Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
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Zuletzt bearbeitet am 26.7.2013 
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Scientology-Zeitschrift "Free Mind" am Kiosk:
Lesertäuschung
 
 
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"Free Mind": Eine Scientology-Zeitschrift  

Die Scientology-Organisation hat 2003 eine Zeitschrift an die Kioske gebracht.  
Das Wort Scientology fehlt.  
Stattdessen wird ausschliesslich das Markenzeichen "Dianetik" benutzt.  
Ausserdem befasst sich das Heft fast ausschliesslich mit einer Person:  
Dem Scientology-Gründer Hubbard.  

Soweit mir erinnerlich, ist dies die erste Zeitschrift, die Scientology über den normalen Zeitschriftenhandel vertreibt. Dies belegt einmal mehr, dass Scientology ein Wirtschaftskonzern ist, dessen zahlreiche Filialen, Firmen und Tarnorganisationen höchst arbeitsteilig und unter Missbrauch des Gestaltungsrechts in unterschiedlichen Rechtsformen als einheitlicher Gewerbebetrieb tätig sind.  

Die Zeitschrift mit dem Titelbild rechts wird als "Ausgabe 02/2003" bezeichnet. Eine Ausgabe 1 hat allerdings nie jemand gesehen.  
In der Ausgabe 2/2004 - verkauft ab Dezember 2003 - wir die vorherige Ausgabe in einer Anzeige auf Seite 57 erneut angeboten.  
Abgebildet ist das Titelbild, deutlich lesbar "Ausgabe 02/2003". Links daneben: "Ausgabe Nr. 1".  

Auch die Ausgabe 1/2004 enthält das Wort Scientology nicht.  

Ende 2003 hat die Wiener Scientology-Organisation einen Brief an die Abgrodneten des Österreichischen Parlaments geschickt, vgl. www.Ingo-Heinemann.de/Wien2003.htm. Darin heisst es: "PS: Wir legen auch ein Exemplar des Magazins "freeMIND" bei, das seit September in regeimässigen Abständen im Zeitschriftenhande! erhältlich ist."

 
 
 
 

Was unterscheidet Scientology und Dianetik?
Nichts.
Es sind zwei Markenzeichen desselben Konzerns.
Daneben wird immer mal wieder der Eindruck erweckt, als seien es auch zwei unterschiedliche Produktreihen innerhalb desselben Konzerns.
Intern werden bestimmte Dienstleistungen eher dem Stichwort Scientology zu geordnet und andere eher dem Stichwort Dianetik.
Tatsächlich repräsentiert jedes dieser Markenzeichen bei Bedarf den gesamten Konzern.
So wie in dieser Zeitschrift.

Das Markenzeichen "Dianetik" hat Hubbard sich ausgedacht. Das Markenzeichen "Scientology" hingegen wurde bereits 1934 von dem Deutsch-Argentinier Nordenholz als Titel des in Deutschland erschienen Buches "Scientologie" benutzt. Hubbard hat es sich ohne dessen Zustimmung angeeignet. Ob er oder die Scientology-Organisation jemals dafür bezahlt haben, ist unbekannt.

