr. Jacobsen, ich glaube, wir sollten aufpassen, nicht zu weit vom eigentlichen Fall abzuweichen.
JACOBSEN: Das steht aber doch in Zusammenhang mit dem, was in dem Schriftsatz über das E-Meter aufgeführt ist.
VORSITZENDER RICHTER:   Gut.
JACOBSEN: Es ist nur für diesen Zweck.
LEIFER: Meine Meinung ist, daß wir sehr weit von der Verleumdungsklage abgewichen sind.
VORS ITZENDER RICHTER: Sie hörten, daß ich das auch erst bedachte, aber die Antwort von Herrn Jacobsen hat mich überzeugt, daß dies nicht so ist. JACOBSEN: Vielen Dank. Ich möchte Ihnen dieses Technische Bulletin von 1972 zeigen. Haben Sie so etwas wie dies vorher schon einmal gesehen?
ZEUGIN: Ja, so etwas habe ich schon mal gesehen.
JACOBSEN: Haben Sie persönlich E-Meter benutzt?
ZEUGIN: Ja, ich habe es versucht. Aber ich habe nicht mitgemacht bei solch speziellen Fragen.
JACOBSEN: Sie wissen, ob solche Fragen gestellt wurden?
ZEUGIN: Ja. Ich selbst wurde solche Fragen gefragt.
JACOBSEN: Meinen Sie , man hat Ihnen derartige Fragen gestellt?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Was war das Ziel dieser Fragen?
ZEUGIN: Es ist Ansicht der Scientologen, daß man alle Dinge auspackt, die im eigenen Bewußtsein sind, die einen beschäftigen. Eine andere Sache ist, und das ist auch der Zweck dieser Fragen, daß die Dinge, die man gemacht hat und Dinge, die man besser nicht gemacht hätte, - entweder in homosexuellen Beziehungen oder rein private Dinge - aufgezeichnet werden.
JACOBSEN: Sind homosexuelle Verbindungen in den Augen der Scientologen verboten?
ZEUGIN: Ja, wenn man solche Verbindungen hat, ist man anormal.
JACOBSEN: Wird man auch gefragt, ob man je Gelder für falsche Aussagen bekommen hat? Wurden Sie auch dies gefragt?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Ist es korrekt festzustellen, daß E-Meter dafür da sind, herauszufinden, ob eine Person lügt?
ZEUGIN: Nicht direkt.
JACOBSEN: Ich kann die Frage differenzieren: Wäre es Ihrer Meinung nach nicht korrekt, ein E-Meter als einen primitiven Lügendetektor zu bezeichnen?
ZEUGIN: Nein.
JACOBSEN: Wäre es korrekt?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Kann man Ihrer Meinung nach diesen Ausdruck dafür verwenden?
ZEUGIN: Ja, das kann man.
JACOBSEN: Haben Sie Beispiele, daß Sc-Mitglieder mit Hilfe diese E-Met~ getestet wurden, in Bezug auf Ihre Loyalität gegenüber Scientology?
ZEUGIN: In Bezug auf was?
JACOBSEN: Ihre Loyalität oder das Fehlen dieser in Bezug auf Scientology?
ZEUGIN: Ja, das ist eine Frage, die oft gestellt wird. Wenn einer in seiner Position innerhalb der Organisation nicht richtig funktioniert, wird er in bestimmten Fällen gefragt, ob er irgend etwas gegen Scientology unternommen habe, was er besser nicht getan hätte, ob er mit der Presse Ver-bindung habe oder anderen Leuten, die ihr Wissen gegen Scientology verwerten könnten.
JACOBSEN: Ist dies, um der geistigen Entwicklung dieser Person zu helfen oder um Macht über ihn zu haben?
ZEUGIN: Das gilt nicht, um die geistige Entwicklung zu fördern; es ist, um herauszufinden, was das Schlimmste ist, so daß man vorbereitet ist, wenn er wirklich solche Dinge gemacht haben sollte. Wenn er bereut, läßt man ihn unterschreiben, daß er das nicht getan hat, oder daß es falsch war oder nicht das, was er wirklich gesagt hat - oder solche Sachen. So hat Scientology schließlich ein solches Dokument.
JACOBSEN: Ich möchte jetzt auf etwas ganz anderes zu sprechen kommen. Am 1.Sept.1979 wurde eine Regelung getroffen zwischen Scientology und  Jakob Andersen, wobei Sc. zustimmt, eine Ersatzsumme in Höhe von DKR 140.000,- zu zahlen und entschuldigt sich für einige Erklärungen. Wissen Sie irgendetwas darüber?
ZEUGIN: Nein.
JACOBSEN: Sie wissen nichts?
ZEUGIN: Nein, ich kann nicht sagen, ich wüßte etwas.
JACOBSEN: Die Sache geht darum, daß kurz danach Peter Jensen diese Erklärungen wiederholt - oder ähnliche Aussagen auf jeden Fall macht. Aber darüber wissen Sie nichts?
