Ingo Heinemann: Scientology-Kritik
   Adresse dieser Seite: http://agpf.de/Archiv/HubbardMarySue-Anklageschrift.htm
Zuletzt bearbeitet am 10.9.2006
zur Homepage  | zur Inhaltsseite  |  AGPF-Spendenkonto
Google

Die Verschwörung
Auszug aus der der Anklageschrift


Inhalt dieser Seite: Zum Thema in dieser Website: In anderen Websites:
  • www.AGPF.de: Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt

Auszug aus der der Anklageschrift:

II.III Die Verschwörung zum Abhören von Gesprächen, zu Einbruch und Diebstahl, und die wesentlichen Taten, die diesbezüglich begangen wurden.

A. Der Befehl, die US-Steuerbehörde IRS in Washington, D.C., zu unterwandern
B. Das Abhören des Konferenzraumes des obersten IRS-Leiters am 1.11.1974
[Definition "Missionar"]
[Verschlüsselung]
[Richtlinien zur Steuerbefreiung geplant]
C. Die erste Unterwanderung des IRS im Distrikt Columbia gemäß GO 1361
[Stichworte als Findungsgilfe, keine Überschriften]:
[Der erste Einbruch]
[Silver = Code-Namen für IRS = US Steuerbehörde]
[gestohlene Interpol-Dokumente]
[Sc-Agenten auch bei anderen Behörden]
[Akten vom Chef-Rechtsberater]
[Deckmantel für PR- Informationswäsche]
[Projekt Horn: erfundene Beamte sollen gestohlenes Material verschicken]
[Berichte 'D/A‘ dead agented machen]
[gestohlene Regierungsdokumente für eine Veröffentlichung an die Presse und für eine Verwendung bei eventuellen Scientology Gerichtsverhandlungen präparieren]
[Unterlagen über Moon-Sekte gestohlen]
[zusammenfassend: die ersten 5 Monate]
["CSW“-Definition]
[15.000 Dokumente]
[IRS-Verhandlungen über eine Steuerbefreiung]
D. Infiltration der Steuerabteilung im US-Justizministerium

 
 

III.

Die Verschwörung zum Abhören von Gesprächen, zu Einbruch und Diebstahl, und die wesentlichen Taten, die diesbezüglich begangen wurden.

Am 21. November 1973 schrieb Jane Kember, 'Guardian World-Wide‘ (Sicherheitsbeauftragte Weltweit), einen Brief an den damaligen 'Temporary Deputy Guardian‘ (etwa: Zeitweiliger Stellvertreter des Sicherheitsbeauftragten) für die Vereinigten Staaten (lID Guardian US) Henning Heldt zum Thema "Interpol Washington“. (Siehe Beweismittel Nr. 2 Anm. (Anm. 6)).

Anm. 6:  Beweisstück der Regierung Nr. 2 wie auch alle Dokumente der Beweismittel 3 - 30, 32 - 60, 62 - 96, 98 - 100, 103 - 105, 107 - 112, 114 - 185, 187 - 188, 210 - 213, 216 und 219 wurden von Beamten des F.B.I. in zwei 'Guardian‘s Offices‘, und zwar in Fifield Manor sowie im Zedern-Bürokomplex in Los Angeles, Kalifornien, aufgrund einer von den Vereinigten Staaten richterlich angeordneten Haussuchung am 7. Juli 1977 beschlagnahmt. Beweismittel Nr. 2 wurde von einem Spezial-Agenten des F.B.I. aus einem Aktenschrank im Büro des Angeklagten Willardson im Cedars-Gebäude beschlagnahmt.
In diesem handgeschriebenen Brief informierte sie den Angeklagten Henning Heldt darüber, daß das 'Guardian‘s Office‘ "einige auf illegalem Wege erworbene Dokumente“ besäße, aus denen hervorginge, daß Interpol Washington zu Interpol Paris, London, Melbourne, Ottawa und Lomba Malawi aufgenommen habe (Zitat im Original nicht unterstrichen). Auf Seite 2 dieses Briefes fügte sie hinzu:  "... wir wissen, daß Washington Polizeiakten über LRH (Anmerkung: L. Ron Hubbard) besitzt, und falls unsere Informationen korrekt sind, existieren bei Interpol Washington ebensolche Akten.“ Dann ordnete sie an: "Es ist wichtig, daß wir jetzt alles daransetzen, um in den Besitz dieser Akten zu gelangen, wobei ich Ihnen überlasse, einen Vorschlag zur Durchführung dieses Plans zu machen“. Die Anlage zu diesem Schreiben bestand aus einer Reihe von Interpol-Dokumenten.

Während seiner dreieinhalbjährigen Tätigkeit als Angestellter des 'Guardian‘s Office‘, einschließlich seiner Position als höchster Angestellter des Informationsdienstes im Distrikt Columbia und als 'National Secretary‘ des Informationsdienstes in den Vereinigten Staaten begegnete Herr Meisner Jane Kember und korrespondierte mit ihr. In dieser Zeit sah er ebenfalls zahlreichen Schriftwechsel zwischen ihr und anderen Angestellten des 'Guardian‘s Office‘. Aufgrund dieser Fakten wurde er mit ihrer Handschrift vertraut. Herr Meisner erkennt in dem oben genannten Brief die Handschrift als diejenige von Jane Kember wieder. Ebenso bestätigt er, daß der Verteilerschlüssel in der linken oberen Ecke auf Seite drei übereinstimmt mit den vom 'Guardian‘s Office‘ verlangten Richtlinien (Anm. 7)

Anm. 7) Kathryn E. Hirsch, eine weitere ehemalige Angestellte der Scientology-Kirche, bekleidete viele Positionen in dieser Organisation, und zwar sowohl in Los Angeles, Kalifornien, wie auch in East Grin- stead, Sussex/England. Von Dezember 1972 bis März 1973 und von Juni 1973 bis September 1973 arbeitete sie im weltweiten Hauptquartier des 'Guardian‘s Office‘ der Scientology-Kirche in St. Hill Manor, East Grinstead, Sussex/England. Während dieser Zeit übte sie die Funktion eines weltweiten Direktors für Finanzen aus und hatte persönliche Kontakte zu Jane Kember (Guardian World-Wide). Sie bezeugte wiederholt die Richtigkeit der Unterschrift von Jane Kember sowie von ihren schriftlichen Protokollen und tauschte handschriftliche Korrespondenz mit ihr aus. Außerdem war sie in ihrer Funktion als weltweiter Direktor für Finanzen verantwortlich für die Aufbewahrung von Finanzberichten aller Scientology-Organisationen auf der ganzen Welt. Sie war weiterhin Verwalterin der Verzeichnisse der Unterschriftsberechtigten aller Bankkonten dieser Organisationen. Jane Kember zählte zu den vier Personen in der Scientology-Kirche mit Zeichnungsrecht für jedes Scientology-Bankkonto. Aufgrund ihrer Position wurde Miss Hirsch durch und durch vertraut mit Jane Kembers Handschrift, die sie soäter identifizieren konnte. Sie erkennt die Handschrift auf Beweisstück Nr. 2, Seiten drei und vier, als die von Jane Kember. Ebenso stellt sie fest, daß der Verteiler links oben auf Seite drei übereinstimmt mit den vom 'Guardian‘s Office‘ verlangten Richtlinien.
Beweisstück der Regierung Nr. 2, Seiten eins und zwei, ist ein mit "Henning“ unterzeichneter Brief vom 29. April 1975 mit der Anrede "Lieber Dick“. Dieser Brief bezieht sich insbesondere auf Jane Kembers Anordnung vom 21. November 1973, die - wie im Brief vermerkt - als Anlage beigefügt war. Der Brief schloß folgendermaßen: "Während unsere Rechtsabteilung versucht, mit Hilfe des FOIA (Freedom of Information Act = Gesetz für Informationsfreiheit) an diese (Dokumente) zu gelangen, veranlassen Sie bitte das B - I (Information Bureau - Bureau I; entspricht in etwa: Abteilung I des Informationsdienstes), sie zu beschaffen (da der Weg unserer Rechtsabteilung im besten Fall ein langer Weg ist).“ Gemäß Verteiler in der linken oberen Ecke des Dokuments wurde dieser Brief von dem 'Deputy Guardian‘ der Vereinigten Staaten (DG US), dem Angeklagten Henning Heldt, an den 'Deputy Guardian‘ für Information in den Vereinigten Staaten (DG Info US), den Angeklagten Richard Weigand, gesandt. Neben der Abkürzung "DG Info US“ stehen die Initialen "DW“ des Angeklagten Richard (Dick) Weigand. Herr Meisner erkennt in der Unterschrift und der handschriftlichen Anmerkung auf Seite zwei des Beweisstückes der Regierung Nr. 2 die Handschrift.des Angeklagten Henning Heldt. Der Handschriften-Experte der Regierung folgert, daß sowohl die Unterschrift wie auch die dreizeilige handgeschriebene Notiz auf Seite 2 dieses Dokuments von dem Angeklagten Heldt stammen.

Im Juli 1974 schickte der Angeklagte Duke Snider, der zu dieser Zeit 'Deputy Guardian‘ für Information in den Vereinigten Staaten war, Michael Meisner, dem 'Assistant Guardian‘ für Information im Distrikt Columbia, eine schriftliche Anweisung. Diese Anweisung bezog sich auf Jane Kembers noch ausstehenden Befehl, Interpol-Akten betreffend Scientology aus dem Interpol-Büro im Distrikt Columbia zu beschaffen. Herr Snider forderte in seiner Anweisung Herrn Meisner auf, ein "Projekt“ vorzubereiten, das ermöglichen würde, in den Besitz all dieser Interpol-Akten zu gelangen. Herr Meisner arbeitete ein solches "Projekt“ aus und schickte es dem Angeklagten Snider nach Los Angeles zur Genehmigung. In dem "Projekt“ wurde die Unterwanderung des Nationalen Hauptsitzes von Interpol gefordert, das damals im Hauptgebäude des Finanzministeriums der Vereinigten Staaten in Washington, D.C., untergebracht war. Ziel des "Projektes“ war, in den Besitz aller Akten zu gelangen, die sich mit Scientology und dessen Gründer L. Ron Hubbard befaßten, oder in denen von diesen die Rede war. Der Angeklagte Snider bestätigte den Empfang dieses "Projektes“ und genehmigte postwendend dessen Durchführung. Herr Meisner übertrug das "Projekt“ dann dem Angeklagten Mitchell Hermann, der damals die Position eines Direktors des Bereiches I des Informationsdienstes im Distrikt Columbia innehatte. Dennoch wurden die Interpol-Akten, die gemäß Frau Kembers noch unerledigtem Befehl vom 21. November 1973 (Beweisstück der Regierung Nr. 2) und Herrn Sniders Befehl vom Juli 1974 beschafft werden sollten, erst bei den Einbrüchen in das Büro des stellvertretenden Bundesanwalts im Gebäude des Bundesgerichts des Distrikts von Columbia entwendet. In einem Brief vom 2. Mai 1975 an Henning Heldt, den DG US ('Deputy Guardian‘ für die Vereinigten Staaten), zu ersehen aus der letzten Seite des Beweisstückes der Regierung Nr. 2 stellte der Angeklagte Richard Weigand fest, daß zu diesem Zeitpunkt die Ausführung des Befehls zur "Erlangung der Interpol-Akten noch nicht begonnen hatte“. Herr Meisner identifiziert die Unterschrift "Dick“ als die des Angeklagten Weigand.

A. Der Befehl, die US-Steuerbehörde IRS in Washington, D.C., zu unterwandern

Im Spätsommer 1974 schickte die Angeklagte Cindy Raymond, die damals als Angestellte für Datenbeschaffung im (Scientology-) Informationsdienst der Vereinigten Staaten in Los Angeles, Kalifornien, zuständig war, Michael Meisner die schriftliche Anweisung, einen loyalen Scientologen zu rekrutieren, der als Geheimagent in die Steuerbehörde in Washington, D.C., eingeschleust werden sollte. Ziel war, daß dieser Geheimagent eine Anstellung bei der US-Steuerbehörde IRS bekommen sollte, um sich dort all die Dokumente anzueignen, die mit Scientology zu tun hatten, einschließlich der Dokumente über anhängige Prozesse, die die Scientology gegen die Regierung der Vereinigten Staaten angestrengt hatte. Herr Meisner besprach die Rekrutierung dieses Geheimagenten mit der Angeklagten Raymond mindestens einmal wöchentlich über einen Zeitraum von 3 - 4 Wochen (Anm. 8)

Anm. 8: Herr Meisner hatte wiederholten und intensiven Kontakt zu der Angeklagten Raymond, die eine seiner Vorgesetzten in Los Angeles war. Er war bei verschiedenen Gelegenheiten mit ihr zusammengetroffen und wurde dadurch in die Lage versetzt, ihre Stimme zu identifizieren
Infolge der Anweisungen, die er von Frau Rayrnond erhielt und aufgrund der mit ihr geführten Diskussionen, gingen Herr Meisner und der Angeklagte Mitchell Hermann dazu über, Scientologen als potentielle Agenten zum Einschleusen in die Steuerbehörde zu interviewen. Die Anstrengungen der Herren Meisner und Hermann erwiesen sich jedoch als vergeblich und im September 1974 informierte die Angeklagte Raymond Herrn Meisner, daß sie den Angeklagten Gerald Bennett Wolfe dazu auserwählt habe, im Auftrag der Scientology-Kirche in die Steuerbehörde eingeschleust zu werden. Herr Wolfe kam im Oktober 1974 im Distrikt von Columbia an und erhielt schließlich am 18. November 1974 bei der Steuerbehörde eine Anstellung als Büroschreiber.

Beweisstücke der Regierung Nr. 3 (Anm. 9)

Anm. 9: Beweisstück der Regierung Nr. 3 wurde von dem Spezial-Agenten James R. K. aus einem Aktenschrank im Büro des Angeklagten Heldt in Fifield Manor beschlagnahmt.
und Nr. 4 (Anm. 10)
Anm. 10: Beweisstück der Regierung Nr. 4 wurde von dem Spezial-Agenten Robert H. C. aus einem Aktenschrank im Raum 5 des Zedern-Büro-Komplexes beschlagnahmt.
sind praktisch identische Wiedergaben der 'Guardian Order 1361‘ vom 21. Oktober 1974. Herr Meisner und Frau Hirsch geben an, daß das fragliche Dokument von dem 'Guardian World-Wide‘ Jane Kember in Obereinstimmung mit den vom 'Guardian‘s Office‘ festgelegten Richtlinien für die Ausgabe von Befehlen des Sicherheitsdienstes gegeben wurde (Anm.11).
Anm. 11: Eine "Guardian Order“ (später "Guardian Program Order“ genannt) ist eine offizielle Anordnung, die die Durchführung eines Programmes vorsieht, dessen Zweck darstellt, also das "ideale Umfeld", in welchem die Durchführung stattfinden soll, sowie die vielfältigen Ziele, die verwirklicht werden sollen. Diese Anordnung gibt auch den verantwortlichen Angestellten und die für die Ausführung der einzelnen Ziele zuständige 'Dienststelle‘ an. Nur L. Ron Hubbard, Mary Sue Hubbard und Jane Kember sind autorisiert, 'Guardian Orders‘ auszugeben. Während diese Befehle auch von anderen höheren Angestellten ausgearbeitet und vorgeschlagen werden können, dürfen sie ausschließlich von einer der drei oben genannten Personen erlassen werden.
Frau Hirsch identifiziert die Initialen, die links unten auf Seite 10 jedes der Beweismittel zu finden sind, als die von Lexie Ramirez (Frau Kembers damalige Sekretärin). Herr Meisner gibt ferner an, daß gewisse Zielsetzungen (Ziele Nr. 10, 16 und 17 auf Seite 9 der Beweisstücke der Regierung Nr. 3 und Nr. 4) speziell ihm zur Durchführung im Distrikt von Columbia übertragen wurden.