"Dianetik" war der Titel von Hubbards erstem Buch, nachdem er offenbar mit der Psychiatrie Bekanntschaft gemacht hatte. Die Scientologen nennen es heute "Buch 1" und feiern jährlich dessen "Geburtstag". Hubbard verkaufte später aus Geldmangel die Rechte am Buch und damit auch die Rechte an dem Wort. Hubbard benötigte jetzt ein neues Markenzeichen und wählte "Scientology". Das war allerdings schon lange vorher der Titel eines Buches des Deutsch-Argentiniers Nordenholz gewesen. Es ist wohl kein Zufall, dass das Gedankengebäude von Hubbard eine erhebliche Ähnlichkeit mit dem von Nordenholz aufweist. Zum Beipsiel bei der Vorliebe für Axiome. Ein Axiom ist ein Grundsatz, der unmittelbar einleuchtet und nicht weiter zu begründen ist. Selbst phantasiebegabten Wissenschaftlern fällt dazu kaum mehr als ein halbes Dutzend Beispiele ein. Die "Scientologie, Wissenschaft von der Beschaffenheit und Tauglichkeit des Wissens" von Dr. Anastasius Nordenholz beruhte auf einem "Axiomensystem", wobei ihm bewusst war, dass er damit lediglich Thesen formuliert hat und nicht etwa des Beweises für deren Richtigkeit enthoben war. Anders Hubbard: Für ihn sind seine Axiome unumstössliche Lehrsätze. In seinem Buch "Scientology 0-8" (" ... meint einfach Null bis Unendlich, die "8" stellt das aufgerichtete Zeichen für Unendlich dar ..") formuliert Hubbard auf den Seiten 29 bis 36 insgesamt 58 "Axiome der Scientology" (das "Buch 1" von 1950 enthält übrigens noch nicht einmal den Begriff "Scientology"), auf den Seiten 71 bis 92 weitere 194 "Axioms of Dianetics" auf. Darin nicht enthalten sind die sechs "Grundlegenden Axiome" aus dem Buch "Dianetik: Die ursprüngliche These" von 1951 (das "Buch 1" von 1950 enthält ürigens noch nicht einmal den Begriff Axiom). Das erste dieser "grundlegenden Axiome" lautet: "Überlebe!". Dazu mehr unten.
 
 
 
 

Der Verlag: Eine Scientology-Firma

Die Zeitschrift erscheint im Verlag New Era Publications GmbH in 21220 Seevertal-Maschen. Es handelt sich dabei zweifelsfrei um ein Scientology-Unternehmen, welches hauptsächlich Scientology-Bücher vertreibt.

 

Das Personal: Scientologen

Zu den "Mitwirkenden dieser Ausgabe" gehört Lothar Kiessl, der für den toten L. Ron Hubbard unter derselben Verlagsadresse ein  "L. RON HUBBARD Presse- und Informationsbüro" betreibt. Ausserdem Volker Kubillus, Autor des Buches "Die Männer hinter Hitler", der Waffe der Scientologen in ihrem Kampf gegen die Psychiatrie zwecks Errichtung eines Behandlungsmonopols. Kubillus wurde oder wird ausserdem als Mitglied des Beirates der KVPM - Kommission für Verstösse der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.   in deren Briefpapier geführt.
 
 

Das Thema: Scientology ...
 

Einziges Thema der Zeitschrift ist Scientology. Auch wenn es dort als "Dianetik" bezeichnet wird.

Titelzeile: "Alles, was Sie über sich selbst und andere schon immer wissen wollten".
Alles?
In Wahrheit enthält die Zeitschrift nicht mehr, als den üblichen Scientology-Verschnitt, nur eben ohne das Wort Scientology.
Die Zeitschrift enthält nichts, was nicht auch in sonstigen kostenlosen Scientology-Zeitschriften oder als Zeitschrift getarnten Prospekten enthalten wäre.
Alle Themen gehören zum Thema Scientology.
 

Auf dem Titel der Scientologe und Schauspieler John Travolta und innen ein Interview mit diesem. Wo Travolta sonst Scientology gesagt hätte, sagt er jetzt Dianetik. In Travoltas Kurzbiografie kein Hinweis auf die Mitgliedschaft bei Scientology. Ein kurzer Hinweis auf seine Rolle in "Battlefield Earth", ohne Hinweis darauf, dass es sich um die Verfilmung eines Buches des Science-Fiction-Autors und Scientology-Gründers von L. Ron Hubbard gehandelt hat, der im übrigen als Autor und Thema die Zeitschrift beherrscht.
 
 
 

... und Scientology-Gründer Hubbard

"Dianetik" war der Titel von Hubbards erstem Buch, nachdem er offenbar mit der Psychiatrie Bekanntschaft gemacht hatte. Die Scientologen nennen es heute "Buch 1" und feiern jährlich dessen Geburtstag.

