Ingo Heinemann: Scientology-Kritik
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Scientology: Mit Gung-Ho-Gruppen zur Weltregierung



 
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Der Begriff "Gung-Ho" in der englischen Sprache:
"gung ho = Zusammenarbeit (chinesisch); übermässig aufgeregt, zu enthusiastisch"

 
 
 

Der Begriff "Gung-Ho" bei Scientology

Im "Handbuch für den Ehrenamtlichen Geistlichen" findet sich die folgende Definition (Seite 758, "Fachwortverzeichnis"):

"GUNG-HO-GRUPPE: Eine Gruppe, die sich aus ortsansässigen Scientologen im Feld, jeglichen interessierten Freunden und Mitgliedern der allgemeinen Öffentlichkeit zusammensetzt. Gung-Ho bedeutet in Mandarin (Hauptdialekt der chinesischen Sprache) „zusammenziehen". Gung-Ho-Gruppen ziehen andere Gruppen in der Gemeinde zusammen, um auf die Verbesserung der Gesellschaft und des betreffenden Gebietes hinzuarbeiten."

 

 
 

Der Verfassungsschutz über Gung-Ho-Gruppen:
 
Aus: Abschlußbericht der Arbeitsgruppe Scientology der Verfassungsschutzbehörden - Verfassungsschutz-agsc.pdf


III.2.2.4 Prinzip der sogenannten "Gung-Ho-Gruppen"
Diese Methode, Einfluß auf die Gesellschaft zu gewinnen, findet sich auch im System der (so von der SC bezeichneten) "Gung-Ho-Gruppen". Dabei handelt es sich nach dem 1983 erschienen "Handbuch für den Ehrenamtlichen Geistlichen" um eine 
"Gruppe, die sich aus ortsansässigen Scientologen im Feld, jeglichen interessierten Freunden und Mitgliedern der allgemeinen Öffentlichkeit zusammensetzt ... Gung-Ho-Gruppen ziehen andere Gruppen in der Gemeinde zusammen, um auf die Verbesserung der Gesellschaft (Anm.: im scientologischen Sinn) und des betreffenden Gebietes hinzuarbeiten." (Fussnote 100: Vgl. Hubbard, Handbuch, a.a.O., S. 665)
Über die gezielte Unterwanderungsstrategie der Scientology gegenüber sämtlichen für sie erreichbaren politisch relevanten Gruppen berichtet auch ein Zeitungsartikel der "Clearwater Sun" vom 23. März 1976.
"Ein mit 'vertraulich' gekennzeichnetes Dokument... beschreibt die Gruppen als wichtigen aber bedeckten politischen Arm der Scientology...McCanns Rede (Anm.: 1969 von ihm als Leiter der ersten Gung-Ho-Gruppe gehalten) vor kanadischen Scientologen bekennt sich zur politischen Natur und den politischen Zielen der Gung-Ho-Gruppen. 'Gung-Ho-Gruppen sind der erste Scientology-Versuch, eine Weltregierung zu errichten', sagte er, 'sie sind ein Halt in der Gemeinschaft, die wir schließlich zu regieren bekommen.... "Behaltet im Sinn, daß Scientologen die einzigen Leute auf diesem Planeten sind, die einzigartig ausgerüstet sind, die Regierung zu übernehmen'. Scientology-Offizielle behaupten, Gung-Ho-Gruppen würden nicht mehr bestehen und sie wären nie in der Weise gemeint gewesen, wie McCann von ihnen gesprochen habe." (Fussnote 101: ausgeführt in: Haack, Magie, a.a.O., S. 217, unter Verweis auf Steven Advocat/Mark Sableman, Goals Made Clear to Hubbard Flock.)
 
Dafür, daß die Gung-Ho-Gruppen weiterhin existieren, spricht jedoch die Bezugsnahme auf das Gung-Ho-Prinzip in einem Schreiben des OT-Komitees Stuttgart e.V. vom 18.11.1989 zu dessen Gründung. Dort heißt es: "Das OT-Komitee wurde unter dem Gesichtspunkt folgender Referenzen gegründet.
....4.) 'Gung-ho Group Tech'."  (Fussnote 102: Vgl. Schreiben des OT-Committee Stuttgart e. V. v. 18.11.1989 zu dessen Gründung, S. 3).

 
 

Stuttgarter "OT-Komitee e.V." will "Gung-ho Group Tech" fördern

Hier das vom Verfassungsschutz erwähnte Schreiben des OT-Komitee Stuttgart vom 18.11.1989, wonach der Verein zwecks Einführung der "Gung-ho Group Tech" gegründet worden ist. Die Abbildung stammt aus dem Buch "Ich klage von" von Renate Hartwig, zu dieser vgl. www.Ingo-Heinemann.de/Hartwig.htm .
Daneben der Registerauszug des Vereins OT-Komitee Stuttgart e.V., Vereinsregister Stuttgart VR 4936, Ersteinrtag 22.11.1990. Zum Vergrössern Abbildungen anklicken.
 

