Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
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Zuletzt bearbeitet am 6.11.2012 
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Helnwein kapituliert
Der Name des Malers Gottfried Helnwein ist über 20 Jahre lang von der Scientology-Organisation zur Werbung verwendet worden.
Helnwein war der wichtigste deutschsprachige Werbeträger.
10 Jahre lang hat er dann die Presse getäuscht und verklagt: Er sei kein Scientologe.
 
 
 

 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
  • www.AGPF.de: Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt
 

In einer Pressemitteilung vom 2.2.2000 haben Helnweins Anwälte die Rücknahme der Klage gegen den Verein VITEM e.V. angekündigt. Kein Wort darüber, warum er vor Gericht bestritten hat, Scientologe zu sein.
Stattdessen:

"Mit der Klagerücknahme sind jedoch die streitgegenständlichen Tatsachenbehauptungen der Gegenseite nicht als wahr zugestanden. Vielmehr dient die Klagerücknahme ausschließlich dazu, einen für den Kläger sinnentleerten Prozess, an dem er auch sein Rechtsschutzinteresse verloren hat, zu beenden."
Der Vitem e.V. hat der Klagerücknahme nicht zugestimmt. Also kam es zu einer Verhandlung.
Zu deren Vorbereitung hatte VITEM e.V. in einem Schriftsatz Beweise angeboten.
Dieser Schriftsatz ist unten wiedergegeben.

Am 24.8.2000 erkärten Helnweins Anwälte dann vor dem Oberlandesgericht Frankfurt sogar Klageverzicht.

Klageverzicht: Das ist keine Notbremse mehr, das ist die völlige Kapitulation.

Allerdings: Das Landgericht hatte dem Verein VITEM e.V. eine Behauptung verboten. Der Verein hatte in diesem Punkt kein Rechtsmittel eingelegt.
Deshalb ist es heute dem Verein VITEM e.V. rechtskräftig verboten, zu behaupten,

"Der Erlös einer limitierten Lithographie, die in der Saarbrücker Galerie 48 erhältlich ist, fließt nachweislich dem scientologischen Geheimdienst (OSA München) zu.“
Dieses Verbot trifft allerdings nur den beklagten Verein VITEM e.V., niemanden sonst.
Insbesondere nicht die Presse.
 
 
 

Helnwein-Bilder und Narconon sollen Scientology-Geheimdienst finanzieren

Dazu auch: Narconon: Angeblicher Drogenentzug mit Scientology-Methoden ohne nachweisbaren Erfolg
VITEM hatte sich dabei auf ein Schreiben der Scientology Kirche Deutschland vom 7.5.92 gestützt.
Hier ein Faksimile des Schreibens aus dem Reichelt-Buch (Seite 138).
Bilder zum Vergössern anklicken.
 
 
Stuttgart, 7.5.1992  

ich möchte Dich kurz über ein für Narconon und OSA sehr wichtiges Finanzierungsprojekt unterrichten. Möglicherweise hat Dich schon jemand darauf angesprochen, hier aber die ganze Geschichte:  

Gottfried Heinwein hat sich bereit erklärt, eines seiner neuesten photo-realistischen Gemälde - "Marilyn Monroe“, siehe Photo anbei - in einer weltweit limitierten Auflage von 450 Stück zum Zwecke der Unterstützung von Narconon und OSA auf den Markt zu bringen. Die Verteilung läuft exklusiv über uns und eine Schweizer Litho-Anstalt, der Reinerlös fließt an uns und an Narconon. Die Lithographie wird auf Wunsch mit Widmung versehen.  

Helnweins Lithographien sind eine Wertanlage, nicht nur eine Ausgabe. Die gegenständliche Lithographie ist ein klassisches Stück Ästhetik, ein zeitloser Mythos (der Todestag von Marilyn Monroe jährt sich übrigens am 5. August zum dreißigsten Mal) und nicht zuletzt, da am Wichtigsten - eine direkte Spende für Narconon und OSA, ohne daß der Käufer selbst belastet ist, da er mehr als den Gegenwert seines Kaufpreises erhält. Die Monroe-Lithographie ist fast doppelt so groß wie viele andere Lithographien aus Helnweins Produktion.  

Die Lithographie wird Mitte des Monats vom Künstler im der Schweiz hergestellt und noch im Mai ausgeliefert. Bis zur Herstellung gilt der angegebene Subscriptionspreis.  

Wenn Du mir und uns wirklich einen Gefallen tun willst, dann entscheide Dich für den Kauf einer oder mehrerer Monroe-Lithograpisien und nimm bitte zusätzlich Deine kunstinteressierten Kontakte JETZT wahr  

Letztlich geht es um Hilfe für Narconon und OSA. Narconon muß in den nächsten Wochen einige Hunderttausend Mark auf die Beine bringen, um das Haus zu halten. Dies soll hauptsächlich über dieses Projekt geschafft werden. Der einzige Grund, weshalb wir so viel Nachdruck auf dieses Projekt legen, ist, daß wir wolien, daß Narconon bei uns vor der Haustüre bleibt und nicht gezwungen ist,  abzuwandern.  