Die Zeitschrift feiert Hubbard als den Entdecker der Dianetik-Methode.
Sie enthält also folgerichtig auch eine Biografie. Dort werden die üblichen Geschichten verbreitet, über die ich 1979 in Die Scientology-Sekte und ihre Tarnorganisationen, 1979 geschrieben habe: "Die Scientology-Sekte pflegt bei jeder sich bietenden Gelegenheit Hubbards Biographie zu verbreiten. Angeblich konnte er reiten, bevor er laufen konnte. Auch seine weitere Kindheit verlief recht abenteuerlich, etwa so, wie sich ein Kinderbuch-Autor eine abenteuerliche Kindheit vorstellt. Nichts davon ist bewiesen."
 
 
In der Zeitschrift wird einmal mehr behauptet, Hubbard habe als Kind "eine tiefe Freundschaft zu den Schwarzfuss-Indianern" gepflegt und sei zum "Blutsbruder des Medizinmannes" geworden. Gleich zweimal wird in dem Heft ein Bild gezeigt, welches angeblich Hubbard 1932/33 als Leiter der Westindischen Mineralogischen Expedition zeigt. Damals war Hubbard 21 Jahre alt. Dass es sich um eine Expedition handelt, erkennt man allenfalls an den Tropenhüten des Personals. "Hut" wurde später Hubbards Kurzbezeichnung für den Job, den jemand gerade ausführt (vgl. Hat Write Up = Tätigkeitsbeschreibung für Scientology-Agenten ). Also trägt Hubbard als angeblicher Expeditionsleiter einen Tropenhut, als Commodore (Hubbards spätere Lieblingsrolle) eine Kapitänsmütze und wenn er in einem biografischen Heft als Poet beschrieben wird, trägt er auf dem Titelbild eines Baskenmütze.
 
 

Hubbard wird in dieser Biografie als "Erforscher des menschlichen Verstandes" dargestellt.
Geschildert werden angebliche biologischen Experimente.
Durch diese will er sein "Axiom 1" gewonnen haben, also "Überlebe!":
 
 
Aus: Free Mind 2/2003, Seite 56 ff: "Erforscher des menschlichen Verstandes. Eine Biografie über L. Ron Hubbard"  


Während er Beiträge für Universitätszeitungen und Romane schrieb, verfolgte er weiterhin seine Forschungen. Hubbards Ziel war es das grundlegende Prinzip des Daseins herauszufinden. Einen gemeinsamen Nenner für alle Lebewesen. Etwas, das erlaubt, die Tatsache des Lebens zu erklären. 1937, als er wieder in den Vereinigten Staaten war, nahm er das neue Gebiet der biologischen Forschung in Angriff. In einem Labor hatte Hubbard bakterielle Zellen kultiviert und setzte sie Wasserdampf aus. Nichts passierte. Als nächstes setzte er sie dem für sie von Natur aus giftigem Zigarettenrauch aus. Die Zellen reagierten, indem sie sich zurückzogen, als wollten sie dem Schmerz entkommen, den die Giftstoffe des Rauchs ihnen zufügten. Nach einiger Zeit brachte er sie dann wieder mit Wasserdampf in Kontakt, und wurde Zeuge eines sehr seltsamen Phänomens: die Zellen reagierten genauso wie unter dem Einfluss des Zigarettenrauchs sie zogen sich zurück.  
Er züchtete danach eine zweite und dritte Generation von Zellen, die von der ersten Generation abstammten. Er wiederholte das Experiment bei der dritten Generation, und wieder identifizierten die Zellen den Wasserdampf fälschlicherweise als Zigarettenrauch und reagierten, als hätten sie ein genetisches Gedächtnis entwickelt. Gemäß der damaligen Grundlagen in der Biologie und Verhaltensforschung sollten erlernte Reaktionen nicht vererbbar sein. In dem Moment allerdings wo Überleben als ein durchdringender Trieb ins Spiel kommt, der von Zelle zu Zelle übertragen wird, kommt eine Intelligenz. hinter den Plan des Lebens ins Spiel. Das Grundprinzip jeglicher Existenz ist ÜBERLEBEN schlußfolgerte Hubbard.
Fachmann Dr.habil. Hansjörg Hemminger hält diese Schilderung für Unsinn.
Dazu mehr: Die Thetan-Story. Hubbards Lehre ist die Geschäftsgrundlage des Konzerns
 
