Ingo Heinemann: Scientology-Kritik
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Demonstrationen gegen Scientology

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Karlsruhe 2003: Polizeichef froh über Demos gegen Scientology
 
 
Pforzheimer Zeitung vom 29.11.03
http://www.pz-news.de/suedwest/39769/

Geborgenheit als Köder für Menschen

KARLSRUHE. Nach Jahren relativer Ruhe nehmen die Aktionen der Scientology-Sekte wieder zu. Davon ist Dieter Behnle, Chef der Karlsruher Polizeibehörde, überzeugt. Auf einer Veranstaltung der Karlsruher Jungen Union zum Thema "Sekten" verwies der Scientology-Experte Behnle auf die jüngsten Aktionen in der Stadt.

Beeinflussbare Jugendliche

So hatte Scientology bereits vor rund drei Wochen ein Info-Zelt auf dem Marktplatz stehen. Die nächste Aktion ist für den 3. Dezember auf dem Kronenplatz geplant. Für Behnle ein Grund zur Sorge, denn am Kronenplatz befindet sich auch das Jugend- und Begegnungszentrum. Jugendliche gelten als besonders beeinflussbar.

Behnle wäre deshalb auch froh, wenn sich - wie schon vor drei Wochen - wieder eine Gruppe finden würde, die den Scientologen das Feld streitig macht. Seinerzeit war die Junge Union gemeinsam mit dem Verein "Ausstieg" vor Ort und sorgte allein mit ihrer Anwesenheit für Unruhe. Der Verein "Ausstieg" mit Sitz im südpfälzischen Jockgrim kümmerte sich ursprünglich vor allem um ehemalige Mitglieder der Zeugen Jehovas, inzwischen spielt die Sektenproblematik insgesamt eine Rolle. Ziel ist es insbesondere, junge Menschen vor einem Beitritt zu warnen. Was nicht ganz einfach ist, denn Sektenmitglieder wie die Zeugen Jehovas treten in der Regel sehr freundlich auf und vermitteln den Betroffenen das Gefühl einer totalen Geborgenheit. Genau das also, was vielen Menschen fehlt und der erste Schritt in die Sekte ist oft schnell getan. Je stärker man dann eintaucht, desto schwieriger ist es, sich wieder zu lösen.

Stephan Wolf, selbst über 20 Jahre lang "Zeuge", weiß genau, wovon er spricht. "Wer bei den Zeugen aufwächst, hat keinerlei Kontakte nach außen. Zeugen sind dermaßen weltfremd, das können normale Menschen gar nicht nachvollziehen." Für Sylvia, die ihren Nachnamen nicht genannt wissen will und die in die Sekte hinein geboren wurde, war "das da draußen die Satanswelt. Alle Menschen waren schlecht und der Verdammnis ausgeliefert, Bücher und Filme waren Satanswerk." Dass die Zeugen Jehovas von normalen Menschen verspottet werden, bekräftigt sie nur in ihrem Glauben, schließlich wurde auch Jesus verspottet. Die alles umfassende Isolierung ist durchaus gewollt, denn wer die Zeugen verlassen will oder wegen zu kritischer Fragen verlassen muss, fällt aus seinem bisherigen sozialen Netz in ein Nichts. So kuschen die meisten und schlucken die Widersprüche. Auch die Schamgefühle, die Sekte nicht eher durchschaut zu haben, verhindern oft den Ausstieg.

Immer die gleiche Masche

Scientologen und die Zeugen Jehovas sind übrigens nicht die einzigen Gruppierungen, die die Karlsruher Polizeibehörde derzeit im Blick hat. Auch das "Universelle Leben" - das in der Post-Galerie ein Ladengeschäft betreibt und auf dem Wochenmarkt präsent ist - oder "Weg zur Freude", dessen "Tempel" beim Kühlen Krug an der Südtangente steht.

Die Masche sei immer die gleiche. Neue Mitglieder werden mit Geborgenheit geködert, mit "Love-Bombing" wie Behnle sagt, und mit einem verblüffend einfachen Weltbild, das für alle Probleme eine Lösung hat. Doch meist geht es allein darum, Geld für die Organisation zu sammeln.

Behnle zufolge tut der Staat nichts gegen Sekten. Er habe gegenüber Religionsgemeinschaften eine absolute Neutralitätspflicht. Anders sieht es bei Scientology aus. Das sei eindeutig ein Wirtschaftsunternehmen, das unter dem Deckmantel der Religion Geld verdienen will.

Grund für hysterische Reaktionen, die noch vor zehn Jahren die Diskussion beherrschten, bestünde allerdings nicht. Die Organisation sei längst nicht so präsent, wie sie selbst stets glauben machen will. Weltweit gebe es nur rund 100 000 Scientologen, in Deutschland 5000. Unterschätzen dürfe man Scientology aber auch nicht, denn deren Mitglieder seien ausgezeichnet geschult und verstünden es, neue Mitglieder zu werben.
 


 
 

Einmann-Demonstration gegen Scientology-Ausstellung in Düsseldorfer Hotel

Der Ex-Scientologe Norman Suchanek hat sich mit einem Plakat vor einem Düsseldorfer Hotel postiert, um gegen eine Scientology-Ausstellung in diesem Hotel zu protestieren.

Norman Suchaneks Bericht, veröffentlicht in Internet-Newsgroups:

Heute Abend von ca. 18:10 bis 21:20 stand ich vor dem Hotel.  Um den Hals ein ca. 55 x 75 cm großes Schild mit sehr gut lesbarer Schlagzeile "Tod durch Scientology".  Dazu einige Photos von Opfern, auch ein schönes Lisa-Bild (Unterschrift : "vorher") und ein gar nicht schönes von ihrer Obduktion (Unterschrift : "nachher").