Narconon kann dann auch die Schulden bei OSA abtragen, so kommen auch wir auf auf unsere Kosten.  

In Erwartung Deiner SCHNELLEN Telefon-Antwort und mit den besten Grüßen  

Richard Eisenböck  
c/o Scientology Kirche Deutschland  
Frankfurter Ring 105  
8000 München 40  
zur Zeit erreichbar in Stuttgart unter 0711/649 11 15 oder 640 37 71  

P.S.: Anbei auch der neueste Freiheits-Spiegel für Baden-Württemberg.  
Viel Spaß beim Lesen!  
 

 

Im Schriftsatz an das OLG hat der beklagte Verein weitere Einzelheiten vorgetragen und unter Beweis gestellt, wonach Helnwein selbst aktiv an diesem Vorgang beteiligt war.
 
 
 
 

 
Die Bilder-Verkaufsmappe
 
Dem Gericht wurde eine Verkaufsmappe für diese Bilder vorgelegt. 

Hier das Deckblatt. 

Die Mappe enthält zahlreiche Bilder von Bildern, vor allem aber Ausführungen über Helnweins Berühmtheit. 

 

 

Helnweins Widmung

Außerdem enthält die Verkaufsmappe eine Widmung Helnweins:
 
 
 
Gottfried Helnwein  

Ich habe mich mit meiner Arbeit immer wieder gegen Unterdrückung von Menschen und vor allem gegen Drogen eingesetzt.  
Daher soll dieser künstlerische Beitrag Narconon in seinem täglichen Kampf gegen Drogen unterstützen  

Burg Brohl, D-5475 Burgbrohl, W-Germany Tel. 02636 1481. fax 02636 - 1483  
300 Palm Bluff St. Clearwater, Fl 34615; USA Tel 8134433264, Fax 813-4463077  
 

 

Schon aus diesem Prospekt ergäbe sich also auch ohne Zeugenaussage, daß Helnwein über dieses spezielle Projekt informiert war.
 
 
 

Vertragsformular für Bilderverkauf

Ein Vertragsformular am Ende der Verkaufsmappe weist wiederum aus, daß der Kaufpreis für Helnweins Produkte nicht an Helnwein zu zahlen war oder an seinen Agenten, sondern an den Scientology-Verein:
 
 
Datum  
Hiermit erwerbe ich  
Wohnhaft:  
Str.  
Ort  
Tel.:  
folgende Kunstobjekte von Gottfried Helnwein zum Subskriptionspreis  
1)  Anzahl ____Kunstbuch/-bücher zum Preis pro Stck. 1000,-DM.  
2)  Anzahl ____Original Lithographie(n). pro Stck.2000,-DM  
3)  Anzahl ____Original Zeichnung (en). pro Stck. 20 000,-DM  

Gesamtsumme  
() Ich zahle bar.  
() Ich zahle per Scheck.  
() Ich überweise auf das angegebene Konto  
Kreissparkasse D-8160 Miesbach  
Narconon, Büro für den deutschsprachigen Raum.  
Konto Nr. 102889  
BLZ 711 517 50  

(Unterschrift des Erwerbers).  

Erhalten:  

(Unterschrift des NN Repräsentanten)  

Narconon Repräsentant  __________________________  
(Name bitte deutlich in Druckbuchstaben)  

Meine persönliche Widmung:  
 

--------------------------------------------------------------------  
Bitte ausgefüllt zusenden an: Narconon e. V. Büro für den deutschsprachigen  
Raum. Leitung Horst Niesel. Neuhauser Str. 1, D - 8162 Schliersee 2.  
Tel. Nr.: 08026 / 6473, Fax Nr.: 08026 / 2107. Vielen Dank  
 



 
 

Schriftsatz der Beklagten Jeanette Schweitzer vom 16.9.2000 an das OLG Frankfurt: Die Beweise
 

An das Oberlandesgericht Frankfurt
Friedrich-Ebert-Anlage 35
60327 Frankfurt am Main

8.11.99

[Aktenzeichen des Gerichts]16 U 163/93
2 Abschriften anbei

In dem Rechtsstreit

VITEM

g e g e n

Helnwein
 

nehmen wir Bezug auf die Verfügung des Berufungsgerichts vom 27.01.1999 und tragen zur Vorbereitung des Termins zur mündlichen Verhandlung und in Erwiderung auf den Schriftsatz der Klägervertreter vom 29.04.1999 für den Beklagten zu 1 wie folgt weiter vor:

Der Kläger begehrt weiterhin die Unterlassung (wörtlich oder sinngemäß) folgender Behauptungen durch den Beklagten zu 1:
 

a) „Der österreichische Künstler Gottfried Helnwein bezeichnet sich selbst als Geistlicher“,

b) „Der österreichische Künstler ist Auditor IV der Scientology-Church“,

c) „Gottfried Helnwein gehört zu einer Gruppe, die in einem zwangshypnotischen Verfahren unter Zuhilfenahme eines Lügendetektors die Psyche von Menschen zerstören, um sie unter Bewußtseinskontrolle zu stellen“.

