Ingo Heinemann: Scientology-Kritik
   Adresse dieser Seite:  KVPM+Russell-Tribunal.htm  Zuletzt bearbeitet am 23.3.2002
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Scientology, KVPM und das Russell-Tribunal
Über den KVPM nimmt Scientology Einfluß auf den "Antipsychiatrie"-Zweig der Psychiatrie-Betroffenen-Vereine


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Impressum  

Aus einer Broschüre zum Russel-Tribunal 2001:
 
 


 
 

Freedom of Thought
Russell Tribunal
Geist gegen Gene
Berlin 2001
 
 
 
 
 
 
 


Kontakt
Veranstalter: Prof. Wolf-Dieter Narr zusammen mit dem Asta der Freien Universität Berlin 
Träger: Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Berlin-Brandenburg e.V. 
Freedom of Thought Office:
Vorbergstrasse 9a 
10823 Berlin Germany 
Tel. ++49-30-78953410 
Fax ++49-30-7828947 
Secretaries:
Dr. Renate Bauer, René Talbot 
Hagai Aviel, Vanessa Lux 
Scientific co-ordinator:
Elke Heitmüller 
russell.tribunal@berlin.de 
zukunft.mensch@berlin.de 
 
 
 
 


Unterstützer Freedom of Thought:
Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Berlin-Brandenburg e.V., Scharnweberstrasse 29, Berlin, Germany
Israeli Association Against Psychiatric Assault, P.O.B. 23176, Tel Aviv, Israel
Support Coalition International, 454 Willamette, Suite 216, P.O. Box 11284, Eugene, OR 97440-3484 USA
Irren-Offensive e.V. Scharnweberstrasse 29, Berlin, Germany
Asta Freie Universität Berlin, Otto-von-Simson-Str. 23, Berlin, Germany
Lehrstuhl für Wahnsinn an der Freien Universität Berlin, Scharnweberstr. 29, Berlin, Germany
Landesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener Nordrhein-Westfalen, Spindelstraße 116, Bielefeld, Germany


 
 
3sat Kulturzeit 02.07.2001
Verrückt - entrückt
Das Russell-Tribunal zwischen Psychiatrie und Scientology
Am Abgrund des Nicht-Fassbaren, des Irrationalen zu existieren, ist ein dauerhaftes menschliches Phänomen. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit 800 Millionen Menschen unter psychischen Krankheiten leiden. Viele von ihnen sollen in der Psychiatrie im besten Falle aufgefangen werden. Das Machtgefälle zwischen Arzt und Patient ist in diesem System nahezu total. Zu den dunkelsten Kapiteln deutscher Geschichte gehört auch der Missbrauch dieser Macht. 

In Berlin ging heute eine Veranstaltung zu Ende, die die Defizite der modernen Psychiatrie anprangerte: das 5. Internationale Russell-Tribunal zur Lage der Menschenrechte. Namen wie Peter Weiss, Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir sind mit dem ersten Tribunal aus dem Jahr 1969 gegen Vietnam verbunden. 2001 wird in Berlin berichtet und diskutiert über Zwangseinweisungen und -behandlungen: Fixierungen, Elektroschocktherapie und Psychopharmaka. Verteidiger sind bei diesem "Verfahren" nicht anwesend.

Viele Fragen, wenig Antworten

Vertreter der Anklage ist der amerikanische Psychiater Thomas Szasz. Er ist aber auch Gründungsdirektor der amerikanischen "Citizens Commission on Human Rights", kurz CCHR, einer hundertprozentigen Scientology-Organisation. Beschädigt eine solche inhaltliche Nähe das nicht die seriösen Anliegen des Tribunals? Szasz wiegelt ab: "Schon das Wort Scientology in diesem Zusammenhang ist eine Art der Stigmatisierung, besonders in Deutschland. Es ist wie die Bezeichnung 'jüdisch' während der Hitler-Zeit. Scientology ist eine legale Religion. Ich glaube nicht daran. Ich bin kein Scientologe. Wenn aber deren Organisation die Willkürlichkeit in der Psychiatrie bekämpft, unterstütze ich das. Wenn eine jüdische oder katholische Organisation dies bekämpft, würde ich das genauso unterstützen."