ZEUGIN: Nein.
JACOBSEN: Ah ja. Würden Sie sagen, daß Peter Andersen der Presse gegenüber Aussagen über Jakob Andersen machen konnte, ohne vorher dies mit Bob Metzler zu besprechen?
ZEUGIN: Ja, theoretisch könnte er das - denn er muß einige allgemeine Richtlinien beachten für Leute, die antagonistisch gegen Scientology eingestellt sind, und das fiele darunter in dem Fall.
JACOBSEN: Was war der Grund, daß Sie mit Scientology gebrochen haben?
ZEUGIN: Das war, als ich meinen jetzigen Ehemann kennenlernte, ...
JACOBSEN: Wo haben Sie ihn kennengelernt?
ZEUGIN: Im Guardian Office. Wir arbeiteten beide dort.
JACOBSEN: Sie waren beide Scientologen und arbeiteten beide dort.
ZEUGIN: Er kam von Norwegen und war gekommen, um in Dänemark geschult zu werden. Zu dieser Zeit wurde gerade eine Vorschrift erstellt, die besagte, daß eine Angestellte des Guardian Office Europa nicht mit Leuten aus anderen Ländern zusammen sein durfte, oder aber eine Beziehung haben. Es gab auch eine Vorschrift, daß sexuelle Beziehungen verboten waren, bevor man verheiratet war. Wir hatten beide Vorschriften mißachtet, da wir zusammen waren. Daraufhin erhielten wir beide Disziplinarstrafen. Wir beschlossen zusammenzubleiben, ohne physische Beziehung. Das ging nicht sehr gut, wir waren wieder zusammen und für uns beide gab es erneute Disziplinarstrafen. Danach wurde Odd - mein Mann - ziemlich schnell und ohne Aufheben abgeschoben. Das Guardian Office Weltweit entschied, daß er nicht qualifiziert war, im Guardian Office zu arbeiten - in Anbetracht der Dinge, die passiert waren. Er war noch relativ neu dabei - somit war es auch kein großer Verlust.
JACOBSEN: Was geschah mit Ihnen?
ZEUGIN: Ich war mehr und mehr isoliert. Nicht physisch, aber unter Disziplinarstrafe darf man nicht ein Wort sprechen mit anderen, die nicht unter Disziplinarstrafe stehen. Und es war nur erlaubt, in bestimmten Bereichen des Guardian Offices Europe am Nordre Fasanvej zu gehen. Es gab nur zwei Räume, die ich betreten durfte. Der eine war die Toilette, der andere der Bestrafungs-Raum und natürlich die Halle, um dort überhaupt hinzukommen.
JACOBSEN: Heißt das, wenn Sie und Ihr Mann beide hätten für Scientology weiterarbeiten wollen, hätten Sie ihre Beziehung abrechen müssen?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Und Sie hätten weder eine sexuelle Beziehung haben noch heiraten können?
ZEUGIN: Nein, es war nicht erlaubt zu heiraten für uns, da er Student in Norwegen war und nach Norwegen zurückgehen mußte. Darum war es durch Scientology verboten zu heiraten.
JACOBSEN: Bedeutet das, Sie hatten die Wahl, bei Scientology weiterzuarbeiten oder Ihre Beziehung aufzubauen?
ZEUGIN: Ja, zu der Zeit damals, ja.
JACOBSEN: Haben Sie dann beide mit Scientology gebrochen?
ZEUGIN: Ja, Odd machte noch einen Kursus Zu Ende, und trat aus Oktober 1979. Ich blieb noch eine Weile, aber ich wurde hoffnungslos, ich meine -
allen Dinge, denen ich ausgesetzt war. Zum Schluß mußte ich sogar anfangen, die Wände in den Räumen mit einer Zahnbürste zu schrubben  - und was weiß ich alles.
JACOBSEN: Wände mit einer Zahnbürste schrubben....
ZEUGIN: Ja, Zahnbürste.
JACOBSEN: Wer gab Ihnen den Auftrag?
ZEUGIN: Jemand, der Palle Johansen heißt. Er war Ethik-Officer - das heißt, er war verantwortlich für Leute unter Disziplinarstrafe.
JACOBSEN: Das ist nicht nur ein.bildlicher Vergleich, oder? Es war etwas, was Sie wirklich durchführen mußten? Nein, es ist kein Metapher. Es ist wahr. Das war eine Technik, die speziell erfunden wurde für die Leute, die sich nicht an die Regeln hielten und  ich somit an die Realitäten halten sollten.
JACOBSEN: Sie werden wahrscheinlich verstehen, daß sich das für uns sehr ungewöhnlich anhört.
ZEUGIN: Selbst für mich, obwohl ich schon lange dabei war. Ich sagte ihnen, ich würde es nicht machen und dann mußte ich wählen: entweder, ich tat, was man mir sagte....