 Leider konnte der Beklagte zu 1 nicht davon ausgehen, daß der Kläger gegen das korrekte Urteil des Berufungsgerichts vom 20.06.1999 erfolgreich würde Verfassungsbeschwerde einlegen, in diesem Falle hätte der Beklagte zu 1 selbst diesen Weg gewählt, um das Ziel zu erreichen, die Aussage
 
„,,Der Erlös einer limitierten Lithographie, die in der Saarbrücker Galerie 48 erhältlich ist, fließt nachweislich dem scientologischen Geheimdienst (OSA München) zu.“
 weiterhin tätigen zu dürfen. Nachdem ihm diese Aussage nunmehr rechtskräftig untersagt ist, sei hierzu in weitergehendem Zusammenhang folgende Anmerkungen erlaubt:

Ca. 3 bis vor 4 Monate vor dem Schreiben des Vorsitzenden der Scientology-Kirche vom 07.05.1992 gab es eine Besprechung auf dem damaligen Wohnsitz des Klägers Helnwein, an welchem der internationale OSA-Chef Herr Kurt Weiland, der Deutsche OSA-Chef Herr Rainer Weber sowie die ehemalige Scientologin und Mitarbeiterin der Scientology-Tarnorganisation „CCHR“ (deutsch: Kommission für die Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte) Frau Rosi M. teilnahmen. Ebenso anwesend war die Ehefrau des Klägers. CCHR ist eine direkte Unterorganisation des scientologischen Geheimdienstes OSA (dem Büro für spezielle Angelegenheiten). In diesem Gespräch ging es darum, wie Deutschland scientlogisch unter Kontrolle zu bringen sei, im Jargon der Scientologen „gehandhabt“ werden könnte. Hierbei war unter anderem die Rede von Anzeigekampagnen. In diesem Gespräch stellte der Kläger außerdem seine Lithographie „Marilyn Monroe“ der OSA zur Verfügung, damit die gesamte „Deutschland-Kampagne“ finanzierbar werde. Die Lithographie sollte die nachbenannte Zeugin Rosi M. verkaufen. Sie wurde von dem Ehepaar Helnwein in den Verkauf eingewiesen. Sie erhielt von diesem Kundenlisten, die sie zum Zwecke des Verkaufs abarbeiten sollte.
 

Beweis: Zeugnis der Frau Rosi M. ........
 Wäre diese Tatsache dem Beklagten zu 1 zur damaligen Zeit schon im Jahr 1996 bekannt gewesen und hätte er sich auf die Zeugin Rosi M. damals berufen können, wäre es mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht zu der Verurteilung gem. Klagantrag 1 d gekommen. Vor dem zuvor erwähnten Treffen gewinnt das Schreiben der OSA vom 07.05.1992 weit mehr an Gewicht und Wahrheitsgehalt. Nunmehr ist es verständlich, warum sich aus dem Schreiben ergibt, daß sich der Kläger bereit erklärte, eines seiner Kunstwerke zum Zwecke der Unterstützung von NARCONON und bzw. auch gerade von OSA auf den Markt zu bringen.

Daß diese Vorgehensweise nichts Neues oder Ungewöhnliches für die Scientology-
Organisation gewesen ist, belegen die Äußerungen einer ehemalig hochrangigen Scientologin, Frau Ute O. sie erhielt schon im Jahre 1991 von der hochrangigen Scientologin und Ehefrau des Klägers, Renate Helnwein, eine angefertigte Lithografien-Verkaufsmappe, mit dem Hinweis, die dort angegebenen – in limitierten Auflagen verfügbaren Lithografien des Klägers – für Narconon zu verkaufen.

Wie aus einem der Mappe beigefügten persönlichen Schreiben des Klägers und einem Blanco-Vertragsbeleg zu ersehen ist, war der Verkaufserlös der Lithografien sofort an Narconon zu überweisen gewesen.

Beweis: Zeugnis der Frau Ute O.
  Kopie der Lithografien-Verkaufsmappe
 Zum Wahrheitsgehalt der einzelnen beanstandeten Behauptungen:

 Der Kläger behauptet, daß er sich seit Ende 1991 öffentlich und in deutlicher Form von der „Scientology-Church“ distanziert habe. Hierfür werden diverse Presseartikel etc. als Beweismittel vorgelegt. Tatsächlich war der Kläger trotz seiner öffentlichen „Distanzierungen“ von Scientology aber weiterhin aktives Mitglied der Scientology-Organisation, er war auch weiterhin „Geistlicher“, nämlich zum damaligen Zeitpunkt jedenfalls Auditor IV, mittlerweile ist er durch den Besuch weiterer Kurse nicht nur Auditor der Klasse „IV“, sondern sogar in die höchsten Stufen der scientologischen Ausbildung mittlerweile sogar zum „OT VII (operierender Tethan VII)“ avanciert. Es ist davon auszugehen, daß der Kläger bereits im Jahr 1995 die Stufe OT VII erreicht hatte und mittlerweile die Stufe OT VIII erklommen hat.