 
 

Hubbards Lehre

Hubbards Lehre spielt in dieser Zeitschrift eine erhebliche Rolle.
Diese "Lehre" besteht aus

Darauf soll hier nur kurz eingegangen werden. Einzelheiten in:
Ursprünglich rechnete Hubbard seine Lehre der Psychologie und der Psychotherapie zu und wollte diese reformieren. Die verschmähte ihn.
Der schon damals berühmt Psychiater Erich Fromm 1950 über das Buch "Dianetik": "Alarmierend".
Das Buch sei "Symptom eines gefährlichen Trends".
Fortan bekämpfte Hubbard die Psychiater, die Scientology-Organisation verlangt die Abschaffung der Psychiatrie und will ein Behandlungsmonopol errichten.

Der Kampf gegen die Psychiatrie ist folgerichtig auch einer der Schwerpunkte der Zeitschrift.
 

Hubbards angebliche Forschungen

Die Zeitschrift enthält innerhalb einer Biografie über Hubbard, den  die Schilderung angeblicher biologischer Experimente.
Mit diesen Experimenten will Hubbard das "Grundprinzip jeglicher Existenz" entnommen haben: "Überlebe!"
Hier der Text und ein Kommentar dazu:
 
 
Der Text  


Aus: Free Mind 2/2003, Seite 56 ff: "Erforscher des menschlichen Verstandes. Eine Biografie über L. Ron Hubbard"  


Während er Beiträge für Universitätszeitungen und Romane schrieb, verfolgte er weiterhin seine Forschungen. Hubbards Ziel war es das grundlegende Prinzip des Daseins herauszufinden. Einen gemeinsamen Nenner für alle Lebewesen. Etwas, das erlaubt, die Tatsache des Lebens zu erklären. 1937, als er wieder in den Vereinigten Staaten war, nahm er das neue Gebiet der biologischen Forschung in Angriff. In einem Labor hatte Hubbard bakterielle Zellen kultiviert und setzte sie Wasserdampf aus. Nichts passierte. Als nächstes setzte er sie dem für sie von Natur aus giftigem Zigarettenrauch aus. Die Zellen reagierten, indem sie sich zurückzogen, als wollten sie dem Schmerz entkommen, den die Giftstoffe des Rauchs ihnen zufügten. Nach einiger Zeit brachte er sie dann wieder mit Wasserdampf in Kontakt, und wurde Zeuge eines sehr seltsamen Phänomens: die Zellen reagierten genauso wie unter dem Einfluss des Zigarettenrauchs sie zogen sich zurück.  
Er züchtete danach eine zweite und dritte Generation von Zellen, die von der ersten Generation abstammten. Er wiederholte das Experiment bei der dritten Generation, und wieder identifizierten die Zellen den Wasserdampf fälschlicherweise als Zigarettenrauch und reagierten, als hätten sie ein genetisches Gedächtnis entwickelt. Gemäß der damaligen Grundlagen in der Biologie und Verhaltensforschung sollten erlernte Reaktionen nicht vererbbar sein. In dem Moment allerdings wo Überleben als ein durchdringender Trieb ins Spiel kommt, der von Zelle zu Zelle übertragen wird, kommt eine Intelligenz. hinter den Plan des Lebens ins Spiel. Das Grundprinzip jeglicher Existenz ist ÜBERLEBEN schlußfolgerte Hubbard.
Der Kommentar  


E-Mail Mitteilung von Dr. habil. Hansjörg Hemminger vom  24.5.2003:  