JACOBSEN: Und dann gingen Sie zusammen mit Odd nach Norwegen?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Sind Sie verheiratet?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Legal verheiratet?
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Haben Sie Kinder?
ZEUGIN: Ja, ich habe ein Kind von meinem früheren Mann.
JACOBSEN: Würden Sie kurz charakterisieren den Teil des Lebens, den Sie bei Scientology waren? Wie sehen Sie das selbst heute? Ich habe es so verstanden, daß Sie an allem, was Sie uns heute berichtet haben, selbst teilgenommen haben. Sie sagten, Sie gebrauchten Lügen und Schikanierungen gegen andere Leute. Wie sehen Sie dieses alles selbst heute?
ZEUGIN: Wie sehe ich das alles? Es scheint, daß ich Jahre verschwendet habe. Manchmal ist es....
JACOBSEN: Bedauern und bereuen Sie es?
ZEUGIN: Daß ich eingetreten bin? Ja, das bereue ich. Denn es gab so viele grundliegende Qualitäten in einem selbst, die erwünscht waren, die aber zerstört sind.
JACOBSEN: Wie ist es, wenn man mitten drin steckt, man alle Aufträge anninnt und blind befolgt - ohne mehr auf seine eigene ethische Haltung zu achten? Es ist mit Sicherheit gegen allgemeine Ethik, was Sie getan haben bzw. durchführen mußten. Ich vermute es ist richtig,was ich sage?
ZEUGIN: Ja. Ich habe einiges darüber gelesen, nachdem ich Scientology verlassen habe. Was in Scientologv vor sich geht, ist simple Gehirnwäsche.
JACOBSEN: Es ist Gehirnwäsche. Gestern sagten Sie, daß diejenigen Scientologen, die in der Gefahrenzone stehen, speziell trainiert werden, um auf Aussagen auf Meineid vor Gericht vorbereitet zu sein. Ich glaube, Sie erklärten dies gegenüber dem Gericht.
ZEUGIN: Ja.
JACOBSEN: Gibt es tatsächlich Kurse/Schulungen für solche Sachen?
ZEUGIN: Ja, das ist zum Teil Inhalt der PR-Schulung z.B... daß man lernt, die Wahrheit zu strecken und andersauszulegen; auch ich wurde darin trainiert.
JACOBSEN: Ich habe hier etwas, das heißt:'Spezielles Routine Training für den Nachrichtendienst, TRL'.
ZEUGIN: Jetzt wo Sie es sagen, weiß ich, was es ist.
JACOBSEN: Da heißt es hier: "Zweck:Studenten zu schulen, ein falsches Statement mit gutem TR-1 abzugeben. Den Studenten zu trainieren, falsche Angaben flüssig ohne Überlegen auszuspucken. Position: dieselbe wie TR-1." Und dann ist da eine Order: "Command Part 1: 'Sagen Sie mir eine Lüge' -Kommando wird vom Trainer gegeben. Part 2 interview type 2 WC durch den Trainer. Da folgten komplette Instruktionen, was genau anzuwenden ist. Hier ist z.B.: "Der Student soll bis zum Grade geschult werden, bis er mühelos lügen kann."  Eine normale Anleitung, wie zu lügen, wenn man lügen muß. Haben Sie das auch probiert?
ZEUGIN: Nicht diese spezielle Übung, aber da gibt's eine im PR-Kursus, wo man lernt, das zu sagen, was die "weiße Lügen" genannt werden - die sich definitiv nicht in Übereinstimmung mit der Wahrheit.
JACOBSEN: Da ist ein letzter Punkt, den ich von Ihnen noch wissen möchte (namentliche Anrede der Zeugin)... . Sie werden wahrscheinlich verstehen, daß - für mich auf jeden Fall und wohl auch für das Gericht - muß es sich unvorstellbar anhören, daß solche Dinge, von denen Sie uns aussagten, wirklich stattfinden und sich abspielen. Wir wissen, daß dies ab und zu geschieht obwohl Ihre Verantwortung als Zeuge sehr strikt und genau ist, - und ich möchte Sie nochmals darauf aufmerksam machen, daß Sie jetzt wahrscheinlich von der Gegenseite verhört werden - möchte ich Ihnen noch sagen: sollte es irgendetwas geben, was Sie zurückziehen möchten von Ihrer Aussage, müssen Sie das jetzt tun - denn wenn sich herausstellt, daß das, was Sie hier vor Gericht ausgesagt haben, nicht die volle Wahrheit ist, müssen Sie mit sehr harten Strafen rechnen. Gibt es irgendeinen Punkt, den Sie zurückziehen möchten?
ZEUGIN: Nein.
 

LEIFER: Frau (Zeugin), ich muß anfangen mit einigen Fragen zu Ihrer Person. Ist es richtig, daß Ihr Mädchenname B... ist?
ZEUGIN: Ja.
LEIFER: Und dann heirateten Sie einen gewissen Herrn H... 1975, ist das richtig?