Diese Ziele waren die folgenden:
 

10. Sofort einen Agenten in die Steuerbehörde (IRS) des Distrikts Columbia hineinschleusen, um in der Dienststelle des obersten Leiters der Steuerbehörde, im Stab des Sonderdienstes, im Erkennungsdienst, in der Rechnungs-. und Buchprüfungsabteilung und in jedem anderen Bereich Akten über LRH (L. Ron Hubbard), die Scientology.Kirche usw. zu besorgen.
16. Für die Leitung der (Scientology-) Organisation Daten beschaffen über die Steuerabteilung des Justizministeriums, über die vorhandenen Datenträger und über die Personen, die sich mit Scientology befassen.
17. Sobald die richtigen Bereiche eingegrenzt sind, diese unterwandern und die Akten besorgen.
Ein Vermerk am Ende jeder Aufgabenstellung weist mit Hilfe einer Verbindungslinie auf das Büro und den Verantwortlichen hin, dessen Aufgabe es ist, die entsprechende Zielsetzung zu verwirklichen. 'Guardian Order‘ Nr. 1361 (allgemein bekannt als GO 1361) verlangt auch das Plazieren "eines vertrauenswürdigen und gut eingespielten Agenten, um die Büros der IRS LA (Anmerkung: Steuerbehörde von Los Angeles) zu unterwandern“ (Ziel Nr. 2). Dieser "Agent“ sollte "jede Akte über LRH (L. Ran Hubbard), über die Scientology“ usw. sowohl aus dem Büro der Erkennungsdienstes (Ziel 3) als auch aus dem Büro der Buchprüfungsabteilung (Ziel 4) der Steuerbehörde von Los Angeles besorgen. Ebenso verlangt der Befehl das Lokalisieren (Ziel 20) und die Unterwanderung (Ziel 22) der Steuerbehörde von London, "um in den Besitz aller Dokumente zu gelangen“ (Ziel 22) (Anm.12),
Anm. 12: Etwa um den 3. März 1976 informierte der 'U.S. Directorate Secretary World-Wide‘ Michael Taylor (Etwa: weltweiter US-Direktions-Sekretär) den Angeklagten Willardson, daß die Ziele bezüglich der Steuerbehörde in London "behandel t“ worden seien. Vergleiche die handschriftliche Anmerkung auf der linken unteren Seite des Beweistückes der Regierung Nr. 56 E. Herr Meisner identifiziert die Unterschrift "Greg“ am Ende des Briefes und die Initialen "GW“ neben dem Titel "Natl Sec US B1“ auf dem Verteiler des Briefes als diejenigen des Angeklagten Willardson.
'Guardian Order 1361‘ schreibt auch vor, daß das beauftragte (Scientology-) Büro und der Verantwortliche - sobald Dokumente insgeheim beschafft waren - die Aufgabe hatten, sich eine "plausible Vertuschung“ auszudenken, um zu verschleiern, "wie die Daten beschafft wurden“, so daß sie der "PR (Public Relations) - Abteilung zur Verwertung toter Spionageaktionen“ freigegeben werden konnten, d.h. also für eine mögliche Verwendung zur öffentlichen Anklage gegen solche Personen, die als Feinde von Scientology deklariert waren, zur Verfügung stehen konnten.

Die Angeklagte Cindy Raymond diskutierte mit Herrn Meisner wiederholt den ‘GO 1361‘ und seine verschiedenen Ziele während eines Zeitraums von zwei Jahren. Tatsächlich diskutierten auch die Angeklagten Henning Heldt, Duke Snider, Richard Weigand, Gregory Willardson, Mitchell Hermann und Gerald Bennett Wolfe bei vielen Gelegenheiten mit Herrn Meisner den aktuellen Stand der Durchführung des 'GO 1361‘ im Distrikt Columbia. Dieser Gedankenaustausch geschah sowohl persönlich als auch schriftlich und telefonisch. Die persönlichen Unterredungen fanden in Washington, D.C., und in Los Angeles, Kalifornien, statt und werden weiter unten ausführlich besprochen. Zu jeder Zeit drückten diese sieben Angeklagten ihre Obereinstimmung mit und ihr völliges Verständnis für die Zielsetzungen des 'GO 1361‘ aus, von denen sich eine ganze Reihe von Unterwanderungen von Regierungsbehörden und dem Diebstahl von Regierungsdokumenten - sowie Fotokopien davon - befassen, wie es in den Zielen Nr. 10, 16 und 17 verlangt wird.

B. Das Abhören des Konferenzraumes des obersten IRS-Leiters am 1.11.1974

Wenige Tage vor dem 1. November 1974 rief Don Alverzo, der die Position des stellvertretenden US-Direktors für Information im Bereich I ('Deputy Information Branch I Director US‘ der Scientology-Organisation) innehatte, Herrn Meisner von Los Angeles, Kalifornien, aus an, um ihn darüber zu unterrichten, daß er in den Distrikt von Columbia komrnen.würde, um ein elektronisches Abhörgerät im Konferenzraum des obersten Leiters der US-Steuerbehörde zu installieren. Dort solle eine größere Sitzung über die Scientology-Organisation abgehalten werden. Am 30. Oktober 1974 traf Herr Meisner Herrn Alverzo in dem 'Guardian‘s Office‘, welches in der Street Nr. 2125 im Nordwesten des Distrikts von Columbia gelegen ist. Bei diesem Treffen waren auch der Angeklagte Mitchell Hermann sowie der Angeklagte Bruce Ulman anwesend, der die Position des Direktors für Information im Bereich II des Distrikts von Columbia innehatte. Alverzo zeigte Meisner die Abhörausrüstung, die er aus Los Angeles mitgebracht hatte. Eines der Geräte, die Alverzo hatte, war ein Mehrfachstecker, welcher einen eingebauten Sender enthielt. Am späten Nachmittag des 30. Oktober 1974 betraten Herr Meisner und der Angeklagte Mitchell Hermann das Hauptgebäude der US-Steuerbehörde IRS, das an der Constitution Avenue Nr. 1111 im Nordwesten gelegen ist, um den Konferenzraum der Dienststelle des obersten Leiters auszumachen, in welchem die besagte Sitzung am 1. November 1974 stattfinden sollte (Anm.13).

Anm. 13): Das 'Guardian‘s Office‘ hatte durch die Anwälte, die die Scientology-Kirche in ihrem schwebenden Verfahren über die Steuerbefreiung einiger Scientology-Kirchen vertraten, Hinweise erhalten, daß solch eine Sitzung stattfinden sollte.
Wegen anderer dringender Geschäfte begleitete Herr Meisner am 1. November 1974 Herrn Alverzo nicht zu der Abhöraktion bei der US-Steuerbehörde IRS. Am Abend des 1. November 1974, nach der IRS-Konferenz, traf sich Herr Meisner jedoch mit dem Angeklagten Mitchell Hermann, der ihm berichtete, was sich ereignet hatte. Der Angeklagte Hermann erzählte Herrn Meisner, daß er das Hauptgebäude der IRS am Morgen des 1. November 1974 betreten habe, zu dem Konferenzraum, wo die Sitzung abgehalten werden sollte, gegangen sei und das Abhörgerät in einem Loch in der Wand dieses Raumes installiert habe. Der Raum befand sich im vierten Stock des Hauptgebäudes der Steuerbehörde in Washington, D.C., und lag gegenüber der Auffahrt des Smithsonian Institution Museums für Geschichte und Technologie auf der Constitution Avenue im Nordwesten (Anm.14).
Anm. 14: Tatsächlich befand sich dieser Konferenzraum am 1. November 1974 gerade dort.
Danach verließ Hermann das Gebäude und wartete in einem Wagen in der Auffahrt des Musuems zusammen mit Don Alverzo und Carla Moxon ('Assistant Guardian Communicator (secretary) in the Destrict of Columbia‘) und hörte mit Hilfe des UKW-Radios des Wagens die gesamte Sitzung an und nahm sie auf Band auf. Nach Beendigung der Sitzung betrat der Angeklagte Hermann das IRS-Gebäude noch einmal, entfernte das Abhörgerät aus dem Konferenzraum und nahm zahlreiche Papiere an sich, einschließlich der Tagesordnung der Sitzung, die von den Teilnehmern liegengelassen worden war. Er zeigte diese Unterlagen Herrn Meisner. Bald danach kehrte Alverzo nach Los Angeles zurück. Die Abhörausrüstung und die Bandaufzeichnung der Sitzung nahm er mit (Anm. 15).
Anm.15: Während der durch richterlichen Vollstreckungsbefehl angeordneten Haussuchung in den Gebäuden der Scientology-Kirche von Kalifornien, bekannt als Zedern-Bürokomplex, beschlagnahmte der FBI-SpezialAgent E. E. am 6. Juli 1977 im Büro des Angeklagten Gregory Willardson einen schwarzen Aktenkoffer mit diversen elektronischen Abhörgeräten. Hierzu gehören die Beweisstücke 190 - 194. Vergleiche auch die beigefügte Fotografie des Beweismittels Nr. 217 der Regierung. FBI-Agent James 0. D. Mitarbeiter im Labor des FBI-Hauptquartiers und Experte für elektronische Abhörgeräte, stellt folgendes fest: Beweisstück der Regierung Nr. 190 ist ein UKW-Radio-Empfänger. Beweisstück der Reqierung Nr. 191 ist ein elektronisches Gerät in einem goldfarbenen Gehäuse, welches er  (Anm.: der FBI-Agent) als einen "Miniatursender“ identifizierte, der "hautpsächlich zum unerlaubten Abhören von Gesprächen gebraucht wurde“. Beweismittel der Regierung Nr. 192 ist ein Batterie-Anschluß, der nach Aussage des FBI-Agenten sich als "frequenzmodulierter Miniatursender“ herausstellte. Agent D. gibt weiterhin an, daß Beweismittel Nr. 192 der Regierung es dem Benutzer ermöglicht, Gespräche in geschlossenen Räumen durch den simplen Einsatz eines Standard-UKW-Radios abzuhören. Beweisstück der Regierung Nr. 193 ist ein Telefon-Abhörgerät, welches er als eine "Sprechmuschel aus einem Standard-Telefonhörer“ beschreibt. Es ermöglicht dem Benutzer ebenfalls, mit einem Standard-UKW-Radio Telefongespräche abzuhören. Beweismittel der Regierung Nr. 194 ist eine Wandsteckdose, die von FBI-Agent D. als  "ein Miniatursender, der in einer handelsüblichen Dreifachsteckdose verborgen ist“, beschrieben wird und die es dem Benutzer ermöglicht, ein Standard-UKW-Radio zu Abhörzwecken zu benutzen. FBI- Agent D. folgert, daß seiner Meinung nach alle diese Geräte "in erster Linie zum unerlaubten Abhören von Gesprächen benutzt wurden“.
Beweisstück der Regierung Nr. 5 (Anm.16)
Anm. 16: Beweisstück der Regierung Nr. 5 wurde vorn Spezial-Agenten des FBI Jerry 0. 0. aus einem Aktenschrank im Büro des Informationsdienstes im Zedern-Komplex beschlagnahmt und vorn Spezial-Agenten John F. K. inventarisiert und paraphiert.
ist ein Brief vom 1. November 1974, überschrieben mit "Betreffend: Oberste Steuerbehörde IRS-Konferenz auf höchster Ebene über geplante Maßnahmen“, des Angeklagten Duke Snider, der - wie aus dem Verteiler links oben auf Seite 1 hervorgeht - zu jener Zeit 'DG Info US‘ (Anmerkung: 'Deputy Guardian‘ für Information in den Vereinigten Staaten) war, an Mo Budlong, den 'DG Info World-Wide‘ (Anmerkung: weltweiter Deputy Guardian für Information). Der Brief wurde ebenfalls an eine Reihe anderer Personen geschickt. Gemäß Verteiler im oberen Teil der ersten Seite wurde eine Kopie auch an den CSG (Anmerkung: 'Commodore Staff Guardian‘ - Kommandant des Stabes des Sicherheitsdienstes), die Angeklagte Mary Sue Hubbard geschickt. Herr Meisner bestätigt, daß der Verteiler mit den vom 'Guardian‘s Office‘ verlangten Richtlinien übereinstimmt, und er weist darauf hin, daß der Brief von dem Angeklagten Snider an Budlong geschickt worden war. Der Handschriften-Experte J. M. zieht den Schluß, daß es wahrscheinlich sei, daß die handschriftliche Anmerkung "Konferenz auf höchster Ebene über geplante Maßnahmen“ im Betreff des Briefes sowie die Anmerkung auf der zweiten Seite des Dokuments in der Handschrift des Angeklagten Duke Snider verfaßt sind. Herr Meisner selbst erkennt diese Handschrift als die des Angeklagten Snider wieder.

Der Brief führte aus: "Heute bekamen wir Zugang zur Konferenz auf höchster Ebene über geplante Maßnahmen der obersten Steuerbehörde gegen Scientology. Dieser Zugang wurde mit elektronischen Abhörmitteln ermöglicht, so daß wir nicht genau wissen, wer anwesend war, allerdings haben wir eine recht gute Vorstellung darüber. Unsere Rechtsabteilung hatte uns vor Wochen angekündigt, daß es in der Steuerbehörde am 1. November eine große Konferenz darüber geben solle, wie weiter mit uns zu verfahren sei ..." In dem Brief wurde ausserdem darauf hingewiesen, daß diese Konferenz im Sitzungsraum des obersten Leiters der Steuerbehörde stattgefunden habe und daß die Konferenzteilnehmer einige Punkte diskutierten, die erst in der Konferenz aufgebracht wurden. Der Angeklagte bemerkte in dem Brief, daß er "wahrscheinlich in der Lage sein werde, weitere Informationen über die Teilnehmer zu erhalten, sobald unser Missionar (Anm. 17)

Anm. 17: Ein Missionar ist eine Person, die mit einem spezifischen Auftrag, den sie zu erledigen hat, an einen bestimmten Ort gesandt wird - in diesem Fall Herr Alverzo.
aus Washington, D.C., zurückkommt. Alle Informationen, die wir bis jetzt haben, erhielten wir über Telefon“.

Beweisstück der Regierung Nr. 6 und 187 sind verschlüsselte Aufzeichnungen über die angehörte Konferenz vom 1. November 1974 in der Steuerbehörde. Beweisstück der Regierung Nr. 6 ist eine Zusammenfassung des Konferenzverlaufes. Herr Meisner identifiziert das Beweisstück Nr. 6 anhand des Verteilers auf der linken oberen und auf der rechten Seite des ersten Blattes. Wie aus dem Verteiler hervorgeht, wurde die Zusammenfassung von dem Angeklagten Snider, den 'DG Info US‘, an Mo Budlong, den 'DG Info World-Wide‘ über den Angeklagten Henning Heldt, den 'DG US‘ und den 'Guardian World-Wide‘, Jane Kember, gesandt. Eine Kopie ging an 'CSG‘, die Angeklagte Mary Sue Hubbard. Beweisstücke der Regierung Nr. 7 A und 7 B betreffen den Code "Jade“. Die handschriftlichen Anmerkungen auf Seite zwei des Beweisstückes der Regierung Nr. 7 B wiesen darauf hin, daß es sich um einen Code handelte, der u.a. für Korrespondenz zwischen dem ,United States Guardian‘s Office‘ und dem 'World-Wide Guardian‘s Office‘ benutzt werden sollte. Code "Jade“ durfte nicht mit "äußeren Organisationen“, womit örtliche 'Guardian‘s Offices‘ gemeint waren, verwendet werden. Beweisstücke der Regierung Nr. 6, 7 und 187 wurden am 8. Juli 1977 in Los Angeles, Kalifornien, von dem FBI-Spezial-Agenten E. B. aufgrund des in Fußnote 6 weiter oben beschriebenen richterlich angeordneten Haussuchungsbefehls beschlagnahmt, und zwar aus einem Aktenschrank in Gregory Willardsons Büro im Zedern-Gebäudekomplex.