Beweis: Zeugnis der Frau Dagmar H.
Zeugnis der Frau Christiane N.
Zeugnis der Frau Ute O. und des Herrn Dirk O.
Zeugnis der Frau Anita C.
Zeugnis des Herrn Peter R.
Zeugnis des Herrn Martin O.
Zeugnis des Herrn Jens B.
Zeugnis des Herrn Werner H.
Vorlage der Seiten 205-207 aus „Helnwein und Scientology Lüge und Verrat“, Verlag Brockmann + Reichelt GmbH, 1997.
Bei der Zeugin Dagmar H. handelt es sich um eine 1998 ausgetretene höchstrangige Ex-Scientologin, die selbst die höchste scientologische Ausbildungsstufe OT VIII erreicht hatte. Dagmar H. hat nach ihrem Abschluß als OT VIII 1994 dem Kläger in FLAG, der obersten Organisation der Scientology-Organisation in Clarwater, Florida im „Sandcastle“ gesehen. Zu diesem Gebäude haben nur hoch ausgebildete Scientologen Zutritt, sie werden dort „auditiert“ also dem nur bei Scientology existierenden psychotechnischen Verfahren unterzogen. Dort können auch weitere Kurse für hoch ausgebildete Scientologen absolviert werden (gegen entsprechende Bezahlung). Frau H. pflegte zum damaligen Zeitpunkt längeren Kontakt mit der Scientologin Antje Victore. Dem Gericht und den Parteien dürfte bekannt sein, daß der Fall „Frau Victore“ vor ca. 2 Jahren groß durch die Medien wegen ihrer Asylgewährung in den USA aufgrund angeblicher Verfolgung in Deutschland ging.. Tatsächlich wurde Frau Victore jedoch vom Finanzamt „verfolgt“, da sie wohl erhebliche Steuerschulden hinterließ, was sie der Zeugin H. auch erzählte. Die Scientologin Antje Victore war u. a. für die Grundstücksbetreuungen eines Anwesens des Klägers zuständig, welches nur wenige Minuten von dem scientologischen Ausbildungszentrum „Sandcastle“ entfernt liegt. Die Zeugin H. besuchte zusammen mit der Scientologin Antje Victore das Anwesen. Das Anwesen gehörte zum damaligen Zeitpunkt (1994) dem Kläger.
Beweis: Zeugnis der Frau Dagmar H.
Die Zeugin wird bestätigen können, daß der Kläger auch noch heute ein hoch ausgebildeter Scientologe ist. Hierzu wird sie ausdrücklich benannt.

 Die Zeugin Frau Christiane N. ist 1997 aus Scientology ausgetreten und hatte bis dahin die Ausbildungsstufen „OT V“ und „Auditor Klasse IV“ also hohe scientologische Ausbildungsstufen erreicht. Frau N. lebte von 1995 bis 1996 in der Nähe der scientologischen Oberorganisation St. Hill bei East-Grinstead. Sie hat in diesem Zeitraum den Kläger und dessen Ehefrau in St. Hill gesehen, sie besuchten dort offensichtlich ihren Sohn, der als aktiver Scientologe in St. Hill eine hohe Funktion innehatte.

Beweis: Zeugnis der Frau N.
Die Zeugin N. wird bestätigen können, daß die Ausbildung als Auditor die Voraussetzung für den Eingang in die OT-Stufen ist. Auch der Zeugin Christiane N. war es erst erlaubt, in die OT-Ausbildung einzusteigen, nachdem sie die entsprechende Auditorenausbildung durchlaufen hatte. Die von Scientology vorgeschriebene Richtlinie (HCO-Policybrief vom 12.08.1971 Ausgabe IV) sagt hierzu, daß die Einladung bzw. der Besuch zu einem OT-Kurs von mehreren Faktoren abhängt:

„1. Die Sicherheit der Materialien von R6EW, Klasse VII und fortgeschrittenen Kursen in den Händen des Studenten.

2. Das Ausmaß an Mitwirkung in der Scientology, daß das Wesen gezeigt hat.

3. Der allgemeine Charakter der Person als Scientologe, der anhand der Ethik-Aufzeichnungen über sie eingeschätzt wird.

4. Die Fertigkeiten des Wesens in der Scientology-Technologie.“

Beweis: Vorlage des HCO-Policybriefes vom 12.08.1971 in Kopie als Anlage
Sachverständigengutachten
Erläuterungen:

Klasse (CLASS) bezieht sich auf die Stufe der Klassiefizierung eines Auditors. Es handelt sich um ein technisches Zertifikat in Scientology und entspricht jeweils einer Klasse auf der Gradierungskarte. „Fortgeschritten“, bei „fortgeschrittenen Kursen“ (advanced courses) handelt es sich um Solo-Auditing-Kurse, Clearing-Kurse oder auch OT-Kurse, die Aktion des „Solo-Auditings“ ist nicht ein „Selbst-Auditieren“. Solo-Auditing wird in einer regulären Sitzung in Form der Modellsitzung durchgeführt. Im Solo-Auditing ist der Auditor auch lernender Scientologe (sogenannter Preclear). Bei der Wortkombination „R6EW“ handelt es sich um ein sogenanntes Routine-Endwort (Routine-6-Endwort).