130 Anlaufstellen in 39 Ländern hat die CCHR geschaffen. Die deutsche Sektion ist die "Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte." Auf ihrer aktuellen Internetseite wirbt sie mit dem "angesehenen Professor für Psychiatrie Dr. Thomas Szasz" und zählt ihn zu ihren "Beauftragten". Die "Kommission" gilt als eine der aggressivsten Scientology-Organisationen und wird auch vom Verfassungsschutz beobachtet. Szasz hat damit offenbar kein Problem, anders als Ursula Caberta. Für die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Scientology der Hamburger Innenbehörde ist die CCHR der ideologische Arm der Scientologen - und Szasz kein Unbekannnter: "Wir müssen davon ausgehen, dass er in enger Verknüpfung mit der Organisation war. Wer würde sich sonst gefallen lassen, dass mit ihm geworben wird, in der Art und Weise, wie Scientology das tut - und Gründungsmitglieder informieren sich ja in der Regel, mit wem sie es zu tun haben."

Scientology-Gründer L. Ron Hubbard hatte zu Lebzeiten immer wieder vor der Psychiatrie und deren Ideologie als Feind der Menschen gewarnt und verkündete stattdessen die Dianetik als Heilsbotschaft für die Anhänger seiner Lehre und als "einzige moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit". Versprechungen, die nicht selten den Weg in die Sekte bedeuten für Psychiatrie-Geschädigte, Hilfesuchende und deren Angehörige. Nicht zuletzt deshalb, weil in der breiten Öffentlichkeit heute noch immer die Ausgrenzung des Anderen, des Un-Normalen, des Ver-rückten sehr verbreitet ist. Auch der Kampf der Scientologen gegen die Psychiatrie bleibt nicht zuletzt deshalb bisher in der Diskussion um diese Sekte weitgehend unbemerkt.

Verrückt - entrückt

Die Ebenen der Kritik vermischen sich, doch nicht nur der Gegenstand der Kritik ist wichtig, sondern auch die Art und Weise, wer kritisiert und warum. Doch auch der deutsche Hochschulprofessor und Veranstalter des Tribunals, Wolf-Dieter Narr, sieht keinen Handlungsbedarf: "Ich weiß, dass es bei ihm ein Problem gibt, dem ich selber jetzt nicht weiter nachgegangen bin, obwohl ich selber die Scientology-Organisation ablehne. In der Bundesrepublik wird immer alles mit Verboten geregelt. Wenn die Szaszsche Mitgliedschaft in dieser Organisation irgend eine Rolle spielen sollte in seinem Plädoyer oder in der Jury, dann würde ich mich mit aller Macht, die mir zur Verfügung steht, dagegen wehren." 

Doch eben diese nötige Abgrenzung der seriösen Problematisierung der Methoden der modernen Psychiatrie von jener Kritik von Seiten der Scientologen wurde von den Veranstaltern nicht gelöst. Der Feministin und Menschenrechtlerin Kate Millett, die am Russell-Tribunal teilnimmt, ist dieses Problem auch nur zum Teil bekannt: "Ich stimme zu: Scientology ist undemokratisch. Über die Situation in Deutschland weiß ich zu wenig, aber Freunde in den Staaten hatten mal mit ihnen kurz zu tun. Es scheint ein Kult zu sein und gesellschaftlich sehr gefährlich: Sie übernehmen dein Leben, dein Geld und so weiter. Wir haben natürlich nichts damit zu tun und ich bin sicher, dass wir nicht mit ihnen verwechselt werden."

Den anderen Teil will Millett gar nicht erst kennen lernen. Szasz und Scientology - davon weiß sie nichts: "Szasz ist ein großer Sozialkritiker", sagt sie. "Seit ich zwanzig bin, habe ich ihn gelesen. Seine Stimme war die einzige, die in meinem Land zu hören war, die wirklich eine Herausforderung darstellte. Ich habe keinen Zweifel daran, dass er nichts mit Scientology zu tun hat oder jemals hatte." Die Szaszschen Thesen allerdings sind bei Scientologen mehr als willkommen. Für Thomas Szasz gibt es "Geisteskrankheit" als solche nicht: Psychiatrie ist keine Wissenschaft, sondern eine Ideologie, die - zusammen mit dem Staat - soziale Kontrolle ausübt. Und unabhängig davon, ob man dem zustimmt oder nicht, bedient sich die Scientology-Propaganda solcher Argumente. 