FBI-Spezial-Agent A. R. E., ein FBI-Geheimschriftenexperte, untersuchte die Beweisstücke der Regierung Nr. 6 und 187 und kommt zu dem Schluß, daß die Beweisstücke verschlüsselte Texte seien, die beide in zwei verschiedenen Methoden sich ergänzender Verschlüsselungen verfaßt waren. Die eine Methode ist ein "Zahlencode“, mit dem die einzelnen Buchstaben des Alphabets durch die Zahlen 10 bis 99 ersetzt werden. Dies erlaubte es dem Autor, jeden beliebigen Buchstaben durch eine Vielzahl von Zahlenkombinationen zu ersetzen. Die zweite Methode ist ein "Buchstaben-Code“, der ein Wort oder Worte durch Buchstaben ersetzt. Dabei haben verschlüsselte Buchstaben nur eine einzige Bedeutung, und sie behalten diese Bedeutung ständig. Agent E. analysierte auch die Beweisstücke der Regierung Nr. 7 A und 7 B und kommt zu dem Schluß, daß der Code "Jade“, der in diesen Beweisstücken angewendet wurde, diejenige Verschlüsselung war, welche benutzt wurde, um die Dokumente zu präparieren, die als Beweisstücke der Regierung Nr. 6 und 187 klassifiziert sind. Indem der Spezial-Agent E. den Code "Jade“ (Beweisstück der Regierung Nr. 7 A und 7 B) benutzte, konnte er die Beweisstücke der Regierung Nr. 6 und 187 entschlüsseln. Dies gelang ihm, indem er über jede Verschlüsselung die entsprechende Entschlüsselung schrieb. Auf diese Weise wurde aus dem verschlüsselten Beweisstück der Regierung Nr. 6 das entschlüsselte Beweisstück Nr. 210 und aus dem verschlüsselten Beweisstück der Regierung Nr. 187 das entschlüsselte Beweisstück der Regierung Nr. 211. Diese Beweisstücke sind Aufzeichnungen der abgehörten Sitzung, die im Konferenzraum des obersten Leiters der Steuerbehörde am 1. November 1974 abgehalten wurde. Beweisstück der Regierung Nr. 210 ist eine Zusammenfassung dieser Aufzeichnung, und Beweisstück der Regierung Nr. 211 ist die Aufzeichnung in voller Länge. Am Ende von Seite 6und auf Seite 7 oben des Beweisstückes der Regierung Nr. 210 schrieb der Angeklagte Snider an seinen Vorgesetzten Mo Budlong, daß "wir vorsichtig sein müssen mit dieser Aufzeichnung, da sogar in ferner Zukunft der Schaden außerordentlich groß wäre, wenn sie in die Hände des Feindes fallen würde. Es gibt neue Bundesgesetze über diesen Tatbestand, und seit Watergate herrscht ein strenges juristisches Klima“. Damit erkannte der Angeklagte Duke Snider in diesem Brief selbst den kriminellen Tatbestand der Lauschaktion gegen die Konferenz in der Steuerbehörde am 1. November 1974 an.

[Deutsch-englicher Textvergleich aus dem nachfolgen Absatz in: Kriterien für Steuerbefreiung?]
Am 1. November 1974 war Herr Lewis H. angestellt in der Dienststelle des obersten Leiters der Steuerbehörde in der Constitution Avenue Nr. 1111 im Nordwesten. An diesem Tag nahm er an einer Sitzung im Konferenzraum des obersten Leiters teil. Auch zahlreiche andere hohe Beamte der Steuerbehörde nahmen an dieser Sitzung teil. Herr H. sagt aus, daß die Steuerbehörde am 1. November 1974 die Konferenz abhielt, um schwebende Verfahren zu besprechen, in welche die zahlreichen Scientology-Kirchen verwickelt waren, und um allgemeine Richtlinien darüber zu erlassen, was zu den Kriterien einer "religiösen Institution“ gehöre, die nach dem Steuergesetz den Anspruch auf Steuerfreiheit erheben könne. Herr H. hat aus seinen Akten eine lange, konferenzvorbereitende Vorlage erstellt, die er auf Anforderung des obersten Leiters der Steuerbehörde erarbeitete, um alle Teilnehmer der Konferenz vom 1. Novmeber 1974 über die zu diskutierenden Tagesordnungspunkte zu instruieren (Beweisstück der Regierung Nr. 208). Er hat auch ein Protokoll nach der Konferenz erstellt, welches er gemäß dem Beschluß der Konferenz vom 1. November 1974 ausarbeitete und welches einen Überblick über die Besprechungspunkte dieser Konferenz gibt (Beweisstück der Regierung Nr. 209). Ein Vergleich dieser beiden Beweisstücke mit den Beweisstücken Nr. 210 und 211 (den FBI-Entschlüsselungen der Beweisstücke der Regierung Nr. 6 und 187, die ebenfalls im Büro des Angeklagten Willardson im Zedern-Komplex vom FBI beschlagnahmt wurden) macht deutlich, daß alle vier Beweisstücke von ein und derselben Diskussion handeln.

C. Die erste Unterwanderung des IRS im Distrikt Columbia gemäß GO 1361

(Anm.: Guardian Program Order = Programmbefehl 1361 für die Sicherheitsbeauftraqten; IRS: Internal Revenue Service = US Steuerbehörde)

Bei den Beweisstücken der Regierung Nr. 8 - 11 (Anm. 18)

Anm. 18:  Die Beweisstücke der Regierung Nr. 8 - 11 wurden von dem Spezialagenten James S. aus Zimmer 4 des Informationsbüros im Zedern- Gebäudekomplex beschlagnahmt.
handelt es sich um eine Reihe von Dokumenten, die verschiedene Telexe und Briefe enthalten, welche sich auf die Unterwanderung der IRS (US Steuerbehörde) durch den Angeklagten Gerald Bennett Wolfe gemäß 'GO 1361‘ beziehen. Herr Meisner sagt aus, daß die Telexe dem üblichen Laufweg und der üblichen Form, die von dem 'Guardian‘s Office‘ und dem Informationsbüro während dieser Zeitspanne für alle Telexe verwendet wurde, entsprächen. Das Beweisstück der Regierung Nr. 8 A lautet wie folgt:

TELEX
311039G0U5 4 AGI DC VIA DG US MIKE
WAS IST MIT DEM VERSUCH FSM DURCH DEN EINSTELLUNGSSTOP INS ZIEL ZU BEKOMMEN ARC ÜBERPRÜFE UNSERE REIHEN AUF PERSON JUSTIZ DA VORIGE DURCHEIEL ARC BEMÜHE DICH WEITER UM DIE ERREICHUNG DEINES ZIELES ARC
TLX ANTWORT GRUSS DUKE DGl US

Herr Meisner erklärt, daß die Zahlen am Anfang der 1. Zeile des Telexes folgende Bedeutung haben:

31 -Tag
10 - Monat
39 - Das wievielte Telex am 31.10.1974 vom 'Guardian‘s Office‘ abgeschickt wurde
GOUS - 'Guardian‘s Office US‘, Verfasser des Telexes
4 - Anzahl der Telexe über dieses Thema
AGI DC- Der Empfänger


Das Datum "3110“, was 31. Oktober bedeutet, wobei das europäische System für das Schreiben des Datums angewandt wird, deutet darauf hin, daß das 1. Telex über dieses Thema am 31. Oktober geschickt wurde. Der Laufwegvermerk zeigt auch, daß es das 4. Telex über das im Text angesprochene Thema ist, und der handschriftliche Vermerk auf dem Telex besagt, daß es am "10.11.74" (10. November 1974) geschickt wurde. Die Schlußzeile "Gruß Duke DGl US“ gibt zu erkennen, daß es von dem Angeklagten Duke Snider, dem 'Deputy Guardian‘ (stellvertretender Sicherheitsbeauftragter) für Information in den Vereinigten Staaten, geschickt wurde. Die Abkürzung "ARC“ ist ein scientologischer Ausdruck, der in Telexen für "STOP“ benutzt wird. "FSM“ ist eine Abkürzung für "Field Staff Member“ (ungefähr: freier Scientology-Mitarbeiter), eine Bezeichnung, die im Informationsbüro für Geheimagenten benutzt wird. Alle anderen Telexe der Beweisstücke der Regierung Nr. 8 - 11 haben den gleichen Laufwegvermerk und das gleiche Format und enthüllen daher sowohl wann, von wem und an wen, als auch die Reihenfolge, in der sie geschickt wurden. So ist das Beweisstück der Regierung Nr. 8 A ein Telex von dem Angeklagten Duke Snider, dem "DGl US“ (= stellvertretender Sicherheitsbeauftragter für Information in den Vereinigten Staaten) an Michael Meisner, dem "AGI DC“ (= Assistent des Sicherheitsbeauftragten für Information im Distrikt Columbia). Herr Meisner erinnert sich, es von dem Angeklagten Snider erhalten zu haben. In ihm erkundigt sich der Angeklagte Snider, ob Gerald Bennett Wolfe, das "FSM“ (= freier Scientology-Mitarbeiter), der in die IRS (US Steuerbehörde) eingeschleust werden soll, angesichts des dortigen Einstellungsstops Arbeit erhalten konnte. Der Handschriften-Experte James M. folgert, daß es "sehr wahrscheinlich“ ist, daß die Initialen "DS“ neben "DGl US“ von dem Angeklagten Snider geschrieben wurden. Herr Meisner erkennt sie als von dem Angeklagten Snider geschrieben wieder. Das Beweisstück der Regierung Nr. 8 B ist das Telex, das Herr Meisner, der "AGI DC“ (= Assistent des Sicherheitsbeauftragten für Information im Distrikt Columbia) dem "DGl US“ (= stellvertretender Sicherheitsbeauftragter für Information in den Vereinigten Staaten) Duke Snider über "DG US“ (= stellvertretender Sicherheitsbeauftragter für die Vereinigten Staaten) Henning Heldt schickte und in dem stand, daß das "FSM“ (= freier Scientology-Mitarbeiter) Gerald Bennett Wolfe angeblich den Einstellungsstop durchbrechen konnte und daß sie spätestens bis zum 18. November "sicher wissen werden“, ob er eine Anstellung erhalten hat. Ein Vermerk auf dem Telex deutet darauf hin, daß es am "11.11.74“ um 20.00 Uhr (8 Uhr abends) erhalten wurde. Das Beweisstück der Regierung Nr. 8 C ist ein Telex von dem Angeklagten Snider, dem "DGl US“ (= stellvertretender Sicherheitsbeauftragter für Information in den Vereinigten Staaten) an Herrn Meisner, dem "AGI DC“ (= Assistent des Sicherheitsbeauftragten für Information im Distrikt Columbia), in dem steht "beides hervorragend, bitte um Weiterinformation per Telex“. Herr Meisner erinnert sich, auch dieses Telex von dem Angeklagten erhalten zu haben. Das handschriftlich geschriebene "Unterwanderung der Steuer- und Justizbehörden“ oben auf dem Beweisstück der Regierung Nr. 8 C wird von Herrn Meisner als die Handschrift des Angeklagten Duke Snider wiedererkannt.

Beweisstück der Regierung Nr. 8 D ist ein Telex von Herrn Meisner an das 'Guardian‘s Office US‘ in Los Angeles, Kalifornien, in dem ihm mitgeteilt wird, daß "FSM hat Einstellungsstop durchbrochen, hat erste Stelle in Einkommenssteuerabteilung als Büroangestellter“. Auf diese Weise informierte Herr Meisner das 'Guardian‘s Office‘ in Los Angeles, daß der Angeklagte Wolfe Arbeit bekommen hatte und als Büroangestellter in der Einkommenssteuerabteilung der IRS (US Steuerbehörde) arbeitete. Herr Meisner erinnert sich, dieses spezielle Telex an den Angeklagten Snider geschickt zu haben. Beweisstück der Regierung Nr. 8 E ist eine Antwort auf das vorangegangene Telex von "DGl US“ Snider an "AGI DC“ Meisner, in dem er Herrn Meisner zu seiner Arbeit gratuliert. Die Abkürzung "VVW“ bedeutet "very very well done“ (= ausgezeichnet gemacht). Herr Meisner erinnert sich, dieses Telex erhalten zu haben. Beweisstück der Regierung Nr. 8, der Begleitbrief mit Datum vom 11. November 1974 wurde von Herrn Joe Lisa, dem 'Deputy Deputy Guardian‘ (ungefähr: Stellvertreter des stellvertretenden Sicherheitsbeauftragten) an den Angeklagten Gregory Willardson, dem 'Information Branch I Director US‘ (= Direktor des Informationsbereiches I in den Vereinigten Staaten) geschrieben und betraf die "Ausforschung der IRS GO 1361, Ziel 10“ und wies Herrn Willardson an, "sofort damit zu beginnen und alles daranzusetzen“, um es zu erfüllen (Anm.19).

Anm. 19: Herr Meisner sagt aus, daß 'GO 1361‘ auch als "IRS EVAL“ (Ausforschung der US Steuerbehörde) bekannt war.


Beweisstück der Regierung Nr. 9 A ist ein Telex, das am "14.11.“ (14. November 1974) von "DGl US“ (= stellvertretender Sicherheitsbeauftragter für Information in den Vereinigten Staaten) Duke Snider an "DGl WW“ Mo Budlong geschickt wurde "Betr.: GO 1361 Tar (Ziel) 10“, und in dem Herr Budlong informiert wurde, daß der Angeklagte Gerald Bennett Wolfe trotz des nationalen Einstellungsstops bei der IRS eine Anstellung bekommen hatte. Handschriften-Experte James M. identifiziert Henning Heldt eindeutig als den Schreiber der Initialen neben "DG US“ und sagt aus, daß die Initialen neben "DGl US“ wahrscheinlich von dem Angeklagten Duke Snider geschrieben wurden. Herr Meisner selbst erkennt das handschriftlich geschriebene "trotz Einstellungsstops“ und die Initialen neben "DGl US“ als von dem Angeklagten Snider geschrieben und die Initialen neben "DG US“ als von dem Angeklagten Heldt geschrieben wieder. Beweisstück der Regierung Nr. 9 ist ein Telex, das am "15.11.74“ (15. November 1974) um "20.00 Uhr“ (8 Uhr abends) erhalten wurde und von Herrn Budlong an den Angeklagten Snider, dem "DGl US“ ging und ihn zu der Einschleusung eines Geheimagenten in die IRS beglückwünschte. Der Laufwegvermerk zu Beginn des Telexes deutet darauf hin, daß es eine Antwort auf das Beweisstück der Regierung Nr. 9 A ist. Herr Meisner erkennt die Handschrift auf dem oberen Teil des Beweisstücks der Regierung Nr. 9 als die des Angeklagten Snider wieder.