ZEUGIN: Ja, das stimmt.
LEIFER: Und Sie hatten ein Kind von ihm?
ZEUGIN: Zwei.
LEIFER: Ja, aber jetzt fangen wir bei dem ersten Kind an. Wann wurde es geboren?
ZEUGIN: Am 11.Juni 1976.
LEIFER: Gut. Und wo ist dieses Kind jetzt?
ZEUGIN: Bei seinem Vater.
LEIFER: Wie ist es wirklich dazu gekommen, daß das Kind beim Vater blieb?
ZEUGIN: Das ist eine sehr lange Geschichte.
LEIFER: Was ich nur wissen möchte ist: ist es richtig -wie ich es verstanden habe - daß er wohl krank war und das Kind dann einen Brief brachte, daß es dort bleiben könne?
ZEUGIN: Entschuldigung, das verstehe ich nicht.
LEIFER: Ist es richtig, was man mir mitteilte, daß er krank war und Sie dann einen Brief schrieben, der besagte, daß das Kind direkt bei ihm bleiben könne?
ZEUGIN: Ja, ich schrieb, daß - wenn alles gut ginge -ich es bevorzugen würde, wenn er die Verantwortung für das Kind übernimmt, da ich kein Geld dafür hatte.
LEIFER: Und das war, nachdem Sie Herrn D... geheiratet hatten?
ZEUGIN: Nein.
LEIFER: Gut. Und dann, erfuhren wir, begannen Sie eine Beziehung mit Herrn D....... Habe ich recht, wenn ich sage, daß Sie zu der Zeit schwanger von Ihrem Ehemann waren?
ZEUGIN: Was? Nein.
LEIFER: Zumindest kam das Kind ziemlich früh.
ZEUGIN: Wie bitte?
LEIFER: Das Kind wurde sehr schnell dann geboren. Es wurde nicht geboren, als Sie sich von Ihrem Ehemann trennten?
ZEUGIN: Ja, das stimmt. Aber dies hat nichts mit Herrn D... zu tun.
LEIFER: Nun gut, Entschuldigung. Aber auf jeden Fall haben Sie sich von Ihrem Mann getrennt, während Sie noch schwanger waren?
ZEUGIN: Ja, das stimmt.
LEIFER: Und dann war dieses - Sie erklärten selbst über die schwierigen Gefühle und Überlegungen - oder Ihnen wurde  die sexuelle Beziehung zu Herrn D.... vorgeworfen, und man wünschte, daß Sie Ihre sexuellen Beziehungen in Ordnung bringen sollten.Ich meine, so wie die Kirche dies durch ihre Orders vorschreibt und so wie auch viele von uns es als richtig ansehen.
ZEUGIN: Ja, das ist richtig; in dem Sinne, wie wir nicht zusammen sein sollten.
LEIFER: Gut. Nun, Sie haben ziemlich viel über die  Kirche berichtet.Sie haben die Kirche mehr oder weniger als total entartet und unmoralisch charakterisiert und alle schlechten Dinge beschrieben, die sie tun. Haben Sie nie darüber nachgedacht, mit der Kirche zu brechen?
ZEUGIN: Ja, darüber habe ich manches Mal nachgedacht, das tat ich wirklich.
LEIFER: Aber Sie traten nicht aus der Kirche aus und machten bei all den schmutzigen Tricks mit, die Sie beschrieben?
ZEUGIN: Nun, ich bin jetzt ausgetreten.
LEIFER: Ja, aber es hat lange gedauert. Wann traten Sie bei Scientology ein?
ZEUGIN: Im Oktober 1973.
LEIFER: Soweit ich das sehe, sind das also 6 Jahre. Sie haben also 6 Jahre in diesem Dreck dringesteckt.
ZEUGIN: Ja, das ist richtig.
LEIFER: Und Sie waren da in ihrem richtigen Element?
ZEUGIN: Ich bin nicht sicher, ob ich Ihre Frage richtig verstehe.
LEIFER: Ja nun - Sie fühlten sich also in diesem Dreck 6 Jahre lang wohl. Jedenfalls so wohl, daß Sie nicht austraten.
ZEUGIN: Es ist richtig, daß ich erst 1979 austrat.
LEIFER: Darf ich Sie dann fragen: Stimmt es wenn ich sage, daß Sie eine kleine Kasse zu führen hatten, für die Sie verantwortlich waren?
ZEUGIN: Ja, das stimmt.
LEIFER:  Stimmt es, daß ab und zu Geld aus der Kasse fehlte?
ZEUGIN: Ja, das ist richtig.
LEIFER: Und das nur, weil Sie es für private Dinge nahmen?
ZEUGIN: Ja. Die Situation sah so aus, daß ich zwei Kinder hatte für die ich allein verantwortlich war und ich nur 253 Kronen (ca. DM 83,--) die Woche erhielt; so war es sehr schwer für mich,...
LEIFER:  Alle Leute, die Geld unterschlagen, haben immer eine Erklärung dafür.