Die Frage nach einer möglichen Vermischung von Scientologen-Interessen mit den generellen Fragestellungen der Tribunal-Teilnehmer zum Thema Psychiatrie stellt sich für Kate Millett und den brasilianischen Schriftsteller Paulo Coelho nicht - zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Ihre Motivation zur Teilnahme an der Veranstaltung in Berlin ist eine ganz persönliche. Beide haben schlechte Erfahrungen gemacht mit dem System Psychiatrie und engagieren sich gegen den Zwang in den Institutionen. Paulo Cuelho kennt Scientology nur, wenn die Kamera aus ist: "Ich weiß nicht genug über Scientology, um darüber zu reden." Auch auf Nachfrage beteuert er, sich dazu nicht äußern zu können: "Ich habe keine Meinung, ich kann das nicht zusammenbringen. Ich bin nicht in der Position zu urteilen, ich weiß nicht genug. Es ist zu kompliziert, um eine Verteidigung parat zu haben."

Und so bleiben viele Fragezeichen nach dem Ende einer einer Veranstaltung, die sich hohe Ziele gesteckt hatte. Die notwenige Kritik am System Psychiatrie droht auf diese Weise zu kurz zu kommen - und ins Zwielicht zu geraten.


 
 
http://www.taz.de/pt/2001/07/03/a0127.nf/text 
TAZ 3.7.2001 

Wahn als Waffe

Vom Verfall einer ehemals kritischen Institution: Das Russell-Tribunal tagt in Berlin und verhandelt Menschenrechtsverletzungen in der Psychiatrie
von MARTIN ALTMEYER

Das Russell-Tribunal on Human Rights in Psychiatry begann verspätet, und es fand, anders als vorgesehen, nicht in der Freien Universität Berlin statt. Verantwortlich dafür, so berichtete Jurymitglied Wolf-Dieter Narr, dort als Hochschullehrer tätig, sei die Intervention einer Kollegin, die als Klinikdirektorin der geplanten Veranstaltung bescheinigt habe, "finsterer antipsychiatrischer Ideologie verhaftet" zu sein und dem Ansehen nicht nur einer modernen Psychiatrie, sondern auch der FU insgesamt zu schaden. Ihr Brandbrief war in dekuvrierender Absicht auf einer Flugblattcollage faksimiliert, das unter der Überschrift "Wissenschaftler damals, Wissenschaftler heute" auch den für seine Menschenversuche berüchtigten Nazi-Arzt Josef Mengele abbildete. 

Mit der FU hatte das Tribunal damit seine erste Angeklagte, und auch der Tenor der Anklage war mit diesen Verknüpfungen durchsetzt: Die heutige Psychiatrie stehe in der Tradition der unmenschlichen NS-Medizin. Der emeritierte Psychiatrieprofessor Thomas Szasz, der die Anklage vertrat und den Begriff der psychischen Krankheit seit 30 Jahren für eine medizinische Fiktion im Dienste sozialer Kontrolle hält, brachte seine Auffassung auf den Begriff: "Alle Psychiater lieben Kontrolle, und Kontrolle führt zu Mord!" Nicht zufällig seien Euthanasie und Eugenik im Nationalsozialismus nicht von einfachen Ärzten, sondern von mörderischen Psychiatern betrieben worden: Diese hätten schließlich jahrhundertelange Erfahrung mit Unfreiheit und gewaltsamer Unterdrückung. Den vorsichtigen Einwand eines Jurymitglieds gegen diese abstruse Entlastung der nichtpsychiatrischen Ärzteschaft und die Frage, ob die Nazis weniger Menschen umgebracht hätten, wenn es keine Psychiater gegeben hätte, wies der mit anklagende Rechtsprofessor George Alexander, der in Personalunion zugleich die Verhandlung führte, als irrelevant zurück. 

