Ingo Heinemann: Scientology-Kritik
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Narconon-Werbeveranstaltung im US-Konsulat in Hamburg

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Henry Randmark, im anglophilen Hamburg als "Sir Henry" eine Lokalberühmtheit, hatte als Präsident des "German-American Business-Clubs" (AGBC) zu einer Veranstaltung zu Drogenfragen ins US-Generalkonsulat eingeladen. Qualifikation: Er hatte angeblich dem kurz zuvor gewählten Innensenator Ronald Schill in dessen Wahlkampf als drogenpolitischer Berater zur Seite gestanden. Als Redner präsentierte Randmark einen angeblichen ehemaligen Ermittler von Scotland Yard,  Christopher Brightmore.  Dieser hielt eine Lobrede auf Narconon. Anwesend auch Gisela Hackenjos, Präsidentin von Scientology Hamburg. Brightmore: "Ich habe dieses Programm an drei verschiedenen Orten besucht und habe mit den Studenten gesprochen. Alle sind begeistert von ihrer Erfahrung."

Drogenentzug als "Studium"?
Tatsächlich bezeichnet die Scientology-Organisation alle diejenigen als Studenten, die gerade irgendwelche Scientology-Unterweisungen absolvieren.

Randmark wurde danach in der Presse als Hochstapler vorgestellt.
Randmark verdient sein Geld als Reinigungsunternehmer.
Scientology bezeichnet das Narconon-Rezept als Reinigungsprogramm.
Tilman Hausherr bezeichnet in seiner Website Scientology deshalb als rabiate Reinigungsfirma.
Sollte der Reinigungsunternehmer einer Verwechslung zum Opfer gefallen sein?
 
 
 
Aus: Die Welt 20.2.2002

Streit um Scientology-Rede im US-Konsulat
Scotland-Yard-Ermittler pries Narconon-Programm. Caberta spricht von Werbeveranstaltung für die Sekte 
Von Insa Gall
Mehr als 100 Vertreter der Hamburger Gesellschaft hatten sich im ehrwürdigen amerikanischen Generalkonsulat an der Außenalster versammelt, um bei Häppchen und Sekt den Worten des Gastredners Christopher Brightmore zu lauschen. Doch was der ehemalige Ermittler von Scotland Yard den Versammelten vor wenigen Tagen auf Einladung des German-American Business-Clubs zu sagen hatte, löste bei vielen von ihnen mehr als ein Stirnrunzeln aus. Unverbrämt lobte der pensionierte Polizeibeamte das Scientology-Programm "Narconon" als weltweit bestes Drogenentzugskonzept. Seine Rede hat inzwischen Ursula Caberta auf den Plan gerufen. "Dies war eine reine Werbeveranstaltung für Scientology", kritisiert die streitbare Leiterin der Arbeitsgruppe Schientology bei der Innenbehörde.
Brightmore hatte in seiner Rede deutliche Worte gefunden: Während der vergangenen zehn Jahre habe er auf der ganzen Welt nach einem Drogenrehabilitationsprogramm gesucht, das tatsächlich funktioniere, berichtete der Rauschgift-Ermittler den versammelten Gästen, unter ihnen auch Polizeipräsident Udo Nagel und Ferdinand Fürst von Bismarck. "Und ich bin glücklich, Ihnen mitzuteilen, dass ich sicher bin, es gefunden zu haben", fuhr Brightmore fort. "Es wird durchgeführt von einer Organisation namens Narconon, die zur Organisation ABLE gehört, die Vereinigung für besseres Leben und Erziehung, eine Wohltätigkeitsfirma gegründet von der Kirche der Scientology." Bei dem Konzept handele es sich "um das beste verfügbare Drogenrehabilitationsprogramm", führt der pensionierte Ermittler aus, um anschließend Funktionsweise und Erfolge des Programms ebenso ausführlich wie überschwänglich zu loben. Auszug: "Ich habe dieses Programm an drei verschiedenen Orten besucht und habe mit den Studenten gesprochen. Alle sind begeistert von ihrer Erfahrung." 
Das Lob dieses Drogenentzugsprogramms widerspricht aus Sicht von Ursula Caberta allen Erkenntnissen. Sie hält das Narconom-Programm nicht nur für gesundheitlich gefährlich, es würden zudem Abhängige infiltriert. "Hier wird eine Droge durch eine andere - Scientology - ersetzt." Grundlage des Narconom-Programmes sei die Technologie von L. Ron Hubbard, hatte auch die Bürgerschaft in einer Drucksache festgestellt und hinzugefügt: "Eine Drogentherapie auf der Grundlage der in Scientology üblichen Psychotechniken ist bedenklich." Der Berliner Drogenbeauftrage warnte bereits 1978 eindringlich vor Narconom. So bestehe unter anderem die "Gefahr einer irrationalen Anpassung an die hausinterne Hierarchie" des Programms. Für Caberta ist Christopher Brightmore kein Unbekannter: Sie habe erst kürzlich ein Video erhalten, auf dem der Ex-Polizist praktisch Werbung für Scientology macht. 
Die Leiterin der behördlichen Arbeitsgruppe interessiert sich auch für die Rolle von Henry Randmark, der als Präsident des "German-American Business-Clubs" zu der Veranstaltung ins Generalkonsulat eingeladen hatte. Der 65-jährige Amerikaner, der in der Hansestadt ein Reinigungsunternehmen führt, nutze offenbar seine Verbindungen, um für dubiose Drogenprogramme Werbung zu machen, mutmaßt Caberta. 
Randmark ist empört darüber, dass er in die Nähe von Scientology gerückt werde solle, erklärte er gegenüber der WELT. Er sei kein Mitglied der umstrittenen Sekte. Der Unternehmer, der Parteigründer Ronald Schill im Wahlkampf als drogenpolitischer Berater zur Seite gestanden hatte, sieht allerdings auch "nichts Anstößiges" in der Rede Brightmores, wenn dieser feststelle, dass es sich bei dem Scientology-Programm um das wirksamste Drogenrehabilitationskonzept handle. Er habe damit kein Problem. "Es ist nichts Anrüchiges dabei, wenn man kranken Menschen empfiehlt, sich behandeln zu lassen - egal ob von Jehovas Zeugen, den Mormonen oder den Scientologen", so Randmark.
Hamburger Morgenpost 5.3.2002