ZEUGIN: Ja, aber darf ich dazu eine Sache sagen. Sie können es nicht Unterschlagung nennen, da ich alles zurückbezahlt habe.
LEIFER: Jetzt müssen Sie aber malentschuldigen. Ein Kassier der dabei ertappt wird, daß er zu wenig Geld in der Kasse hat, hat trotzdem unterschlagen, auch wenn er später zurückbezahlt. Was er sicherlich machen muß.
ZEUGIN: Möglichst.
LEIFER: Wir können sagen, daß dies vielleicht einer der Gründe war, daß Sie nicht mehr erwünscht waren.
ZEUGIN: Den Eindruck hatte ich damals nicht, ganz das Gegenteil. Ganz im Gegenteil, ich hatte ~ den entgegengesetzen Eindruck, daß ich nicht....
LEIFER:  Wurden Sie dafür bestraft?
ZEUGIN: Nein, aber ich hatte den Eindruck, daß das nicht so wichtig war. Und ich war bei weitem nicht die Einzige, die das tat, also...
LEIFER: Ja, gut - aber....
ZEUGIN: Es war nicht sehr schwerwiegend.
LEIFER: Das war es dann also nicht. Aber ich habe den Eindruck, daß Sie in der ganzen Zeit, wo Sie bei Scientology waren, alle diese Dinge hingenommen haben. Jetzt ist aber nicht ganz klar, ob Sie die Wahrheit sagen. Schließlich haben wir keinen Lügendetektor hier, so daß wir nicht beurteilen können, ob Sie die Wahrheit sagen. Schließlich haben Sie auch noch zugegeben, daß Sie im Lügen trainiert worden sind.
ZEUGIN: Das stimmt, aber...
LEIFER: So kann man also sagen, daß Sie selbst sagen, Sie hätten das Lügen gelernt, und bei Ihrer Unterschlagung mit dem Geld wurde ein Auge zugedrückte Sie sagen viel von Ihnen selbst, was Sie gegenüber der Zeitung "VORTLAND" als "dreckige Methoden" beschrieben haben.
ZEUGIN: Ja, das ist richtig. Das ist etwas, was ich selbst später erkannt habe.
LEIFER: Aber während dieser 6 Jahre waren Sie immer zufrieden, mit dabei zu sein - oder zumindest nicht so unzufrieden, um auszutreten?
ZEUGIN: Ja, das ist richtig.
LEIFER: Gut.
ZEUGIN: Also weil ich in....
LEIFER: Ja, aber ich will Sie fragen.
VORS ITZENDER RICHTER: Ja. Aber worin das Gericht interessiert ist, ist nämlich, die Antworten der Zeugin zu hören, - wenn Sie also eine Frage stellen, lassen Sie die Zeugin auch aussprechen.
ZEUGIN: Man muß bedenken, daß ich sehr lange Zeit dabei war. Jeder hat Angst auszutreten, denn während man dabei ist, hat man schon gelernt: wenn man austreten will, ist gar kein normales Leben für Dich möglich, da man schnell als SP verdammt wird, und wenn man SP ist, wird man in seiner eigenen Person zerstört daß man seine eigene Würde und alles Ansehen verliert. Da ist nicht viel übriggeblieben, so daß Du befürchtest, zusammenzubrechen. Wenn  man so lange bei Scientology ist, erscheint es einem wie eine Art Familie. Sehr oft hatte jemand keinen Kontakt mehr mit allen Freunden und seiner eigentlichen Familie, wenn es ihm verboten war, Kontakt mit Personen zu haben, die nicht bei Scientology waren, da man einen negativen Einfluß befürchtete.
LEIFER: Darf ich Ihnen eine Frage stellen? Wurden Sie belästigt, seit Sie Scientology verlassen haben?
ZEUGIN: Teilweise, indirekt, ja - das wurde ich.
LEIFER: Aber direkt? Hat Sie irgendjemand angegriffen?
ZEUGIN: Nein. Niemand.
LEIFER: Gut. Dann möchte ich Sie noch dies fragen: kürzlich haben Sie eine Rede gehalten bzw. ein Interview im Radio gegeben.
ZEUGIN: Ja, das stimmt.
LEIFER: Wer hat das arrangiert?
ZEUGIN: Es wurde vorn Dänischen Radio arrangiert - ich glaube von jemandem, der Mauritz Hansen heißt.
LEIFER: Ja, ich weiß. Aber jetzt höre ich, daß Sie von Herrn Jakob Andersen als Jakob sprechen. Ich höre, daß Mr. Jörgen Jakobsen Sie unformal anredet, mit Ihrem Vornamen und dann möchte ich Sie fragen...
JACOBSEN: Darf ich dazu bemerken, Herr Leifer, daß ich viele Leute beim Vornamen, meinen Metzger z.B. Renne. Vielleicht ist es, weil Sie etwas älter sind als ich. Ich habe (die Zeugin) gestern erst getroffen. Ich sah sie niemals vorher. Aber rein gefühlsmäßig nannte ich sie beim Vornamen.