Schon das begriffliche Zusammenbringen von Menschenrechten und Psychiatrie - so die Juryvorsitzende Kate Millet - beinhalte einen Widerspruch in sich selbst, weil die Psychiatrie an sich eine Menschenrechtsverletzung darstelle. Sie verstoße, wie es in der Anklageschrift heißt, bereits in ihren Grundprinzipien gegen die UN-Menschenrechtserklärung: Ihre beiden Säulen seien Zwangseinweisung und strafrechtliche Entmündigung; sie diene als Waffe in der Hand von Staat und Familie, um unerwünschtes Verhalten zu diskriminieren, Personen mit abweichendem Verhalten zu stigmatiseren und sie gefügig zu machen. Ihr Charakter als Folterwerkzeug werde nur dadurch verdeckt, dass sie sich als Behandlung von Krankheiten ausgebe und eines medizinischen Vokabulars bediene. Aus all diesen Gründen müsse die Psychiatrie, nachdem sie sich zu ihren "Gräueltaten in der Vergangenheit und heute" bekannt habe, "die Unterstützung und Teilhabe der Profession daran . . . beenden". Wahrlich ein radikaler Kritikansatz, der für Reformpsychiatrie keinen Raum ließ und für deren Repräsentanten deshalb auch keine Möglichkeit der Verteidigung vorgesehen hatte. 

Wer nun von der Zeugenvernehmung den versprochenen Nachweis dieser Kontinuität des Grauens und zuverlässige Anzeichen dafür erwartet hatte, dass es sich beim zeitgenössischen System der psychiatrischen Versorgung um eine einzige Menschenrechtsverletzung handele, sah sich mit zunehmender Dauer des Verfahren eines anderen belehrt. Der erste Tag gehörte weitgehend den bedrückenden Schilderungen von Naziopfern, die ihre traumatischen Erfahrungen in Kinderheimen, Internierungslagern und Abteilungen für Kinder- und Jugendpsychiatrie berichteten, Einrichtungen also, die der Selektion und Vernichtung von so genanntem unwertem Leben gedient hatten. In diesen erschütternden Berichten zeigten sich zwar auch die Verdrängungsgeschichte der Nachkriegszeit und der Widerstand der Schuldigen gegen die Benennung und Aufdeckung ihrer Verbrechen - aber sie belegten nicht den Vorwurf der Anklage, die Theorien, Behandlungsformen und Funktionen der heutigen Psychiatrie seien im Kern den NS-Praktiken vergleichbar und deren strukturelle Fortsetzung in anderer Gestalt. Zweifel an dieser These, von einigen Mitgliedern der Jury angemeldet, wurden mit dem Hinweis darauf beantwortet, dass es damals wie heute nicht um medizinische Diagnose und Therapie, sondern um Stigmatisierung, Ausgrenzung und Unterdrückung ging, um ein menschenfeindliches Spiel der Macht und nicht um eines der hilfreichen Versorgung von Patienten. 

Die weiteren Zeugen, erfahrene Ankläger des gegenwärtigen psychiatrischen Systems, demonstrierten auf der Bühne des Tribunals, dass es sich bei schweren seelischen Störungen nicht einfach um Zuschreibungen der Gesellschaft, sondern um tiefe Irritationen im Verhältnis zu sich und der Realität, um fatale Verzerrungen der Selbst- und Weltbeziehung handelt. Mordandrohung und Mordversuch im Zustand verminderter Schuldfähigkeit, die Bedrohung der Ehefrau durch die Manipulation von Elektroleitungen, akute Suizidgefährdung im Zustand existenzieller Verzweiflung, paranoide Verfolgungsängste und grandiose Selbsteinschätzungen, all das wurde in den Berichten erkennbar, lassen sich eben nicht in einem dichotomen Weltbild unterbringen, wo das Gute innen und das Böse außen ist. 

Dass die Zeugen das tun, kann man ihnen nicht vorwerfen; dass etliche von ihnen aus dem Kampf gegen die Psychiatrie eine Lebensaufgabe gemacht haben, lässt sich als eine besondere Form der Traumabewältigung verstehen; dass zwei der Zeugen sich zur Psychiatriekritik von Ron Hubbard bekannten und auf entsprechenden Kongressen der Scientologen auftreten, ist ihr gutes Recht. Dass aber die urteilende Jury sich auf diese Weise ihr eigenes Weltbild meint bestätigen zu können, bedeutet einen Missbrauch von Patienten, den dieses Tribunal der angeklagten Psychiatrie vorwirft - und ist vom Zynismus einer Praxis nicht weit entfernt, mit dem die Universitätspsychiatrie einst ihr Fallmaterial den Studenten im Hörsaal vorführte. Das Russell-Tribunal erinnerte in nichts mehr an die humanistische Tradition, die mit der Untersuchung der Verbrechen im Vietnamkrieg einmal begonnen hatte. 