»Sir Henry«: Held oder Hochstapler?
von Matthias Onken

Henry C. Randmark. Hamburgs High-Society kennt ihn als „Sir Henry“. Und kauft ihm all die Geschichten ab, die der selbsternannte Mann von Welt vom Stapel lässt. Lange und Schill führte er zusammen, den Innensenator beriet er drogenpolitisch. Peinlich nur,

Er tanzt auf allen Bällen. Und erzählt dort in perfekt akzentuiertem Deutsch von seinen Verdiensten. Von „guten Freunden“ wie der Fürstenfamilie von Bismarck. Von seinen Top-Aufträgen als Graffiti-Beseitiger, den Alsteranleger und den Louvre zu schrubben. Von seiner Zeit, in der er als US-Oberst die Drogenfahndung im Vietnamkrieg geleitet haben will. Von den Orden, die ihm dafür verliehen worden seien. Doch ist an seiner Uniform nicht alles Gold was glänzt. Die wichtigste Auszeichnung, so räumt „Sir Henry“ kleinlaut ein, habe ihm wohl versehentlich die Reinigung verpasst.

Nicht nur Randmarks Erfahrungen als Vietnamkrieger erscheinen fragwürdig. Der Diplom-Kaufmann, der neun Sprachen beherrschen will, ist seit Juni 2000 Präsident des Hamburg-Chapter des „American-German-Business-Club“ (AGBC). 70 Mitglieder zählt der Verein, der ursprünglich 1964 in Bonn gegründet worden war.

Was der Club macht, weiß in dieser Stadt niemand so genau. Telefonisch erreichbar ist er gar nicht, unter der auf der Homepage angegebenen Anschrift ist die Firma „IPA Randmark International AG“ gemeldet. Zuletzt lud der AGBC am Valentinstag zu einem Vortrag ins US-Konsulat an der Alster. Thema: Drogenbekämpfung und Rehabilitation von Abhängigen. Referent: Chris Brightmore, Ex-Beamter von Scotland Yard. 

Nicht schlecht staunten viele der 110 Gäste, als deutlich wurde, dass Mr. Brightmore Werbung für „Narconon“ machte. Dies sei „quasi die Sozial- und Gesundheitsabteilung“ Scientologys, erklärt Hamburgs Sektenbauftragte Ursula Caberta. Drogenexperten bezeichnen „Narconon“ unisono als unseriös, gefährllch und „medizinischen Müll“. Unter den Gästen: Polizeipräsident Udo Nagel. Er kam allerdings zu spät, bekam von der Skandal-Rede kaum etwas mit. Anders die ebenfalls anwesende Gisela Hackenjos, Präsidentin von Scientology Hamburg.