Beweis: Vorlage eines Auszuges aus der Fachwortsammlung für Dianetics und Scientology von L. Ron Hubbard, New Eva-Publilcation (K) als Anlage
Voraussetzung, um in OT-Stufenausbildung zu gelangen ist, in jedem Fall die vorangegangene Auditorenausbildung. Der Kläger war bereits im Jahre 1995 OT VII, was zwangsläufig bedingt, daß er auch die Ausbildung mindestens zum Auditor Klasse „IV“ durchlaufen hat. Tatsächlich war er jedoch nach der zuvor erwähnten Policy mindestens schon Auditor Klasse VII.
 
Beweis: Zeugnis der Frau Christiane N.
 Die Zeugin Ute O. ist ehemalige Scientologin, die aus der Organisation im Jahre 1998 ausgetreten ist. Sie war hochrangige Scientologin mit der Ausbildungsstufe OT VII und Auditor Class IV. Die Zeugin Ute O. hat den Kläger Helnwein im Jahr 1995 im FLAG, Clearwater Florida gesehen. Er befand sich dort im Trakt der „AOI“ also dem Trakt der fortgeschrittenen bzw. hoch ausgebildeten Scientologen, dort haben nur Scientologen Zugang, die Auditing in den Stufen 7 und 8, also äußerst hohe Ausbildungsstufen erhalten.

 Frau O. weiß darüber hinaus und kann dies auch bestätigen, daß der Kläger Helnwein seit 1989 bereits die scientologische Ausbildungsstufe OT V erreicht hatte, in 1995 sogar die Stufe OT VII.

 Die benannten Zeugen Ute und Dirk O. haben in Burgbrohl bei der Familie des Klägers ein Fest für NARCONON, der (scientologischen sogenannten Drogenrehabilitations-Organisation) besucht.
 

Beweis: Zeugnis der Eheleute Ute und Dirk O.
 Zeugnis des Herrn Jens B.
 Zeugnis des Herrn Werner H.
 Die Zeugen Jens B. und Werner H. sind ehemalige Scientologen, die aus der Organisation im Jahre 1998 ausgetreten sind. Sie waren beide hochrangige Scientologen mit der Ausbildungsstufe OT VII. Die beiden Zeugen haben den Kläger 1995 und 1996 ebenso im FLAG im Trakt der hoch ausgebildeten Scientologen gesehen und können auch über dessen Mitgliedschaft zu Scientology bis 1996 berichten.

 Die Zeugin Anita C. ist 1998 aus der Scientology-Organisation ausgestiegen. Sie war ehemalige Mitarbeiterin der Scientology International. Dort hatte Sie die Funktion der „Chaplan Int.“ also diejenige des Internationalen Geistlichen, des obersten Geistlichen der Scientology-Organisation inne. Die Zeugin Caya wird ebenso bestätigen können, daß sich der Kläger 1995 schon auf der zweithöchsten Ausbildungsstufe der Scientology-Organisation der Stufe „OT-VII“ befand. Sie selbst besuchte im Jahre 1995 in ihrer Funktion als oberste Geistliche der Scientology mit der damals ranghöchsten Auditorin Frau Like Barns, den Kläger in seinem damaligen Schloß Burgbrohl in der Eifel.
 

Beweis: Zeugnis der Frau C.
 Sinn und Zweck dieser Reise war es, den Kläger zu „korrigieren“, denn er wollte nach Aussage der Zeugin C. nicht zurück auf sein „OT-VII“ Auditing, einem Solo-Auditing, weshalb beide hochrangigen Scientologen von der Organisation aufgefordert wurden, ihn entweder zum FLAG nach Clearwater zu holen oder zu ihm nach Burgbrohl zu gehen. Beide haben sich auf den Weg begeben und den Kläger „repariert“. Voraussetzung, daß eine „Reparatur“ an einem Scientology-Mitglied vorgenommen werden darf, ist, daß der „reparierende“ Scientologe in der Ausbildungsstufe zumindest eine Stufe höher steht als der „zu reparierende“ Scientologe. Deshalb konnte nur die damals ranghöchste Auditorin der OT-VIII-Stufe den sich bereits in OT-VII-Ausbildung befindlichen Kläger „reparieren“, sonst niemand.
 
Beweis: Zeugnis der Frau C.
Nach der vorgenommenen „Reparatur“ hat sich der Kläger wieder nach FLAG begeben, um seine OT-VII-Ausbildung fortzusetzen und letztendlich erfolgreich abzuschließen.
 
Beweis: Zeugnis der Frau Anita C.
 Im FLAG wurde sich oftmals über den Kläger unterhalten, denn auch dort wurde auf die eine oder andere Weise immer wieder bekannt, daß der Kläger mehr als einmal im Fernsehen und in der Presse erschienen war und gesagt habe, er sei kein Scientologe. Hierauf wurde auch der Sohn des Klägers, der sich im Jahr 1995 auch im FLAG in Florida als Mitarbeiter befand, befragt, der selbst nicht verstehen konnte, daß sein Vater solche falschen Behauptungen in der Öffentlichkeit machte.