LEIFER: Nun, das tue ich nicht. Woher kennen Sie Mr. Andersen, Frau (Zeugin)?
ZEUGIN: Ich kenne ihn vom "EKSTRA BLADET". Letztes Jahr habe ich ihn kennengelernt.
LEIFER: Aber Sie kennen ihn vom "EKSTRA BLADET" her. Das heißt, daß er Sie etwas kennt. Darum wurden Sie gebeten, hierher zu konmen.
ZEUGIN: Ja, ich kenne ihn etwa seit einem Jahr.
LEIFER: Aber ich habe verstanden, daß Sie die ganze Kampagne gegen Jakob Andersen nur durch das "EXTRA BLADET" erfuhren.
ZEUGIN: Nein.
LEIFER: Ja, das haben Sie aber behauptet.
ZEUGIN: Nein.
LEIFER: Das sagten Sie aber vor einigen Minuten. Ich habe es mir notiert. Sie wurden gefragt, ob Sie davon gehört haben und daß...
ZEUGIN: Ja, die spezielle Sache über Per Olof Jörgensen erfuhr ich nur durch das "EKSTRA BLADET".
JACOBSEN: Das war genau, was die Zeugin aussagte.
ZEUGIN: Aber all dies ging weiter, ich meine, ich wußte einiges über Jakob Andersen schon vor dieser Zeit, und das wußte ich durch Scientology.
LEIFER:  Sie wurden eben gewarnt davor, daß Sie für die Aussagen, die Sie gemacht haben, zur Rechenschaft gezogen würden. Das war eine wunderschöne Zusammenfassung. Ich versehe richtig, daß Sie dabei bleiben: -Per Olof Jörgensen sollte Hetler treffen gemäß einem Express-Auftrag von Bob Metzler?
ZEUGIN: Ja, so habe ich Per Olof Jörgensen verstanden, als wir später darüber sprachen.
LEIFER: Ich verstehe. Sie erklären über CCHR (Anm.: Scientology-Kommission für Menschenrechte), daß CCHR's Fall gegen Fini Schulsinger etwas mit der Kirche der Scientology zu tun habe.
ZEUGIN: Ja.
LEIFER: Wer hat Sie beauftragt, dies zu sagen?
ZEUGIN: Niemand hat mich beauftragt. Dies weiß ich, weil ich damit zu tun hatte und ich verantwortlich war für die Bürgerkommission für Menschenrechte und deren Operationen während ich bei Scientology war.
LEIFER:  Während Sie dabei waren - aber was geschah in dem Fall, ich selbst leitete den Fall gegen Schulsinger und er wurde für schuldig.befunden...
JACOBSEN: Sie wissen, Mr. Leifer, das ist nicht ein korrekter Bericht. Lassen Sie uns das Urteil ansehen.
LEIFER: Und Sie appelierten an das Hohe Gericht.
JACOBSEN: Ich bin überrascht überSie. Wir können dem Gericht das Urteil vorlegen.
LEIFER: Natürlich können Sie das gern.
Das heißt also, Frau (Zeugin), daß Sie heute Scientology in den Punkten anklagen, in denen Sie seinerzeit mitgearbeitet haben?
ZEUGIN: Ja, wenn Sie das so ausdrücken wollen.
LEIFER:  Darf ich auf eine Sache zurückkommen. Die Enttäuschung über Ihre Heirat. Sie sagten ihrem Mann, daß er das Kind bei sich behalten könne?
ZEUGIN: Ja, wenn das gut ginge.
LEIFER: Hörten Sie dann auf, Kindergeld vom Staat zu beziehen?
ZEUGIN: Nein, ich erhielt es nur noch einmal nachdem das Kind bei meinem Mann war, und dann hörten die Zahlungen auf. Aber ich erhielt noch Kindergeld weiterhin...
LEIFER: Und Sie behielten das Sorgerecht?
ZEUGIN: Für ein Kind, ja.
LEIFER: Nein, aber Sie behielten das Geld, was Sie für das Kind in England bekamen?
ZEUGIN: Ja, einmal danach, dann nie wieder.
LEIFER: Sehen Sie dies auch ähnlich wie die Sache der Unterschlagung mit der Kasse?
VORSITZENDER RICHTER: Hören Sie zu - die Zeugin sagte noch einmal: einmal nur!
LEIFER: Ja, aber das war 6 Monate später, nachdem Sie das Kind zum Vater geschickt hatte?
ZEUGIN: Nein, das war es nicht.
LEIFER: Wieviel später?
ZEUGIN: Als sie nach England ging...
LEIFER: Sie schickten sie am 30.Juni. Ist das richtig?
ZEUGIN: Ich weiß, daß es im Sommer war.
LEIFER: Ja, am 30.Juni 1979 haben Sie das Kind zu Ihrem Mann geschickt?