Randmark bestreitet, Scientologe zu sein. War aber Gast der jüngsten Scientology-Ausstellung im Café Seeterrassen. Keinen Hehl macht Bush-Fan Randmark aus seiner Bekanntschaft mit Innensenator Ronald Schill. Seinen Wahlkampf unterstützte der Unternehmer finanziell – und ideologisch: „Ich habe ihn beraten in Fragen von Drogenbekämpfung, weil ich auf dem Gebiet ziemlich gute Erfahrung habe“, verriet „Sir Henry“. Der Ex-Richter revanchierte sich, ehrte den Ami zu dessen 65. Geburtstag im Januar mit einer flammenden Rede.

Schills (Partei-) Freundin Katrin Freund bestätigte in einem Interview, bis zur Gründung der Partei Rechtsstaatlicher Offensive im Vorstand des AGBC gearbeitet zu haben. Privat soll Randmark ein „väterlicher Freund“ der Politikerin sein, so ein guter Bekannter. Auch für Ex-Konteradmiral Rudolf Lange (FDP) ist Glenn-Miller-Fan Randmark („Mein Vater hat ihn persönlich gekannt“) kein Unbekannter. Im Juli brachte Randmark bei einer Veranstaltung im „Wollenberg“ den Liberalen mit Schill zusammen, für den er in seinem Club kräftig die Werbetrommel gerührt hatte. 


 
Hamburger Morgenpost 5.3.2002


Orden für Tapferkeit, den die Reinigung verlieh
von Thomas Hirschbiegel

Eigentlich könnte Henry C. Randmark mit seinem Orden zufrieden sein. Doch er wollte mehr.

Eigentlich könnte Henry C. Randmark zufrieden sein. Hat ihm doch der Bismarck-Bund für Verdiens-te im Kampf gegen Graffiti die „Medaille in Silber mit goldenem Eichenblatt“ verliehen. Doch „Sir Henry“ wollte mehr, eine richtige Tapferkeitsmedaille sollte es sein, dazu eine Geschichte vom Oberst aus dem Vietnam- Krieg fertig war die Legende. Höchste Kreise hingen an seinen Lippen, wenn der „Vietnam-Veteran“ plauderte. Stolz ließ sich Randmark in seiner Uniform ablichten. Doch mit der stimmt etwas nicht ...

Nachdem die MOPO auf dem Foto das Ordensband des „Silver Star“, immerhin die dritthöchste Tapferkeitsauszeichnung der USA, die nur für „Heldentum“ verliehen wird, entdeckt hatte, riefen wir bei Randmark an: „Haben Sie den Silver Star bekommen?“ 

Randmark: „Nein. Hab ich nicht.“ 

MOPO: „Auf Ihrer Ordensspange ist er aber drauf.“ 

Randmark: „Nein, das stimmt nicht.“ Randmark nach einer Pause: „Lassen Sie mich mal gucken.“ 

Er ruft zurück, sagt plötzlich: „Sie haben Recht. Der Silver Star ist drauf. Es ist nach 31 Jahren schwer sich zu erinnern.“ 

MOPO: „Ist er Ihnen nun verliehen worden oder nicht?“

Randmark: „Nein, ich hab Silver Star nicht.“ 

MOPO: „Aber warum tragen Sie den Orden auf der Uniform, wenn er Ihnen nicht verliehen wurde?“ 

Randmark: „Ich kann es nur so erklären, dass ich letztes Jahr, als ich die Uniform zur Reinigung gegeben habe, hab ich das zusammen mit dem damaligen Militärattachee gemacht. Vielleicht haben die da was verwechselt. Ich weiß es nicht.“

Ein hoher Bundeswehr-Offizier zur MOPO: „Es ist natürlich Quatsch, dass ein Offizier seine Uniform mit Auszeichnungen zur Reinigung gibt. Und die Adresse der Wäscherei, die Tapferkeitsmedaillen verleiht, wüsste ich gern“.