Die Darstellung des angeblichen Experiments ist noch viel ungereimter, als es auf den ersten Blick erscheint.  
Erstens methodisch: Das Kultivieren von Bakterien ist kein Problem. Man tut das, wenn man selbst Joghurt macht, in Milch und (unfreiwillig) wenn die Milch schlecht wird.  
Mikrobiologische Technik braucht man, um eine kontrollierte Reinkultur mit nur einer Bakterienart zu züchten und für die Messung und Steuerung der Generationen-Abfolge. Wie die Bakterien Wasserdampf ausgesetzt wurden, ist mir unerfindlich. Bakterien werden in wässrigen Kulturmedien oder Gelen (Agar-Agar, Zellulose) kultiviert. Wie soll sie Wasserdampf von außen erreichen? Er würde einfach in das Medium diffundieren und die Zellen würden nichts merken. Sie können sich den Punkt klar machen wenn Sie überlegen, wie man die Bakterien im Joghurt mit Wasserdampt (also einem Gas) zusammenbringen könnte. Ein Gift kann man einbringen, wenn man sich das Leben schwer machen will, auch als Rauch. Nahe liegend wäre allerdings die Verwendung einer Nikotin-Lösung. Seltsam ist jedoch die Behauptung, die Zellen hätten sich vor dem Gift zurückgezogen. Schrumpfen können sie nicht wie Amöben, sie haben eine feste Zellwand. Weglaufen auch nicht, denn die meisten Bakterien sind nicht beweglich, und die beweglichen sind mikroskopisch langsam. Die Diffusion einer Chemikalie durch das Medium verläuft um Größenordnungen schneller. Es wäre eine technische Hochleistung der Mikro-Manipulation, einen chemischen Reiz durch "Rauch" so schwach und so punktgenau zu applizieren, dass man eine Bewegung von Zellen von diesem Reiz weg (mit einem sehr guten Mikroskop) beobachten könnte. Ich vermute, es würde einen riesigen Aufwand erfordern und war zu Hubbards Zeiten unmöglich. Die Beschreibung des Experiments macht den Eindruck von jemand zu stammen, der oder die weder genau weiß, was Bakterien sind, noch je in einem mikrobiologischen Labor war.  

Auch theoretisch bleibt dieser Eindruck: Bei Bakterien macht die Unterscheidung zwischen Lernen und Vererbung, um die es in dem Text geht, aus verschiedenen Gründen nur begrenzt Sinn. Ein Grund ist, dass höhere Tiere und Pflanzen tatsächlich nur ihr Erbgut von Generation zu Generation weitergeben, nichts (oder kaum etwas) von ihrer Körpersubstanz. Daher kann eine individuelle Modifikation nicht direkt an die nächste Generation weitergegeben werden. Bakterien sind primitive Einzeller und vermehren sich durch Zellteilung, d.h. der Zellinhalt geht aufgeteilt an die nächte Generation. Von daher ist es ganz und gar nicht erstaunlich, sondern ein häufiges Phänomen, dass Modifikationen aller Art über viele Generationen weiterwirken. Selbst wenn man ein Experiment, wie es beschreiben wird, probeweise zugesteht, würde es nichts von dem beweisen, was Scientologen beweisen wollen. Jeder Mikrobiologe könnte sich fünf denkbare Erklärungen zurechtlegen. Der ganze Text ist ein Dokument naturwissenschaftlicher Ignoranz.  

Zu Hubbards Autoren-Zeiten waren die bahnbrechenden Experimente Flemings mit Penicillin sehr bekannt. Es gab vermutlich unzählige populäre Darstellungen seiner Petri-Schalen, in denen ein Keim des Schimmelpilzes Penicillium in einen Bakterienrasen auf Agar-Agar eingebracht wurde. Der Pilz produziert sein Antibactericum, und der Bakterienrasen weicht vor dem wachsenden Schimmel zurück. Nur bewegen sich natürlich nicht die Bakterien, das Medium ist gelartig fest. Sie sterben so ab, wie das Penicillin allmählich durch das Gel diffundiert. Dadurch breitet sich in dem trüben Gel ein klarer Fleck aus, makroskopisch ist nichts weiter zu sehen. Fleming bewies damit die antibakteriellen Eigenschaften der Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen. Mir drängt sich die Vorstellung auf, dass der scientologische Text auf solche undeutlichen Bildeindrücke zurückgeht und auf sonst gar nichts.