ZEUGIN: Ja. Und im September dann erhielt ich das Kindergeld, wenn es fällig ist.
LEIFER: Im September. Aber da hatten Sie das Kind schon zu Ihrem Mann geschickt?
ZEUGIN: Ja.
LEIFER: Haben Sie das Geld zurückgeschickt?
ZEUGIN: Nein, ich hab's nicht zurückgesandt. Ich hatte große Schulden und versuchte...
LEIFER: Sie haben es für andere Dinge verwandt?
ZEUGIN: Ja.
LEIFER: Gut. In dem Rundfunkinterview neulich sagten Sie - das habe ich behalten - daß Mitglieder der Scientology nicht Zeitung lesen durften. Ist das richtig?
ZEUGIN: Das hängt davon ab, wo man angestellt ist. Ich kann es mal so sagen: Es gibt kein schriftliches Verbot mehr, keine Zeitung zu lesen, aber es wird nicht gut angesehen, und nur eine begrenzte Anzahl von Mitgliedern dürfen Zeitungen jeden Tag sehen.
LEIFER:  Sie machten diese Einschränkung aber nicht im Rundfunkinterview. Sie sagten nur, daß es nicht erlaubt war, Zeitung zu lesen.
ZEUGIN: Ja, aber...
LEIFER: Erinnern Sie sich,was Sie im Radio sagten?
ZEUGIN: Ja, aber Sie müssen verstehen, daß das zwei verschiedene Dinge hier sind; es gibt kein schriftliches Verbot. Das war es, was ich sagte.
LEIFER:  Nein, warum sagten Sie dies nicht im Radio?
ZEUGIN: Aber ich sage doch nicht, daß...
JACOBSEN: Was sagte die Zeugin indem Rundfunkinterview?
LEIFER:  Daß es den Mitgliedern der Kirche nicht gestattet war, Zeitung zu lesen.
JACOBSEN: Können wir das Transskript mal laut vorgelesen haben. Ich habe die Radiosendung nicht gehört.
LEIFER: Wissen Sie was, Jörg Jakobsen, - Sie waren während des Verhörs der Zeugin so empfindlich, daß ich Sie nicht unterbrechen durfte.
JACOBSEN: Sie konfrontieren die Zeugin mit Dingen, die ich nicht kenne.
LEIFER: Ja, aber da gibt's Dinge, die Sie nicht wissen. Ich konfrontiere die Zeugin mit einer Radiosendung, in der Sie eine Aussage machte, daß - ohne Einschränkung- die Kirche nicht erlaubte, daß ihre Mitglieder Zeitung lasen. Ich frage sie nun, ob das richtig ist und mir wird von ihr gesagt, es ist falsch.
VORSITZENDER RICHTER: Ich sage Ihnen frei heraus: Ich will Sie nicht davon abhalten, solche Fragen zu stellen, aber ich glaube, sie haben keine Wichtigkeit für diesen Fall.
LEIFER: Genausowenig glaube ich, daß die Fragen von Hern Jacobsen diesen Fall betreffen.
VORSITZENDER RICHTER: Das ist kein Grund für Sie, weiterzumachen.
LEIFER: Nein, da stimme ich Ihnen zu. Frau (Zeugin), Sie sagten etwas, über einen holländischen Professor, der völlig zusammenbrach.
ZEUGIN: Ja, das ist richtig.
LEIFER:  Wie ist sein Name?
ZEUGIN: Ich kann mich nicht an seinen Namen erinnern. Das sagte ich bereits gestern.
LEIFER: Das heißt, wenn Sie sich nicht an den Namen erinnern, können wir die ganze Sache nicht überprüfen.
ZEUGIN: Sie könn'en versuchen und Fragen stellen. Wahrscheinlich jemand von B-1...
LEIFER: Nein, Sie sind es, die das sagt. Warum erwähnen Sie das, wenn Sie nicht sagen können, wer das eigentlich war?
ZEUGIN: Ich erwähnte es in Verbindung mit...
LEIFER: Ja, Sie erwähnten es als eine Tatsache, die die Information unterstreichen sollte, die Sie hier gegeben haben.
ZEUGIN: Ja, aber es war eine Tatsache - und es ist eine Tatsache.
LEIFER: Ja, aber es ist keine Tatsache, wenn Sie mir nicht seinen Namen nennen können.

VORSITZENDER RICHTER: Nein, Leifer. So geht das mit Ihren Fragen nicht weiter. Das ist ganz klar eine Frage des Verfahrens. Es ist offensichtlich, daß diese Frage in das Verfahren gebracht wurde, um die Vertrauenswürdigkeit der Zeugin zu beurteilen. Machen Sie.weiter.
LEIFER: Ich sehe keinen Grund für weitere Fragen.