Meine Flugblätter befassten sich mit Lisa's Tod, anderen Todesfällen, Verurteilungen von Scn-Mitgliedern wegen Straftaten (Danke Tilman für Deine diesbezügl. sehr ergiebige Webseite) und einiges mehr.  Auch Literatur- und Web-Hinweise.

Das Hotel steht ein wenig von der Straße entfernt. Es gibt 2 getrennte Zufahrten, an denen ein  Einzelner nicht gleichzeitig präsent sein kann.

Kurz nach meiner Ankunft kam Nadja Reinthal, die OSA-Dame des Celebrity Center Düsseldorf auf mich zu : 'ob ich denn eine Demonstration angemeldet habe'.  Ich verneinte.  'dann dürfe ich nicht da stehen'.  Ich verneinte wiederum  -  schließlich kannte ich die Gesetzeslage.

Sie ging ins Haus und rief die Polizei.

Zwei Wagen kamen, und Nadja klagte den Beamten ihr Leid.  Die klärten sie aber schnell auf, dass ein einzelner Mensch keine Versammlung sei und daher auch keine Demonstrationsgenehmigung brauche.

Dann erlebte ich etwas noch nie Dagewesenes: mit äusserster Fürsorglichkeit wies mich der Polizist darauf hin, dass es mein gutes Recht sei, dort zu stehen und zu demonstrieren.  Mit besorgtem Gesichtseindruck gab er mir die Tel.Nr. seiner Wache, für den Fall dass ich belästigt oder behindert werde.

Der Hotelmanager tat noch seine Sorge kund, dass er keinen Ärger wolle.  Ich versicherte ihm, daß ich auf der öffentl. Strasse bliebe und das Hotel-Grundstück nicht betreten werde.

Es war nur wenig los.  Grob geschätzt 30 Leute sah ich in diesem Zeitraum, die ich als Scn-Mitglieder erkannte oder für solche hielt. Die Ausstellung wurde in der Zeit vorwiegend von Leuten besucht, die bereits Scientologen waren. Die meisten Scientologen hielten Abstand und wollten auch kein Flugblatt.  Diese gingen dann an Taxifahrer und Passanten.

Ca. 5 - 6 Autos hatten ein knapp 1 m grosses Scn-Buch auf ihrem Dach montiert.

Ein dunkler BMW mit dem Kennzeichen M-BB-1954 hielt ca. 10 m vor mir an, ließ den Motor länger aufheulen und raste dann auf mich zu.  Erst kurz vor mir drehte er ab.  Später erfuhr ich, dass das Auto einem Scientology-Unternehmer gehört.

In Dunkelheit und Regen fuhren manchmal Autos langsamer, um die Schlagzeile zu lesen.  Ein paar hielten sogar an und wollten dann ein Flugblatt haben.

Rheinische Post, 10.2.2000
Scientology startet eine neue Werbeaktion
Hotel kannte nicht den wahren Mieter
Künftig keine Plakatwerbung

Erfolg, Entfaltung von Fähigkeiten, zu Höherem aufsteigen -  mit diesen Versprechungen hat die als sektenähnliche Organisation eingestufte "Scientology-Kirche" in Düsseldorf eine Werbekampagne begonnen.  Auf einigen Plakatsäulen wird für ein neues Buch geworben, im Courtyard-Hotel am Seestern ist eine Informationsausstellung geplant.  "Es ist falsch zu glauben, Scientology sei nicht mehr gefährlich", meinte der Sektenbeauftragte der evangelischen Kirche, Joachim Keden, zu der neuen Werbekampagne.  Nach wie vor versuche Scientology, mit Erfolgsverheißungen Menschen anzusprechen.  Einmal mit Scientology in Berührung gekommen, würden interessierte Besucher stark umworben, um sie in die Organisation einzubinden. Aus vielen Erfahrungsberichten und durch die Untersuchungen der Enquetekommission ist das Vorgehen von Scientology bekannt.  Stets wird den Betroffenen eingeredet, daß sie Schriften kaufen und Kurse belegen müßten, um sich persönlich weiter zu entwickeln.  Diese Angebote kosteten in der Regel sehr viel Geld.  Durch ein geschicktes Vorgehen, durch das Einbinden in Gruppen und Hierarchien werde es den Menschen schwer gemacht, sich wieder von Scientology zu lösen.  Dieses Vorgehen wird kritisch gesehen.  Zudem gibt es eine Reihe von Gerichtsurteilen, die Scientology die Gemeinnützigkeit oder den Status einer Kirche absprechen.  Sie gleiche einem Wirtschaftsunternehmen. Die Stadtverwaltung ärgert sich aus diesen Gründen, daß auf Plakatsäulen für Scientology geworben wird.  Inzwischen wurde aber mit der Firma, die die Säulen gepachtet hat, eine Übereinkunft erzielt, daß künftig sektenähnlichen Organisationen kein Platz mehr eingeräumt wird.  Diese Regelung gilt vertraglich bereits für die Mega-Lights-Tafeln.
Auch die Leitung des Courtyard-Hotels bedauert die Scientology-Veranstaltung.  Allerdings habe ein Unternehmen die Räume angemietet, hinter dem nicht Scientology zu vermuten war, hieß es.  Dies sei erst nach Abschluß des Vertrages bekannt geworden.
bro


 
 

USA: LKW-Demo

Aus der Website http://www.lermanet.com


 
 



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