 Hierzu ist mitzuteilen, daß wohl zwei Söhne des Klägers Mitarbeiter bei Scientology sind.
 

Beweis: Zeugnis der Frau C. und der Frau Christiane N.
Die Zeugin Anita C. wurde als internationale Geistliche nach Europa geschickt, um sich den Beschwerden vieler Scientolgy-Mitglieder zu widmen. Sie stellte aufgrund ihrer Untersuchungen die Kriminalität hochrangiger Scientologen heraus und berichtete diese bis zu der obersten Führung der Scientology. Daraufhin mußte Frau C. monatelang Strafmaßnahmen im Hauptquartier der Scientology in Los Angeles über sich ergehen lassen (als 60-jährige bis zu 20 Stunden am Tag harte körperliche Arbeit). Damit sie die Strafmaßnahmen, unzählige Strafauditings und Sicherheitsverhöre beenden konnte, unterschrieb sie am Ende „freiwillig“ eine ihr vorgegebene Erklärung, daß sie „kriminell“ sei.

Auch die Zeugin Franziska K. wird bestätigen können, daß der Kläger Scientologe ist. Frau Franziska K. ist ebenso eine ehemalige Scientologin, die 1998 aus der Organisation ausgetreten ist und Mitarbeiterin der IAS (der Internationalen Scientologen-Organisation) war. Sie besuchte den Kläger zusammen mit Rosi M. auf Burgbrohl.
 

Beweis: Zeugnis der Franziska K.
Es stellt sich die Frage, was der Kläger überhaupt damit vortragen will, wenn er behauptet, er habe sich ab Ende 1991 von der Scientology-Church „distanziert“. Tatsache ist unter anderem, daß die Scientology-Organisation noch am 14.01.1997 eine Pressemeldung herausgab, die von der DPA Washington wie folgt weitergegeben wurde:
 
„Der österreichische Künstler Gottfried Helnwein hat amerikanischen Regierungsbeamten einen Bericht aus erster Hand über die schockierende und schmerzhafte Diskriminierung gegeben, die er, ein Scientologe heute in Deutschland trotz seiner überragenden beruflichen Errungenschaften ausgesetzt ist.“
Aus der Pressemeldung vom 14.01.1997 der „Church of Scientology International“ geht also hervor, daß Scientology selbst Helnwein noch am 14.01.1997 als Scientologen (that he, a Scientologist, is facing in Germany today ...) bezeichnet.
 
Beweis: Vorlage der Pressemeldung der „Church of Scientology International“ vom 14.01.1997 als Anlage
Der Kläger, ein weiterhin aktiver Scientologe, hat beispielsweise noch im Jahr 1998 eine Spende von insgesamt 25.000,00 US$ an die Scientology-Organisation geleistet. Hierfür wurde ihm durch Veröffentlichung in dem Organ der Scientology-Organisation „Planetary Dissemination News“ offiziell gedankt.
 
Beweis: Vorlage der Internet Seite 7 „Beweise zu Gottfried Helnweins Scientology-Mitgliedschaft“ von Peter Reichelt als Anlage
 Auf dieser Seite befindet sich ein Abdruck der Planetary Dissemination News in welchen „Scientologists“ also den Scientologen „gedankt“ wird, welche in verschiedener Art und Weise gespendet haben. Der in dieser Zeitschrift als „Scientologist“ bezeichnete Kläger wurde aufgrund seiner hohen Spendenleistungen zum „Senior Planetary Disseminator“ also zum „Großspender“ der Scientology-Organisation ernannt.
Beweis: Wie vor;
Zeugnis des verantwortlichen Herausgebers der Planetary Dissemination News 1998 Volume II, Issue 2, kompletter Name und Anschrift zu erfragen über Church of Scientology International, 6331 Hollywood Blvd., Suite 1200, Los Angeles CA 90028-6329 USA
Zum Beweis der Tatsache, daß der Kläger sich selbst auch als Geistlichen im Sinne des Wortes „Auditor“ oder auch als Auditor bezeichnet, berufen wir uns ebenso auf das Zeugnis sämtlicher zuvor benannten Zeugen sowie auf die weiteren bereits benannten Beweismittel in I. und II. Instanz.

 Sollte es hierauf ankommen, beziehen wir uns zum Beweis des Vortrags, daß die dem Gericht hinlänglich bekannten Distanzierungen wie eidesstattliche Versicherungen etc. des Klägers von „Scientology“ niemals ernsthaft gemeint waren und sich der Kläger tatsächlich niemals wirklich von Scientology distanziert hat ebenso auf das Zeugnis sämtlicher zuvor benannter Zeugen und auf die bisher benannten Beweismittel.

 Die Richtigkeit der eidesstattlichen Erklärung der klägerseits benannten Zeugen Lynn R. Farny und Blöbaum und deren Wahrheitsgehalt werden bestritten. Dies gilt auch für die vorgelegte Erklärungen der Frau Maria Ferrara sowie der sonstigen Erklärungen.