 
 

ERIK JENSEN: Ich habe nur sehr wenige Fragen: Sie sagten vorher, wenn ich Sie richtig verstanden habe - sonst müssen Sie mich korrigieren -, und es bezieht sich auf eine Frage von Jörg Jacobsen, daß Sie in Norwegen bedroht und eingeschüchtert wurden, nachdem Sie aus der Kirche ausgetreten waren, um zu erreichen, daß Sie keine weiteren Aussagen machen. Das geschah nach einem Zeitungsartikel, der veröffentlicht wurde. Jemand kam von Scientology - ich glaube von einem Office in England - und irgendetwas wurde darüber gesagt, daß man Ihnen Geld anbot, wenn Sie nichts mehr über die Kirche aussagen würden. Ist das richtig?
ZEUGIN: Nein, das ist nicht richtig. Was ich aussagte war: als das in der Zeitung "VORT LAND" erschienen war, kam jemand vorn Guardian Office Europe, vom B-1 Office. Er kam nach Norwegen hoch und um z.B. uns dort zu treffen. Wir wurden gebeten, in das Osloer Office von Scientology zu kommen und er kam auch mit einer anderen Person zu uns nach Hause. Wir wurden gefragt, was wir erhalten möchten, wenn wir etwas Bestimmtes haben möchten, um weitere Angriffe auf Scientology aufzugeben. Und ich sagte dann: Ich verstand es, daß die damit sagen wollten: "Wenn ihr Geld wollt...." - aber es wurde nicht direkt gesagt.
ERIK JENSEN: In Ordnung. Es wurde nicht direkt gesagt. Aber Ihnen wurde etwas angeboten?
ZEUGIN: Ja.
ERIK JENSEN: Später sagten Sie auf Mr. Leifers Frage, daß Sie nicht von der Kirche verfolgt wurden, nachdem Sie ausgetreten waren?
ZEUGIN: Ja
ERIK JENSEN: Es kann nicht beides richtig sein, daß Sie in Norwegen belästigt wurden...
ZEUGIN: Das war keine Verfolgung oder Belästigung in Norwegen es war eine Unterhaltung, der wir zustimmten, mein Mann und ich.
ERIK JENSEN: Ja, aber das war...
ZEUGIN: Nun, wir sahen es aber nicht als Verfolgung oder Belästigung
ERIK JENSEN: Sie sahen es nicht so. Um etwas angeboten zu bekommen, um aufzuhören?
VORSITZENDER RICHTER: Aber dies hat die Zeugin nicht gesagt!
ERIK JENSEN: Ich konfrontiere die Zeugin nur damit, daß Sie zuerst sagt, daß Sientology an sie herantrat, nachdem sie ausgetreten war und dann aber behauptet.....
VORSITZENDER RICHTER: Ich verstehe die Erklärung der Zeugin auf die Frage von Herrn Leifer folgendermaßen: wie es aussieht, hat sie nichts vorzuweisen gegen Scientology, worüber sie sich beschweren würde, nachdem sie ausgetreten ist. Das ist so, wie ich es verstanden habe.
LEIFER: Aber ich verstehe es so ...
ZEUGIN: Ja.
VORSITZENDER RICHTER: Dann habe ich es also richtig verstanden.
ERIK JENSEN: Das stellt mich zufrieden. (beruhigt mich)
LEIFER: Ich vermute, Sie wurden gefragt, welche Vorteile Sie ...
VORSITZENDER RICHTER: Wirklich, Sie sind jetzt nicht an der Reihe. Hat Herr Jörgen Jacobsen oder Herr Erik Jensen noch irgendwelche Fragen?
LEIFER: Ich möchte Sie nur noch fragen, ob es noch etwas anderes gibt, außer daß Ihnen diese Leute etwas "anboten", woraus Sie Nutzen haben, indem Sie Ihren früheren Arbeitgeber oder Ihre frühere Mitgliedschaft verleumden und in den Dreck ziehen?
ZEUGIN: Ich ziehe überhaupt keinen Nutzen aus irgendetwas. Ehrlich gesagt ist es eine sehr harte Sache. Und es ist kein in-den-Dreck-ziehen, wie ich es sehe, denn was ich behaupte, hat in der Organisation wirklich stattgefunden.
LEIFER: Na ja, wir müssen Andere darüber befragen.
VORSITZENDER RICHTER: Jetzt also stellen Sie diese Frage..- die eine ganz natürliche Frage ist - müssen Sie die Zeugin erklären lassen, wie die Situation ist. Das ist etwas, dem sie zugestimmt.hat. Die Zeugin fügt hinzu, daß es nicht richtig ist, dies als Verleumdung zu sehen. Was sie ausgedrückt hat, ist Ihre Überzeugung geworden.

Vertagung 12 - 13.00 Uhr
Frederiksberg, 15. März 1981
Björn Einersen
Autorisierter Gerichtsstenograph
 



1. Version dieser Seite installiert am 9.1.1999


Impressum:



Die Website www.Ingo-Heinemann.de wurde eröffnet im September 1998