Während der ersten Dezemberwoche 1974 betraten Meisner und der Angeklagte Mitchell Hermann das Gebäude der IRS (US Steuerbehörde) in der Constitution Avenue 1111, Northwest um 16.00 Uhr und blieben bis kurz nach 19.00 Uhr dort. Während dieser Zeit betraten Herr Meisner und der Angeklagte Hermann ohne Erlaubnis Büros der Abteilung für Steuerbefreiung im siebten Stock, entnahmen aus dem Gebäude eine Akte über Scientology und nahmen sie in das 'Guardian‘s Office‘ in Washington, D.C. mit, um sie dort zu fotokopieren. Am nächsten Tag legte sie der Angeklagte Hermann zu den IRS-Akten zurück. Zweck des Einbruches war, dem Angeklagten Gerald Bennett Wolfe zu zeigen, daß Dokumente leicht aus den Büros der Steuerbehörde entnommen werden konnten. Auf diesen Einbruch hin rief Herr Meisner den Angeklagten Duke Snider in Los Angeles, Kalifornien, an und erzählte ihm, was er und Hermann in der IRS erreicht hatten und welche Dokumente gestohlen worden waren. Er sagte dem Angeklagten Snider, daß dieser von ihm und Hermann vorgenommene Einbruch überzeugend die Leichtigkeit bewiesen habe, mit der Dokumente aus der IRS entnommen werden konnten.

Beweisstück der Regierung Nr. 10 A ist ein Telex, das am 4. Dezember 1974 um "20.00 Uhr“ von dem "DGl US“ Duke Snider an den "DGl WW“ Mo Budlong mit dem Betreff "GO 1361 TAR 10 (Ziel 10)“ geschickt wurde. In dem Telex wurde Herr ßudlong informiert, daß der Angeklagte Snider und seine Komplizen "zwei Schiffsladungen aus dem Distrikt Colurnbia ... ungefähr 25 cm dick“ erhalten hatten, welche Dokumente, die die Angeklagten Hermann, Wolfe und Herr Meisner aus der IRS gestohlen hatten, enthielten. Der Handschriften-Experte James M. folgert, daß die Initialen neben "DGUS“ wahrscheinlich von dem Angeklagten Heldt und die Initialen neben "DGIUS“ höchstwahrscheinlich von dem Angeklagten Snider stammen. Herr Meisner erkennt die beiden verschiedenen Initialen als von den Angeklagten Heldt, bzw. Duke Snider geschrieben wieder. In dem Beweisstück der Regierung Nr. 10, einem Telex von Herrn Budlong an den Angeklagten Snider, steht als Antwort auf das Beweisstück der Regierung Nr. 10 A "Duke, solche Nachrichten erfreuen mein Herz ARC (STOP) Absolut fantastisch ARC Ich kann es kaum erwarten, die Unterlagen zu sehen“. Herr Meisner identifiziert die Handschrift auf dem oberen Teil des Beweis- stücks der Regierung Nr. 10 mit Ausnahme von "DW 6/12“ als die des Angeklagten Snider und das handschriftliche "DW 6/12“ als von dem Angeklagten Richard "Dick“ Weigand geschrieben. Aus dem Telex geht hervor, daß es um "14.00 Uhr“ (2 Uhr nachmittags) am "5.12.74“ (5. Dezember 1974) erhalten wurde.
 

Das Beweisstück der Regierung Nr. 11 enthält zwei Briefe. Der zweite und früher geschriebene Brief, der zu dem Beweisstück gehört, und das Datum vom 11. November 1974 trägt, ist von Joe Lisa, dem damaligen 'Deputy Deputy Guardian‘ (Stellvertveter des stellvertretenden Sicherheitsbeauftragten) für Information in den USA an den Angeklagten Willardson, dem 'Branch 1 Director US‘ (Direktor des Bereiches 1 in den USA) gerichtet. In ihm wird das 'Guardian‘s Office‘ des Distrikts Columbia angewiesen, sofort Dokumente aus dem IRS gemäß Ziel 10 von 'GO 1361‘ zu entnehmen. (Der Brief ist identisch mit dem Beweisstück der Regierung Nr. 8.) Die erste Seite des Beweisstückes der Regierung Nr. 11, mit Datum vom "9. Dezmeber 74“, ist die Antwort des Angeklagten Willardson auf Lisas Brief vom 11. November. In ihm wird Herr Lisa informiert, daß Ziel 10 von 'GO 1361‘, welches die Aufforderung enthielt, ein "FSM“ (freier Scientology- Mitarbeiter) in die IRS (US Steuerbehörde) im Distrikt Columbia einzuschleusen, erreicht worden war, und daß das 'Guardian‘s Office World-Wide‘ schon über die Erfüllung des Zieles unterrichtet worden war.

Zu Beginn seiner Beschäftigung bei der IRS (US Steuerbehörde) wurde der Angeklagte Wolfe von dem Angeklagten Hermann überwacht. In seiner Funktion als Überwacher unterhielt der Angeklagte Hermann sämtliche Kontakte mit dem Angeklagten Wolfe (Anm. 20).

Anm 20: Beweisstück der Regierung Nr. 46 A (Seite 6 des Beweisstücks 46) ist eine handschriftliche Notiz vom 9. Januar 1975, in der steht "Ich erkläre hiermit, daß ich ein 'FSM‘ (freier Scientology-Mitarbeiter) in das Silver (Silber) (Code-Namen für die IRS = US Steuerbehörde) eingeschleust habe und dort beschäftige, und ich füge die beiliegenden Dokumente als Deweis hinzu“. Handschriften-Experte Jarnes M. identifiziert die Hanc!schrift auf der Notiz eindeutig als die des Angeklagten Hermann.
Der Angeklagte Hermann selbst war direkt Herrn Meisner unterstellt und erstattete diesem während dieser Zeit regelmäßig über das, was der Angeklagte erreicht hatte, Bericht. Mitte Dezember 1974 nahm der Angeklagte Mitchell Hermann Urlaub, und Meisner übernahm die Überwachung des Angeklagten Gerald Bennett Wolfe. Bevor er jedoch in den Urlaub ging, arrangierte der Angeklagte Hermann, daß Herr Meisner den Angeklagten Wolfe auf einem Parkplatz in Arlington, Virginia, treffen sollte und ihn außerdem mit zu dem Haus des Angeklagten Hermann in der Fessenden Street, Northwest, Washington, D.C., zu bringen, um zukünftige Pläne zu koordinieren. Auf dem Parkplatz stellte sich Herr Meisner dem Angeklagten Wolfe vor und benutzte dabei seinen richtigen Namen. Herr Meisner nannte den Angeklagten Wolfe jedoch "Kelly“, da dieser sich sicherer fühlte, wenn er nicht mit seinem eigenen Namen angesprochen wurde. Während der darauffolgenden eineinhalbstündigen Besprechung im Hause des Angeklagten Hermann, diskutierten Herr Meisner und der Angeklagte Wolfe über Wolfes Arbeit und Hintergrund. Der Angeklagte Wolfe war vorher von dem Angeklagten Hermann informiert worden, daß Herr Meisner der 'Assistant Guardian‘ (Assistent des Sicherheitsbeauftragten) für Information im Distrikt Columbia war.

Dem Angeklagten Wolfe wurde von Herrn Meisner außerdem gesagt, daß er ihn jederzeit erreichen könne, wenn er ihn entweder in seinem Büro in der 2125 S Street, Northwest, Washington, D.C., oder zuhause in Arlington, Virginia, anrufen würde. Der Angeklagte Hermann wies den Angeklagten Wolfe an, weiterhin alle Dokumente, die sich auf die Scientology-Sekte bezogen aus dem IRS-Büro von Barbara Bird, einer Rechtsanwältin in der Abteilung für Rückzahlungsrechtsstreitigkeiten, zu entwenden (Anm. 21).

Anm. 21: Frau Bird war auch eine Teilnehmerin an der am 1. November 1974 stattgefundenen Konferenz, die von Scientology-Agenten mithilfe eines versteckten Mikrofones abgehört wurde.
Danach, einige Tage vor dem 30. Dezember 1974, betrat der Angeklagte Wolfe ohne Erlaubnis das Büro von Barbara Bird, das im Hauptgebäude der IRS (US Steuerbehörde) in der Gonstitution Avenue Nr. 1111, North- west, Washington, D.C., liegt und entnahm aus ihren Akten viele Dokumente, die sich auf die Scientology-Sekte bezogen. Er fotokopierte sie auf einem Fotokopierapparat im Gebäude der IRS, wobei er Eigentum und Papier der Vereinigten Staaten zur Ausführung dieser Aufgabe benutzte.

Nach Beendigung des Fotokopierens brachte der Angeklagte Wolfe die Dokumente in das Büro von Frau Bird zurück. Bei einem darauffolgenden Treffen mit Herrn Meisner in einem Lums Restaurant im nahen Virginia, gab er ihm die gestohlenen Dokumente (Anm. 22).

Anm. 22: Herr Wolfe erzählte Herrn Meisner, daß Frau Bird zwei Türen zu ihren Büroräumen hatte, eine davon durch einen Tisch blockiert. Herr Wolfe kam während des Tages herein, schloß die letztere Türe auf und benutzte von da ab diese Tür, wann immer er nachts oder am Wochenenden in ihr Büro einbrach.
Er erklärte Herrn Meisner, wie er die Dokumente aus einer Akte in Barbara Birds Büro, welche Dokumente über die Scientology-Sekte enthielt und welche Bird von der ehemaligen IRS-Beamtin Charlotte Murphy erhalten hatte, entnommen hatte. Herr Meisner nahm die Dokumente mit in sein Büro in der 2125 S Street, Northwest, überprüfte sie und fasste sie zu einer Notiz an seine Vorgesetzten im 'US Guardian‘s Office zusammen.

Wann immer er von dem Angeklagten Wolfe gestohlene Dokumente erhielt, kennzeichnete Herr Meisner jedes mit einer Zahl auf der unteren Hälfte der rechten Seite, unterstrich diejenigen Teile, die er als besonders wichtig für seine Vorgesetzten im 'Guardian‘s Office ansah und tippte jedes, das entweder von Hand geschrieben oder unleserlich war, ab. Daraufhin bereitete er ein Memorandum an seinen unmittelbaren Vorgesetzten in Los Angeles vor, in welchem er jeden wichtigen Punkt der Dokumente zusammenfasste und hinter jeden Auszug die jeweilige Nummer des Dokuments, das er gerade zusammengefaßt hatte. Daraufhin leitete er das fertige Memorandum über den 'Assistant Guardian‘ für den Distrikt Columbia weiter an seine Vorgesetzten in Los Angeles, unter denen der 'Deputy Guardian‘ für die Vereinigten Staaten, der 'Deputy Guardian‘ für Information in den Vereinigten Staaten, der 'Branch I Director‘ (Direktor des Bereiches I) des Informationsbüros und der 'Collections Officer‘ (der Mitarbeiter, der für die Beschaffung von Daten zuständig ist) waren. Außerdem schickte er eine Kopie des Materials an den 'Commodore Staff Guardian‘ (CSG), an die Angeklagte Mary Sue Hubbard. Bis Januar 1976 wurden all diese Memoranden und zugehörigen Dokumente an die Angeklagte Cindy Raymond geschickt, die als Mitarbeiterin des Informationsbüros zuständig für die Beschaffung von Daten und für das Sammeln von heimlich erworbenen Dokumenten verantwortlich war. Nach der Umorganisation des Informationsbüros im Januar 1976 wurden fast alle Memoranden, in denen es um gestohlene Dokumente ging, an den Angeklagten unter seinem Decknamen "Mike Cooper“ geschickt. Der Angeklagte Hermann war nach dem Januar 1976 der 'Southeast US Secretary‘ (der Sekretär für den Südosten der Vereinigten Staaten) innerhalb des Informationsbüros und überwachte als solcher das Informationsbüro im Distrikt Columbia unmittel bar.

Die einzige Ausnahme zu diesem Vorgehen, das nach dem Januar 1976 angewandt wurde, waren gestohlene Interpol-Dokumente, die immer noch an die Angeklagte Raymond, die inzwischen 'Information Branch I Director National US‘ (ungefähr: Nationaler Direktor der Vereinigten Staaten für den Informationsbereich I) geworden war, geschickt wurden. All diese Memoranden wurden von Herrn Meisner selbst getippt und in Übereinstimmung mit dem fest eingeführten Verfahren des 'Guardian‘s Office‘ vorbereitet.

Das Beweisstück der Regierung Nr. 12 (Anm. 23)

Anm. 23: Das Beweisstück der Regierung Nr. 12 wurde von dem Spezial-Agenten Rogcr L. aus einem Aktenschrank in Zimmer 30 des Informationsbüros im Zedern-Gebäudekomplex beschlagnahmt.
ist ein Memorandum vom 30.Dezember 1974 von Herrn Meisner an die Angeklagte Cindy Raymond, mit der Oberschrift "Noch nicht ausgewerteter Daten-Report Betr.: IRS- Charlotte Murphy Scientology-Akte“. Es ist eine Zusammenfassung von Dokumenten, die von dem Angeklagten Gerald Bennett Wolfe aus dem Büro von Barbara B. im IRS wie oben beschrieben entwendet wurden.
Herr Meisner fügte diesem Memorandum mindestens achtundneunzig Seiten von Dokumenten, die aus der IRS entwendet wurden, hinzu und schickte sie nach Los Angeles. (Siehe Beweisstück der Regierung Nr. 12, Seite 7, Paragraph 3.)

Aus dem Laufwegvermerk in der oberen linken Hälfte des Memorandums geht hervor, daß der "AG Info DC“ (Assistent des Sicherheitsbeauftragten für Information im Distrikt Columbia) Michael Meisner, die Notiz über den 'Assistant Guardian‘ Lynn McNeil, die sie am "30/12“ (30. Dezember 1974) abzeichnete, an den 'Collection Officer US‘ (Mitarbeiterin zuständig für die Beschaffung von Daten in den USA), an die Angeklagte Raymond geschickt hatte. McNeils Vermerk zeigt, daß sie die Notiz am 30.12. überprüfte und sie an den 'Deputy Guardian Communicator (Secretary)‘ (ungefähr: Nachrichtenübermittler des stellvertretenden Sicherheitsbeauftragten (Sekretär)) für die Vereinigten Staaten und den 'Deputy Guardian‘ für die Vereinigten Staaten, den Angeklagten Heldt, weitergab. "DG Info US“ (stellvertretender Sicherheitsbeauftragter für Information in den Vereinigten Staaten), der Angeklagte Weigand, setzte am 6. Januar 1975 ("6/1/75“) seine Initialen neben seinen Titel. Das gleiche tat der "Info Br I Dir US“ (Direktor des Informationsbereiches I in den Vereinigten Staaten), der Angeklagte Willardson, der sie am 10. Januar 1975 ("10 Jan“) abzeichnete. Der Angeklagte Willardson schrieb dann eine Notiz an die Angeklagte Raymond, in der er andeutete, daß er die Reihenfolge der Dokumente geändert hatte (Anm. 24).

Anm. 24: Eine Handschriftenanalyse zeigt, daß es "sehr wahrscheinlich“ ist, daß der Angek]acjte Willardson diese handschriftliche Notiz geschrieben hat. Herr Meisner erkennt die Initialen von Frau McNeil und den Ancieklagten Weigand und Willardson neben ihren Titeln in dem Laufwegvermerk, sowohl als auch die Handschrift des Angeklagten Willardson in der Notiz an "Cindy“ wieder. Der Laufwegvermerk zeigt außerdem, daß eine Kopie der Notiz und der beigefügten Dokumente an den "CSG“, die Angeklagte Hubbard, geschickt wurde.