Beweis (unter Verwahrung gegen die Beweislast):
Zeugnis der Frau Lynn R. Farny,
des Herrn Blöbaum
und der Frau Maria Ferrara, klägerseits bereits mit kompletten Anschriften benannt
Zum Beweis der Richtigkeit der Behauptung, der Kläger gehöre einer Gruppe an, die in einem zwangshypnotischen Verfahren unter Zuhilfenahme eines Lügendetektors die Psyche von Menschen zerstören, um Sie unter Bewustseinskontrolle zu stellen, berufen wir uns
 
 auf die Einholung eines Sachverständigengutachtens.
 Der Sachverständige wird darlegen können, wie die von Scientology angewandten Methoden, insbesondere die in den verschiedenen Auditing-Stufen verwendeten Psychotechniken auf das Bewustsein und die Psyche der „Studenten“ sowohl spontan als auch auf Dauer wirken. Es ist mittlerweile als bekannt anzusehen, daß Scientology-Aussteiger noch mehrere Jahre unter der scientologischen Psychobehandlung und den Psychomethoden leiden, so daß in der Regel davon auszugehen ist, daß ein Aussteiger zumindest zwei Jahre benötigt, um über die Folgen der an ihm angewandten Techniken hinwegzukommen.
 
Beweis: Einholung eines Sachverständigengutachtens
 Hierzu teilen wir dem Gericht mit, daß das Bayerische Familienministerium eine Studie und ein Sachverständigengutachten zu diesem Thema in Auftrag gegeben hat und sich die Universität München wissenschaftlich mit diesem Thema auseinandersetzt.

 Zur Verdeutlichung der oben erwähnten Tatsachen legen wir für das Gericht desweiteren folgende Dokumente vor:

1. Endbericht der Enquete-Kommission „sogenannte Sekten und Psychogruppen“ Drucksache 13/10950, 09.06.1998;

2. Bericht der Bund-Länder Arbeitsgruppe Scientology der Verfassungsschutzbehörden,
 Innenministerium des Landes NRW-Abt. Verfassungsschutz 1999;

3. „Die Scientology-Organisation“, Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg, Juni 1999;

4. „Das System Scientology“, Bayerisches Staatsministerium des Innern, November 1999;

5. Der Geheimdienst der Scientology-Organisation, Freie und Hansestadt Hamburg, Landesamt für Verfassungsschutz, April 1998.

 (Die Literaturangaben 1 - 5 werden noch nachgereicht.)

6. Gutachten vom 19.04.1989, Prof. Dr. Kind, Zurüch als Anlage anbei.

 Außerdem empfehlen wir das Studium folgender Literatur:

- „Zersetzung der Seele“, Klaus Behnke, Jürgen Fuchs, Rotbuch-Verlag Hamburg 1995
- „Politisch mißbraucht, Psychiatrie und Staatssicherheit in der DDR“, Sonja Süß, Ch. Links-Vertrag, Berlin 1998.

 Zum letztgenannten Buch ist anzumerken, daß die darin beschriebenen Methoden auch von Scientology insbesondere gegenüber Kritikern in den eigenen Reihen und Aussteigewilligen angewandt werden, aber auch gegenüber einfachen Mitgliedern.

 Beide Bücher können dem Gericht auf Anforderung gerne zur Verfügung gestellt werden.
 

Beweis: Zeugnis der Frau C.
Zeugnis des Herrn Andreas Z.
Der Zeuge Andreas Z. ist ehemaliger Scientologe, der aus der Organisation 1998 ausgetreten ist. Er war als Auditor der Stufe VI Mitarbeiter in der Berliner Scientology-Organisation. Er mußte wegen „Nichtfunktionierens“ (zuerst störte seine Ehefrau, später seine Freundin seine Arbeitskraft für Scientology, Scientology sorgte dafür, daß er sich von beiden trennte) in das Straflager der Scientologen nach FLAG. Er wurde dort in Zwangshaft genommen, in eine kleine, dunkle Zelle eingesperrt und Isolations-und Prsychofolter unterzogen.
 
Beweis: Zeugnis des Herrn Z.
 Zu den Methoden der Gruppe der Scientologen, die die Psyche von Menschen zerstören, um sie unter Bewustseinskontrolle zu stellen, gehören auch die von der Scientology-Organisation gegenüber Mitgliedern oder aussteigewilligen Mitgliedern angewandten „Strafen“, die unter den Oberbegriff der „operativen Psychologie“ zusammengefaßt werden können. Solche Strafen beinhalten unter anderem - Degradierung, Einsperrung in kleine dunkle Zellen (Isolationshaft und Isolationsfolter) über mehrere Wochen, der Zwang zu harter schwerer körperlicher Arbeit unter ständiger Bewachung, der Zwang, ständig (auch im Zustand der hohen Schwangerschaft) laufen zu müssen und sich in Bewegung zu halten (über unangemessen lange Zeiten ohne Pause), sowie die insgesamt als menschenunwürdig zu bezeichnenden weiteren Behandlungsmethoden.
Beweis: Zeugnis ehemaliger Scientologen, die diese Maßnahmen über sich ergehen lassen mußten;
 Zeugnis der Frau Gisela R.
 Zeugnis des Herrn Andres Z.
 Zeugnis der Frau Anita C.
 Zeugnis sämtlicher zuvor benannter „Scientology-Aussteiger“ als Zeugen;
 Sachverständigengutachten
Die Zeugin Gisela R. ist ehemalige Scientologin, die aus der Organisation 1998 ausgetreten ist. Sie war hoch ausgebildet als OT VII und in der Funktion der stellvertretenden Direktorin der Hamburger Scientology-Organisation tätig. Sie mußte wegen „Nichtfunktionierens“ ins Straflager der Scientologen nach Kopenhagen. Sie war zu diesem Zeitpunkt hochschwanger und mußte sich gesundheits- für das werdende Leben lebensgefährlichen Strafmaßnahmen unterziehen.