taz Nr. 6486 vom 3.7.2001, Seite 16, 214 TAZ-Bericht MARTIN ALTMEYER


 
 

Der nachfolgende Artikel ist der Website der Zeitschrift "Balance" entnommen.
Der Autor Bernd Trepping ist der Vorsitzende des KVPM, vgl. KVPM gegen Biologische Psychiatrie
 
Aus: www.Balance.de 
Balance - Juli/Sep. 2001 

Geschäft Gesundheit
Wegbereiter des „chemischen Rohrstocks“ veranstalten Weltkongress in Berlin.
Betroffene und Menschenrechtler protestieren gegen 
Biologische Psychiatrie

Vom 1. bis zum 6. Juli 2001 findet in Berlin der VII. Weltkongress der Biologischen Psychiatrie statt. 7.000 Psychiater aus der ganzen Welt werden hierzu im Kongresszentrum Berlin erwartet, um sich in üblicher arroganter Manier über die geistige Gesundheit der Menschheit und der Möglichkeiten ihrer Manipulation auszulassen. Internationaler Präsident ist der Münchener Psychiatriechef Prof. Dr. Möller, (660 Elektroschocks wurden allein 1997  in seiner Psychiatrie verabreicht). Nachdem unzählige Psychiater sogenannte Weltvereinigungen und Weltkongresse organisieren, auf denen gegenseitig der psychiatrische Standesdünkel zelebriert wird, ohne dass es für die Allgemeinheit erwähnenswert wäre, lohnt es sich über die Vereinigung der Biologischen Psychiater mehr zu wissen. 

Nachdem die Psychiatrie bis heute unfähig ist, sogenannte Geisteskrankheiten zu heilen* oder eine konkrete Ursache für das Lebensproblem eines Menschen festzustellen, muss sie ihre Daseinsberechtigung mit der ständigen Erfindung neuer Diagnosen für normales menschliches Verhalten sichern. Den Erfindungseifer für immer mehr Pseudogeisteskrankheiten veranschaulicht am besten das offizielle Handbuch der Psychiatrie, das „Diagnostische und Statistische Manual Psychischer Störungen DSM-IV“, kurz DSM. 1952 enthielt diese psychiatrische Bibel noch eine Auflistung von 112 Geistesstörungen, 1980 waren es schon 224, sieben Jahre später 253 und im Jahre 1994 lag die Zahl dessen was die Psychiatrie als Geistesstörungen bezeichnet bereits bei 374. 
 

"Die Biologische Psychiatrie ist eine Ideologie und zwar eine von der schädlichsten Sorte"
David Kaiser, Psychiater und Buchautor 


Um zu unterbinden, dass mehr und mehr Menschen Hilfe bei nicht psychiatrischen Einrichtungen suchen, verbreitet die Biologische Psychiatrie die Willkürbehauptung, dass emotionale oder geistige Leiden ihre Wurzeln in den Genen hätten bzw. biologisch bedingt seien oder aus einem „chemischen Ungleichgewicht“ im Gehirn resultieren. 

 Der „Defekt“ oder das „chemische Ungleichgewicht“ soll gemäß „biopsychiatrischer“ Fasson mit Hilfe von Psychodrogen oder Elektroschocks „behandelt“ werden, d.h. mit Hilfe von Praktiken, die ausschließlich von einem Arzt ausgeführt werden dürfen. Mit diesem pharmaherstellerfreundlichen Konzept berät die psychiatrische Kultgemeinschaft Politiker und drängt sämtliche Nichtmediziner auf dem Gebiet der mentalen Heilung ins Aus. Die Arbeit von Sozialarbeitern, Lebensberatern, Homöopathen, Geistlichen etc. wird somit als inkompetent klassifiziert, da diese Leute mit den schulmedizinischen Voraussetzungen nicht aufwarten können. 