Anfang Januar 1975 kehrte der Angeklagte Hermann aus seinem Urlaub in den Distrikt Columbia zurück und nahm seine Pflichten als Überwacher aller für Scientology arbeitenden Geheimagenten, unter denen die Angeklagten Wolfe, Sharon Thomas und Frau Nancy Douglass waren, wieder auf. Die Angeklagte Thomas war zu diesem Zeitpunkt ein für Scientology arbeitender Geheimagent bei dem Nachrichtendienst der Küstenwache. Frau Douglass war eine für Scientology arbeitende Geheimagentin bei dem Amt für Drogenbekämpfung (Drug Enforcement Administration/DEA), aus dem sie Dokumente und Fotokopien von Dokumenten stahl und an den Angeklagten Hermann weitergab. Der Angeklagte Hermann übte seine Pflichten im Distrikt Columbia bis Anfang März aus, als er nach Chicago, Illinois, versetzt wurde, um weiterhin für das 'Guardian‘s Office‘ zu arbeiten.

Beweisstück der Regierung Nr. 13 (Anm.25)

Anm. 25: Beweisstück der Regierung Nr. 13 wurde von Peter F. aus einem Aktenschrank im Informationsbüro im Zedern-Gebäudekomplex beschlagnahmt. Es wurde von einem Spezial-Agenten Richard W. N. inventarisiert.
ist ein Memorandum von dem Angeklagten "Mitch“ Hermann an die Angeklagte Raymond, die Dokumente, die aus dem Aktenraum des Chef-Rechtsberaters in der IRS gemäß "CO 1361 TOT (Ziel) 10“ gestohlen wurden, betrifft. Das Memorandum vom 1. März 1975, das eine Zusammenfassung des Inhalts der gestohlenen Dokumente war, lief über den 'Acting Assistant Guardian‘ für den Distrikt Columbia, welcher zu diesem Zeitpunkt Herr Meisner war. Der Angeklagte Hermann war zu diesem Zeitpunkt 'Acting Assistant Guardian for Information‘ im Distrikt Columbia (Anm.26).
Anm. 26: Neben dem Titel des "Info Br I Dir US“ (Direktor des Informationsbereiches I in den Vereinigten Staaten) in dem Laufwegverinerk des Memorandums ist die Unterschrift des Angeklagten Gregory Willardson, die darauf hindeutet, daß er die Dokumente am 7. März 1975 erhalten hatte. Der Handschriften-Experte M. sieht es als "wahrscheinlich“ an, daß der Willardson die vierzeilige Notiz, die mit seinen Initialen und dem Datum beginnt, geschrieben hat.


Die Angeklagte Cindy Raymond erhielt das Memorandum und schrieb oben rechts auf die erste Seite über das Datum "CC (Betr.:): DG Legal US, DG PR US“ (stellvertretender Sicherheitsbeauftragter der Rechtsabteilung in den Vereinigten Staaten, stellvertretender Sicherheitsbeauftragter der Public Relations-Abteilung in den Vereinigten Staaten) (Anm. 27).

Anm. 27: Herr M. identifiziert die Angeklagte Raymond eindeutig als die Schreiberin dieser Notiz. Er hält es auch für "wahrscheinlich“, daß der Angeklagte Hermann auf Seite zwei der Notiz mit "Mitch“ unterzeichnete. Herr Meisner erkennt besonders diese Unterschrift als die des Angeklagten Hermann wieder und erkennt darüber hinaus die ganze Notiz wieder, da er sich erinnert, sie von Hermann erhalten zu haben und zusammen mit den beigefügten Dokumenten an seine Vorgesetzten in Los Angeles, mit einer Kopie an "CSG“, die Angeklagte Mary Sue Hubbard geschickt zu haben.


Ende Mai 1975 wies der Angeklagte Willardson Herrn Meisner an, das "Projekt Horn“, dessen Urheber Willardson selbst war, auszuführen. Das "Projekt Horn“, das an das Beweisstück der Regierung Nr. 14 (Anm. 28)

Anm. 28: Beweisstück der Regierung Nr. 14 wurde aus Zimmer 4 des Informationsbüros im Zedern-Gebäudekomplex von dem Spezial-Agenten James S. beschlagnahmt und von dem Spezial-Agenten Gilberto V. inventarisiert.
angehängt ist, wurde als "Deckmantel für PR (Public Relations) und die Rechtsabteilung für die Art in der sie IRS Dokumente erhielten“, geschaffen. Das Projekt baute die 'Guardian Order‘ 1361, Ziel 6 weiter aus. Er hatte schon dazu gedient, einen "geeigneten Deckmantel“ zu finden, um zu vertuschen, wie die gestohlenen Dokumente wirklich aus der IRS herausgebracht wurden, so daß das Public Relations Büro sie verwenden konnte, ohne Angst haben zu müssen, mit den Diebstählen in Verbindung gebracht zu werden. Zu diesem Zweck übertrug der Angeklagte Gregory Willardson Herrn Meisner, als dem 'Assistant Guardian‘ für Information im Distrikt Columbia, die Aufgabe, IRS-Dokurnente über andere Organisationen als Scientology zu stehlen. Daher würde man, wann immer irgendwelche IRS-Dokumente später zur Veröffentlichung freigegeben wurden, annehmen, daß auch jene anderen Organisationen sie erhalten hätten und ihre Publikation würde daher nicht alleine auf die Scientology-Sekte deuten. Darüber hinaus verlangte das Projekt den Diebstahl von IRS-Schreibmaterial, so daß es von Mitgliedern des 'Guardian‘s Office‘ dazu verwendet werden konnte, falsche Briefe von einem fiktiven IRS-Angestellten, der über die Organisation verärgert war, zu entwerfen. Die gestohlenen Dokumente würden dann Briefen beigefügt, die an private Organisationen, wie Sciento- logy, geschickt würden. Beweisstück der Regierung Nr. 14 (Seite 1) ist ein Brief mit Datum vom 9. April 1975 von dem Angeklagten Willardson an Jane Kember und Mo Budlong, in dem steht, daß er 'GO 1361 Ziel 6‘ befolgt habe, indem er das "Projekt Horn“, welches er diesem Brief beifügte, geschaffen hatte (Anm. 29).
Anm. 29: Die Unterschrift "Greg“ auF Seite eins ist durch eine Handschrifschriftenanalyse eindeutig als die des Angeklagten Willardson identifiziert worden. Ähnlich hierzu ist auch der handschriftliche Vermerk "an DC Ende Mai geschickt. GW“ eindeutig als von dem Angeklagten Willardson geschrieben identifiziert worden. Der Handschriften-Experte James M. sieht es als "sehr wahrscheinlich“, daß der Angeklagte Richard Weigand den handschriftlichen Vermerk "Greg - Was war das? L. (Gruß) Dick“, oben auf der Seite, geschrieben hat. Herr Meisner identifiziert den handschriftlichen Vermerk "Eine sehr gute Methode!“, über dem Titel des Briefes, als die Handschrift von Mo Budlong, und den handschriftlichen Vermerk "Lieber Greg, das ist wirklich eine glänzende Idee. Sehr gut gemacht. Gruß Jane“, unten auf dem Brief, als die Handschrift von Jane Kember. Der Laufwegvermerk oben links auf dem Beweisstück der Regierung Nr. 14 zeigt auch, daß der Brief von dem "Br I Dir US Info“, dem Angeklagten Willardson geschrieben worden war und unter anderem über den "DG I WW“, Mo Budlong, der ihn am "22/4“ (22. April) abzeichnete, den "DG US“, den Angeklagten Henning Heldt, der ihn auch abzeichnete, den "DDG US“, den Angeklagten Duke Snider, der ihn abzeichnete und "9.4.“ (9. April) datierte und den "DG I US“, den Angeklagten Richard Weigand, an den "Guardian WW“, Jane Kember geschickt wurde. Unmittelbar unter dem Titel "Br I Dir US Info“, am Schluß des Laufwegvermerks ist ein Pfeil mit den Initialen "GW“, die von dem Handschriften-Experten als wahrscheinlich in der Handschrift des Angeklagten Willardson geschrieben, identifiziert wurden.

Seite zwei des Beweisstücks der Regierung Nr. 14 gibt einen Überblick über den allgemeinen Plan des "Projektes Horn“. Ein "Angesteller der IRS ... schickt IRS-Akten an die Personen und Gruppen, die in ihren Akten erwähnt werden“. Es wird ferner erklärt, daß solch ein Plan "das Veröffentlichen der Dokumente von der Public Relations- und der Rechtsabteilung decken wird“. Das Dokument wird von dem "Br I Dir“, der durch seine Handschrift auf Seite eins als der Angeklagte Gregory Willardson identifiziert wurde, herausgegeben. Die Unterschrift "Greg“ am Schluß der beiden Briefe vorn 9. April 1975, auf den Seiten 5 bzw. 6 des Beweisstückes der Regierung Nr. 14, wird sowohl von James M. als auch von Herrn Meisner eindeutig als die des Angeklagten Willardson identifiziert.

In einem Brief vom 9. April 1975, der auf Seite 6 des Beweisstücks der Regierung Nr. 14 zu finden ist, schreibt der Angeklagte Willardson an den 'Deputy Guardian‘ der Public Relationsabteilung in den Vereinigten Staaten, Arthur "Artie“ Maren, und informiert ihn, daß der größte Teil der Dokumente, die für diese Ausforschung (GO 1361) verlangt wurden, eingegangen sind“. Danach lud er Herrn Maren ein, zu den Büros des Informationsdienstes zu kommen, um sich die Dokumente anzuschauen, "da die Menge der Daten so umfangreich sei“ (Anm.30).
Anm. 30: Am 13. Oktober 1975 sandte der Angeklagte Heldt ein "CSW“ (Completed staff work)  (ungefähr: vervollständigte Arbeit des Mitarbeiterstabes) an den 'Guardian World Wide‘ (Sicherheitsbeauftragter Weltweit), Jane Kember, in der es um "die Übergabe von B - I Daten von der US Steuerbehörde in Los Angeles, der US Steuerbehörde im Distrikt Columbia und dem Justizministerium, Abteilung Steuern an die PR (Public Relations) und die Rechtsabteilung ging, um die Berichte 'D/A‘ (dead agented) (ungefähr: unschädlich zu machen) und um auf PR und rechtlicher Ebene angreifen zu können“. (Beweisstücke der Regierung Nr. 3 und 4.)  Das "CSW“ (ungefähr: vervollständigte Arbeit des Mitarbeiterstabes)  wird für die geplante 'Guardian Order‘ (Befehl des Sicherheitsbeauftragten) 1361 - 1 verlangt, um die Ziele 6 - 8, 14 - 15 und 19 von 'GO 1361‘ vollends zu erfüllen. (Beweisstücke der Regierung Nr. 3 und 4.) Die beigefügte, geplante 'Guardian Order 1361 - 1‘ sieht vor, weitere "FSMs“ (freie Scientology-Mitarbeiter) in den "Ziel- gebieten“ von Los Angeles und dem Distrikt Columbia einzusetzen um die gestohlenen Regierungsdokumente für eine Veröffentlichung an die Presse und für eine Verwendung bei eventuellen Scientology Gerichtsverhandlungen zu präparieren. Das Beweisstück der Regierung Nr. 51 lief über die 'Deputy Guardians‘ des Informationsbüros, der Rechtsabteilung und des Public Relations Büros welt weit.

'GO 1361 - 1‘ wurde von Jane Kember genehmigt und am 7. November 1975 herausgegeben. (Beweisstück der Regierung Nr. 52.) Herr Meisner und Frau Hirsch sagen aus, daß sie in Übereinstimmung mit der feststehenden Vorgehensweise des 'Guardian‘s Office‘ herausgegeben wurde. Frau Hirsch bezeugt außerdem, daß die Initialen "LR“ in der unteren linken Ecke neben dem Namen Jane Kember, die von Lexie Ramirez, Frau Kembers Nachrichtenübermittler (Sekretär) seien.

In einem "CSW“ mit Datum vom 27. Mai 1976 an den Angeklagten Heldt, informierte der Angeklagte Weigand diesen, daß das Ziel 2 von 'GO 1361 - 1‘ die Ablösung von "FSMs“ in den IRS (US Steuerbehörden) im Distrikt Colurnbia und in Los Angeles, Kalifornien, verlangte. Der Angeklagte Weigand wies jedoch darauf hin, daß nicht länger ein Grund von Ziel 2 von 'GO 1361 - 1‘ bestünde, da nicht gep]ant sei, das "gegenwärtige FSM in DC (Distrikt Columbia) (Wolfe) abzulösen“, da man durch andere versteckte Maßnahmen bei dem Erwerb von Dokumenten aus der IRS in Los Angeles  Erfolg gehabt hätte. Daher bat er um Genehmigung für die Streichung dieses Zieles. (Beweisstück der Regierung Nr. 107.) Der Angeklagte Heldt informierte den Angeklagten Weigand in handschriftlichen Notizen, die von dem Handschriften-Experten James M. eindeutig als von ihm geschrieben identifiziert wurden, daß, da der 'Guardian World Wide‘ 'GO 1361 - 1‘ genehmigt habe, auch nur er berechtigt sei, einer Streichung zuzustimmen. Der Angeklagte Heldt fragte weiter an, ob es nicht klug wäre "Reserve FSMs“ zu haben, falls die gegenwärtigen auffliegen würden. Herr M. hält es für wahrscheinlich, daß die Unterschrift "Dick“ von dem Angeklagten Weigand stammt. Herr Meisner erkennt diese Unterschrift als die des Angeklagten Weigand, und die Handschrift am Rande des Blattes als die des Angeklagten Heidt wieder. Das Beweisstück der Regierung Nr. 107 wurde von dem Spezial-Agenten Gilberto V. aus Zimmer 4 des Informationsbüros im Zedern-Gebäudekomplex beschlagnahmt.


In Übereinstimmung mit dem "Projekt Horn“ entnahm der Angeklagte Wolfe aus der IRS (US Steuerbehörde) Schreibmaterial dieser Behörde und übergab es Herrn Meisner. Wolfe entnahm aus der IRS ferner ohne Erlaubnis Dokumente über die Bob Jones Universität in Süd Carolina und über die Vereinigungskirche. Nachdem er diese Dokumente von dem Angeklagten Wolfe erhalten hatte, benachrichtigte Herr Meisner den Angeklagten Willardson, daß er die ersten Aufgaben des "Projektes Horn“ erfüllt habe.