 

Hubbard und das "Grundprinzip jeglicher Existenz: Überleben".

In einer wird über angebliche biologische Experimente berichtet, denen  will, eine "Intelligenz hinter dem Plan des Lebens".

Üblicherweise behauptet hubbard, er habe seine grundlegenden Entdeckungen mit Hilfe des E-Meters gemacht.
Oder er bezeichnet seine grundsätzlichen Behauptungen als Axiome, also als tatsachen, die sich selbsr erklären und keines weiteren Beweises bedürfen.

In der in dieser Zeitschrift enthaltenen Hubbard-Biografie wird hingegen behauptet, Hubbard habe das "Grundprinzip jeglicher Existenz" durch biologische Experimente entdeckt.

Nun ist es an sich eine Banalität, dass alle Lebewesen versuchen, sich dem Tod zu entziehen und fortzupflanzen.
Dies wird von den Genen bewirkt, die zugleich für eine ständige Verbesserung sorgen.
Das ist dann die Evolution, die aus dem Affen den Menschen gemacht hat.

Dieser Bauplan des Lebens gehört zur Biologie.
Die Gene können unterschiedlich zusammengesetz werden, wodurch dann andere Eigenschaften entstehen.
So zum Beispiel, wenn Menschen unterschiedlicher Hautfarbe ein Kind zeugen.
Bei diesen und Pflanzen ist die gezielte Beeinflussung sein Jahrhunderten üblich und brachte zum Beispiel die unterschiedlichsten Hunderassen. Damit muss  allerdings keineswegs immer ein "Fortschritt" verbunden sein.
Die Veränderung der natürlichen Zusammensetzungen wird als Evolution bezeichnet.
Entdeckt hat das charles Darwin.

Manche Religionen und Sekten sind der Meinung, die menschliche Spezies sei nicht durch diese Evolution aus dem Affen entstanden, sondern durch einen Schöpfungsakt Gottes. Die Theologen sagen, das widerspreche sich nicht. Vielmehr sei Gott diese "Intelligenz hinter dem Plan des Lebens".

Manche Sekten behaupten, sie könnten die Evolution gezielt beeinflussen.
Dabei wird meist die Beeinflussung der Entwicklung einzelner Stämme und Familien mit der Entwicklung der menschlichen Spezies verwechselt oder bewusst gleichgestellt.
Dabei ird dann meist auchbehauptet, Lernvorgänge würden Einfluss nehmen auf diese Entwicklung.

Genau das behauptet hier auch Hubbard.
 
 
 

Der Kampf gegen die Psychiatrie

Scientology bekämpft die Psychiatrie, will diese abschaffen und und an deren Stelle ein Behandlungsmonopol errichten. Dazu:

Diesem Muster folgt ein Artikel in Heft 1/2004 mit dem Titel "Totalitarismus".
 
 

Hyperaktive Kinder und Ritalin

Zur Psychiatrie zählt Scientology nicht nur Ärzte, sondern auch Medikamente.
Also auch Ritalin, das gegen Hyperaktivität verschrieben wird.
Scientology beschuldigt Eltern und Ärzte, Kinder unter Drogen zu setzen und abhängig zu machen. Dazu:

In Heft 1/2004 ist zu diesem Thema ein Artikel enthalten, der dem üblichen Muster folgt, ohne allerdings den Begriff Scientology zu verwenden: "Die chemische Keule für hyperaktive Kinder".
 
 
 
 

Die scientologischen Patentrezepte des Dr. med. Gottfried Lange gegen ADS/ADHS

Langes Argumente folgen der üblichen Scientology-Linie:

Lange bietet - von Selbstverständlichkeiten abgesehen - die üblichen Scientology-Rezepte an:
  • Vitamine und Mineralstoffe, dazu: http://www.Ingo-Heinemann.de/Medikamente.htm
  • Hubbards angebliche Lernmethoden, dazu: Schule.htm
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