Tatsächlich gibt es für die Behauptungen der Biologischen Psychiatrie keinen wissenschaftlichen Beweis. So sagte der Psychologe Elliot S. Valenstein, dass „keinerlei biochemische, anatomische oder funktionelle Merkmale gefunden wurden, die das Gehirn psychiatrischer Patienten verlässlich kennzeichnen." .... Und auch wenn „...Menschen mit psychischen Störungen sich ermutigt fühlen mögen, wenn ihnen gesagt wird, dass die verordneten Psychopillen ihnen ebenso helfen werden, wie Insulin einem Diabetiker hilft, so ist die Analogie ganz gewiss nicht gerechtfertigt.“ Doch die menschenverachtende und komplett unwissenschaftliche Theorie der Biologischen Psychiatrie resultierte bereits in politischen Konsequenzen. So existieren in den meisten Bundesländern Verordnungen über den Umgang mit Kindern, die Schwierigkeiten mit Lesen und Schreiben haben. Psychiater behaupten, Lese- und Rechtschreibprobleme seien Resultat eines genetischen Defekts. Wenn Kinder mit einem Lese- oder Rechtschreibproblem von der Benotung im Deutschunterricht freigestellt werden oder eine spezielle Förderung erhalten sollen, müssen Eltern in Bundesländern, in denen die „Legasthenie-Verordnung“ bereits existiert, ihr Kind einem Psychologen oder Psychiater vorführen. 

Als wichtiges Beispiel für die Auswirkung der Theorie des „chemischen Ungleichgewichts“ als Ursache für Verhaltensabweichungen sei die sogenannte Aufmerksamkeitsstörung bei Kindern genannt. Typisch kindliche Verhaltensweisen wie Unaufmerksamkeit oder extreme Aktivität und Impulsivität fanden den verhängnisvollen Einzug in das psychiatrische Diagnosebuch DSM. Der chemische Rohrstock für Kinder wurde auf diese Weise von Psychiatern zu einem noch nie dagewesenen Ausmaß gesellschaftsfähig gemacht. 1990 nahmen in Deutschland bereits 2500 Kinder eine ärztlich verschriebene Psychodroge, die Kokain sehr ähnlich ist, heute sind es bereits 40.000! Es wird nicht bestritten, dass es  Familien gibt die Hilfe brauchen, Psychodrogen sind jedoch keine Hilfe, sondern zerstören die Persönlichkeit. 

Die Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V. (KVPM) ist Teil eines internationalen Netzwerkes, um psychiatrische Menschenrechtsverstöße zu untersuchen. Nach Gründung des ersten Vereins im Jahre 1972 in München, existieren heute bundesweit 8 Zweigstellen mit ehrenamtlich tätigen Mitgliedern. Der Verein wurde von den Vereinten Nationen sowie von anderen namhaften Organisationen und Individuen lobend bestätigt. 

Die KVPM bietet in einer bundesweiten Poster- und Flugblattaktion ihre Hilfe an. Die Poster und hier abgebildeten Faltblätter richten sich dabei an die folgenden drei Zielgruppen: 

                    •  Angestellte der Psychiatrie, die in der Regel als erste von Missständen erfahren
                    •  Eltern deren Kinder als „psychisch krank“ stigmatisiert wurden. 
                    •  Betroffene, die Opfer von schädlichen psychiatrischen Praktiken wurden. 
 

Internationale Protestaktionen gegen die destruktiven Ideologien der Psychiatrie in Berlin 

Anlässlich des VII. Weltkongresses der Biologischen Psychiatrie protestieren zahlreiche Patienten- und Menschenrechtsgruppen gegen psychiatrische Zwangsbehandlung und andere destruktiven Praktiken der Psychiatrie. Der Landesverband Psychiatrie-Erfahrener veranstaltet vom 29.06. bis 02.07.2001 in der Freien Universität Berlin das fünfte internationale „Russel Tribunal“ zur Frage der Menschenrechte in der Psychiatrie, sowie das Symposium „Geist gegen Gene“.  Die Jury besteht u.a. aus Professoren und Fachleuten aus den Bereichen Medizin, Recht und Philosophie. Das Tribunal wird über Internet live 
Übertragen (www.freedom-of-thought.de). 