Während der ersten fünf Monate des Jahres 1975 stahl der Angeklagte Wolfe sowohl aus den Büros von Barbara B. und Lewis H., aus dem Büro des Chef-Rechtsberaters und aus dem Aktenraum des Chef-Rechtsberaters, als auch aus anderen Büros innerhalb der Büroräume, die zu dem Büro des Chef-Rechtsberater gehören, Dokumente und Fotokopien von Dokumenten, die dem IRS gehörten. Diese Dokumente waren aufeinandergelegt ungefähr 10 Fuß hoch. Der Angeklagte Wolfe war zu diesem Zeitpunkt in der Einkommenssteuerabteilung der IRS angestellt und hatte keine Befugnis, irgendwelche Büros, die zu dem Bereich des Chef-Rechtsberaters gehörten, zu betreten. Als der Angeklagte Hermann und Herr Meisner diese Dokumente erhielten, schickten sie sie an ihre Vorgesetzten im Informationsbüro in Los Angeles, Kalifornien, ohne, wie sie es bis dahin getan hatten, Zusammenfassungen anzufertigen, da sie einen enormen Rückstand an gestohlenen Dokumenten, die noch nicht nach Los Angeles geschickt worden waren, hatten. (Siehe Beweisstücke der Regierung Nr. 12 und 13.) Diese Sachlage wird ausführlich in dem Beweisstück der Regierung Nr. 15 (Anm.31),

Anm. 31: Beweisstück der Regierung Nr. 15 wurde von dem Spezial-Agenten S. aus Zimmer 4 des Informationsbüros im Zedern-Gebäudekomplex beschlagnahmt. Es wurde von dem Sonderbeauftragten V. inventarisiert.
einem "CSW“ (ungefähr: vervollständigte Arbeit des Mitarbeiterstabes) (Anm. 32),
Anm. 32: Eine "CSW“ oder ,completed staff work‘ (ungefähr: vervollständigte Arbeit des Mitarbeiterstabes) ist eine Bitte um Zustimmung oder Ablehnung einer vorgeschlagenen Vorgehensweise. Sie gibt einen Überblick über das Problem, das sie mit Hilfe von Daten zu lösen versucht und schließt mit einem Vorschlag, für den um Zustimmung gebeten wird. Sie schließt mit 2 Zeilen ab, die mit "genehmigt“ und "abgelehnt“, wobei Platz für eine Unterschrift gelassen wird, beschriftet sind. Der Laufwegvermerk hat in einer "CSW“ größere Bedeutung. Wenn sie in dem Laufwegvermerk neben einem Titel abgezeichnet wird, bedeutet das, daß sie von der Person, die sie abgezeichnet hat, sowohl überprüft als auch genehmigt worden ist.
mit Datum vom 7. Mai 1976, das von dem Angeklagten Willardson an den 'Deputy Guardian‘ für Information Weltweit, Mo Budlong und den 'Deputy Guardian‘ für Finanzen Weltweit, Herbie Parkhouse geschickt wurde, erläutert.

In ihr wird erläutert, daß die Anhäufung von US-Regierungsdokumenten gemäß , 'GO 1361‘ im Informationsbüro eine Krise verursacht hatte, da sie den Beschaffungsfortgang, der von 'GO 1361‘ gefordert wurde, verlangsamt habe, was "sofort aufhören mußte“. In ihr erklärt der Angeklagte Willardson, daß ungefähr "15 000“ Dokumente ohne Zusammenfassung an das Informationsbüro im Distrikt Columbia geschickt worden waren, um das Verfahren zu beschleunigen, den 'Deputy Guardian‘ für die Vereinigten Staaten, den Angeklagten Heldt, und den 'Commodore Staff Guardian‘, die Angeklagte Hubbard, "so schnell wie möglich über die Absichten der IRS in Bezug auf die Kirche während der stattfindendenIRS-Verhandlungen über eine Steuerbefreiung, zu informieren“. In dem Brief wurde hinzugefügt, daß "dies eine wertvolle Aktion sei, da sie zu einer realistischeren Bewertung der IRS-Szene führe, als dies aus rein rechtlichen Gesichtspunkten möglich sei“ (Anm. 33).

Anm. 33: Der Handschriften-Experte M. sagt aus, daß die Unterschrift "Greg“ auf Seite drei eindeutig in der Handschrift des Angeklagten Willardson ist. Er sieht es außerdem als "wahrscheinlich“ an, daß die Eintragung "DW 8/5“ neben dem Titel "DG I US" im Laufwegvermerk, links oben auf der ersten Seite, in der Handschrift des Angeklagten Weigand, und die Initialen neben dem Titel "DG US“ in der Handschrift des Angeklagten Heldt geschrieben sind. Darüber hinaus erkennt Herr Meisner die Handschrift, sowohl des Angeklagten Willardson, als auch die des Angeklagten Heldt in dem Dokument wieder.


In der "CSW“ (ungefähr: vervollständigte Arbeit des Mitarbeiterstabes) wird das 'Guardian‘s Office World-Wide‘ aufgefordert, einer zusätzlichen Ausgabe von Geldmitteln für das Zusammenfassen, das Fotokopieren und die doppelte Ablage dieser "15 000“ Dokumente zu genehmigen (Anm. 34).

Anm. 34: Das Beweisstück der Regierung Nr. 16 ist ein "Kaufvertrag“, mit Datum vom "14.Mai 1975“, der von dem Angeklagten Gregory Willardson unterzeichnet ist, dessen Unterschrift "Greg W“, zusammen mit allem anderen Handschriftlichen auf der ersten Seite dieses Beweisstückes, von dem Handschriften-Experte James M. eindeutig als die Handschrift des Angeklagten Willardson identifiziert wird. In seinem "Kaufvertrag“ verlangt der Angeklagte Willardson $ 3,141.20 für Material für 'GO 1361‘ Dokumente, das eine Woche reichen soll. Er erklärt, daß der Zweck, das Fotokopiermaterial, welches im Anhang an das Beweisstück der Regierung Nr. 16 aufgeführt ist, zu kaufen, darin liege "dem ,WW‘ (Weltweit) & 'CS-G‘ (der Angeklagten Mary Sue Hubbard) äußerst wichtige Dateninformationen zukommen zu lassen, sie ordentlich für eine Verwendung durch den 'USGO, WW, CS-G‘“  in einer doppelten Ablage anzulegen. Die Seite wurde durch den beschlagnehmenden Agenten als "3 von 8“ identifiziert, trägt rechts unten den Vermerk "EPO“ (Estirnate Purchase Order = Kostenvoranschlag für Kaufvertrag) und datiert vom 12.05.1975. Für die Monate Mai und Juni 1975 wird verlangt, daß "US-Dollar 6.648,10“ für den Kauf erforderlicher Materialien“ vom Finanzplanungskomittee des US-'Guardian‘s Office‘ bereitgestellt werden sollten, um "schwerwiegende Informationsrückstände bei 'GO 1361‘ zu beseitigen“. Während der Zeitspanne vor dem Diebstahl der Dokumente, die in dem Beweisstück der Regierung Nr. 15 erwähnt werden, war die Scientology-Kirche durch ihre Kirche in Hawai, in ausgedehnte Rechtsstreitigkeiten mit der IRS verwickelt, bei denen es um ihren Anspruch auf Steuerbefreiung ging. Die IRS führte außerdem eine Prüfung der Bücher der Scientology-Kirche von Hawai durch. Die Angeklagten Richard Weigand, Gregory Willardson und Cindy Raymond wiesen Herrn Meisner persönlich und schriftlich an, seine Aufmerksamkeit und die seines Geheimagenten, des Angeklagten Wolfe, auf den Diebstahl aller Dokumente über den Kampf um Steuerbefreiung aus dem Büro des IRS-Anwaltes Lewis H, das in dem Hauptgebäude der IRS in der 1111 Constitution Avenue, N.W. in Washington, D.C., liegt, zu richten. (Siehe Seiten 71 -74, siehe unten.) Lewis H. nahm zu dieser Zeit für das IRS-Büro des Chef-Rechtsberaters die Prüfung der Bücher vor und hatte in seinem Büro Dokumente, tägliche Notizen und Mitteilungen in seincr Obhut, die sich auf den Steuerbefreiungsfall bezogen, in den die Hawai-Kirche verwickelt war. Dieses Formular ist neben dem gedruckten Vermerk "Urheber“ mit "GW“ unterschrieben. Eine Analyse der Handschrift hat eindeutig ergeben, daß der Angeklagte Willardson der Schreiber des größten Teils der handschriftlichen Vermerke auf dieser Seite ist. Herr Meisner hat solche Formulare von Einkaufsaufträgen und Voranschlägen für Einkaufsaufträge während der Zeit, in der er hauptberuflich im Informationsbüro des 'Guardian Office‘ tätig war, oft verwendet. Er kennt daher die besondere Aufmachung dieser Formulare und weiß wie sie für das 'Guardian Office‘ ausgefüllt werden müssen. Er sagt aus, daß das Government Exhibit Nr. 16 (Beweisstück der Regierung Nr. 16) nach dieser Regel erstellt wurde. Der Spezial-Agent 5. hat das Beweisstück der Regierung Nr. 16 in Zimmer 4 des Informationsbüros im Zedern-Gebäudekomplex beschlagnahmt. Das Beweisstück wurde vom Spezialagent V. inventarisiert.


D. Infiltration der Steuerabteilung im US-Justizministerium
 

Mit dem Guardian-Auftrag Nr. 1361 Ziel Nr. 17 wurde die Infiltration der Steuerabteilung des US-Justizministeriums in Washington, DC., und der Diebstahl von Akten, die die Scientology betreffen, durchgeführt. Um die Anweisungen in diesem Guardian-Auftrag Nr. 1361 mit dem Angriffsziel Nr. 17 auszuführen, beschaffte sich Herr Meisner im April 1975 ein Verzeichnis der Büros des US-Justizministeriums, aus dem er die Büros der Steuerabteilung heraussuchte, von denen ihm bekannt war, daß sie Prozessakten über die Scientology besaßen.

Herr Meisner war von der Rechtsabteilung des 'Guardian‘s Office‘ informiert worden, daß der Staatsanwalt L. und der Leiter der Abteilung 3 für Rechtsstreitigkeiten in Rückerstattungsangelegenheiten S. K. die Vereinigten Staaten in Streitfällen vertreten haben, in die die Scientology-Kirche von Hawai und die Scientology-Kirche von Florida verwickelt waren. Herr L. war in diesen Fällen als Staatsanwalt bestimmt worden und sein unmittelbarer Vorgesetzter, Herr K. hatte am Prozeß teilgenommen. Herr Meisner fand heraus, daß die Büros der Steuerabteilung des Justizministeriums sich im Starbuilding in der 11 th Street Nr. 1101, Northwest, in Washington, D.C., befanden. Herr Meisner gab also dem Angeklagten Gerald Bennett Wolfe Anweisungen, in die Büros der Herren K. und L. einzudringen und sich deren gesamte Akten, die in irgendeiner Weise mit der Scientology zu tun haben, zu beschaffen. Demzufolge betrat der Angeklagte Wolfe an drei aufeinanderfolgenden Samstagen, und zwar am 3. Mai, am 10. Mai und am 17. Mai 1975 das Star-Building. Er zeigte seinen Personalausweis vor und gelangte zu den Büros der Steuerabteilung im 4. Stock.

Dann betrat der Angeklagte Wolfe die Büros von Herrn K. und Herrn L. und entwendete zwölf einzelne Akten, in denen es um Scientology ging. Er fotokopierte diese Akten auf einem Fotokopierer in der Steuerabteilung. Dazu verwendete er Papier und Geräte, die Eigentum der USA sind. Danach legte der Angeklagte Wolfe die Dokumente an ihren ursprünglichen Platz zurück und entwendete die Kopien derselben. Der Angeklagte Wolfe übergab dann am Tag nach dem jeweiligen Einbruch Herrn Meisner alle Kopien, die er von den Unterlagen in der Steuerabteilung gemacht hatte. Die Übergabe fand im Lums Restaurant im naheliegenden Arlington, Virginia, statt. Herr Meisner las alle Dokumente durch und fertigte eine Zusammenfassung in Form von 12 Memoranden in der Weise an, wie sie oben beschrieben wird. Diese zwölf Akten enthielten Aufzeichnungen und andere Notizen der Anwälte der Steuerabteilung des US-Justizministeriums über deren Pläne zur Prozessführung und zur Vorbereitung von Scientology-Gerichtsverhandlungen.

Die von Herrn Meisner erstellten zwölf Aktennotizen gelten als Beweisstücke der Regierung Nr. 17, 19 bis 25 und 27 bis 30. Alle Memoranden sind an die Angeklagte Cindy Raymond adressiert und haben die Überschrift: "Datenübersichtsbericht, Betreff: Justizministerium - Steuerabteilung - Abteilung Nr. 3 für Rechtsstreitigkeiten in Rückerstattungsangelegenheiten“, Teil 1 bis 12 (Anm. 35)

