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Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt 
AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit 
Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V. 
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AGPF-Selbstdarstellung
 
 
 
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Bundesverband:

Die AGPF ist ein Bundesverband von Vereinen, die sich kritisch mit Sekten, Kulten, Psychogruppen und dem Psychomarkt befassen.
Die AGPF ist weltanschaulich, religiös und politisch neutral.
Die AGPF benutzt den Begriff "Sekte" deshalb auch nicht im religionswissenschaftlichen Sinne, sondern als Begriff der Umgangssprache, als "Sammelbegriff".
Nicht jede Kritik an einer Sekte betrifft alle Sekten.

Verbraucherschutz:

Die AGPF befaßt sich insbesondere unter Aspekten des Verbraucherschutzes mit Sekten. Die meisten Sekten verkaufen Dienstleistungen und Waren. Bei manchen Sekten ist dies der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit. Darüberhinaus bieten die meisten Sekten einem Teil ihrer Kunden auch die Mitgliedschaft an, nicht selten extrem teuer, als Voraussetzung für Dienstleistungen zum Erwerb von Fähigkeiten, die oft in den Bereich des Aberglaubens gehören.

Zum Verbraucherschutz gehören Informationen über Angebote und Warnungen vor finanzieller Übervorteilung, Rechtsverlust, Betrug, gesundheitlichen Gefahren, vor Risiken und Nebenwirkungen angebotener Waren und Verfahren.

Marktbeobachtung:

Die AGPF prüft, ob dabei die Gesetze eingehalten werden, insbesondere das AGBG (das Gesetz über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, das "Kleingedruckte") und das UWG (das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, nach dem "sittenwidrige" und irreführende Werbung unzulässig ist). Beide Gesetze sehen die Verbandsklage vor. Die AGPF ist berechtigt, von diesem Instrument des Verbraucherschutzes Gebrauch zu machen. So ist es sicher "wettbewerbswidrig", wenn in der Scientology-Organisation nach Auswertung des Persönlichkeitstests behauptet wird, der Interessent sei selbstmordgefährdet.

Sekten bezeichnen Verträge und Werbung nicht nicht selten anders. So schreibt die Scientology-Organisation grundsätzlich nur von "Spenden", auch wenn es sich dabei um den Preis für eine ganz konkrete Leistung handelt.
Grundrechte: Die meisten Angebote sollen Angeblich die Persönlichkeit des Kunden verbessern. Die bei der Anpreisung, dem Verkauf und der Ausübung der Verfahren angewandten Methoden tangieren vielfach die Menschenwürde. Damit ist der Kernbereich der Grundrechte berührt. Der Schutz der Grundrechte muß deshalb zwangsläufig den Verbraucherschutz ergänzen.

Gefahren:

Die psychische Abhängigkeit und die Gefährdung der seelischen und körperlichen Gesundheit gehören zu den wichtigsten Gefahren. Zu den Methoden mancher Sekten gehört die Feststellung angeblicher Mängel der Persönlichkeit, die Zuweisung der Ursache dafür an Familie und Partner und damit die Zerstörung von familiären und persönlichen Bindungen. Der Betroffene verliert damit auch seine bisherigen sozialen Bindungen, Möglichkeiten der Kontrolle, Kritikfähigkeit und vor allem die Möglichkeit, den eingeschlagenen Weg zu überdenken und auszusteigen.
Oft werden Familie und Partner als Ursache angeblicher oder tatsächlicher gesundheitlicher oder sozialer Probleme Dargestellt und Trennung als Abhilfe empfohlen.

Warnung:

Die Angebote von Sekten werden meist nicht als solche bezeichnet. Tatsächlich bieten die meisten Sekten Lebenshilfe und Psychokurse an, vielfach auch Heilbehandlung oder Psychotherapie.
 
 

Kriterien:

Der Verbraucherschutz kann die Waren oder Leistungen üblicherweise durch Tests prüfen. Sekten bieten vielfach angebliches Geheimwissen an, welches aber nicht selten erst nach langwierigen und kostspieligen  Vorbereitungen vermittelt wird. Geheimhaltung gehört meist zum System und wird nicht selten sogar in die Werbung integriert. Dennoch lassen sich die Angebote an objektiven Kriterien prüfen.

Eine wichtigste Erkenntnisquelle sind dabei  Erfahrungsberichte. Das gilt im übrigen bei neuen oder neuartigen Gefahren fast immer. Deren Inhalt wird selbstverständlich nicht ungeprüft als richtig übernommen, sondern durch Vergleich mit anderen Quellen auf Plausibilität und Wahrscheinlichkeit überprüft.
 
 

AGPF-Geschichte
 
Aus:  AGPF-Info 9/98 Vor 20 Jahren: Massenmord in Jonestown - AGPF gegründet 

AGPF gegründet

Am 9.12.1978 wurde die AGPF als Verein konstituiert, ganz unter dem Eindruck des Massenmordes und der Frage, ob sich so etwas wiederholen könne. Die Gründung der Arbeitsgemeinschaft war bereits 1977 auf Initiative von Dr. Klaus Karbe erfolgt. Anfang 1978 wurde eine "Dokumentation über die Auswirkungen der Jugendreligionen auf Jugendliche in Einzelfällen" veröffentlicht und ein erster Fachkongress (1) angeregt. Weitere Kongresse folgten 1981 (2) und 1984 (3) 
Die AGPF hat Informationsdienste herausgegeben, heute das "AGPF-Info" (4). Außerdem Info-Pakete und Kurz-Infos zu einigen Organisationen (5) 
1984 hat die AGPF eine gesetzliche Regelung vorgeschlagen, die Mindestbedingungen des Kundenschutzes zum Inhalt hatte. Diese Vorschläge sind heute im Gesetzentwurf des Bundesrates zum Lebensbewältigungshilfegesetz (6) enthalten.  
1990 hat die AGPF die Einrichtung eines Ausschusses des Bundestages angeregt. Eine Bürgerinitiative hat dafür 50.000 Unterschriften gesammelt, die der Präsidentin des Bundestages als Petition überreicht wurden. Diese führte mit anderen Petitionen zur Einrichtung der Enquete-Kommission des Bundestages.  

Die AGPF hat heute 17 Vereine als Mitglieder. Die Neutralität ist in der Satzung verankert. Ebenso der Verbraucherschutz: "Der Verein will durch Aufklärung und Beratung Hilfe bei der Beurteilung von Angeboten geben ...". Den Begriff "Sekte" verwendet die AGPF lediglich als umgangssprachlichen Sammelbegriff (7) 

Die AGPF unterhält keine Beratungsstelle, sondern bietet präferenzfreie zentrale Vermittlung zu den jeweils geeigneten und qualifizierten Beratungsstellen und Informationsangeboten.  
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* Singer: Sekten - Wie Menschen ihre Freiheit verlieren und wiedergewinnen können. Auer, Heidelberg, 1997  
(1) Bericht: Müller-Küppers + Specht: "Neue Jugendreligionen", Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1979  
(2)  Bericht: Karbe u. Müller-Küppers: Destruktive Kulte.  
 Verlag für Med. Psychologie, Göttingen 1983  
(3) Bericht: Familie und destruktive Kulte, 1984  
(4) Info-Liste kann angefordert werden  
(5) derzeit Kurz-Infos verfügbar über: TM - Maharishi - Ayurveda, Landmark, Bhagwan-Osho, VPM, Family - Kinder Gottes -CoG.  
(6) vgl. AGPF-Infos 1/98 und 3/97  
(7) vgl. VGH Bad.-Württ.1 S 712/85 + 10 S 2160/87 
 

 
 
 



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