Randmark trägt auf der Unform außerdem den „Purple Heart“, den er fälschlich „Purple Star“ nennt, eine Auszeichnung „for Combat-Action only“. Den Orden bekommt nur, wer im Kampf verwundet wurde. Zur MOPO sagte Randmark aber: „Ich bin kein Soldat gewesen in dem Sinne. Ich war in der Drogenbekämpfung in Saigon, ich war nicht an der Frontlinie. Ich hab an Kampfhandlungen nicht teilgenommen.“ Doch Randmark trägt auch die Spange „Combat Infantryman“, die US-Nahkampfspange. Randmark: „Das ist das Scharfschützenabzeichen – so haben wir das hier auf Deutsch übersetzt.“

Randmark erklärt, er sei auf „Special Mission“ gewesen. Er hätte von 1966 bis 1971 in der Army gedient und sei als Oberst ausgeschieden. Offenbar eine Blitzkarriere, für die normale Offiziere mindestens 20 Jahre brauchen. Auf die Frage nach Eintrittsdienstgrad oder Offiziersschule verweigerte er die Aussage: Das sei alles streng geheim. Auf die Frage, ob er ein Hochstapler sei, sagte Randmark: „Das versuchen Sie mal zu drucken.“

Hamburger Morgenpost 7.3.2002


Im »Who is Who« mit Eichenlaub

»Sir Henry« gönnte sich 50 Zeilen im Buch der Eitelkeiten

Zwischen dem Sänger Bill Ramsey und dem Chefdirigenten der Volksoper Wien hat sich „Sir Henry“ Randmark im „Who is Who“ verewigen lassen. Auf 50 (!) Zeilen mit Bild. Das wollen wir ihnen, leicht gekürzt, nicht vorenthalten:

„Henry Randmark, Dipl.-Kfm., Vorstandsvorsitzender der Randmark International AG. Geb 12.1.1937 in Los Angeles. (Vater Maximilian Shearing-Randmark ,Mutter Eugenie Gräfin v. Porohoff). Studium: UCLA Californien/USA. Oberst a.D. (Colonel retired) d. US-Streitkräfte. Absolvent der Westpoint-Militärakademie. Journalist, Teamchef der überregionalen Fernsehwerbung der Randolph HearstSyndikates LA/Calif. In leitenden Positionen in Puerto Rico, Japan, Deutschland. 1992 Gründung der IPA-Randmark Enterprises.

1995: Bismarck-Medaille in Silber mit goldenem Eichenlaub. 1996: Bismarck-Orden in Silber. 1997: Bismarck-Orden in Gold am Halsband. 1998: Bismarck-Medaille in Gold. Mitglied des Vereins eines ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg. Chevalier des Ritterordens Cordon Bleu du Saint Esprit.

Seine Frau Silvia Randmark ist Comtesse Cordon Bleu-Frankreich 1579. American Chamber of Commerce Hamburg. Mitglied des Bismarck-Bundes. Pres. des American-German-Business-Clubs Hamburg. Ehrenmitglied des Vereins zur Erhaltung des 76er- Denkmals. Mitglied der Mendelssohn-Bartholdy-Gesellschaft. 1. Vorsitzender des JCEA Miami.Bund für Denkmalerhaltung. Mitglied des int. Who is Who of Professionals USA. Mitglied des Life-Fellowships of international Biographical-Centre Cambridge, England (ausgezeichnet mit Urkunde und Orden und veröffentlicht in dem Buch „Outstanding People oft the World“). 

Interessen: Reiten, Schwimmen, Erlebnisreisen, Angeln, Erhaltung des internationalen Kulturguts. Beherrscht neun Sprachen perfekt.“


 
Hamburger Morgenpost 7.3.2002


Schwindel über den Wolken
»Skymarshal Sir Henry«: Nun ermittelt die Polizei

Die Polizei ermittelt gegen ihn, weil Randmark sich auf einem Condor-Flug als US-Skymarshal ausgab.

West Point Absolvent, Vietnam-Kriegsheld, Sprachen-Genie, weltweit aktiver Graffiti-Terminator und Chevalier Cordon Bleu du Saint Esprit-„Sir Henry“ Randmark ist wirklich ein Tausendsassa. Jetzt aber geht es wohl zu Ende mit seiner einzigartigen Münchhausen-Karriere. 

Es war am 11.11. (Karneval!) 2001: Auf dem Flug von Palma de Mallorca nach Hamburg. Mit geübten amerikanischen Akzent erklärt Randmark den Flugbegleitern, er sei „US-Skymarshal“. Aus Gründen der Flugsicherheit müsse er vorn Platz nehmen. Die Stewardessen sind verduzt, entsprechen aber den Wünschen Randmarks. Ein anderer Passagier wird umgesetzt. Dann will Randmark das Cockpit inspizieren. Das verweigert ihm aber der Kapitän. Nach der Landung erkundigt sich die Fluglinie bei den US-Behörden. Antwort: „Sir Henry“ ist alles andere als ein Skymarshal. Randmark wird angezeigt. 