 
 

Friedrich-Wilhelm Haack 1982 über Gung-Ho-Gruppen
 

Aus: Friedrich-Wilhelm Haack: Scientology - Magie des 20 Jahrhundert, 1982, Seiten 216 und 217


Gung-Ho-Gruppen
Eine besondere Methode, Einfluß auf die umgebende Gesellschaft zu gewinnen, ist das System der sogenannten Gung-Ho-Gruppen in Scientology. Der Begriff bedeutet in öffentlicher Sprachregelung der Scientology:
»Eine Gruppe, die sich aus ortsansässigen Scientologen im Feld, jeglichen interessierten Freunden und Mitgliedern der allgemeinen Öffentlichkeit zusammensetzt. Gung-Ho bedeutet in Mandarin (Hauptdialekt der chinesischen Sprache) ‚zusammenziehen. Gung-Ho-Gruppen ziehen andere Gruppen in der Gemeinde zusammen, um auf die Verbesserung der Gesell schaft und des betreffenden Gebietes hinzuarbeiten« (Fussnote 429: Handbuch für den Ehrenamtlichen Geistliche, S. 758)
Diese »Verbesserung« ist mit Sicherheit im scientologischen Sinne zu verstehen. Eine recht kritische Wertung des Gung-Ho-Gruppen-Systems brachte die »Clearwater Sun« in einem Artikel vom 23. März 1976. (Fussnote 430: Stephen Advocat/Mark Sableman, Goals Made Clear To Hubbard Flock). Sie werden dort mit Hubbards politischen Plänen in Zusammenhang gebracht.
»Deutlich wird der direkteste Hinweis auf politischen Einfluß und Kontrolle durch Dokumente über Gung gezeigt, die sich im Besitz der Clearwater Sun befinden.
Diese Gruppen werden beschrieben als 'ein grundsätzliches (sic!) Scientology-Programm für die Wiederbelebung der westlichen Zivilisation', doch ist über sie sehr wenig an Einzelheiten in der Offentlichkeit bekannt.
Ein mit 'vertraulich' gekennzeichnetes Dokument enthält einen Text einer Ansprache von Roy McCann vom 23. August 1969, dem Leiter der ersten Gung-Ho-Gruppe. Es beschreibt die Gruppen als wichtigen aber bedeckten politischen Arm der Scientology. (...)
McCanns Rede vor kanadischen Scientologen bekennt sich zur politischen Natur und den politischen Zielen der Gung-Ho-Gruppen.
'Gung-Ho-Gruppen sind der erste Scientology-Versuch eine Weltregierung zu errichten‘, sagte er, 'sie sind ein Halt in der Gemeinschaft, die wir schließlich zu regieren bekommen. Was in den Gung-Ho-Gruppen getan wird, wird das beeinflussen, was die Gemeinschaft (community) über Scientology denkt‘.
McCann wies die Scientologen an, 'Elch Logen, Rotaryclubs, Bürgergruppen, Frauen-Vereinigungen, Studenten-Verbände usw. zu benützen', die 'nach Projekten hungern' als das Werkzeug, mit dem man ein Vertrauen in der Gemeinschaft gewinnt.
Die Gung-Ho-Gruppe sollte als koordinierende Gruppe für Projekte von lokalen Klubs agieren, sagte er. Sie sollte 'nette Dinge' als Projekte herausgreifen und 'sie in eine wohlgeschliffene Sprache setzen, so daß es wie eine saubere Art von Studie klänge‘. Die Hauptsache, sagte McCann, sei für die Gruppe gewesen, den Eindruck zu erwecken, daß sie 'sehr groß und sehr mächtig' sei.
Bei der Anleitung der Scientologen über die Gruppen betonte McCann, daß sie als Mitglieder einer Gung-Ho-Gruppe 'mit Autorität sprechen‘ sollten und, 'Behaltet im Sinn, daß Scientologen die einzigen Leute auf diesem Planeten sind, die einzigartig ausgerüstet sind, die Regierung zu übernehmen'.
Scientology-Offizielle behaupten, Gung-Ho-Gruppen würden nicht mehr bestehen und sie wären nie in der Weise gemeint gewesen, wie McCann von ihnen gesprochen habe.
Soweit die Clearwater Sun vom 23. März 1976
Wenn das, was am Schluß des Artikels über die offizielle Scientology-Stellungnahme zu den Gung-Ho-Gruppen bezüglich des »nicht mehr bestehen« stimmen würde, dann wäre schwer zu erklären, wie die »Gung-Ho-Gruppen« in das Glossar des 1980 erstmalig in deutscher Sprache durch das »AOSH DK Publications Department« veröffentlichte »Handbuch für den Ehrenamtlichen Geistlichen« geraten können.

 



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