Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
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Zuletzt bearbeitet am 27.06.2013 
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Scientology führt Akten über jeden Kunden
 
 
 
 
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Akten über jeden Kunden

Scientology überwacht nicht nur Kritiker, sondern auch die eigenen Anhänger. Dazu werden Akten geführt. All dies gehört zum Scientology-Kontrollsystem. Grundlage des Systems sind die Akten über die Anhänger - die "Folder". Die Scientology-Organisation macht bei der Verwaltung der Akten und der Adressen keinen Unterschied zwischen Käufern, Anhängern und Mitgliedern:
  

Aus: Grundlegendes Verwaltungsglossar Seite 45 


"Zentralakten - Central Files - eine Sammlung von Akten, und zwar eine Akte für jede Person, die jemals etwas von einer Organisation gekauft hat. Diese Akten werden alle an einer Stelle in der Organisation zusammen aufbewahrt. Alle Namen und Adressen von allen einzelnen Personen in den Zentralakten ergeben zusammen die Adressenliste der Org. Umgekehrt gibt es für jede Person auf der Adressliste der Org eine Akte in den Zentralakten. (BPL 17 May 69R I)"
  

Die Akten enthalten insbesondere auch Protokolle der Verhöre. Diese Verhöre werden je nach Zweck unterschiedlich bezeichnet, zum Beispiel als Auditing oder Sicherheitsprüfung ("Sec-Check"). Bei den Verhören wird das E-Meter benutzt, ein Lügendetektor.

Abbildung: Aktenlager im Flag Hauptquartier in Clearwater, aus dem Buch "Religion Inc. The Church of Scientology", von Stewart Lamont 1986.

Abgefragt wird oft nach Formularen, zum Beispiel dem Bekenntnisformular. Dabei geht es nicht etwa um das Bekenntnis zu Gott, sondern um das Bekenntnis zu Straftaten quer durch das Strafgesetzbuch, also um ein Geständnis.
 
 
 
 

USA 2013: Prozess um Aktenherausgabe

Diese Akten enthalten nicht nur Informationen über die Personen, sondern auch Beweismittel. Das erwies sich, als  Laura DeCrescenzo Klage gegen Scientology erhob. Sie wurde im Alter von 12 Jahren in die paramilitärische Sea Org rekrutiert. Mit 16 Jahren wurde sie verheiratet und mit 17 zur Abtreibung gezwungen. 2004 hat sie die Sea Org verlassen, nachdem sie zuvor Schweigeverträge unterzeichnet hatte.

Am 2.4.2009 hat Laura DeCrescenzo - mittlerweile 33 Jahre alt - Klage erhoben wegen erzwungener Abtreibung, permanenter Überwachung, Freiheitsberaubung  im RPF, dem Straflager von Scientology, des Vorenthaltens einer schulischen Ausbildung und einer erzwungenen Arbeitszeit von 100 Stunden pro Woche.

Einzelheiten im Blog von Winfried Handl, http://www.wilfriedhandl.com/blog/tag/laura-decrescenzo/ . Dort befinden sich auch Links zu Prozess-Schriftsätzen.

Scientology hat die Vorwürfe bestritten. Laura DeCrescenzo hat deshalb beantragt, dem Gericht die PC-Folders vorzulegen. Während der 15 Jahre bei der Sea Org hatten sich allein über 140 PC-Folder voll mit Sec-Checks angesammelt.

Scientology verwies auf das angebliche Beichtgeheimnis.

2013 gab das Gericht dem Antrag von Laura DeCrescenzo statt und ordnete die Vorlage der Akten an.
Dagegen legte Scientology mehrfach Rechtsmittel ein.
Am 26.6.2013 hat Richter Anthony Kennedy vom US Supreme Court Scientology abblitzen lassen. Einzelheiten im Blog von Tony Ortega.

 
 
 
 

Aktenversand

In dem Scientology-Magazin "Source" (Nr. 215 und 216/2011) mit Werbung für Auditing in Clearwater heisst es:

In einem "Flag"-Prospekt mit derselben Werbung wird hinzugefügt: Die jeweils deutschsprachige Werbung wurde an einen Nicht-Scientologen nach Deutschland verschickt.
 
 
 

Akten im Computer
 
Der Grund dafür, warum ich ihnen so exakte Daten geben kann, liegt in der neuen Organisation, die INCOMM genannt wird: das INTERNATIONALE NETZWERK COMPUTER-ORGANISIERTEN MANAGEMENTS. 

 Das Personal der höchsten Ebene des Scientology-Managements hat jetzt Zugang zu über 6 Millionen Statistiken. Sie können jede beliebige Statistik-Kurve einer jeden Org für jede Zeitspanne anfordern und sie unmittelbar auf dem  Bildschirm angezeigt bekommen. Incomm kontrolliert und überprüft alle Statistiken gegeneinander und findet  augenblicklich jegliche falsche Statistiken und korrigiert ihren Ursprung! Niemand kann sagen, daß er es besser mache, als es tatsächlich der Fall ist, ohne mit dem Computer in Konflikt zu kommen! Nur Computer können solche enorme Mengen statistischer Daten in der erforderlichen Geschwindigkeit bewältigen. ... Warten sie bloß mal, bis irgend ein Direktor für Ausbildung eine Nachricht vom Computer über Hans Hansen bekommt, der zu lange auf seinem Kurs ist! 

 Und die Mitarbeiter werden bald völlig revidierte und auf den neuesten Stand gebrachte, computerisierte Wochenberichtsformulare bekommen, und sie werden wissen, daß ihre Daten in Windeseile von Managern und Auswertern eingeschätzt werden, die die Daten von Computer ablesen, die richtlinientreu programmiert sind, um allen dabei zu helfen, die Funktionsfähigkeit der Scientology zu erhalten

Aus: Rons Journal Nr. 38 "Der Beweis", 1983 S. 5 f

 
 

"Die Funktionsfähigkeit der Scientology zu erhalten"
englisch: Keeping Scientology Working
abgekürzt: KSW.
Das ist ein wichtiges Schlagwort.
Es steht als Titel über zahlreichen Anweisungen.
 
 
 
 

Aktenschwund bei Behörden und Gerichten

In den USA wurde ein maßgeblicher Teil des Managements der Scientology-Organisation strafrechtlich verurteilt, weil sie in Behörden eingebrochen waren und dort Akten kopiert hatten.

Akten können aber nicht nur kopiert werden, sie können auch verschwinden.
  Man kann sie auch ganz einfach zurückgeben.
  Aktenschwund auch in Kanada:  



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