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| Die Website RE-PORT.de
bietet
"Berichte über Otto Muehls Verbrechen und Hilfe für die Opfer". Rechts die Homepage, zum Vergrössern anklicken. Aus Anlass der Ausstelung
in Wien stellt die Website zu Beginn die Frage:
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Bayerisches Fernsehen am 6.3.2004 in "Capriccio": Das Interview
Am 6.3.2004 berichtete
das Bayerische Fernsehen in der Kultursendung "Capriccio".
Sprecher: Ist Mühl
also ein unverbesserlicher Kinderschänder?
Offenbar zu dieser Frage
äusserte Mühl sich unmittelbar danach:
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| Ich bin kein Pädophiler.
Ich stehe nicht auf Kinder. |
Es ist vorgekommen,
dass die Mädchen dreizehn waren oder dreizehneinhalb. |
Aber sie hatten ihre
Regel gehabt,
sie waren reif. Und die wollten ... |
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| Es ist nicht wahr,
dass sie gezwungen wurden. |
Und ich war nicht allein,
es haben viele gemacht. |
| Der Spiegel 10/2004 vom
1.3.2004:
"Anlässlich der Mühl-Schau
im MAK, in der sie den Versuch einer Rehabilitierung des Künstlers
sehen, melden sich nun zwei junge Frauen zu Wort, die neue Vorwürfe
erheben: Mühl habe nicht nur, wie bislang bekannt war, Teenager missbraucht,
sondern auch Kinder in jüngerem Alter.
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Um 1972 gründete Mühl die AAO. 1988 wurde Strafanzeige wegen sexuellen Missbrauchs erstattet. 1991 wurde Mühl zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verteilt. Die Sekte wurde aufgelöst.
1992 hat die AGPF über
die "skandalösen Unterstützung
Mühls durch die Kunstszene" geschrieben.
Und zehn Jahre später
2002 hinzugefügt: "Diese Unterstützung hat sich nach Mühls
Entlassung aus der Haft fortgesetzt. Mit großem Aufwand wurden seine
künstlerischen Produkte der Öffentlichkeit vorgestellt. Von Unterstützung
der Opfer ist nichts bekannt geworden."
2003 wurde bekannt, dass
eine Mühl-Ausstellung vorbereitet wurde (>>).
Proteste blieben ohne Wirkung.
Im März 2004 soll
diese Ausstellung eröffnet werden.
Kurz vorher hat Mühl
sich in einem Interview zu seiner Verurteilung geäussert (>>):
"Der Anwalt hat uns geraten, alles zu gestehen. Ich bin kein Kinderschänder. Das ist doch Blödsinn. Das waren alles entwickelte Mädchen ... Sie sind mehr Opfer der Auflösung der Kommune als Opfer der freien Sexualität."Eine solche Wiederholung der Verhöhnung der Opfer und der Geschädigten durch den Täter war wohl zu erwarten und entspricht fast wortgleich dem, was Mühl damals sagte, bevor er sich zu einem Geständnis bequemte.
Selbstverständlich
beruhte die Verurteilung nicht etwa auf Mühls Geständnis.
Sondern auf den vom Gericht
festgestellten Tatsachen.
Mühls Geständnis
hat allenfalls auf das Strafmass Einfluss gehabt und die Vernehmung vieler
der Opfer vor Gericht erspart.
Zum Prozess lese man
nach bei Andreas Schlothauer - http://www.AGPF.de/Schlothauer-AAO-Muehl.htm#172
Aus dem Plädoyer
des Staatsanwaltes:
"Ich habe schon viele große Prozesse erlebt, aber noch in keinem hat mich das Schicksal der Opfer so bedrückt wie in diesem. Mühl hat Terror ausgeübt. Was ein KZ ist, wissen wir aus der Geschichte. Was die Mädchen am Friedrichshof mitmachen mußten, war genauso schrecklich. Otto Mühl hat mit Menschen experimentiert, er hat sie manipuliert. Er war als Künstler so sensibel, daß er zu wissen glaubte, wenn ein Mädchen 'nein' sagte, es tatsächlich 'ja' meinen müsse. Die Jugendlichen waren nicht freiwillig dort, er hatte ihnen die Eltern genommen und damit die Möglichkeit, die Kommune zu verlassen. Sie hatten keine Chance."
Frank Nordhausen und Liane von Billerbeck haben in ihrem Buch "Psycho-Sekten, Die Praktiken der Seelenfänger" 1997 auf 40 Seiten über Otto Mühl und einige derer berichtet, die ihm nachzueifern scheinen. Inbesondere haben die Autoren auf Mühls therapeutischen Anspruch hingewiesen (Zitat unten >>). Die Autoren berichten, wie sich dieser therapeutische Anspruch später in Deutschland verselbständigt hat.
Schlothauer berichtete schon 1992 über die Planungen des Mühl-Anhängers Dieter Duhm unter dem Namen ZEGG: "Es war der Versuch, die AAO gesellschaftsfähig zumachen, ihr den anrüchigen Ruf einer Sekte zu nehmen. ... Das ZEGG-Konzept wurde nie reailisiert".
Nordhausen schildert 1997, wie der das ZEGG-Konzept doch noch verwirklicht wurde. Und bis heute existiert.Mühl: "Ich bin doch
kein Kinderschänder"
Das Buch zum Thema:
Andreas Schlothauer:
Die Diktatur der freien SexualitätDas Buch ist nicht mehr im Handel.