Anm. 35:    Das Beweisstück der Regierung Nr. 17 wurde von dem Spezial-Agenten Peter F. in einem Aktenschrank in Zimmer 23 des Zedern-Gebäudekomplex gefunden und beschlagnahmt. Die Beweisstücke der Regierung Nr. 19, 21, 24 und 28 bis 30 wurden von Spezial-Agent Bradley M. in einem Aktenschrank in einem der Gänge des Informationsbüros im Zedern-Gebäudekomplex gefunden und beschlagnahmt. Das Beweisstück der Regierung Nr. 20 wurde von Spezial-Agent Stanley C. in einem Aktenschrank in Zimmer Nr. 30 (Ablageraum) im Zedern-Gebäudekomplex gefunden und beschlagnahmt. Die Beweisstücke der Regierung Nr. 22, 23 und 27 wurden von Spezial-Agent Edward M. in einem Aktenschrank in Zimmer Nr. 30 im Zedern-Gebäudekornplex gefunden und beschlagnahmt. Das Beweisstück der Regierung Nr. 25 wurde von Spezial-Agent Henry W. auf einem Regal neben dem Schreibtisch der Anqeklagten Cindy Raymond in Zimmer Nr. 15 im Zedern-Komplex gefunden und beschlagnahmt. Es wurde von Spezial-Agent Raymond M. inventarisiert und gezeichnet. Das Beweisstück der Regierung Nr. 18, das ebenfalls von Spezial-Agent M. in einem Aktenschrank auf einem der Gänge des Informationsbüros im Zedern-Komplex gefunden und beschlagnahmt wurde, besteht aus der Aktenmappe, die die Beweisstücke Nr. 18, 19, 21, 24 und 28 bis 30 enthielt.
Der Umlauf von Meisners Aktennotizen muß nach den Vorschriften des 'Guardian‘s Office‘ erfolgen (Anm. 36).
Anm. 36:     Für die Beweisstücke der Regierung Nr. 17, 19, 25, 27 und 29, 30 galt der gleiche Umlauf. Meisner sandte sie an den US-Collection Officer (Beauftragte für die Sammelaktionen), an die Angeklagte Cindy Raymond, an den 'Assistant Guardian‘ für den Distrikt Columbia Lynn McNeil und untere anderem an den 'Deputy Guardian‘ für Informationsangelegenheiten in USA, den Angeklagten Weigand und an den Direktor des Informations-Zweigbüros Nr. 1 für USA, den Angeklagten Willardson. Eine Kopie ging an den 'Commodore Staff Guardian‘, die Angeklagte Mary Sue Hubbard. Beim Beweisstück Nr. 28 wurde dem Aktenumlauf noch das Informations-Zweigbüro Nr. II für USA beigefügt. Herr Meisner identifiziert die Initialen in der Handschrift des Angeklagten Heldt wie sie neben seinem Titel "DG US“ ('Deputy Guardian, USA‘) in der Umlaufspalte der Beweisstücke Nr. 17, 21, 23, 25 und 29 erscheinen. Er identifiziert ebenfalls die Initialen und die Datumseintragung auf den Beweisstücken Nr. 17, 19, 25 und 27 sowie 30 als die Handschrift des Angeklagten Willardson. Zusätzlich identifiziert er den Vermerk neben den Initialen "GW“ als die Handschrift des Angeklagten Willardson. Der Graphologiefachmann James M. identifiziert einwandfrei die Initialen, das Datum und weitere handschriftliche Vermerke auf den Beweisstücken Nr. 28 und 30 als die Handschrift des Angeklagten Willardson. Weiterhin identifiziert Herr Meisner die Initialen und das Datum neben dem Vermerk "Coll 0ff US“ (Beauftragter für die Sam!uelaktionen in USA) auf dem Beweisstück Nr. 17 als die Handschrift der Angeklagtcn Cindy P\aymond. Die gedruckte Schrift am Schluß auf Seite 1 des Beweisstücks 29 identifiziert er ebenfalls als die Handschrift der Angeklagten Raymond.
Das Beweisstück der Regierung Nr. 26 ist die Kopie eines Dokuments mit dem Titel "Aktennotiz zur Ablage“, welches von Herrn Stanley F.K. unterzeichnet ist und den Akten der Steuerabteilung entnommen wurde. Zu diesem Zeitpunkt standen die Akten unter der Obhut, Verwahrung und Kontrolle des Anwalts Harold L. vom Justizministerium. Herr Meisner identifiziert die Nr. 37, die in der unteren, rechten Ecke des Dokuments eingetragen ist, als eine Nummer, die er bei Erhalt des Dokuments vom Angeklagten Wolfe eingesetzt hat. Diese Nummer besagt, daß es sich um die Seite 37 in einer Reihe von Dokumenten handelt, die seiner Aktennotiz vom 14. Mai 1975 beilagen (Beweisstück der Regierung Nr. 25). Die Unterstreichung auf dem Beweisstück der Regierung Nr. 26 wurde von Herrn Meisner angebracht, und er bezieht sich auf dieses Beweisstück in seiner Aktennotiz vom 14. Mai 1975, auf Seite 2, Abschnitt 2. (Beweisstück der Regierung Nr. 25.) Weder Herr K. noch Herr L. hatten dem Angeklagten Wolfe oder einem anderen Angehörigen des 'Guardian‘s Office‘ der Scientology-Kirche erlaubt, ihre Büros zu betreten, dort den unter ihrer Verwahrung und Kontrolle stehenden Akten Dokumente zu entnehmen und davon Fotokopien zu machen. Herr L. erklärt, daß die meisten Dokumente, von denen die Meisner-Aktennotizen handeln, niemals irgendwelchen Anwälten der Scientology übergeben worden wären, da es sich um "Arbeitsmaterial“ des Anwalts handelt, welches nach dem Bundesgesetz zur Zivilprozessordnung nicht offengelegt werden muß. Beweisstück der Regierung Nr. 32 (Anm. 37)
Anm. 37:    Das Beweisstück Nr. 32 wurde von Spezial-Agent Gary A. in einem Aktenschrank im Büro des Angeklagten Willardson im Zedern-Gebäudekomplex gefunden und beschlagnahmt.
ist ein Brief des Angeklagten Willardson vom 20. Mai 1975, der im Verteiler des Dokuments als "Br I Dir US I“ (Informations-Zweigbüro I, Direktor für USA) identifiziert wird. Der Brief war adressiert an Michael Taylor, den "US Dir Sec WW“ (US-Direktionssekretär für weltweite Angelegenheiten), er lief über den 'Deputy Guardian‘ für weltweite Information, den 'Guardian‘ für weltweite Angelegenheiten, den 'Deputy Guardian‘ für die USA und den 'Deputy Guardian‘ für Information in den USA. Der Brief mit dem "Betreff: B & E‘s, Ihre an DG I, 5. Mai 1975, DT I an Sie, 14. Mai 75“ enthält folgenden Text:
 
Als Dick (Weigand) Ihnen in dieser Angelegenheit zum ersten Mal schrieb, hatten einige von uns im Büro Notizen und unsere oberflächlichen Kenntnisse der Rechtslage in dieser Sache ausgetauscht. Dabei sind wir zu dem Ergebnis und zu dem Beschluß gekommen, daß wir den Unterschied zwischen Einbrechen und Eindringen und gesetzwidrigem Eindringen untersuchen müßten.

Bei der Durchsicht von Gesetzeswerken und anderen Unterlagen aus dem Bereich der Rechtssprechung entdeckte ich, daß die gesetzestechnischen Unterschiede zwischen Einbrechen und Eindringen und gesetzwidrigem Eindringen, ziemlich bedeutungslos sind, wenn es sich zeigt, daß ein großer Teil, wenn nicht die Mehrzahl unserer vorrangigen, erfolgreichen Sammelaktionen unter die Kategorie des als Verbrechen geltenden Einbruchs zweiten Grades fallen.

Einige unserer erfolgreichen Sammelaktionen, die unter diese Kategorie fallen, und die wir vor kurzem oder gegenwärtig durchführen, sind: (vor kurzem durchgeführte Aktionen) ... Guardian-Auftrag Nr. 1361, Guardian-Auftrag Nr. 1344 ... DEA; (laufende Aktionen) Guardian-Auftrag Nr. 1361, Guardian-Auftrag Nr. 1344, DEA. (Diese Aufzählung ist nicht vollkommen, wir wollen damit nur die Wichtigkeit der Sache demonstrieren.)

Ich habe die entsprechenden Gesetze durchgelesen, und ich kenne die Methoden unserer Sammelaktionen. Danach ist die wichtigste Begründung für den Vorwurf des Einbruchs eigentlich nur der Diebstahl von Kopierpapier und die Verwendung der Kopiermaschine. Bei Außerachtlassung dieses Diebstahls wäre der Unterschied zwischen Einbrechen und Eindringen sowie dem gesetzwidrigen Eindringen wichtig, denn es könnte sich dann um den Unterschied zwischen einem Verbrechen und einer strafrechtlichen Übertretung handeln.

* * *
Da die juristische Auslegung des Einbruchs auf unsere Aktionen eher anwendbar scheint als unsere Auslegung von Einbrechen und Eindrincen, glaube ich, daß der Fall in diesem Sinne eingeschätzt werden sollte.


Diesem Brief ist eine Zusammenfassung des Gesetzes über Einbruchsdiebstahl hinzugefügt. Der graphologische Experte James M. identifiziert die handgeschriebene Unterschrift "Greg“ eindeutig als die des Angeklagten Gregory Willardson (Anm. 38).

Anm. 38:    Herr Meisner gibt an, daß es sich bei 'GO 1344‘ um einen Guardian-Auftrag handelt, der um den September 1974 herum von Jane Kember ausgestellt wurde, und der die Durchführung der Infiltration der US-Küstenwache und den Diebstahl von Dokumenten dr US-Küstenwache beinhaltet. Aufgrund dieses Guardian-Auftrags wurde die Angeklagte Sharon Thomas als getarnte Scientology-Kundschafterin in die Nachrichtenabteilung der Küstenwache in Washington, D.C., eingeschleust. Herr Meisner und Frau Nancy Douglas, eine frühere Geheimagentin der Scientology im DEA (Drug Enforcement Administration, Amt zur Drogenbekämpfung) geben an, daß die Bezeichnung "DEA“ im Beweisstück Nr. 32 sich auf den Diebstahl von amtlichen Dokumenten aus diesem Amt zur Drogenbekämpfung durch Frau Douglas bezieht.
Das Beweisstück der Regierung Nr. 33 enthält eine Reihe von Briefen und "Durchführungsberichte“, in denen die "IRS-Strategie“ (IRS - US Steuerbehörde) der Scjentology-Kirche erklärt wird. Blatt fünf dieses Beweisstücks ist ein Brief vom 27. Mai 1975 der mit "much love“ (herzlichst), "Mary Sue (Hubbard)“, 'Commodore Staff Guardian‘, unterzeichnet ist. Der Brief ist an Jane Kember und an den Angeklagten Henning Heldt adressiert. Aus dem Verteiler im oberen, linken Teil des Dokuments geht hervor, daß es vom "CS-G“ ('Commodore Staff Guardian‘), der Angeklagten Mary Sue Hubbard an die "Guardian WW“, Jane Kember gesandt wurde. Eine Kopie ging an "DG US“, den Angeklagten Heldt. In dem Dokument steht: "Unsere Gesamtstrategie der IRS gegenüber ist die folgende: 1. Die Anwendung jeder nur möglichen und uns zur Verfügung stehenden Methode, um zu erreichen, daß uns der Status einer gemeinnützigen Gesellschaft zuerkannt wird. 2. Die Zeit, die uns auf Jahre hinaus zur Verfügung steht, voll auszunutzen ... so ist unsere Arbeit auf Erfolg ausgerichtet, aber auch für Zeitverzögerungen zu sorgen wenn dies für uns von Vorteil ist und für die Behörde von Nachteil (Hervorhebung im Original). Seite 6 des Beweisstücks der Regierung Nr. 33 ist ein Brief des 'Deputy Guardian‘ für USA, Henning Heldt an die leitenden Mitarbeiter der juristischen Abteilung, der Finanzabteilung, der Public Relations-Abteilung und des Informationsbüros im 'Guardian‘s Office‘. Der Brief enthält Informationen über die "IRS-Strategie wie sie vom CS-G aufgestellt wurde“. (D.h. die Strategie der US-Steuerbehörde gegenüber wie sie vom 'Commodore Staff Guardian‘ aufgestellt wurde.) Im Brief des Angeklagten Heldt wurden diese leitenden Mitarbeiter angewiesen, ihr Personal über die Anweisungen der Angeklagten Hubbard zu informieren. In dem Brief wird weiterhin verlangt, daß "zukünftige Aktionen mit der genannten Strategie übereinstimmen müssen“. Das Blatt 2 des Beweisstückes der Regierung Nr. 33 ist ein Brief der Angeklagten Mary Sue Hubbard vom 9. Juni 1975. Die handschriftliche Signatur wurde von dem Experten James M. eindeutig als die der Angeklagten Mary Sue Hubbard identifiziert. Im Betreff des Briefes stand "IRS-Strategie“, er war an den Angeklagten Henning Heldt adressiert und hatte folgenden Inhalt: "Ich stimme der dargelegten Strategie voll zu.“ Die Blätter 3 und 4 desselben Beweisstückes betreffen einen Durchführungsbericht vom 18. Juni 1975, der vom Angeklagten Heldt erstellt wurde und an Jane Kember sowie an die Angeklagte Mary Sue Hubbard gerichtet war. Der Bericht hat als Betreff: "IRS CS-G Auftrag 27. Mai 1975“.

Es geht daraus hervor, daB die Gesamtstrategie nach "CSG“-Auftrag vom 27. Mai 1975 wie folgt aussieht: "Die Anwendung jeder nur möglichen und uns zur Verfügung stehenden Methode, um zu erreichen, daß uns der Status einer gemeinnützigen Gesellschaft zuerkannt wird.“ Weiterhin wird ausgeführt, daß "die wichtigste Aktion für Büro I darin besteht, die "Sammelziele“ des Guardian-Auftrags Nr. 1361 zu erreichen und Wege zu finden, um die Ergebnisse an die juristische Abteilung und die Public Relations-Abteilung zur weiteren Verwendung weiterzuleiten. Die Aktionen des Büros 1 laufen bereits, und mit deren Abschluß wird in zwei bis drei Monaten gerechnet.“ (Anm. 39)

Anm.39:    Das Beweisstück Nr. 33 wurde von Spezial-Agent William S. im Aktenschrank des Angeklagten Henning Heldt in dessen Büro in Fifield Manor gefunden und beschlagnahmt.
Am 4. Juni 1975 sandte der Angeklagte Gregory Willardson einen handschriftlichen Brief an Herrn Meisner, den ,Assistant Guardian‘ für Information im Distrikt Columbia (Beweisstück der Regierung Nr. 34) (Anm. 40)
Anm.40:    Das Beweisstück Nr. 34 wurde von Spezial-Agent James S. in Zimmer Nr. 4 des Informationsbüros im Zedern-Komplex gefunden und beschlagnahmt.
Darin gab Herr Meisner Anweisungen, das Ziel Nr. 10 des Guardian-Auftrags Nr. 1361 zur Durchführung zu bringen, in dem die Einschleusung "eines Agenten in die Steuerbehörde des Distrikts Columbia verlangt wurde, der Akten über LRH, die Scientology usw. an sich bringen sollte“, und zwar sollte dies "nicht später als am 30. August erfolgen“.

Der Angeklagte Willardson gab an, daß er auf Grund einer Unterhaltung mit dem Angeklagten "Mitch“ Hermann annahm, daß Dokumente nur noch aus folgenden Ämtern zu beschaffen wären: "1. OIO (Office of International Operations), 2. Intell (Nachrichtendienste), 3. SSS (Special Services Staff = Personal für Spezialdienste)“ in der US-Steuerbehörde. Der Angeklagte Willardson gab weiter an:
 

Mitch hat mir erklärt, daß er Silver in das 010 (Office of International Operations) bringen wollte, und daß er über das 010 hoffentlich Zugang zu den Nachrichtendiensten bekomnien würde. Er erklärte mir weiter, daß sich nicht mehr alle SSS-Dokumente in der US-Steuerbehörde befinden, sondern daß einige davon an die Nachrichtendienste geleitet wurden. Mitch ging davon aus, daß er über die Nachrichtendienste an die SSS herankommen könnte. Was ich von Ihnen benötige, ist der Aktionsplan über eine spätestens bis zum 30. August zu erfolgende Zielerfüllung des Ziels Nr. 10....


Der Brief schloß damit, daß "wenn Sie einen weiteren FSM (freier Scientology-Mitarbeiter) benötigen, müssen Sie die Sache bald in Angriff nehmen, da einige Zeit dafür nötig ist, usw.“. Der Angeklagte Willardson verlangte eine Antwort "in Projektform innerhalb von 24 Stunden“. ln einem Postscriptum fragte der Angeklagte Willardson "ab wann Silver im 010 (Office of International Operations) sein würde“ (Anm 41).

Anm. 41:    Der Grapholoqie-Experte M. kommt zu dem eindeutigen Schluß, daß der Angeklagte Gregory Willardson der Schreiber des ganzen Briefes ist.
Herr Meisner gibt an, daß er diesen Brief Anfang Juni 1975 erhielt. Vorher hatte ihm der Angeklagte Mitchell Hermann vorgeschlagen, daß "Silver“ (Deckname für Gerald Bennett Wolfe) aus der US-Steuerbehörde in das Office of International Operations versetzt werden sollte. Herr Meisner hatte jedoch vor, Frau Douglas von ihrem Tarnposten im Amt für Drogenüberwachung auf einen Posten im Office of International Operations der US-Steuerbehörde zu versetzen. Der Angeklagte Wolfe erkundigte sich nach freien Stellen im Office of International Operations, es wurde ihm jedoch mitgeteilt, daß es keine offenen Stellen gab.