 Der Kläger ist auch heute noch aktiver Scientologe und Mitglied der Scientology-Organisation. Er hilft der Scientology-Organisation weiterhin dadurch, daß er deren Verbreitung im europäischen Ausland aktiv unterstützt.
 

Beweis: Zeugnis des Herrn Peter R.
 Die Tatsache, daß der Kläger im Jahr 1995 noch Scientologe war und dort aufgrund seiner unwahren Äußerungen z.B. der in der Presse zitierten Äußerung „ich scheiße auf Scientology“ scientologisch auf „Linie“ gebracht werden mußte beziehen wir uns ferner auf
 
das Zeugnis der Frau Rosi M.
 Frau M. kann bestätigen, daß die damalige OSA-Europa-Chefin, Frau Edith Büchele, sich bei ihr beklagte, da sie wiederum von der Internationalen Scientology-Organisation beauftragt wurde, nach Burgbrohl zum Kläger zu gehen, um diesen zu reparieren und wegen der falschen Äußerung auf „Linie“ zu bringen. Ebenso beziehen wir uns zum Beweis dieser Tatsache auf
 
das Zeugnis der Frau Edith Büchele, ladungsfähige Anschrift wird nachgereicht
 Zu derzeitigen „ladungsfähigen Anschrift“ der Zeugin Büchele sei vorgetragen, daß diese sich in einem der „Straflager“ der Scientology-Organisation befinden muß. Auskunft darüber kann die OSA International geben.
 
Beweis: Ladungsfähige Anschrift der Zeugin zu erfragen über OSA International, Church of Scientology International, 6331 Hollywood Blvd., Suite 1200, Los Angeles Ca 90028-6329 USA
 Zur Klarstellung für das Berufungsgericht weisen wir höflich darauf hin, daß es sich bei dem Beklagten zu 1 um einen Verein handelt, der seit mehreren Jahren in erster Linie handelnd durch seine Vorsitzende Frau Jeannette Schweitzer Ausstiegsberatung für ehemalige Scientology-Mitglieder und Scientology-Geschädigte zum größten Teil erfolgreich betreibt. Frau Schweitzer kennt sämtliche zuvor benannten Zeugen persönlich und hat sich mit diesen unter anderem auch über den „Helnwein-Prozeß“ und die Behauptungen des Herrn Helnwein, kein Scientologe zu sein etc. unterhalten.
 Insofern handelt es sich bei den angebotenen Zeugenbeweisen nicht um Benennung von „Zufallszeugen“. Vielmehr ist davon auszugehen, daß die Zeugen den obigen Vortrag aufgrund ihrer persönlichen Erlebnisse mit Herrn Helnwein und Scientology bestätigen werden.

 Vor dem obigen Hintergrund ist davon auszugehen, daß sämtliche vorgelegten eidesstattlichen Versicherungen, auch die eidesstattlichen Versicherungen des Klägers selbst falsch sind. Insofern wird dringend angeregt, den Kläger zum Verhandlungstermin persönlich zu laden und ihn ggf. als Partei zu seinen eidesstattlich versicherten Behauptungen zu vernehmen. Auch deswegen berufen wir uns zum Beweis der Tatsache, daß der Kläger weiterhin Scientologe und Mitglied der Scientology-Organisation ist auf
 

die Vernehmung des Klägers als Partei.
 Der Kläger wird bereits jetzt darauf hingewiesen, daß der Beklagte zu 1 für den Fall seiner Vernehmung als Partei Wert darauf legen wird, ihn im Hinblick auf seine Aussagen zu vereidigen. Der Beklagte zu 1 wird in diesem Falle nicht davor zurückschrecken die zuständigen Behörden ggf. aufzufordern, die vermuteten Erklärungen unter strafrechtlichen Gesichtspunkten, insbesondere des versuchten Prozeßbetruges oder auch der vorsätzlich falschen eidesstattlichen Versicherung überprüfen zu lassen.

Vielleicht wird dies den Kläger dazu bringen, endlich einmal die Wahrheit vor Gericht vorzutragen.

Die Klage bleibt in der Berufung also abzuweisen, weshalb wir für den Beklagten zu 1 weiterhin beantragen, die Berufung kostenpflichtig abzuweisen.
 

Wolfgang Böhm
Rechtsanwalt
 

 



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