Die KVPM organisiert am Montag, den 02. Juli 2001 mit mehreren tausend Teilnehmern einen Protestmarsch von der Gedächtniskirche Berlin bis zum Kongresszentrum. Dort werden im Rahmen einer Kundgebung sechs Betroffene ihr Schicksal über die schockierenden Folgen psychiatrischen Handelns Zeugnis ablegen. Menschenrechtler aus ganz Europa und aus den USA haben bereits ihre Teilnahme angekündigt. Die KVPM lädt alle Organisationen und Individuen ein, bei den Protestaktionen gegen psychiatrische Menschenrechtsverstöße in Berlin dabei zu sein. Bestätigen Sie Ihre Teilnahme bei der KVPM Bundesleitung unter der Nummer 089-273 03 54 oder unter der E-mailadresse: KVPM@gmx.de . 

Bernd Trepping 

* Prof. Dr. Norman Satorius, Präsident des Weltverbandes (WPA) der Psychiatrie von 1996-1999 bei einem Psychiatriekongress: „Vorbei sind die Zeiten, in denen Psychiater meinten, sie könnten die Geisteskrankheiten heilen. In Zukunft werden die Geisteskranken lernen müssen, mit ihrer Krankheit zu leben“. 

 


 
 
Aus: http://www.psychiatrie-erfahrene.de/PsyNetzLinksSeiten/Nachrichten.htm#lpe 
Presseerklärung

Der Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Berlin-Brandenburg und die Israeli Association against Psychiatric Assault hat mit Abscheu und Entsetzen zur Kenntnis genommen, daß vom 1.-6. Juli die Biologische Psychiatrie sich zu einem Weltkongress in Berlin versammeln will. 

Damit demonstriert die Täterprofession des Holocaust, die das systematische Gaskammermorden entwickelt und vorangetrieben hat, hier in Berlin: Weder ist sie beschämt darüber, noch hat sie sich entschuldigt, alles ist nur ein "lässliches" Mißgeschick gewesen, bei dem leider ein paar Zeugen übrig geblieben sind. Heute kann mit derselben Prämisse von eugenischer Psychiatrie - nun zu genetischer Psychiatrie umettiketiert - weitergemacht werden, als hätte es das Massenmorden nicht gegeben. 

Das ist eine Verhöhnung der Opfer durch die Profession der Täter und und zwar eine Verhöhnung aller Opfer des Nazi Genozids. Wir erinnern uns: Hier in Berlin hat in der Tiergartenstr. 4 die Zentrale der Aktion T4 den Namen gegeben, in der 1939 - 1948 die deutschen Psychiater die Insassen ihrer Anstalten ermordeten. 

Ein Treffen der Internationalen Biologischen Psychiatrie in Berlin wäre vergleichbar mit einer Party bei einem weltweiten Neo-Nazi-Treffen in Auschwitz. Ein solcher Kongress darf unserer Meinung nach in Berlin nicht stattfinden. Deshalb fordern wir, dass das Treffen der Biologischen Psychiatrie sofort abgesagt wird. Wir schlagen vor, dass die 7000 erwarteten Besucher sattdessen eine Erinnerungstour zu den noch völlig unzerstörten Gaskammern in Hadamar und Bernburg und den anderen Gedenkorten in Brandenburg, Hartheim, Pirna Sonnenstein, Grafeneck unternehmen. 

Wenn die biologische Psychiatrie selbst nicht willens sein sollte, ihren Weltkongress abzusagen, so fordern wir hiermit das Abgeordnetenhaus auf, in einem politischen Entscheid die Verträge des ICC für diesen Kongress umgehend zu kündigen, auch wenn dies eine Konventionalstrafe für das Land als Eigentümer der Messe GmbH nach sich ziehen sollte: Nur eine rechtzeitige Absage kann Berlin davor bewahren nochmals den Gastgeber für die Profession der Täter abzugeben, die diesmal versucht ihre Verbrechen totzuschweigen. 

Über dieses abgründige Totschweigesystem kann auch keine Werbekampagne hinwegtäuschen, in der nun die biologische Psychiatrie mit dem Ettikettenschwindel der eindeutig neurologischen Alzheimer Erkrankung (die eben keine psychiatrische ist) versucht, psychiatrisches Handeln harmlos erscheinen zu lassen, in der tatsächlich Zwang - zumindest als Option und somit als Bedrohung - grundlegend ist. Die öffentliche Aufklärung über die Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Gefahren dieser "Medizin", die auf dem besten Wege ist, zur Biowaffe zu werden , soll der Kongress "Freedom of Thought" dienen, den wir als Träger bzw. Sponor unterstützen.



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