Auf die Anweisungen des Angeklagten Willardson hin (Beweisstück der Regierung Nr. 34) bereitete Herr Meisner ein Projekt vor, welches vom 11. Juni 1975 datiert und den Titel "Beetle Cleanup“ (Wanzen-Großreinemachen) hat. (Beweisstück der Regierung Nr. 35) (Anm. 42)

Anm. 42:    Das Beweisstück Nr. 35 wurde von Spezial-Agent Donald K. in Zimmer 4 des Zedern-Komplex gefunden und beschlagnahmt.
Mit diesem Projekt sollten alle "Unterlagen über LRH, Scientology usw. beim Nachrichtendienst, im Office of International Operations und beim SSS beschafft werden“. Darin wird vorgeschlagen, daß "FSMs“ (freie Scientology-Mitarbeiter) in den "genannten Ämtern“ eingeschleust werden sollen oder daß geeignete Zugangsmöglichkeiten entwickelt werden sollen“. Weiterhin sollen "Pitts“ (Deckname für Nancy Douglas) und "Silver“ versuchen, bei der Nachrichtenabteilung der US-Steuerbehörde bzw. beim Office of International Operations eine Anstellung zu bekommen. Diesem Projekt liegt ein von Herrn Meisner unterzeichneter Brief vom 11. Juni 1975 bei, der an den Angeklagten Willardson gerichtet ist, und aus dem hervorgeht, daß Herr Meisner ein Projekt beifügen würde "in Übereinstimmung mit Ihrem beigefügten Auftrag“. Er schreibt in seinem Brief, daß das einzige Hindernis bei der Ereichung des vom Angeklagten Willardson verlangten Ziels die Tatsache sei, daß Nancy Douglas, alias "Pitts“ noch drei Akten aus dem Amt für Drogenbekänipfung zu beschaffen hätte, und daß es eventuell keine freien Stellen in den beiden im Projekt ins Auge gefaßten Bereichen der US-Steuerbehörde geben würde.

In einer handgeschriebenen Notiz (Anm. 43)

Anm. 43:    Der Graphologie-Experte James M. stellt eindeutig fest, daß diese Notiz die Handschrift der Angeklagten Raymond trägt. M. kommt auch zu dem Ergebnis, daß "aller Wahrscheinlichkeit nach“ die Initialen neben der Eintragung "DG US“ in der Umlaufspalte vom Angeklagten Heldt geschrieben wurden.
an Peggy Tyson, den 'Informations Programs Officer‘ mit der Unterschrift "Cindy“ schreibt die Angeklagte Raymond in Bezug auf das "Beetle Cleanup“ (Wanzen-Großreinemachen): "Da es sich hier um ein Projekt außerhalb eines grösseren Programms handelt können wir es zusammenlegen“. (Hervorhebung in Original.) Mit einem handgeschriebenen Brief vom 30. Juni 1975 (Blatt 3 des Beweisstücks der Regierung Nr. 35) antwortete der Angeklagte Gregory Willardson Herrn Meisner und dankte ihm für die Projektunterlagen. Er teilte ihm mit, daß er diese Unterlagen an den 'Collections Officer‘ (Mitarbeiter für Sammelaktionen), die Angeklagte Cindy Raymond zur Durchführung weiterleiten würde (Anm. 44).
Anm. 44:    Der Grapholoqie-Experte James M. stellt eindeutig fest, daß der größte Teil des Briefes die Handschrift des Angeklagten Willardson trägt.
Im Juni 1975 drang der Angeklagte Gerald Bennett Wolfe zweimal in das Büro von Lewis H. im Chefanwaltsbüro der US-Steuerbehörde ein, um Dokumente an sich zu bringen, die mit der laufenden Steuerprüfung der Scientology-Kirche von Kalifornien zu tun hatten.

Die beiden Einbrüche geschahen wahrscheinlich am 21. und 20. Juni 1975. Beide Male traf Herr Meisner den Angeklagten Wolfe gleich nach seinen Einbrüchen und nahm von ihm die Kopien der Dokumente in Empfang, die Wolfe aus Lewis H.s Büro entwendet hatte. Danach ging Herr Meisner in sein Büro in der 5. Street Nr. 2125 in Washington, D.C., zurück und erstellte ein Memorandum, in dem er einen Überblick über die Dokumente gab, wobei er die bereits beschriebene Methode anwandte. Jedem Memorandum gab er die gestohlenen Dokumente bei, die er persönlich handschriftlich auf der unteren, rechten Seite numerierte. Beweisstücke der Regierung Nr. 36 und 38 A (Anm. 45)

Anm. 45:    Die Beweisstücke der Regierung Nr. 36 und 38 wurden von Spezial-Agent William A. C. in Zimmer 14 im Informationsbüro des Zedern- Gebäudekomplex gefunden und beschlagnahmt.


sind die Memoranden Herrn Meisners, in denen er einen Überblick über die vorn Angeklagten Wolfe aus H.s Büro bei den beiden Gelegenheiten entwendeten Dokumente gab. Das Beweisstück der Regierung Nr. 36 mit der Überschrift "Augenblickliche Situation in der Steuerbehörde“ enthält die Information, daß die siebenundfünfzig Seiten der anhängenden Dokumente "die täglichen Niederschriften von Lewis H.“ seien. Diese Aktennotiz war an die Angeklagte Cindy Raymond gerichtet. Kopien gingen an den 'Commodore Staff Guardian‘, die Angeklagte Mary Sue Hubbard.

Dieses Memorandum lief über den 'Deputy Guardian‘ für USA, den Angeklagten Heldt, den 'Deputy Guardian‘ für Informationen in USA, den Angeklagten Weigand, sowie über den Direktor des Informations-Zweigbüro I für USA, den Angeklagten Willardson. Das Beweisstück der Regierung Nr. 38 A ist ebenfalls an die Angeklagte Raymond adressiert. Es enthält mindestens sechsundzwanzig Seiten Dokumente aus Herrn H.s Büro. Der Angeklagte Wolfe erklärte Herrn Meisner, daß er in beiden Fällen die Dokumente aus Herrn H.s Büro entwendet habe und damit zu einer Fotokopiermaschine im Gebäude der Steuerbehörde gegangen sei. Er benutzte dann die Einrichtungen und das Kopierpapier der Behörde, fotokopierte die Dokumente und legte dann diese an ihren ursprünglichen Platz zurück. Danach brachte er die Kopien der Dokumente aus dem Gebäude der Steuerbehörde heraus und übergab sie Herrn Meisner. Herr H. hatte dem Angeklagten Wolfe nicht die Erlaubnis erteilt, sein Büro zu betreten, oder Dokumente zum Zweck des Fotokopierens an sich zu nehmen, oder Fotokopien derselben für das 'Guardian‘s Office‘ der Scientology-Kirche zu machen. Herr H. gibt an, daß die Kopien, die den Beweisstücken der Regierung Nr. 36 und 38 A beigefügt waren, aus seinem Büro stammen, und daß es sich um seine eigenen täglichen Niederschriften handelt, die auch viele persönliche Angaben enthalten sowie Notizen über Fälle, die nichts mit der Scientology-Kirche zu tun haben (Anm. 46).

Anm. 46:    Beweisstück Nr. 37 ist ein Dokument, welches auf der linken Seite die Handschrift von Lewis H. trägt. Auf der rechten Seite steht dieser Text in Maschinenschrift. Herr Meisner hatte die Maschinenschrift angebracht, nachdem er das Dokument vorn Angeklagten Wolfe erhalten hatte. Durch die Maschinenschrift sollte das Dokument für seine Vorgesetzten in Los Angeles, Kalifornien, leichter lesbar sein.
Herr H.s Akten lagen entweder in einem der beiden Sideboards in seinem Büro oder auf einer Fensterablage hinter seinem Schreibtisch in Zimmer Nr. 3549 im Hauptgebäude der Steuerbehörde in Washington, D.C. Die den Beweisstücken der Regierung Nr. 36 und Nr. 38 A beigefügten Dokumente waren im Monat Juni 1975 alle in Herrn H.s Kontrolle und Obhut (Anm. 47).
Anm. 47:    Die Beweisstücke Nr. 36 und 38 A haben beide denselben Verteiler im oberen linken Teil und entsprechen den Umlaufvorschriften des "Guardian‘s Office‘. Auf dem Beweisstück Nr. 38 A identifiziert Herr Meisner die Initialen neben seinem Titel "DG US“ als die Handschrift des Angeklagten Heldt; die Initialen neben dem Titel "Info Br I Dir US“ und die unmittelbar darunter angebrachte Notiz    identifiziert er als die Handschrift des Angeklagten Willardson. Herr Meisner identifiziert ebenfalls die Handschrift des Angeklagten Willardson in der Notiz "sent to WW (World-Wide)“, d.h., daß das Dokument an 'Guardian‘s Office‘ in England gesandt wurde.
In einem an den 'Deputy Guardian‘ für Informationen USA, den Angeklagten Richard "Dick“ Weigand gerichteten Brief vom 2. Juli 1975 mit dem Betreff: "Guardians-Auftrag Nr. 1361“ gibt der Angeklagte Duke Snider einen Überblick über die Leistungen und Erfolge des Informationsbüros bezüglich des Guardians-Auftrag Nr. 1361 (Beweisstück der Regierung Nr. 39) (Anm.48).
Anm 48:    Das Beweisstück Nr. 39 wurde von Spezial-Agent S. aus Zimmer Nr. 4 im Informationsbüro des Zedern-Komplexes beschlagnahmt.
Er bezieht sich dabei auf Ziel Nr. 10 und schreibt, daß das "IRS DC Fortschritte macht“. Er weist darauf hin, daß der Angeklagte Gregory Willardson dem 'Guardian‘s Office‘ im Distrikt Columbia Anweisungen gegeben habe, die im Ziel Nr. 10 verlangte Sammlung aller Dokumente bis zum 30. August 1975 zu beenden. Der Angeklagte Snider kommt zu dem Schluß, daß das Ziel Nr. 10 wie geplant läuft. Dann bezieht er sich auf Ziel Nr. 17, das er als Anweisung zur Infiltration ganz bestimmter Abteilungen innerhalb der Steuerabteilung im Justizministerium zur Erlangung aller US-Unterlagen bezeichnet. In diesem Zusammenhang beschwert er sich, daß er keine Angaben über "den Stand der Aktionen in der Steuerabteilung im Distrikt von Columbia erhalten hat“. Der Angeklagte Snider erinnert sich, daß einige Akten "auf diesem Gelände beschafft“ worden waren, und er fügt hinzu, daß er nicht wisse, ob es "alle sind oder nicht“. Auf Seite 2 dieses Briefes verlangt er, daß - falls die Akten für das Ziel Nr. 10 nicht vorliegen -"ein Plan zu deren Beschaffung gemacht werden muß, und daß dieses Ziel im Distrikt von Columbia abgeschlossen werden muß“. Er ermahnte den Angeklagten Weigand "diese Angelegenheit als von höchster Wichtigkeit zu betrachten und die nötigen Aktionen schnell durchzuführen“ (Anm. 49).
Anm. 49:    Der Graphologiesachverständige Janies M. stellt fest, daß es sich bei der Unterschrift "Duke“ am Ende der Seite zwei "höchstwahrscheinlich“ um die Handschrift des Angeklagten Snider handelt. Auch Herr Meisner identifiziert die Handschrift des Briefes als die des Angeklagten Snider.
In einem weiteren Brief vom 23. Juli 1975, der dem Beweisstück der Regierung Nr. 39 beiliegt und der von Peggy Tyson, dem 'Information Bureau Programs Officer‘ an den Angeklagten Duke Snider gerichtet ist, schreibt diese, daß sie mit dem Distrikt von Columbia Kontakt aufgenommen hat, und daß das Ziel Nr. 17 erledigt ist. (Hervorhebung im Original.) Frau Peggy Tyson rief Herrn Meisner an und bat ihn, der Angeklagten Cindy Raymond sofort eine Nachricht zu senden, aus der der augenblickliche Stand der gesamten Aktionen für Ziel Nr. 17 hervorgeht und anzugeben, was noch zu tun ist.

Daher sandte Herr Meisner der Angeklagten Raymond ein Memorandum mit Datum vom 4. August 1975 und mit dem Betreff: "Guardian‘s-Auftrag Nr. 1361 - Ziel 17 - AUGENBLICKLICHER STAND“, (Beweisstück der Regierung Nr. 41 A) (Anm. 50).

Anm. 50:    Die Beweisstücke Nr. 41 und 42 wurden von Spezial-Agent S. aus Zimmer 4 des Zedern-Komplexes beschlagnahmt.
Darin schreibt er, daß "Peggy (Tyson) ihn gebeten hat, Raymond eine Nachricht zukommen zu lassen, welche Gebiete für das Ziel Nr. 17 aus Auftrag 1361 abgeklärt sind“. Er teilt der Angeklagten Raymond mit, daß die in der Steuerabteilung gefundenen Unterlagen nur aus den Büros der Herren K. und L. stammen. Er bemerkt, daß die Bereiche, die im Justizministerium überprüft werden sollten, nur "im Hauptfinanzverwaltungsgebäude (sic) liegen“ und "daß dafür eine Infiltration durch möglicherweise mehrere FSMs nötig wäre".

Das Beweisstück der Regierung Nr. 41 besteht aus einem Brief vom 12. August 1975, den Frau Tyson an die Angeklagten Snider und Weigand (Anm. 51)

Anm. 51:    Beide werden in der Umlaufspalte als 'Deputy Guardian‘ für USA bzw. als 'Deputy Guardian‘ für Informationen in USA identifiziert.
sandte und in dem sie sich auf Herrn Meisners Erklärung bezieht, daß "er Akten aus der Steuerabteilung des Justizministeriums erhalten hat“. Die Angeklagte Cindy Raymond schreibt in einem Brief vom 10. September 1975 mit der Überschrift "VERTRAULICH - NACH ERLEDIGUNG ZERREISSEN“, an Herrn Meisner, daß sie wegen der Mißverständnisse, die es bei dem 'Guardian‘s-Auftrag Nr. 1361, Ziel 17 gegeben hat, das "Ziel neu herausgibt“. (Beweisstück der Regierung Nr. 42.)

Sie erinnert ihn daran, daß für die Ziele 16 und 17 die Infiltration der Steuerabteilung im Justizministerium notwendig ist, um alle Unterlagen über die Scientology zu erhalten, und sie informiert ihn, daß "was Sie zur Erfüllung der Forderung tun müssen, ist, alle von uns nachgeprüften Bereiche kontrollieren und dann die Bereiche (in der Steuerabteilung) ins Auge fassen, die wir noch überprüfen müssen und dann die Unterlagen beschaffen“. Sie schließt mit der Feststellung, daß "dies wohl erklären wird, was zur Erreichung des Ziels Nr. 17 nötig ist und was wir wünschen. Senden Sie die Durchführungsnachricht so bald wie möglich“. Herr Meisner erhielt diesen Brief in Washington, D.C., und informierte die Angeklagte Raymond, daß alle Unterlagen über die Scientology aus der Steuerabteilung des Justizministeriums bereits beschafft sind (Anm. 52).

Anm. 52.    In einer Aktennotiz vom 3. Oktober 1975 von einem Mitarbeiter des 'Guardian‘s Office‘ an den Angeklagten Richard Weigand (Beweisstück der Regierung Nr. 56), in dem um einen Durchführungsbericht über das Ziel 17 des Auftrags 1361 gebeten wird, fügte der Angeklagte Weigand eine handschriftliche Notiz an, daß das Ziel Nr. 17 in Washington, D.C., "fast beendet ist“, daß aber noch sechs Wochen benötigt würden, um es auch in der Steuerabteilung des Justizministeriums in Los Angeles, Kalifornien, zu erledigen. Der Graphologiesachverständige James M. stellt fest, daß die Notiz wahrscheinlich von dem Angeklagten Weigand geschrieben wurde. Auch Herr Meisner identifiziert die Notiz als die Handschrift des Angeklagten Weigand. Das Beeweisstiick Nr. 56 wurde von Spezial-Agent S. in Zimmer 4 im Informationsbüro im Zedern-Komplex beschlagnahmt.




Gescannt und in HTML umgesetzt: Ingo Heinemann


1. Version dieser Seite installiert am 19.4.2000


Impressum:



Die Website www.Ingo-Heinemann.de wurde eröffnet im September 1998