AAO, Mühl-Kommune, Friedrichshof
Verlag für Gesellschaftskritik, Wien, 1992, 220 S. ISBN 3-85115-157-7
| Frank Nordhausen
und Liane von Billerbeck "Psycho-Sekten,
Die Praktiken der Seelenfänger", 1997, Seite 189 f.
»Hot Seat« (»Heißer Stuhl«), »Psychodrama« und »Urschrei« hießen die therapeutischen Techniken, die Otto Mühl zu einem schauspielähnlichen Unterwerfungsakt »verfeinert« hatte, in dem sämtliche Scham- und Tabugrenzen - die »Inzestschranke« - radikal durchbrochen wurden. Ziel des infernalischen Ritus war ein »psychophysischer Orgasmus«, der zu einer »echten Wiedergeburt« führen sollte. Dazu klimperte der Grobian auf dem Klavier oder knetete und prügelte auf den armen Probanden herum, wobei auch mal eine Rippe zu Bruch ging (»Watschenanalyse«). Am Ende stand die zerstörte Identität - um eine neue zu bekommen. Otto Mühl: »Das AA-Bewußtsein ist eine Qualität, über die auch der fortschrittlichste und tüchtigste Kleinfamilienmensch nicht verfügt. Er steht, sobald er mit der Lebenspraxis der AA beginnt, hilflos da und merkt seine existentielle Impotenz. Er beginnt mit der Bewußtseinsstufe Null.«56 Wie die Opfer auf Null gestellt wurden, schilderte die Berliner Zeitschrift »Zitty« im Jahr 1981. Ihr Reporter berichtete von einem Selbstdarstellungsabend, bei dem eine Abgesandte vom Friedrichshof in Berlin neue Jünger selektierte: »Willkürlich werden einzelne in die Mitte zitiert, ausgefragt und nach allen Regeln der Kunst beschimpft. >Gib's zu, Du willst doch nur die Weiber ficken!< brüllt Therese die hochroten Gesichter an. Dann müssen sie nachbrüllen, lauter, noch lauter. (...) In das Spektakel werden Musik, Tanz und Menschen so geschickt einbezogen, daß die >0pfer< in Trance-ähnliche Zustände verfallen. Und noch etwas anderes geschieht: Niemand aus der Gruppe wagt mehr, Therese den leisesten Widerstand entgegenzusetzen. Nur die >Langhaarigen< unter den Männern, am heftigsten beschimpft und zum Haareschneiden genötigt, bleiben in diesem Punkt noch >trotzig< -nicht mehr lange. Bald fallen bei den ersten die Haare, sie halten dem Druck nicht mehr stand.«57 »Man gab das selbständige Denken auf«, sagte eine Ex-Kommunardin über die Totaltherapie.58 Und man lernte, dem Leiter zu gehorchen. Die wimmernden »Dreckhaufen« behandelte Mühl nach seinem Gusto. Er bestimmte, wer »geschädigt« war oder schon ein »Mensch«. Mit Kritik oder Lob legte er fest, wer in der Gruppe oben und wer unten stand. Der schlaue Guru selbst ging so gut wie nie in die Mitte, denn er war ja durch »jahrelange Selbsttherapie als Aktionist« bereits »gesünder« als die anderen und brauchte demnach »kein Geburtserlebnis« mehr.59 Für alle anderen aber galt: Das Licht am Ende des Geburtskanals hieß Otto Mühl. Nur er zählte. Und seine Predigt von der »spannungsfreien« Genitalität. In einem nie abreißenden Redeschwall ließ sich der besessene Erotomane vorzugsweise über sein Lieblingsthema aus: »Ich habe Weiber gerne, die naß werden durch bloßes Anschauen. Hier gibt es dann nicht mehr das ermüdende Vorspiel, das ein kalter Dieselmotor braucht, um fickreif zu sein.«60 Wie aus einem Mund antworteten die Jünger: »Toll! Supi! Irre doll! Wow!« Mühls obszöne Macho-Sprüche galten als Hochamt der »freien Sexualität« und wurden von den Anhängern willig nachgebetet. Damit keine »schädliche Zweierbeziehung« entstand, mußten die Kommunarden jeden Tag den Partner wechseln. Der Erfolg wurde dann in einem Tribunal namens »Sexpalaver« überprüft. »Alle paar Wochen wurde in einer gemeinsamen Gruppensitzung die sexuellen Verhaltensweisen jedes einzelnen untersucht und auf Linientreue abgeklopft«, schreibt Andreas Schlothauser. Wer den Koitus länger als dreißig Minuten ausübte, war schon verdächtig, eine »intime Zweierbeziehung« zu unterhalten; wer sich der »freien Sexualität« entzog, galt als krank und kam aufs »Palaver«, denn »Geilheit« war das wichtigste Kennzeichen des »neuen Menschen«. »Diese Palaver waren häufig wie Hexenprozesse«, bezeugt eine ehemalige Kommunardin. »Das Intimste und Privateste wurde hervorgepreßt. Versagen und Fehl verhalten öffentlich verurteilt. Eine Hierarchie der geilsten Männer und Frauen eingeteilt. Nach den Palavern gaben die meisten ihr Bestes, um die neu unterrichteten Praktiken, Sätze, Geräusche und Stellungen umzusetzen.«61 Der Leistungsdruck der »freien Liebe« ließ jedoch häufig die Schwellkörper erschlaffen. Und die Frauen konkurrierten vor allem darum, mit »Otto«, nach eigenen Worten »der einzige echte Mann der Bewegung«62, ins Bett gehen zu dürfen. |