Seit Jahren treibt der windige Ami sein Unwesen in dieser Stadt. Und jeder ging ihm auf den Leim. Vor allem die Reichen und Schönen, mit den sich der Mann mit dem Schnauzer so gern umgibt. Aber auch Politiker fielen auf den smarten Wichtigtuer rein. An der Spitze: Bürgermeister Ole von Beust (CDU), Rudolf Lange (FDP), Konteradmiral a.D., und Ronald Schill, als dessen „drogenpolitischer Berater“ sich Randmark monatelang ausgeben durfte. 

Geärgert haben sich allerdings schon viele über „Sir Henry“. Zum Beispiel die TU Harburg. Als nach eigenem Bekunden „bester Graffiti-Entferner der Stadt“ bekam Randmark 1999 den Auftrag, das neue Verwaltungsgebäude gegen fiese Schmierereien zu imprägnieren. Machte er. Mit eigenem Wundermittel. Und kassierte dafür 80000 Mark. Problem: Als die Imprägnierung getrocknet war, war die schöne Klinkerwand (200 Meter) weiß. „Vor allem die Fugen waren völlig eingefärbt – das hat nicht für Begeisterung gesorgt“, so TU-Sprecher Rüdiger Bendlin. „Eine andere Firma musste nacharbeiten.“ 

Nach hinten ging auch die Umwandlung von „Sir Henrys“ Firma „IPA Randmark International“ von einer GmbH in eine AG los. Ein ehemaliger Geschäftspartner: „Er wollte das Unternehmen verkaufen, meinte so den Wert zu steigern.“ Der Luftikus habe aber mit dem Drei-Mann-Betrieb kaum Vorstand und Aufsichtsrat besetzen können. Ehefrau Silvia und einige Kumpels hätten einspringen müssen. Kaufen wollte die Firma niemand. Kein Wunder: „Um auf seine Firmenautos überhaupt Meisterbetrieb schreiben zu dürfen, musste sich Randmark mit einem Profi-Unternehmen zusammentun“, so der frühere Geschäftsfreund. 

Als Präsident des „American-German-Business-Clubs“ lässt Randmark nicht nur Referenten über Scientology-Programme plaudern, sondern kassiert seine Mitglieder auch frech ab. Ein einstiger Weggefährte zur MOPO: „Im Hotel Hafen Hamburg durfte er kostenlos die Jahreshauptversammlung abhalten, der ganze Club gratis speisen. Trotzdem forderte Randmark von jedem 50 Mark Unkostenbeitrag.“ 

Lügenbaron „Sir Henry“ – vor wenigen Wochen feierte er mit Hamburgs High-Society seinen Geburtstag. Zum 65. ließ er sich gratulieren, Schill hielt eine Rede. Doch Randmark wäre nicht Randmark, hätte er nicht wieder einmal alle angeschmiert. Der Ami, der angeblich ein Lette sein soll, ist bereits 77. Geboren am 12. Januar 1925. So ist es in deutschen Behördenakten verbrieft.

Hamburger Morgenpost 11.3.02


Kommentar

Nicht so witzig
von Matthias Onken

"Sir Henry" und der Beust-Senat

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Auch im Fall Randmark. "Sir Henry", der selbst ernannte US-Oberst, der ganz Hamburg narrte - das ist einen Schenkelklopfer wert. Da ist aber auch die andere Seite. Die ist nicht so witzig: Ronald Schill, der den Hochstapler hofierte. Peinlichst vorgeführt beteuert der Senator jetzt: Nie habe ihn Randmark drogenpolitisch beraten. Das Gegenteil behauptete "Sir Henry" öffentlich, ohne dass Schill dementierte. Randmark wollte ihm sogar beibringen, wie man Junkies à la Scientology clean bekommt. 

Gar nichts mehr sagt Rudolf Lange. Er weiß, warum. Der Freidemokrat wollte nicht mit Schill koalieren. Bis ihn der Schwindler mit dem Richter bekannt machte. Schon als Konteradmiral hatte Lange den "Oberst" in die Führungsakademie eingeladen. Und auch Ole von Beust vertraute Randmark. Die neue Regierung - ein Produkt des kollektiven Reinfalls auf Hamburgs Münchhausen? Eine wahnwitzige Vorstellung - ohne Überraschungseffekt.


 



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